Die immer wieder atemberaubende Halleiner Kunstburg, das wundervolle Schloss Wiespach, wo es immer wieder hinreißende Kunst-Ausstellungen zu bewundern gibt, zeigt Bilder und dreidimensionale Objekte von Joseph Heer. Der Künstler wurde 1954 in Wien geboren, er studierte bei Fritz Wotruba und Max Weiler. Seit dem dritten Lebens-Jahrzehnt lebt Joseph Heer abwechselnd in Wien oder auf seiner Finca auf Mallorca. Unter dem Kunstwort-Titel Extrínseco werden in Hallein neue Arbeiten des Künstlers gezeigt. Intrínseco bedeutet ,,wirklich‘‘ oder ,,innewohnend‘‘. Mit Austausch der Vorsilbe ,,in‘‘ gegen ,,ex‘‘ wird Intrínseco zum Gegenteil Extrínseco, also zu ,,unwirklich‘‘ oder zu ,,von außen kommend‘‘. Unter diesen Begriffen eine Kunstausstellung zu inszenieren heißt wohl, eher als Fremdarbeiter im gängigen Kunstbetrieb aktiv zu sein. 2010 erschien im Salzburger Residenzverlag ein Werk über Joseph Heer, mit dem Titel ,,Mainly White‘‘(Hauptsächlich Weiß). In einer Kurz­beschreibung von Autorin Pilar Ribal heißt es unter anderem: ,,Malerei ist für Joseph Heer Farbdichtung, ohne zum Dickicht zuzuwachsen, zu schmieren oder zu deuten. Josef Heer schafft Räume, die man als Landschaften der Sinne bezeichnen kann.‘‘

Doch jetzt stehen wir in der Ausstellung Extrínseco, die noch bis 22. Juni 2019 in der Galerie Schloss Wiespach besichtigt werden kann. Die FOTOS 1 bis 4 sind weder unscharf aufgenommen, noch leiden Sie, geschätzte Leserinnen und Leser unter plötzlichen Sehproblemen. Josef Heer versteht es vorzüglich, monochrom und abstrakt bemalten Bildflächen, eine Aura brennender Unschärfe zu verleihen. Den beiden nächsten Bildern (FOTOS 5 und 6) ist durchaus noch eine verhaltene abstrakte Dynamik zuzubilligen. Doch dann erfolgt der Absturz ins gar zu Einfache, ins gar zu Billige. Solche Bilder (FOTOS 7 bis 11) mit derart reduzierter Formensprache haben den abstrakt malenden Künstlern immer wieder den unschönen und unausrottbaren Vorwurf eingetragen, dass sie auch nicht besser malen könnten als kleine Kinder. Nachdem Josef Heer nicht nur bei Maler Max Weiler sondern auch bei Bildhauer Fritz Wotruba studierte, präsentiert er zusätzlich dreidimensionale Objekte, sogenannte ,,Models‘‘ in der Galerie Schloss Wiespach. Unser 12. FOTO entstand genau dort und nicht, wie man annehmen könnte, im Spielraum eines Halleiner Kindergartens, in dem die Kleinen ihre Spielwürfel aufbauen. Das letzte FOTO 13 schließlich stellt den Betrachter vorerst vor die grundsätzliche Frage, was er hier bestaunen soll: Die exakt gearbeiteten und sauber weiß lackierten Holzstellagen oder die relativ klein dimensionierten Steinobjekte, deren Sinn oder Bedeutung auch dem ernsthaft bemühten und gutwilligen Ausstellungs-Besucher verschlossen bleibt. Daran ändert auch nichts die Tatsache, dass die Objekte meist in  zwei Teile gespalten und der obere kleinere Teil weiß bemalt wurde. – Die Ausstellung in der Galerie Schloss Wiespach ist geöffnet: Montag und Donnerstag 9 – 12 Uhr, Freitag 9 – 12 und 16 – 18 Uhr, Samstag 10 – 15 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung. Telefon: +43 650 320 10 99. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Der Salzburger Museumstag am Sonntag, 19. Mai 2019, ist auch für die Bezirkshauptstadt Hallein der Ausgangspunkt für einen Kultur- und Erlebnistag. Vom Brauerei-Rundgang bis hin zur Zeitreise in die Welt der Kelten im Keltenmuseum Hallein oder eine Reise in die Vergangenheit  im Keltendorf Salina auf dem Dürrnberg. In Hallein, in Kaltenhausen und auf dem Dürrnberg bieten die teilnehmenden Museen und Ausflugsziele ein abwechslungsreiches Programm für Kinder und Erwachsene. In Verbindung mit einem Kaffeehausbesuch zwischendurch oder bei einem Mittagessen in einem der regionalen Genusswirtshäuser wird der Tag zu einem Vergnügen für alle. Sechs attraktive Ziele erwarten Sie.

 

KELTENMUSEUM HALLEIN

KeltenWelten – Archäologie einer geheimnisvollen Kultur. Die Kelten gelten als eine der ersten gesamteuropäischen Kulturen. Im Kern der keltischen Welt, in Süddeutschland und angrenzenden Regionen, finden sich unzählige Relikte keltischer Vergangenheit. Die Ausstellung zeigt bedeutende archäologische Stätten und liefert in Bild und ausgewählten Objekten einen Einblick in die geheimnisvolle Welt der Kelten.

 

STILLE NACHT MUSEUM HALLEIN

Franz Xaver Gruber ist der Komponist des weltberühmten Weihnachtsliedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Er lebte 28 Jahre lang im Halleiner Mesner- und Chorregenten-Haus gegenüber der Stadtpfarrkirche Hallein, in dem sich heute das Museum befindet. Entdecken Sie die Originale aus dem Nachlass der Familie Gruber und begegnen Sie dem Komponisten Franz Xaver Gruber ganz persönlich!

 

HALLEINER ZELLULOSEFABRIK

In der Ausstellung wird ein geschichtlicher Überblick geboten, der die Wichtigkeit der Firma für die Stadt Hallein und deren Bewohner verdeutlicht. Mitten im Betriebsgelände kann in einer ehemaligen Werkshalle die Entwicklung der Zellulose- und Papierfabrik von der Gründung bis heute anhand von Objekten, Bildern, Fotos oder Grafiken erkundet werden. Ein Schwerpunkt widmet sich auch der Struktur und Produktionspalette des von 2011 bis 2017 zum ersten Mal in österreichischem Besitz gestandenen Betriebes.

 

SALZWELTEN HALLEIN & KELTENDORF SALINA

Seit rund 450 Jahren fahren Besucher aus aller Welt in den Halleiner Salzberg ein, den Dürrnberg. Das Schaubergwerk Hallein ist damit das älteste Schaubergwerk der Welt! Bis heute haben die Stollen, welche die keltischen Bergmänner vor über 2.500 Jahren Meter um Meter in den Berg geschlagen haben, nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. – Das Keltendorf auf dem Dürrnberg in unmittelbarer Nähe der Bergeinfahrt ermöglicht faszinierende Einblicke in die Welt vor 2500 Jahren.

 

BRAUEREI- UND BINDEREIMUSEUM HOFBRÄU KALTENHAUSEN

Ein ausgebildeter Biersommelier führt durch die Brauerei und weiht Sie in die Geheimnisse des Bierbrauens ein. Sie besichtigen die originale Fassbinder-Werkstatt, die Sudpfannen und den Gär- und Lagerkeller, in dem Tag für Tag  gebraut wird, und können die Spezialitätenbiere aus Kaltenhausen gleich vor Ort probieren.

Wichtig: Noch mehr Informationen zum Museums-Wochenende am Sonntag, 19. Mai 2019 und zu den einzelnen Programmpunkten gibt es auf www.keltenmuseum.at oder unter  +43 (0) 6245 80 783. Volles Programm zum Nulltarif: Im Rahmen des Salzburger Museumstags ist der Eintritt in alle teilnehmenden Museen und Attraktionen kostenlos. Achtung! Nur erhältlich im Keltenmuseum Hallein: Die Tennengauer Kultour-Zählkarte! Mit der Zählkarte erhält man freien Eintritt in die Salzwelten Hallein (pro Zählkarte eine Person frei)! Gratis Parken: In den Halleiner Parkgaragen können Sie am Veranstaltungstag von 9 bis 17 Uhr kostenlos parken. Ausfahrtstickets für den Parkplatz Pernerinsel oder die Altstadtgarage erhalten Sie im Keltenmuseum Hallein. – (Presse-Info Keltenmuseum).

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STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Das europaweit renommierte Keltenmuseum Hallein. FOTOS 2 bis 5: Einblicke in die aktuelle Ausstellung ,,KeltenWelten‘‘. FOTO 4: Der Oberteil der international berühmten Schnabelkanne. FOTO 5: Einige der einzigartigen Goldblech-Hohlkugeln, deren Hälften exakt aufeinander passen. Sie dienten einer hochgestellten Frau als Kopfschmuck. FOTOS 6 und 7: Untertags im Schaubergwerk Bad Dürrnberg. Das Begehen der Stollen sowie ein immer wieder atemberaubender Blick auf die beliebten Rutschen, die hinab in die Tiefe führen. – (Fotos: Keltenmuseum und Salzwelten Dürrnberg).

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Der Franz-Xaver-Gruber-Platz zwischen Stadtpfarrkirche und ,,Stille-Nacht‘‘-Museum wurde mustergültig mit einem Granit-Stöckelpflaster versehen. Jetzt aber ist endlich seine optische Gestaltung fällig. Falls sie ernsthaft angegangen wird, so gilt es im Vorfeld mehrere Probleme auszuräumen. Da erschlagen die mächtigen Brutal-Seitenmauern der Stiege hinauf zur Ferchlstraße, das ärmliche Scheingrab Franz Xaver Grubers. Diese übermächtigen Steingebilde ohne jede Funktion gehören ersatzlos abgetragen. Derzeit herrscht hier lächerliche und peinliche Schildbürger-Atmosphäre. Wer genau hinsieht, erkennt entlang der Innenseite der rechts aufgetürmten Seitenmauer eine Metall-Geländerstange. Sie ist unbedingt notwendig, weil die gewaltigen Steinmauern als Stütze absolut ungeeignet sind. Sie stellen eine perfekte Fehlkonstruktion dar, hingesetzt noch dazu aus rötlichem Gestein, das einen verheerender Fremdkörper auf dem renovierten Gruber-Platz darstellt. Diese entsetzlichen Mauern gehören rascheste entfernt. Dafür muss auf der anderen Seite der Stufen ein gleichartiges Metallgeländer errichtet werden. Die Treppe wäre damit optisch wesentlich zurückhaltender und unauffälliger. Das Ergebnis: das bescheidene Leergrab des ,,Stille-Nacht‘‘-Komponisten käme deutlich besser zur Geltung, der ganze Platz würde dadurch optisch aufgewertet.

Geometrisch einfache Quader und Würfel, rund um den Gruber-Platz verteilt, sind  noch neu und dienen als Sitzgelegenheiten. Grundsätzlich gilt, dass sie auf unseren Fotos wesentlich dominanter wirken als in der Realität am Rande des noch immer völlig leer und inhaltslos wirkenden Gruber-Platzes. Die beiden langgezogenen Steinquader aus hellem Marmor neben der Brutal-Stiege, wurden entlang der Mauer aufgestellt, welche die erhöhte Ferchlstraße abstützt. Neben diesen glatt polierten Sitzmöbeln springt der ganze Wahnsinn dieser Straßenmauer besonders brutal ins Auge. Sie wurde aus allem möglichen und unmöglichem Steinmaterial ohne System hochgezogen und bietet einen entsprechend erschreckenden Anblick. Dass die groben, offenen Zwischenräume zwischen den oft unschönen Gesteinstrümmern längst überwuchert sind, ist als Gnade des Schicksals anzusehen. Sonst wäre der Anblick dieser Mauer noch schrecklicher. Das bedeutet: diese entsetzliche Mauer gehört unbedingt mit schönen Steinplatten verkleidet, der gesamte Gruber-Platz würde dadurch optisch deutlich gewinnen.

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STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Das Stiegen-Monster erschlägt mit seinen Brachial-Mauern das vergleichsweise zerbrechlich wirkende Leergrab des ,,Stille-Nacht‘‘-Komponisten. Die mächtigen Seitenmauern der Stiege gehören entfernt, links müsste ein zweites Metallgeländer errichtet werden. FOTO 2: Der völlig unzureichende Blumenschmuck für das sogenannte Gruber-Grab ist seit Jahren Dauerthema im ,,Salzschreiber‘‘. Angesichts dessen, dass allen auswärtigen Besuchern des ,,Stille-Nacht‘‘-Museums dieses karge Schaugrab als letzte Ruhestätte Grubers angedient wird (im Gegensatz zur Realität heißt es auf der Kupfertafel des Grabkreuzes: ,,Hier ruhet Franz Xaver Gruber…‘‘), ist der Blumenschmuck nur als armselig und peinlich zu bezeichnen. Dieses ,,Grab‘‘ müsste ständig mit farbenprächigem, sensationellem und unvergleichlich prachtvollem Blumenschmuck ausgestattet sein, um dem ,,Stille-Nacht‘‘-Komponisten einigermaßen gerecht zu werden. Die deprimierende Wirklichkeit sieht freilich ganz anders aus – äußerst peinlich für die Stadt Hallein! FOTO 3: Die glatten, hellen Steinquader entlang der Mauer für die Ferchlstraße machen die miserable Ausführung der Mauer besonders auffällig. FOTO 4: Erfreulich, dass ein Teil dieser entsetzlichen Mauer durch ungehemmten Wildwuchs verdeckt wird. Diese Schandmauer gehört unbedingt durch passende Steinplatten verdeckt. FOTO 5: Von der Stadt kommend, wird man am Beginn des Gruber-Platzes von dieser steinernen ,,Sitzgarnitur‘‘ erwartet. Die verhüllten Fahnen hätte man bereits spätestens zu Ostern wieder freilegen müssen. FOTO 6: Diese Sitzwürfel vor der Kirchenmauer wirken in Wirklichkeit wesentlich verlorener, gewissermaßen wie zufällig abgestellt. Das schwarze düstere Regenwasser-Abflussrohr gehört unbedingt an seine farblich wesentlich freundlichere Umgebung angepasst. FOTO 7: Auch an der Fassade des großartig renovierten ,,Stille Nacht‘‘-Museums gehören insgesamt zwei schwarze Regenwasser-Abflussrohre (eines davon im Bild) ihrer farblich deutlich helleren Umgebung angepasst. FOTOS 8 und 9: Die aufgrund der neuen Pflasterung entstandene helle Leere des Gruber-Platzes könnte sich bald in eine Rasenfläche verwandeln. Das hoffnungsvolle grüne Sprießen, vorerst im Bereich vor dem Kircheneingang, liefert für diese Annahme begründeten Anlass. Ist der Platz erst einmal völlig grün geworden, dann  wird der ,,Salzschreiber‘‘, so wie in den zurückliegenden Jahren, wieder für einige bunte Blumenhügel auf dem Gruberplatz sorgen. Versprochen! – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Die Kelten gelten als eine der ersten gesamteuropäischen Kulturen. Waffen und Schmuck mit typisch keltischen Motiven, Formen und Verzierungen finden sich in weit voneinander entfernten Gebieten. Die sehenswerte Sonderausstellung informiert über bedeutende archäologische Fundstätten und liefert mit faszinierenden Objekten einen spannenden Einblick in die geheimnisvolle Welt der Kelten. Der Verein KeltenWelten e.V. bildet einen Zusammenschluss von 55 herausragenden Fundstätten bzw. Museen zur keltischen Geschichte. 54 Mitglieder – von Aschaffenburg bis Würzburg – sind in Deutschland positioniert, seit 2018 stammt das 55. Mitglied aus Österreich: das Keltenmuseum Hallein. Die keltische Salzmetropole auf dem Dürrnberg reiht sich so in eine prominente Riege archäologischer Fundorte ein – vom Oppidum in Manching über das Fürstengrab vom Glauberg bis zur Keltenstadt auf der Heuneburg.

In der von vom Verein KeltenWelten e. V. entwickelten Ausstellung, bietet sich angesichts von einzigartigen Originalen vom Dürrnberg und erstklassigen Kopien von Leihgebern aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen ein einmaliger Blick auf Reichtum und Leben vergangener Zeiten. Das Keltenmuseum wird durch diese Ausstellung zur Schatzkammer keltischer Sensationsfunde. Neben meisterhaften Repliken der ältesten großformatigen Steinplastiken nördlich der Alpen, finden sich Kopien aus dem Hochdorfer Prunkgrab und dem Grab einer hochgestellten Frau (einer ,,Fürstin‘‘?) von der Heuneburg. Die Fundobjekte verweisen auf intensive Kontakte mit der Dürrnberger Salzmetropole, die mit einzigartigen Originalfunden glänzt. Aus einem Dürrnberger Frauengrab der Hallstattzeit stammt ein sensationeller und einzigartiger Kopfschmuck aus hauchdünnen, verzierten Goldkugeln.

Die Fundorte Dürrnberg und Glauberg in Hessen verbindet eine ganz spezielle Beziehung, die sich am eindrucksvollsten in zwei besonderen Prunkstücken der keltischen Kunst zeigt. In der Ausstellung KeltenWelten bietet sich die seltene und einzigartige Gelegenheit, die mittlerweile weltberühmte Schnabelkanne vom Dürrnberg im Original, gemeinsam mit einer Master-Kopie der Glauberger Schnabelkanne, bewundern zu können. Die Ähnlichkeit der beiden Prachtobjekte verführt zur Annahme, dass beide Objekte aus der gleichen Kunstwerkstätte stammen, dagegen spricht die, speziell aus damaliger keltischer Sicht, doch erhebliche Entfernung zwischen den beiden Fundorten.

Schließlich gelingt es mit dem bekannten Nachbau eines keltischen Streitwagens, in die Vergangenheit einzutauchen und die Kultur der Kelten hautnah zu erleben. Die spektakuläre Szenerie von in den Kampf drängenden Kriegern verknüpft Klischee und Realität der antiken Kelten. Griechische und römische Zeitgenossen verbreiteten Schauergeschichten über Raserei und Zorn der Kelten. Sie lobten aber auch den Mut und die Tapferkeit der Kelten-Krieger, bewunderten das Können keltischer Sänger und das Wissen keltischer Druiden. Bis heute umgibt die Kelten eine mythische Aura, der die Archäologie ihre konkreten Erkenntnisse aus den wissenschaftlichen Forschungen entgegenstellt. Die Ausstellung KeltenWelten versucht, ein realistisches Bild der geheimnisvollen Kultur der eisenzeitlichen Bevölkerung zu zeichnen und die Tatsachen hinter Schädelkult, Mistelkronen, ,,Fürsten‘‘ und den ältesten Städten jenseits der Alpen freizulegen.

Von der iberischen Halbinsel bis nach Rumänien, von den britischen Inseln bis nach Italien und Griechenlang, sogar in Kleinasien oder Ägypten stößt man auf Spuren der Kelten, Gallier und Galater. Spätestens seit der sogenannten Latènezeit (ab etwa 450 v. Chr.), entwickelten sich in mehreren Regionen Mitteleuropas charakteristische Kunst- und Formstile, die sich untereinander ähneln und gegenseitig beeinflussten. Der Halleiner Dürrnberg lieferte in weite Gebiete dieses geografischen Bereiches den lebensnotwendigen Rohstoff Salz. Durch die dabei entstehenden Kontakte wurde die alpine Salzmetropole zum Knotenpunkt zwischen den Kulturen des Mittelmeers und der keltischen Bevölkerung Mitteleuropas.

Im Zentrum des europäischen Kontinents, dem Zentrum der antiken ,,keltike‘‘, ballen sich geradezu die archäologischen Belege der keltischen Vergangenheit. Große Namen – vom Oppidum in Manching über die ,,Fürstengräber‘‘ in Hochdorf und vom Glauberg bis zur Keltenstadt auf der Heuneburg – sind jedem Keltenforscher ein Begriff. Seit einigen Jahren haben sich diese Orte mit zahlreichen weiteren Fundstätten und Museen zum Verein KeltenWelten e.V. zusammengeschlossen. Dessen insgesamt 55 Mitglieder sind Kommunen, auf deren Gebiet Fundorte der keltischen Epoche liegen, aber auch Museen, Forschungs-Einrichtungen, Landesämter für Denkmalpflege oder Tourismusverbände, die einen wichtigen Bezug zur regionalen keltischen Vergangenheit herstellen. Seit 2018 ist das Keltenmuseum Hallein der erste Partner der KeltenWelten e. V. außerhalb von Deutschland.

Die Ausstellung ,,KeltenWelten – Archäologie einer geheimnisvollen Kultur‘‘ im Keltenmuseum Hallein ist vom 26. April 2019 bis 6. Oktober 2019 geöffnet. – (Presse-Aussendung Keltenmuseum Hallein, Odo Stierschneider).

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STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 bis 4:
Martin Hochleitner, Direktor Salzburg Museum. Alexander Stangassinger, Bürgermeister der Stadt Hallein. Florian Knopp, Leiter Keltenmuseum Hallein. Eveline Sampl-Schiestl, Kuratoriums-Vorsitzende des Keltenmuseums. (Nicht im Bild: Holger Wendling, Leiter Dürrnberg-Forschung & Archäologie Salzburg Museum und Keltenmuseum). Alle Genannten traten anlässlich der Ausstellungs-Eröffnung vor das Mikrophon. FOTO 5: Den ausführlichen Eröffnungsvortrag ,,Tiere in der Welt der Kelten‘‘ hielt Susanne Sievers aus Aschaffenburg. FOTO 6: Zum Unterschied von seinen Vorgängern, tritt Bürgermeister Alexander Stangassinger (Bildmitte vorne) auch bei Veranstaltungen des Keltenmuseums in Erscheinung. FOTO 7: Grafische Darstellung der 55 Mitglieder-Standorte des Vereins KeltenWelten e. V. von Ostercappeln ganz im Norden bis Hallein ganz im Süden. FOTOS 8 bis 10: Die Ausstellung ,,KeltenWelten‘‘ im Keltenmuseum aus verschiedenen Blickwinkeln. FOTO 11: Sensation pur: Die beiden prachtvollen Schnabelkannen vom Dürrnberg (links) und die Glauberger Schnabelkanne kann man gemeinsam bewundern. FOTO 12: Die allseits bekannte kleine Keltenmaske könnte von einem modernen Künstler stammen. Sie diente, neben anderem Beiwerk, als Verzierung für einen größeren Flüssigkeitsbehälter. FOTO 13: Eine der wundervollen Goldkugeln, aus dünnem Goldblech gefertigt. Bei ihrer Auffindung waren die Kugeln plattgedrückt, so dass man vorerst an Zierscheiben aus Gold dachte. Erst bei ihrer genauen Untersuchung vor der Restaurierung stellte sich heraus, dass es sich um kugelförmige Schmuckobjekte handelte. FOTO 14: Von links: Der Leiter des Keltenmuseums Florian Knopp. Holger Wendling, Leiter Dürrnberg-Forschung & Archäologie Salzburg Museum und Keltenmuseum, Bürgermeister Alexander Stangassinger und Eröffnungs-Vortragende Susanne Sievers vor der keltischen Sandstein-Skulptur vom Glauberg. FOTO 15: Die Besucher und Besucherinnen der Ausstellungs-Eröffnung wurden anschließend zu einer Weinverkostung mit kaltem Büffet durch den Lions-Club Salina-Tennengau geladen. Für die musikalische Umrahmung sorgten Martina Mathur (vocals/drums/guitar) & Sarah Mayr (vocals/fidel). Hier herrschte noch bis in die Nacht hinein beste Stimmung. – (Odo Stierschneider, Fotos 1, 5, 11, 14: Adi Aschauer. Alles anderen Fotos: OST).

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Allzu gerne (und leichtsinnig) überließ die ÖVP Hallein nun das Kultur-Ressort dem Wahlgewinner SPÖ – vermutlich deshalb, weil sich in der Politik hartnäckig das Gerücht hält, dass mit Kultur keine Stimmen zu gewinnen seien. (Eher schon mit Sport, so das Gerücht, aber auch der Sportausschuss wird nicht mehr von der ÖVP sondern künftig von der SPÖ geführt.) ,,Man kann Kultur dadurch enthaupten, dass man ihre fähigsten Köpfe daran hindert, sich zu entfalten‘‘ lautet ein vielzitierter Ausspruch. Dies wurde nun in Hallein Realität, wo die langjährige und erfolgreiche Kulturstadträtin (seit Jahresbeginn auch 1. Vizebürgermeisterin) Eveline Sampl-Schiestl nun das Kultur-Ressort an die SPÖ verlor und sich aus der Gemeindepolitik völlig zurückzog. Ein schwer wiegender Verlust für die Kulturstadt Hallein. Dessen hätten sich SPÖ und ÖVP klar sein müssen. Beide Parteien hätten, das Wohl der Kulturstadt Hallein vor die eigenen Partei-Interessen stellen und alles unternehmen müssen, um Eveline Sampl-Schiestl der Halleiner Kultur-Politik zu erhalten. Doch kurzsichtige Politik-Spekulationen machten derartige Überlegungen zunichte. Mit den Schlagworten wie Neuaufstellung, Generationswechsel und Neubeginn, machte die ÖVP Hallein unter ihrem neuen 1. Vizebürgermeister Florian Scheicher mobil. Sie wollte künftig Alt-Bürgermeister Maximilian Klappacher (knapp 3 Monate Stadtoberhaupt) und die ebenso kurzzeitige 1. Vize-Bürgermeisterin Eveline Sampl-Schiestl, wenn überhaupt, dann nur noch funktionslos in den hinteren Reihen sehen.

Als Kultur-Ressortführerin und Vorsitzende im Kultur-Ausschuss formte und unterstützte Eveline Sampl-Schiestl in den vergangenen 10 Jahren engagiert und nachhaltig das kulturelle Geschehen in der Stadt Hallein. Einer der zahlreichen Höhepunkte liegt erst kurz zurück: Mit Eröffnung der Landesausstellung ,,200 Jahre Stille Nacht‘‘ im völlig neu adaptierten und umgestalteten ,,Stille Nacht‘‘-Museum, mit dem entsprechenden Festakt in der Stadtpfarrkirche, in der gerade die neue Kirchenorgel eingeweiht worden war, trat die Halleiner Kultur-Lady mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Bürgermeister Maximilian Klappacher strahlend in Erscheinung. (Siehe dazu unsere oben stehenden Fotos). In aller Kürze: Eveline Sampl-Schiestl war nicht nur Vorsitzende des Kultur-Ausschusses, sie ist unter anderem im Kuratorium des Keltenmuseums präsent, förderte die Gründung des Kulturvereines ,,Sudhaus‘‘, ist Mitglied im Vorstand der Freunde des Keltenmuseums Hallein und gehört auch dem Vorstand des privaten Spendenvereines ,,Gruber-Orgel Hallein‘‘ an. Ihr persönliches Netzwerk reicht zu maßgeblichen kulturellen Institutionen nicht nur in Österreich sondern auch im benachbarten Bayern. Bei den Sitzungen der Stadtgemeindevertretung Hallein beeindruckte sie stets durch ihre fundierten Wortmeldungen und Statements. An die Adresse von SPÖ und ÖVP: Man kann Kultur dadurch hinterhältig enthaupten, dass man ihre fähigsten Köpfe daran hindert, sich weiter zu entfalten. Der deutsche Bundespräsident Theodor Heuss betonte: ,,Mit Politik kann man keine Kultur schaffen, aber mit Kultur vielleicht Politik‘‘. Die Halleiner Politik nimmt es also gelassen hin, dass Eveline Sampl-Schiestl ihre Tätigkeit beendet. In empörten und scharf formulierten E-Mails an den SALZSCHREIBER (die Verfasser sind der Redaktion bekannt) heisst es unter anderem recht deftig: ,,Viecher und Menschen fressen und saufen. Nur Kultur und Wissenschaft erheben den Menschen über die Vierbeiner. Wenn ich derzeit das Wort Kultur aus der Halleiner Stadtpolitik höre, dann entsichert sich meine Pistole von selbst!‘‘

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STEHENDEN FOTOS

Ungezählt sind die kulturellen Initiativen von Eveline Sampl-Schiestl, die sie in den vergangenen 10 Jahren in der Stadt Hallein entfaltete. Unsere Fotos entstanden vor wenigen Monaten im Zuge der Errichtung der neuen Gruber-Orgel in der Stadtpfarrkirche, am Gruber-Grab und bei Eröffnung der dezentralen Landesausstellung ,,200 Jahre Stille Nacht‘‘ im völlig neu gestalteten ,,Stille Nacht‘‘-Museum Hallein. FOTO 1: Halleins Kultur-Lady Eveline Sampl-Schiestl packte herzhaft mit an, als es galt, die per LKW angelieferten Einzelteile der neuen Orgel
in die Stadtpfarrkirche zu schleppen. FOTO 2: Kranzniederlegung am Grabe von Franz Xaver Gruber. Im Bild von links Michael Neureiter, Präsident der ,,Stille Nacht-Gesellschaft und Kultur-Stadträtin Eveline Sampl-Schiestl. FOTO 3: Eröffnung der Landesausstellung ,,200 Jahre Stille Nacht‘‘ vor dem Eingang des ,,Stille Nacht‘‘-Museums, im Bild von links: Keltenmuseums-Leiter Mag. Florian Knopp, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Kultur-Stadträtin Eveline Sampl-Schiestl, Landtags-Präsidentin Brigitta Pallauf und Bürgermeister Maximilian Klappacher. FOTO 4: Gemeinsam mit Bürgermeister Maximilian Klappacher überreichte Kultur-Stadträtin Eveline Sampl-Schiestl an Landeshauptmann Wilfried Haslauer die repräsenative, von der Stadt Hallein herausgegebene Broschüre ,,Franz Xaver Gruber‘‘. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST.)

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MMag. Michael Neureiter: Im einstigen Wohnhaus des ,,Stille-Nacht‘‘-Komponisten Franz Xaver Gruber in Hallein aufgewachsen. Folgerichtig überaus engagierter Präsident der ,,Stille Nacht-Gesellschaft‘‘, die im vergangenen ,,Stille-Nacht‘‘-Jubiläumsjahr geradezu unfassbare Aktivitäten entfaltete. Begnadeter Spezialist für historische Kirchturm-Uhrwerke, dessen Fachpublikationen als österreichischer Beitrag für das ,,Europäische Kulturjahr 2018‘‘ ausgewählt wurden. Einstiger Landespolitiker, der schließlich Zweiter Präsident des Salzburger Landtages wurde. Eine Persönlichkeit, nun im 69. Lebensjahr, die eine respekteinflößende Anzahl anspruchsvollster Funktionen und Tätigkeiten ausübte. Ein überzeugter Kunstfreund, der vor kurzem dem Keltenmuseum Hallein, in Begleitung seiner Gattin, ein historisches Hallein-Gemälde als Geschenk überreichte. Nun übermittelte MMag. Michael Neureiter an die Presse den nachfolgenden Beitrag.
 

„Bei der Eröffnung der Stille-Nacht-Ausstellung im Schlossmuseum in Linz habe ich im Dezember 2018 ein weitgehend unbekanntes Hallein-Aquarell von Rudolf von Alt gefunden. Nun hat man mir ein Faksimile davon geschenkt,“ freut sich Michael Neureiter. Es handelt sich um ein ganz frühes Werk aus 1829. Der Künstler war gerade 17 Jahre alt, ein Jahr später gab es seine erste Ausstellung in Wien. Rudolf von Alt, Wiener Maler und bedeutendster österreichischer Aquarellist, wurde 1812 in Wien geboren, 1817 erlebte er im Hause Alt einen ersten geschmückten Christbaum. Er starb 1905 und wurde in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben.

 

Auf einer frühen Studienreise nach Gastein mit seinem Vater Jakob Alt schuf der junge Künstler sein erstes Hallein-Blatt „Die Stadt Hallein“. Es entstand wohl am Standort des heutigen Ziegelstadels, zeigt links die Kühbrücke aus Holz, die Pernerinsel und dahinter die Altstadt mit dem Bürgerspital mit Turm sowie ganz rechts das Colloredo-Sudhaus. Oben führt Alt seinen Geburtsort Wien und seinen Geburtstag, den 28. August 1812, an, unten den Tag der Entstehung und seine Signatur: „Hallein am 9ten August 1829. Rudolph Alt“. Ein zweites bekannteres (und auch in Google auffindbares) Aquarell „Hallein bei Salzburg, mit Blick auf die Feste Salzburg“ stammt aus 1849/50 und wurde von Alt vermutlich nach einer Reise nach Gastein 1848 ausgearbeitet. Es zeigt den Blick vom Süden auf den Georgsberg mit dem Kloster, die Stadtpfarrkirche und die Altstadt und befindet sich in der Staatlichen Graphischen Sammlung München. Michael Neureiter hat bereits das Keltenmuseum informiert: „Vielleicht ist einmal Gelegenheit, die beiden Hallein-Aquarelle aus Linz und München gemeinsam zu präsentieren?“

 

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STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Das erste der beiden Hallein-Aquarelle „Die Stadt Hallein“ aus 1829 mit Blick auf die Pernerinsel, die Altstadt und den Dürrnberg. FOTO 2: Michael Neureiter mit dem „Linzer Aquarell“ das vor 190 Jahren 1829 entstand (links) und dem „Münchner Aquarell“ das vor 170 Jahren 1849/50 gemalt wurde. – (Fotos: Michael Neureiter.)

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Am Freitag, 1. März 2019, war es wieder soweit. Wenn Kinderaugen strahlen und die Herzen der Eltern vor Stolz und Angespanntheit schneller schlagen, dann ist der Kindergarten Burgfried wieder zu Gast im Halleiner Stadtkino|Stadttheater. Die kleinen Stars und jungen Talente brachten eine sensationelle Mega-Show auf die Bühne. Heuer konnte man grandiose Mini-Fußballer bewundern, Cordula Grün live in concert und bei mitreißenden Acts war DJ Bobo zum Greifen nahe erlebbar. Die Kinder des Kindergartens Burgfried um Leiterin Johanna Kobald und ihr Team begeisterten mehr als 300 Eltern, Verwandte und Gäste mit großartigen Musik-Darbietungen. Unter dem Titel „WHAT A FEELING“ sorgten 75 Kinder mit 18 Pädagoginnen für mitreißende Musikeinlagen, Tanzeinlagen, Showeinlagen und vor allem für grenzenloses Popkonzert-Feeling.


BÜRGERMEISTER MAXIMILIAN KLAPPASCHER

LOBTE IDEEN, ÜBERZEUGUNGSKRAFT UND UMSETZUNG

,,Diese Aufführung beweist in vielschichtiger Weise die Qualität und die Leistungen in unseren Kinderbetreuungs-Einrichtungen‘‘, stellte Halleins Bürgermeister Maximilian Klappacher stolz fest und lobte: ,,Wir haben engagierte Leiterinnen mit zündenden Ideen, Überzeugungskraft und Umsetzungsstärke. Wir haben motivierte Pädagoginnen, die ihren Beruf mit Leidenschaft erfüllen und unsere fürsorglichen Pflegekräfte zeigen mit welch hohem Maßstab wir Inklusion leben. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Leiterin Johanna Kobald und ihrem beeindruckenden Team. Nicht nur für diesen mitreißenden, imposanten Nachmittag, sondern auch für die intensive Vorbereitung des Musikfestes und für die hochwertige pädagogische Arbeit während der gesamten Kindergartenjahres.‘‘

 

GROSSER PLANUNGS- UND LOGISTIK-AUFWAND:
INTENSIV-PHASE ZWEI MONATE VOR DEM MUSIKFEST

Nach dem Musikfest ist vor dem Musikfest. Bereits während des Jahres planen Johanna Kobald und ihr Team das fantastische Musikfest. Sie greifen aktuelle Themen aus dem Jahreskreis auf, nehmen Hits oder hitverdächtige Songs auf und proben diese „bühnentauglich“ mit den Kindern. ,,Die letzten beiden Monate vor dem Musikfest sind durch die Intensiv-Phase geprägt‘‘ berichtete Johanna Kobald. Um die organisatorischen Abläufe auf, vor und hinter der Bühne bewältigen zu können, holen sich Johanna Kobald und ihr Team Unterstützung bei den Bildungsanstalten für Elementar-Pädagogik in Salzburg und Bischofshofen. 14 Schülerinnen helfen beim Ankleiden, Umkleiden und bei der Vorbereitung auf die großen Auftritte. Sie betreuen die 75 Kinder, darunter 12 Integrations-Kinder – alle waren an diesem Tag Bühnenstars – bestens im Backstage-Bereich.

 

PÄDAGOGINNEN SCHUFEN BEEINDRUCKENDE
BÜHNENBILDER UND KOSTÜME

Alle Utensilien für dieses Musikfest, vom Bühnenbild über die Kostüme bis hin zu den Requisiten, stellten die Pädagoginnen mit viel Einsatz, Kreativität und „Herzblut“ in Eigenregie her. Viele aufwendige Arbeiten laufen im Hintergrund ab, so als Beispiel die große technische Herausforderung um die Bereiche Licht und Ton. Professionelle Lichteffekte und glasklare, eindrucksvolle Tontechnik sorgen immer wieder für ein facettenreiches Bühnenbild. Damit diese Veranstaltung auch bildlich in Erinnerung bleibt, wird jedes Jahr Star-Fotograf Adi Aschauer engagiert, der das Musikfest immer wieder auf eindrucksvollen Fotos festhält.

 

ABSCHIED VOM LANGJÄHRIGEN
HAUSMEISTER KARL STOCKER

Einen beeindruckenden Abschied erlebte Karl Stocker, langjähriger Hausmeister in den Kinderbetreuungs-Einrichtungen. Die Pädagoginnen texteten für ihn ein berührendes Lied, holten Karl Stocker auf die Bühne, sagten so gemeinsam mit den Kindern rhythmisch und klanglich ein herzliches Dankeschön und wünschten ihm alles Gute für die Pension. – Damit diese Veranstaltung auch bildlich in Erinnerung bleibt, wird jedes Jahr Star-Fotograf Adi Aschauer engagiert, der das Musikfest immer wieder auf eindrucksvollen Fotos festhält. – (Presse-Aussendung der Stadtgemeinde Hallein, OST).

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTOS 1 bis 6: Die Kinder des Kindergartens Burgfried in voller Aktion. FOTO 7: Die Kinder und die Kindergarten-Leiterin Johanna Kobald brachten dem langjährigen Hausmeister Karl Stocker ihren Dank dar. FOTO 8: Von links Stadtrat Florian Scheicher, Bürgermeister Maximilian Klappacher, Leiterin Johanna Kobald und Stadtrat Marco Sampl nach der gelungenen Aufführung. – (Fotos: Adi Aschauer).

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Die Jahres-Pressekonferenz des großartigen Keltenmuseums Hallein gestaltete sich auch heuer zu einem faszinierenden Ereignis im Bereich der musealen Kultur-Information. Gleich fünf prominente Persönlichkeiten, Repräsentanten von Stadtgemeinde Hallein und aus der Führungsebene des Keltenmuseums, präsentierten die wichtigsten Geschehnisse des vor uns liegenden Museums-Jahres: Martin Hochleitner, Direktor Salzburg Museum; Florian Knopp, Leiter Keltenmuseum Hallein; Eveline Sampl-Schiestl, Vizebürgermeisterin der Stadt Hallein und Kuratoriums-Vorsitzende Keltenmuseum Hallein; Barbara Tober, Leitung Kulturvermittlung Keltenmuseum Hallein; Holger Wendling, Leiter Dürrnbergforschung und Archäologie Salzburg Museum / Keltenmuseum Hallein. (Auch zum neu geschaffenen Stille-Nacht-Museum Hallein und zum Jubiläum 200 Jahre ,,Stille Nacht‘‘ wurde ein umfangreicher Rück- und Ausblick geboten. DER SALZSCHREIBER berichtet darüber in einem gesonderten Beitrag hier im Ressort KULTUR.)

24.305 BESUCHER IM KELTENMUSEUM 2018,
EINE STEIGERUNG VON FAST 30% GEGENÜBER 2017

Ein spannendes Jahr steht im Keltenmuseum bevor. Hier werden 2019 zwei neue Sonder-Ausstellungen geboten. Ab 25. April liefert die Sonder-Ausstellung KELTENWELTEN einen spannenden Einblick in die faszinierende und geheimnisvolle Welt der Kelten. Im November wird die Ausstellung SCHNEE VON GESTERN eröffnet, bei der die Besucherinnen und Besucher auf historische Winterbilder aus Hallein und auf eine beeindruckende Krippen-Tradition treffen. (Mehr zu den beiden Ausstellungen weiter unten). Im vergangenen Jahr 2018 verzeichnete das Keltenmuseum 24.305 Besucherinnen und Besucher, das entspricht einer Steigerung von fast 30 Prozent gegenüber 2017, als 18.717 Personen das Museum besuchten. 61% der Museumsbesucher kamen aus Österreich, 25% aus Deutschland, 1% aus der Schweiz und 13% aus 60 weiteren Nationen. Besonderen Anklang fand natürlich die großartige Ausstellung über die Himmelsscheibe von Nebra, ablesbar an der Besucher-Steigerung in den Monaten Februar bis September. Etablierte und neue Veranstaltungs- und Vermittlungs-Angebote wie die Halleiner Kaffeegeschichten, die Kinderwochen oder Kasperlvorführungen für die Kleinsten, haben zusätzlich zum erfolgreichen Museumsjahr 2018 beigetragen. 2.900 Schülerinnen und Schüler, das sind 12% der gesamten Museumsbesucher, kamen im Klassenverband ins Keltenmuseum. 32% der Museumsbesucher waren Teilnehmer und Teilnehmerinnen an den
Vermittlungs- und Veranstaltungs-Angeboten.

DÜRRNBERG-FORSCHUNG ENTFALTET
EINE REIHE BEDEUTENDER AKTIVITÄTEN

Die Dürrnberg-Forschung wird künftig noch enger mit dem Fachbereich Archäologie des Salzburg Museum zusammenarbeiten. Durch die Verschränkung der Arbeitsbereiche wird der Dürrnberg noch stärker in den Fokus der Salzburger Archäologie gerückt, aber auch mit Fundplätzen in anderen Regionen verknüpft. Die Dürrnberg-Forschung treibt weiterhin die Aufarbeitung und wissenschaftliche Analyse der Gräberfelder der vorgeschichtlichen Salzmetropole voran. Nachdem im vergangenen Jahr mit der Vorlage der Nekropole im ,,Eislfeld‘‘ ein Meilenstein der Forschung gesetzt wurde, widmen sich nun mehrere Projekte anderen Gräberarealen. Mit den Gräbern der Nekropole ,,Hallersbichl‘‘ steht die nächste Publikation in der wissenschaftlichen Buchreihe ,,Dürrnberg-Forschungen‘‘ noch in diesem Jahr, bevor. Im Mai 2019 veranstaltet die Dürrnberg-Forschung gemeinsam mit dem Salzburg Museum die ,,23. Österreichische Tagung der Restauratorinnen und Restauratoren für archäologische Bodenfunde‘‘ im Keltenmuseum Hallein. Das internationale Fachtreffen zieht Konservatorinnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum an, die über neueste Forschungen und Methoden zur Restaurierung von unterschiedlichsten Funden wie Bronzegefäßen, ägyptischen Mumien oder prähistorischem Holz berichten.

ZU DEN BEIDEN AUSSTELLUNGEN
,,KELTENWELTEN‘‘ UND ,,SCHNEE VON GESTERN‘‘

Die Ausstellung ,,KeltenWelten – Archäologie einer geheimnisvollen Kultur‘‘ findet vom 25. April bis 6. Oktober 2019 statt. Im Kern der keltischen Welt, in Süddeutschland und in den angrenzenden Regionen, finden sich unzählige Relikte keltischer Vergangenheit: Siedlungen, Gräber und Kultplätze zeugen vom Alltag, von Religion und Wirtschaft, von Leben und Tod der vorrömischen Bevölkerung. Die Ausstellung zeigt bedeutende archäologische Stätten und liefert mit Bildern und ausgewählten Objekten einen faszinierenden Einblick in die geheimnisvolle Welt der Kelten. Die Ausstellung entwickelte der Verein KeltenWelten e. V., ein Zusammenschluss von Stätten mit keltischer Geschichte in Deutschland und dem benachbarten Ausland. Seit 2018 ist das Keltenmuseum Hallein der erste Partner von KeltenWelten außerhalb Deutschlands. – Die Ausstellung ,,Schnee von gestern – Krippentradition und historische Winterbilder‘‘ findet vom 16. November 2019 bis 2. Februar 2020 statt. Traditionelle Krippen werden mit historischen Fotografien der verschneiten Stadt Hallein zu einer sehenswerten winterlichen Ausstellung kombiniert. Anhand von Winteransichten aus den letzten Jahrzehnten wird auch ein Stück Stadtgeschichte nachgezeichnet. Als Rahmenprogramm werden Krippenbau- und Foto-Workshops angeboten. Ein Aufruf an die Bevölkerung soll die Winterbilder aus privaten Fotoarchiven zugänglich machen. Am 10. und 15. März 2019 können die Bilder zum Scannen im Keltenmuseum abgegeben werden!

VORTRAGSREIHE ,,ARCHÄOLOGIE GLOBAL‘‘
WEITET DEN BLICK AUF ALLE KONTINENTE

Die Archäologie forscht weltweit! Seit sich der Mensch über alle Kontinente verbreitet hat, hinterließ er unzählige vielfältige Spuren, die die moderne Altertums-Wissenschaft aufspürt und analysiert. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen geben in spannenden Vorträgen Einblicke in ihre Forschungen, welche die globale Vielfalt der Kulturen in Vergangenheit und Gegenwart beleuchten. Sie laden die Zuhörerinnen und Zuhörer ein zu einer faszinierenden Zeitreise zu fremden Kulturen, exotischen Orten und geheimnisvollen Funden. Die Vortragsreihe ,,Archäologie global‘‘ lässt Weltgeschichte erleben!

IM JAHR 2020 FEIERT DAS KELTENMUSEUM
SEIN 50-JÄHRIGES MUSEUMS-JUBILÄUM

Im kommenden Jahr 2020 feiert das Keltenmuseum Hallein sein 50-jähriges Bestehen. Dabei wird ein Schwerpunkt für Familien geschaffen. Geplant sind sowohl eine große Kinderausstellung als auch verstärkt die Integration von kindergerechten Ausstellungs-Elementen im gesamten Museumsbereich. Zudem ist ein Nutzungskonzept für den Garten angedacht, welches dem Museum ein zusätzliches neues Flair verleihen könnte. Ein umfangreiches Vermittlungsangebot wird die verschiedenen Facetten des Museums ergänzen. So soll vor allem für Einheimische ein Anreiz geschaffen werden, das europaweit geschätzte und anerkannte Keltenmuseum öfter zu besuchen. Zum 50-jährigen Museums-Jubiläum wird ein wissenschaftliches Werk über den Dürrnberg und über die eisenzeitliche Archäologie im Land Salzburg erscheinen, um diese Verflechtung noch weiter zu manifestieren. – (Odo Stierschneider, Foto: OST).

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Vor 10 Jahren, am 7. Jänner des Jahres 2009, verstarb nach schwerer Krankheit, viel zu früh, im Alter von 64 Jahren, der verdienstvolle und unvergessene Direktor des Keltenmuseums sowie des ,,Stille-Nacht‘‘-Museums, Mag. Kurt Zeller. Geboren 1945, studierte Kurt Zeller Vor- und Frühgeschichte in Wien und München. 1980 war er mitverantwortlicher Organisator der großartigen 1. Salzburger Landesausstellung ,,Die Kelten in Mitteleuropa‘‘. Im gleichen Jahr heiratete er seine fantastische und liebenswerte Helga. Der Ehe entstammen die drei prächtigen Söhne Andreas, Bernhard und Thomas, die mittlerweile in Graz tätig sind. 1985 wurde Mag. Kurt Zeller zum Direktor des Halleiner Keltenmuseums ernannt. 1988 fungierte er als wissenschaftlicher Leiter und Ideengeber für die grenzüberschreitende Landesausstellung ,,Die Bajuwaren‘‘ in Mattsee und im bayrischen Rosenheim. 1994 war Mag. Kurt Zeller wissenschaftlicher Leiter der Landesausstellung ,,Salz‘‘, die im Keltenmuseums und in der Alten Saline auf der Halleiner Perner-Insel stattfand. Im Vorfeld der Errichtung der Straße auf den Dürrnberg, leitete Mag. Kurt Zeller die zu diesem Zeitpunkt umfangreichsten prähistorischen Ausgrabungen in ganz Europa.

Mag. Kurt Zeller war auch Autor zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten und hielt Vorträge in allen maßgeblichen Ländern Europas von Irland bis Italien und von Ungarn bis Spanien. 2005 wurde ihm, aufgrund einer Initiative der ,,Freunde der Kultur- und Festspielstadt Hallein‘‘, der Kultur-Preis der Halleiner Industrie in Höhe von 10.000 Euro zuerkannt. Die festliche Verleihung erfolgte im Rahmen einer festlichen Veranstaltung im Keltenmuseum, an der unter anderen Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, die den Preis überreichte, Landeshauptmann-Stv. Dr. Wilfried Haslauer und die Repräsentanten der fünf diesen  Preis finanzierenden Industriebetriebe – Bosch, Emco, m-real, Erdal und Tana professional – teilnahmen. Mag. Kurt Zeller wurde schon zuvor 1999 das Verdienstzeichen des Landes Salzburg in Silber und 2006 die Salzburger Tourismusmedaille des Landes Salzburg in Gold verliehen. 2012 wurde im Halleiner Stadtteil Burgfried, im Beisein von Helga Zeller, eine Straße nach Mag. Kurt Zeller benannt.


In seiner Laudatio für den Empfänger des Kultur-Preises der Halleiner Industrie, wies Odo Stierschneider, mit Mag. Kurt Zeller eng befreundet, auch darauf hin, dass der Direktor des Keltenmuseums einer Reihe unfassbarer Hindernisse seitens der Stadtgemeinde Hallein konfrontiert war. Die Probleme ergaben sich anhand der Persönlichkeit des Halleiner Bürgermeisters, mit dem Mag. Kurt Zeller seine Museums-Angelegenheiten zu verhandeln hatte. Bürgermeister Dr. Christian Stöckl war begnadeter Finanzspezialist, der einst die verschuldete Stadt Hallein und danach als Landeshauptmann-Stv. und Landes-Finanzreferent das große Schuldenproblem des Landes Salzburg souverän unter Kontrolle brachte und entschärfte. Für seine Willenskraft spricht, dass er sich für eine der anstrengendsten Sportarten entschieden hatte – den kräfteraubenden Berglauf. Nur hinsichtlich der kulturellen Einrichtungen seiner Stadt hatte der heutige Landeshauptmann-Stv. seine Probleme. Wie er offen erklärte, sei der Kulturbereich für Hallein zwar wichtig, doch für ihn persönlich habe er nur wenig Bedeutung. Aus dieser Position heraus fand Mag. Kurt Zeller nur wenig Verständnis für sein international verankertes Keltenmuseum bei der Stadt Hallein, denn der Halleiner Bürgermeister ist auch Finanzreferent seiner Stadt.
 

Dazu ein markantes Beispiel: Im Rahmen einer großen Museums-Initiative wurden das Museum der Moderne auf dem Mönchsberg, das Salzburg-Museum und das Haus der Natur großzügig erweitert und ausgebaut. Die Museums-Direktoren teilten ihren Finanzbedarf mit und das Land sowie die Stadt Salzburg übernahmen jeweils 50 Prozent der Kosten. Auch das Keltenmuseum war in diese große Museums-Initiative mit eingebunden. Museumsdirektor Mag. Kurt Zeller wurde ebenfalls vom Land Salzburg eingeladen, seinen Finanzbedarf bekannt zu geben. Schließlich wurden die drei wichtigen Salzburger Museen mit den erforderlichen Finanzmitteln durch das Land und die Stadt Salzburg ausgestattet. Mag. Kurt Zeller erhielt die 50 Prozent vom Land. Doch die Stadt Hallein weigerte sich, ihren Anteil zu leisten und bezahlte keinen Cent. Dies stellte natürlich eine ungeheuerliche Brüskierung des Keltenmuseums dar. Museumsdirektor Mag. Kurt Zeller war damit gezwungen, nur mit der Hälfte des vorgesehenen Betrags sein Museum auszubauen und auszugestalten! Man kann sich vorstellen, wie das Keltenmuseum heute dastehen wurde, wenn Mag. Kurt Zeller die volle Summe zur Verfügung gestanden wäre. Deshalb war es auch so wichtig, die Geschäftsführung des Museums der Stadt Hallein zu entziehen und das Keltenmuseum an das Salzburg Museum anzugliedern. Eine Maßnahme, die dem Keltenmuseum immer wieder erkennbar zugutekommt. – (Odo Stierschneider, Foto: Keltenmuseum).

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Die erste Ausstellung des Tennengauer Kunstkreises in diesem Jahr widmet sich den grafischen Positionen der beiden Künstlerinnen Judith Auer und Doris Moser. „Knautschen“ bedeutet ursprünglich „zusammendrücken, quetschen, knittern; schmatzend essen, leise weinen“ und stellt, laut Duden, die verhochdeutschte Form von „knutschen“ dar. Aber was ist eine Knautschzone? Ein Kissen zwischen Dir und der Welt? Ein technisch konstruierter Zwischenraum, um Sicherheit zu gewährleisten? Eine Begegnungszone, um Nähe und Distanz zwischen Innen- und Außen-Welt zu vermessen? In der Ausstellung KNAUTSCHZONE geben die beiden Künstlerinnen Judith Auer und Doris Moser Einblicke in ihre individuellen Verständnisse des Knautschigen und zugleich bildet die Ausstellung eine Kontaktzone zwischen ihren Arbeiten und eröffnet neue Blickwinkel auf das Zusammenspiel von Farbe, Form und Materialität.

 

ZU DEN ARBEITEN
DER KÜNSTLERIN JUDITH AUER

Von der in Hallein geborenen Künstlerin und Illustratorin Judith Auer wird eine Reihe von großflächigen Zeichnungen ihres ersten Bilderbuchs zur alten griechischen Fabel „Der Fuchs und der Rabe“ gezeigt, die im Frühjahr 2019 in englischer Sprache im Verlag Helbling erscheinen wird. Bei weiteren Bildern der Ausstellung handelt es sich zum Teil um Auftragsarbeiten für Verlage und Magazine sowie um freie Arbeiten, in denen sich die Künstlerin u.a. mit den Themen Sexualität, Liebe und Lust befasst. Für ihre Bilder verwendet Judith Auer eine schlichte, grafische Formensprache sowie eine intensive Farbskala. Sie arbeitet sowohl mit Farb- und Bleistiften, als auch mit Aquarell- und Drucktechniken. Inspirationen findet sie für ihre bunten Illustrationen beim Spazieren und Wandern durch die Natur, beim Reisen durch die Welt und beim Kochen mit Freunden.

 

ZU DEN ARBEITEN
DER KÜNSTLERIN DORIS MOSER

Die von der Südtiroler Künstlerin Doris Moser gezeigten Arbeiten befassen sich mit Themen wie Frau-Sein und Körperlichkeit. Ihre teils großformatigen Malereien zeichnen sich vor allem durch Vielseitigkeit, Sinnlichkeit sowie eine auffällige Farbigkeit aus. Ihren Zugang für die Ausstellung KNAUTSCHZONE beschreibt sie wie folgt als: „Bauschig, buschig, faltig, flauschig, fleischig, glitschig, kitschig, rutschig, wuschig, KNAUTSCHIG... Meine Malerei umkreist das wohlige Gefühl einer knautschigen Erfahrung. Mit meinem Handy in der Hand beobachte ich knautschige Zonen am Körper und halte diese fotografisch fest. Die dabei entstandenen Nahaufnahmen übersetze ich anschließend in eine von grafischen Elementen und auffälliger Farbigkeit geprägte Malerei. Der Körper wird zur irrealen Landschaft, durch die sich die Betrachtenden tasten können.“

AUSSTELLUNGS-TERMINE
ZUR KNAUTSCHZONE

Die Ausstellung eröffnet am Donnerstag, den 21. Februar um 19:30 Uhr und dauert bis 30. März 2019. Einführend zur Ausstellung spricht Ingrid Schreyer, Künstlerin und Lehrende für Malerei an der Universität Mozarteum. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr. Sowie nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.

VERANSTALTUNGEN
ZUR AUSSTELLUNG:

SONNTAG, 24. Februar 2019, 10:00 bis 16:00 Uhr
Workshop Pop-Up-Karten mit Judith Auer
Für Erwachsene und Jugendliche. In diesem Workshop werden bunte Collagen durch selbst bedruckte Papiere gestaltet. Durch ein experimentelles Zusammenfügen der entstandenen Farbflächen ergeben sich figurative bis hin zu abstrakten Kompositionen, aus denen aufklappbare Grußkarten – so genannte „Pop-Up-Karten“ – und kleine Kunstwerke hergestellt werden. Der Workshop richtet sich an alle die Freude am eigenen künstlerischen Gestalten haben! Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Unkostenbeitrag: 35 € inklusive Material, kostenfrei für Mitglieder TKK (max.10 Teilnehmer*innen); Anmeldung: office@kunstraumproarte.com

SAMSTAG, 30. März 2019, 11:00 Uhr
Finissage mit Künstler*innengespräch
Bei Croissants und Kaffee geben die Künstlerinnen Judith Auer und Doris Moser im Rahmen der Finissage tiefere Einblicke in ihre gemeinsame Ausstellung KNAUTSCHZONE.

 

KURZBIOGRAFIE
DER KÜNSTLERIN JUDITH AUER

Judith Auer, geboren 1991 in Hallein, studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien Bildnerische Erziehung, Technisches Werken und Textiles Gestalten auf Lehramt. Im Anschluss absolvierte sie im Jahr 2016/17 ein Masterstudium für Bilderbuch-Illustration an der Accademia di Belle Arti di Macerata in Italien. 2017 arbeitete Judith als Kunstlehrerin in Wien und illustrierte ihr erstes Bilderbuch „The Fox and the Crow“. Mittlerweile lebt sie in Linz, wo sie an der Kunstuniversität, an der Abteilung für bildnerische Erziehung, als Universitäts-Assistentin tätig ist. Parallel dazu geht sie ihrer Leidenschaft der Illustration nach. Zu ihren Kunden zählen Verlage wie Rizzoli, Kunstanstifter, Helbling, Portrait Magazin, etc. Inspirieren lässt sich Judith von der Natur, vom Reisen, Tanzen und Kochen. Für ihre Illustrationen verwendet sie Farbstifte und Aquarellfarben und experimentiert mit diversen Druckverfahren. www.judithauer.com

KURZBIOGRAFIE
DER KÜNSTLERIN DORIS MOSER

Doris Moser, geboren 1987 in Sterzing/Vipiteno Südtirol-Italien. 2009 Studium am Mozarteum, Salzburg - Bildnerische Erziehung (Malerei) und Textiles Gestalten; 2008 Malereikurse an der „Libera Accademia di belle Arti“, Firenze; 2007 Lehranstalt für Werbegrafik, Brixen/Bressanone. Künstlerische Tätigkeit: 2015 European Young Artist Event Artefatto 10 Reset, Trieste; 2014 artists in residence Budapest; 2012 Mitarbeit im off-space Periscope, Salzburg; Mitglied der Künstlerinnengruppe BOCKSTUHLPLATTE. Ausstellungen/ Beteiligungen (Auswahl): 2017 Start, Galerie Prisma, Künstlerbund, Bozen; 2015 Artefatto, Trieste; goldilocks effects, Rauchmühle, Salzburg; 2014 Bockstuhlplatte II, Schlossgalerie, Landeck; Galerie Massolit, Budapest; Lehrende Tätigkeit (Auswahl): 2018 Universität Mozarteum, Bildnerische Innsbruck, Lektorin Malerei; 2017 Fachoberschule für Wirtschaft, Grafik und Kommunikation, Brixen. www.dorismoser.it

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Porträtfoto der Künstlerin Judith Auer von Anna Heppberger. FOTO 2: Porträtfoto der Künstlerin Doris Moser von Doris Moser. – (Presse-Aussendung des Tennengauer Kunstkreises).

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Im Verhältnis zwischen den beiden Städten Hallein und Salzburg profitierte die Landeshauptstadt über Jahrhunderte hinweg einseitig und auf extremste Weise. Präzise: Exakt zu 100 Prozent. Was da noch übrig blieb, kam der Stadt Hallein zugute. Nämlich genau 0 Prozent. 600 Jahre lang war die Halleiner Salzproduktion fest in der Hand der auch weltlich regierenden Salzburger Fürsterzbischöfe. Ihre geldgierige Hallein-Feindlichkeit ging so weit, dass sie per Erlass das gesamte Salzwesen der Steuerhoheit der Stadt Hallein entzogen – sie bezahlten über Jahrhunderte in Hallein keinen Heller an Steuern für die enormen finanziellen Erträge aus der Salzgewinnung. Im Bergwerk und in den Salinen bezahlten die unfeinen kirchlichen Landesregenten nur Schandlöhne. Franz Schubert beschrieb Hallein im Jahr 1825 mit folgenden Worten: ,,Wir kamen in die äußerst schmutzige und grausliche Stadt Hallein. Die Einwohner sahen alle wie Gespenster aus, blaß, hohläugig und mager. Es ist, als ob man vom Himmel, der Stadt Salzburg, auf einen Misthaufen, die Stadt Hallein, fiele!“ Bislang gab es in der Stadt Salzburg noch keinen einzigen Versuch, dieser unfassbaren historischen Benachteiligung Halleins, endlich mit einer gutnachbarlichen Initiative entgegen zu treten. Dafür tritt nun der großartige, prominente Halleiner Notar und Kunstfreund Dr. Claus Spruzina an (1. Foto oben), um gemeinsam mit Anton Santner (2. Foto oben), Chef der an mehreren österreichischen Standorten erfolgreich agierenden Marketing-Agentur P8 und einstiger Landesgeschäftsführer der ÖVP in Salzburg, das Weiterbestehen des berühmten Salzburger Marionettentheaters auch in Zukunft zu sichern!

 

ALS KINDER AUS ANGST
VOR HALLEIN ZU WEINEN BEGANNEN

Noch einmal den Blick zurück, um das Unfassbare noch deutlicher zu machen: In guten Jahren betrug der Anteil aus dem Verkauf des Halleiner Salzes bis zu zwei Drittel (!) des Landesbudgets der Salzburger Fürsterzbischöfe. Nur so konnte die Stadt Salzburg zum strahlenden Juwel und Weltkulturerbe ausgebaut werden. Mit dem Dom und Kirchen, mit Residenzen, mit Mirabellschloß samt Garten, mit der Luxus-Immobile Lustschloß Hellbrunn samt großem Park, mit großzügigen Verteidigungsanlagen und mit der, in unfassbar pompösem Ausmaß zu einer der größten Burgen Europas ausgebauten Festung Hohensalzburg. In Hallein hingegen nahmen die Fürsterzbischöfe keinen einzigen Ziegel in die Hand, um hier auch nur ein einziges Objekt zu errichten. Hallein war von Anfang an und blieb bis zum Ende der Regentschaft der Fürsterzbischöfe nur eine ausgebeutete Salzkolonie. Der Ruß aus den Rauchfahnen der befeuerten Salzpfannen und das Dampfgewölk der erhitzten Salzsole aus den bis zu 12 gleichzeitig in Hallein in Betrieb stehenden Salinen verdunkelte permanent den Himmel über der Stadt Hallein. Die rußgeschwärzten Hausfassaden führten zum Schlagwort ,,Das schwarze Hallein‘‘. Mehrere Leserinnen der ,,Halleiner Zeitung‘‘ (1952 – 1996) aus dem Tennengau erzählten ,,HZ‘‘-Herausgeber Odo Stierschneider, dass sie in ihrer Kindheit vor Angst zu weinen begannen, wenn es galt, die abschreckende und unheimliche Stadt Hallein zu besuchen.

KEINER GETRAUT SICH
SALZBURGS BRINGSCHULD ANZUSPRECHEN

In der Stadt Salzburg geht man angesichts dieser unglaublichen Tatsachen in volle Deckung. Kein Politiker der Landeshauptstadt kommt auf die Idee, Kontakte mit der Stadt Hallein herzustellen, um die ungeheure Bringschuld der Stadt Salzburg gegenüber Hallein auch nur anzusprechen. Die Salzburger Medien scheuen solch heiße Themen aus gutem Grunde. So köchelt das ungelöste, für die Stadt Salzburg so ungeheuer peinliche Thema, einer auch nur symbolischen Wiedergutmachung gegenüber Hallein, weiter vor sich hin. Dabei bietet sich etwa die dringende Renovierung des alten Salinengebäudes auf der Pernerinsel (siehe dazu das 3. Foto oben) im Bereich der letzten noch erhaltenen historischen Salzsiedepfanne, für eine Hilfestellung aus der Stadt Salzburg besonders an. Nur zahllose Holzstützen in zwei Geschossen des Salinengebäudes verhindern noch den Zusammenbruch des Gemäuers – eine unfassbare Kulturschande für Stadt und Land Salzburg!

NOTAR AUS HALLEIN & CO RETTEN
SALZBURGER MARIONETTENTHEATER

Trotz des unakzeptablen Verhaltens der Stadt Salzburg gegenüber Hallein, gibt es in der einstigen Salinenstadt eine fantastische und weitblickende Persönlichkeit, die sich tatkräftig dafür einsetzt, eine herausragende, aber gefährdete Kulturinstitution der Stadt Salzburg zu retten und zu bewahren. Der weitblickende Notar Dr. Claus Spruzina und der erfolgreiche Marketing-Experte Anton Santner von der Marketing-Agentur P8 (beeindruckende Präsenz im Internet!) gründeten einen gemeinnützigen Verein, in den die Geschäftsanteile des Salzburger Marionettentheaters eingebracht wurden. Vor eineinhalb Jahren lernte Dr. Claus Spruzina bei einer Puppenvorführung Frau Heuberger kennen, die ihm später in seinem Schloss Wiespach die schwierige Lage des Marionettentheaters schilderte. Die Mitarbeiter des Marionettentheaters waren bereits zur Kündigung angemeldet. Dr. Claus Spuzina bot seine Hilfe an und kontaktierte Stadt und Land Salzburg. Der gemeinnützige Verein rund um das Marionettentheater wird ein wirtschaftliches und künstlerisches Konzept für die Weiterführung entwickeln. Das finanzielle Aus für das Marionettentheater wurde mit 300.000 Euro durch die Salzburger Politik vorläufig beseitigt. Schlussbilanz: Sportlich gesehen stand es bislang mit Blick auf die vergangenen Salz-Jahrhunderte zwischen Salzburg und Hallein zumindest 1.000.000.000:0 für Salzburg. Jetzt müssen wir dieses Ergebnis auf 1.000.000.001:0 für Salzburg hochkorrigieren. Frage: Wann schießt Salzburg endlich zugunsten Halleins sein Ehrentor? – (Odo Stierschneider. Foto 1: Fotostudio Graf, Foto 2: SalzburgWiki. Foto 3: OST).

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Das Festivalteam ,,gruber and more‘‘ überreichte am 23. Jänner 2019 an Stadtpfarrer Dechant Johann Schreilechner eine respektable Spende in Höhe von nahezu 15.000 Euro – exakt 14.758 Euro! Auf dem Foto oben von links nach rechts: Helmut Zeilner, Direktor des BG/BRG Hallein Matthias Meisl, Odo Stierschneider (,,Der Salzschreiber“), Markus Stepanek, Stadtpfarrer Johann Schreilechner, Herbert Struber (Begründer des Halleiner Kulturforums, des Stadtfestes Hallein und des Festivals ,,gruber and more) sowie Walter Müller. Der stolze Zweck dieser Spende: Sie soll helfen, die Anschaffung einer zusätzlichen Chororgel und eines Generalspieltisches zu ermöglichen.

 

Während der Wirkungszeit von Franz Xaver Gruber gab es eine zweite Orgel, eine Chororgel, in der Stadtpfarrkirche Hallein. Wann und warum diese entfernt wurde, ist nicht bekannt. Wie es der Zufall will, wurden nun in Saalfelden alte Orgelteile aus der Werkstatt des Orgelbauers Johann Nepomuk Mauracher um 1860, zu dem Franz Xaver Gruber stets einen guten persönlichen Kontakt pflegte, entdeckt. Aktuell besteht die Möglichkeit, diesen Mauracher-Bestand für Hallein zu erwerben, zu adaptieren und somit ein kleines Mauracher-Orgelwerk mit 5 Registern und 250 Pfeifen zu erstellen. Nach gründlicher Instandsetzung könnte ein weitgehend authentischer Mauracherklang, wie Gruber ihn selbst kannte, erreicht werden. Diese Chororgel kann von einem noch zu errichtenden General-Spieltisch auch gemeinsam mit der Hauptorgel bespielt werden.

AUSBLICK AUF DAS FESTIVAL

gruber and more“ 2019/2020

Fortgeführt werden die beiden bisherigen Festival-Formate: einerseits die Auseinandersetzung mit geistlicher Musik, andererseits die Renaissance des ,,Halleiner Puppentheaters‘‘. So werden weitere Werke von Franz Xaver Gruber aus dem ,,Stille-Nacht‘‘-Archiv transkribiert bzw. bearbeitet. Diese Werke werden daraufhin durch Aufführungen in Gottesdiensten einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert. Das Ziel ist, auf diesen nahezu vergessenen Schatz der Salzburger Musikgeschichte aufmerksam zu machen. Die neue prachtvolle Gruber-Orgel soll die Erinnerung an Komponist und Organist Franz Xaver Gruber mit Orgelkonzerten, über das Jubiläumsjahr ,,200 Jahre Lied ,,Stille Nacht‘‘ hinaus, hochhalten und zu einem identitätsstiftenden Halleiner Juwel werden. Die Renaissance des ,,Halleiner Puppentheaters‘‘ wird mit einer Reprise des erfolgreichen Singspiels ,,Gruber & Mohr‘‘ und einem weiteren neuen Stück fortgeführt. – (HST, OST).

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Im Zeitalter des Steuern-Verweigerers Amazon, der alle Geschäftsinhaber für blöd verkauft, die im Interesse der Allgemeinheit korrekt ihre Steuern zahlen, ist es besonders erfreulich, dass die Existenz von zwei Buchhandlungen in Hallein den Bewohnern der Stadt ein erfreuliches Zeugnis hinsichtlich ihrer geistigen Ansprüche und Interessen ausstellt. Lesen gehört zu den anspruchsvollsten geistigen Tätigkeiten. Angesichts des eben vorübergegangenen Weihnachtsfestes, hatte Festspiel-Präsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler, unter deren Führung heuer auf der Pernerinsel die 26. Festspiel-Saison erfolgreich über die Bühne ging, betont, dass sie prinzipiell nur Bücher verschenke. Großartig! So hoffen wir, dass alle vernünftigen Halleiner und Halleinerinnen ihr gutes Geld nicht einem ausländischen Todfeind unser heimischen Geschäftswelt sinnlos in den Rachen werfen. Sondern auch künftig vor Ort ihren Bedarf decken und damit auch jene Steuerleistungen sicherstellen, die es der Stadt ermöglichen, weiterhin Wohnungen zu errichten und ihre Infrastruktur wie etwa Straßen, das Altstadt-Pflaster, Computer-, Strom- und Kanal-Leitungen, Brücken, Museen, Theater u.s.w. in einwandfreiem Zustand zu erhalten. Von Amazon ist noch kein einziger Cent nach Hallein geflossen! Amazon trägt nichts dazu bei, dass in Hallein ein Adventmarkt oder andere Veranstaltungen stattfinden können. Deshalb ein großes Lob für unsere Halleiner Geschäftswelt und speziell für die schöne Buchhandlung ,,Leseträume‘‘ am Bayrhamerplatz.

Denn diese war wieder kürzlich Schauplatz der schon traditionellen Karikaturen-Versteigerung durch Caroline Hubble, Herausgeberin von ,,Halleiner Stadtzeitung‘‘, ,,Halleiner Festspielbroschüre‘‘ und ,,Halleiner Stadt-Kalender‘‘. Nur wer vom Zeichenstift eines Karikaturisten aufgespießt wird, kann von sich behaupten, bekannt und prominent zu sein. Dies gilt natürlich in besonderem Maß für die beiden angesehenen Karikaturen-Opfer, Halleins Bürgermeister Maximilian Klappacher und Halleins 1. Vizebürgermeisterin Eveline Sampl-Schiestl. Sie bildeten die Spitze einer Gruppe prominenter Halleinerinnen und Halleiner, von denen Karikaturist Gerhard Koller (,,Geronimo‘‘) mit großer Meisterschaft farbige Karikaturen zu Papier gebracht hatte. Der Erlös des Abends in Höhe von beinahe 1.000 Euro, wurde wie immer von Caroline Hubble einem sozialen Hilfsprojekt zugeführt – diesmal einer hilfsbedürftigen, alleinstehenden Mutter von drei Kindern. – (Odo Stierschneider).

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
In der gut sortierten Buchhandlung ,,Leseträume‘‘ fand die gelungene Karikaturen-Versteigerung statt. FOTO 2: Die rührige, stets liebenswürdige und sachkundige, bei Kundinnen und Kunden äußerst beliebte Inhaberin der Buchhandlung ,,Leseträume‘‘: Jaqueline Brabec. FOTOS 3 und 4: Bürgermeister Maximilian Klappacher und Caroline Hubble präsentieren die Karikaturen ,,Klappacher‘‘ und ,,Sampl-Schiestl‘‘. FOTOS 5 und 6: Hier sind die beiden Karikaturen vergrößert dargestellt. FOTOS 7 und 8: Bilder von der Versteigerung. FOTO 9: Drei Ladies, drei Generationen auf einem Foto: Großmutter/Mutter Caroline Hubble, Tochter/Mutter Jaqueline Brabec und Tochter/Enkelin Amelie. – (Fotos: Adi Aschauer).

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Für Christian Haipl ist jetzt Hochsaison. Denn als Krippen-Baumeister ist er jetzt in der Weihnachtszeit ganz besonders gefragt. Beinahe täglich tüftelt der 79-jährige Halleiner in seiner etwa fünf Quadratmeter großen Werkstatt, wo er auch nach einem Foto die verschollene Franz-Xaver-Gruber-Krippe aus dem 19. Jahrhundert nachgebaut hat. „Wir hatten früher nicht viel, es gab weder Handy noch Fernsehen. Wir waren also erfinderisch und haben in unserer Freizeit aus Stofffetzen, Mehl und Wachs Krippen gebaut“, erinnert sich der gelernte Maler- und Anstreicher an seine frühe Jugend zurück und ergänzt: „Einmal im Jahr habe ich mir dann eine Figur gewünscht. Und ich weiß noch ganz genau, wie stolz ich jedes Mal war.“ Erst 50 Jahre später machte der ehemalige Bademeister sein Hobby zum Beruf.

„Zum 60. Geburtstag schenkten mir meine „Bergspezl“ einen Krippenbaukurs. Dort habe ich dann gelernt, welche Werkstoffe man sonst auch noch verwenden kann“, schmunzelt er. Seine Bauelemente wie Wurzeln, Steine und Tannenzapfen findet er für gewöhnlich am Berg oder im Wald. Vor Aufträgen kann sich der ehemalige Bademeister kaum retten. Mehr als 100 Krippen hat er bereits kreiert. Eines ist für ihn aber klar: Verdienen will er dabei nichts. „Einmal habe ich für ein Seniorenwohnheim eine Krippe gebaut, am Heiligen Abend hatten dann alle Tränen in den Augen. Das alleine war es schon wert“, erinnert sich Christian Haipl. Der wohl größte Auftrag des Halleiners: die Mitte des 19. Jahrhunderts verschollene Franz-Xaver-Gruber-Krippe nachzubauen. Vier Monate werkte er anhand einer Bildvorlage und einigen Beschreibungen aus Tagebucheinträgen an der 150 Jahre alten Krippe. „Die Herausforderung waren die Farbgebung sowie die Materialien. Gruber hat beispielsweise aus Watte einen Wasserfall gebaut. Auf die Idee wäre ich nie gekommen“, erzählt der Krippenbaumeister sichtlich stolz. Zu sehen ist sein Nachbau im Salzbergwerk Hallein. – (Salzburger Landes-Medienzentrum.)

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS:
FOTO 1:
Historische Aufnahme der Gruber-Krippe. Diese wurde in den 80er-Jahren in der ,,Halleiner Zeitung‘‘ veröffentlicht. ,,HZ‘‘-Herausgeber Odo Stierschneider bot damals 10.000 Schilling für Hinweise zu ihrer Auffindung. Doch Grubers Original-Krippe blieb bis heute verschollen. FOTO 2: Die von Krippenbauer Christian Haipl nachgebaute Gruber-Krippe. FOTOS 2 und 3: Der 75-jährige Krippenbauer aus Hallein hatte auch heuer wieder bis in den Advent hinein Hochsaison. – (Fotos: Julia Schrammel (SLMZ).

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Oberstudienrat Mag. Herbert Struber unterrichtete am Wirtschaftskundlichen Gymnasium in Salzburg und am Bundesgymnasium / Bundesrealgymnasium in Hallein in den Fächern Mathematik und Physik. 1988 bis 1999 entfaltete er eine rege Tätigkeit als Bürgermeister von Oberalm. Zuvor schon demonstrierte er intensives Interesse im kulturellen Bereich. So gründete er das Halleiner Kulturforum und das Halleiner Stadtfest, das unter seiner Führung mit kulturellen Höhepunkten zum Aushängeschild der Stadt Hallein wurde. Herbert Struber gab dazu auch einen informativen Bildband heraus, in dem er einen anschaulichen und fesselnden Rückblick auf die glorreichen Jahre ,,seines‘‘ Halleiner Stadtfestes darstellt. Doch für Herbert Struber gab es erfreulicher Weise keinerlei Ruhepausen und so entwickelte er schließlich die Idee zur Wiederbelebung der Halleiner Puppenspiele. Diese hatten es, gegründet von Prof. Edmund Stierschneider, in den Nachkriegsjahren auf über 700 Aufführungen in den Bundesländern Salzburg, Oberösterreich, Tirol sowie im angrenzenden Bayern gebracht und erfreuten sich größter Beliebtheit. Herbert Struber gelang es, einen letzten Bestand an Handpuppen der Halleiner Puppenspiele sicherzustellen und heuer gründete er den Verein ,,Halleiner Puppentheater‘‘. Am 25. November 2018 konnte mit den neu eingekleideten Puppen erfolgreich die Premiere des Stückes ,,Gruber & Mohr‘‘  gefeiert werden. DER SALZSCHREIBER berichtete darüber hier im Ressort ,,Kultur‘‘. (Dazu einfach nur um vier weitere Beiträge weiter hinunterscrollen.)

Doch der umtriebige Herbert Struber sah sich keineswegs ausgelastet. Er leistete nach einem konstruktiven Gespräch mit Walter Müller und Helmut Zeilner auch einen markanten Beitrag zur Vorweihnachtszeit 2018 in Hallein und wurde zum Herausgeber des umfangreichsten Druckwerkes, das heuer im Umfeld des Jubiläums 200 Jahre ,,Stille Nacht‘‘ in Hallein aufgelegt wurde. Im Impressum des Werkes ist zwar das Halleiner Puppentheater als Herausgeber angeführt, allerdings unter einer der prominentesten Adressen, die Oberalm aufzuweisen hat: Albinaweg 7. Alles klar? Der Magazintitel lautet ,,Gruber & Mohr – Festival 2018‘‘, der Untertitel: ,,Festschrift & Programmheft‘‘. (Siehe dazu auch das Foto oben). In vier Inhalts-Blöcken ist zusammengefasst, was auf 100 (!) Seiten für die Leserinnen und Leser ausgebreitet wird. Gedruckt wurde das beeindruckende Werk in der Halleiner Druckerei Colordruck La Linea am Kalkofenweg 6.

Inhalts-Block 1: Einerseits Entstehung, Verbreitung und Wirkung des Liedes ,,Stille Nacht! Heilige Nacht!‘‘, andererseits Auseinandersetzung mit der christlichen Botschaft, der geistlichen Musik und der Begeisterung von Franz Xaver Gruber für Orgelkunst auf seiner Halleiner Orgel – alles dargeboten durch anerkannte Fachautorinnen und Fachautoren. Insgesamt acht hinreißende Beiträge. Außerordentlich beeindruckend! In seinem Beitrag über die neue Orgel stellt Dr. Philipp Pelster abschließend fest: ,,Hallein kann sich somit rühmen, die mit Abstand modernste Orgel Salzburgs zu besitzen.‘‘ Geradezu visionär erscheint ein weiterer Beitrag, in dem eine zusätzliche Chororgel, so wie es sie schon zu Grubers Zeiten gab, unter Einsatz einer perfekten Fotomontage, angeregt wird. Inhalts-Block 2: Der Überblick auf die Grubermessen in der Halleiner Stadtpfarrkirche, beginnend mit der Orgelweihe am 25. November, bis hin zum 23. Dezember, an dem die Halleiner Liedertafel und der Kirchenchor in Erscheinung treten. Alle Beiträge zu den insgesamt sechs Grubermessen sind reich illustriert und mit informativen Texten versehen. Inhalts-Block 3: Hier werden die sieben Konzerte auf der neuen Gruber-Orgel in der Stadtpfarrkirche aufgelistet. Das erste Konzert fand am 25. November statt, das letzte ist für 23. Dezember vorgesehen. Auch hier beeindrucken das reiche  Bild- und Textmaterial. Inhalts-Block 4 schließlich ist dem neuen Halleiner Puppentheater und seinem Stück ,,Gruber & Mohr‘‘ gewidmet. Dieses feierte am 25. November 2018 seine Premiere. Bis einschließlich 22. Dezember sind insgesamt fünf Vorstellungen vorgesehen. Das Stück ist ein musikalisches Spiel über die Entstehung, Verbreitung und Wirkung des Liedes ,,Stille Nacht! Heilige Nacht!‘‘, gespielt von Handpuppen und kommentiert von – Wolfgang Amadeus Mozart, John Lennon, Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber! Möglich wird dies durch eine raffinierte Vervielfachung der Auftrittsflächen. Walter Müller ist Autor und Helmut Zeilner Komponist des musikalischen Spiels ,,Gruber & Mohr.‘‘ Auf den Seiten 80 bis 95 dieses großartigen Magazins finden die Leser den gesamten Stücktext zu ,,Gruber & Mohr‘‘ abgedruckt.

Schließlich ist auf Seite 96 noch ein ausführlicher Beitrag von Else Primetzhofer über das 50jährige Bestehen der insgesamt sechs Glocken auf dem Turm der Stadtpfarrkirche Hallein zu entdecken. Im Zweiten Weltkrieg wurden alle Halleiner Kirchenglocken eingeschmolzen. Der stattliche spätromanische Kirchturm stürzte nach einem Dachstuhlbrand der Kirche im September 1945 ein. Nach Wiederherstellung des Kirchendaches fehlte das Geld für den Turm und die Glocken. In der zweitgrößten Stadt des Landes wurden 25 Jahre lang ohne Kirchturm, mit Lautsprechern auf dem Dach der Kirche, Tonbandaufnahmen von Glocken ausgestrahlt. Erst mit der Weihe des modernen Sichtbeton-Turmes 1966 konnte an neue Glocken gedacht werden. Am 8. Dezember 1968, erfolgte die feierliche Weihe der neuen Glocken durch Erzbischof Andreas Rohracher und Dechant Johann Rasp. Die größte Glocke wiegt 3.109 Kilogramm und ist die ,,Stille-Nacht-und-Friedens-Glocke‘‘. Ihren Glockenmantel zieren eine Krippe mit langstrahligem Stern sowie die Anfangstakte des Weihnachtsliedes ,,Stille Nacht! Heilige Nacht!‘‘ – Abschließende Feststellung: dem Magazin  ,,Gruber & Mohr‘‘ (Übersetzung phonetisch gleichklingend auf Englisch: Gruber and more), kommt mit seinen unzähligen Details in Wort und Bild eine Bedeutung zu, die weit über das heurige Jubiläum 200 Jahre ,,Stille Nacht‘‘ hinausreicht und eine echte Bereicherung für jede gut sortierte Hallein-Bibliothek darstellt. Beeilt Euch Leute, Restexemplare sind noch an Brennpunkten des Halleiner Kulturgeschehens zu haben. Noch dazu kostenlos! – (Odo Stierschneider. Foto: OST. Die Titelseiten-Grafik stammt von Iris Moosleitner.)

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MMag. Michael Neureiter, aufgewachsen im einstigen Wohnhaus des ,,Stille Nacht‘‘- Komponisten Franz Xaver Gruber neben der Halleiner Stadtpfarrkirche, (,,Gruber hat es hier auf 28 Jahre gebracht, ich nur auf 24!‘‘) zählt zu den herausragenden und vielseitigsten Persönlichkeiten des Tennengaus. Er studierte an der Universität Salzburg (Mag. theol. 1975 und Mag. phil. 1976), war Zweiter Präsident des Salzburger Landtages, ist in seiner Heimatgemeinde Bad Vigaun politisch tätig und in der ÖVP verankert, war Lehrer am Akademischen Gymnasium Salzburg, ist Spezialist für alte schmiedeeiserne Kirchturm-Uhrwerke und leitete jahrelang den privaten Spendenkreis für die neue Halleiner Gruber-Orgel, der immerhin 150.000 Euro für deren Finanzierung sammeln konnte – und sich damit in eine Reihe mit dem Land Salzburg und der Stadtgemeinde Hallein stellte, die jeweils einen gleich hohen Beitrag zur Verfügung stellten. Mag. Michael Neureiter ist auch Präsident der ,,Stille Nacht‘‘-Gesellschaft und wird heuer, angesichts des Jubiläums 200 Jahre Lied ,,Stille Nacht‘‘, natürlich in besonderem Maße in Anspruch genommen. Dazu gehören unter zahllosen anderen Aktivitäten die Teilnahme an der Generalaudienz von Papst Franziskus in Rom, die Herausgabe des Buches ,,Stille Nacht. Das Buch zum Lied‘‘ gemeinsam mit Thomas Hochradner und ganz aktuell, ein bemerkenswertes Schreiben an Bundespräsident Alexander Van der Bellen, an Bundeskanzler Sebastian Kurz und an den Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Nachstehend dessen Wortlaut.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,


diese Woche war ich mit einer Salzburger Gruppe und einer österreichischen Parlamentarier-Delegation in Rom. Bei der Generalaudienz von Papst Franziskus sprach dieser von der „tiefen Schlichtheit“ des Stille-Nacht-Lieds, wir konnten mit ihm zwei Strophen von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ singen. Zum Abschied bat er uns: „Bringt Frieden! Und betet für mich!“ Die Stille Nacht Gesellschaft hat vor einer Woche in Oberndorf bei Salzburg ihr neues Arbeitsprogramm beschlossen, darin heißt es u.a.: „Sie nimmt die Idee eines Friedensappells aus Salzburg und Österreich zum Weltfriedenstag am 1. Jänner 2019 auf: Der Stille-Nacht-Friedensappell soll zum Abschluss der EU-Präsidentschaft Österreichs das weltweite Vermächtnis des Liedes aus Österreich aufgreifen und verstärken.“ Der Weltfriedenstag wird von der katholischen Kirche 2019 zum 50. Mal begangen.


Wir möchten Sie, sehr geehrter Herr Bundespräsident, einladen, diesen Stille-Nacht-Friedensappell zu unterstützen und ihn zu Ihrem Anliegen zu machen! Der Friedensappell wird erst durch Friedensinitiativen, die persönlich, gesellschaftlich und international gesetzt werden, konkret! Wir bitten sehr um Ihre Friedensinitiative(n)! Wir tragen unser Anliegen auch an den Herrn Bundeskanzler und an den Herrn Landeshauptmann von Salzburg heran. Wir dürfen uns Ende 2019 wieder melden – vielleicht geht sich eine Einladung zum Austausch auf einem der Stille-Nacht-Friedenswege in Hochburg-Ach oder rund um Oberndorf aus? Als Vermächtnis am Ende der EU-Präsidentschaft Österreichs können Stille-Nacht-Friedensinitiativen ein Zeichen Österreichs für die Welt sein: Das Lied aus Österreich ist ja Botschaft der Menschwerdung, Beitrag der Festkultur und auch Baustein des Friedens!


Wir wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für 2019!

MMag. Michael Neureiter, Präsident

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Das Porträtfoto zeigt MMag. Michael Neureiter. FOTO 2: Kranz-Niederlegung an der Gedenk-Grabstätte Grubers vor dem Halleiner ,,Stille-Nacht‘‘-Museum anlässlich Grubers 155. Geburtstag am 7. Juni 2019 durch den Präsident der ,,Stille Nacht‘‘-Gesellschaft MMag. Michael Neureiter, im Beisein von Bürgermeister Gerhard Anzengruber und Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl. FOTO 3: MMag.Michael Neureiter überreicht als Präsident der ,,Stille-Nacht‘‘-Gesellschaft an Papst Franziskus das Buch ,,Stille Nacht. Das Buch zum Lied‘‘. Außerdem übergab MMag.Michael Neureiter dem Papst ein Faksimile von Franz Xaver Grubers ,,Authentischer Veranlassung‘‘ aus dem Halleiner ,,Stille- Nacht‘‘-Museum in welcher der Komponist das Entstehen des weltberühmten Liedes schildert. FOTO 4: Anschließend an die Generalaudienz bei Papst Johannes folgte ein Adventempfang in der Österreichischen Botschaft beim Heiligen Stuhl. Vorne sitzend Martina Mathur, stehend von links Botschaftsrätin Elisabeth Schrammel, Erich Hinterwirth, Botschafterin Franziska Honsowitz-Friessnigg, Christina Standler-Kahlenbach (SLT), Huberta Bertolini-Pott, Assistentin der Botschafterin. Schließlich ganz rechts MMag. Michael Neureiter, Präsident der ,,Stille-Nacht‘‘-Gesellschaft. FOTO 5: MMag. Michael Neureiter gelingt es wie niemandem sonst, historische Möbel aus dem Hause Grubers zu indentifizieren und für das Halleiner ,,Stille-Nacht‘‘-Museum zu sichern. FOTO 6: Die Herausgeber des Buches ,,Stille Nacht. Das Buch zum Lied‘‘, Thomas Hochradner und MMag. Michael Neureiter. In der Mitte Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer. Das Werk entstand in vierjähriger Vorbereitungszeit und enthält Beiträge von 31 Autorinnen und Autoren. Kein Wunder, dass Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer erklärte, dieses Standardwerk rage aus den erfreulicher Weise zahlreichen Veröffentlichungen zum Thema ,,Stille Nacht‘‘ besonders markant hervor. FOTO 7: Das Ehepaar Neureiter zeigte sich großzügig und spendete dem Keltenmuseum Hallein eine ausgezeichnete, in Öl gemalte Ansicht der Stadt Hallein des Oberbergmeisters Romed Plank vom Salzbergbau Dürrnberg aus dem Jahre 1944. Dieser war vielseitig begabt, er malte, zeichnete, musizierte und komponierte. – (Odo Stierschneider. Fotos: Adi Aschauer, ,,Stille-Nacht‘‘-Gesellschaft, Manula Hinterwirt, Franz Neumayr, Hermann Hermeter, Keltenmuseum Hallein / Golser.)

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Unter dem Titel ,,Den Gruber tät´s freuen!‘‘ wird am Mittwoch, 19. Dezember 2018, um 19,30 Uhr in der Evangelischen Kirche Hallein, Virtuoses aus dem Biedermeier, verbunden mit spannenden Gedanken zum Weihnachtslied ,,Stille Nacht‘‘, dargeboten. Es wirken mit: Martina Mathur – Gesang, Gitarre; David Gruber – Flöte; Georg Winkler – Klarinette und Wolfgang Guttmann – Gitarre, Moderation und Konzeption. Dieser Abend bietet erlesene Kostbarkeiten von Zeitgenossen Grubers wie Schubert und Diabelli sowie die Uraufführung des Auftragswerkes „Variationen über Stille Nacht“ des international renommierten Komponisten Alexander Müllenbach zum Jubiläumsjahr „200 Jahre Stille Nacht! Heilige Nacht!“ in Kooperation mit dem Stille Nacht Museum Hallein.

 

Franz Xaver Gruber war eingebettet in die lebendige Musiklandschaft seiner Zeit. Er war wohl informiert, was im österreichischen Biedermeier oder auf italienischen Opernbühnen gerade populär war und gerne arrangierte er große und kleine Meisterwerke von Musikerkollegen für seinen beruflichen Alltag. Mit seiner Liebe zum Gesang und mit dem Einsatz von Flöte, Klarinette und Gitarre traf er auch den Geschmack der damaligen Zeit. Es werden an diesem Abend virtuose Kostbarkeiten von Zeitgenossen Grubers wie Schubert und Diabelli zu Gehör gebracht, der musikalische Bogen spannt sich jedoch bis in die Gegenwart. Der international renommierte Komponist Alexander Müllenbach, langjähriger Leiter der Sommerakademie am Salzburger Mozarteum, konnte dafür gewonnen werden, sich einer großen künstlerischen Herausforderung zu stellen. Die Uraufführung seiner Variationen über Stille Nacht, ein Auftragswerk zum Jubiläumsjahr, darf mit großer Neugierde erwartet werden. Dass an diesem Abend auch die gelungene Kopie der „Mohr-Gitarre“ zum Klingen gebracht wird, erhöht sicherlich die Attraktivität dieses außergewöhnlichen Programms. – Auf dem 1. FOTO oben Wolfgang Guttmann, Martina Mathur, David Gruber und Georg Winkler. Das 2. FOTO zeigt Komponist Alexander Müllenbach. – (Presseinformation aus dem Stille-Nacht-Museum Hallein).

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Mit der Uraufführung des Theaterstücks „Franz Xaver Gruber. Dem Schicksal zum Trotz“ von Andrea Sobieszek, verknüpft die Künstlergruppe „ELtheater“ die Tradition des Halleiner Weihnachtsspiels mit dem Jubiläumsjahr Stille Nacht. Premiere ist am 6. Dezember um 19.30 Uhr in der Alten Schmiede auf der Pernerinsel Hallein. Das Stück ist eines der Siegerprojekte einer landesweiten Ausschreibung der Stille Nacht 2018 GmbH.   

 

Aus der Perspektive des älteren Franz Xaver Gruber, der es in Hallein zum Chorleiter und Organisten und damit zu einem gut situierten bürgerlichen Leben gebracht hat, wird sein Werdegang erzählt. Zentrale Weichenstellungen für ihn waren die Begegnung mit seinem Musiklehrer und Förderer Georg Hartdobler ebenso wie die Freundschaft zu Joseph Mohr in Oberndorf. Auch dessen Weg zur Priesterlaufbahn war alles andere als vorgegeben. Auch Mohr verdankte einem Förderer, seinem Talent und seinem Fleiß das Entkommen aus der sozialen Unterschicht.

 

Für die musikalische Umrahmung des Theaterstücks konnte der junge Salzburger Komponist Jakob Gruchmann gewonnen werden. Er schrieb neun Miniaturen auf Basis von Motiven des Liedes Stille Nacht, die eingebettet zwischen der „Halleiner Fassung“ aus dem Jahr 1836 und der Urfassung zu hören sind. Regie führt Christa Hassfurther vom Theater „Bodi end sole“. Franz Xaver Gruber wird von Heimo Thiel verkörpert. „Dieses Theaterstück lässt ein neues Netzwerk aus Kulturschaffenden und Kultureinrichtungen in und um Hallein entstehen. Gespannt darf man auch auf die musikalischen Beiträge von Jakob Gruchmann sein“, freut sich Paul Estrela, Geschäftsführer der Stille Nacht 2018 GmbH auf die Uraufführung. Weitere Vorstellungen gibt es am 7., 8., 9. und eine gesonderte Schülervorstellung am 10. Dezember 2018. --- (Salzburger Landeskorrespondenz, Foto: EL-Theater).

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Hallein hat wieder eine Puppenbühne! Diese feierte mit dem musikalischen Puppenspiel ,,Gruber & Mohr‘‘ (phonetisch gleichlautender Untertitel: Gruber and more) von Walter Müller und Helmut Zeilner, am 25. November 2018 im Pfarrsaal Hallein ihre vom Publikum mit reichem Beifall belohnte Premiere. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Hallein agierten engagiert als Puppenspielerinnen und Puppenspieler, in der Vorbereitungs-Phase fachgerecht von Anna Travaglia (Puppenspielerin am Marionettentheater), Sybille Walser und Regisseurin Anita Köchl unterstützt. Die einzelnen Szenen der Puppenbühne wurden vom Knaben- und Mädchen-Kinderchor des Musikum Salzburg, von Pianist Helmut Zeilner, von Gitarrist Helmut Guttmann und Geigenspieler, Musikum-Lehrer Mag. Balacs Moldiz, musikalisch eindrucksvoll umrahmt. Direkt neben der großzügig gestalteten Puppenbühne hatte man den Kinderchor positioniert. Zu beiden Seiten der Puppenbühne waren kleine Podeste aufgebaut. Auf ihnen gestalteten, zwischen den einzelnen Szenen des Puppentheaters, jeweils zwei blutjunge Schauspielerinnen und Schauspieler mit großem Engagement ihren Auftritt als Wolfgang Amadeus Mozart, John Lennon, Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber. Dieses raffinierte Gesamt-Arrangement sicherte eine abwechslungsreiche und spannende Aufführung über Entstehung, Verbreitung und Wirkung des unsterblichen Liedes ,,Stille Nacht‘‘.

Die überaus erfreuliche Existenz einer Handpuppen-Bühne in Hallein, ist den dankenswerten und zielstrebigen Bemühungen von Herbert Struber zu danken. Er unterrichtete seinerzeit am Gymnasium Hallein, begründete das Kulturforum Hallein mit dem Halleiner Stadtfest, welches sich damals – im Gegensatz zu den letzten Jahren – als großartige, kulturell anspruchsvolle Veranstaltung präsentierte. Später wurde Herbert Struber Bürgermeister von Oberalm. Mittlerweile im Unruhestand und im Besitz mehrerer Handpuppen der einstigen ,,Halleiner Puppenspiele‘‘, die inzwischen von der Modeschule Hallein neu eingekleidet wurden, entwickelte er die Idee zur Gründung eines Vereines, der das Handpuppenspiel in Hallein wieder zu neuem Leben erwecken sollte. Wie engagiert Herbert Struber diese Idee verfolgte,
zeigte sich höchst erfreulich bei der begeisternden Premiere am 25. November 2018. Die Bühnenbilder stammen von Iris Moosleitner, Elfriede Vitzthum sowie von Maturantinnen und Maturanten des Gymnasiums Hallein.

Die ,,Halleiner Puppenspiele‘‘, gegründet von Prof. Edmund Stierschneider und mitgetragen von dessen Gattin, traten in den Nachkriegsjahren bis Anfang der 1950-er Jahre in Erscheinung – mit insgesamt über 700 Aufführungen in den Nachkriegsjahren in den Bundesländern Salzburg, Oberösterreich, Steiermark, Tirol und im benachbarten Bayern. Eines der zahlreichen Stücke, die aufgeführt wurden, behandelte auch die Entstehung des Liedes ,,Stille Nacht‘‘. Die Puppenspiele mussten schließlich eingestellt werden, weil Prof. Stierschneider mittlerweile die ,,Halleiner Zeitung‘‘ gegründet hatte, um mit ihrer Hilfe die Gründung des Halleiner Gymnasiums durchzusetzen. Da blieb leider keine Zeit mehr für das Puppenspiel. Bühne und Puppen wurden am Dachboden des Gymnasiums gelagert. In den folgenden Jahrzehnten erodierte der Bestand an Puppen, Kulissen, Scheinwerfern, Bühnenteilen immer mehr, so dass man Herbert Struber besonders dankbar dafür sein muss, dass er die allerletzten Puppen in seine Obhut genommen hat, mit dem Ziel, in Hallein wieder ein Puppentheater auf die Beine zu stellen. Dass ihm dies nun so vortrefflich gelungen ist, dafür gratuliert und dankt ihm auch DER SALZSCHREIBER sehr herzlich.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Die beiden Hauptfiguren des Puppenspiels ,,Gruber und Mohr‘‘. FOTO 2: Der Musikum-Kinderchor neben der Puppenbühne. FOTO 3: Pianist Helmut Zeilern. FOTO 4: Gitarrist Wolfgang Guttmann und Geiger Mag. Balacs Moldiz. FOTOS 5 und 6: Die jungen Schauspieler/innen auf den Podesten zu beiden Seiten der Puppenbühne. FOTOS 7 bis 10: Nach der Vorstellung präsentierten sich unter herzlichem Applaus, die Puppenspieler und Puppenspielerinnen mit ihren Puppen vor der Puppenbühne dem begeisterten Publikum. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Es begann im Jänner 2017 mit einem Verkauf in ebay: Michael Neureiter, Präsident der Stille Nacht Gesellschaft, erkannte den bereits verkauften, schadhaften Kanzleischrank als Möbel aus der Pfarrkanzlei, denn er hatte selbst in den Siebzigerjahren daran gearbeitet. Seine Vermutung, dass das gute Stück aus der Zeit Franz Xaver Grubers stamme, wurde durch ein Gutachten bestätigt, das Florian Knopp, Leiter des Keltenmuseums und des Stille Nacht Museums Hallein, vom Dorotheum in Salzburg erbat. Das Möbel wurde mit „etwa 1830“ datiert. Damit war auch klar: Franz Xaver Gruber hat in seiner Halleiner Zeit (1835-1863) wohl immer wieder an diesem Schrank gearbeitet. Ein Teil seiner Anstellung umfasste schließlich auch Verwaltungsaufgaben.
 

Im Auftrag des Stille Nacht Museums Hallein, restaurierte Georg Seyer mit seiner Tochter Isabell in seiner Werkstätte in Mauthausen, das ziemlich ramponierte Möbelstück aus Weichholz, in Kirsche furniert, und brachte es nun nach Hallein zurück. Hier soll es eine neue Verwendung im Stille-Nacht-Bezirk bekommen. „Ich freue mich über die Heimkehr des Kanzleischranks und die Initiative des Stille Nacht Museums: Ohne sie wäre das kostbare Stück verloren gewesen!“ meint Michael Neureiter, der bekanntlich 24 Jahre im Halleiner Mesnerhaus aufwuchs, wo vor ihm Franz Xaver Gruber, Organist und Chorregent in der Stadtpfarrkirche Hallein, mit seiner Familie 28 Jahre lang gewohnt hatte. – (Michael Neureiter).
 

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STEHENDEN FOTOS:

FOTO 1: Der ramponierte Kanzleischrank im Lager des Möbelrestaurators Georg Seyer in Mauthausen mit Michael Neureiter und Georg Seyer. FOTO 2: Der restaurierte Schrank nach der Rückkehr im Keltenmuseum Hallein: von links Isabell Seyer, Georg Seyer, Stadträtin Eveline Sampl-Schiestl, Michael Neureiter und Florian Knopp. – (Foto 1: Isabell Seyer, Foto 2: Dirk Böckmann, KMH).

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Alle Pfeifen wurden durchgestimmt, die Trakturen kontrolliert, fertig intoniert, jetzt können alle Register gezogen werden: Die neue Grober-Orgel in der Stadtpfarrkirche Hallein ist fertig. „200 Jahre Stille Nacht Heilige Nacht haben wir zum Anlass genommen, die desolate Orgel in Hallein komplett zu erneuern. So kann sie am 24. Dezember, also genau 200 Jahre nach dem Tag, an dem ,,Stille Nacht Heilige Nacht‘‘ in Oberndorf zum ersten Mal gesungen wurde, mit diesem weltbekannten Lied erklingen“, freute sich Landeshauptmann Wilfried Haslauer bei der lange ersehnten Einweihungsfeier für die neue Gruber-Orgel.

 

Die so genannte „Gruber-Orgel“ – benannt nach Franz Xaver Gruber, dem Komponisten von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ – wurde 1870 errichtet. 1962/1963 wurde sie abgebaut und durch ein Instrument mit damals neuartiger elektromagnetischer Pfeifensteuerung ersetzt. Doch schon bald versagte sie ihren Dienst und wurde 2011 schließlich stillgelegt. Sieben lange Jahre ertönte die Orgel nicht mehr. Nun wurden das historische Gehäuse und die Ziergitter saniert, beziehungsweise fehlende Teile ergänzt. Anschließend wurde darin die neue Orgel aufgebaut. „Das Zusammenfügen von Alt und Neu ist immer wieder eine Herausforderung“, so Georg Pfeifer von Rieger Orgelbau GmbH. Die Firma aus Schwarzach in Vorarlberg wurde mit den Arbeiten beauftragt. Das Kircheninstrument weist nun 27 Register auf, zwei Manuale (Klaviaturen) und ein Pedal auf. Die Ausführung erfolgte auch im Einklang mit dem Kirchenmusikreferat der Erzdiözese Salzburg und dem Bundesdenkmalamt. „Wir sind sehr froh, dass die Orgel nun wieder ‚alle Stückel‘ spielt und sie auch genau den Vorstellungen von Stille-Nacht-Komponist Franz Xaver Gruber entspricht, der hier in Hallein 30 Jahre lang Organist war“, betont Dechant Johann Schreilechner. Die Weihe der nun fertiggestellten Orgel nahm Altbischof Alois Kothgasser am 25. November 2018 ab 9 Uhr in Gegenwart zahlreicher prominenter Gäste vor, an ihrer Spitze Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Mit der Orgelweihe wurde auch eine neue Orgelkonzert-Reihe begründet. Deren Besucher erhalten zu den Orgel-Konzerttickets künftig auch kostenlose Eintrittskarten in das ,,Stille Nacht‘‘- Museum. Die neue Gruber-Orgel wird jedenfalls zu einem neuen Kultur-Mittelpunkt in Hallein. Das wurde schon beim ersten öffentlichen Orgelkonzert am Sonntag, 25. November um 14 Uhr mit Musikwissenschafter und Organist Philip Pelster bestätigt. Der Spitzenkönner, der offensichtlich über 10 Finger an jeder Hand verfügt, demonstrierte meisterhaft und eindrucksvoll die ungeheure Klangvielfalt der neuen Orgel von zarten, klaren Tönen bis zum machtvoll hereinbrechenden, gewaltigen, musikalischen Elementarereignis.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Alterzbischof Alois Kothgasser nahm die Weihe der neuen Gruber-Orgel in der Stadtpfarrkirche Hallein vor. FOTO 2: Alterzbischof Alois Kothgasser mit Dechant Johann Schreilechner. FOTO 3: Die Orgelweihe durch Alterzbischof Alois Kothgasser. FOTO 4: In der Kirche Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher, Kultur-Stadträtin Eveline Sampl-Schiestl, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Alterzbischof Alois Kothgasser und Bürgermeister Gerhard Anzengruber. Im Hintergrund die neue Orgel. FOTO 5: Organist Philip Pelster vom Kirchenmusik-Referat, Stefan Brandauer, Obmann des Pfarrgemeinderates und Obmann der privaten Orgel-Spendenintiative, die für die Errichtung der neuen Gruber-Orgel 150.000 Euro bereitstellte, Kulturstadträtin Eveline Sampl-Schiestl, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher. FOTO 6: Organist Philip Pelster und Landeshauptmann Haslauer an der neuen Orgel. FOTO 7: Das erste öffentliche Orgelkonzert bestritt auf glänzende Art Organist Philip Pelster. Nach dem Konzert informierte er Interessierte über die Details der neuen Gruber-Orgel. – (Odo Stierschneider, Salzburger Landeskorrespondenz. Fotos 1 bis 5: SLK / Franz Mayrhofer, Foto 6: OST.)

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In dankbarem Gedenken“ legte die Stille Nacht Gesellschaft, anlässlich des 231. Geburtstages von ,,Stille Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber, am Halleiner Gruber-Gedenk-Grab einen Kranz nieder. Gruber wurde vor 231 Jahren am 25. November 1787 in Hochburg geboren. „Wir gedenken in diesem ganz besonderen ,,Stille-Nacht‘‘-Jahr des Komponisten, der mit Joseph Mohr das Lied geschaffen hat, das heute ein Dreifaches bedeutet: Es ist Botschaft der Menschwerdung und des Ereignisses von Bethlehem; es ist ein unverzichtbarer Beitrag zur weihnachtlichen Festkultur; es ist ein weltweiter Baustein des Friedens!“ betonte Michael Neureiter, Präsident der Stille Nacht Gesellschaft, der selbst im Halleiner Gruberhaus aufgewachsen ist: „Wo Gruber seine letzten 28 Jahre lebte, durfte ich meine ersten 24 Jahre verbringen!“ Gemeinsam mit Neureiter legte Ingrid Zöttl den Kranz nieder. Sie ist Urururenkelin des Komponisten und engagiert sich in der Stille Nacht Gesellschaft vor allem in der Erforschung ihrer Familiengeschichte. – Das oben stehende Foto zeigt Ingrid Zöttl und Michael Neureiter am Gruber-Gedenk-Grab vor dem Halleiner ,,Stille Nacht‘‘-Museum mit dem Kranz der Stille Nacht Gesellschaft „In dankbarem Gedenken“ an den Komponisten, der vor 155 Jahren im Gruberhaus verstarb. – (Foto: Stille Nacht Gesellschaft)

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25 Jahre stellen ein stolzes Jubiläum dar. Vor allem für eine Kultur-Institution. Speziell für ein kleines, stets große Ansprüche an sich stellendes Theater wie das Halleiner Theater bodi end sole. Nachdem zwangsläufig der Routine am Feiern solcher Jubiläen eher marginale Größenordnungen zukommen, gab es auch hier eine charmante zeitliche Fehleinschätzung, über die sich das Jubiläums-Publikum richtig freuen durfte. So kündigte etwa, so wie andere Medien auch, DER SALZSCHREIBER im Kultur-Ressort an, das Jubiläum stünde unter der Devise ,,25 Jahre – 25 Minuten‘‘. Den Besuchern der Jubiläumsfeier leuchtete jedoch auf der Bühnenfläche im Theaterobjekt bereits die Plakataufschrift ,,25 Jahre – 2 x 25 Minuten‘‘ entgegen. Tatsächlich aber wurden es, unter dem begeisterten Beifall der Besucher, wohl mindestens ,,25 Jahre – 5 x 25 Minuten‘‘. Zielgerichtet und selbstbewusst ereignete sich das respektable Jubiläum des Theaters bodi end sole in der ,,Europäischen Theaternacht 2018‘‘ von Samstag, 17. auf Sonntag, 18. November 2018 auf der Bühne des Theaterobjektes.

Das Theater bodi end sole wurde 1993 von Christa Hassfurther gegründet und agiert im Theaterobjekt in der Davisstraße. Hier finden die Proben statt und hier kommen auch immer wieder Produktionen zur Aufführung. Man legt aber großen Wert darauf, immer wieder neue, zu den jeweiligen Stücken passende Orte in der Stadt Hallein und darüber hinaus aufzuspüren und zu bespielen. So wurden je nach Inszenierung, Industriehallen, Gasthöfe wie Stadtkrug-Freysitz, der Ziegelstadel, die Alte Schmiede oder auch Bergwerks-Stollen auf dem Dürrnberg zu Orten oft ungewöhnlicher Theaterabende. Zur Aufführung gelangen sowohl Werke zeitgenössischer, oft unbekannter Autoren, als auch Eigenproduktionen. Der Themenbogen spannt sich von der lokalen Geschichte bis zu aktuellen Themen der Gegenwart. Wo auch immer und was auch immer gespielt wird, das Theater bodi end sole will mit poetischen Mitteln einen zeitgemäßen Beitrag zu gesellschaftspolitischen Themen leisten. Erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowohl aus dem künstlerischen als auch aus dem technischen Bereich, gehören zum Team von bodi end sole. Darüber hinaus werden immer wieder professionelle Schauspieler und Schauspielerinnen der freien Szene für Projekte engagiert.

Im Rahmen der 25-Jahre-Feier gab es beeindruckende Lese-Darstellungen aus den Produktionen der vergangenen Jahre. Jede Minute der zumindest 5 x 25 Minuten (siehe oben) präsentierte sich entweder berührend und unterhaltend oder spannend und bezaubernd, entweder humorvoll und mitreißend oder staunenswert und begeisternd – souverän gestaltet von Christa Hassfurther und den Schauspielerinnen Ilse Lackenbauer, Astrid Fürhapter-Royer und Esther Rauch sowie von den Schauspielern Wolfgang Oliver und Bashir Khordahji, alle vom Theater bodi end sole. Da vernahm man derart schöne und einprägsame Sätze, so unvergesslich, dass sie mit Lichtkanonen auf die Felswände von Großem und Kleinem Barmstein projiziert werden müssten! Der Bühnenraum im Theaterobjekt war zusätzlich mit verschiedensten Theater-Erinnerungsstücken aus den vergangenen 25 Jahren dekoriert, auf den Seitenwänden verwiesen Plakate auf die rege Produktions-Tätigkeit bei bodi end sole in den zurückliegenden 25 Jahren. Wir wollen hier alle Produktionen noch einmal in Erinnerung rufen.

DIE CHRONOLOGIE DER PRODUKTIONEN
DES THEATERS BODI END SOLE
IN DEN VERGANGENEN 25 JAHREN

1993 Bahnhofskathedrale.
1994 Auf hoher See. Von Slavomir Mrozek
1995 Biografie. Ein Spiel, Max Frisch
1995 Tschikweiber.
1996 Rosemarie Nitribitt. Uraufführung von Werner Kließ
1996 Tschikweiber. Wiederaufnahme
1997 Salinenstadt 0. (nicht öffentliche Lesung)
1998 Fürstin Manka Dunka isst was sie ist. Texte von Danijil Charms
1998 Salinenstadt 1.
1999 Salinenstadt 2.
2001 Tschikweiber. Neuauflage
2002 Tschikweiber. Neuauflage
2003 Café Kosmos. Texte von Jura Soyfer
2004 Eine wundersame Nacht. Von Slawomir Mrozek
2005 Eine wundersame Nacht. Von Slawomir Mrozek
2006 Eine wundersame Nacht. Von Slawomir Mrozek
2004 sünden-fälle. unddaslebengehtweiter
2005 Leben mit dem Wurm. Von Marinko Slakeski, Österr. Erstaufführung
2005 Volpone. Von Stefan Zweig
2006 Push Up. Von Robert Schimmelpfennig
2006 Strings – A Play. Stück für 1 Gitarristin und 1 Schauspieler.
         Musik von Augustin Castilla-Avila
2007 Ein Abend mit Zarah Leander. Lieder und kritische Texte
2007 Lysistrate. Nach Aristophanes
2008 M wie Medea. Von Constanze Posauz
2008 Push Up. Wiederaufnahme
2008 Eine wundersame Nacht. Wiederaufnahme
2009 Volpone. Wiederaufnahme im Stefan-Zweig-Centre Salzburg
2009 Zwei alte Damen tanzen Walzer. Nach dem Roman ,,Liebe Schwestern‘‘
         von Renate Welsh
2010 Zaira. Nach dem Roman von Catalin D. Florescu
2011 Zweig.Stellen.
2011 sie haben heut abend gesellschaft. Von Andri Beyeler
2012 sie haben heut abend gesellschaft. Von Andri Beyeler
2012 Piano Nobile.
2013 Wittgenstein! Selbstmord ist immer eine Schweinerei
2014 Don Qu. die unmögliche möglichkeit, in die welt zu passen.
2015 Wittgenstein! Selbstmord ist immer eine Schweinerei. Wiederaufnahme
2016 Überall Nirgends lauert die Zukunft. Von Vladimir Vertlib
2017 Blinde Kuh oder Kafkas Labyrinth.
2017 Enigma. Vom Geheimnis der Freundschaft
2018 Gilgamesh 21.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1:
Christa Hassfurter, Gründerin des Theaters bodi end sole, im Bühnenbereich des Theaterobjektes. Hier waren auch verschiedene Erinnerungsstücke aus den Aufführungen der vergangenen 25 Jahre zu bewundern. FOTOS 2, 4, 7 und 9: Christa Hassfurter wob den Rahmen und gestaltete den größten Anteil der Lese-Darstellungen immer wieder als fesselnde Sprecherin, die sich routiniert auf verschiedene Stücke der letzten 25 Jahre, auch durch einfache aber wirkungsvolle Veränderungen ihrer Kleidung, einzustellen wusste. FOTO 3: Ilse Lackenbauer, FOTO 5: Wolfgang Oliver, FOTO 6: Astrid Fürhapter-Royer, FOTO 8: Bashir Khordahji. Die vier abgebildeten Schauspielerinnen und Schauspieler beeindruckten durch ihr großes Engagement und durch die hohe Gestaltungskraft ihrer Lese-Darbietungen. FOTOS 10 und 11: An den seitlichen Begrenzungen des Bühnenraumes waren auch Plakate von Aufführungen während der letzten 25 Jahre angebracht. FOTO 12: Interessierte konnten in alten Programmen des Theaters bodi end sole stöbern und reizvolle Nachschau halten. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Das zweite Schauspiel, das im Festspiel-Sommer 2019 von den Salzburger Festspielen auf der Halleiner Perner-Insel geboten wird, ist LILIOM, eine Vorstadtlegende in sieben Bildern von Ferenc Molnár (1878–1952). Eine Neuinszenierung und Ko-Produktion mit dem Thalia-Theater Hamburg. Die deutsche Version von LILIOM stammt von Alfred Polgar. Die Premiere findet am Samstag, 17. August 2019 um 19,30 Uhr statt. Weitere sieben Vorstellungen sind zwischen 19. und 28. August geplant. Mit der letzten Vorstellung endet der Festspielsommer 2019 auf der Perner-Insel. Unter Regie von Kornél Mundruczó ist Monika Pormale für die Bühne zuständig, Sophie Klenk-Wulff für den Bereich Kostüme, Oskars Paulins verantwortet die Lichtgestaltung und János Szemenyei ist für die Musik verantwortlich. Die Dramaturgie liegt in Händen von Soma Boronkay, Christina Bellingen und Kata Weber. Die Aufführung erfolgt in deutscher Sprache, es werden aber Übertitel in englischer Sprache eingeblendet. Im 165 Seiten umfassenden Programmbuch der Salzburger Festspiele 2019 verfasste Dramaturgin Christina Bellingen einen ausführlichen Beitrag zum Schauspiel LILIOM und stellte an dessen Beginn das folgende Zitat: ,,Angst hab‘ ich keine vor der Polizei dort oben, wenn man mich nur vorlassen wird bis zum Herrgott …‘‘

LILIOM, ein Strizzi, ein ungehobelter Karusselausrufer, ein ,,Hutschenschleuderer‘‘ im Budapester Stadtwäldchen, fasst die Dienstmädchen nicht nur ungefragt um die Taillen. Trinkgelage und Raufereien ziehen den Frauenschwarm an, der sich von der nicht ohne Grund eifersüchtigen Karusselbesitzerin Frau Muskat aushalten und durchfüttern lässt. Bis er seiner großen Liebe begegnet: Julie: Gemeinsam werfen Sie alles hin, brennen durch und finden Unterkunft bei der verwandten Fotografin Hollunder. Diese durchschaut und verachtet den arbeitslosen Draufgänger, der kein Geld nach Hause bringt und in seinem Frust begonnen hat, seine geliebte Julie zu schlagen. Die Not wird besonders bedrückend, als die Beiden ein Kind erwarten. Nichts gelingt LILIOM. Ein Raubüberfall, in den ihn die Unterweltgestalt Ficsur mit hineinzieht endet tödlich. ,,Ich mein´‘‘ hatte LILIOM zu Beginn optimistisch verkündet, ,,aus einem Hendlfanger und einem nichtsnutzigen Kerl … da kann auch noch ein Mensch werden.‘‘ In seinem Fall ein Irrtum. Auch als er nach 16 Jahren Fegefeuer in die Welt zurückkehren darf, ist keine Besserung in Sicht.

Regisseur Kornél Mundruczó rollt die ,,Vorstadtlegende in sieben Bildern‘‘, wie das Stück LILIOM im Untertitel heißt, von rückwärts auf: LILIOM ist bereits tot und muss vor dem Jüngsten Gericht zu seinen Taten Rede und Antwort stehen. Es ist eine Rückschau in eine andere, ferne Zeit. Weshalb konnte er die Spirale der Gewalt nicht durchbrechen? Wieso fehlt ihm bis zuletzt das Bewusstsein für die eigene Schuld? Bei Mundruczó ist es ein Chor der Nonkomformisten, vor dem sich der prügelnde Draufgänger, der glaubt, es stets gut gemeint zu haben, verantworten muss.

Der ungarische Schriftsteller und Journalist Ferenc Molnár soll seine Stücke in überfüllten Cafehäusern geschrieben haben und die Figuren begegneten ihm während seiner Reportage-Recherchen etwa im Budapester Stadtwäldchen. LILIOM, Molnárs meistgespieltes Stück, bekam nach der misslungenen Uraufführung 1909 in Budapest, eine zweite Chance in Wien. In seiner Übersetzung verlegt Alfred Polgar die Handlung in den Wiener Prater. So wurde das Stück zum Publikums- und mehrfach verfilmten Welt-Erfolg. ,,Die Gefühls-Ebene des Werkes ist durch eine Linie gekennzeichnet, auf der Brutalität und Zartheit einander begegnen. … Dieses Irrationale des Herzens – an einem einfachsten Menschentyp in einem einfachsten Beispiel aufgezeigt – gibt dem Spiel seine höhere Ratio.‘‘ (Alfred Polgar).

LILIOM-Regisseur Kornél Mundruczó, in Gödöllö in Ungarn geboren, zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Theater- und Film-Regisseuren Ungarns. Seine Kurz- und Spiel-Filme wurden mit zahlreichen internationalen Preisen prämiert und waren auch in deutschen Kinos zu sehen. 2014 gewann ,,Underdog (White God)‘‘ auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes den Hauptpreis in der Sektion ,,Un Certain Regard‘‘, bevor sein Film ,,Jupiters Moon‘‘ im offiziellen Wettbewerb gezeigt wurde. Seine Schauspiel-Inszenierungen ,,Das Eis von Vladimir Sorokin‘‘ (Gastspiel bei den Wiener Festwochen) und ,,Das Frankenstein – Projekt‘‘ machten Kornél Mundruczó auch im Theater bekannt. Seit 2009 ist die von ihm gegründete ,,Theaterkompanie Proton Theater‘‘ weltweit auf Festivals eingeladen. Mit dem ,,Thalia Theater‘‘ verbindet den LILIOM-Regisseur eine jahrelange Zusammenarbeit. Kornél Mundruczós erste Inszenierung in Deutschland ,,Judas-Evangelium‘‘, eröffnete die Intendanz von Joachim Lux 2009 im ,,Thalia-Theater‘‘. LILIOM ist – nach dem Stück ,,Judas-Evangelium‘‘, der Uraufführung von ,,Die Zeit der Besessenen‘‘ (nach Dostojewskij) und nach ,,Die Weber‘‘(nach Gerhart Hauptmann) – bereits die vierte Begegnung zwischen dem Regisseur und dem Ensemble des ,,Thalia Theaters‘‘.

Folgende Schauspielerinnen und Schauspieler gestalten das zweite Schauspiel LILIOM der Festspiel-Sommersaison 2019 auf der Halleiner Pernerinsel: Jörg Pohl Liliom, Maja Schöne Julie, Oda Thormeyer Frau Muskat, Marie Löckner Marie, Julian Greis Wolf Beifeld, Thilo Werner Ficsur, Sandra Flubacher Frau Hollunder, und andere. – Das Programmbuch 2019 der Salzburger Festspiele wurde durchgehend mit Arbeiten von Joseph Beuys illustriert. Das oben abgebildete Werk ,,Die Frau zeigt dem Mann ihr Bauwerk‘‘ entstand 1960 und wurde dem Beitrag über das Schauspiel LILIOM vorangestellt. – (Christina Bellingen, Odo Stierschneider. Foto: Stiftung Museum Moyland / Maurice Dorren).

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Das Schauspiel SOMMERGÄSTE von Maxim Gorki (1868 bis 1936) in einer Bearbeitung von Dramaturgin Sabrina Zwach, läutet die Spielsaison 2019 der Salzburger Festspiele auf der Halleiner Perner-Insel ein. Premiere ist am Mittwoch, 31. Juli um 19,30 Uhr. Von Donnerstag, 1. August bis Donnerstag 8. August wurden täglich – mit einer Pause am Sonntag, 4. August – noch weitere 7 Vorstellungen angesetzt. Unter Regie von Mateja Kolecnik ist Raimund Orfeo Voigt für die Bühne zuständig, Ana Savic Gecan für die Kostüme und Tamas Banyai für den Bereich Licht. Die Choreografie liegt in Händen von Matija Ferlin, Philipp Haupt ist für den Bereich Vidoe zuständig und Sabrina Zwach für die Dramaturgie. Bei der Vorstellung werden auch Untertitel in englischer Sprache geboten. Im Programmheft, besser im Programmbuch 2019 der Salzburger Festspiele mit respektablen 165 Seiten, stellt Sabrina Zwach ihrem nun folgenden Beitrag über das Stück SOMMERGÄSTE folgendes Zitat an den Anfang: ,,Die Elite – das sind nicht wir! Wir sind Sommergäste in unserem Land … Wir sind ausschließlich damit beschäftigt, uns eine bequemen Platz im Leben zu suchen.‘‘

Eine Gruppe gebildeter, gut situierter, intelligenter Großstädter in den besten Jahren, verbringt den Sommer im gemieteten Ferienhaus des Rechtsanwalts Bassow auf dem Land und vertreibt die lähmende Langeweile des sie verbindenden kleinbürgerlichen Umfelds mit seichten Gesprächen und viel Alkohol. Ein Schriftsteller kommt zu Besuch. Warwara, die Frau des Gastgebers, fühlt sich zu ihm hingezogen und lässt dafür den Lebemann Rjumin abblitzen, der ihr verfallen zu sein scheint. Suslow, ein Bauingenieur aus der Gruppe, trinkt. Die mehrfache Mutter Olga schwankt zwischen Hass auf ihren erfolglosen Mann, den Arzt, und sich selbst während sich die Ärztin Marja in den wesentlich jüngeren Wlas verliebt. Der ehemalige Fabrikant beobachtet und genießt … Über alledem steht die Frage nach dem Sinn in einem selbstbezüglichen, narzisstischen, vollkommen unpolitischen Kosmos – und das macht Gorkis Szenen so aktuell.

Am 10. November 1904 kommt Gorkis Drama in Sankt Petersburg erstmals auf die Bühne. ,,Die Aufführung der >Sommergäste< war ein Skandal und ich bin zufrieden, schreibt Autor Gorki und ergänzt: ,,Das Stück ist nicht besonders, aber ich habe getroffen, wohin ich gezielt habe!‘‘ Das Werk erscheint in politisch angespannten Zeiten, am Vorabend zur Revolution 1905. Gorki, der am Streik der Arbeiter am 9. Jänner 1905 teilgenommen hat, wird verhaftet, das Stück daraufhin abgesetzt und – aufgrund des politischen Drucks – im Herbst desselben Jahres jedoch wieder freigegeben. Mehrfach waren Aufführungen zur politischen Demonstration genützt worden – Zuschauer verlasen etwa Aufrufe, die Regierung zu stürzen – weshalb Gorkis SOMMERGÄSTE aus dem gesellschaftlichen Kontext der Entstehung heraus auch immer vor einem politischen Hintergrund gelesen wurde.

,,Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele‘‘, so Gorki. Mateja Koleznik verfolgt diesen Gedanken generell in ihrer Arbeit und im Kontext der SOMMERGÄSTE einmal mehr, da sich die Begriffe ,,Gesellschaft‘‘ und ,,Kunst‘‘ seit der Entstehung des vieraktigen Dramas 1904 grundlegend verändert haben. Der Schriftsteller etwa, der auf die Sommerfrischler trifft, ist nicht mehr ins Heute übertragbar, da die Kunst als Gegenpol zur Gesellschaft verloren gegangen ist. Hat die Gesellschaft damit auch ihre Seele verloren? Und was bedeutet das für das Theater, das Kunst sein will? Das sind Fragen, die sich schon in der Entstehungszeit andeuteten.

Mateja Koleznik zählt zu den bedeutendsten Regisseurinnen Sloweniens. Ihr Debüt im deutschsprachigen Raum gab sie 2012 mit Witold Gombrowicz’s Yvonne, Prinzessin von Burgund. Eine Produktion, die zu zahlreichen internationalen Festivals eingeladen wurde. Unter anderem auch nach Maribor. Dort wurde ihre Produktion von Ibsens John Gabriel Borkman 2013 mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. – Eine präzise Auseinandersetzung mit den Texten wie des Stückes SOMMERGÄSTE, die fast mikrochirurgische Sezierung der Psychologie der jeweiligen Figuren-Konstellationen und starke ästhetische bzw. formale Inszenierungs-Konzepte zeichnen Mateja Kolezniks Arbeiten aus. Sie sind mittlerweile im gesamten deutschsprachigen Raum zu sehen.

 

Folgende Schauspieler gestalten das Festspiel-Schauspiel SOMMERGÄSTE im August 2019 auf der Halleiner Perner-Insel: Primoz Pirnat Sergej Bassow, Rechtsanwalt. Genija Rykova Warwara Michajlowna, seine Frau. Gerti Drassl, Kalerija, Bassows Schwester. Paul Behren Wlas, Bruder von Warwara. Sascha Nathan Pjotr Suslow, Ingenieur. Aenne Schwarz Julija Filippowna, sein Frau. Jana Zupancic Olga Aleksejewna. Marko Mandic Pawel Rjumin. Marie-Lou Sellern Marja Lwowna, Ärztin. Maresi Riegner Sonja, ihre Tochter. Martin Schwab Doppelpunkt, Suslows Onkel. Till Firit Nikolaj Samyslow, Bassows Assistent. Felix Kammerer Simin, Student. Gunther Eckes Pustobajka, Wächter auf Bassows Datscha. Thomas Gräßle Kropilkin. Und andere Darsteller. – Das Programmbuch 2019 der Salzburger Festspiele wurde durchgehend mit Arbeiten von Joseph Beuys illustriert. Die oben abgebildete Arbeit, betitelt mit ,,Zwei Frauen‘‘, entstanden1958, wurde den Erläuterungen zum Schauspiel SOMMERGÄSTE vorangestellt. – (Sabrina Zwach, Odo Stierschneider. Foto: Stiftung Museum Moyland / Maurice Dorren).

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Die alljährliche Jahres-Pressekonferenz der Salzburger Festspiele am 14. November 2018 lieferte einen ausführlichen Überblick auf die bevorstehende Spielsaison 2019. Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler, Intendant Markus Hinterhäuser, Schauspiel-Leiterin Bettina Hering und Konzert-Leiter Florian Wiegand gaben einen faszinierenden und bestechenden Einblick auf das grandiose Programm des Jahres 2019. Für die Halleiner Festspiel-Insel ergibt sich ein besonders erfreulicher Ausblick, denn nach mehreren Jahren, werden im Festspielsommer 2019 auf der Perner-Insel, wieder zwei verschiedene Schauspiel-Aufführungen geboten: ,,Sommergäste‘‘ von Maxim Gorki und ,,Liliom‘‘ von Ferenc Molnár. Untenstehend ein gestraffter Blick auf die beiden Stücke. Die Spieldauer von ,,Sommergäste‘‘ beginnt auf der Perner-Insel am 31. Juli mit der Premiere und verläuft durchgehend bis 8. August. Die nächsten 9 Tage sind spielfrei. Am 17. August ist die Premiere von ,,Liliom‘‘. Vom 19. bis 28. August folgen noch 7 weitere Vorstellungen. Es werden hier im SALZSCHREIBER noch zwei weitere Beiträge veröffentlicht, die sich jeweils ausführlich mit einem der beiden Stücke auseinandersetzen.


MAXIM GORKI: SOMMERGÄSTE
EINE BESTECHENDE ÄSTHETISCHE KONZEPTION

Maxim Gorki schrieb sein Stück SOMMERGÄSTE im Jahr 1904, am Vorabend der Russischen Revolution, in einem ideologischen Vakuum. Über dem darin beschriebenen Gesellschaftspanorama steht die Frage nach dem Sinn in einem selbstbezüglichen, narzisstischen, vollkommen unpolitischen Kosmos, die heute aktueller denn je erscheint. Mateja Koležnik inszeniert das Stück auf der Perner-Insel. Ihre Arbeiten sind bekannt für eine präzise textliche Auseinandersetzung, eine fast mikrochirurgische Sezierung der psychologischen Figurenkonstellationen und eine bestechende ästhetische bzw. formale Konzeption. Es spielen unter anderem: Martin Schwab, Primož Pirnat, Genija Rykova, Gerti Drassl und Aenne Schwarz. Premiere auf der Perner-Insel am 31. Juli 2019.


FERENC MOLNÁR: LILIOM

DIE GESCHICHTE EINES UNVERBESSERLICHEN

Nach 16 Jahren im Fegefeuer darf Liliom in die Welt zurückkehren, doch er hat sich kein bisschen gebessert. – An diesem Punkt setzt Regisseur Kornél Mundruczó mit seiner Neuinszenierung von Ferenc Molnárs Liliom auf der Halleiner Perner-Insel in Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg an: Er rollt die Geschichte von hinten auf. Der Strizzi Liliom muss in einer Rückschau vor dem Jüngsten Gericht zu seinen Taten Rede und Antwort stehen. Kornél Mundruczó, 1975 geboren, zählt zu den wichtigsten und vielfach ausgezeichneten zeitgenössischen Theater- und Film-Regisseuren Ungarns. Seine Filme, wie zuletzt Jupiter’s Moon, waren mehrfach bei den Filmfestspielen in Cannes zu sehen. Es spielen: Jörg Pohl (Liliom), Maja Schöne (Julie), Oda Thormeyer (Frau Muskat), Marie Löcker (Marie), Julian Greis (Wolf Beifeld), Tilo Werner (Ficsur) und Sandra Flubacher (Frau Hollunder). Premiere ist am 17. August 2019. Das oben stehende Foto zeigt Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler und Intendant Markus Hinterhäuser. (Presseaussendung der Salzburger Festspiele, Odo Stierschneider. Foto: Franz Neumayr).

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Das einstige Halleiner Kultur-Café Kurkuma wandelt sich unter seinen neuen Betreibern Lea und Günther zum Pan Café. Präzise: Zum neuen Halleiner Kulturtempel Pan Café, denn die eingeführte und bewährte Kulturschiene wird weitergeführt! Das kulturelle Geschehen im Pan Café wird am Sonntag, 1. Dezember 2018 um 19 Uhr, mit einer prominenten Persönlichkeit eröffnet – mit dem begnadeten Gitarren-Artist Peter Ratzenböck! Der ungemein sympathische ,,Mann mit den schnellen Fingern‘‘ verfügt über eine spezielle und langjährige Beziehung zur Kulturstadt Hallein. Er stand nicht nur beim einstigen glorreichen ,,Folkfestival‘‘ mehrmals auf er Bühne, er hielt vor Ort auch mehrere Gitarrenkurse und präsentierte zahlreiche Konzerte vor einem stets begeisterten Publikum. Es verwundert nicht, dass sich die enge Beziehung zu Hallein auch in der künstlerischen Arbeit von Peter Ratzenbeck ausdrückt. So gibt es eine von ihm arrangierte Version von Franz Xaver Grubers ,,Stille Nacht, heilige Nacht‘‘ (CD Spheres 2012) und eine von ihm komponierte Hommage an die Stadt Hallein: ,,Ich denke oft an Hallein‘‘ (CD Outremer 1995). Eintrittskarten für den 1. Dezember sind um 20 Euro erhältlich, im Vorverkauf um 16/18 Euro. Dieser beginnt im Pan Café ab 17. November 2018. Tickets gibt es auch online und spesenfrei unter www.forum-hallein.at

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In der EUROPÄISCHEN THEATERNACHT 2018, am Samstag, 17. November um 20 Uhr, wird in der Stadt Hallein ein besonderes Fest geboten: Die Feier zum 25-jährigen Bestehen des Theaters ,,bodi end sole‘‘ im theater/objekt, Davisstraße 7. Das Theater-Jubiläum wird unter dem Titel ,,25 JAHRE IN 25 MINUTEN‘‘ präsentiert. Bilder, Kostüme, Erinnerungsstücke, alles zusammengetragen aus 25 Jahren, werden zu einer bunten Ausstellung. Die Zuschauer*innen sind Teil der Installation und werden mit besonderen Erinnerungsstücken überrascht. Beispiel: Die letzte Zigarre, die in Hallein gedreht wurde. (Anmerkung von bodi end sole: Agnes Primocic, die ehemalige Zigarrenfabriks-Arbeiterin, die 104 Jahre alt wurde, hat uns 1995 gezeigt, wie das Zigarren-Drehen geht). Weiters wird beim Jubiläums-Fest von bodi end sole Musik geboten, die für Produktionen des Theaters komponiert worden war, die Zuschauer*innen werden durch Stücke, Orte und Situationen der ersten 25 Jahre von bodi end sole geführt. Die Gestaltung liegt in Händen von Christa Hassfurther, Bashir Khordahji und Wolfgang Oliver. Es kocht an diesem Abend Christiane Rußegger. Also: Theater und Fest, Performance und Quiz, Installation und Gespräch im Theater bodi end sole, am 17. November, Einlass bereits ab 19 Uhr. Anmeldung: tickets@bodiendsole.at oder Mobil: +43 699 10070705. – Eine Woche später, am Samstag, 24. November 2018, wird im theater/objekt von bodi end sole, Davisstraße 7, eine tragikomische Performance, das Erfolgsstück ,,Ich will noch nicht sterben‘‘ von kollektivKOLLINSKI dargeboten. Konzeptidee und Organisation: Susanne Lipinski. Drei Menschen spielen lustvoll gegen den Tod an. Anmeldung: susannelipinski@gmx.at oder Mobil: +43 650 9806344. – (bodi end sole, Odo Stierschneider. Foto: bodi end sole).

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Noch Franz Xaver Gruber, Komponist des heuer besonders im Mittelpunkt stehenden Liedes ,,Stille Nacht‘‘, hatte als langjähriger Organist in Hallein, die alte Orgel für die Halleiner Stadtpfarrkirche konzipiert. Der bekannte Salzburger Orgelbauer Johann Nepomuk Carl Mauracher vollendete sie um 1870, sieben Jahre nach Grubers Tod in Hallein. 100 Jahre später, 1962, wurde aus damals zeitbedingter, heute freilich unverständlicher Begeisterung, das Instrument abgebaut, um einer modernen, elektromagnetischen und preisgünstigen Pfeifensteuerung Platz zu machen. Doch schon 30 Jahre später wurde das Instrument zunehmend unbrauchbar. Tasten, Pfeifen und Register funktionierten vielfach nicht mehr, das Innere des Orgelgehäuses befand sich in ruinösem Zustand. Die Holzkonstruktion war vom Wurm zerfressen, der Zustand der Orgelpfeifen desolat. Die Magnetsteuerung galt längst als überholt und musikalisch unbefriedigend, das dafür verwendete Material war minderwertig. Schließlich konnte zuletzt die Orgel nur noch mit besonders artistischem Geschick bespielt werden und kam immer seltener zum Einsatz. 2011 wurde sie schließlich endgültig stillgelegt.

Von einer Reparatur der Orgel mit ihrer mangelhaften elektromagnetischen Pfeifensteuerung, haben in den vergangenen Jahren insgesamt drei Gutachten der diözesanen Orgel-Kommission dringend abgeraten. So wurde ein neues Instrument in Auftrag gegeben, für das die private Halleiner Orgel-Spendeninitiative, die Stadt Hallein und das Land Salzburg als die drei größten Beitragszahler außerhalb der Stadtpfarre Hallein, jeweils 150.000 Euro, insgesamt also 450.000 Euro bereitstellten. Zu den aktiven Mitarbeitern der privaten Halleiner Orgel-Spendeninitiative gehören neben Dechant Hans Schreilechner derzeit als Obmann Pfarrgemeinderats-Obmann Stefan Brandauer, Kulturstadträtin Eveline Sampl-Schiestl als Obmann- Stellvertreterin, Friedl Bahner, Odo Stierschneider, Sepp Grabner, Markus Stepanek, Peter Hofrichter, und Jonathan Werner.

Die Errichtung der neuen Orgel erfolgte planmäßig. Vier Wochen vor der Weihe des Instruments am Sonntag, 25. November 2018, durch Alterzbischof Dr. Alois Kothgasser,
wird sie bereits in vollem Umfang bespielt. Intonateur Ekkehard Fehl ist bereits intensiv mit der Feinabstimmung der neuen Orgel beschäftigt. Diese Tätigkeit erfolgt sowohl oben an der Klaviatur der Orgel, als auch von unten in der Kirche mit Hilfe einer mobilen Test-Klaviatur, die per Kabel mit der Orgelklaviatur verbunden ist. Sie ermöglicht die Ansteuerung der Orgel aus verschiedensten Positionen in der Kirche – und gleichzeitig die alles entscheidenden Hörproben. Erster Eindruck: Die Orgel bietet eine begeisternde Klangfülle, die Töne zeichnen sich durch besonders volles, angenehmes Volumen aus, auch die zartesten Töne kommen unten bei den Kirchenbesuchern hervorragend an. Schwärmte ein Mitglied aus der mehrköpfigen Orgelbau-Mannschaft: ,,Die Halleiner Orgel wird eine neue Attraktion in der gesamten Erzdiözese!‘‘

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Bereits Geschichte: Monatelang stand das Orgel-Gehäuse leer. FOTO 2: Das Innere des Orgel-Gehäuses bildete einen großen Leerraum. FOTOS 3 und 4: Die ersten Bestandteile der neuen Orgel wurden per LKW bis vor die Stadtpfarrkirche transportiert und von Halleins Kultur-Stadträtin und Helfern in die Stadtpfarrkirche gebracht. FOTOS 5 und 6: Alsbald stapelten sich die Orgel-Bestandteile im rückwärtigen Teil der Stadtpfarrkirche. FOTOS 7 bis 9: Die ersten fotografischen Kostproben zeigen, dass das Innere der neuen Orgel durch die neue Technologie und die meisterhafte Holzverarbeitung mit großartigem optischen Auftritt begeistert. FOTOS 10 und 11: Intonateur Ekkehard Fehl testet das neue Instrument sowohl oben an der Orgel-Klaviatur als auch unten in der Kirche mit der mobilen Test-Klaviatur. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Eröffnungstermin: Donnerstag, 8. November 2018 um 19.30 Uhr.

Eröffnung durch Heinrich Schellhorn, Landeshauptmann-Stellvertreter.

Zur Ausstellung spricht Peter Husty, Chefkurator Salzburg Museum.

Dauer der Ausstellung: 9. November bis 22. Dezember 2018.

Geöffnet: Mittwoch bis Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr.
Das Ausstellungsprojekt wird unterstützt von der ,,Stille Nacht‘‘ GmbH.


Der Tennengauer Kunstkreis präsentiert in seiner letzten Ausstellung des Jahres 2018 Arbeiten der Tiroler Künstlerin Maria Peters. Gezeigt wird ein Auszug aus dem Projektzyklus Lost to regain, in dem sich die Künstlerin mit der technischen Optimierung des Menschen und der Frage der Überschreitung des Menschseins durch die Verbindung mit neuen Technologien befasst. Für dieses 2016 begonnene Buchprojekt hat die Künstlerin eine neue Erzählform entwickelt, die sie Novelle Montage nennt – ein Erzählen in Raum und Zeit zwischen Kunst, Science Fiction und Fantasy. Ihre Romanfiguren werden lebendig und begegnen mitunter dem Publikum in Ausstellungen, Performances und einem Blog (www.novelle-montage.com).

 

Im Kunstraum pro arte wird die Episode 4 des Zyklus erzählt, in dessen Zentrum die historische Figur Maria Wolkonskaja und ihre besondere Beziehung zum Lied „Stille Nacht“ stehen. Im 19. Jahrhundert folgte Maria Wolkonskaja ihrem Ehemann in die Verbannung nach Sibirien, wo ihr Haus zum kulturellen und gesellschaftlichen Zentrum in Irkutsk wurde. Wie aber kam das Lied „Stille Nacht“ bis nach Irkutsk am Baikalsee? Anhand des Lebenswegs der Maria Wolkonskaja erzählt die Künstlerin Maria Peters eine Geschichte über das Weitergeben von Erinnerungen, über Visionen möglicher Zukünfte aus fragmentierten oder verloren geglaubten Vergangenheiten und über das Wünschen als magische Fähigkeit. Sie öffnet dabei einen Raum zum Innehalten und Nachdenken - über das was uns in dieser Welt als weitergebenswert erscheint, welche Fähigkeiten für eine glückliche Zukunft wertvoll erscheinen und welche Gefahren im Traum nach Unsterblichkeit enthalten sind. Dieser Traum von Unsterblichkeit wurde schon von Wolkonskaja thematisiert, und nun, mit seiner nahenden Einlösung durch Neurowissenschaften und Genforschung, zu einer immer realeren Möglichkeit.

 

Kurzbiografie Maria Peters:
1966 in Tirol/Austria geboren.
1984 - 2007 freischaffende Restauratorin für Wandmalerei
1996 - 2002 Studium in Wien, Univ. für Angewandte Kunst (Prof. Bernhard Leitner) und Akademie der Bildenden Künste (Renée Green)
Lebt und arbeitet seit 2017 wieder in Wien.

 

Zu den oben stehenden Fotos:
FOTO 1: Portraitfoto Maria Peters. (Foto: Dr. Gunther Bakay).
FOTO 2: IchHörteDenKlangDerSterne, Collage, Maria Peters.

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Plan B – das ist eine engagierte Gruppe künstlerisch begeisterter Menschen, die ihrer Kreativität in der gemeinsamen „Offenen Werkstatt“ in Hallein, Kornsteinplatz 10, freien Lauf lassen. Das Erfreuliche dabei: Die Mitglieder von Plan B wollen ihre Begeisterung für die Kunst, das dazu nötige Wissen und Können an alle Interessierten weitergeben. In der einzigartigen, stimmungsvollen, von Säulen getragenen, für alle Neugierigen Offenen Gewölbe-Kunstwerkstatt, können alle, die künstlerisch tätig sein wollen, ihre eventuell vorhandene Hemmschwelle vor einer künstlerischen Betätigung abbauen. Anhand der ständig ausgestellten, vielfältigen künstlerischen Arbeiten in der Offenen Werkstatt, findet jede Besucherin und jeder Besucher reichliche Möglichkeiten vor, den Künstler in sich zu entdecken.

 

Die freundlichen, sympathischen und von der Kunst begeisterten Künstlerinnen und Künstler der Gruppe Plan B, bieten anhand der ausgestellten Werke, erklärende Gespräche und laden Interessierte ein, gleich durch einen Selbstversuch festzustellen, wohin die faszinierende und aufregende künstlerische Reise hingehen könnte. Das hilfreiche Team von Plan B mit Namen und künstlerischer Ausrichtung: Hannes Bernhofer (Drechseln, Metallskulpturen), Robert Bernhofer (Raku-Keramik, Klein-Skulpturen), Ulli Fritzl (Speckstein), Günther Reiter (Speckstein), Bernhard Fritzl (Monotypie, Aquarell, Raku-Keramik), Raimund Weickl (Metall-Skulpturen, Polymer Clay), Gerold Pattis (Astro-Fotografie) und Eva M. Moser (Filzen). Außerdem werden Kindertage veranstaltet.

Regelmäßig veranstaltet die rührige Künstler/innen-Gruppe Plan B öffentliche Ausstellungen in ihrem herrlichen Kunst-Tempel am Kornsteinplatz. Die oben stehenden Fotos entstanden bei der letzten, ungemein erfreulichen Werkschau der Plan-B-Mitglieder. Die Situierung von Plan B am Kornsteinplatz stellt einen echten Glücksfall für die Stadt Hallein dar – eine so fantastische und aktive Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern ist unbezahlbar für die Stadt Hallein, die sich immer noch gerne als Kulturstadt bezeichnet. Und dieser Glückfall gilt natürlich in besonderem Maße für die Bewohner und Besucher der Stadt Hallein. Die Ausstrahlung des Offenen Kunstraumes von Plan B kommt der gesamten Altstadt zugute.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS:
FOTO 1:
Anlässlich der Werkschau der Plan-B-Mitglieder wurde die Eingangsfront zur Offenen Werkstatt fantasievoll gestaltet. Kunstobjekte erstrahlten abwechselnd in den verschiedensten Farben. FOTOS 2 und 3: Zwei Details aus der großartigen Eingangs-Gestaltung. FOTO 4: Bernhard Fritzl begrüßte die Ausstellungsgäste, ein Teil der Anwesenden ist auf den FOTOS 5 und 6 festgehalten. Auf den nachfolgenden 11 Fotos (FOTOS 7 bis 17) ist natürlich nur ein Bruchteil der ausgestellten Arbeiten zu sehen – aber man erkennt die ungeheure künstlerische Vielfalt, die immer wieder bei den Plan-B-Ausstellungen zu bewundern ist und die uns immer wieder begeistert. Genau hinsehen lohnt sich: Haben Sie die Käfer auf der Fress-Station (Foto 11) oder Augen und Schnabel des Gefiederten (FOTO 12) schon entdeckt? – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Das Halleiner Stadtfest soll wieder stattfinden. Darüber waren sich alle politischen Parteien in der öffentlichen Oktober-Sitzung der Gemeindevertretung Hallein einig. Nicht zur Sprache kam, warum überhaupt das Stadtfest dem langjährigen Veranstalter entzogen wurde: Das Halleiner Stadtfest entartete immer mehr zur reinen Gastronomie-Veranstaltung, bei der die Teilnehmer nur noch darauf fixiert waren, möglichst hohe Einnahmen durch Speisen und Getränke zu lukrieren. Brutal formuliert: das Stadtfest geriet zum Schluss zur noch zur berüchtigten ,,Fress- und Sauf-Meile‘‘. Deshalb wurde auch die Durchführung des Stadtfestes dem langjährigen Betreiber entzogen. Nun aber soll er doch wieder mit der Veranstaltung des Stadtfestes betraut werden. Das kann nur gutgehen, wenn das Halleiner Stadtfest unter völlig neuen Bedingungen stattfindet. Die Stadtgemeinde müsste also vorerst versuchen, im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung, einen geeigneten Stadtfest-Veranstalter zu finden. Ganz entscheidend: Für das neue Stadtfest sind bindende Vorgaben festzulegen, nach denen sich das Konzept der Veranstalter zu orientieren hat. Eine Entartung des Stadtfestes in Form einer Aneinanderreihung von Bewirtungs-Ständen darf es nicht mehr geben. Stadtfest-Teilnehmer, die lediglich als bloße Speise- und Getränkebuden-Betreiber ihre Kasse auffetten wollen, gehören aus dem Stadtfest entfernt. Alle Teilnehmer des Stadtfestes müssen künftig das Stadtfest aktiv mitgestalten. Daher sind konstruktive Auflagen für den künftigen Veranstalter unverzichtbar. Damit das Stadtfest endlich wieder zu einem echten Halleiner Stadtfest wird.

JEDER STADTFEST-TEILNEHMER MUSS
ZUM GESAMT_PROGRAMM BEITRAGEN

Das ideale Halleiner Stadtfest sollte Facetten der Stadt widerspiegeln. Jeder, der beim Stadtfest mitmacht, muss sich verpflichten, durch eine spezielle Präsentation aktiv zum Gesamtprogramm des Stadtfestes beizutragen. Wenn beispielweise der Halleiner Turnverein teilnimmt, dann sollte er auf Matten das Bodenturnen demonstrieren oder zeigen, wie man auf Pferd oder Barren turnt. Ein Kulturverein könnte beim Stadtfest Maler oder Bildhauer bei ihrer Arbeit präsentieren. Das Keltenmuseum sollte mit großen, optisch wirksam nebeneinander und übereinander aufgestellten Würfeln, deren Seitenflächen Großfotos von spektakulären keltischen Funden zeigen, die Besucher auf sich aufmerksam machen. Auch die Stadtgemeinde Hallein müsste mit interessanten Informationstafeln in Erscheinung treten. Das Gleiche gilt für die Bezirkshauptmannschaft. Das Dürrnberger Salzbergwerk könnte gleich zweifach in Erscheinung treten: Einmal mit einem Verkaufsstand von Salz-Spezialitäten, so wie sie leider nur oben im Eingangsbereich zum Bergwerk angeboten werden und dann mit dem Nachbau einer funktionstüchtigen Holzrutsche aus dem Bergwerk. Dies war schon vor Jahrzehnten, in den glorreichen Anfangsjahren des Stadtfestes, eine echte Attraktion – sogar Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer sen. ließ es sich nicht nehmen, diese Rutsche zu benützen. (Das entsprechende Foto dazu erschien in der ,,Halleiner Zeitung‘‘.) Diese beeindruckende Rutsche, bergmännisch genannt ,,Rolle‘‘, wurde unter Leitung von Ing. Anton Kurz von Schülern und Schülerinnen der HTL Hallein erbaut. Natürlich müssten beim Halleiner Stadtfest auch verstärkt Musikanten und Musikgruppen mit ihren Darbietungen in Erscheinung treten. Und wer wagt sich wohl wieder an die Wiederbelebung des historischen Schifferstechens durch die Halleiner Bürgergarde auf der Salzach?

PFLICHTLEKTÜRE: DER LEHRREICHE
BILDBAND VON HERBERT STRUBER

Was das Halleiner Stadtfest aber wirklich sein könnte, und auch schon in seinen ersten Jahren bereits war, das schildert eindringlich der Bildband ,,Kulturstadt Hallein – Zur Geschichte der Kultur- und Stadtfeste 1985 bis 1990‘‘ von Herbert Struber. Struber unterrichtete 40 Jahre lang Mathematik und Physik an Gymnasien in Salzburg und Hallein und war 11 Jahre lang Bürgermeister von Oberalm. Seiner drängenden Energie waren die Gründung des Kulturforums Hallein, der Stadtfestwoche und des Halleiner Stadtfestes zu danken. In seinem Bildband beschreibt Struber ausführlich als Insider die ersten sechs Stadtfeste – ein unverzichtbares Anregungs- und Nachschlagewerk für alle, die an einer sinnvollen, umfassenden, gehaltreichen und anspruchsvollen Wiederbelebung des Halleiner Stadtfestes interessiert sind. Zahlreiche Persönlichkeiten kommen zu Wort, sinngebend für das neue Halleiner Stadtfest wollen wir aus Strubers Bildband Manfred Baumann zitieren: ,,Das war damals ein unheimlicher Sog, der da entstanden ist. Mit Beginn des 1. Halleiner Stadtfestes explodierte etwas, ein vielgestaltiges Spektrum an Möglichkeiten tat sich auf. Auf den Plätzen wurde gespielt und gefeiert. In den Gaststätten erlebte man Musik, Kabarett, Literatur, Performance. Neue Spielstätten in der Stadt wurden gefunden, zum Leben erweckt, vor allem durch kreative Menschen aus der Stadt, der Region, aber auch durch Künstler, die von außen kamen. Kulturelle Begegnung und das Gemeinschaftsgefühl des miteinander Feierns wurden zu einem Motor für die positive Stimmung in der Stadt.‘‘ Die Lektüre des Bildbandes von Herbert Struber müsste eine unerlässliche Pflichtlektüre für alle sein, die sich maßgeblich mit der Neuausrichtung des Halleiner Stadtfestes befassen. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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In der Stadtpfarrkirche Hallein wurde am 29. September 2018 in festlichem Rahmen eine ungewöhnliche, zweifache Eröffnung zum Thema ,,Stille Nacht‘‘ gefeiert: Sie galt sowohl für den Halleiner Beitrag zur überregionalen Landesausstellung 200 Jahre ,,Stille Nacht‘‘ als auch für das völlig neu gestalteten ,,Stille Nacht‘‘-Museum. Im Museumsgebäude hatte ,,Stille Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber 28 Jahre verbracht, da er in der gegenüber liegenden Stadtpfarrkirche als Organist und Chorleiter tätig war. Im Anschluss an den feierlichen Doppel-Eröffnungsakt, in dessen Verlauf Erzbischof Dr. Franz Lackner das ,,Stille Nacht‘‘-Museum segnete und Landeshauptmann die Eröffnungsrede hielt (,,Das Lied Stille Nacht ist Bestandteil unserer DNA‘‘), wartete auf die prominenten Protagonisten dieses Festtages eine besonders schöne und reizvolle Aufgabe: Der gemeinsame, feierliche Durchschnitt des Eröffnungsbandes am Eingang zum ,,Stille Nacht‘‘-Museum und die Besichtigung dieses neuen Halleiner ,,Stille Nacht‘‘-Zentrums.

Draußen auf dem Franz Xaver Gruber-Platz zwischen dem ,,Stille Nacht‘‘-Museum und der Stadtpfarrkirche wurde ein buntes Programm geboten. Ein Konzert mit der Bürgerkorpskapelle und der Bergknappen-Musikkapelle Dürrnberg, ein Chorkonzert mit dem Männerchor Hochburg/Ach, der Halleiner Liedertafel und dem Kirchenchor Hallein und schließlich bot Melanie Eichhorn mit ihrem reizvollen Figurenthater das Stück ,,Lug oder Betrug‘‘. Natürlich trat auch die Familie Gruber persönlich in Erscheinung: Elisabeth Gruber (Martina Mathur), Felix Gruber (Benjamin Huber), Katharina Gruber (Brigitte Winkler) und Franz Xaver Gruber (Heimo Thiel). Auf dem gesamten Gruberplatz herrschte dichtes Gedränge, denn er wurde sowohl von den Festgästen als auch von den Mitwirkenden, die wir hier gerne gemeinsam aufzählen, in Beschlag genommen: Hia & Do Brass der Bürgerkorpskapelle Hallein, Organist Martin Hofinger, Männerchor Hochburg/Ach, Halleiner Liedertafel 1849, Kirchenchor Hallein, Schulchor des Bundesgymnasium/Bundesrealgymnasium Hallein, Instrumental-Ensemble des Musikum Hallein, Bürgerkorpskapelle der Stadt Hallein, Bergknappen-Musikkapelle Dürrnberg, Goldhaubenfrauen der Stadt Hallein, Bürgerkorps der Stadt Hallein, Dürrnberger Weihnachtsschützen und Gamper Weihnachtsschützen. Auf der Zechnerstraße zwischen Stadtpfarrkirche und Stadtpfarre wurden Tische und Bänke aufgestellt, hier konnten sich alle mit Speise und Trank stärken. – Bestechend ist die Abschlussbilanz für das neue ,,Stille Nacht‘‘-Zentrum Hallein: Der Gruber-Platz wurde völlig neu gestaltet (Details wie bunte Blumenschüsseln im Grau-in-Grau-Ambiente fehlen noch), das Museumsgebäude wurde umfassend renoviert und mit einem Aufzug ausgestattet, das ,,Stille Nacht‘‘-Museum zeigt sich räumlich vergrößert und völlig neu gestaltet und glänzt mit einer Reihe von Alleinstellungs-Merkmalen, von denen sich auch Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer beeindruckt zeigte. Insgesamt war dazu ein finanzieller Aufwand von 1,7 Millionen Euro erforderlich.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Im Arbeitseinsatz am Eröffnungsband: Museumsleiter Mag. Florian Knopp, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl, Landtags-Präsidentin Dr. Brigitta Pallauf, Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher und Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl. FOTO 2: Unter dem Beifall der Anwesenden, erhält Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl für ihren enormen persönlichen Einsatz im Vorfeld der ,,Stille Nacht‘‘-Feierlichkeiten einen prächtigen Blumenstrauß überreicht. FOTO 3: Bereits im ,,Stille Nacht‘‘-Museum, führen Landeshauptmann und Museumsleiter Mag. Florian Knopp ein intensives Gespräch. FOTO 4: Der Landeshauptmann und seine Begleitung beginnen mit dem Besichtigungs-Rundgang durch das neue Halleiner ,,Stille Nacht‘‘-Museum. FOTO 5: Nach dem Museums-Rundgang folgte noch eine traditionsreiche Pflichtübung: Der Bierfass-Anstich durch Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher. FOTO 6: Die prominenten Protagonisten des Festtages konnten sich schließlich an dem köstlichen Trank aus Kaltenhausen erfreuen. Links im Bild Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Heinrich Schellhorn. FOTOS 7 bis 9: Die Zechner-Straße vor dem Pfarramt Hallein bot einen ungewöhnlichen Anblick: Hier konnten die Festgäste Speisen und Getränke genießen. Die feierliche, beeindruckend gestaltete Doppel-Eröffnung im Halleiner ,,Stille Nacht‘‘-Bezirk bleibt jedenfalls im kulturellen Gedächtnis der Stadt Hallein unvergessen. DER SALZSCHREIBER lieferte dazu drei Bild-Berichte mit insgesamt 22 Fotos. Ein konkurrenzloser journalistischer Service. – (Text und Fotos: Odo Stierschneider).

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Der 29. September 2018 bleibt im kulturellen Gedächtnis der Stadt Hallein unvergessen. Zwei bedeutsame Ereignisse kennzeichneten diesen großartigen und unvergesslichen Samstag, der auf der Homepage der Stadt Hallein mit den Worten ,,Hallein war heute ein Epizentrum von Stille Nacht: 2 Eröffnungen an 1 Tag!‘‘ gefeiert wurde. Das Geschehen begann mit dem Festakt zur Eröffnung der überregionalen Landesausstellung 200 Jahre Lied ,,Stille Nacht, Heilige Nacht‘‘ in der Stadtpfarrkirche. Die Landesausstellung findet an insgesamt 9 Orten in Oberösterreich, Salzburg und Tirol statt. Hallein bietet in diesem Reigen eine besonders repräsentative Plattform mit einer respektablen Anzahl von Alleinstellungs-Merkmalen. (Näheres dazu im Bild-Bericht zum Thema ,,Stille Nacht‘‘ 1, gleich hier im Ressort KULTUR, anschließend an diesen Beitrag). Schließlich wurde auch das völlig neu gestaltete ,,Stille Nacht‘‘-Museum im grundlegend renovierten Wohnhaus von ,,Stille Nacht‘‘ Komponist Franz Xaver Gruber präsentiert, das mit seiner Eröffnung auch zum Träger der Landesausstellung in Hallein wurde. Die zwei prominentesten Persönlichkeiten an diesem großen ,,Stille Nacht‘‘-Festtag in Hallein: Erzbischof Dr. Franz Lackner und Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer.

Halleins Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl agierte, glücklich nach den intensiven Monaten der Gebäude-Renovierung und der völligen Neugestaltung des ,,Stille Nacht‘‘-Museums, als Moderatorin der vielseitig angelegten Eröffnung der Landesausstellung 200 Jahre Lied ,,Stille Nacht‘‘. Zu Beginn sorgte Martin Hofinger für die Begrüßungsmusik an der Orgel. Es folgte eine Darbietung des Bläser-Ensembles Hia & Do Brass der Bürgerkorpskaplle Hallein. Daraufhin nahm Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl die Begrüßung der Anwesenden in der vollbesetzten Stadtpfarrkirche vor. Anschließend wurde vom Schulchor Bundesgymnasium/Bundesrealgymnasium Hallein das populäre Halleiner ,,Zeiserl-Lied‘‘ von Josef Göttlicher (Melodie) und Max Gmachl (Text) unter Leitung von Martina Seiwald-Reiter dargeboten.

Eine Gesprächsrunde, geleitet von Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl, bot mit Spitzenvertretern aus der lokalen Politik sowie mit leitenden Persönlichkeiten aus der Salzburger und Halleiner Museums-Landschaft, wichtige Einblicke in das vielfältige Hintergrund-Geschehen, welches schließlich zum stolzen Festtag der Eröffnung der Landesausstellung auch in Hallein sowie zur Eröffnung des neuen ,,Stille Nacht‘‘-Museums in Hallein führte. Musikalisch ging es weiter mit einem musikalischen Werk von Franz Xaver Gruber, in einer Transkription von Johannes Forster: ,,Kyrie und Communio‘‘ aus der Deutschen Messe in D-Dur ,,Sieh Gott! Vom Himmel nieder‘‘.

Zu einem besonderen Ereignis gestaltete sich natürlich die eloquente Eröffnungsrede von Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer. Ohne Manuskript behandelte er umfassend und auf beeindruckende Weise eine spannende Vielfalt von Sichtweisen auf das Thema ,,Stille Nacht‘‘ und sparte auch nicht mit Lob für die zahlreichen Mitwirkenden am immer wieder wundersam berührenden Thema ,,Stille Nacht‘‘.
Natürlich wurden im Vorfeld des großen ,,Stille Nacht‘‘-Ereignisses immer wieder aus einer der 9 ,,Stille Nacht‘‘-Gemeinden spezielle Wünschen an ihn heran getragen. Bezüglich Hallein hatte er für Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl dazu ein spezielles Lob bereit: Sie habe stets ,,mit beharrlicher Freundlichkeit‘‘ und ,,mit freundlicher Beharrlichkeit‘‘ argumentiert. Unter Leitung von Gunther Hinterdobler boten danach der Männerchor Hochburg/Ach, die Halleiner Liedertafel 1849 und der Kirchenchor Hallein das ,,Stille Nacht Friedenslied‘‘ von Gunther Hinterdobler (Melodie) und Hubert Starflinger (Text) dar.

Zu einem weiteren herausragenden Höhepunkt des Festtages gestaltete sich die Segnung des ,,Stille Nacht‘‘-Museums durch Erzbischof Dr. Franz Lackner. Daraufhin trat der Schulchor BG/BRG Hallein unter Leitung von Martina Seiwald-Reiter in Aktion und bot ,,Aandgesang – Traditional Afrikaans Hymn‘‘ von Chris Lampert (Musik) und Andreas Lamken (Text), im Arrangement von Martin Fabian dar. Es folgte ,,Frieden‘‘ von Gotthilf Fischer (Musik und Text), arrangiert von Martin Fabian, unter Mitwirkung der Chöre Männerchor Hochburg/Ach, Halleiner Liedertafel 1849, Kirchenchor Hallein, Schulchor BG/BRG Hallein. Es spielte die Hia & Do Brass Hallein. Die Leitung lag in Händen von Martina Seiwald-Reiter. Den machtvollen musikalischen Schlusspunkt setzte schließlich das exzellente Bläserensemble Hia & Do der Bürgerkorpskapelle der Stadt Hallein.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl führte durch den Festakt in der Stadtpfarrkirche. FOTO 2: Prominente Gäste im Publikum: Erzbischof Dr. Franz Lackner, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl, 1. Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher, Keltenmuseums-Leiter Mag. Florian Knopp und Direktor des Salzburg Museums Prof. Mag. Dr. Martin Hochleitner. Dahinter 2. Vize-Bürgermeister Alexander Stangassinger und Mag. Michael Neureiter, Präsident der ,,Stille Nacht‘‘-Gesellschaft. FOTO 3: Die Prominenten-Gesprächsrunde, geleitet von Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl. FOTOS 4 und 5: Die mitwirkenden Jugend- und Erwachsenen-Chöre boten beeindruckenden Gesang und einen optisch beeindruckenden Anblick. FOTO 6: Erzbischof Dr. Franz Lackner. FOTO 7: Prominente Festgäste nach dem Festakt in der Stadtpfarrkirche auf dem Gruber-Platz: Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Landtags-Präsidentin Dr. Brigitta Pallauf, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl, 1. Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher und 2. Vize-Bürgermeister Alexander Stangassinger. – (Text und Fotos: Odo Stierschneider).

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Den Beginn setzte am unvergesslichen ,,Stille Nacht‘‘-Samstag, 29. September 2018, ein Festzug, angeführt von der Bürgerkorps-Musikkapelle Hallein, der von der Stadtbrücke durch die Altstadt hinauf bis zum ,,Stille Nacht‘‘-Bezirk führte. Dort ging das bedeutendste Kulturereignis des Jahres 2018 für die Stadt Hallein eindrucksvoll über die Bühne: Die Eröffnung der überregionalen Salzburger Landesausstellung ,,200 Jahre Lied ,,Stille Nacht‘‘ (an 9 verschiedenen Orten) in der Stadtpfarrkirche Hallein und die Eröffnung des völlig neu gestalteten ,,Stille Nacht‘‘-Museums. Die prominentesten Mitwirkenden: Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Erzbischof Dr. Franz Lackner, Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher und Halleins Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl. Hallein wurde damit als herausragende ,,Stille Nacht‘‘-Stadt neu positioniert. Denn die Stadt zeichnet sich in Bezug auf das Weihnachts- und Weltfriedens-Lied ,,Stille Nacht! Heilige Nacht!‘‘, jetzt erst recht als spezieller Museums- und Geschichts-Standort mit einer ganzen Reihe markanter Alleinstellungs-Merkmale aus. Die wichtigsten sind nachfolgend angeführt.
 

O ,,Stille Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber lebte 28 Jahre, von 1835 bis zu seinem Tod 1863, in der Stadt Hallein. Er starb im Alter von 83 Jahren.

O Durch die Anstellung als Chorregent und Organist in der Stadtpfarrkirche Hallein und durch seine Tätigkeit als Komponist konnte Gruber ganz für die Musik leben und war nicht mehr gezwungen, aus wirtschaftlichen Gründen als Lehrer zusätzlich Geld zu verdienen.

O In Hallein entstanden durch Gruber weitere Versionen seines Weihnachtsliedes ,,Stille Nacht‘‘ für unterschiedliche Besetzungen.

O 1854 verfasste Franz Xaver Gruber in Hallein die sogenannte ,,Authentische Veranlassung‘‘, jenes Dokument, das die Schaffung des Weihnachtsliedes ,,Stille Nacht‘‘ durch Textdichter Joseph Mohr und Komponist Franz Xaver Gruber dokumentiert.

O Über den Enkel Grubers gelangte der umfangreiche Nachlass des ,,Stille Nacht‘‘- Komponisten an Originalobjekten, Schriftstücken und Kompositionen in die Halleiner Museumssammlung.

O Franz Xaver Gruber war Gründungsmitglied der Halleiner Liedertafel, die bis heute eine lebendige Musiktradition bewahrt.

O Im neuen Halleiner ,,Stille Nacht‘‘-Museum werden herausragende Einzelstücke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Die einstige Mohr-Gitarre, auf der zum ersten Mal 1818 als Abschluss der Christmette in Oberndorf das Lied ,,Stille Nacht‘‘ erklang, die ,,Stille Nacht‘‘ Autographen II, IV und V, die drei Versionen der Authentischen Veranlassung, die sich nur minimal voneinander unterscheiden und alle das gleiche Datum tragen, das Gruber-Porträt von Sebastian Stief etc.

O ,,Stille Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber ist in Hallein begraben. Zwischen dem ,,Stille Nacht‘‘-Museum in Grubers einstigem Wohnhaus und der gegenüber liegenden Stadtpfarrkirche befindet sich eine, in den wirtschaftlich angespannten 30er Jahren des 20. Jahrhunderts errichtete bescheidene Gedenkstätte in Form eines einfachen Privatgrabes.

O Tagebuch-Notizen Grubers ermöglichen wichtige persönliche Eindrücke und Perspektiven auf die Lebensumstände des Komponisten in Hallein.

O Grubers zwei Söhne prägten nach dem Tod des Vaters die Musikgeschichte in Hallein. So wird etwa noch immer am 24. Dezember das Weihnachtslied ,,Stille Nacht‘‘ in Originalbesetzung vor dem ehemaligen Wohnhaus und gleichzeitig vor dem Gedenkgrab gesungen. In Hallein geht diese Tradition auf den Enkel Felix Gruber zurück, der 1923 dieses weihnachtliche Singen begründete. Zu diesem Zeitpunkt war vom einstigen Friedhof rund um die Stadtpfarrkirche nichts mehr zu sehen, der neue Städtische Friedhof war schon seit vier Jahrzehnten benützt worden. Auch Grubers einfaches Gedenkgrab vor seinem einstigen Wohnhaus, wurde erst 1936, also 13 Jahre nach Beginn dieses weihnachtlichen Singens, errichtet.

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTOS 1 und 2: Die Halleiner Bürgerkorps-Musikkapelle bei ihrem Marsch durch die Halleiner Altstadt. Fotografiert, als die Musiker aus der beschatteten Thunstraße auf den sonnigen Bayrhamerplatz marschierten und als sie am Ende der Pfarrgasse die Stadtpfarrkirche erreicht hatten. FOTOS 3 und 4: Auf dem Gruberplatz hatte neben anderen Vereinen auch die Halleiner Bürgergarde Aufstellung genommen. Ihr oblag es an diesem außerordentlichen Feststag, gekonnt und auf einen Schlag, die Ehrensalve abzufeuern. FOTO 5: Unter den zahlreichen Gruppierungen war auch die Dürrnberger Bergknappen-Musikkapelle vertreten. FOTO 6: Die prominentesten Protagonisten an diesem herausragenden ,,Stille Nacht‘‘-Festtag, im Bild von links nach rechts: Florian Knopp, Leiter des Keltenmuseums Hallein, dem das Halleiner ,,Stille Nacht‘‘ Museum angegliedert ist, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Halleins Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl, Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher und Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Dr. Christian Stöckl. – (Odo Stierschneider, Infos des Keltenmuseums. Fotos: OST). Es folgen noch drei weitere Bildberichte über das Geschehen rund um die Eröffnung des neu gestalteten Halleiner ,,Stille Nacht‘‘-Museums.

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Ein herausragendes, kulturelles Ereignis in Hallein von weitreichender, elementarer Bedeutung wurde den Vertretern von Presse, Rundfunk und Fernsehen bereits präsentiert: Das neue ,,Stille Nacht‘‘-Museum in Hallein wird am Samstag, 29. September 2018, im Rahmen eines Auftakt-Festaktes der Landesausstellung 200 Jahre ,,Stille Nacht‘‘ gemeinsam mit der Sonder-Ausstellung STILLE NACHT 200 – Geschichte. Botschaft. Gegenwart im Salzburg Museum eröffnet. Die Landesausstellung umfasst neun ,,Stille Nacht‘‘-Gemeinden im Land Salzburg, Oberösterreich und Tirol. Beginn ist am Samstag um 11 Uhr im Salzburg Museum, die Ausstellung dauert an allen Orten bis 3. Februar 2019. Die Feierlichkeiten in Hallein starten um 13:40 Uhr mit einem Festzug von der Stadtbrücke zur Stadtpfarrkirche Hallein. Von 14 bis 15 Uhr findet der Festakt in der Stadtpfarrkirche Hallein statt. Von 15:30 bis 18 Uhr erwartet die Besucher ein Rahmenprogramm im ,,Stille Nacht‘‘-Bezirk. Um 16 Uhr findet schließlich die Preisverleihung im Schulbewerb statt. Im ,,Stille Nacht‘‘-Museum Hallein werden Schaffen und Wirken von ,,Stille Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber in völlig neuer Atmosphäre präsentiert. Im ehemaligen, grundlegend renovierten Mesner- und Chorregenten-Haus gegenüber der Stadtpfarrkirche, in dem Gruber 28 Jahre lebte und arbeitete, sind einzigartige Original-Objekte zu bewundern. Unter anderem drei der insgesamt nur vier erhaltenen ,,Stille Nacht‘‘-Autographen (Original-Niederschriften Grubers) von unschätzbarem kulturellem Stellenwert, die ,,Authentische Veranlassung‘‘ in mehreren Versionen, in der Gruber die Entstehung des Liedes ,,Stille Nacht‘‘ am 24. Dezember 1818 in Oberndorf dokumentiert, die Original-Gitarre, auf der Joseph Mohr in der Weihnachtsmette 1818 spielte, als er (der Textdichter) und Franz Xaver Gruber (der Komponist) in der Oberndorfer Kirche erstmals das heute unsterbliche Lied zu Gehör brachten und schließlich persönliche Gegenstände Grubers und originale Einrichtungs-Gegenstände aus seiner Wohnung.

GRUBER UND MOHR WAREN DURCH
LEBENSLANGE FREUNDSCHAFT VERBUNDEN

Franz Xaver Gruber wurde am 25. November 1787 als fünftes Kind einer Leinenweber-Familie in Hochburg-Ach im oberösterreichischen Innviertel geboren. Auf Wunsch des Vaters erlernte er das Handwerk des Leinenwebers, fiel jedoch schon in der Schule durch sein großes musikalisches Talent auf. Gefördert wurde er von seinem Lehrer Andreas Peterlechner, der ihm auch Orgel-Unterricht erteilte. Mit 11 Jahren erhielt der Bub die Erlaubnis des Vaters für das Orgelspiel. Seine musikalischen Fähigkeiten verfeinerte der junge Franz Xaver Gruber bei dem bekannten Chorregenten Georg Hartdobler im benachbarten Burghausen. 1805/1806 absolvierte Gruber seine Lehrerausbildung in Ried im Innkreis und trat 1807 seine erste selbständige Stelle als Lehrer in Arnsdorf an, wo er seine erste Frau kennenlernte und heiratete. 1816 nahm Gruber zusätzlich den Kantoren- und Organistendienst in der nur 4 Kilometer entfernten St. Nikola Kirche in Oberndorf an, wo er auf Joseph Mohr traf. Mit dem jungen Hilfspriester verband ihn vor allem die gemeinsame Liebe zur Musik und ihre Freundschaft sollte ein Leben lang Bestand haben. Am Weihnachtstag 1818 übereichte Joseph Mohr seinem Freund Gruber das zwei Jahre zuvor von ihm verfasste Gedicht ,,Stille Nacht‘‘ mit der Bitte, dieses für die am gleichen Tag stattfindende Christmette zu vertonen. So entstand das beliebteste Weihnachtslied der Welt. Zum ersten Mal erklang es in der Oberndorfer St. Nikola Kirche nach der Christmette am 24. Dezember 1818, gesungen von Gruber und Mohr und zusätzlich von Mohr auf der Gitarre begleitet.

FRANZ XAVER GRUBER
WIRKTE 28 JAHRE IN HALLEIN

Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Gruber seine ehemalige Schülerin Maria Breitfuß. Der Ehe entstammen zehn Kinder, aber nur vier erreichten das Erwachsenenalter: Franz Xaver, Elisabeth, Amelie und Felix. 1829 wechselte Gruber als Lehrer und Mesner von Arnsdorf nach Berndorf und übersiedelte schließlich 1835 mit seiner Familie nach Hallein. Hallein war mit rund 3.500 Einwohnern (heute über 21.000) bereits zweitgrößter Ort des Landes Salzburg. Bis zu seinem Tod nach 27 Jahren in Hallein war Gruber Leiter des Kirchenchores, Organist und Stiftungsverwalter in der Pfarrkanzlei Hallein. Seine Dienstwohnung lag im oberen Stock des Mesner- und Chorregenten-Hauses gegenüber der Stadtpfarrkirche Hallein. Voller Elan widmete sich Gruber der Ausbildung von Sängern und Musikern für den Kirchenchor, aber auch den beiden Orgeln in Hallein und auf dem Dürrnberg. Er komponierte unter anderem über 90 Messen und wirkte an zahlreichen musikalischen Veranstaltungen, auch außerhalb von Hallein, mit. Die kontinuierliche Beschäftigung Grubers mit dem Lied ,,Stille Nacht, heilige Nacht‘‘ belegen weitere in Hallein entstandene Kompositionen des Liedes für unterschiedliche Besetzungen. Etwas mehr als ein Jahr nach seiner Ankunft in Hallein am 12. Dezember 1836, komponierte Gruber die sogenannte Halleiner Fassung von ,,Stille Nacht, heilige Nacht‘‘, die er von da an immer am 24. Dezember in der Halleiner Stadtpfarrkirche auf der Orgel spielte. 1841 starb Grubers zweite Frau. Seine dritte Ehe schloss Gruber ein Jahr später mit der Schuhmacher-Witwe Katharina Rieser aus Böckstein. Grubers Söhne traten in die musikalischen Fußstapfen des Vaters. Der Ältere, Franz, gründete 1847 einen Gesangsverein und 1849 die noch heute existierende Halleiner Liedertafel. Der Zweitgeborene, Felix, folgte seinem Vater als Chorregent nach. Kontakt zu Joseph Mohr hatte Gruber auch in Hallein, Mohr hat nachweislich seinen Freund Franz Xaver Gruber, von Wagrain aus, mehrere Male besucht. Im Gegensatz zu Mohr, der schon 1848 starb, hat Gruber die ersten Erfolge des Weihnachtsliedes in Deutschland noch miterlebt. Franz Xaver Gruber starb als angesehene Persönlichkeit am 7. Juni 1863 in Hallein an Altersschwäche. Er wurde auf dem alten Friedhof bei der Stadtpfarrkirche bestattet. Mit Auflösung des Friedhofes zugunsten einer größeren Anlage außerhalb der Altstadt, verlor sich die Spur zum Grabe Franz Xaver Grubers. Das heutige Gedenkgrab Grubers vor dem Gruber-Haus wurde in den wirtschaftlichen Notzeiten der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts, exakt im Jahr 1936, in Form eines bescheidenen Privat-Grabes errichtet. Die Aufschrift auf der Metalltafel des Grabkreuzes ,,Hier ruhet Franz Xaver Gruber…‘‘ ist also genau besehen unrichtig. Großzügig interpretiert könnte man mit ,,hier‘‘ den gesamten Bereich zwischen Stadtpfarrkirche und Grubers Wohnhaus benennen. Dann stimmt die Aufschrift schon eher. Es sei denn, Gruber wurde doch an der gegenüber liegenden Seite der Stadtpfarrkirche begraben…

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Mit Landeshauptmann Dr. Wilfrid Haslauer an der Spitze, präsentierten Repräsentanten der Stadt Hallein, des Salzburg Museums und des Keltenmuseums der Presse die Fakten zur überregionalen Landesausstellung 200 Jahre Lied Stille Nacht, die an insgesamt 9 verschiedenen Orten stattfindet. FOTOS 2 bis 4: Das ,,Stille Nacht‘‘-Museum Hallein präsentiert sich nach der umfassenden Renovierung in völlig neuer Form den Besuchern. – (Pressetext: Keltenmuseum Hallein. Fotos: Odo Stierschneider).

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