Genau deshalb ist die Künstlergruppe Plan B für Hallein unverzichtbar: Ein halbes Jahrtausend war Hallein eine Wüste ohne Kunst und Kultur. Hallein war die ausgebeutete Salzkolonie der Salzburger Fürst-Erzbischöfe, die auch als weltliche Landesherren agierten. Sie plünderten die Halleiner Salz-Vorkommen und machten mit dem Erlös ihre Regierungsstadt Salzburg zu einer heute weltbekannten Attraktion. Und nahmen in Hallein keinen einzigen Ziegel in die Hand um hier wenigstens ein einziges herzeigbares Bauobjekt zu errichten. In Hallein wurde im Bergwerk und in den Salinen geschuftet, Für Kunst und Kultur war hier kein Platz. In der Stadt Salzburg wurden Kunst und Kultur gepflegt und hochgehalten. Kunst und Kultur in der historischen Salinenstadt? Absolut Null.

Franz Schubert, nach einem Besuch der Stadt Hallein, entsetzt in einem Brief an seinen Bruder: ,,Ich fiel vom Himmel, der Stadt Salzburg, auf einen Misthaufen, die Stadt Hallein!“ Krasser konnte man den Unterschied zwischen Hallein und Salzburg nicht darlegen. Doch die Fürst-Erzbischöfe verloren schließlich ihre weltliche Macht, Hallein wurde zur Industriestadt. Die zarten Pflänzchen Kunst und Kultur fanden in Hallein lange Zeit nur karge Entfaltungs-Möglichkeiten. Erst in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts, konnten sich Kunst und Kultur immer mehr etablieren. Seit der Jahrtausend-Wende, erhält Hallein immer öfter die erfreuliche Bezeichnung Kulturstadt. Immer mehr Kunst- und Kultur-Schaffende entfalten hier ihre wichtige und unverzichtbare Arbeit. Zu den maßgeblichen Kunst-Gestaltern in Hallein zählt seit Oktober 2014 die Künstlergruppe Plan B in ihrer fantastischen Offenen Werkstätte am Kornsteinplatz.

Plan B ist eine Gruppe künstlerisch tätiger Personen, die ihre Kreativität in einem der schönsten, öffentlich zugänglichen Räumen der Stadt Hallein entfalten. Zwischen historischen Pfeilern (!) findet die Offene Werkstatt einen idealen Raum, um die Begeisterung für Kunst, sowie das erforderliche Wissen und Können, an alle Interessierten weiter zu vermitteln. Verständnisvoll versuchen die Künstlerinnen und Künstler, vorhandene Hemmschwellen vor künstlerischer Tätigkeit abzubauen. Jedem soll hier die Möglichkeit zu künstlerischem Tun geboten werden. Denn so lautet der erfreuliche und wichtige Leitspruch von Plan B: ,,Es kann gar nicht genug Kunst und Kultur in Hallein geben.‘‘

Das kreative Team von Plan B besteht aus den folgenden acht freundlichen, liebenswürdigen und sympathischen Künstler-Persönlichkeiten: Hannes Bernhofer (Drechseln, Metallskulpturen), Robert Bernhofer (Raku Keramik, Kleinskulpturen), Ulli Fritzl (Speckstein), Günther Reiter (Speckstein), Bernhard Fritzl (Monotypie, Aquarell, Raku Keramik), Raimund Weickl (Metall-Skulpturen, Polymer Clay), Gerold Pattis (Astro-Fotografie) und Eva M. Moser (Filzen). Die Genannten geben ihr Können und Wissen gerne in Form von Workshops weiter, wobei Interessierte vorerst anhand eines Rundganges durch die ausgestellten Werke, durch informative Gespräche oder gleich durch einen Selbstversuch feststellen können, auf welche Weise sie künstlerisch tätig werden wollen.

Die Künstlergruppe Plan B zeichnet sich durch verschiedenste Initiativen aus. So kann derzeit die vielseitig gestaltet Weihnachts-Ausstellung besichtigt werden. Sie bietet eine Fülle an Geschenk-Ideen und allen die Gelegenheit, ein schönes Kunstwerk für das eigene Heim zu erwerben. Ob Plastische Arbeiten aller Art, ob Gemälde oder Grafiken verschiedenster Stilrichtungen, ob aus Holz meisterhaft gefräste Kunstobjekte, ob künstlerisch gestaltete Wunschkarten für verschiedenste Anlässe – die Qualität und Vielfalt der gezeigten Werke ist beeindruckend. Auch während eines Jahresablaufes entfalten die Mitglieder von Plan B unterschiedlichste künstlerische Aktivitäten. So beispielweise das jährlich stattfindende Kunst-Symposion auf der Pernerinsel für größere Kunstaktionen oder auch eine spontane Kunst-Aktion direkt auf dem Kornsteinplatz. Das können Einzel- oder Gemeinschafts-Ausstellungen der Plan-B-Mitglieder sein oder spezielle Werkschauen. Von besonderer Bedeutung ist natürlich die Tatsache, dass die Kunst-Werkstätte von Plan B nicht irgendwo am Stadtrand in Grünen, sondern mitten im Stadtzentrum an einem der wichtigsten Halleiner Stadtplätze ihre Tätigkeit entfaltet. Ganz nach dem oben zitierten Motto: ,,Es kann gar nicht genug Kunst und Kultur in Hallein geben!“ – Die oben stehenden Fotos zeigen nur einige Beispiele aus der reichhaltigen und sehenswerten Weihnachts-Ausstellung 2019. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Der in Hallein geborene und in Wien lebende Künstler Heinrich Dunst stellt im kunstraum pro arte, gegenüber dem Halleiner Rathaus, mit seiner Ausstellung Boden/Boden/Boden ausdrücklich den Boden ins Zentrum der Kunst-Betrachtung und Raum-Erfahrung. Die Besucherinnen und Besucher betreten einen ungewohnten Boden – rosafarbene Dämmplatten lassen die Schritte im Raum federn und lenken den Blick von den weißen Wänden, über den rosafarbenen Boden bis zu den eigenen Füßen und zum eigenen Standort im Raum. Und weiter zu dem, mit raumspezifischen Arbeiten von Heinrich Dunst geschaffenen Kunstsystem im Kunstraum pro arte. 

 

Für die Ausstellung „Boden/Boden/Boden“ im kunstraum pro arte, kehrt Heinrich Dunst an seinen Geburtsort zurück und hinterfragt mit neuen Arbeiten den Standort als einen Standpunkt, der in Raum und Zeit verortet ist: „Worauf steht der Betrachter, wenn er das Bild an der Wand ansieht?‘‘ Künstler Heinrich Dunst gerät bei dieser Frage ins Philosophieren: ,,Der  Betrachter steht meist auf dem jeweiligen Boden. Auf einer dünnen Membran, des in die Tiefe hinunterreichenden Raums. Er steht. Mit seinen Schuhen auf einer dünnen Schicht Gegenwart. Auf der unmittelbaren Produktion von Gegenwart. Auf einer dünnen Schicht Isoliermaterials, die ihn von den dunklen Archiven der Vergangenheit trennt.‘‘ Heinrich Dunst zerlegt das Repräsentations-System ,,Kunst‘‘ in seine Einzelteile und baut es neu zusammen – Bild, Bildträger, Farbe, Linie, Objekt und Sprache erhalten ihre eigene Dringlichkeit. Wie und warum wird der Kunstraum zum Kunstraum, die Kunst zur Kunst, die Sprache zur Sprache? Und wie können wir von der Kunst aus elementare Fragen nach der Produktion, Reproduktion und Transformation von Gesellschaft stellen?

Heinrich Dunst, so die Kunstkritik, analysiere in seinen Arbeiten die Verflechtung von Bild, Sprache, Objekt und medialer Realität. Er stelle Diskursräume her, in denen das Repräsentations-System Kunst selbst hinterfragt werde und weise mit seinen Arbeiten auf einen Horizont, der über das Kunstsystem hinausreicht und gesellschaftliche Bedingungen in ihrer Beweglichkeit begreift. Und es wird noch komplizierter. Zitat: ,,Mit seinen raumspezifischen Arbeiten fragt Heinrich Dunst nach der (Un)-Übersetzbarkeit eines Mediums in ein anderes. Seine trans-, inter- und intramedialen Übersetzungen rekurrieren (beziehen sich) auf den Kanon (die Gesamtheit) der Konzeptkunst, der Konkreten Poesie, der Neodadaistischen Montage sowie auf einen erweiterten Skulptur-Begriff und eröffnen ein Verhandlungs- und Praxisfeld zwischen digitaler und analoger Welt. Die Infragestellung von Werk- und Medien-Formen sowie der sprechende und zeigende Körper nehmen eine wichtige Position ein.‘‘ 

 

Abschließend eine Kurzbiographie des Künstlers: Heinrich Dunst, geboren 1955 in Hallein, Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Peter Weibel und Bazon Brock, lebt und arbeitet in Wien. Ausstellungen (Auswahl): 2018 Publishing as an Artistic Toolbox: C,  2016 Things, not words, KOW, Berlin 2015 Schwaz, Galerie der Stadt Schwaz 2014 Dämmstoffe, KOW, Berlin; DA, Wiener Secession 2013 About A B order, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien. – Die Ausstellung im Kunstraum pro arte ist noch bis Samstag, 7. Dezember 2019 zugänglich. Um 11 Uhr lädt an diesem Tag der Tennengauer Kunstkreis zu einem Künstlergespräch mit Heinrich Dunst, welches im Kunstraum pro arte von Martina Berger-Klingler moderiert wird. Bei Croissants und Kaffee haben die Besucher/innen die Möglichkeit, Näheres über die Zugänge und das Schaffen des Künstlers zu erfahren. –  Die Öffnungszeiten der Ausstellung: Mittwoch bis Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr. Eintritt frei! – (Odo Stierschneider nach einer Presse-Aussendung von pro arte.FOTO 1: Porträtfoto Heinrich Dunst, Galerie nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder. FOTOS 2 bis 5: Ausstellungs-Ansichten von Sven Buchholzer).

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Der in Hallein geborene Schriftsteller, Kabarettist, Regisseur und Moderator Manfred Baumann, war 35 Jahre lang erfolgreich als Autor, Redakteur und Abteilungsleiter beim ORF. Er ist nun kreativ als freier Schriftsteller, Kabarettist und Moderator tätig und ist im Vorstand der ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘ vertreten. 2010 erschien Manfred Baumanns erster Salzburg-Krimi „Jedermanntod“ mit dem erfolgreichen Ermittler Martin Merana. Seither hat er ein halbes Dutzend Kriminalromane mit Kommissar Merana geschrieben und verfasste zusätzlich Weihnachts-Krimis und Kräuter-Krimis. 2015 wurde Manfred Baumanns Krimi ,,Drachenjungfrau“ für die ORF-Landkrimi-Reihe verfilmt. Bei den Biberacher Filmfestspielen wurde der Film zum besten Fernsehfim des Jahres 2016 ausgezeichnet. Manfred Baumann tritt auch mit anregenden und fesselnden Lesungen aus seinen Werken in Erscheinung – am 27. November 2019 las er in der Halleiner Buchhandlung ,,Leseträume‘‘ aus seinem spannenden Kriminalroman ,,Marionetten-Verschwörung‘‘.

Lesungen mit Manfred Baumann sind keine ,,klassischen Lesungen‘‘, durch seine langjährige Radio- und Bühnen-Erfahrung versteht er es, sein Publikum im besten Sinne des Wortes zu unterhalten. Aufgelockert werden seine souveränen Darbietungen durch vorzügliches Harfenspiel der renommierten Harfenistin Stephanie Macheiner, Absolventin der Musikuniversität Mozarteum. Manfred Baumann ist auch gern gesehener Gast und Gesprächspartner bei Rundfunk- und Fernseh-Sendungen. Er ist auch als Kabarettist mit dem ,,Kultkabarett‘‘ unterwegs und veröffentlichte Hörspiele, Kabarett- und Literatur-Programme. 1994 wurde Manfred Baumann mit dem Halleiner Kulturpreis ausgezeichnet. Insgesamt verfasste er bisher folgende Kriminalromane: Wasserspiele - Zauberflötenrache - Drachenjungfrau - Maroni, Mord und Hallelujah -  Mozartkugelkomplott - Salbei, Dill und Totengrün - Glühwein, Mord und Gloria - Blutkraut, Wermut, Teufelskralle - Todesfontäne - Marionetten-Verschwörung.

Das letztgenannte Werk Marionetten-Verschwörung stand also am 27. November im Mittelpunkt einer Lesung von Manfred Baumann in der Halleiner Buchhandlung ,,Leseträume‘‘. Natürlich wurde er von Stephanie Macheiner mit ihrer Harfe musikalisch perfekt begleitet. Es herrschte ,,Full house‘‘, die Veranstaltung war schon im Vorverkauf ausverkauft. Und alle Besucherinnen und Besucher dieses Abends, fanden auf ihren Sitzen Weihrauch und Teelicht, in einem geschmackvollen Päckchen, als freundlichen Gruß der sympathischen und engagierten Büchhandlungs-Inhaberin Jaqueline Brabec. Wohltuend routiniert wandte sich Buchautor Manfred Baumann an sein Publikum und gestaltete seine Lesung über die Marionetten-Verschwörung souverän, spannend und charmant: Im berühmten Salzburger Marionettentheater, wo Abend für Abend die Puppen tanzen, schweben und lebendig werden, wird eine junge Marionetten-Spielerin inmitten der Puppen und Kulissen erdrosselt aufgefunden. Es bleibt nicht bei diesem Mord, in der Salzach wird eine männliche Leiche, der Bruder der Erdrosselten, entdeckt. Schließlich wird auch noch eine Kollegin der ermordeten Marionetten-Spielerin getötet. Es gibt also viel zu tun für Kommissar Merana, um diese rätselhaften Morde aufzuklären… – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Der ,,Schnee von gestern‘‘ lag auf der historischen Stadt Hallein, verträumt und aus heutiger Sicht durchaus romantisch. Doch je konkreter man in die Vergangenheit Halleins eintaucht, umso mehr wird man mit den Problemen der einstigen Salinenstadt konfrontiert. Während die Landeshauptstadt mit den über Jahrhunderte gewonnenen Erlösen aus dem Halleiner Salz mit aller Pracht und Herrlichkeit ausgestattet wurde, blieb Hallein unter dem permanenten Rauch- und Dampf-Gewölk der zahlreichen Salinen eine düstere, schmutzige und ausgebeutete Salzkolonie der Salzburger Erzbischöfe. Folgerichtig bezeichnete Franz Schubert die Stadt Salzburg als ,,Himmel‘‘ und die Stadt Hallein als ,,Misthaufen‘‘. Deutlicher geht es wohl nicht mehr. Kleine Kinder begannen noch in der Zwischenkriegszeit zu weinen, wenn ein Besuch der Stadt Hallein bevorstand, weil sie sich so sehr vor dieser schrecklichen Stadt fürchteten. Doch scharfsichtige Fotografen fanden auch im Elend der Stadt Hallein immer wieder gefällige Details, auch wenn sie dazu die Stadt oft aus ungewöhnlicher Perspektive ablichten mussten.

Erst ab der 2. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts begann die Entfaltung der Stadt Hallein bis zur strahlenden und liebenswerten Kleinstadt des 21. Jahrhunderts. Aus dieser Perspektive heraus erläutert Barbara Tober, die Leiterin der Kultur-Vermittlung im Keltenmuseum: ,,Ich habe bei der Auswahl der Bilder aus dem Stadtarchiv darauf geachtet, dass wir nicht nur romantische Winterbilder zeigen, sondern auch die Phase der Halleiner Stadtentwicklung, in der die Häuser auf den Farbbildern nicht sehr ansprechend aussehen. Dadurch lässt sich gut erkennen, wie viel Bestand in den letzten Jahrzehnten in Hallein renoviert wurde.‘‘

Die Ausstellung ,,Schnee von gestern‘‘ im Keltenmuseum Hallein, besteht aus zwei markanten Themenbereichen. So werden sowohl Winterfotos aus der historischen Stadt Hallein gezeigt, als auch eine bunte Schau an Weihnachtskrippen, in deren Mitte die mehrere Meter lange, dicht mit Figuren und örtlichen Landschaftsmotiven ausgestattete, mehrere Meter lange Grubermühlkrippe vom Dürrnberg, ganz besonders beeindruckt. Die Krippe stellt eine der größten noch erhaltenen bergmännischen Weihnachtskrippen dar. Ursprünglich stand die Krippe in der Grubermühle im Raingraben und war im Besitz des Bergarbeiters Kilian Neureiter. Sie zeigt das Geschehen der Geburt Jesu in der unmittelbaren Umgebung des Salzbergwerks auf dem Dürrnberg. Die Szenen im Tal stellen Ausschnitte aus dem Stadtleben von Hallein dar. Die raumfordernde Krippe weist an die 500 Figuren auf, 1957 wurde diese ungemein sehenswerte Krippen-Attraktion vom Keltenmuseum angekauft.

Heuer werden in der traditionellen Krippen-Ausstellung auch Arbeiten vom Halleiner Krippen-Baumeister Christian Haipl gezeigt. Es gibt auch eine Dürrnberger Knappenkrippe und die barocken Krippenfiguren aus der Stadtpfarrkirche Hallein zu sehen. Für Kinder gibt es Stationen, an denen das Spielen mit Krippenfiguren ausdrücklich erlaubt ist. Die historischen Winterbilder aus der Stadt Hallein können nach Ende der Ausstellung erworben werden. Reservierungen sind bereits möglich. Bürgermeister Alexander Stangassinger zeigte sich erfreut: ,,Ich bin stolz auf die Arbeit des Keltenmuseums, denn Florian Knopp und sein Team tragen speziell mit derartigen Sonderausstellungen und den damit verbundenen emotionalen Geschichten zur Identität unserer Stadt bei.‘‘ Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock ergänzt: ,,Die gezeigten Winterbilder werden besonders bei älteren Besucherinnen und Besuchern viele Erinnerungen an den Alltag im verschneiten Hallein der letzten Jahrzehnte wecken.‘‘ – (Aus der Presse-Aussendung des Keltenmuseums).
 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Auf der langgezogenen, nordseitigen Innenwand des Keltenmuseums werden zahlreiche sehenswerte Winterbilder aus dem historischen Hallein gezeigt. FOTO 2: Die Klosterstiege führte zum Zeitpunkt dieser winterlichen Aufnahme noch hinauf zum einstigen Kloster. Heute steht dort bereits seit Jahrzehnten das Bundesgymnasium. FOTO 3: Die Halleiner Stadtpfarrkirche aus ungewohnter Perspektive. Damals stand noch der schöne romanische Kirchturm mit seiner Barock-Haube. FOTO 4: Der Kornsteinplatz zeigt sich in der Dämmerung düster und verschlafen. FOTO 5: Ein stattlicher Baum am Unteren Markt zwischen Raiffeisenbank und Sparkasse wäre heute völlig undenkbar. Links im Bild ein Teil des Gebäudes der Raiffeisenbank. FOTO 6: Nachdem wir nun den neuen schönen Salinensteg vom Keltenmuseum hinüber zur Pernerinsel besitzen, erscheint die an dieser Stelle einstige Eisenkonstruktion besonders lieblos und unschön. FOTOS 7 und 8: Zwei unterschiedliche Weihnachtskrippen aus der Krippenschau im Keltenmuseum. FOTO 9: Ein kleines Detail aus der großen, beeindruckenden Grubermühlkrippe, die insgesamt etwa 500 Figuren aufweist. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Österreichs Weltkunst-Zentrale, die Begeisterungs-Gemeinschaft ,,Salzburger Festspiele‘‘, feiert in der bevorstehenden Spielsaison 2020 ihr hundertjähriges Bestehen. Schon immer stieg in der Stadt Salzburg und seit über einem Viertel-Jahrhundert auch auf der Pernerinsel merkbar die Temperatur, wenn die Festspiele angesagt waren. (An der Aufhebung der Schwerkraft wird bis zum Jahrhundert-Jubiläum intensiv gearbeitet!) In der Jubiläums-Spielsaison 2020 werden an 44 Tagen 222 Aufführungen an 15 Spielstätten sowie 87 Aufführungen im Jugendprogramm an 48 Spielstätten sowie 50 weitere Fest-Veranstaltungen geboten. Im Bereich Oper gibt es 42 Vorstellungen, im Bereich Schauspiel 57 Vorstellungen und im Bereich Musik 91 Konzerte. Dieses umfangreiche Angebot verursacht eine neue Rekordmarke: Das Festspiel-Programmbuch für 2020 weist insgesamt 178 Seiten auf! Auf der Halleiner Pernerinsel werden ,,Richard III.‘‘ und ,,Maria Stuart‘‘ aufgeführt. Beide Stücke feiern Premiere bei den Salzburger Festspielen, denn sie wurden noch nie im Rahmen der Festspiele aufgeführt. Nachstehend kurze Darstellungen der beiden Stücken, ausführliche Inhaltsangaben folgen rechtzeitig im SALZSCHREIBER vor Beginn der Festspielsaison 2020 auf der Pernerinsel. Für die Halleiner Pernerinsel, die dem Schauspiel gewidmet ist, gab es im Rahmen der ersten Jubiläums-Pressekonferenz eine spezielle Aufwertung – dem Bereich Schauspiel wurde die ehrenvolle Bezeichnung ,,Zentralgestirn der Festspiele‘‘ zuteil.

 

DAS SCHAUSPIEL ,,RICHARD III.‘‘
VON WILLIAM SHAKESPEARE

Ausgerechnet unter der stabilen Herrschaft Elisabeths I. wählt William Shakespeare um das Jahr 1592 eines der dunkelsten Kapitel der englischen Geschichte, die Rosenkriege der Jahre 1455 bis 1485, um damit sein Publikum mit dem Verfall einer Adelsgesellschaft und den skrupellosen Machtkämpfen der Familien York und Lancaster im Kampf um den englischen Thron zu konfrontieren. Mit Richard III., dessen Herrschaft den Endpunkt der Rosenkriege darstellt, betritt eine der vielschichtigsten Figuren der Theaterliteratur die Bühne: kaltblütig, hemmungslos, sadistisch und gleichzeitig hellsichtig, witzig, und verführerisch. Er versteht es die Menschen zu manipulieren und sich selbst zu inszenieren. Zum ersten Mal steht diese charismatische Figur von William Shakespeare bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne. Lina Beckmann, die als Rose Bernd 2017 bei den Salzburger Festspielen bereits einen riesigen Erfolg feierte, wird die Titelrolle übernehmen. Inszeniert wird das Stück von Karin Henkel, der Regisseurin von Gerhart Hauptmanns Rose Bernd. In weiteren Rollen sind unter anderem Kristof Van Boven, Elsie de Brauw und Kate Strong zu sehen. Die Koproduktion mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg feiert am 28. Juli Premiere auf der Perner-Insel in Hallein.

 

DER POLITTHRILLER ,,MARIA STUART‘‘
VON FRIEDRICH SCHILLER

Friedrich Schillers Maria Stuart wurde in der 100-jährigen Geschichte der Salzburger Festspiele noch nie zuvor inszeniert, aber wie William Shakespeare war Friedrich Schiller ein zentraler Autor des Festspielgründers Max Reinhardt. Maria Stuart ist ein Politthriller, eine historische Überhöhung, eine leidenschaftlich geführte Auseinandersetzung mit jenen Fragen, die Schiller sein Lebtag umtrieben: Was ist die Freiheit des Einzelnen? Was ist politische Macht, und wo endet sie? Was ist Gerechtigkeit? Wie wird Recht gefertigt? In der Regie von Burgtheaterdirektor Martin Kušej kommt es nun zur ersten Inszenierung von Schillers Spätwerk in der Festspielgeschichte – mit den Schauspielerinnen Bibiana Beglau als Elisabeth und Birgit Minichmayr als Maria Stuart. An deren Seite spielen Itay Tiran als Robert Dudley, Graf von Leicester; Oliver Nägele in der Rolle von Georg Talbot, Graf von Shrewsbury; Norman Hacker als Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh und Franz Pätzold in der Rolle des Mortimer. Die Neuinszenierung ist eine Koproduktion mit dem Burgtheater Wien und findet am 16. August auf der Perner-Insel in Hallein statt. – Das oben stehende Foto zeigt das Direktorium der Salzburger Festspiele mit (von links) Kaufmännischem Direktor Lukas Crepaz, Präsidentin Helga Rabl-Stadler, Intendant Markus Hinterhäuser, Bereichsleiter Konzerte Florian Wiegand und Bereichsleiterin Schauspiel Bettina Hering. – (Odo Stierschneider, Foto: Salzburger Festspiele / Anne Zeuner).

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Auf der Spitze der Alters-Pyramide der Halleiner Geschäfte, residiert ganz oben und sehr alleine, ohne irgendwelche Jubiläums-Kandidaten in Sichtweite, souverän das Spielwaren-Geschäft Oedl am Unteren Markt in der Halleiner Fußgängerzone. Das in seiner Reichhaltigkeit und Vielfalt ungemein imponierende und einzigartige Spielwaren-Paradies, feiert heuer sein unfassbares 225-jähriges Bestehen. Also alt und schwach? Irrtum! Genau das Gegenteil ist der Fall! Inhaber Alois Oedl IV. ist noch immer, wie schon seit Jahren, Vorbild für alle anderen Geschäfte, wenn es darum geht, in der Einkaufsstadt Hallein eine herrlich wundersame Atmosphäre zu erzeugen. Tag für Tag ist Alois Oedl bemüht, den Bereich vor seinem Geschäft in ein Kinder-Wunderland zu verwandeln, welches auch die Erwachsenen immer wieder begeistert. Ohne diese Pracht und Herrlichkeit möchte man sich die Fußgängerzone gar nicht mehr vorstellen. Womit hier, nur so nebenbei, die Anregung an alle anderen Geschäftsinhaber ergeht, sich ähnlich für ihre Einkaufsstadt Hallein einzusetzen. Doch zurück zum Thema: Das unglaubliche 225-jährige Bestands-Jubiläum des Hauses Oedl ist auch Gegenstand einer faszinierenden Ausstellung im Keltenmuseum. Unter dem Titel Holz.Spiel.Zeug wird eine Fülle an historischen, ungemein berührenden Spielsachen präsentiert, es fehlt auch nicht an aktuellen Spielen – alle die möchten, können sie auch ausprobieren.

PROMINENTE MITGLIEDER
AUS DER OEDL-AHNENREIHE

Vor 225 Jahren, am 20. Mai 1794, wurde Franz Josef Oedl Teilhaber eines Holzwarenverlags, der bereits 22 Jahre zuvor, 1772 gegründet worden war. An diesem bedeutungsvollen 20. Mai 1794 kam auch das Haus am Unteren Markt in Hallein in den Besitz der Familie Oedl. Hier führt nun Alois Oedl IV., der heuer sein 60. Lebensjahr vollendet, noch immer das weitum in der ganzen Region angesehene Spielwaren- und Lederwaren-Geschäft Oedl. Aus der Reihe der glorreichen Dynastie der Halleiner Spielwaren-Erzeuger und Spielwaren-Händler, ragen zwei Namen besonders heraus. Benedikt Oedl (1799-1871) war als angesehener Holzwarenfabrikant auch in der Gemeindevorstehung Halleins vertreten, war Oberleutnant des Halleiner Bürgercorps und errichtete 1843 das sog. Ökonomie-Zimmer im Rathaus, aus dem später das erste Halleiner Museum entstand. Sein Nachfolger Alois Oedl I. (1842-1892), etablierte zusätzlich zur Präsenz in Wien. eine Niederlassung des Unternehmens Oedl in  Pressburg/Bratislava. Er war von 1880-1886 Bürgermeister von Hallein und von 1881-1890 Landtags-Abgeordneter. In seiner Amtsperiode wurde unter anderem der Stadtpark und der Städtische Friedhof in Burgfried errichtet. Er trieb auch die Eingemeindung von Burgfried voran. Alois Oedl I. ließ in seinem Unternehmen Miniatur-Nachbildungen von Kutschen, Pferdewagen und Tramways herstellen, die auf der Weltausstellung 1851 in London prämiiert wurden. Sie sind auch in der aktuellen Ausstellung im Keltenmuseum zu bewundern.

SPIEL- UND HOLZWAREN
FÜR GANZ MITTELEUROPA

Die Firma Oedl hatte eine Produktions-Stätte in der Bräuerstraße in Hallein. Bis zum Ende der 1920er Jahre wurden dort Spiel- und Holzwaren hergestellt. Die historische Geschäfts-Korrespondenz des Hauses Oedl, dokumentiert nahezu 400 Kunden in 122 Orten im Gebiet der heutigen Staaten Österreich, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen, Russland, Slowenien, Kroatien, Serbien, Rumänien, Italien, Schweiz, Deutschland und Frankreich. Die Halleiner Holzspielwaren wurden in ganz Mitteleuropa bis in die Levante verkauft. Einige dieser begeisternden und zutiefst berührenden historischen Holzspielwaren lassen sich auch benennen: Da sind die berühmten Hühnerkäfige. Die Köpfe der gefiederten Insassinnen bewegen sich bei geringster Berührung. Oder der Holzgaukler in der Mitte eines Holzreifens. Wie man den Reifen auch dreht, der Gaukler behält seine aufrechte Haltung. Oder die zahlreichen Kurbelkästchen mit Figuren, welche die verschiedensten Tätigkeiten bei Betätigung der Kurbel ausführen. Oder die schön bemalten Span-Schachteln. Oder schließlich er, der eigentlich Unaussprechliche, der in keinem der Presse- und Fernseh-Berichte zum Thema Oedl-Jubiläum unerwähnt blieb: Der köstliche Arschpfeifenreiter. Er thront auf einem Pferd, welches auf Rädern unterwegs ist. Aus dem Hinterteil des Vierbeiners ragt eine Holzpfeife hervor. Als Alois Oedl IV. im Rahmen der Pressekonferenz zur Ausstellung Holz.Spiel.Zeug das Instrument lautstark betätigte, erntete er spontanen Beifall der anwesenden Journalistinnen und Journalisten.

DIE KONSEQUENZ DES OEDL-JUBILÄUMS:
EIN SPIELWAREN-MUSEUM FÜR HALLEIN

Wenn man die fantastische Ausstellung Holz.Spiel.Zeug. im Keltenmuseum durchwandert, dann sieht man sich auch mit den Fragen konfrontiert: ,,Was geschieht mit all der Pracht und Herrlichkeit nach dem Ende der Ausstellung? Wandern die fantastischen Objekte wieder in öffentlich nicht zugänglich Depots? Dagegen ist natürlich sofort entschiedener Einspruch zu erheben. Diese einzigartigen historischen Holzspielzeuge müssten unbedingt permanent ausgestellt werden! Ein kleines, reizvolles Holzspielwaren-Museum mit all diesen unersetzlichen Schaustücken wäre eine weitere spezielle Aufwertung der Stadt Hallein. Ob im Keltenmuseum, ob im derzeit leerstehenden Gebäude zwischen Keltenmuseum und Stadtkino, ob in der Alten Saline, ob im Colloredo-Sudhaus (falls dort Räumlichkeiten frei würden), oder im leerstehenden Raum der einstigen Palmers-Filiale in der Thunstraße – es gibt sicher noch andere in Frage kommenden Möglichkeiten. Die Vorstellung, dass die derzeit im Keltenmuseum ausgestellten Holzspielzeuge wieder aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit verschwinden ist jedenfalls absolut unerträglich. – Am 5. November 2019 tritt Alois Oedl IV. im Rahmen der feinen und ständigen Veranstaltungs-Reihe ,,Kaffee-Geschichten – Erinnern im Keltenmuseum‘‘, gemeinsam mit Spieleforscher Rainer Buland in Erscheinung. Beide Spielzeug-Heroen erzählen dabei ab 14 Uhr aus ihrem reichen, einschlägigen Erfahrungs-Schatz.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Von links Benjamin Huber vom Team des Keltenmuseums als kuscheliger und liebenswerter Benjamin Blümchen, Chefkurator des Salzburg-Museums Peter Husty, Alois Oedl IV., Ausstellungs-Mitgestalterin Barbara Tober und der Leiter des Keltenmuseums Florian Knopp informierten die Presse über die Ausstellung Holz.Spiel.Zeug. FOTO 2: Alois Oedl IV., Keltenmuseums-Leiter Florian Knopp und Chefkurator Peter Husty zeigen sich mit Ausstellungs-Objekten. Rechts im Bild auch die vierrädrige, unaussprechliche Holzpfeife, in ziemlich engen Kontakt mit einem Pferd. FOTO 3: Auch Halleins Vize-Bürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock (Bildmitte) war beim Pressetermin zur Ausstellung Holz.Spiel.Zeug. anwesend. FOTOS 4 bis 13: Reizvolle Einblicke in die überaus erfreuliche Ausstellung. FOTO 14: Auch zeitgemäße Spielwaren werden in einer großen Vitrine präsentiert. FOTO 15: Ein erfreuliches Bekenntnis der beiden Jungbären. – Auch die Fotos zeigen es deutlich, dass es wichtig wäre, für all diese Kostbarkeiten in Hallein ein Museum zu schaffen. – (Text und Fotos: Odo Stierschneider).

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Das Halleiner Stille-Nacht-Museum besticht durch die außergewöhnliche Darstellung seiner Inhalte. Deshalb trafen die Juroren der Auszeichnung ,,Museums-Schlüssel‘‘ unter Vorsitz von Thorsten Sadowsky und den Mitgliedern Sabine Fauland, Klaus Landa, Karin Rachbauer-Lehenauer und Ingrid Weydemann die Entscheidung, den Anerkennungspreis „Museums-Schlüssel 2019“ dem Stille-Nacht-Museum zu überreichen. Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock nahm, gemeinsam mit Kuratorin Barbara Tober, die Auszeichnung mit großer Freude in Empfang. Die Begründung ihrer Entscheidung fasste die Jury wie folgt zusammen: „Die Qualität in Gestaltung, Präsentation und Vermittlung von Inhalten, sowie die Bedachtsamkeit auf die Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher ist ungemein hoch und das Museum darf ohne Einschränkung als Vorzeige-Beispiel zur Nachahmung angesehen werden. Mit einem (vor)weihnachtlichen Thema das ganze Jahr zu arbeiten, erscheint auf den ersten Blick schwierig und doch greift die Kultur-Vermittlung viele Themen aus der Ausstellung gekonnt auf, denn diese zeigt nicht nur die Geschichte eines Liedes, sondern vielmehr die Geschichte der Familie Gruber und ihrer Zeit. Besonders hervorheben möchten wir den barrierefreien Zugang vom Erdgeschoss und vor allem den ersten Stock: Dort findet sich eine spielerische Herangehens-Weise an das Thema und es wurde ein öffentlicher Raum geschaffen, der Kinder und Familien zum Verweilen und Entdecken einlädt – ohne Eintrittsbarriere, mit Einladung zum Wiederbesuch. Die Jury empfiehlt, das Stille-Nacht-Museum Hallein mit dem Anerkennungspreis ,,Salzburger Museumsschlüssel‘‘ auszuzeichnen.“


DER ,,SALZBURGER MUSEUMS-SCHLÜSSEL‘‘
IST ANERKENNUNG FÜR DAS MUSEUMS-TEAM

„Die Stadt Hallein war ein zentraler Ort des Lebens von Franz Xaver Gruber und ist dadurch mit dem weltweit berühmten Stille-Nacht-Lied eng verwoben. Die Geschichte aus dem Leben der Familie Grubers, die hier so einfühlsam erzählt wird, macht mich als Kultur-Stadträtin besonders stolz und für die Stadtgemeinde Hallein ist es eine Ehre, dafür den ,,Museumsschlüssel 2019‘‘ zu erhalten“, unterstreicht Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock angesichts dieser erfreulichen Auszeichnung. Für Museumsleiter Florian Knopp stellt die Auszeichnung eine Bestätigung der engagierten Arbeit aller Museums-Mitarbeiter dar: „Die Verleihung des Anerkennungs-Preises ,,Salzburger Museumsschlüssel 2019‘‘, ist eine Auszeichnung für das gesamte Museums-Team. Zudem ist sie großer Ansporn, konsequent unser Ziel – das Stille-Nacht-Museum Hallein mit einem engagierten Veranstaltungs- und Vermittlungs-Programm als Ganzjahres-Thema zu positionieren – weiter zu verfolgen. Die Themenpalette ist dabei sehr breit gefächert, von Musik-Veranstaltungen, insbesondere für Orgel, über Angebote zum Thema Achtsamkeit, bis zu stadt- und gesellschafts-geschichtlichen Aspekten.“


STILLE-NACHT-MUSEUM ERHIELT
AUCH DAS ,,MUSEUMS-GÜTESIEGEL‘‘

Das Stille-Nacht-Museum Hallein erhielt auch noch eine zweite wichtige Anerkennung, das ,,Österreichische Museums-Gütesiegel‘‘, welches auf Antrag der Museen jeweils auf fünf Jahre vergeben wird. Die Träger des Gütesiegels erfüllen die Qualitäts-Kriterien des Österreichischen Museums-Bundes für die Bezeichnung als Museum. Im Verleihungs-Schreiben heißt es: „Das Stille Nacht Museum besticht einerseits durch die Authentizität des Ortes – Wohnhaus von Franz Xaver Gruber – die Original-Dokumente und Objekte (Möbel, persönliche Gegenstände, Instrumente) und die Neugestaltung, die 2018 im Zuge der Landes-Ausstellung erfolgen konnte. Allgemein lässt sich festhalten, dass das kleine Museum durch seine feinen Ausstellungsstücke und die ansprechende Neugestaltung, aber auch das hohe Engagement aller Mitarbeitenden besticht.‘‘ Auch angesichts der Verleihung des ,,Museums-Gütesiegels‘‘, zeigt sich Museumsleiter Florian Knopp stolz auf die hervorragenden  Arbeit seines Teams: „Mit der Verleihung des ,,Museums-Gütesiegels‘‘ hat sich das neugestaltete Stille-Nacht-Museum Hallein in der Museums-Landschaft Österreichs etabliert. Die umfassende und höchst qualitative Sammlung, war Auftrag und Motivation zugleich, den Museums-Besucherinnen und Museums-Besuchern ein Stück Zeitgeschichte mit starken regionalen Wurzeln und internationaler Strahlkraft, zugänglich zu machen.“ – Das oben stehende Foto zeigt Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock mit den Museums-Mitarbeitern und Museums-Mitarbeiterinnen Tanja Golser, Dirk Böckmann, Barbara Tober, Benjamin Huber, Anna Holzner und Museumsleiter Florian Knopp. – (Text: Stadtgemeinde Hallein, Foto: STG HA / Aschauer).

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Die renommierte Kunstgalerie Schloss Wiespach wartet diesmal mit einer besonderen Attraktion auf – mit einer Gemeinschafts-Ausstellung der drei Künstler Herbert Flois, Franz Riedl und Werner Schnelle. Entsprechend groß war der Publikums-Andrang bei der Vernissage. Unter dem Titel ,,Black & White‘‘ präsentieren die drei Künstler bis 23. November 2019 ihre Objekte, Fotoarbeiten und Zeichnungen. Arbeiten in Schwarz-Weiß wirken in der Regel einprägsamer und dramatischer als solche, in denen das gesamte Farb-Spektrum Anwendung findet, Die Gips-, Karton- und Draht-Objekte von Herbert Flois zeichnen sich durch klare Formensprache aus. Franz Riedl ergänzt seine Fotografien (auch Landschafts-Motive rund um das Schloss Wiespach), mit zusätzlich eingefügten, zeichnerischen Architektur-Elementen und Werner Schnelles Fotogrammen und Fotografien liegt der fototypische Positiv-Negativ-Effekt wirkungsvoll zugrunde. Die Ausstellung ist Montag und Donnerstag jeweils von 9 bis 12 Uhr, am Freitag von 9 bis 12 und 16 bis 20 Uhr und am Samstag von 10 bis 15 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung geöffnet.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN
FOTOS 1 und 2: ,,
Fotogramm #38‘‘ und Kontaktprint ,,Ei und Löffel‘‘ von Werner Schnelle. FOTOS 3 und 4: ,,Schwarzer Rahmen III‘‘ und ,,Schwarzer Ring‘‘ von Herbert Flois. Die Arbeiten entstanden aus Stahlelementen, Gips, Mullbinden und Acrylfarbe. FOTOS 5 und 6: ,,Blick zum Untersberg‘‘ und ,,Blick aus dem Schloss Wiespach Richtung Tennengebirge‘‘. Beide Arbeiten wurden als Inkjet-Druck mit Tusche und Lackstift auf Papier gefertigt. FOTO 7: Herbert Flois gelang es, in die Ausstellung Black & White, das einzige farbige Objekt einzuschmuggeln: ,,Oranges Schild‘‘ aus Gips, Stahl, Aluminium, Jute, Mullbinden, Plakatfarbe, Acryl. FOTO 8: Die drei Künstler von links: Werner Schnelle, Franz Riedl und Herbert Flois bei der Vernissage ihrer gemeinsamen Ausstellung ,,Black & White‘‘ in der Galerie Schloss Wiespach. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Das hat es natürlich schon gegeben: Einladungskarten, geschmückt mit einem kleinen, reizvollen Kunstwerk. Dafür aber hat es das noch nie gegeben: Einladungskarten, von denen jede Einzelne völlig anders gestaltet wurde als alle anderen, die also mit einem absolut exklusiven Kunstwerk geschmückt sind. Das bedeutet: 10 Einladungskarten, 10 verschiedene exklusive Kunstwerke. 20 Einladungskarten, 20 verschiedene exklusive Kunstwerke. Und so weiter… Zu diesem künstlerischen Kraftakt entschloss sich Bernhard Fritzl, eine der tragenden Säulen der Künstlergruppe Plan B, die am Kornsteinplatz in Hallein ihre herrliche, wunderbare und sehenswerte Offene Kunstwerkstätte betreibt. Anlass für dieses staunenswerte künstlerische Arbeitspensum war ein unverzichtbarer Termin für alle Kunstfreunde: Die Werkschau der Künstlergruppe Plan B, in ihrer Werkstätte am Kornsteinplatz. Termin: Freitag, 25. Oktober, um 19 Uhr. Unbedingt vormerken! – Auf den obenstehenden Fotos ist eine Auswahl der völlig unterschiedlich gestalteten Einladungskarten zu sehen, weiters die 1. und 3. Seite einer dieser Einladungskarten. Übrigens: Gefällt Ihnen die fantastische Handschrift genauso gut wie uns? – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Spannend und abwechslungsreich gestaltet sich der Rückblick auf das begeisternde Festival frei-stadt-hallein. Es entstand auf Initiative des Kultur-Vereines SUDHAUS hallein.kultur mit Simone Seymer an der Spitze und der diesjährigen Kuratorin Nikola Schellmann – herzliche Gratulation an die beiden  Damen! Mitveranstalter waren kunstraum pro arte, die Schmiede Hallein, das Theater bodi end sole, das atelier III und die Super Initiative Salzburg. Das beeindruckend geglückte Anliegen des Festivals frei-stadt hallein: Freien Raum in Hallein für Austausch und Begegnung zu öffnen und regionale, zeitgenössische Kunst und Künstler*innen in die Stadt und zu ihren Bewohner*innen zu bringen. Über 30 Künstler*innen reichten dazu Bewerbungen ein. Dazu noch nachfolgend, in Ergänzung zu den bereits im SALZSCHREIBER erschienenen Berichten in den Ressorts KULTUR und AKTUELLES vier Beispiele, welche die große Vielfalt des Festivals frei-stadt-hallein unterstreichen. In Zukunft soll das Festival biennal, also alle 2 Jahre stattfinden.

 

1. ROOMS von HELLA LUX in den Räumen der Kunst-Gemeinschaft Freiräume. (FOTOS 1 und 2). Kopfhörer auf und sich dem faszinierenden, vielschichtigen Akustik-Erlebnis ROOMS hingeben. In der Architektur der Galerie Freiräume mit knarrenden Treppen, finsteren Gängen und teils urtümlichen Raumwelten, tasteten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nach den Grundrissen unserer Gesellschaft: Die Gemeinschaft ebenso wie die Einsamkeit, aber auch Grenzen wurden erlebbar und schufen, auch mit Sound-Collagen, einen Ort, der von den Teilnehmern gemeinsam erkundet wurde. Für das Festival frei-stadt-hallein 2019, wurde ROOMS, das 2018 für das Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main entstanden war, in Zusammenarbeit mit der NMS Hallein-Stadt für das Halleiner Festival produziert.

2. DIE NEUEN BEWOHNER von TINA HAINSCHWANG am Schöndorferplatz 8. (FOTOS 3 bis 5). Die Installation ,,Die neuen Bewohner‘‘ war von der Tatsache inspiriert, dass leerstehende Räume nie gänzlich unbewohnt sind, sondern allen möglichen, mal faszinierenden, mal weniger beeindruckenden, jedenfalls aber nahezu unsichtbaren Lebewesen Unterschlupf bieten. In dieser Installation hatten sich ganz offensichtlich neue Bewohner den leeren  Raum angeeignet. Sie lebten in ihrem Bau, der offensichtlich aus Resten menschlicher Anwesenheit errichtet wurde: Alte Kleinmöbel, Kleidung und diverse Gebrauchs-Gegenstände. Künstlerin Tina Hainschwang, (FOTO 5), geboren in Salzburg, studierte Malerei und Grafik an der Kunst-Universität Linz. Inzwischen arbeitet sie bevorzugt dreidimensional an Skulpturen und Objekten. Sie lebt und arbeitet in Salzburg und Linz.

3. DU GRÜNST NICHT NUR von Ingrid Schreyer am Schöndorferplatz 8. (FOTOS 6 und 7). Dem Klimawandel, mit immer mehr Schnee im Winter und immer weniger Regen im Sommer, zum Opfer gefallene, abgerissene, halbdürre Fichten-Bäumchen, bringt Ingrid Schreyer (Salzburg) von ihren Bergtouren mit nach Hause. Und sie ist es schon gewohnt: Unterwegs mit ihren Baum-Gerippen auf der Straße, wird sie zuverlässig von Scherzbolden auf ihre ,,Christbäume‘‘ angesprochen. Die Künstlerin errichtete eine mahnende Installation mit sichtlich geschädigten Fichten-Bäumchen, dazwischen platzierte sie eine handwerklich perfekte Zeichnung zum kritischen Thema. Ingrid Schreyer, aufgewachsen in einer steirischen Alpen-Transitgemeinde, studierte bildnerische Erziehung und Philosophie / Psychologie / Pädagogik am Mozarteum und an der Universität Salzburg. Sie findet ihre Themen entlang der brennend aktuellen Bruchlinien und im ebenso aktuellen Ineinander von Natur und Zivilisation.

4. Atelier III:  Das größte und gewaltigste Einzel-Objekt des Festivals frei-stadt-hallein 2019. (FOTOS 8 und 9). Reichlich fassungslos stand man im atelier III am Bürgerspitalplatz vor dem Ehrfurcht gebietenden, mächtigen und größten 6-seitigen würfelförmigen Quader-Objekt, das jemals auf Halleiner Boden geschaffen wurde. Natürlich erhielt das gewaltige Objekt auch einen Namen: Surface 6. Katrin Froschauer, Valentin Backhaus und Christian Zwerschina aus dem Künstler-Kollektiv atelier III, schufen in perfekter Zusammenarbeit das faszinierende Riesenobjekt, das strafverschärfend, auch noch an den Spitzen oben am Plafond und unten am Boden, drehbar montiert wurde. Wenn sich der Gigant um seine senkrechte Achse dreht, dann scheint es, der Planet Erde wird aus seiner Bahn gedrängt! Am Samstag, 14. September, fand ab Nachmittag rund um die Räumlichkeiten von atelier III, ein Event mit lokalen Djs und Soundkünstlern, bei Getränken und Snacks, bis in den Abend hinein statt. – (Presse-Unterlagen: Kultur-Verein SUDHAUS, Bearbeitung: OST).

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Es war ein unfassbares Eintauchen in die wilde, aufregende und spannende Unterwelt des Frank-Hauses an der Ecke Bayrhamerplatz / Thunstraße. Dass sich ein markantes Gebäude mitten in der Halleiner Altstadt zum Teil in einem solchen Zustand befindet, wie die Fotos oben dokumentieren, ist natürlich in Glücksfall für einfallsreiche Kultur-Triebwerke. Die Springer Immobilien GmbH hatte das massiv renovierungsbedürftige Erdgeschoß des Frank-Haus-Anbaues für das kulturelle Großereignis ,,frei-stadt-hallein‘‘ zur Verfügung gestellt, So konnte das Theater bodi end sole Österreichs ungewöhnlichste Theaterräume mit Licht und Schatten, mit Tag und Nacht, mit Stimmen, Tönen und Geräuschen der Aufführung ,,walk in silence … hearing the sound of nothingness‘‘ zu faszinierendem Leben erwecken.

Mit respektablem Einsatz wurden die verschiedenen Auftrittsstationen originell gestaltet, so dass sich die Besucher in einer dämmrigen, dunklen Anderswelt wähnten. In der kleinräumigen Vielfalt wurden unterschiedliche Auftritte geboten, Geschichten erzählt und Musik dargebracht. Angesichts der herrlichen räumlichen Enge, waren die Grenzen zwischen Publikum und Performance aufgehoben. Mareike Tiede (Stimme), Yvonne Zehner (Gitarre), Nicole Baier (Video.Szenografie), Alois Ellmauer (Raum-Szenografie) und Helfried Hassfurther (Licht und elektronische Tongestaltung), boten in den geradezu unfassbaren Räumlichkeiten neue Wege der sinnlich-theatralischen Wahrnehmung. Inspiriert und angeleitet wurde das großartige Ensemble von Christa Hassfurther und Bashir Khordahji. – Eigentlich müssten diese herrlich verwilderten Gänge und Räume unverändert erhalten bleiben. So könnte das Theater bodi end sole auch in Zukunft hier geeignete Inszenierungen präsentieren. Die Räume könnten in ihrer Urwüchsigkeit auch dem Keltenmuseum für eine Präsentation ausgewählter Schauobjekte mitten in der Altstadt dienen. Diese dunkle Unterwelt wäre ideal für eine furchterregende Ausstellung vom Krampusmasken. Hier könnten Künstler ihre Werke, wie Bilder oder Plastiken, auf eindrucksvolle Weise präsentieren. Hier könnte die Dokumentation zum Thema ,,600 Jahre Salz-Raub der Erzbischöfe in Hallein zugunsten der Stadt Salzburg‘‘ entstehen und gleichzeitig die Frage in den Raum gestellt werden, wann sich endlich die Stadt Salzburg zu irgendeiner Wiedergutmachung aufrafft. – Wir kehren jedoch zurück in die Wirklichkeit und freuen uns auf eine zeitgemäße und für die Stadt Hallein positive Umgestaltung des Frank-Hauses.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 bis 4:
Markante Blickpunkte aus dem erodierenden Erdgeschoß des Frank-Hauses. FOTOS 5 bis 9: In den einstigen Geschäftsräumen an der Thunstraße gibt sich die Urgewalt des Verfalls deutlich eingebremst. Hier traten Mareike Tiede (Foto 8) mit ausgesuchten, engagiert und fesselnd präsentierten Texten und Yvonne Zehner (Foto 9) mit souveränem, sowohl temperamentvoll als auch gefühlsbetont dargebotenem Gitarrenspiel, vor das sichtlich beeindruckte Publikum. Ein unvergesslicher Abend! – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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So wie seit Jahren schon, startete die SCHMIEDE auch 2019 wieder in Zusammenarbeit mit dem Tennengauer Kunstkreis. Dieser stellte bereits seit mehreren Jahren die Ausstellungsräume des kunstraumes pro arte für Künstler und Künstlerinnen aus dem Schmiede-Netzwerk zur Verfügung. Heuer geschah dies in Form einer durchinszenierten Zeitreise, in der die Projekte von gold extra aus den letzten zwanzig Jahren zu sehen sind, – aber aus Sicht des Jahres 2219! Aus diesem Blickwinkel betrachtet man die Arbeiten von gold extra in Form von historischen Ausgrabungen, die Artefakte aus einer vermeintlich längst vergessenen Epoche zeigen und an Hand derer rekonstruiert wird, was die Künstlergruppe aus Salzburg und Wien zum Beginn des 21. Jahrhunderts geschaffen hat.

 

Am Beginn der Vernissage stand – nach den einführenden Worten von Co-Schmiede-Organisatorin Kerstin Klimmer-Kettner – eine Videobotschaft der Bürgermeisterin von Salzburg aus dem Jahr 2219. Salzburg zählt zu diesem Zeitpunkt zu einer der weltoffensten Städte und natürlich hat diese „multi-kulti Stadt“ eine Bürgermeisterin mit Migrations-Hintergrund. In einen pinken Tschador gehüllt, schickte sie freundliche Grußworte  und freute sich sichtlich über die Funde der Zukunfts-Archäolog*innen und über die damit verbundene Ausstellung.

 

Anschließend hielt Dr. Markus Watzner, Koryphäe der Zukunftsarchäologie und Experte für den Zeitraum Ende des 20. Jahrhunderts / Anfang des 21. Jahrhunderts, einen Vortrag darüber, wie die Ausstellung zu Stande gekommen ist. Wortreich und mit vielen Seitenhieben auf aktuelle Ereignisse, gab er Auskunft über das Plastikzeitalter, das Dark Age, in dem ausgestorbene Spezies durch Hologramme ersetzt worden sind. Er sprach über Symbole, Sitten und Gebräuche dieser „längst vergangenen Periode, aus der kaum Schrift überliefert ist“ - was die Schlussfolgerung zulässt, dass die Alphabetisierung damals eher unterentwicklt war. Er nützte dabei auch ein Hilfsmittel dieser Zeit, „zerkautes Holz mit Schriftzeichen drauf“, wofür akademisch Gebildete  den Begriff „Spickzettel“ verwenden.   

 

Watzner dozierte in seinem Rückblick auf das 20. Und 21. Jahrhundert auch über die Bedeutung einer oft vorgefundenen, glänzenden dünnen Scheibe – einer CD-ROM –  die damals wohl gottgleich verehrt wurde, witzelte über Sex in der Archäologie und besprach die Bedeutung der Hacke, mit der Werke des angehenden 21. Jahrhunderts wohl immer wieder zerstört worden sind: „Die Menschen damals hat ein Satz massiv beschäftigt: Sie haben mich gehackt!“ Und Medienkunst war – wie könnte es anders sein? - für die Elite, die Adeligen, die Schönen und Reichen, die unter sich bleiben wollten. Am Ende motivierte Watzner die Besucher der Vernissage zum gemeinsamen Singen eines Früchte-Kanons: Mango, Kiwi und Banane wurden zu einem Lautgemälde. Die Gäste sangen zunächst zögerlich, dann aber dann mit seh- und hörbarer Begeisterung.

 

Die Projekte von gold extra, die bis 12. Oktober im kunstraum pro arte zu sehen sind, entstanden tatsächlich zwischen 1999 und 2019. Die Texte zu den – teilweise interaktiven – Ausstellungs-Stücken, erzählen Geschichten, sehr oft mit Augenzwinkern. Da steht die „Local Crisis Machine“ aus 2013, die Spiele „From Darkness“ aus 2016 und „The Fallen“ aus 2017 können sogar gespielt und die „Tools of Subversion“ aus 2018 können benützt werden.

 

Die Fiktion erweitert dann bis 2069: Beispielsweise mit „Nano Banano“, den „Hybrid Art Bananen“, die im gold extra Science-Lab von 2039 bis 2045 entwickelt worden sind. Mit diesem Projekt hat man sich laut den Zukunfts-Archäolog*innen 2046 den Traum von der Goldenen Nica beim Prix Ars Electronica erfüllt. Den Schlusspunkt setzt „Calexit“ aus 2069 – das letzte Projekt der Gruppe, „das den Aufstieg der südamerikanischen Union aus der Sicht der im Norden angrenzenden Entwicklungs-Gebiete beschreibt. Die Holografie wurde bei den Filmfestivals in Venedig, Sundance und Peking ausgezeichnet.“ Danach seien die Mitglieder von gold extra bei Dreharbeiten in Südamerika verschollen…

 

Wer sind gold extra? Aktuell gehören Reinhold Bidner, Tobias Hammerle, Georg Hobmeier, Sonja Prlić und Karl Zechenter zu dieser Künstler/innen-Gruppe, die in Salzburg und Wien beheimatet ist. Laut Eigendefinition arbeitet gold extra „an den Schnittstellen von Gesellschaft, Medien und Technologien und [...] produziert, kuratiert und initiiert Projekte in den Zwischenräumen von Bildender Kunst, Performance, Musik und Hybrid Media.“ Die Gruppe gold extra ist undenkbar ohne ein umfangreiches Netzwerk von bildenden KünstlerInnen, RegisseurInnen, ProgrammiererInnen und PerformerInnen, die mehr oder weniger eng mit der Gruppe kooperieren. Ein großes Plakat im kunstraum pro arte bedankt sich ausführlich bei allen, die das kreative Schaffen von gold extra unterstützen.

 

Am Dienstag, 17. September, im Anschluss an die öffentliche Führung der Schmiede 19 (ab 18.15 Uhr) besteht die Möglichkeit, noch einmal im kunstraum pro arte mit den Mitgliedern von gold extra ins Gespräch zu kommen. – Dauer der Ausstellung: 11. September bis 12.Oktober 2019. Geöffnet: Mittwoch bis Freitag 16:00 bis 19:00 Uhr, Samstag 10:00 bis 13:00 Uhr.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 bis 3:
Der Start der SCHMIEDE auf der Pernerinsel erfolgte traditionsgemäß mit einer Ausstellung im kunstraum pro arte auf dem Schöndorferplatz. Das Interesse war rekordverdächtig. Die Besucher stauten sich bis vor den Eingang zum kunstraum pro arte. FOTO 4: Die KünstlerInnen-Gruppe gold extra. Von links: Tobias Hammerle, Sonja Prlic, Georg Hobmeier, Karl Zechenter und Reinhold Bidner. FOTO 5: Kuratorin Kerstin Klimmer-Kettner und ,,Zukunfts-Archäologe‘‘ Markus Watzner. FOTO 6: 200 Jahre alte archäologische Ausgrabungs-Objekte aus dem Jahr 2019. FOTO 7: Subversive Tools. FOTOS 8 und 9: Besucher aus der Zukunft. Was heute noch Attraktion ist, gehört im Jahre 2219 zum Alltag: Rundum nur noch Roboter für alle Arbeiten, Bedürfnisse und Situationen… – (Text sowie Fotos 4 und 5: Gabriele Krisch. Fotos 1 bis 3 und 6 bis 9: Odo Stierschneider).

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Für alle Leserinnen und Leser,  die es stets besonders eilig haben, die aber dennoch nichts versäumen wollen, gibt es gleich anschließend an diesen Beitrag, hier im Ressort KULTUR, eine kurze, konzentrierte Programm-Übersicht über das FESTIVAL FREI-STADT-HALLEIN. Für diejenigen jedoch, die sich mehr Zeit nehmen können, folgen hier anschließend kurze Erläuterungen zu den einzelnen Programmpunkten von FREI-STADT-HALLEIN. Dennoch wurde daraus der längste Artikel in der nun zehnjährigen Geschichte des SALZSCHREIBER. Insgesamt wird im Rahmen des dreitägigen Festivals vom Samstag, 13. September 2019 bis Sonntag, 15. September 2019, eine in Hallein noch nie dagewesene Veranstaltungsfülle geboten.

Kuratorin des Festivals FREI-STADT-HALLEIN ist Nikola Schellmann. Sie ist Theater-Wissenschaftlerin und arbeitete unter anderem an der Johannes-Gutenberg-Universität sowie in der Kunsthalle Mainz und veröffentlichte Publikationen zu Raumtheorie, Visualität und Gegenwarts-Theater. Seit September 2018 ist sie im Kinder- und Jugend-Theater-Zentrum in der Bundesrepublik Deutschland für Kommunikation und Fachdiskurs tätig und leitet verschiedene Projekte aus den Bereichen Festivals, Fachtagungen und Veranstaltungs-Reihen. Sie ist Absolventin des Universitäts-Lehrganges ,,Kuratieren in den Szenischen Künsten‘‘, einer Kooperation der Universität Salzburg und der Ludwig-Maximilians-Universität München. – Die oben stehenden Fotos zeigen die zwei maßgeblichen Persönlichkeiten, denen das Festival FREI-STADT-HALLEIN, mit Unterstützung zahlreicher engagierter Mitwirkender, zu danken ist. Foto 1: Kuratorin Nikola Schellmann, Foto 2: SUDHAUS-Geschäftsführerin Simone Seymer.

BACH-WERK-VOKAL SALZBURG: STILL GELEGT
FREITAG, 13. September 2019, 23 Uhr
Ort: Ziegelstadel, Pernerweg 1

Ob dieses Nachtkonzert ,,Schlaflosigkeit‘‘ oder ,,Himmlische Ruh‘‘ bei den Zuhörer*innen hervorruft – in jedem Fall macht es das Repertoire des renommierten Salzburger Ensembles BachWerkVokal auf eine ganz andere Weise hör- und erlebbar. Es werden Werke verschiedener Epochen zu den Themen Abend, Nacht und Traum von Bach, Reger, Rheinberger nach einer Auswahl des Ensemble-Leiters Gordon Safari zu hören sein.

KINDER-BIB & LESE-ECKE
FREITAG,   13. September 2019, 16 – 18 Uhr und 20 – 22:30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Postgasse

In Kooperation mit der Stadtbücherei Hallein wird ein freistehender Raum für die Dauer des Festivals zur temporären Kinder-Bibliothek. – Zuhören: Vorleser/innen lesen aus ihren Lieblings-Kinderbüchern vor. – Schmöckern und selber lesen: Eine Bücherbox der Stadtbücherei Hallein steht zum Stöbern bereit. – Selbst eine Wimmelbuch-Seite gestalten: Die Halleiner Künstlerin Franziska Oerter stellt in einem Workshop (Samstag, 14. 9. von 15 bis 17 Uhr) ihr Wimmelbuch ,,Oskar entdeckt die Stadt Hallein‘‘ vor und leitet die teilnehmenden Kinder an, ihre eigene Wimmelbuch-Seite zu gestalten. In den Abendstunden sind auch Erwachsene eingeladen, die Lese-Ecke zu benützen. – Lesestunden für Kinder: Fr. 13. 9. 16 Uhr, Sa. 14. 9. 11 Uhr und 14 Uhr, So. 15. 9. 14 Uhr.

A-BCD: THE MOON LOOKS DIFFERENT TONIGHT
SAMSTAG, 14. September 2019, 22 – 0 Uhr
Ort:  Ziegelstadl, Pernerweg 1

Diese Performance der drei Künstler/innen Bernadette Laimbauer, Christa Wall und David Wittinghofer startet alle 20 Minuten! Ein Objekt wird gleichzeitig als Podest, Bühne, Projektionsfläche  und Klangerzeuger genutzt. Eine Einladung zu mehreren Kurzreisen für jeweils 8 Personen. Eine Performance in kleinen Kreis, oben und unten, Seite an Seite, schlaflos.

BODI END SOLE:
WALK IN SILENCE OR … HEARING THE SOUND OF NOTHINGNESS
FREITAG
,   13. September 2019, 20 Uhr (Premiere)
SAMSTAG, 14. September 2019, 20 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 15 Uhr
Offene Tür: Sa. 14. 9. von 10 – 14 Uhr, ist Besichtigung der Spielstätte möglich.
Ort: Frank-Haus Thunstraße / Bayrhamerplatz

Licht und Schatten, Tag und Nacht, Stimmen hören, Tönen lauschen, Geräusche erzeugen – Stille … Ein leerer Raum, der sich für kurze Zeit in einen Raum der Sinnlichkeit und Poesie verwandelt. Geschichten werden erfunden und gefunden, Musik wird hörbar und spürbar. Bilder erscheinen und verschwinden. Die Grenzen zwischen Publikum und Performance sind aufgehohen, ein gemeinsamer Akt der Kunst entsteht. – Wieder macht sich das Theater bodi end sole auf den Weg und erforscht gemeinsam mit Mareike Tiede (Stimme), Yvonne Zehner (Gitarre), Nicole Baier (Video-Szenografie), Alois Ellmauer (Raum-Szenografie) und Helfried Hassfurther neue Möglichkeiten (Licht und elektronische Tongestaltung) neue Wege der sinnlich theatralischen Wahrnehmung, inspiriert und angeleitet von Christa Hassfruther und Bashir Khordahji. (Dauer: Ca. 50 Minuten).

DIE NEUEN BEWOHNER
FREITAG,   13. September 2019, 20 – 22.30 Uhr,
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 14 Uhr und 17 – 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Schöndorferplatz 8

Das Stück ,,Die neuen Bewohner‘‘ von Künstlerin Tina Hainschwang ist durch den Umstand inspiriert, dass leerstehende Räume nie gänzlich unbewohnt sind, sondern allen möglichen, beinahe unsichtbaren Lebewesen, Unterschlupf bieten. In dieser Arbeit haben sich neue Bewohner den leerstehenden Raum angeeignet. Sie leben in einem Bau, der aus Überbleibseln menschlicher Anwesenheit besteht: alte Möbel, Kleidung, Gebrauchs-Gegenstände etc. Die neuen Bewohner haben diesen von den Menschen verlassenen Raum übernommen und zu ihrem eigenen Lebensraum gemacht.

ROOMS (HALLEIN 2019)
FREITAG
,   13. September 2019, 20.30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 11 und 18 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12.30 Uhr
Ort: KG Freiräume, Bürgerspitalplatz 2

Das ist mein Raum. Mein Ort. Mein Zuhause. – Wo verbringen wir eigentlich unser Leben? Das Kollektiv HELLA LUX hat Menschen allen Alters nach ihren Lebensräumen und Lieblingsorten befragt und dabei Geschichten, Bilder und Klänge gesammelt. Die einzelnen Räume und das Leben, welches sich in ihnen abspielt, bilden eine Architektur weitschweifiger Erzählungen, verbunden durch Hintertreppen, offene Portale und finstere Gänge. Von hier aus steigt man durchs Fenster zur Nachbarschaft, verschanzt sich in Zukunftsräumen, überschreitet Grenzen, skizziert Lagepläne und wischt sie wieder aus. Mit Soundcollagen entwickelt das Kollektiv spezielle Raumwelten und tastet nach den Grundrissen unserer Gesellschaft: Gemeinsamkeit, Einsamkeit und Grenzen werden erlebbar und erschaffen einen Ort, der gemeinsam erkundet wird.

DATA CENTER HALLEIN 2022
FREITAG,   13. September 2019, 20 – 22.30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 14 und 17 – 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Postgasse

Im Zentrum von Hallein gibt es plötzlich keinen Leerstand mehr. Geschäftsräume, die so lange leer standen, dass niemand mehr weiß, was sie einmal waren, sind plötzlich wieder vermietet! Sie wurden poliert, versiegelt und mit neu installierten Leitungen versehen. Nur die alte Fassade blieb erhalten. Heute erhascht man hier und da, durch Lücken in den vorgezogenen Gardinen, einen Blick auf blinkende Ungetüme, welche die Stadt mit viel Geld und noch mehr Macht versorgen. Das MeyerSchinkSeyerl-Entertainment eröffnet ein Büro zur Vermittlung digitaler Realitäten und lässt damit ein mögliches Zukunfts-Szenario der Stadt entstehen, in der freie Räume für die digitale und somit auch wirtschaftliche Zukunft von Hallein vermittelt werden.

FIELD
FREITAG,   13. September 2019, durchgehend offen
SAMSTAG, 14. September 2019, durchgehend offen
SONNTAG, 15. September 2019, durchgehend offen
Ort: Molnarplatz 15

FIELD ist eine Licht-Installation der Künstlerin Marlene Reischl, die Leuchtstoffröhren und Teslaspulen kombiniert. Die Hochspannungsfelder der Spulen bringen die Röhren zum Leuchten, ganz ohne Verwendung von Stromanschlüssen. Während sich die Spulen über die Skulptur bewegen, aktivieren ihre elektrischen Felder die Röhren und regen das eingeschlossene Gas dazu an, sanfte, fließende Lichtbewegungen zu erzeugen. Das Fehlen der Kabelverbindungen und die scheinbar organische Animation des Lichts schaffen eine surreale Landschaft. Durch die Anwendung eines physikalischen Grundprinzips erhält die Installation eine neue künstlerische Eigenständigkeit, die eine geheimnisvolle, poetische Situation erzeugt.

MIDCB GROUP
SAMSTAG, 14. September 2019, 13 und 17 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 14 Uhr
Ort: Postgasse

Die MIDCB Group (Mobile Immobilien Daten Center Beraterinnen) unterstützt das MSS Relitäten-Büro Hallein vor Ort. Als freie Mitarbeiter*in unterstützt sie die Vermittlung der zur Verfügung stehenden Immobilien mittels geführter Touren zu den Objekten. Von der Zentrale des MSS Realitäten-Büros ausgehend, nimmt die MIDCB Group Interessent*innen mit auf eine Besichtigungstour zu dfen Immobilien. Dabei werden ihnen, neben den noch zur Verfügung stehenden Leerständen, bereits erfolgreich vermittelte Objekte vorgestellt, um den potentiellen Miter*innen Anregungen für mögliche Nutzungen zu geben. Ein Projekt der Künstlerinnen Sophie Netzer und Kerstin Reyer.

KORPUS HALLEIN
FREITAG,   13. September 2019, 20 – 22.30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 14 und 17 – 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Bürgerspitalkirche

Der Korpus einer scheinbar schlafenden Stadt lebt und atmet genauso wie jedes lebende Wesen. Tonaufnahmen aus Hallein des Sounddesigners und Medienkünstlers Fabian Schober, werden zu einer Collage und setzen sich zusammen aus ihrem Atem, ihren Bewegungen, kurzem Seufzen und Zurechtrücken, Bewegungen des Komforts oder dem Starren an die Zimmerdecke in der Nacht.. Dieses Abbild wird verwoben in eine Installation, die sich auf ganz spezielle Weise, wie etwa durch das Gehör erfühlen lässt.

DU GRÜNST NICHT NUR
FREITAG,   13. September 2019, 20 – 22.30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 14 Uhr und 17 – 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Schöndorferplatz 8

Dem rauen Winter (dem Klimawandel) zum Opfer gefallene, abgerissene Fichtenbäumchen trägt Ingrid Schreyer von ihren Bergtouren heim. Wer immer sie auf die Baumgerippe anspricht, scherzt über Christbäume. Die Installation wird aus drei Ebenen bestehen: alte Fotos, die Weihnachten unter dem (immergrünen) Tannenbaum konservieren, abgestorbene Bäumchen als Fanal drohenden Verlusts und eine konzentrierte Wandzeichnung, die im Lauf von zwei Tagen als Performance entsteht.

VERWEILE (DOCH) – VERSUCH ÜBER DEN AUGENBLICK
SAMSTAG, 14. September 2019, 12 – 14 Uhr und 17 – 19 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 13 – 15 Uhr
Ort: Postgasse

Diese Eins-zu Eins Performances (1 Spielerin und 1 Zuseher*in oder besser Mitspieler*in), ist der Dritte Teil einer Performance-Reihe, die sich an 2015 im Zuge des internationalen Performance-Projektes ,,Hotel Obscura‘‘ in Linz und Wien entwickelte. Als Performance-Alter-Ego K., eine Menschen- und Begegnungs-Sammlerin, lässt sich Schauspielerin Katharina Wawrik in Mini-Performances auf ihr Gegenüber ein. Dabei ergibt sich ein reizvolles Spiel mit Authentizität – was ist wahr und was ist Spiel, was ist privat und was persönlich? Im Zentrum immer noch die Frage: Was passiert, wenn ein Mensch auf einen anderen trifft. Auf dessen Privatheit. Auf dessen Stille. Wann kommt uns jemand nahe? Was geht mir nahe? Was ist mir zu nah?

GENESE
FREITAG, 13. September 2019, 20 – 22.30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 14 Uhr und 17 – 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Thun-Straße 16

Stille. Nacht. Die erste Assoziation zu diesem Thema führt den Künstler Chjristoph Platzer sofort in die Berge. Große Momnte in der Natur, Momnte voll Freiheit. Auf der Bergspitze ganz im Jetzt auf gehen. Ruhig werden. Stille erfahren. In dieser Ausstellung werden die Besucher*innen zum Mittelpunkt des Geschehens. Di Fotos stehen in direktem Zusammenhang mit der Veränderung in der Natur und verändern sich beim Betrachten der Werke. So findet jede*r Platz für Eigen-Interpretation und Motivation für die kalte Jahreszeit, wird selbst zur Ausstellung und erlebt das Jetzt. Stille. Nacht. – Musik und Sound-Installation: Michael Hamel, Holzarbeiten: Manuel Platzer.

SURFACE 6
FREITAG,   13. September 2019, 20 – 22.30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 14 und 17 bis 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Bürgerspitalplatz 3

Das Objekt, die Oberfläche und deren Bezug zum Raum sind die zentralen Elemente der großen, interaktiven Skulptur, die unsere Position und unser Verhältnis zur Umwelt herausfordern soll. Im Fokus steht die Macht und der Einfluss von Dimensionen, Oberflächen und Atmosphäre auf unsere räumliche Wahrnehmung. Das atelier III zeigt im Rahmen des Festivals frei_stadt_Hallein die Installation ,,surface 6‘‘ von Katrin Froschauer, Valentin Backhaus und Christian Zwerschina. Am Samstag, 14. September 2019, findet zudem rund um die Räumlichkeiten des atelier III, ein Event mit lokalen Djs und Soundkünstlern statt, die ab Nachmittag bis spät abends bei Getränken und Snacks für ausreichend Stimmung sorgen werden.

WERK-STADT
FREITAG,   13. September 2019, ganztägig
SAMSTAG, 14. September 2019, ganztägig
SONNTAG, 15. September 2019, ganztägig
Ort: SUDHAUS Büro, Oberer Markt 1

Die ,,Werk-Stadt‘‘ bietet im Rahmen des dreitägigen Festivals, nach einem Konzept von Laila Huber und Simone Seymer, die Möglichkeit, an verschiedenen Stationen über das Leben in der Stadt Hallein nachzudenken, die eigene Meinung sowie den eigenen Blick auf die Stadt mit anderen zu teilen und ins Gespräch zu kommen. – An der Station ,,Karten im Kopf‘‘ sind die Besucher*innen eingeladen, subjektive Karten (Mental Maps) der Stadt Hallein aufzuzeichnen. Mit der aus der Stadtforschung stammenden Methode der Mental Maps werden subjektive Stadtwahrnehmungen sichtbar gemacht. – An der Station ,,frei_stadt_Hallein‘‘ sind die Besucher*innen eingeladen, über Freiheit und Raum in der Stadt Hallein nachzudenken. – Die Station ,,Hallein und die Welt‘‘ lädt dazu ein, auf einer Weltkarte transkulturelle biografische Bezüge sichtbar zu machen. – Die ,,Werk-Stadt‘‘ wird gemeinsam von SUDHAUS und kunstraum pro arte als Format partizipativer Forschung erprobt und weiterentwickelt. Ziel ist, in Hallein längerfristig Pop-up-Forschungswerkstätten zu initiieren, um den Dialog der Bewohner*innen über ihr Lebensumfeld als Ausgangspunkt für Prozesse der kulturellen Mitgestaltung zu nutzen. Das gemeinsame Erforschen des Lebensumfeldes sowie der Möglichkeiten der Mitgestaltung, sind hier Teil einer partizipativen Kulturarbeit, die nachhaltige Prozesse kultureller Teilhabe initiieren will. Die gesammelten Daten werden (anonymisiert) in die Weiterentwicklung der Forschungswerkstätten Eingang finden.

SUPER-PODIUM
SONNTAG, 15. September 2019, 10 – 12 Uhr
Ort: Thun-Straße 16

Welches Potential liegt in der Nutzung von Leerständen? Welche Impulse können von einem Festival mit Leerstands-Nutzung für die Stadt Hallein und ihre Bevölkerung ausgehen? Welche Erwartungen gibt es? Was kann gelingen? Das Super-Podium möchte Einblicke über Erfahrungen mit den Leerstands-Projekten  des Festivals geben und von Good-Practice-Beispielen und Parallelprojekten erzählen. Beteiligte des Festivals kommen zu Wort und berichten von ihren Anliegen und Erfahrungen. Unter anderen mit Ackerl Konstantin, Stefan Heizinger/Super-Podium und Simone Seymer/SUDHAUS.

FENSTER-PLATZ
FREITAG,   13. September 2019, Uhrzeit und genauer Ort bei Anmeldung
SAMSTAG, 14. September 2019, Uhrzeit und genauer Ort bei Anmeldung
SONNTAG, 15. September 2019, Uhrzeit und genauer Ort bei Anmeldung
Ort: Die Altstadt von Hallein

Hallein aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Als Gast bei fremden Wohnungs-Eigentümern, soll den Interessierten die Möglichkeit geboten werden, einmal einen ganz neuen Fenster-Platz einzunehmen, um so einen anderen und neuen Blick auf die Stadt Hallein und ihre Bewohner*innen zu gewinnen. Als Gast bei einem Fremden, der für eine kurze Zeit seinen Fenster-Platz überlässt. – Wer möchte einen Fenster-Platz ergattern? Dafür ist unbedingt eine Anmeldung notwendig: Im Festival-Büro SUDHAUS, Oberer Markt 1, an allen drei Tagen des Festivals von Freitag bis Sonntag. – (Zitate aus den Presse-Unterlagen für das Festival frei_stadt_hallein und Fotos: Odo Stierschneider).

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Die 5. Vorstands-Sitzung im heurigen Jahr 2019 des Vereins ,,Celtic Heritage – Freunde des Keltenmuseums Hallein‘‘, befasste sich mit einem besonders herausragenden und weitreichenden Thema, der Konzept-Vorstellung für das ,,Jubiläumsjahr 2020 – 50 Jahre Keltenmuseum Hallein‘‘. Den anwesenden Vorstands-Mitgliedern Präsident Dr. Bruno Ölsböck, 2. Vize-Präsident Odo Stierschneider, Schriftführer Benjamin Huber, Kassierin Elisabeth Deisl und Schriftführer-Stellvertreter Harald Deisl, berichtete der Leiter des Keltenmuseums Florian Knopp, bereits über geplante Aktivitäten und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2020.

Das ,,Jubiläumsjahr 2020 – 50 Jahre Keltenmuseum Hallein‘‘ beginnt im März 2020.
Für den 18. 3. 2020 ist bereits die Jahres-Pressekonferenz des Keltenmuseums fixiert. Als zwei wichtige Eckdaten für das Jubiläumsjahr gelten der 18. 3. 1967, als die Stadtgemeinde Hallein den Ankauf des künftigen Museumsgebäudes von der Republik Österreich um etwa 900.000 Schilling beschloss und der 17. 10. 1970, als das Keltenmuseum feierlich eröffnet wurde. Am 16. 10. 2020 findet ein groß angelegtes, öffentlich zugängliches Kolloquium statt. Dieses wird hochkarätige Vorträge bieten und auch eine Exkursion mit mehreren Bussen. Entsprechende Bemühungen sind im Gange, um für diese wertvolle Initiative eine Interreg-Förderung zu erhalten. Ein Schwerpunkt des Jubiläums-Jahres steht unter dem Motto ,,Kelten für Kinder‘‘ und ist speziell auf 8- bis 12-jährige ausgerichtet. Dafür werden zahlreiche interaktive Stationen entwickelt und experimentelle Erfahrungen vermittelt. Beim jungen Publikum besonders beliebte Stationen sollen über das Jubliäumsjahr hinaus Bestandteil der Dauerausstellung des Museums werden. Eine ganze Reihe weiterer Veranstaltungen steht noch in Planung, sie wird noch heuer fixiert und publiziert. Schließlich wird auch noch ein anspruchsvoll gestaltetes Festprogramm produziert. – (Harald Deisl, O.St. Foto: Odo Stierschneider.)

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Das Festival frei_stadt_hallein feiert vom 13. bis 15. September 2019 seine Premiere und bespielt mit zeitgenössischen Performances, Installationen, Führungen, einem Konzert und einem Rahmenprogramm zum Mitmachen für Kinder und Erwachsene, ungewohnte Orte in der Altstadt. Das Festival ist auf Initiative von SUDHAUS hallein.kultur und der diesjährigen Kuratorin Nikola Schellmann entstanden und wird gemeinsam mit dem kunstraum pro arte, der schmiede hallein, dem atelier III, dem Theater bodi end sole und der SUPER Initiative Salzburg veranstaltet. Die frei_stadt_hallein soll freien Raum für Austausch und Begegnung öffnen und regionale zeitgenössische Kunst und Künstler*innen auch räumlich in die Stadt und zu ihren Bewohner*innen bringen.

Zukünftig soll die frei_stadt_hallein biennal unter jeweils verschiedenen Kurator*innen und mit anderen Themen stattfinden. Wiederkehrendes Element des Festivals wird das Bespielen freistehender Räumlichkeiten in Hallein sein.
In diesem Jahr wurden Beiträge zum Thema Stille. Nacht. The City Never Sleeps. von der Kuratorin Nikola Schellmann zusammengestellt. Das neue Festival in Hallein wird (Un-)Möglichkeiten und Visionen für die Stadt aufzeigen und dazu einladen, den Stadtraum anders zu erleben und darüber ins Gespräch zu kommen. Das diesjährige Thema greift die vielbesungene Stille Nacht auf eine andere Weise auf und fragt: Was passiert, wenn stille Orte (wieder)belebt werden? Wo hält man sich auf in Hallein? Wo ist es laut, wo leise? Wie verändert sich die Stadt durch den Tag-/Nachtrhythmus? In einer öffentlichen Ausschreibung waren Kunstschaffende eingeladen, diese Fragen künstlerisch aufzugreifen und zu beantworten. Über 30 Künstler*innen fanden Antworten und reichten abwechslungsreiche Bewerbungen ein. Sie umfassen Ausstellungen, Fotografien, Sound-/Video-Installationen, Stadtspaziergänge, Performances, partizipative Projekte, (Raum)Installationen und Konzerte.

DIE PROGRAMM-ÜBERSICHT
FESTIVAL FREI-STADT-HALLEIN

FREITAG, 13. 9. 2019 bis Sonntag, 15. 9. 2019
atel/ier///: surface 6 (2019)
| Ort: Bürgerspitalplatz 3
MeyerSchinkSeyerl Entertainment: Data Center Hallein 2022 | Ort: Postgasse
Tina Hainschwang: Die neuen Bewohner | Ort: tba
Marlene Reischl: Field | Ort: Molnarplatz 15 (ständig zu besichtigen)
Fabian Schober: Korpus Hallein | Ort: Bürgerspitalkirche, Bürgerspitalplatz 6
Ingrid Schreyer: du grünst nicht nur | Ort: Schöndorferplatz 8
Christoph Platzer: GENESE | Ort: S.-Thun-Straße 16
kinder-BIB | Ort: Postgasse (zzgl. Termine zum Vorlesen & 1 Workshop, tba)
werk-stadt | Ort: SUDHAUS Büro, Oberer Markt 1
Öffnungszeiten:
Freitag 13. 09. 2019 von 20:00 bis 22:30 Uhr
Samstag 14. 09. 2019 von 10:00 bis 14:00 Uhr und 17:00 bis 22:00 Uhr
Sonntag 15. 09. 2019 von 12:00 bis 15:00 Uhr
fenster-platz: Samstag 14. 09. 2019 bis Sonntag 15. 09. 2019 | Anmeldung im FESTIVALBÜRO Oberer Markt 1

FREITAG, 13. 09. 2019
Festivaleröffnung & Vernissage
| 19:30 Uhr | Ort: S.-Thun-Straße 16
bodi end sole: walk in silence or … hearing the sound of nothingness | 20:00 Uhr | Premiere | Ort: Frank-Haus, S.-Thun-Straße/Bayrhamer Platz
HELLA LUX: ROOMS (Hallein 2019) | 20:30 Uhr | Treffpunkt: KG Freiräume, Bürgerspitalplatz 2
BachWerkVokal Salzburg: Still gelegt | 23:00 Uhr | Ort: Ziegelstadl, Pernerweg 1

 

SAMSTAG, 14. 09. 2019
fenster-platz
| Uhrzeiten werden bei Anmeldung bekannt gegeben | Treffpunkt: Festivalbüro
Sophie Netzer/Kerstin Reyer: MIDCB Group | 11:00 und 17:00 Uhr | Treffpunkt: Büro Data Center Hallein, Postgasse
HELLA LUX: ROOMS (Hallein 2019) | Uhrzeit und Treffpunkt: wird noch bekannt gegeben
Katharina Wawrik: Verweile (Doch!) Versuch über den Augenblick | 12:00 – 14:00 Uhr und 17:00 – 19:00 Uhr | Ort: Postgasse
bodi end sole: walk in silence or … hearing the sound of nothingness | 10 – 14 Uhr (Offene Tür), 20:00 Uhr (Performance) | Ort: Frankhaus, S.-Thun-Straße/Bayrhamer Platz
a-bcd: the moon looks different tonight | 22:00 – 0:00 Uhr | Ort: Ziegelstadl, Pernerweg 1

 

SONNTAG, 15.09. 2019
fenster-platz
| Uhrzeiten werden bei Anmeldung bekannt gegeben | Treffpunkt: Festivalbüro
SUPER-Podium | 10:00 bis 12:00 Uhr | Ort: S.-Thun-Straße 16
Katharina Wawrik: Verweile (Doch!) Versuch über den Augenblick | 13:00 – 15:00 Uhr | Ort: Postgasse
Sophie Netzer/Kerstin Reyer: MIDCB Group | tba | Treffpunkt: Büro Data Center Hallein, Postgasse
HELLA LUX: ROOMS (Hallein 2019) | Uhrzeit und Treffpunkt: wird noch bekannt gegeben
bodi end sole: walk in silence or … hearing the sound of nothingness | 15:00 Uhr | Ort: Frank-Haus, S.-Thun-Straße / Bayrhamer Platz
Für den fenster-platz und die Performance von Katharina Wawrik ist eine Anmeldung vor Ort nötig.

Festivalbüro:
Oberer Markt 1, 5400 Hallein | +43 650 2302867 oder +43 677 62641101
Öffnungszeiten:
Freitag 13. 09. 2019 von 11:00 – 18:30 Uhr und 20:00 – 22:30 Uhr
Samstag 14. 09. 2019 von 09:00 – 21:30 Uhr
Sonntag 15. 09. 2019 von 12:30 – 15:00 Uhr

(Landes-Medienzentrum Salzburg. Foto: Stadtgemeinde Hallein)

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,,Einfach fantastisch!‘‘ – Unglaublich beeindruckend!‘‘ – ,,Ein unvergessliches Erlebnis!‘‘ – ,,Das stärkste Kunst-Erlebnis meines Lebens!‘‘ – ,,Die Präsentation dieser herrlichen Kunstwerke ist perfekt gelungen!‘‘ – ,,Unbeschreiblich schön!‘‘ –  ,,Das muss man gesehen haben!‘‘ – Das sind nur einige Zitate aus den schriftlichen Kommentaren, welche von Besuchern der Gemälde-Ausstellung ,,IM FLUSS‘‘ des Künstlers Wang Jixin in der Alten Saline auf der Halleiner Pernerinsel zu Papier gebracht wurden. Dieser hatte etwa 4 Monate lang, Tag für Tag an den 25 begeisternden, großformatigen Gemälden zum Thema Salz gearbeitet und dabei Motive sowohl aus der vor 30 Jahren beendeten Salzproduktion in Hallein als auch aus dem Salz-Schaubergwerk Dürrnberg thematisiert. Die Großgemälde wurden raffiniert in abgedunkelten Räumen präsentiert, in denen nur die Gemälde beleuchtet wurden. Ein elementarer optischer Gesamteindruck, zu dem in ganz Österreich kein Gegenstück existiert. Verständlich, dass alle Besucher der Gemäldeschau ,,IM FLUSS‘‘ restlos begeistert waren.

STADT HALLEIN UND LAND SALZBURG:
KEIN GELD FÜR DIE GRANDIOSE GEMÄLDESCHAU

Diese monumentale Schau an Ölgemälden müsste als einzigartiges Zeugnis der 700jährigen Salz-Geschichte der Stadt Hallein unbedingt in der Alten Saline erhalten bleiben. Folgerichtig kam es zur Vorsprache einer kleinen Gruppe rund um Künstler Wang Jixin bei Bürgermeister Alexander Stangassiger, um Möglichkeiten für einen ständigen Verbleib dieser unvergleichlichen Gemäldeschau auszuloten. Auch Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock nahm an dem Gespräch teil, in dem es vor allem darum ging, mögliche Geldquellen für den Ankauf der ,,Salzgemälde‘‘ zu erörtern. Das Ergebnis war leider vorhersehbar. Die Stadt Hallein, die das größte Interesse daran haben müsste, die Pernerinsel mit dieser hinreißenden Gemäldeschau als ständige Kultur-Attraktion aufzuwerten, winkte sogleich ab – es gibt zu viele andere Vorhaben, die finanziell noch gar nicht abgedeckt sind. Ein Vorstoß der Stadt Hallein bei Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Schellhorn ging gleichfalls ins Leere. Damit schwand auch vorläufig die Hoffnung aller Kunstfreunde in Hallein, die entschieden dafür eintreten, dass die
einzigartigen Salz-Gemälde weiterhin dort präsentiert werden, wo sie unbedingt hingehören: in der Alten Saline auf der Pernerinsel!

EIN KULTURELLES SCHAND-EREIGNIS
VON NOCH NIE GEKANNTER DIMENSION

Inzwischen war die Alte Saline Schauplatz einer unfassbaren Kultur-Katastrophe. Am 28. August 2019 wurden die 25 großformatigen Gemälde wieder abgebaut, um außerhalb von Hallein eingelagert zu werden. Das Ganze war ein historisch- kulturelles Schand-Ereignis von noch nie gekannter Dimension für die Stadt Hallein.
Verheerend und peinlich, unfassbar und katastrophal, eingebrannt für immer in das kulturelle Gewissen der Stadt Hallein. Doch wichtige Persönlichkeiten der Stadt Hallein schockierte der Abbau der Gemälde so sehr, dass sie fest entschlossen sind, alles zu unternehmen, um die fantastischen Gemälde wieder auf die Pernerinsel zurück zu holen. Denn die dauerhafte Präsentation der monumentalen Ölgemälde zum Thema Salz – das  wäre ein enorm wichtiger Schritt der Pernerinsel hin zur bedeutungsvollen, attraktiven, innovativen und inspirierenden Kultur-Insel und damit zu einer weiteren Aufwertung der Kulturstadt Hallein. Als erster Schritt dazu wurde, auch mit Unterstützung des SALZSCHREIBER, Fotograf Ulrich Ghezzi engagiert, um von allen Salzgemälden professionelle Fotos herzustellen. Sie sind unverzichtbar bei künftigen Finanzierungs-Gesprächen mit möglichen Spender-Persönlichkeiten.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 und 2:
Die beeindruckende Pracht und Herrlichkeit der unvergesslichen Salzgemälde-Schau. Ihre Wiedererstehung ist, im Interesse der Kulturstadt Hallein,
dringendst erforderlich und dafür muss finanzielle Mithilfe eingefordert werden. FOTOS 3, 4 und 5: Das ist die unfassbare Realität. Einige der abgebauten Bilder, sowie die zu Stoffballen zusammengelegten schwarzen Stoffbahnen, mit denen die fantastische Raum-Dunkelheit geschaffen wurde. FOTO 6: Mit einer Super-Kamera wurden die Bilder der Ausstellung vor ihrer Einlagerung von Fotograf Ulrich Ghezzi professionell fotografiert. FOTOS 7 und 8: Extreme Foto-Vergrößerungen auf dem Bildschirm zeigen auch das kleinste Detail in brillanter Schärfe. FOTO 9: Was bleibt vom fantastischen Ausstellungs-Wunder? Ein leerer Raum… – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die Stadt Hallein darf sich rühmen, Standort der ältesten Brennerei des Landes zu sein. Seit 1928, also seit 91 Jahren ,,brennt‘‘  die Familie Vogl in Hallein, Davisstraße 13, erlesene Frucht- und Obstsorten zu qualitativ hochwertigen Destillaten – nunmehr in dritter Generation. Also nur noch achteinhalb Jahre, dann wird das glorreiche 100jährige Jubiläum  der Brennerei Vogl gefeiert! Das Guglhof-Gebäude ist ein ungemein traditionsreiches Bauwerk, das 1641 von einem Ratsherrn aus Hallein erbaut wurde. Erst vor wenigen Jahren wurde es von einem der drei Söhne des jetzigen Besitzers Anton Vogl, eines begabten jungen Architekten, entkernt und modernisiert – ohne den Charme des Historischen zu zerstören. Anton Vogel trat im Jahr 1980 in die Fußstapfen seiner Eltern und kann im nächsten Jahr sein 40jähriges Berufs-Jubiläum feiern. Getrieben vom Ehrgeiz, makellos destillierte Edelbrände in erstklassiger Qualität herzustellen, machte er die Brennerei Guglhof mit den aufwändig verarbeiteten Jahrgangs-Bränden zu einer der besten (für den SALZSCHREIBER zur Besten) ihrer Art in Österreich. Anton Vogel bietet auch alte Brände an, die in speziell angefertigten Fässern viele Jahre lang gelagert werden. Zahlreiche Produkte der Brennerei Guglhof wurden immer wieder mit internationalen Auszeichnungen bedacht. Jährlich zeichnet die österreichische Fachzeitschrift  ,,Vinaria‘‘ die besten Weine und Edelbrände aus. Im Jahr 2011 waren die Mitbewerber der Brennerei Guglhof schließlich total demoralisiert: Das Halleiner Unternehmen gewann, geradezu  unfassbar, insgesamt 11 Mal Gold und 8 Mal Silber! Jedes Jahr verkostet das österreichische Feinschmecker-Magazin „A la Carte“ die Produkte zahlreicher Brennereien. Auch hier werden die Guglhof-Erzeugnisse regelmäßig ausgezeichnet. Darüber hinaus ist die Brennerei Guglhof Mitglied der Feinschmecker-Vereinigung „Ordre Mondial“, deren Ziel es ist, die Qualität der Erzeugnisse von Küche und Keller zu heben. Genau dieses Ziel, diese Philosophie, verfolgt Anton Vogl auch persönlich, gemeinsam mit  seinen beiden Söhnen.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Brennerei Guglhof hin und wieder ihre traditionsreichen Pforten auch für die schönen Künste öffnet. Also wurde in dem unglaublich traditionsreichen und stimmungsvollen Guglhof-Gebäude am 23. August 2019, in Anwesenheit zahlreicher Besucher, die Ausstellung ,,Stille Wasser, dicke Haut‘‘ eröffnet. Die Ausstellung zeigt sowohl Arbeiten der Künstlerin Gabriele Chiari, als auch des Künstlers Johann Schwarz. Die Kunstwerke können noch bis 28. September 2019 in der Brennerei Guglhof besichtigt werden. Die Ausstellung ,,Stille Wasser, dicke Haut‘‘ ist jeweils von Montag bis Freitag von 8.00 bis 12,00 Uhr und von 13,30 bis 18,00 Uhr geöffnet. An den Samstagen jeweils von 8.00 bis 12.00 Uhr. – Die Künstlerin Gabriele Chiari stammt aus der Schrannentisch-Gemeinde Oberalm und wurde vor 23 Jahren in Paris sesshaft. Sie beeindruckt mit formal und farblich in klarer Form gestalteten Bildern, die übrigens alle auf dem Boden gemalt werden. Die Bilder entstehen experimentell wobei das Prinzip des Zufalls als Gestaltungselement bewußt mit einbezogen ist. Der Künstler Johann Schwarz wuchs sogar in der Nähe des Guglhofes auf und wählte ein ungewöhnliches Material für seine malerisch-plastischen Arbeiten: Schweineleder. Er absolvierte in Hallein eine Ausbildung zum Bildhauer, dies wird auch erkenntlich, wenn er mit dem eigentlich zweidimensionalen Werkstoff, der gegerbten Schweinehaut, arbeitet. Diese weicht er jeweils in Wasser auf und bearbeitet sie anschließend mit einem Holzmodel. Die Ergebnisse der unterteilten Schweinehaut ähneln sich nur auf den ersten Blick. Doch die einzelnen Arbeiten unterscheiden sich sowohl in ihren Farbtönen als auch in ihrer plastischen Gestaltung. Seine fortlaufend nummerierten Werke tragen alle den Titel ,,Glättung‘‘. Womit der Künstler jedoch nicht generelle Kritik an der Schönheits-Chirurgie zum Ausdruck bringen möchte.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 und 2:
Die Fotos zeigen zwei Ausschnitte aus der Kunstausstellung ,,Stille Wasser, dicke Haut‘‘, im stimmungsvollen, historischen Gebäude der Brennerei Vogl. Sie entstanden mit Rücksicht auf die Ausstellungs-Besucher ohne Blitz-Einsatz und dokumentieren die erfreuliche Präsenz der Besucher. FOTOS 3 bis 5: Arbeiten der Künstlerin Gabriele Chiari. FOTOS 6 und 7: Arbeiten des Künstlers Johann Schwarz. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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SALZBURGER NACHRICHTEN
,,LILIOM‘‘ SCHEITERT AM HIMMLISCHEN
In Hallein treibt sich ein liebestoller Gauner herum. Er heißt Liliom, ist gewalttätig und befeuert dank schauspielerischer Glanzleistung die vorletzte Festspiel-Premiere.

Ein Mann verhaut seine besten Chancen. Da liebt ihn eine Ringelspiel-Besitzerin, die schon beim ersten Auftritt beeindruckt. Etwas Fesches, ja, fast sogar Elegantes verleiht Oda Thormeyer dieser Frau Muskat. Für Liliom, dem Ferenc Molnár im gleichnamigen Theaterstück als Ausbund von Strizzi, Hallodri und rabiatem Taugenichts ein Denkmal gesetzt hat, wäre Frau Muskat verlässliche Arbeitgeberin und hocherotisierte Liebhaberin – eigentlich das Beste, was diesem Tunichtgut widerfahren könnte. Aber er schaut einer anderen nach, die sich soeben beim Ringelspielfahren seine Grapschereien hat gefallen lassen. Diese Julie ist mit ihrer Freundin Marie gekommen. Dass die zwei Mädels nicht süß sondern ungehobelt sind und ordentlich was draufhaben, machen Maja Schöne und Yohanna Schwertfeger schnell klar. Erst legen sie ein furioses Simultan-Schnurspringen hin, dann besteht ihre vertrauensvolle Konversation nicht aus keuscher Mädchen-Plauderei, sondern aus einem kessen, ins Fauchen gesteigerten Schlagabtausch. Für Maja Schöne genügen ein paar Sätze und sie zeichnet diese Julie als unverfrorenes, freches, doch irgendwie unverdorbenes Mädel. In diesem rabiaten Milieu hat sie ihr Herz am rechten Fleck behalten, was derart bezaubernd ist, dass es sogar dem Rüpel Liliom nicht egal ist, dass diese Julie sich in ihn verschaut. Aber aus Trotz, Gier und Leichtsinn verhaut Liliom auch dieses Glück. Erst wird er bei einem missglückten Raubmord erwischt, dann bringt er sich um – lieber tot als im Zuchthaus. Liliom werden im Jenseits ein paar Jahre Fegefeuer verordnet, um ihn dann für einen Tag auf die Erde zurückzuholen, auf dass er vielleicht eine positive Geste zeige und in den Himmel Einlass fände. Diese Geste verweigert Liliom, dennoch darf er, sechszehn Jahre nach seinem Selbstmord, noch einen Tag lang zurück auf die Erde, um bei Julie und ihrer Tochter Luise vorbeizuschaun. Jörg Pohl in der Titelrolle saust als Liliom in der pausenlosen, zweistündigen Aufführung liebestoll, hemmungslos, ungebremst, kraftvoll und ohne Innehalten, durch seine Liebschaften und Gaunereien.
(Ausdrücklich hält DER SALZSCHREIBER fest, dass der Beitrag über die Festspiel-Aufführung ,,Liliom‘‘ in den ,,Salzburger Nachrichten‘‘ eine komplette Zeitungsseite umfasste. Eine derart eindrucksvolle Präsentation über eine Festspiel-Aufführung auf der Halleiner Pernerinsel, hat es bisher in keiner anderen Tageszeitung gegeben. Aufrichtigen Dank an Autorin Hedwig Kainberger, Ressortleiterin der ,,SN‘‘-Kulturredaktion.)

OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
VERWÜSTUNG IN POESIE VERWANDELT
Wuchtig beklatschte Premiere von Molnárs ,,Liliom‘‘ bei den Salzburger Festspielen auf der Halleiner Perner-Insel. Liliom ist ein Dreckskerl aus dem Vorstadt-Milieu.

Auf diese Bewertung sollte man sich verständigen können, denn wer seine Frau schlägt, hat keine bessere Bezeichnung verdient. Vielleicht hat gerade deshalb das von Ferenc Molnár (1878 bis 1952) geschaffene und 1909 in Budapest uraufgeführte Drama ,,Liliom‘‘ Karriere gemacht. Auf der Halleiner Perner-Insel hat der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó die einzig richtige Erkenntnis aus dem Stück gezogen: Er nimmt diesen Liliom und drischt mit ihm so lange auf das üble Patriarchat ein, bis der widerwärtige Held wie ein Äffchen über die von Frauen geführte Sprungschnur hüpft. Es sind jene Frauen, die unter ökonomischer Not, häuslicher Gewalt und der Abkanzelung durch den dummen Volksmund noch viel mehr gelitten und trotzdem nicht die Nerven verloren haben. Jörg Pohl rackert sich bis zur Erschöpfung durch seine großartige Liliom-Darstellung. Er trägt die zwei Stunden, in denen sich das Plädoyer gegen jede Art von gesellschaftlicher Verwüstung in Poesie verwandelt. Kornél Mundruczkó zeigt, welche Funktion Theater in der Gegenwart übernehmen muss – und mit welchen Mitteln die Bedeutung von Stoffen an Plausibilität gewinnt. Ein großer Abend!

DIE PRESSE
LILIOM IN JENSEITIGER SELBST-ERFAHRUNGSGRUPPE
Sensibel und kurzweilig inszenierte der Ungar Kornél Mundruczó das 110 Jahre alte Stück von Ferenc Molnár. Die Koproduktion mit dem Hamburger Thalia-Theater ist durchaus gelungen. Ein toller Abend.

Erst sieht man den so brutalen wie beliebten Hutschen-Schleuderer bei der Arbeit im Budapester Stadtwäldchen. Er lernt das Dienstmädchen Julie kennen, gerät in  Konflikt mit seiner eifersüchtigen Arbeitgeberin und öfters auch mit der Polizei. Bald ist er ein Arbeitsloser, der seine neue Partnerin prügelt. Ihr Verhältnis ist in sich zwiespältig, eine abgründige Passion. Als Liliom erfährt, daß Julie ein Kind bekommt, entschließt er sich, bei einem Raub mitzumachen. Der misslingt kläglich. Liliom bringt sich um. Erst in der sechsten Szene dieser ,,Vorstadt-Legende in sieben Bildern‘‘ landet Liliom also im Jenseits, in der Amtsstube für Selbstmörder, die eine zweite Chance kriegen: Einsichtige dürfen für einen Tag zurück auf die Erde, um zu beweisen, daß sie auch gut sein können. Es wäre nicht Molnár, wenn sein Protagonist im siebenten Bild nicht auch diese Gelegenheit zur Rehabilitierung jähzornig verpasste. Regisseur Mundruczó ist ein packendes, zwei Stunden dauerndes Kunststück gelungen. Dieser Abend ist fantasievoll und intelligent arrangiert, mit einem originellen Bühnenbild von Monika Pormales. Insgesamt eine fantastische Ensemble-Leistung: Schöne brilliert als herrlich eigenwillige Julie, Liliom wird von Pohl als facettenreicher Strizzi gespielt. Das Rabiate ist nur ein kleiner Teil davon. Erfindungsreich werden auch die Roboter eingesetzt. Sie entwickeln mit blinkenden Lichtern ein erstaunliches Eigenleben und bekommen am Ende, als sie sich auch noch artig verneigen, im lang anhaltenden und herzlichen Beifall sogar einen Sonderapplaus.

DER STANDARD
UNTER DEM MOND VON BUDAPEST
Konrád Mundruczkó inszeniert Ferenc Molnárs Vorstadtlegende ,,Liliom‘‘ bei den Salzburger Festspielen als berührendes Maschinenmärchen, aber mit lässlicher MeToo-Verulkung.

Im Himmel gibt es Erdbeereis und knackfrische Butterkekse, alle sind divers und gegen das repressive Patriarchat. Fantastisch! Doch Liliom, der gewaltbereite Ringelspiel-Ausrufer aus Ferenc Molnárs gleichnamigem Stück, hat keine Lust auf zuckersüße Lügen. Das Leben da unten auf Erden spielt nicht immer Himbeereis. Liliom, vor der Himmelstür mit der Aufschrift ,,Safe Space‘‘ wartend, will seine irdischen Taten nicht einfach so heuchlerisch bereuen. Schließlich war sein Verhalten nie grundlos, wie er sagt: Er hat sine Frauen geschlagen, weil er ,,nicht anders konnte‘‘. Er hat einen Raubüberfall verübt, weil er ,,nicht anders konnte‘‘. Weil er seine Frauen schlug, die Liebhaberin Frau Muskat ebenso wie die von ihm schwangere Julie, muss er zur Läuterung hundertmal ,,ich bin Teil des repressiven Patriarchats‘‘ an die Wand schreiben. MeToo-Verulkung? Die ist leider missraten. Die Besonderheit des Dramas ,,Liliom‘‘ besteht in der rätselhaften Tatsache, dass eine Frau den rabiaten und reuelosen Rummelplatz-Grapscher über alles liebt, so dass sie sehenden Auges die fatale Ehe eingeht. Sie findet den Mann attraktiv, interessiert sich für seine Heftigkeit, versteht ihn samt seiner stets auflodernden Gewalt und spürt, wie sie einbekannt, seine Schläge gar nicht. Mundruczkó drückt immer noch auf die Tube, auch wenn er vom Schocktheater, mit dem er vor knapp zehn Jahren bei den Wiener Festwochen erstmals vorstellig wurde, mittlerweile schon weit weg ist. Der Widerstreit von großen Gesten und feinen Tönen durchdringt auch diesen Halleiner ,,Liliom‘‘. Das ist seine Schwäche und Stärke zugleich.

KURIER
BEIM SCHNURSPRINGEN FLIEGEN LERNEN
Ein ungewöhnlicher, aufregender ,,Liliom‘‘ auf der Perner-Insel.

Da ist etwas, was diese ungewöhnliche, in jeder Hinsicht aufregende  Inszenierung schafft: Sie kann fliegen. Sie ist hoch poetisch. Sie hebt, trotz mancher Regietheater-Modegags ab, auch trotz manch schwächerer Szenen. Bei der Premiere gab es vom größeren Teil des Publikums demonstrativ Jubel, nicht wenige zogen es aber vor, still zu flüchten und ein paar Buhs gab es auch. ,,Liliom‘‘ von Ferenc Molnár erzält die Geschichte eines Ringelspiel-Ausrufers, der seine Gewalttätigkeit nicht in den Griff bekommt. Um Frau und Kind zu versorgen, begeht er einen Überfall, bei dem er sich so ungeschickt anstellt, dass alles schief läuft. Liliom tötet sich und darf nach 16 Jahren Fegefeuer ins Leben zurückkehren, um seine Familie zu sehen und ein positives Zeichen seiner Läuterung zu setzten. Bis heute wird ,,Liliom‘‘ immer wieder gespielt und verfilmt, kaum ein Stück ist, jedenfalls in Österreich und Ungarn, mit so vielen Schichten aus Tradition und Kitsch zugeschmiert. Den größten Jubel bekommen am Ende die beiden Roboter-Arme, die sich formvollendet verbeugen. Die Darsteller spielen großartig, allen voran Jörg Pohl als Liliom und Maja Schöne als Julie. Der merkwürdige Engelschor (darunter gestandene Männer im schneeweißen Ballettkleidchen) ist herrlich komisch. Fazit: Wer wildes, ungezähmtes, bei allem Furor sehr poetisches (Regie)-Theater mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Wer einen klassisch erzählten ,,Liliom‘‘ sehen will, sollte den Abend so großräumig wie möglich umfahren. (Kurier-Wertung für ,,Liliom‘‘: 4 von 5 möglichen Sternen).

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
TRÄUMEN ROBOTER BEIM SEX VON DER LIEBE?
,,Ich bin Teil des repressiven Patriarchats‘‘: Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczkó inszeniert bei den Salzburger Festspielen Ferenc Molnárs Sozialmärchen ,,Liliom‘‘ als überirdischen High-Tech-Beitrag zur ,,Me Too‘‘-Debatte.

Liliom blickt zwei Stunden lang von seinem Himmelsseminar immer wieder auf sein Leben zurück. Dann hebt sich eine weiße Wand und gibt den  Blick frei auf die düstere Bühne, die von zwei riesigen Sechsachs-Robotern beherrscht wird, den eigentlichen Stars des Abends. Sie sehen aus wie überdimensionale Armknochen-Gelenke und ersetzen mit ihrer künstlichen Intelligenz die Bühnenarbeiter. Sie hieven surrend die Requisiten herbei, bestücken die Szenerie mit Akaziensträuchern, Sperrholzwänden, Kulissenteilen und stellen für die Liebesszene mit Julie sogar eine Vollmondkugel bereit. Liliom erinnert sich, rekonstruiert bruchstückhaft seine Geschichte: Wie er, der halbseidene Hutschen-Schleuderer, mit dem Dienstmädchen Julie der Liebe seines Lebens begegnet und daraufhin von der eifersüchtigen Karrussell-Besitzerin Muskat entlassen wird. Fabelhaft, wie Oda Thormayer ihrer Frau Muskat eine stolze Restwürde und Wärme bewahrt. Intensiv sind die Szenen, die der Regisseur in Castorf-Manier live aus dem Inneren leerer Holzräume heraus filmt: die ganze Beengtheit und Armseligkeit des Milieus in einem Bild im Kasten. Dass die traumspielartige Inszenierung trotzdem nicht aufgeht, liegt an ihrer stilistischen Unausgegorenheit ebenso, wie an ihrer Bilderlastigkeit auf Kosten der Sprache. Der pulsierend energetische Jörg Pohl ist in der Rolle des Liliom weniger der harte, dummdreiste Schlägertyp als ein verhinderter Unterhaltungs-Künstler, eine Mischung aus Ben Becker und Oliver Pocher mit dem Zeug zum Entertainer. Mundruczó betont im Programmheft, dass ihn der Vorgang des Erinnerns interessiert habe, die selektierende, manipulative Funktion des Gedächtnisses bei der Rückschau Lilioms auf sein Leben. Daher wohl die symbolische, albtraumhafte, surrale Anmutung mancher Szenen: Die Blätter, die es regnet. Der Schnee, der fällt. Die feuergelben Nebel von Avalon. Das Plastikkrokodil, die Hühnerkopfmasken, die albernen Luft(ballon)gewehre der Stadtpolizei. Mundruczó hat Empathie für Molnárs Figuren, karikiert oder denunziert sie nicht sondern zeigt sie als selbstbewußte, moderne Menschen. – (Odo Stierschneider. Foto: SF/Matthias Horn).

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Heuer herrscht Hochstimmung bei allen Festspiel-Besuchern, denen die Halleiner Perner-Insel als Spielort der Salzburger Festspiele besonders am Herzen liegt. Schließlich beschert der Festspiel-Sommer 2019 erfreulicher Weise zwei Aufführungen auf der Festspiel-Insel. Wir sehen dies als Einstimmung auf das große 100jährige Bestands-Jubiläum 2020 der Salzburger Festspiele, welches das nächste Jahr entscheidend prägen wird. Nach dem Schauspiel ,,Sommergäste‘‘, fand auf der Pernerinsel am Samstag, 17. August 2019, die Premiere für das Stück ,,Liliom‘‘ statt. Insgesamt acht Aufführungen sind bis Ende August 2019 geplant: Am 17. (Premiere), 19., 21., 23., 24., 26., 27., und 28. DER SALZSCHREIBER veröffentlich dazu, so wie dies anlässlich des Stückes ,,Sommergäste‘‘ der Fall war, im nächsten Beitrag hier im Ressort ,,Kultur‘‘, Auszüge aus den Kritiken in fünf angesehenen Tageszeitungen.

Seit einem Vierteljahrhundert werden auf die Perner-Insel Fotografen und Fotografinnen eingeladen, um noch vor der Premiere eines Festspiel-Stückes, im Rahmen einer Foto-Probe, Gelegenheit zu bekommen, für die Presse Fotos bereitzustellen. Dies war auch heuer der Fall – allerdings verbunden mit einer völlig unverständlichen Maßnahme. Nach etwa einer dreiviertel Stunde, mitten im Stück, wurden völlig überraschend und ohne Angabe von Gründen, die nichts ahnenden Fotografen ersucht, den Zuschauerraum wieder zu verlassen. Zuerst herrschte durchgehend Verblüffung, dann machte sich allgemeine Verärgerung breit. Sollte dies zur Gewohnheit ausarten, dann werden immer mehr Fotografen überhaupt darauf verzichten, nochmals eine Foto-Probe auf der Perner-Insel zu besuchen. Als mögliches Motiv, warum man die Fotografen vorzeitig wieder los haben wollte, könnte die Absicht gelten, den zweiten Teil der Aufführung bis zur Premiere als besondere Überraschung unter Verschluss zu halten. Es ist auch tatsächlich so, dass die zweite Hälfte des Stückes ,,Liliom‘‘, optisch deutlich aufwendigere, attraktivere und abwechslungsreichere Szenen bietet, als die erste Hälfte des Stückes. Man erkennt dies augenfällig an den oben stehenden Fotos. Die FOTOS 1 bis 12 stammen aus der ersten Hälfte, die letzten vier Aufnahmen (FOTOS 13 bis 16) aus der zweiten Hälfte des Stückes, die den Fotografen nicht gezeigt wurde. Auch hier tut sich eine, wohl unfreiwillige, unerfreuliche Symbolik auf: Das letzte Bühnenbild, das den Fotografen gezeigt wurde, stellte (FOTOS 11 und 12) ausgerechnet unüberwindliche Mauer dar. Weiterer Kommentar überflüssig.

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS:
FOTO 1
: Ausschnitt aus der Liliom-Werbetafel auf der Perner-Insel. FOTO 2: Die Illustration zum Stück ,,Liliom‘‘ im 170 Seiten starken Festspiel-Programm-Buch. Das gesamte Werk wird verunstaltet durch Grafiken von Joseph Beuys. Sie gehören überall hin, nur nicht in ein Festspiel-Programm. Die nichtssagenden Malübungen sind eine Beleidigung für Zuschauer und Darsteller gleichermaßen. Es wird sich doch wohl noch eine anspruchsvollere Gestaltung der Festspiel-Programme realisieren lassen… FOTOS 3 bis 13: Momentaufnahmen aus der ersten Hälfte des Stückes ,,Liliom‘‘. FOTOS 14 bis 17: Aufnahmen aus der zweiten Hälfte des Stückes ,,Liliom‘‘. – (Odo Stierschneider. Fotos 1 bis 13: O.ST., Fotos 14 bis 17: Salzburger Festspiele / Matthias Horn.)

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Eine historische ,,Premiere‘‘ auf der Halleiner Festspiel-Insel. Zum ersten Mal,  seit der Präsenz der Salzburger Festspiele vor mehr als einem Viertel-Jahrhundert auf der Perner-Insel, wurde hier im Vorfeld einer Festspiel-Aufführung, ein darauf abgestimmter Presse-Talk veranstaltet. Natürlich hoffen wir, dass dies auch in Zukunft für die Festspiel-Aufführungen in Hallein Gültigkeit besitzt. Doch jetzt zum eigentlichen Thema:  ,,Nein!‘‘ – lautete die unmissverständliche Antwort von Regisseur Kornél Mundruczó, als Schauspiel-Leiterin Bettina Hering ihn gefragt hatte, ob er LILIOM bei den Salzburger Festspielen inszenieren wolle. Als Ungar, der mit den Werken und Figuren Ferenc Molnárs aufgewachsen ist, sei er viel zu nah am Autor. Außerdem verhalte es sich mit LILIOM wie beim Fußball – jeder glaube, er wisse, wie es geht, betonte der Regisseur beim Presse-Talk auf der Perner-Insel in Hallein. Erfreulicher Weise blieb Bettina Hering jedoch hartnäckig. ,,Ich denke Kornél Mundruczó ist genau der Richtige, um LILIOM heute zu inszenieren, ohne plakativ zu werden‘‘, erklärt sie. Und die großartige Schauspiel-Chefin setzte sich durch. Die LILIOM-Inszenierung hat am Samstag, 17. August 2019, Premiere auf der Perner-Insel in Hallein.


In Zeiten von #MeToo-Debatten sei es besonders komplex, aber auch wichtig, ein Stück wie LILIOM zu zeigen, davon sind Bettina Hering und Kornél Mundruczó überzeugt: ,,LILIOM ist eine sehr provokante Figur, es ist ein extrem schwieriges, sehr bekanntes, radikales und provokantes Stück. Heute noch mehr als vor 20 Jahren‘‘, unterstreicht Kornél Mundruczó. LILIOM stehe als Sinnbild für die Frage, ob man geliebt werden könne, wenn man doch auf der anderen Seite gewalttätig sei und Missbrauch begehe. Es gebe keine schwarz-weiß-Antwort darauf: ,,Auch Molnár selbst gibt uns keine.‘‘ Es gehe viel um Vergebung und Verzeihung in diesem Stück. Die #MeToo-Debatte befürwortet Mundruczó und vergleicht sie mit der Feminismus-Bewegung der 1960er Jahre. ,,Das ist eine wichtige Kraft, um diese verrückte maskuline Welt zu verändern‘‘, betont der Regisseur.


Rasch habe man sich geeinigt, die Fassung von Alfred Polgar zu zeigen. Polgar habe stark ins Stück eingegriffen und ein österreichisches Stück daraus gemacht. „Wir haben seine Version genommen und wiederum an unsere heutige Zeit angepasst“, erklärt Mundruczó. „Wir haben zum Beispiel die Himmels-Szene umgeschrieben.“ LILIOM sei durchaus eine Figur, die Verantwortung übernehmen könnte, sagt Bettina Hering. Seine Sozialisation aber stehe dem entgegen. ,,Wie fatalistisch das am Ende sei?‘‘ fragt die Schauspielleiterin. ,,Niemand kann hier gewinnen‘‘ antwortet Mundruczó. Es sei zeitgenössisch, dass jeder ständig Entscheidungen treffe. Es gebe keine Rast und Ruhe mehr, in jeder Sekunde müsse man sich im modernen Leben entscheiden. LILIOM sei das klassischeste Stück, welches er je inszeniert habe, meint der Regisseur.

 

Dass er das Stück nicht mit österreichischen Schauspielern besetzt habe, sei keine Erschwernis, das gebe ihm im Gegenteil etwas mehr Freiheit, erläutert der Regisseur. Die Beziehung zwischen Julie und LILIOM sei der eigentliche Held der Ge­schichte. ,,Dabei haben wir die Schauspieler nicht typisierend ausgesucht‘‘, sagt er. ,,Jörg Pohl als LILIOM ist bei uns nicht nur dieser gefährliche Macho-Typ, sondern auch eine Art Clown‘‘, ergänzt Kornél Mundruczó. Und auch Julie (Maja Schöne) sei keine naive 20-Jährige, nein, man habe sich bewusst für eine etwa 40-Jährige entschieden. Auch die Dreiecks-Beziehung mit Frau Muskat (Oda Thormeyer) interessiere ihn sehr. Die Schauspieler seien am wichtigsten: ,,Das Stück kann nur mit richtig guten Schauspielern gelingen.‘‘ LILIOM in Armut darzustellen interessiere ihn weniger, als die Tatsache, dass LILIOM sich selbst als Künstler sehe. ,,Wir nutzen mehr diesen Hintergrund und den damit verbundenen Mangel an Grenzen, als eine fake-Darstellung von Armut auf der Bühne, vor der ich Angst habe.‘‘ Dass er nur wenig Deutsch spricht, sehe er nicht als Problem. ,,Ich verstehe Deutsch und ich verstehe den Text‘‘, sagt er. ,,Schauspieler sind Schauspieler, es ist wenig Unterschied, ob man in den USA, in Ungarn oder im deutschsprachigen Raum inszeniert.‘‘ Die Sprache sei überschätzt. Ein Schauspieler nutze ja auch Gefühle, Körpersprache und viele andere Aspekte, um seine Rolle anschaulich zu vermitteln.


LILIOM entstand aus einer Ko-Produktion mit dem Thalia Theater in Hamburg. Daher habe man beim Bühnenbild nach einem ,,Zauberkasten‘‘ suchen müssen, der in beiden Theatern funktioniert, obwohl sie so unterschiedlich sind. Zu sehen sind auch Roboterarme, die die Erinnerung, in die LILIOM hineintaucht, szenisch umsetzen können. Es sei im Proben-Verlauf unerwartet gewesen, dass diese Arme eine eigene Ästhetik und Poesie entwickelten, erklärt Kornél Mundruczó. ,,Es war von Anfang an meine Absicht, die Arme einzusetzen, aber ich habe mehr bekommen, als ich gedacht habe. Sie sind menschlich und göttlich zugleich, verfügen über eine Persönlichkeit, sind manchmal aggressiv und manchmal zart‘‘, betont er. ,,Am Beginn der Proben hießen die Arme nur Rechts und Links. Mittlerweile nennen wir sie Adam und Eva.‘‘

 

Ferenc Molnár (1878 - 1952)

Liliom
Vorstadtlegende in sieben Bildern
Für die deutsche Bühne bearbeitet von Alfred Polgar
Neuinszenierung

 

Premiere: 17. August 2019

Weitere Vorstellungen: 19., 21., 23., 24., 26., 27. und 28. August 2019

Perner-Insel, Hallein

 

Kornél Mundruczó Regie 
Monika Pormale Bühne 
Sophie Klenk-Wulff Kostüme 
Felice Ross Licht 
Martin Prinoth Live-Kamera 
Yohan Stegli Choreografie 
Xenia Wiener Musik 
Christina Bellingen, Soma Boronkay, Kata Wéber Dramaturgie

Jörg Pohl Liliom 
Maja Schöne Julie 
Oda Thormeyer Frau Muskat 
Yohanna Schwertfeger Marie 
Julian Greis Wolf Beifeld/Stadthauptmann 
Tilo Werner Ficsur 
Sandra Flubacher Frau Hollunder 
Mila Zoé Meier, Paula Karolina Stolze Luise
James Bleyer Der Drechsler/Chor der Engel
Jens Hoormann Der geschlagene Engel/Chor der Engel
Kathrin Klein, François Lallemand, Julia Nordholz, Aref Weikert, Joelle Westerfeld Chor der Engel
 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: In der Alten Schmiede auf der Perner-Insel fand der Presse-Talk für die Festspiel-Aufführung LILIOM statt. Im Bild von links: Schauspiel-Leiterin der Salzburger Festspiele, Bettina Hering; Regisseur Kornél Mundruczó; Dolmetscherin Friederike Schlegl. FOTO 2: Regisseur Kornél Mundruczó und Schauspiel-Leiterin Bettina Hering auf der ,,Festspieltreppe‘‘ der Perner-Insel. FOTO 3: Ein Motiv aus dem Festspiel-Schauspiel LILIOM. – (SF-Presse-Aussendung, Odo Stierschneider. Fotos 1 und 2: OST, Foto 3: Anne Zeuner).

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DER SALZSCHREIBER veröffentlicht nachstehend Auszüge aus den Kritiken zur Festspiel-Aufführung ,,Sommergäste“ auf der Halleiner Perner-Insel. Die Aufführung stößt in der Tagespresse weder auf totale Begeisterung noch auf komplette Ablehnung. Das Meinungsbild in Auszügen aus fünf bekannten Tageszeitungen, ist deshalb besonders reizvoll, interessant und lesenswert.

Salzburger Nachrichten:
Im Warteraum des Aufbruchs
EINE DRINGLICHKEIT WIRD ERKANNT.
WAS PASSIERT, WENN ALLE ABWARTEN UND SICH DERWEIL VERGNÜGEN?
Knirschend bewegt sich die Bühne in Evgeny Titovs Inszenierung der ,,Sommergäste‘‘. Während Maxim Gorkis Figuren über das Leben jammern, zieht die Zeit vorüber und mit ihr die Räume in Raimund Orfeo Voigts sommerlicher Datscha, die sich als noble Villa präsentiert. Hinter lamellenartigen Holzwänden betrügen gelangweilte Ehefrauen ihre Ehegatten, über die Treppen rennen junge hoffnungsfrohe Männer gleichsam um ihr Leben oder erstarren, weil sie keine Antwort auf ihr tristes Dasein finden. – – – Wie Zombies liegen die Sommergäste in den spektakulären und raffinierten Räumen, sie sind vom Drogenkonsum ausgehöhlt, erschöpft von den Exzessen. Evgeny Titov konterkariert den Small Talk und die stereotypen Konversationen der Gäste mit körperlichen Eruptionen. – – – Die Figuren sind gespenstische Kreaturen in einem düsteren Albtraum. Dem kann auch die elegante Warwara nichts entgegensetzen. Auch wenn sie in ihrem roten Kleid geradezu magnetische Anziehungskraft ausübt, bleibt auch sie eine verzweifelt Suchende. In der zweistündigen Inszenierung ist das Ende jedoch weitaus pessimistischer als in Gorkis Vorlage. Evgeny Titov lasst offen, ob Warwara ein neues Leben beginnt. Auch bleibt ungewiss, ob ihr Verehrer Rjumin den Selbstmordversuch überleben wird. Gleichgültig blicken die Sommergäste auf den Schwerverletzten, neben ihm sinkt Warwara zu Boden. Im Publikum gibt es viel Jubel und Applaus für eine Inszenierung von gesellschaftspolitischer Sprengkraft.

Oberösterreichische Nachrichten:
Die Kakophonie der Wehleidigkeit
HALLEIN: GORKIS ,,SOMMERGÄSTE‘‘ BLEIBEN
ZWISCHEN ZWEI KONZEPTEN IN DER LUFT HÄNGEN
In den Körpern steckt bloß Begehren, das letzte energetische Moment. Wer begehrt ist noch nicht tot, aber nicht einmal diese Sehnsucht nach Fleisch und intellektueller Durchdringung wird beglaubigt, sondern nur mit hohlen Worten erotisiert. Maxim Gorki hat in seinem 1904, am Vorabend der russischen Revolution, erschienenen Drama ,,Sommergäste‘‘ aus Rechtsanwälten, Ärzten, Schriftstellern und Ingenieuren ein Panorama besserer Leute zusammengetrommelt, das sich in jedem Streit, in jeder Debatte, in jeder Selbstentblößung als untauglich herausstellt, gerechtere Verhältnisse herzustellen. – – – Regisseur Titov füttert das Publikum aus diversen Richtungen der dramatischen Nahrungskette. Titov will auch, dass es knallt. So lässt er die mit zehn Statisten aufgeblähte Meute bei Gastgeber Bassow und dessen edler Frau Warwara durcheinander rennen. Figuren und Handlung bleiben dem Publikum lange merkwürdig fremd. – – Wenn sich am Ende der sympathische, vor allem aber plärrende Rjumin drei Schüsse in die Brust jagt, nehmen die Voyeure Aufstellung. Ohnehin  nicht lange, es hält ja auf, von Katastrophen zu lernen. Dass der Bub im rosa Anzug aus dem ersten Bild erneut dasteht und die einzig bekümmerte Warwara auffordert ,,kommen Sie mit uns‘‘, bleibt als dick aufgetragenes Indiz in der Luft hängen: Aha, auch die nächste Generation ist verrottet. Alles aus. Kräftiger, von Fans angeheizter Applaus.

Der Standard:
Wunschloses Unglück
EIN ABEND AUS ZWEI RICHTUNGEN:
,,SOMMERGÄSTE‘‘ BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN
Die Probleme der ,,Sommergäste‘‘ sind so langweilig, dass es die Betroffenen selber ekelt: schlecht verheiratet, unglücklich verliebt, zukunftslose Sinnlosigkeits-Empfindungen. Die ,,soziale Notwendigkeit‘‘ ihrer Existenz, wie es Warwara defätistisch sagt, ist Überschaubar. Maxim Gorki hat diese Wohlstands-Depression, die sich heute weitgehend überholt hat, weil sich niemand mehr für sie interessiert, im Vorfeld der Revolution von 1905 geschrieben. Er wollte es der ,,bourgeoise-materialistischen Intelligenz‘‘ einmal so richtig zeigen. Diese Bourgeoisie ist in einer Zeit profunder Krisen (Rezession, russisch-japanischer Krieg, zaristische Autokratie) mit dem Bauchpinseln beschäftigt und hat nicht die geringste Idee, wie sie sich selbst, geschweige denn dem eigenen Land, wenn schon nicht helfen, zumindest aber nicht auf den Wecker gehen soll. Dementsprechend spart Gorki nicht mit Sarkasmus. Dieser Sarkasmus wird bei den Salzburger Festspielen auf der Halleiner Perner-Insel im hohen Bogen über die Bühne gespien. Ekel, Hass, Trauer überall. Diese überschießende Ausbruchs-Sehnsucht geht in Gorkis Stück von den Frauen aus. Sie sind die starken Figuren mit der größten Wut auf sich selbst. – – – Evgeny Titov, der Regisseur, reisst den ,,Sommergästen‘‘ die Maske der Zivilisierung sofort herunter. In den ersten sieben Minuten drängelt mehr als ein Dutzend Sommerfrischler auf die Bühne und erhofft dort irgendetwas Erlösendes. Da stehen sie dann da und bombardieren einander mit unschönen Analysen ihrer gegenseitigen Ehen: Dein Mann ist wie… und Deine Frau ist soo… – – – Doch bleiben einem am Ende die Nöte der Sommergäste in ihrer Unstimmigkeit und Lachhaftigkeit auch herzlich egal. Man möchte ihnen zurufen: So geht doch und kümmert Euch um den Klimawandel oder tretet den ,,Omas gegen Rechts‘‘ bei! Aber da hat sich schon einer die Kugel gegeben und alle, bis auf Eine, wenden sich hilflos ab.

Die Presse:
Der globale Sommergast, ein Wüterich
TITOVS WOHLDURCHDACHTE INSZENIERUNG VON BÖSEN MÄNNERN UND GEILEN MÄDCHEN. DAS PUBLIKUM BEJUBELTE EINE NICHT NUR
SCHAUSPIELERISCH IMPOSANTE AUFFÜHRUNG
,,Schwängern, schwängern, schwängern, dann ist die Frau einem völlig ausgeliefert‘‘, empfiehlt der zynische Ingenieur Suslow. Die anderen Männer pflichten ihm bei. ,,Frauen sind eine niedere Rasse‘‘, sagt der Eine, ,,dem Tier näher als wir‘‘. Der Andere: ,,Frauen brauchen einen Despoten‘‘. So enden Gorkis ,,Sommergäste‘‘ bei den Salzburger Festspielen auf der Halleiner Perner-Insel. Der russische Regisseur Evgeny Titov zeigt eine ekstatische Party, die sich immer mehr ins Abgründige steigert. – – – Diese Gorki-Figuren haben eine Viechswut, wobei sie kurioserweise wie entfesselte Charaktere von Botho Strauß wirken, die immer wieder ihren kultivierten Diskurs sprengen. Da reisst die hübsche Julia, Frau des Ingenieurs, plötztlich eine Pistole aus dem Clutch und versucht, den Gatten zum Selbstmord zu überreden: Schnell bitte, der Lover wartet! Das bunt gemischte Ensemble musiziert eine raue Sprachsymphonie über Sehnsüchte und Enttäuschungen. Mit deren Einstudierung hat Regisseur Titov etwas Einmaliges geschaffen. Die meisten Figuren sind typengerecht besetzt. Doch ist dies kein burlesker Film sondern eine Kreation, die über das Wort und die Dialoge funktioniert. – – – Von all den temperamentvollen Glücks-Handwerkern, die hier verzweifelt versuchen, ihr Schicksal neu zusammenzuschrauben, bleiben ein paar besonders in Erinnerung: die enttäuschte Idealistin Warwara, ihr Mann, der Anwalt, der so gern den guten und sanften Menschen beschwört, der er selbst jedoch am allerwenigsten ist, die schneidende Poetin und die Ärztin, die Einzige, die ernsthaft die Welt verbessern will, der ratlose Schriftsteller und der ehemalige Industrielle. Öfter scheint das Drama am Mord vorbeizuschrammen, schließ­lich gibt es einen Selbstmord. Übrigens: Auch Gorki versuchte sich zu erschießen…

Süddeutsche Zeitung:
Mit der Keule draufhauen!
EVGENY TITOV INSZENIERTE GORKIS ,,SOMMERGÄSTE‘‘
BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN ALS PLUMPES PAMPHLET
Erst einmal kommt eine nach dem anderen hereingestolpert, meist angeschickert, Sekt- oder Schnaps-Glas in der Hand und sondert hysterisch nutzloses Zeug ab. Der dicke dumme Passow, sein dicker dummer Kumpel Suslow, der kleine dumme Arzt Dudakow. Nach Titovs Wunsch sind diese alle mit ihrem ersten Auftritt vollkommen uninteressant, erfahren aber insofern eine Entwicklung, als sie im Laufe der zweieinviertel Stunden zu grandiosen Widerlingen mutieren. – – – Auf der Habenseite flattern schwärmerische Jünglinge um die Frauen unter den Sommergästen herum, großartig ist Wlas, eher enervierend der todessehnsüchtige Rjumin. Mit diesen Beiden kommt das theoretische Plappern von einer besseren Welt herein, das seine Vollendung in den beiden zentralen Frauengestalten findet. Mit Präzision agiert die kluge Ärztin, die den Aufbruch in eine neue Zeit als berufstätige, alleinerziehende Mutter bereits vorlebt. Und dennoch greint, weil sie sich für die Liebe zu alt fühlt. Eine greint nicht: Warwara. Warum nur heiratete sie den versoffenen Fettsack? Warwara hat Würde, Ruhe, auch ihre Figur handelt nicht, aber sie durchschaut den Stillstand vollkommen. Wäre sie die neue Zeit, die Zukunft wäre warm, menschlich, empathisch und wunderschön. Aber eine Zukunft gibt es nicht. Der Dichter Schalimow, auf den Warwara viel Hoffnung setzte, entpuppt sich als hohles Wrack, Thomas Dannemann  stolziert auch nur mit leerer Arroganz herum, da weiß Warwara dann auch nicht mehr weiter. Mal tanzen alle Techno. Fürchterlich. Meist saufen, heulen, brüllen sie. Grässlich. Am Ende reden die größten Idioten darüber, dass eine Frau dem Tier nah sei, einen Despoten brauche und am besten unablässig zu schwängern sei. Das ist so blöd, dass eine moderne Frau wie Warwara sich darüber nicht einmal mehr aufregen kann. Keule drauf, klar.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 bis 3:
Wie jedes Jahr vor Beginn einer Festspiel-Premiere auf der Halleiner Perner-Insel, so trat auch heuer bei der Premiere für das Schauspiel ,,Sommergäste‘‘ die traditionsreiche Bürgerkorps-Musikkapelle Hallein mit einem halbstündigen Premieren-Konzert in Erscheinung. Es handelt sich dabei um eine Initiative der ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘. FOTOS 4 und 5: Ein Blick auf die Festspiel-Besucher im Halleiner Festspielbereich auf der Pernerinsel. FOTOS 5 bis 15: Aufnahmen aus dem Festspiel-Schauspiel ,,Sommergäste‘‘ auf der Perner-Insel. – (Fotos: Odo Stierschneider).

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Nun erhebt sich also in den verschiedensten Farbtönen Achim Freyers moderne, sechs Meter hohe Skulptur Ödipus-Komplex im Salzburger Festspielbezirk. Die Farbigkeit der über einem Holz- und Metallgerüst errichteten Skulptur, erklärt der Künstler als Mitte zwischen der unbunten Farbe Weiß als Symbol der Bewegung und der unbunten Farbe Schwarz als Symbol für Stillstand. Blickt man sehr genau hin, erblickt man eine große Holzschere, alte Stühle, einen Boxsack, durchbrochen mit Spiegeln und Köpfen und Torsi, Requisiten und Teile des Bühnenbildes, die nicht mehr benötigt wurden. Wie immer, wenn Sinn, Zweck und Aussage eines modernen Kunstwerkes sich dem Betrachter vorerst verschließen, gibt es dazu besonders markante und beeindruckende Interpretationen. Dazu Achim Freyer: ,,Die Skulptur vermittelt: Hier ist ein Ort der Energie, ein Ort des Denkens und der Auseinandersetzung mit den wichtigen Fragen des Lebens wie etwa Wo gehen wir hin? Was ist der Sinn des Lebens?‘‘ Ein rotes Band umschlingt Freyers bunte Skulptur und spannt sich bis hin zu dem berühmten Masken-Block des Halleiner Bildhauers Jakob Adlhart, deren Augen dadurch verdeckt sind. Oder haben sich die Masken selbst die Augen verbunden, angesichts ihres für den geheiligten Festspielbezirk doch recht ungewöhnlich erscheinenden Nachbarobjektes? Sie werden es für die Dauer der Oper Oedipe ertragen müssen, die unter Regie von Achim Freyer gezeigt wird. Der Künstler zeichnet auch für Bühne und Kostüme verantwortlich.

Grundsätzlich besticht natürlich die Idee ganz außerordentlich, eine Festspiel-Aufführung mit einem speziellen Kunstwerk zu begleiten. Das gilt für die Salzburger Festspiele in der Stadt Salzburg ebenso, wie für die Salzburger Festspiele auf der Halleiner Perner-Insel, auf der heuer zum ersten Mal –   anlässlich des Schauspiels Liliom – erfreulicher Weise ein Informations-Gespräch mit Schauspiel-Leiterin Bettina Hering und Regisseur Kornél Mundruczkó stattfand. Künstlerinnen und Künstler aus der Stadt Hallein und der umliegenden Region, könnten beispielsweise auf dem großen Parkplatz vor dem Festspiel-Bereich, alljährlich zu der einen oder manchmal auch zu den zwei Festspiel-Aufführungen pro Spielsaison, mit einem Kunstobjekt in Erscheinung treten. Jedes Jahr, noch vor Weihnachten, geben die Salzburger Festspiele im Rahmen einer Pressekonferenz, ihr Spiel-Programm für den bevorstehenden Festspiel-Sommer bekannt. Für interessierte heimische Künstlerinnen und Künstler steht also genügend Zeit zur Verfügung, um sich mit dem Inhalt der bevorstehenden Schauspiel-Aufführungen auf der Perner-Insel vertraut zu machen. Der Kultur-Verein SUDHAUS.hallein.kultur und der Kunstkreis Tennengau könnten in einem Rundschreiben an die heimischen Künstler feststellen, wie weit das Interesse besteht, für die Aufführungen der Salzburger Festspiele auf der Perner-Insel ein künstlerisches Begleitobjekt zu schaffen. Angesichts der oben beschriebenen Oedipus-Skulptur, müsste die Schaffung eines künstlerischen Objekts auf der Perner-Insel eine verlockende Herausforderung sein. – Die oben stehenden Fotos zeigen die Skulptur Ödipus-Komplex von Achim Freyer sowie eine Nahaufnahme des Masken-Blocks vor dem Festspielhaus, derzeit mit Augenbinde versehen. – (Odo Stierschneider, Fotos: SF / Anne Zeuner).

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,,Das hat es in Hallein noch nie gegeben‘‘, behauptete DER SALZSCHREIBER in der Ankündigung des ersten Kunst-Spazierganges, der am 3. August 2019, zu den sechs wichtigsten Kultur-Brennpunkten der Stadt Hallein führte. Gleich sechs maßgebliche Institutionen der Kultur-Stadt Hallein, luden am Samstag, 3. August, zu einem kostenlos geführten Kunst-Spaziergang durch die Stadt. In der Galerie Schloss Wiespach, in der Alten Saline, im Verdampferturm der Alten Saline und im kunstraum pro arte wurden qualitätsvolle Kunst-Austellungen geboten. In der Atelier-Gemeinschaft atelier III gab es schließlich Informationen über die Arbeit einer kreativen Foto-Designerin und von sechs kreativen Medienkünstlern.

In der Galerie Schloss Wiespach, als erste Station des Kunst-Spazierganges, konnte die Ausstellung ,,Other Days‘‘ von Künstler Bertram Hasenauer besichtigt werden. Der in Berlin geborene, gebürtige Saalfeldner, studierte an den Kunst-Akademien in Wien und London. Seine flächig gearbeiteten,  abstrakten Bildtafeln (das monochrom in Schwarz gehaltene Werk wirkt mutig, geisterte jedoch schon seit dem vergangenen Jahrhundert immer wieder in verschiedenen Kunst-Ausstellungen herum), seine glutvollen Gewand-Details, seine zarten, sich geradezu auflösenden Porträts in fein lasierenden Farben, zeigen anschaulich, dass Bertram Hasenauer eine vielseitig schöpferische Künstler-Persönlichkeit darstellt. – Wir bringen in Erinnerung, dass die schönen historischen Räumlichkeiten des Schlosses Wiespach auch für besondere Anlässe wie Hochzeiten, Taufen, Firmen-, Weihnachts- und Geburtstags-Feiern, für Besprechungen und Team-Meetings gemietet werden können. Kontakt per Mail: office@schloss-wiespach.at oder per Telefon: +43 650 320 10 99.

Auf der Pernerinsel wurde zuerst im Verdampferturm der Alten Saline die Ausstellung des österreichischen Konzept-Künstlers Guido Kucsko aus Wien besucht. Seine meist ortsbezogenen Installationen sowie Foto- und Videoarbeiten wurden bereits in maßgeblichen Museen von Italien, Norwegen, Ungarn, Griechenland, Deutschland und Österreich präsentiert. Der Künstler porträtierte den mächtigen Verdampferturm mit seinen vielfältigen Strukturen und den verbliebenen Technologie-Details mit hinreißenden Fotos. Im großen, ebenerdigen Raum, baute er als Erinnerung an die vor 30 Jahren beendete Salzproduktion, eine symbolträchtige Installation mit leeren  Notenständern auf: So, als ob ein Orchester zu spielen aufhört und geht…

Ebenfalls in der Alten Saline wurde natürlich die fantastische und einzigartige Gemäldeschau ,,Im FLUSS, Hallein 30 Jahre nach dem Salzabbau‘‘ des chinesischen Künstlers Jixin Wang bestaunt. Das überwältigende Werk mit seinen übergroßen Bildern, begeisterte mit seiner raffinierten Beleuchtungs-Präsentation in den abgedunkelten Räumen, alle Teilnehmer am Kunst-Spaziergang. Die Gemälde entstanden anlässlich des Endes der Salzproduktion vor 30 Jahren. Der Künstler hielt Szenen sowohl aus dem einstigen Salzabbau im Bergwerk als auch aus dem heute noch beliebten Schaubergwerk fest. Diese Ausstellung ist der Alten Saline auf den Leib gemalt und sie müsste, darüber waren sich zahlreiche Teilnehmer am Kunst-Spaziergang spontan einig, unbedingt in ihrer grandiosen Hell-Dunkel-Präsentation für immer der Stadt Hallein erhalten bleiben.

Im Keltenmuseum wurden die Fürstenzimmer mit dem sich über 3 Räume erstreckenden, sensationellen historischen Bilderreigen aus dem Jahr 1756 zur Salzgewinnung besichtigt. Die Gewinnung der Salzsole und deren Weiterverarbeitung in den Salinen der Stadt Hallein sowie die notwendigen Nebenarbeiten wie die Sicherung des ungeheuren Holzbedarfes, wurden detailliert dargestellt. Auch Fürsterzbischöfe sind nur beinharte Geschäftemacher. In den Räumen des Fürsterzbischofs gab es keine kirchlichen Gemälde oder Utensilien, hier war alles der mächtigsten Cash-Cow des Landes unterworfen: Das Salz aus Hallein erhöhte die Einnahmen der weltlich regierenden Kirchenfürsten auf bis das Dreifache. Die Stadt Salzburg wurde architektonisch zum heutigen Kultur-Welterbe ausgestaltet, in der ausgebeuteten Salzkolonie Hallein nahmen die kirchlichen Landesherren keinen einzigen Ziegel in die Hand.

Die Ateliergemeinschaft atelier III, am Halleiner Bürgerspitalplatz 3, besteht seit 2017. Sieben Kreativ-Schaffende, – eine Medien-Künstlerin und sechs Medien-Künstler, – sind in den Räumlichkeiten künstlerisch tätig. In einer reizvoll gestalteten Broschüre, stellt sich das Kollektiv vor. Wir zitieren daraus. Erstens: Katrin Froschauer. Geboren 1992. Setzt sich seit ihrem Kunst- und Design-Studium speziell mit Fotografie und Design auseinander. Dokumentarisch und konzeptionell beeinflusst, sind ihre Arbeiten eine Reaktion auf den Optimismus, den Perfektionismus und die Frivolität der gängigen Gestaltungs-Normen. – Zweitens: Christian Zwerschina. Geboren 1979. Fokussiert sich auf Installationen und Fotografie mit speziellem Augenmerk auf die Wechselwirkung zwischen Kunstwerk, Architektur der Umgebung und implizierten Themenstellungen. Konzeptionelle Herangehensweisen und reduzierte Umsetzungen zeichnen seine Arbeiten aus. – Drittens: Valentin Backhaus. Geboren 1990. Ist ein deutscher Künstler mit Sitz in Salzburg. In seinen Arbeiten bewegt er sich im konzeptuellen Bereich der Fotografie und Installationskunst. Seit seinem Medienkunst-Studium an der Fachhochschule Salzburg, wurden seine Arbeiten in diversen Ausstellungen gezeigt. – Viertens: Paolo Schmidt. Geboren 1991. Ist Medienkünstler mit besonderem Schwerpunkt auf interaktive Installationen und codebasierte, generative Kunstwerke. Der Fokus der Arbeiten liegt sowohl auf analogen und digitalen, audiovisuellen Umgebungen, als auch auf der Rolle des Betrachters in Bezug auf das Kunstwerk. Dabei soll die Trennung der Wahrnehmung von Bild, Ton und Raum des Menschen aufgehoben werden. – Fünftens: Lukas Gwechenberger. Geboren 1994. Medienkünstler / Kurator mit besonderem Interesse an manipulierten Signalen und Experimental-Sound, sowie an räumlichen Auseinandersetzungen. Konzeptionell beschäftigt er sich in seinen Arbeiten mit der plastischen Verformung von teils greifbaren, teils weniger greifbaren Materialien und deren Wirkung. – Sechstens: Michael Perl. Geboren 1991. Beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von Licht und Ton, mit Fokus auf Narration und der Wahrnehmung von Klang und Licht. Seine Praxis reicht von rein musikalischen Stücken und Audio- / Video-Aufführungen bis hin zu Installationen und Konzeptkunst, welche die Architektur des gegebenen Raumes beinhaltet. – Siebtens: Jan Leitner. Geboren 1989. Ist ein österreichischer Künstler, der auf dem Gebiet der Klang- und Konzept-Kunst arbeitet. Er schloss 2016 sein Studium in Kunst und Design ab und setzt derzeit seinen Master an der Fachhochschule Salzburg fort. Er ko-kuratiert zudem die Veranstaltungsreihe ,,Performing Sound‘‘ für experimentelle Musik in der Galerie 5020 Salzburg.

Mit dem kunstraum pro arte fand der erste Halleiner Kunst-Spaziergang seinen letzten Kultur-Brennpunkt. Hier wird die Foto-Ausstellung ,,Spirits of Contradiction‘‘, gestaltet von Margot Pilz, geboten. Margot Pilz, geboren in Haarlem (Niederlande), ist aufgewachsen in Indonesien und lebt in Wien. 1976 legte sie an der Höheren Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien die Meisterprüfung in Fotografie ab. Seither entfaltete sie eine rege Ausstellungstätigkeit und erhielt zahlreiche Preise, darunter 2011 den Preis der Stadt Wien für bildende Kunst. Die Ausstellung ,,Spirits of Contradiction‘‘ legt den Schwerpunkt auf das fotografische Schaffen der Künstlerin. Die Realität in ihren Werken ist eindringlich, sie ist mutig, sie ist fesselnd, sie ist beklemmend und sie ist vielseitig. Die Projektionsfläche dieser Auseinandersetzung mit Spannung, Sichtbarkeit und Dominanz ist häufig der Körper der Künstlerin selbst. Unter den sich mit Fotografie beschäftigenden Persönlichkeiten zählt Margot Pilz zu den vielseitigsten und konsequentesten.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Das kulturträchtige Schloss Wiespach bildete die erste Station des Kunst-Spazierganges. FOTO 2: Ein Teil der Kunst-Spaziergänger und Kunst-Spaziergängerinnen in der Galerie des Schlosses Wiespach, in der Werke des Künstlers Bertram Hasenauer zu sehen waren. FOTOS 3 bis 5: Drei Beispiele aus den von Bertram Hasenauer gezeigten Werken. FOTO 6: Die Teilnehmer am Kunst-Spaziergang haben den Verdampferturm erreicht, in dem Guido Kucsco seine Fotografien und eine Installation zeigt. FOTO 7: Die intensive Installation mit den leeren Notenständern von Guide Kucsko anlässlich des Endes der Halleiner Salzproduktion vor 30 Jahren: So, als ob ein Orchester zu spielen aufgehört hätte und gegangen wäre. FOTO 8: Das einzigartige, salzträchtige Zauberreich der großen Gemälde von Jixin Wang, anlässlich der Einstellung der Salzproduktion vor 30 Jahren. Eine derartige Gemälde-Präsentation sucht man in ganz Österreich vergeblich! FOTO 9: Eines der Gemälde von Jixin Wang zeigt natürlich eine der berühmten Rutschen im Dürrnberger Schaubergwerk. FOTO 10: Das europaweit renommierte Keltenmuseum bildete die nächste Station  des Kunst-Spazierganges. FOTO 11: Die Kunst-Spaziergänger im Foyer des Museums. FOTO 12: In den Fürstenzimmern des Museums, in denen einst die weltlich regierenden Fürsterzbischöfe bei ihren Hallein-Besuchen logierten, konnte die einzigartige, historische und kunstvolle Gemälde-Dokumentation zu allen Bereichen des Halleiner Salzwesens bewundert werden. FOTO 13: Der Kunst-Spaziergang hat die Atelier-Gemeinschaft atelier III am Bürgerspitalplatz 3 erreicht. FOTOS 14 und 15: Zwei Ansichten des Arbeitsraumes, in dem eine Foto-Designerin und sechs Medienkünstler tätig sind. FOTO 16: Die letzte Station des Kunst-Spazierganges: Der kunstraum pro arte am Schöndorferplatz. Hier konnte die unglaublich vielfältige Foto-Ausstellung von Margot Pilz bewundert werden, die als Pionierin feministischer Fotografie gilt. FOTOS 17 bis 21: Beispiele aus der Foto-Ausstellung. Zu den drei letzten Fotos: Einen derartigen Umgang mit Frauen kann sich nur eine Fotografin leisten. Wäre ein Mann hinter der Kamera gestanden, hätte es für einen Skandal gereicht. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Mit Errichtung der Großsaline auf der Pernerinsel, brach auch die brutale Komplett-Verbauung durch die salzverarbeitende Industrie über die Insel herein. Dazu unser 1. FOTO oben. Es zeigt das schreckliche Ergebnis der totalen städtebaulichen Zerstörung auf der Pernerinsel. Mit dem vorsätzlichen Zurückschrauben der Halleiner Salzproduktion zugunsten der Salinen im Salzkammergut, standen immer mehr Räumlichkeiten in der Großsaline leer und wurden vermietet. So belegte die Skibobfabrik Brenter den gesamten Nord-Trakt der Groß-Saline. Das Gegenstück, der Süd-Trakt steht heute noch und bildet das längste Gebäude der Alten Saline. Am 19. November 1968 gab es auf der total verbauten Pernerinsel Feueralarm. Die Skibobfabrik Brenter stand in Flammen und brannte völlig nieder. 25 Feuerwehren und 200 Feuerwehrmänner konnten die Südhälfte des riesigen Salinenkomplexes und damit die Salzproduktion vor den Flammen bewahren. Die Nordhälfte der Großsaline wurde vollständig abgerissen. Die dadurch entstandene Freifläche dient heute als Pernerinsel-Parkplatz, den man durch Anpflanzung von nur einigen Bäumen optisch deutlich erträglicher gestalten könnte.  

Der komplette Abriss der nördlichen Hälfte der Großsaline hinterließ eine ausgedehnte Gebäude-Wunde. Sie ist bis heute, 51 Jahre danach, nicht verheilt und verunstaltet bis heute die nördliche Pernerinsel. (Dazu oben die FOTOS 2, 3 und 4). Abgesehen von der Peinlichkeit gegenüber den  Festspiel-Besuchern: Tausende Autos fahren täglich hier vorbei, was durchaus als rufschädigend für die Stadt Hallein anzusehen ist. Es geht also darum, diese ausgedehnte Gebäudefront optisch in den Griff zu bekommen und auf gefällige Art zu gestalten. Dazu ist sicher ein Gestaltungs-Wettbewerb erforderlich, zu dem Künstler, Grafiker, Designer und Architekten geladen werden sollten. Sinnvoller Weise und um Kosten zu sparen, sollte der Bewerb in zwei Etappen ablaufen: Bei der 1. Etappe sollten die Bewerb-Teilnehmer lediglich eine Skizze mit Beschreibung einreichen. Die Jury wählt die besten 3 Arbeiten aus und deren Schöpfer werden ersucht, ihren Entwurf möglichst realistisch auszuarbeiten. Daraus kürt die Jury den Sieger. Es wäre ideal, wenn  die Stadt Hallein bis 2022, dem 30jährigen Jubiläum der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel, die Neugestaltung der schrecklichen Salinen-Nord-Fassade realisieren könnte.

Weil die Nord-Fassade so entsetzlich ist, kam man auch noch auf die verhängnisvolle Idee, hier überdachte Auto-Unterstände zu errichten. Damit war der Horror komplett. Siehe dazu nochmals die Fassaden-Fotos 2 bis 4 sowie die erschreckenden FOTOS 5 bis 12, die unfassbare Details zeigen. So werden in Hallein die Festspiel-Besucher auf das bevorstehende Schauspiel-Erlebnis eingestimmt! Spätestens seit der Präsenz der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel im Jahre 1992, hätte man die Auto-Unterstände beseitigen und die furchtbare Nord-Fassade sanieren müssen. In Hallein kam offenbar kein Entscheidungsträger auf die Idee, dass ein solches Szenario in keiner Weise mit den Salzburger Festspielen vereinbar ist. Das Ganze ist eine Bombe, die jederzeit hochgehen kann. Im Kuratorium der Salzburger Festspiele rennen die Vertreter der Stadt Salzburg und des Bundes immer wieder gegen die Präsenz der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel an. Wenn nur einer von ihnen damit argumentiert, dass Hallein seit nahezu 30 Jahren nicht gewillt war, vor dem Eingangsbereich zu den Festspiel-Aufführungen auch nur einigermaßen akzeptable Verhältnisse zu schaffen, (der Schotter-Parkplatz mit seinen Wasserlachen gehört mit dazu, aber da kann als Ausrede noch der Residenzplatz herhalten), dann kann man eine weitere Präsenz der Festspiele in Hallein vergessen. Abschließend noch Anmerkungen zu den Unterstands-Detailfotos oben. FOTOS 5 und 6: Festspiel-Atmosphäre made in Hallein. FOTO 7: Diese malerischen Bierdosen im Auto-Unterstand waren schon vor einem Monat da. FOTOS 8, 9 und 10: Festspiel-Atmosphäre  made in Hallein. FOTOS 11 und 12: Der ganze Krempel ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Steuergelder sind in Hallein auch dazu da, um, anstatt mit der Schubraupe aufzufahren, sinnlose morsche Unterstands-Dächer kostspielig zu reparieren. Reine Geld-Verschwendung? Richtig! Reine Geld-Verschwendung! – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Das hat es in Hallein noch nie gegeben: Gleich sechs maßgebliche Institutionen der Kultur-Stadt Hallein, laden am Samstag, 3. August, von 10 bis 13 Uhr, zu einem kostenlos geführten Kunst-Spaziergang durch die Stadt. Bei den glorreichen Sechs handelt es sich um den kunstraum pro arte, Galerie Schloss Wiespach, Keltenmuseum, Atelier-Gemeinschaft atelier III, SUDHAUS.hallein.kultur und Stadtgemeinde Hallein. Der Spaziergang startet um 10 Uhr im Schloss Wiespach mit der Ausstellung „Other Days“ von Bertram Hasenauer, anschließend führt die Route zur Alten Saline auf der Pernerinsel. Dort werden im Verdampferturm Arbeiten von Guido Kucsko vorgestellt sowie im Salzlager die Ausstellung ,,IM FLUSS. Hallein 30 Jahre nach dem Salzabbau‘‘, präsentiert – ein Projekt von SUDHAUS.hallein.kultur in Kooperation mit der Stadtgemeinde Hallein. Weiter geht es zum Keltenmuseum mit einer kurzweiligen Führung durch die Fürstenzimmer aus dem Jahr 1756, mit dem ältesten und umfangreichsten Bilderzyklus zum Thema Salzproduktion. Der Spaziergang führt anschließend zum atelier III, eine Ateliergemeinschaft junger Medienkünstler und Medienkünstlerinnen, die Einblicke in ihr Schaffen geben. Zum Abschluss führt der Spaziergang in den kunstraum pro arte, in dem die Ausstellung „Spirits of Contradiction“ von Margot Pilz zu sehen ist, mit einer kleinen Stärkung und Zeit zum Verweilen. – Der Kunst-Spaziergang richtet sich an alle Kunst- und Kultur-Interessierten und lädt dazu ein, in offener Atmosphäre Fragen zu stellen, über Kunst und Kultur ins Gespräch zu kommen und beim gemeinsamen Gehen die Stadt Hallein neu zu erkunden.


DIE STATIONEN DES
KUNST-SPAZIERGANGES

Schloss Wiespach: „Other Days“ von Bertram Hasenauer
Margit Zuckriegl spricht zur Ausstellung
Mit einer kleinen Stärkung zum Start des Spaziergangs.

Wiespachstraße 7, 5400 Hallein, www.schloss-wiespach.at

 

Pernerinsel, Alte Saline Verdampferturm:
Gemälde von Guido Kucsko

Margit Zuckriegl spricht zur Ausstellung

 

Pernerinsel. Alte Saline Salzlager:
Ausstellung „IM FLUSS. Hallein 30 Jahre nach dem Salzabbau“

mit Bildern von Jixin Wang und Musik von Matej Dzido
Doris Weißenberger spricht zur Ausstellung
Ein Projekt von SUDHAUS.hallein.kultur
in Kooperation mit der Stadtgemeinde Hallein, www.imfluss.art 
 

Keltenmuseum: Fürstenzimmer
Führung
mit Brigitte Winkler
Pflegerplatz 5, 5400 Hallein, www.keltenmuseum.at

 

atelier III (Atelier-Gemeinschaft junger Medienkünstler/innen):
Gespräch mit Mitgliedern der Atelier-Gemeinschaft

Bürgerspitalplatz 3, 5400 Hallein

 

kunstraum pro arte: „Spirits of Contradiction“ von Margot Pilz
Ausstellungsgespräch
mit Helga Besl und Laila Huber
Mit einer kleinen Stärkung zum Abschluss des Spaziergangs.
Schöndorferplatz 5, 5400 Hallein 5400 Hallein, www.kunstraumproarte.com
 

Das oben stehende Foto zeigt eine Luftaufnahme der Halleiner Altstadt. Hier finden die Teilnehmer am Kunst-Spaziergang drei markante Ziele: Das Keltenmuseum, die Atelier-Gemeinschaft atelier III und den kunstraum pro arte. – (Presse-Aussendung, verfasst von Laila Huber).

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Eine der ehernen Grundregeln in der Stadt des ,,Stille Nacht‘‘-Komponisten Franz Xaver Gruber lautet: ,,Der Blumenschmuck für das, in den wirtschaftlich angespannten 30er Jahren, zu Grubers Ehren errichtete, kleine und ärmliche Leer-, Schau-, Symbol- oder Erinnerungs-Grab, sollte das Vorbild für alle sein, die ein Grab auf dem Halleiner Friedhof betreuen.‘‘ Eine Nachschau ergab freilich wieder einmal haargenau das Gegenteil: Die meisten Gräber auf dem Friedhof wären ein Vorbild für die Pflege des Gruber-Grabes. ,,Gruber-Grab‘‘ ist natürlich eine sehr gewagte Behauptung, denn die genaue Position von Grubers Originalgrab im seinerzeitigen Friedhof rund um die Stadtpfarrkirche ist unbekannt. Die Tatsache, dass eine kleine Metalltafel auf dem Grabkreuz mit den völlig unrichtigen Worten ,,Hier ruhet Franz Xaver Gruber…‘‘ beginnt, hat hämische Zeitgenossen sogar dazu veranlasst, von einem ,,Lügen-Grab‘‘ zu sprechen. Man weiß nur, dass sich das Originalgrab irgendwo vor Grubers einstigem Wohnhaus befinden muss. In dem Gebäude ist bekanntlich das sehenswerte ,,Stille-Nacht‘‘-Museum untergebracht.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

Die ersten 8 FOTOS liefern einen Eindruck von der Farbenpracht, die auf den Gräbern  des Halleiner Friedhofes anzutreffen ist. Die FOTOS 9 und 10 zeigen, dass auch großwüchsige Pflanzen erfolgreich auf den Gräbern angepflanzt werden. Allerdings: Auf dem FOTO 10 leidet die bewundernswerte Blütenpracht des mannshohen Strauches sichtlich an Wassermangel – von den vollen welken Blüten bis hin zu den welken Knospen. Doch jetzt kommt der Schock: Auf den FOTOS 11 und 12 (zum gleichen Zeitpunkt der übrigen Aufnahmen), der überaus deprimierende Anblick des sogenannten Gruber-Grabes. FOTO 11 zeigt eine ähnliche Nahaufnahme des sog. Gruber-Grabes wie die 8 farbenfrohen Fotos vom Friedhof. Das 12. FOTO zeigt das ganze empörende und skandalöse Elend des sog. Gruber-Grabes. Sie erinnern sich, geschätzte Leserinnen und Leser: Vor einem guten halben Jahr stand Franz Xaver Gruber noch im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, als das 200jährige Jubiläum seines weltbekannten Liedes ,,Stille Nacht‘‘ gefeiert wurde. Heute steht das armselige Gedenkgrab reichlich verloren auf dem neu gestalteten, verhältnismäßig großen, nun nahezu leeren Gruberplatz, nahezu erschlagen von der in unmittelbarer Nähe befindlichen Brutal-Treppe, die hinauf zur Ferchlstraße führt. (Dazu unser FOTO 13). Deren mächtige, rötliche Seitenmauern gehören, als störende Fremdkörper, endlich beseitigt. Sie haben keinerlei Funktion, deshalb musste auch ein Metallgeländer eingebaut werden. Der neugestaltete Platz ist in hellem Grau gehalten, da wirken die rötlichen Seitenmauern wie ein hässliches Blutmal. Das ziemlich armselige sog. Grubergrab steht, kaum zu glauben, unter Denkmalschutz. Da darf kein Nagel und keine Schraube verändert werden. Damit erhebt sich natürlich die Frage, ob auch die drei Grablaternen entfernt müssen, die erst in der zweiten Hälfte des zurückliegenden Jahrhunderts durch Odo Stierschneider angebracht wurden, weil er es als einziger Halleiner als unhaltbar empfand, dass man am sog. Gruber-Grab nicht einmal eine Kerze entzünden konnte… – (Johannes Gutenberg. Fotos: OST).

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Eine großartige und hinreißende Initiative stellt die Salzburger Berufsfotografen auf begeisternde Art ins Rampenlicht, mit der sie unter dem Titel ,,Die Vielfalt der Menschenbilder‘‘ bis Ende August durch das Land Salzburg touren. Sie präsentieren nicht nur sehenswerte Großfotos sondern liefern auch gleich die Bänke dazu, die zum Verweilen und Genießen der ausgestellten Fotowerke einladen. Präzise: Jeweils zwei Bänke sind durch eine Trennwand miteinander verbunden, auf der fotografische Meisterwerke zu bewundern sind. Die Fotopräsentation in Hallein fand freilich unter denkbar ungünstigen Verhältnissen statt. Ausgewählt wurde der Platz vor dem Keltenmuseum, der jedoch gerade die Baustelle für den neuen Salinen-Steg darstellt und teilweise durch die Baustellen-Einrichtung unzugänglich ist. Dennoch hoffen wir sehr, dass diese Wanderausstellung sich zur festen jährlichen Initiative entfalten wird. Sie könnte künftig in Dreier- oder Vierergruppen auf mehreren Plätzen der Halleiner Altstadt stattfinden. Aber Vorsicht! Die Aufstellung einer einzelnen Bank würde unweigerlich an einen Schildbürgerstreich erinnern, denn die auf der Bank Sitzenden wären die Einzigen, die nichts von den Großfotos zu sehen bekämen… Also noch einmal: Wir hoffen sehr, dass diese Wanderausstellung der Salzburger Berufsfotografen zu einem jährlichen Fixtermin wird, der das Halleiner Stadtbild auf ungemein reizvolle Art und Weise belebt. – Ein wenig abseits vom hier behandelten Thema, aber ebenso wichtig für die Belebung der Altstadt ist die Frage, wie es mit dem geplanten Skulpturen-Weg durch die Halleiner Altstadt weitergehen soll. Die erste Plastik, ein junges Mädchen, geschaffen von Bildhauer Josef Zenzmaier, wurde bereits vor dem Keltenmuseum aufgestellt. Aber seither hat sich nichts mehr getan. Warum eigentlich? Auf dem schönen Altstadtpflaster kämen künstlerische Plastiken besonders schön und wirksam zur Geltung, der bestechende Hauch von Kunst würde das Stadtzentrum bereichernd durchwehen. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Es sollte ein Festspiel-Terrassen-Talk werden. Doch der an den Mai erinnernde Juli, vertrieb mit seinem Regen die Agierenden mitsamt den Pressevertretern und Pressevertreterinnen dann doch unter schützendes Dach. In Gegenwart von Festspiel-Präsidentin Dr. Helga Rabl Stadler unterhielten sich fachgerecht und aus sehr persönlicher Sicht Schauspiel-Leiterin Bettina Hering (Foto oben links) Regisseur Evgeny Titov (Foto oben Mitte) und Dramaturgin Janine Ortiz (Foto oben rechts) über die auf der Halleiner Perner-Insel geplante Festspiel-Aufführung ,,Sommergäste‘‘.
 

Als Evgeny Titov im vergangenen Jahr mit dem Bus auf der Perner-Insel ankam, um als „ganz normaler Zuschauer“ die Generalprobe von Frank Castorfs Hunger zu sehen, ahnte er noch nicht, dass er im Jahr darauf im gleichen Bus sitzen werde – diesmal aber, um zu seiner eigenen Probe zu fahren und sein Debüt als Regisseur bei den Salzburger Festspielen zu geben. Evgeny Titov hatte heuer, fünf Wochen vor Probenbeginn für Maxim Gorkis ,,Sommergäste‘‘, von Bettina Hering, Leiterin des Schauspiels der Salzburger Festspiele, einen Anruf bekommen. Sie fragte an, ob er als Regisseur für das Stück ,,Sommergäste‘‘ einspringen könne, da die ursprüngliche Regisseurin erkrankt sei. „Das war eine riesige Überraschung für mich“, sagt der Regisseur, der sogleich zusagte und das Ensemble samt nahezu fertigem Bühnenbild übernahm. „Nur nicht daran denken, dass ich für die Salzburger Festspiele inszeniere“, habe er am Anfang immer wieder vor sich hingesagt. Mit seiner Dramaturgin, Janine Ortiz, fing er sofort an, eine Textfassung auf Basis der Übersetzung von Arina Nestieva zu erarbeiten.

Mittlerweile sind mehr als drei Probewochen vergangen. „Das allerwichtigste ist mir, dass das Ensemble trotz aller Unterschiede der 15 Schauspielerinnen und Schauspieler zusammenwächst“, sagt Regisseur Evgeny Titov. Das Bühnenbild, das er zusammen mit Bühnenbildner Raimund Orfeo Voigt durch einen „entscheidenden Kniff“ zu seinem eigenen gemacht habe, sehe er als wichtigen Faktor der Inszenierung. ,,Sommergäste‘‘ ist ein selten inszeniertes Stück – „vielleicht, weil man es immer in Zusammenhang mit der Revolution und mit 1904 sieht“, sagt Evgeny Titov. Er selbst glaube nicht, dass er, in Kasachstan geboren, in St. Petersburg zum Schauspieler ausgebildet, einen besseren Zugang zu dem russischen Autor habe als etwa ein deutscher Regisseur.


Dass das Leben oft Überraschungen bereithält, hat Regisseur Evgeny Titov immer wieder erlebt. Nachdem er seine Schauspiel-Ausbildung beendete, wurde er Mitglied im Ensemble in St. Petersburg. „Als ich in Kasachstan war, habe ich schnell gemerkt, ich will weiterkommen im Leben. Als ich dann in St. Petersburg war, ging es mir nach einiger Zeit genauso. Ich war seit 15 Jahren Schauspieler und wusste, ich will noch mehr erreichen“, betont er. Bereits mit 21 Jahren habe er nächtelang nur für sich selbst Anton Čechovs ,,Die Möwe‘‘ analysiert. Oft habe er das Gefühl gehabt: „Ich habe das Stück verstanden und keiner weiß das.“ Mit 30 Jahren intensivierte sich sein Drang nach Wissen und Ausbildung und so entschloss er sich, Regie am Max Reinhardt-Seminar in Wien zu studieren. Seit 2016 ist er auch als Dozent an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin tätig.
 

Gorki selbst schrieb über die Uraufführung seines Stückes ,,Sommergäste‘‘: „Die Aufführung war ein Skandal und ich bin zufrieden. Das Stück ist nicht besonders, aber ich habe getroffen, wohin ich gezielt habe!“ – Ob er das Stück ebenfalls als „nicht besonders“ betrachte, möchte Schauspiel-Leiterin Bettina Hering wissen und ob ein Theaterskandal mehr zähle als die Qualität eines Stückes. „Es ist eine gute Frage, ob das Stück nur dann relevant ist, wenn es einen Skandal hervorruft“, sagt Evgeny Titov und lässt die Frage offen. Ein größerer und schwierigerer Ansatz sei es, die ganze Gesellschaft zu betrachten. „Wir alle sind Sommergäste, solange wir nicht handeln. Viele reden nur und tun nichts, obwohl sie die Probleme der Zeit ganz genau kennen‘‘, sagt der Regisseur. „In der Zeit Gorkis hat es einen Vermittler gebraucht, zum Beispiel wie in ,,Sommergäste‘‘ einen Schriftsteller, um tätig werden zu können. Heute aber kann jeder Einzelne tätig werden.“ Er wolle das Publikum aktivieren, sich mit den individuell relevanten Weltproblemen auseinanderzusetzen.

Die Gesellschaft ertrinke heute in der Besprechung von Problemen. Gorki sei ein guter Spiegel, um zu untersuchen, was den Einzelnen einer Gesellschaft zurückhalte, tätig zu werden und etwas zu verändern, stimmt Dramaturgin Janine Ortiz ihm zu. „Bei sich selbst mit der Veränderung anzufangen ist das Schwierigste. Es ist einfacher auf eine Demonstration zu gehen und zu denken, ja, sie haben Recht“, sagt Evgeny Titov. „Ich möchte in meiner Inszenierung allerdings nicht den erhobenen Zeigefinger zeigen, ich möchte vielmehr jeden Einzelnen zum Nachdenken anstoßen.“


Interessant sei auch, dass die Sätze „Wir müssen uns alle ändern! Wir müssen uns ändern!“ im Stück von einer Frau, von der Ärztin Marja Lwowna ausgesprochen werden, sagt die Dramaturgin. Interessant deshalb, weil den meisten Frauen im Stück ,,Sommergäste‘‘ im Gegensatz zu den Männern kein Beruf zugeordnet ist, sie sind nur als „Frau von …“ betitelt. „Dass einige Frauen einfach ‚nur‘ Frau sind, ist nicht nur zu Gorkis Zeit, sondern auch heute noch ein durchaus legitimes und gültiges Familienbild, genauso wie die emanzipierten Frauen“, sagt Janine Ortiz. Bei Gorkis Sommergästen allerdings entgleite das Frauenbild in eine Art Frauenhass, der von den Männern ausgehe. Als selbstverständlich werde im Verlaufe des Stückes artikuliert, dass die Frau dem Mann untergeordnet sei und dass man sie nur schwängern müsse. Damit stelle man sicher, dass sie nicht nach zu viel Veränderung strebe. Evgeny Titov sagt, er wisse noch nicht, wie er mit diesen Sätzen umgehen solle. Er habe mit dem Ensemble bereits hitzige Diskussionen geführt und ließ beim ,,Sommergäste‘‘-Gespräch offen, welche Lösung er auf der Bühne schließlich präsentieren wird... – (Presse-Aussendung der Salzburger Festspiele, Odo Stierschneider).

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Das zweite Schauspiel, das im Festspiel-Sommer 2019 von den Salzburger Festspielen auf der Halleiner Perner-Insel geboten wird, ist LILIOM, eine Vorstadtlegende in sieben Bildern von Ferenc Molnár (1878–1952). Eine Neuinszenierung und Ko-Produktion mit dem Thalia-Theater Hamburg. Die deutsche Version von LILIOM stammt von Alfred Polgar. Die Premiere findet am Samstag, 17. August 2019 um 19,30 Uhr statt. Weitere sieben Vorstellungen sind zwischen 19. und 28. August geplant. Mit der letzten Vorstellung endet der Festspielsommer 2019 auf der Perner-Insel. Unter Regie von Kornél Mundruczó ist Monika Pormale für die Bühne zuständig, Sophie Klenk-Wulff für den Bereich Kostüme, Oskars Paulins verantwortet die Lichtgestaltung und János Szemenyei ist für die Musik verantwortlich. Die Dramaturgie liegt in Händen von Soma Boronkay, Christina Bellingen und Kata Weber. Die Aufführung erfolgt in deutscher Sprache, es werden aber Übertitel in englischer Sprache eingeblendet. Im 165 Seiten umfassenden Programmbuch der Salzburger Festspiele 2019 verfasste Dramaturgin Christina Bellingen einen ausführlichen Beitrag zum Schauspiel LILIOM und stellte an dessen Beginn das folgende Zitat: ,,Angst hab‘ ich keine vor der Polizei dort oben, wenn man mich nur vorlassen wird bis zum Herrgott …‘‘

LILIOM, ein Strizzi, ein ungehobelter Karusselausrufer, ein ,,Hutschenschleuderer‘‘ im Budapester Stadtwäldchen, fasst die Dienstmädchen nicht nur ungefragt um die Taillen. Trinkgelage und Raufereien ziehen den Frauenschwarm an, der sich von der nicht ohne Grund eifersüchtigen Karusselbesitzerin Frau Muskat aushalten und durchfüttern lässt. Bis er seiner großen Liebe begegnet: Julie: Gemeinsam werfen Sie alles hin, brennen durch und finden Unterkunft bei der verwandten Fotografin Hollunder. Diese durchschaut und verachtet den arbeitslosen Draufgänger, der kein Geld nach Hause bringt und in seinem Frust begonnen hat, seine geliebte Julie zu schlagen. Die Not wird besonders bedrückend, als die Beiden ein Kind erwarten. Nichts gelingt LILIOM. Ein Raubüberfall, in den ihn die Unterweltgestalt Ficsur mit hineinzieht endet tödlich. ,,Ich mein´‘‘ hatte LILIOM zu Beginn optimistisch verkündet, ,,aus einem Hendlfanger und einem nichtsnutzigen Kerl … da kann auch noch ein Mensch werden.‘‘ In seinem Fall ein Irrtum. Auch als er nach 16 Jahren Fegefeuer in die Welt zurückkehren darf, ist keine Besserung in Sicht.

Regisseur Kornél Mundruczó rollt die ,,Vorstadtlegende in sieben Bildern‘‘, wie das Stück LILIOM im Untertitel heißt, von rückwärts auf: LILIOM ist bereits tot und muss vor dem Jüngsten Gericht zu seinen Taten Rede und Antwort stehen. Es ist eine Rückschau in eine andere, ferne Zeit. Weshalb konnte er die Spirale der Gewalt nicht durchbrechen? Wieso fehlt ihm bis zuletzt das Bewusstsein für die eigene Schuld? Bei Mundruczó ist es ein Chor der Nonkomformisten, vor dem sich der prügelnde Draufgänger, der glaubt, es stets gut gemeint zu haben, verantworten muss.

Der ungarische Schriftsteller und Journalist Ferenc Molnár soll seine Stücke in überfüllten Cafehäusern geschrieben haben und die Figuren begegneten ihm während seiner Reportage-Recherchen etwa im Budapester Stadtwäldchen. LILIOM, Molnárs meistgespieltes Stück, bekam nach der misslungenen Uraufführung 1909 in Budapest, eine zweite Chance in Wien. In seiner Übersetzung verlegt Alfred Polgar die Handlung in den Wiener Prater. So wurde das Stück zum Publikums- und mehrfach verfilmten Welt-Erfolg. ,,Die Gefühls-Ebene des Werkes ist durch eine Linie gekennzeichnet, auf der Brutalität und Zartheit einander begegnen. … Dieses Irrationale des Herzens – an einem einfachsten Menschentyp in einem einfachsten Beispiel aufgezeigt – gibt dem Spiel seine höhere Ratio.‘‘ (Alfred Polgar).

LILIOM-Regisseur Kornél Mundruczó, in Gödöllö in Ungarn geboren, zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Theater- und Film-Regisseuren Ungarns. Seine Kurz- und Spiel-Filme wurden mit zahlreichen internationalen Preisen prämiert und waren auch in deutschen Kinos zu sehen. 2014 gewann ,,Underdog (White God)‘‘ auf den Internationalen Filmfestspielen in Cannes den Hauptpreis in der Sektion ,,Un Certain Regard‘‘, bevor sein Film ,,Jupiters Moon‘‘ im offiziellen Wettbewerb gezeigt wurde. Seine Schauspiel-Inszenierungen ,,Das Eis von Vladimir Sorokin‘‘ (Gastspiel bei den Wiener Festwochen) und ,,Das Frankenstein – Projekt‘‘ machten Kornél Mundruczó auch im Theater bekannt. Seit 2009 ist die von ihm gegründete ,,Theaterkompanie Proton Theater‘‘ weltweit auf Festivals eingeladen. Mit dem ,,Thalia Theater‘‘ verbindet den LILIOM-Regisseur eine jahrelange Zusammenarbeit. Kornél Mundruczós erste Inszenierung in Deutschland ,,Judas-Evangelium‘‘, eröffnete die Intendanz von Joachim Lux 2009 im ,,Thalia-Theater‘‘. LILIOM ist – nach dem Stück ,,Judas-Evangelium‘‘, der Uraufführung von ,,Die Zeit der Besessenen‘‘ (nach Dostojewskij) und nach ,,Die Weber‘‘(nach Gerhart Hauptmann) – bereits die vierte Begegnung zwischen dem Regisseur und dem Ensemble des ,,Thalia Theaters‘‘.

Folgende Schauspielerinnen und Schauspieler gestalten das zweite Schauspiel LILIOM der Festspiel-Sommersaison 2019 auf der Halleiner Pernerinsel: Jörg Pohl Liliom, Maja Schöne Julie, Oda Thormeyer Frau Muskat, Marie Löckner Marie, Julian Greis Wolf Beifeld, Thilo Werner Ficsur, Sandra Flubacher Frau Hollunder, und andere. – Das Programmbuch 2019 der Salzburger Festspiele wurde durchgehend mit Arbeiten von Joseph Beuys illustriert. Das oben abgebildete Werk ,,Die Frau zeigt dem Mann ihr Bauwerk‘‘ entstand 1960 und wurde dem Beitrag über das Schauspiel LILIOM vorangestellt. – (Christina Bellingen, Odo Stierschneider. Foto: Stiftung Museum Moyland / Maurice Dorren).

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Das Schauspiel SOMMERGÄSTE von Maxim Gorki (1868 bis 1936) in einer Bearbeitung von Dramaturgin Sabrina Zwach, läutet die Spielsaison 2019 der Salzburger Festspiele auf der Halleiner Perner-Insel ein. Premiere ist am Mittwoch, 31. Juli um 19,30 Uhr. Von Donnerstag, 1. August bis Donnerstag 8. August wurden täglich – mit einer Pause am Sonntag, 4. August – noch weitere 7 Vorstellungen angesetzt. Unter Regie von Mateja Kolecnik ist Raimund Orfeo Voigt für die Bühne zuständig, Ana Savic Gecan für die Kostüme und Tamas Banyai für den Bereich Licht. Die Choreografie liegt in Händen von Matija Ferlin, Philipp Haupt ist für den Bereich Vidoe zuständig und Sabrina Zwach für die Dramaturgie. Bei der Vorstellung werden auch Untertitel in englischer Sprache geboten. Im Programmheft, besser im Programmbuch 2019 der Salzburger Festspiele mit respektablen 165 Seiten, stellt Sabrina Zwach ihrem nun folgenden Beitrag über das Stück SOMMERGÄSTE folgendes Zitat an den Anfang: ,,Die Elite – das sind nicht wir! Wir sind Sommergäste in unserem Land … Wir sind ausschließlich damit beschäftigt, uns eine bequemen Platz im Leben zu suchen.‘‘

Eine Gruppe gebildeter, gut situierter, intelligenter Großstädter in den besten Jahren, verbringt den Sommer im gemieteten Ferienhaus des Rechtsanwalts Bassow auf dem Land und vertreibt die lähmende Langeweile des sie verbindenden kleinbürgerlichen Umfelds mit seichten Gesprächen und viel Alkohol. Ein Schriftsteller kommt zu Besuch. Warwara, die Frau des Gastgebers, fühlt sich zu ihm hingezogen und lässt dafür den Lebemann Rjumin abblitzen, der ihr verfallen zu sein scheint. Suslow, ein Bauingenieur aus der Gruppe, trinkt. Die mehrfache Mutter Olga schwankt zwischen Hass auf ihren erfolglosen Mann, den Arzt, und sich selbst während sich die Ärztin Marja in den wesentlich jüngeren Wlas verliebt. Der ehemalige Fabrikant beobachtet und genießt … Über alledem steht die Frage nach dem Sinn in einem selbstbezüglichen, narzisstischen, vollkommen unpolitischen Kosmos – und das macht Gorkis Szenen so aktuell.

Am 10. November 1904 kommt Gorkis Drama in Sankt Petersburg erstmals auf die Bühne. ,,Die Aufführung der >Sommergäste< war ein Skandal und ich bin zufrieden, schreibt Autor Gorki und ergänzt: ,,Das Stück ist nicht besonders, aber ich habe getroffen, wohin ich gezielt habe!‘‘ Das Werk erscheint in politisch angespannten Zeiten, am Vorabend zur Revolution 1905. Gorki, der am Streik der Arbeiter am 9. Jänner 1905 teilgenommen hat, wird verhaftet, das Stück daraufhin abgesetzt und – aufgrund des politischen Drucks – im Herbst desselben Jahres jedoch wieder freigegeben. Mehrfach waren Aufführungen zur politischen Demonstration genützt worden – Zuschauer verlasen etwa Aufrufe, die Regierung zu stürzen – weshalb Gorkis SOMMERGÄSTE aus dem gesellschaftlichen Kontext der Entstehung heraus auch immer vor einem politischen Hintergrund gelesen wurde.

,,Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele‘‘, so Gorki. Mateja Koleznik verfolgt diesen Gedanken generell in ihrer Arbeit und im Kontext der SOMMERGÄSTE einmal mehr, da sich die Begriffe ,,Gesellschaft‘‘ und ,,Kunst‘‘ seit der Entstehung des vieraktigen Dramas 1904 grundlegend verändert haben. Der Schriftsteller etwa, der auf die Sommerfrischler trifft, ist nicht mehr ins Heute übertragbar, da die Kunst als Gegenpol zur Gesellschaft verloren gegangen ist. Hat die Gesellschaft damit auch ihre Seele verloren? Und was bedeutet das für das Theater, das Kunst sein will? Das sind Fragen, die sich schon in der Entstehungszeit andeuteten.

Mateja Koleznik zählt zu den bedeutendsten Regisseurinnen Sloweniens. Ihr Debüt im deutschsprachigen Raum gab sie 2012 mit Witold Gombrowicz’s Yvonne, Prinzessin von Burgund. Eine Produktion, die zu zahlreichen internationalen Festivals eingeladen wurde. Unter anderem auch nach Maribor. Dort wurde ihre Produktion von Ibsens John Gabriel Borkman 2013 mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. – Eine präzise Auseinandersetzung mit den Texten wie des Stückes SOMMERGÄSTE, die fast mikrochirurgische Sezierung der Psychologie der jeweiligen Figuren-Konstellationen und starke ästhetische bzw. formale Inszenierungs-Konzepte zeichnen Mateja Kolezniks Arbeiten aus. Sie sind mittlerweile im gesamten deutschsprachigen Raum zu sehen.

 

Folgende Schauspieler gestalten das Festspiel-Schauspiel SOMMERGÄSTE im August 2019 auf der Halleiner Perner-Insel: Primoz Pirnat Sergej Bassow, Rechtsanwalt. Genija Rykova Warwara Michajlowna, seine Frau. Gerti Drassl, Kalerija, Bassows Schwester. Paul Behren Wlas, Bruder von Warwara. Sascha Nathan Pjotr Suslow, Ingenieur. Aenne Schwarz Julija Filippowna, sein Frau. Jana Zupancic Olga Aleksejewna. Marko Mandic Pawel Rjumin. Marie-Lou Sellern Marja Lwowna, Ärztin. Maresi Riegner Sonja, ihre Tochter. Martin Schwab Doppelpunkt, Suslows Onkel. Till Firit Nikolaj Samyslow, Bassows Assistent. Felix Kammerer Simin, Student. Gunther Eckes Pustobajka, Wächter auf Bassows Datscha. Thomas Gräßle Kropilkin. Und andere Darsteller. – Das Programmbuch 2019 der Salzburger Festspiele wurde durchgehend mit Arbeiten von Joseph Beuys illustriert. Die oben abgebildete Arbeit, betitelt mit ,,Zwei Frauen‘‘, entstanden1958, wurde den Erläuterungen zum Schauspiel SOMMERGÄSTE vorangestellt. – (Sabrina Zwach, Odo Stierschneider. Foto: Stiftung Museum Moyland / Maurice Dorren).

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,,Ehret die Frauen, sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben, sie sind der Strahl, der unser Leben erhellt‘‘ – mahnt Friedrich von Schiller. Eine dieser hinreißenden Persönlichkeiten, die uns himmlische Rosen ins irdische Leben flechten und weben und im wahrsten Sinne des Wortes unser Leben erhellen, ist – SIE. Denn SIE zählt längst schon zu den Unsterblichen, die im Kultur-Geschichtsbuch Salzburgs, Österreichs, Europas und der gesamten kulturell geprägten Welt, für immer verewigt sind. Auf besonders eindrucksvolle Art demonstriert SIE stets von Neuem, dass die Salzburger Festspiele der strahlende Mittelpunkt ihres Lebens sind. Seit Beginn ihrer von massivem Engagement geprägten Tätigkeit an der Spitze der Salzburger Festspiele, zeigte SIE sich als überzeugte Verfechterin des Festspiel-Spielortes Perner-Insel und verwies wiederholt darauf hin, dass die Perner-Insel mit ihrer einzigartigen Atmosphäre für viele Regisseure und Gäste zu einer Lieblingsstätte geworden ist. Der Stadt Hallein widmete SIE folgende Worte, die wir in Gedanken auf alle Dächer, auf alle Hausfassaden und auf das Pflaster aller Stadtplätze in Hallein schreiben: ,,Die Stadt Hallein hat das Talent zum Gesamtkunstwerk“. SIE – das ist natürlich unsere verehrte, erfolgreiche, geschätzte, strahlende, liebenswerte, herausragende, geistvolle, kompetente, engagierte, beeindruckende, glanzvolle und gefeierte Festspiel-Präsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler. Ihre überaus erfolgreiche Tätigkeit an der Spitze der Salzburger Festspiele kommt in einer ganzen Reihe höchster Auszeichnungen zum Ausdruck. 1998: Goldenes Ehrenzeichen des Landes Salzburg. 2003: ,,Silberne Rose‘‘ der Wiener Philharmoniker. 2006: Ritter der Französischen Ehrenlegion. 2007: Wappenmedaille in Gold, die höchste Auszeichnung der Stadt Hallein. 2015: Großoffizier des Sterns von Italien. 2018: Ehrenbürgerin der Stadt Salzburg. 2018: Österreicherin des Jahres, Kategorie Kulturerbe. 2018: Großes Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark. 2019: Goldmedaille des Kennedy Center International Committee of the Arts. Die glorreiche Festspiel-Präsidentin Dr. Helga Rabl Stadler unterstützte stets die Bemühungen, die Präsenz der Salzburger Festspiele auf der Halleiner Perner-Insel zu festigen. Sie bringt dankenswerter Weise immer wieder zum Ausdruck, dass die Perner-Insel längst zu einer unverzichtbaren Spielstätte der Salzburger Festspiele geworden ist. Dafür danken wir, dafür ehren wir und dafür lieben wir die unvergleichliche und einzigartige Präsidentin der Salzburger Festspiele Dr. Helga Rabl-Stadler. – (Odo Stierschneider. Foto: Salzburger Festspiele / Doris Wild. Dieser Beitrag wurde der ,,Halleiner Festspielbroschüre 2019‘‘ entnommen).

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Die monumentalen Ölgemälde des chinesischen Künstlers Wang Jixin in der Alten Saline auf der Perner-Insel zeigen unter dem Titel ,,Im Fluss‘‘ Markantes aus der vergangenen Salzproduktion in Hallein und aus dem Salzbergwerk auf dem Dürrnberg. Die beeindruckenden Werke sind nur noch bis 24. August 2019 zu sehen. Und was kommt dann? Gelangen die großformatigen Gemälde in ein Museum der Stadt Salzburg oder kommen sie gar nach Linz oder Wien? Derzeit werden die großdimensionierten Werke auf exzellente Weise präsentiert: In abgedunkelten Räumen und exakt in der jeweiligen Größe der einzelnen Bilder beleuchtet. Das ergibt einen raffinierten und sensationellen Gesamteindruck, zu dem sich in ganz Österreich kein Gegenstück findet. Die wichtige Erkenntnis daraus: Diese monumentale Schau an Ölgemälden müsste unter allen Umständen in der Alten Saline bestehen bleiben!

WICHTIGES THEMA: ENTWICKLUNG
DER PERNER-INSEL ZU EINER KULTUR-INSEL

Zu den großen Zukunfts-Strategien der Stadt Hallein zählt auch die kontinuierliche Entwicklung der Perner-Insel zu einer Kultur-Insel. Die Salzburger Festspiele, die ,,Schmiede‘‘, immer öfter Veranstaltungen auf der Festspiel-Bühne auch außerhalb der Festspielzeit, die Etablierung der Alten Schmiede als Aufführungsstätte, die jährliche Präsenz der Fachhochschule Salzburg in Puch-Urstein, die Kunst-Ausstellungen von Dr. Spruzina zur Festspielzeit im Verdampferturm und nun die dauerhafte Präsentation der monumentalen Ölgemälde zum Thema Salz – das sind wichtige, elementare Schritte hin zur bedeutungsvollen, attraktiven, innovativen und inspirierenden Kultur-Insel und damit zu einer weiteren Aufwertung der Kulturstadt Hallein.

DIESE BILDERSCHAU MUSS ZU EINER
PERMANENTEN ATTRAKTION IN HALLEIN WERDEN

Die Gemälde-Ausstellung ,,Im Fluss‘‘ stellt ein bislang einzigartiges Kooperations-Projekt zwischen Stadtgemeinde Hallein, Sudhaus hallein.kultur, Keltenmuseum Hallein und ,,Halleiner G’schichten‘‘ dar und versteht sich als Impulsgeber für ein konzeptionelles Neudenken bezüglich der Perner-Insel als Ort visionärer künstlerischer Auseinandersetzungen in der Stadt Hallein. Die Ausstellung ist kostenlos jeweils Donnerstag von 17 bis 19.30 Uhr, Freitag von 14 bis 19.30 Uhr und Samstag von 10 bis 14 Uhr, sowie jeweils eine Stunde vor Beginn der Festspiel-Aufführungen auf der Perner-Insel, weiters auf Anfrage und bei speziellen Anlässen zugänglich. Aktuelle Informationen zum Rahmenprogramm der Ausstellung ,,Im Fluss‘‘ finden sich auf www.imfluss.at. Abschließende Forderung: Es muss von der Halleiner Stadtpolitik alles unternommen werden, um die Gemälde-Ausstellung in der Alten Saline zu einer permanenten Attraktion der Kulturstadt Hallein zu machen.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Die verbrannte Baumskulptur des Künstlers Wang Jixin im Salzlager der Alten Saline symbolisiert die zentralen historischen Elemente des Salzabbaus: Salz, Holz, Feuer. Scheinbar unzerstörbar und für immer in Salz konserviert, empfängt der massive Stamm sein Publikum. Die weiteren Fotos zeigen Arbeiten aus der Gemälde-Ausstellung. FOTOS 2 und 3: Zwei grundlegende Elemente der historischen Salzproduktion in Hallein: Der Salzträger, der auch heute noch das Halleiner Stadtwappen ziert und Arbeiter, die aus einer Sudpfanne das Salz herausziehen. FOTOS 4 bis 6: Diverse Arbeiten im Salzbergwerk. FOTOS 7 bis 9: Drei Gemälde der berühmten Bergwerks-Rutschen. FOTO 10: Eine Besuchergruppe ist in den Stollen des Salzbergwerkes mit der Grubenbahn unterwegs. FOTO 11: Die oft gefährliche Brennholz-Bringung für die Saline Hallein. FOTO 12: Die verbrannte Baumskulptur im Salzlager, diesmal als Gemälde des Künstlers Wang Jixin. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST)

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Die Eröffnung der grandiosen Bilderschau ,,Im Fluss‘‘ in der Alten Saline wurde zu einem beeindruckenden Festakt. Noch nie zuvor waren derart raumgreifende Gemälde über das Halleiner Salzwesen zu bewundern, wie sie der aus China stammende und seit 2013 in Salzburg arbeitende Künstler Wang Jixin nun in der Alten Saline auf der Perner-Insel präsentiert. Bei der Ausstellungseröffnung vermissten wir Vertreter der Stadt Salzburg, die, im Gegensatz zur Stadt Hallein, 600 Jahre lang uneingeschränkt vom Halleiner Salz profitierte. Wichtig: Repräsentanten der Landeshauptstadt müssten zu allen heuer noch anstehenden Veranstaltungen zum Thema Salz eingeladen werden. Vielleicht dämmert es dann den Verantwortlichen in der Stadt Salzburg, daß endlich konstruktive Gespräche mit Hallein bezüglich einer Wiedergutmachung des 600 Jahre währenden Salzraubes in Hallein zugunsten der Stadt Salzburg zu führen sind.

DIESE GRANDIOSE, MONUMENTALE AUSSTELLUNG
MÜSSTE UNTER ALLEN UMSTÄNDEN FÜR IMMER
IN DER ALTEN SALINE BESTEHEN BLEIBEN

Die monumentale Bilderpräsentation in der Alten Saline geht auf eine erfreuliche Initiative der früheren, langjährigen Halleiner Kultur-Stadträtin und Vize-Bürgermeisterin Dr. Eveline Sampl zurück. Sie trat auch bei der Eröffnungsfeier auf beeindruckende Weise in Erscheinung (Foto 1). Zur Eröffnung sprach auch Künstler Wang Jixin (Foto 2), der den Ausstellungs-Titel ,,Im Fluss‘‘ sowohl von der Perner-Insel als auch vom Wandel Halleins seit Ende der Salz-Ära vor 30 Jahren ableitet. Multimedial wird die Ausstellung durch Mitwirkung von Musiker Matej Dzido (Foto 3). Er schuf für diese Ausstellung eine 30minütige Komposition, die in enger Zusammenarbeit beider Künstler entstand. Man erkennt: Die Zeit des Salzabbaues ist zwar beendet, aber der Geist dieser für die Stadt Salzburg traumhaften, für die Stadt Hallein schrecklichen Zeit, lebt weiter bis heute. Auch Bürgermeister Alexander Stangassinger (Foto 4) nahm an der Ausstellungs-Eröffnung teil. Sie ist für ihn persönlich von spezieller Bedeutung, wohnt er doch gewissermaßen oben auf dem Salzberg im Stadtteil Bad Dürrnberg. Halleins neue Vize-Bürgermeisterin und beauftragte Kultur-Stadträtin Rosa Bock (Foto 5) widmete sich ausführlich dieser Ausstellung, die, nicht nur aus Sicht des SALZSCHREIBER, selbstverständlich auf Dauer in der Alten Saline verankert bleiben müsste.

DIE AUFWERTUNG DER ALTEN SALINE UND
DER STADT HALLEIN DURCH DIESEN BEISPIELLOSEN
BILDERREIGEN, STEHT VÖLLIG AUSSER ZWEIFEL

Unsere beiden letzten Fotos 6 und 7 lassen nur erahnen, wie grandios sich diese Ausstellung der monumentalen Werke von Wang Jixin tatsächlich präsentiert. Aus den abgedunkelten Räumen der Alten Saline leuchten die perfekt angestrahlten Werke auf fantastische Weise hervor. Ein überwältigender, begeisternder Gesamt- Eindruck, der in der österreichischen Kunstszene kein Gegenstück findet! Die Dunkelheit erinnert an die Bergwerksstollen, die Alte Saline ist als Ausstellungsort dieser monumentalen ,,Salz‘‘-Bildwerke selbstverständlich perfekt. Und Perfektes sollte man der Stadt Hallein erhalten! Unter den Ausstellungs-Besuchern gab es zahlreiche  spontane Äußerungen, wonach Hallein sich bemühen müsste, diese Ausstellung als bleibende Attraktion zu erhalten. Für eine ständige Ausstellung wären nur jene Bilder der reichhaltigen Schau heranzuziehen, die sich klar erkennbar auf das Halleiner Salzwesen mit Bergwerk und Schaubergwerk beziehen. Damit fände man mit nur einem Ausstellungsraum das Auslangen. Die Aufwertung der Alten Saline und der Kulturstadt Hallein durch diese einzigartige Bilderpräsentation steht außer Zweifel. Wird der Ausstellungsraum für anderweitige Veranstaltungen benötigt, könnten die Bilder durch undurchsichtige Folien abgedeckt werden. Noch ein Hinweis: Unser nächster Bildbericht hier im Ressort ,,Kultur‘‘ präsentiert mit einem Dutzend Fotos jene Bilder, die sich auf das einstige Halleiner Salzwesen und das Schaubergwerk beziehen. Sie wären damit für eine dauerhafte Gemäldeschau besonders gut geeignet. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die Alte Saline auf der Pernerinsel ist Austragungsort und Impulsgeber für eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Salzstadt Hallein, in der vor 30 Jahren die Salzproduktion eingestellt wurde. Unter dem Titel ,,IM FLUSS‘‘ wird eine künstlerische und historische  Schau geboten, die sich mit der bewegten  Ge­schichte Halleins beschäftigt. Auch heute noch sind die Spuren, die das Salz in Hallein hinterließ, spürbar. Augenfällig in Form touristischer Attraktionen auf dem Dürrnberg mit dem Salz-Schaubergwerk ,,Salzwelten‘‘, dem Keltendorf ,,Salina‘‘, welches an die Salzgewinnung bereits vor 2500 Jahren auf dem Dürrnberg erinnert und ganz aktuell, die im Keltendorf in Bau befindliche Schausaline, die Anfang Herbst 2019 ihren Betrieb aufnehmen wird. Aber auch in der Altstadt von Hallein, wo das jüngste Salinen-Gebäude ,,Colloredo‘‘ erhalten ist und auf der Perner-Insel mit der historischen Sudpfanne in der Alten Saline, die vor 150 Jahren eine moderne Großsaline darstellte.

Erstaunlicher Weise fand das 800-jährige Salzgeschehen in der heimischen Kunst­szene keinen markanten Widerhall. Lediglich der akademische Maler Prof. Edmund Stierschneider (Gründer der ,,Halleiner Zeitung‘‘ und Treibsatz für die Gründung des Bundesgymnasium Hallein), suchte in den zurückliegenden 50er- und 60er-Jahren die Bergmänner im Salzbergwerk auf, um sie bei ihrer Arbeit zu zeichnen und zu malen. Doch nun treten zwei auswärtige Kunstschaffende, der chinesische Künstler Wang Jixin und der slowenische Komponist Matej Dzido ins Rampenlicht, um in Hall­ein der Rolle des Salzes und dessen Einfluss auf die Identität der Stadt einfühlsam nachzuspüren. Unter dem Ausstellungstitel ,,Im Fluss‘‘, wird gezeigt, dass massiver Wandel nicht nur Verlust bedeutet sondern auch positive Veränderung und neue Blickwinkel entstehen lässt. Dazu ein Zitat von Antoine Lavoisier (1743 bis 1794): ,,Nichts verschwindet – alles verändert sich‘‘.

Künstler Wang Jixin thematisiert in der Alten Saline die Rolle des Salzes und dessen Einfluss auf Halleins Identität. Seit Jahren beschäftigt er sich mit der künstlerischen Darstellung von  sozialem Wandel und der Transformation nach wirtschaftlichen Brüchen. Seine aktuellen Werke, die er für die Perner-Insel schuf, sind eine einfühlsame Schau auf die Kultur und Tradition Halleins und der umliegenden Region. Mit seiner meisterlichen Fähigkeit, die Bedeutung hinter den Dingen erfahrbar zu machen, thematisiert er auch die sozialen Konflikte, die der jahrzehntelange Umbruch Halleins weg von einer Industriestadt  hin zu einer interkulturellen, künstlerisch ambitionierten Neupositionierung bringt. Die Eindrücke, die beim Betrachten seiner groß dimensionierten Ölbilder entstehen, sind so elementar und intensiv wie seine Werke. Mit der eigens für diese Ausstellung komponierten Musik des Komponisten Matej Dzido, die in enger Zusammenarbeit der beiden Künstler entstand, wird diese Ausstellung zu einem intensiven Gesamterlebnis.

Der Künstler Wang Jixin wurde 1966 in der chinesischen Provinz Shandong geboren. Er studierte an der renommierten Central Academy of Fine Arts in Peking. In seinem künstlerischen Werk beschäftigt er sich mit Geschichte und Geschichten von Kulturen und deren Vergänglichkeit. Von 2009 bis 2011 war er Artist in Residence im Gastatelier des Landes Salzburg im Salzburger Künstlerhaus und unterstützte bis 2018 das Land Salzburg bei seinem Auslands-Atelierprogramm für Salzburger Künstler/innen in Peking. Wang Jixin lebt und arbeitet seit 2013 in Salzburg.

Der Musiker Matej Dzido wurde 1993 in  Laibach (Slownien) geboren und ist als Pianist und Komponist tätig. Sein Klavierstudium am  Mozarteum Salzburg absolvierte er mit ausgezeichnetem Erfolg. Derzeit absolviert er sein Masterstudium in der Klasse von Stan Ford. Mit seinem 2015 gegründeten Ensemble ,,Lyeson‘‘, das virtuos Klassik mit lateinamerikanischen Rhythmen und Gipsy-jazzigen Einflüssen interpretiert, ist er über die Grenzen Österreichs hinaus erfolgreich unterwegs. Im Salzlager der Alten Saline auf der Pernerinsel geben Matej Dzido und sein Ensemble
,,Lyeson‘‘ am Montag, 24. Juni 2019 das Konzert ,,Limitless. Jazz – we can!‘‘

Auch das Keltenmuseum Hallein wird in der Alten Saline auf der Perner-Insel mit einer Sonder-Ausstellung präsent sein. Mit wichtigen Ausstellungsstücken der unvergessenen, schon legendären Ausstellung ,,SalzHOCHburg Hallein‘‘, wird die wechselhafte Geschichte von Salzgewinnung und Salzhandel beleuchtet. Mit dem Halleiner Salz formten die auch weltlich regierenden Fürsterzbischöfe innerhalb von 600 Jahren ihre Residenzstadt Salzburg zur weltberühmten Sehenswürdigkeit. Hall­ein blieb in dieser langen Zeit nur die ausgebeutete Salzkolonie, in der die kirchlichen Regenten keinen einzigen Ziegel in die Hand nahmen, um auch hier einen repräsentativen Bau zu errichten. Insgesamt 11 Salinengebäude behinderten eine aktive Stadtentwicklung, das Salzwesen war per erzbischöflichem Dekret der Steuerhoheit der Stadt Hallein völlig entzogen. Die kirchlichen Landesherren zahlten den Arbeitern im Salzbergwerk und in den Salinen nur Schandlöhne, so dass zeitgenössische Reisende sich immer wieder über das ausgemergelte Aussehen der Stadtbewohner und die aggressive Bettelei von Frauen und Kindern entsetzten.

Im Rahmen von geführten Rundgängen lädt die Initiative ,,Halleiner G’schichten‘‘ zu ,,Salzgeschichten – Von der Salzindustrie zum Geschichtserlebnis‘‘ ein die Industriegeschichte Halleins am historischen Ort – vor Europas ältester noch erhaltener Sudpfanne – zu erleben. So wird aus ersten Hand und auf fundierte, spannende Art Kulturvermittlung als Brückenenschlag in das Hier und Jetzt erlebbar gemacht. Die Rundgänge beginnen um 10 Uhr im Keltenmuseum in den Fürstenzimmern und führen weiter auf die Perner-Insel.
Termine: 22. 6. / 6. 7. / 20. 7. / 3. 8. / 17. 8.
Eintritt 6,50 Euro.

DIE TERMINE der Ausstellung ,,Im Fluss‘‘ – Hallein 30 Jahre nach dem Salzabbau:
21. Juni – 24. August 2019
Jeweils Do: 17 – 19.30 | Fr: 14 – 19.30 | Sa: 10 – 14 Uhr

Zusätzlich geöffnet von 18.30-19.30 Uhr zu Festspielaufführungen
sowie zu Rahmenveranstaltungen und Aktionstagen.
Der Eintritt zur Ausstellung ,,Im Fluss“ ist frei.

WEITERE VERANSTALTUNGEN
zum Thema Hallein 30 Jahre nach Ende der Salzproduktion:

Donnerstag, 4.7., 18.30 Uhr,
Vortrag im Keltenmuseum Hallein
Salzgeschichte(n): Vom „Weißen Gold“ der Erzbischöfe bis zum Bau der Saline auf der Pernerinsel
Die Entwicklung der Salinenstadt von der Salzproduktion der Erzbischöfe bis zum Bau der Saline auf der Pernerinsel und den damit verbundenen Veränderungen in Hallein.
Eintritt: € 5,-

 

Samstag, 27.7. und Mittwoch, 31.7.
Alte Saline Salzlager, Pernerinsel:
Aktionstage in der Saline auf der Pernerinsel

Glück aus! 30 Jahre Schließung der Saline Pernerinsel

 

Samstag 27.7., 10-12.30 Uhr:
Zum Ende der Soleabgabe vom Dürrnberg
Führungen jeweils um 10.00/10.30/11.00/11.30/12.00 Uhr
Eintritt frei.

 

Mittwoch, 31.7., 8-10 Uhr:
Zur endgültigen Schließung der Saline
Führungen jeweils um 8.00/8.30/9.00/9.30/10.00 Uhr
Eintritt frei

 

Sonntag, 28.7.,
Salzwelten Hallein und Stille Nacht Museum Hallein
Aktionstag: 200 Jahre Gruber in der Grube

Am 28. Juli 1819 besuchte der Komponist von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ das Salzbergwerk auf dem Dürrnberg.
Programm unter stillenachtmuseumhallein.at

 

Donnerstag, 1.8., 17 Uhr:
Alte Saline Salzlager, Pernerinsel
Oral-History-Rundgang durch die Saline auf der Pernerinsel

Zeitzeugen berichten bei einem Rundgang durch das alte Salinengebäude von ihrem ehemaligen Arbeitsplatz und ihren persönlichen Erlebnissen. Der Rundgang ist ein Sonderprojekt des Oral History Projektes Kaffeegeschichte(n), das regelmäßig im Keltenmuseum Hallein stattfindet.
Eintritt: € 5,-

 

Samstag, 3.8., 10-13 Uhr in Hallein
Kunstspaziergang Schloss Wiespach, Pernerinsel, Keltenmuseum, atelier III, kunstraum pro arte
Treffpunkt: 10 Uhr, Schloss Wiespach, Wiespachstraße 7
Der Kunstspaziergang richtet sich an alle Kunst- und Kulturinteressierten und lädt dazu ein in offener Atmosphäre Fragen zu stellen, über Kunst und Kultur ins Gespräch zu kommen und beim gemeinsamen Gehen die Stadt Hallein neu zu erkunden.
Information und Organisation: kunstraum pro arte.
Eintritt frei.

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Schon die Kelten gruben vor 2500 Jahren Stollen in die salzhaltigen Hänge des Dürrnberges. Noch vor dem Jahr 1200 begann man auf dem Dürrnberg damit, im Salzgestein unterirdische Hohlräume anzulegen und mit Wasser zu füllen. War das Wasser mit Salz gesättigt, wurde es als Sole durch Leitungsrohre in die verschiedenen Salinen in der Halleiner Altstadt geleitet. Dort wurde die Sole in großen Metallpfannen zu Salz verdampft. Diese Technologie wurde im Prinzip 800 Jahre lang bis zum Ende der Halleiner Salzproduktion im Juli 1989 beibehalten. Nachdem jedoch im Salzkammergut mit Zentrum Ebensee massive Salzvorkommen zur Verfügung standen, galt Hallein nur noch als ein schlecht erreichbarer Außenposten für die Österreichische Salinen-AG. Als das Ende der Salzproduktion in Hallein absehbar war, boten die Salz-Manager an, als Ausgleich dafür, auf dem Dürrnberg in der Nähe des Schaubergwerkes, eine kleine Schausaline für den Tourismus zu errichten. Der damalige Bürgermeister Franz Kurz, ein echter Dürrnberger, lehnte dies ab. Er bestand auf einer Schausaline in Hallein, so wie dies den historischen Gegebenheiten auch entsprach. Denn: Auf dem Dürrnberg hatte es nie eine Saline gegeben. Die Meinungsverschiedenheiten konnten nicht ausgeräumt werden, es gab schließlich weder in Hallein noch auf dem Dürrnberg eine Schausaline. Doch dies ändert sich nun entscheidend. Durchaus eine Sensation: 30 Jahre nach Ende der Salzproduktion in Hallein, wird im Keltendorf Salina auf dem Dürrnberg gerade eines der bestehenden Gebäude grundlegend umgebaut. Darin wird im bevorstehenden Spätsommer oder Anfang Herbst, eine Schausaline ihren Betrieb aufnehmen. Ob Hallein, einst mit bis zu 11 Salinen in der Altstadt belastet, zum 50jährigen Jubiläum der Salinenschließung im Jahre 2039, mit einer ähnlichen Initiative in Erscheinung tritt?

In den vergangenen 30 Jahren seit Einstellung der Salzproduktion in Hallein, wurde das Thema Salz in Hallein nur einige Male öffentlich thematisiert. Aus Protest gegen das Ende der Salinenstadt Hallein, erschien die ,,Halleiner Zeitung‘‘ von 1989 bis zu ihrer Einstellung 1996 mit verändertem Zeitungskopf: Die Anfangssilbe ,,Hall‘‘ (,,Salz‘‘), wurde nur noch dünn umrandet als Zeichen des Salz-Verlustes für Hallein gedruckt. 25 Jahre nach Schließung der Saline Hallein, machte DER SALZSCHREIBER mit einer Kranz-Niederlegung bei der Salzträger-Statue an der Nordeinfahrt von Hallein, auf das zurückliegende dramatische Ereignis aufmerksam. Mit der unvergessenen Ausstellung ,,SalzHOCHburg Hallein – ein Rohstoff, der Land und Menschenprägte‘‘ wurde im Keltenmuseum Hallein im Rahmen der Landesausstellung 2016 und der 200jährigen Zugehörigkeit Salzburgs zu Österreich, das Halleiner Salzwesen umfassend und beeindruckend in Erinnerung gebracht. Ebenso mit der Herausgabe des dazugehörenden, prachtvollen Bildbandes ,,SalzHOCHburg Hallein – ein Rohstoff der Land und Menschen prägte‘‘ unter Herausgeberschaft von Barbara Tober. Ansonsten wurde in den vergangenen 30 Jahren keine größere Initiative bezüglich der Einstellung der Salzproduktion entfaltet. Heuer, im eher wenig erbaulichen Jubiläumsjahr des 30 Jahre zurückliegenden Endes der Salzproduktion, werden gleich mehrere Veranstaltungen zum Thema ,,Hallein 30 Jahre nach dem Salzabbau‘‘ unter dem Titel ,,Im Fluss‘‘ vom 21. Juni bis 24. August 2019 geboten. Im Mittelpunkt stehen die beiden auswärtigen (!) Künstler Wang Jixin und Matej Dzido. Initiatorin der Veranstaltung ,,Im Fluss‘‘ ist Eveline Sampl-Schiestl. DER SALZSCHREIBER wird darüber noch ausführlich berichten.

ZU DEN OBEN
STEHENDEDN FOTOS
FOTO 1:
Zum 25jährigen Jubiläum (kein Grund für Jubel!) des Endes der Salzproduktion in Hallein, veranlasste DER SALZSCHREIBER eine Kranz-Niederlegung bei der Salzträger-Statue an der nördlichen Stadteinfahrt. FOTOS 2 und 3: Die Blumen und die Kranz-Schleifen in Nahaufnahme. FOTO 4: Das Keltendorf Salina auf dem Dürrnberg. Rechts unten der Eingangsbereich. In der Bildmitte drei gelbe Schirme. Unmittelbar links daneben ein Holzhaus. An dessen Rückseite wurde bereits vor einigen Jahren eine kleine rechteckige Solesiedepfanne mit Rauchfang errichtet. Dazu die FOTOS 5 bis 7. Ein Stück hinter den drei gelben Schirmen steht quer ein großes auffälliges Gebäude. Es wird gerade umfassend renoviert, wie unsere FOTOS 8 bis 11 es anschaulich zeigen. In diesem Gebäude wird die Dürrnberger Schausaline errichtet und im Spätsommer oder Anfang Herbst 2019 öffentlich zugänglich sein. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Plan B! Ein echter Glücksfall für die Stadt Hallein. Plan B! Sorgt für künstlerische Atmosphäre  in der Halleiner Altstadt. Plan B! Eine spannende künstlerische Offene Werkstatt am Kornsteinplatz. Plan B! Sympathische und freundliche Künstler, die ihre Begeisterung für Kunst auch an Interessierte weitergeben wollen. Plan B! Deshalb gibt es keine Hemmschwelle vor künstlerischer Betätigung. Plan B! Neun künstlerisch tätige Persönlichkeiten, die immer wieder zu Ausstellungen ihrer von unglaublicher Vielfalt geprägten Werke einladen. Plan B! Das sind Hannes Bernhofer (Drechseln, Metallskulpturen). Robert Bernhofer (Raku-Keramik, Kleinskulpturen). Ulli Fritzl (Speckstein). Günther Reiter (Speckstein). Bernhard Fritzl (Monotypie, Aquarell, Raku-Keramik). Raimund Weickl (Metallskulpturen, Polymer Clay). Gerold Pattis (Astro- Fotografie) und Eva M. Moser (Filzen). Plan B! Die Mitglieder der Gruppe geben ihr Können und Wissen in Form von Workshops an alle Interesssenten weiter. Damit der Einstieg erleichtert wird, gibt es einführende Gespräche oder auch gleich einen Selbstversuch, mit dem man feststellen kann, wohin eine mögliche künstlerische Reise hingehen könnte. Plan B! Das sind die Sparten, in  denen sich die Mitglieder von Plan B meisterhaft entfalten:  Malerei, Grafik und Druck, Kunstdrechseln, Raku-Keramik, Polymer Clay, Filzen, Kleinskulpturen, Speckstein, Metallskulpturen, Astro-Fotografie. Plan B! Gegenwärtig ist wieder eine ungemein sehenswerte Ausstellung in der Offenen Werkstatt am Kornsteinplatz 10 zu bewundern. Unsere oben stehenden Fotos zeigen daraus einige Beispiele. Plan B! Kontakt unter Tel. 0681 814 09 864 oder Email: plan.b.hallein@gmail.com – alles klar? – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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„Das vom ,,Stille-Nacht‘‘-Museum Hallein entwickelte Programm für 2019 (der SALZSCHREIBER berichtet darüber weiter unten hier im Ressort KULTUR), ist eine vorbildliche Initiative, sie ist ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige ,,Stille-Nacht‘‘-Kultur mit Tiefgang, auch nach dem Jubiläumsjahr 2018!“ betonte Michael Neureiter, Präsident der ,,Stille-Nacht‘‘-Gesellschaft, bei den Veranstaltungen im ,,Stille-Nacht‘‘-Bezirk Hallein rund um den Todestag Franz Xaver Grubers.

 

Bei der Gedenk-Veranstaltung an Grubers-Gedenkgrab, wurde des 156. Todestags des Komponisten gedacht, der am 7. Juni 1863 in Hallein verstarb. Das ,,Stille-Nacht‘‘ Museum Hallein und die ,,Stille-Nacht‘‘- Gesellschaft ehrten Gruber mit einer Kranz-Niederlegung. Benjamin Huber trug einen Brief aus dem ,,Stille-Nacht‘‘-Archiv Hallein vor. Darin berichtet Felix Gruber, ein Sohn des Komponisten, seinem Freund Josef Peterlechner über das Ableben und die Beerdigung seines Vaters. Die Halleiner Bürgergarde stellte eine Ehrenwache, eine Bläsergruppe der Halleiner Bürgermusik sorgte für eine würdige musikalische Gestaltung.

 

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STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Sichtbare Zeichen der Erinnerung und Wertschätzung für den ,,Stille-Nacht‘‘-Komponisten und sein 28jähriges Wirken in Hallein waren zwei Kränze, welche die ,,Stille-Nacht‘‘- Gesellschaft und das ,,Stille-Nacht‘‘- Museum Hallein an seiner Grab-Gedenkstätte niederlegten. Im Bild links die Abordnung der Halleiner Bürgergarde mit Dechant Hans Schreilechner, Präsident Michael Neureiter und Benjamin Huber, rechts der Leiter des ,,Stille-Nacht‘‘- Museums Florian Knopp mit der Bläsergruppe der Halleiner Bürgermusik. FOTO 2: Das Gedenkgrab Grubers befindet sich vor dem Gruberhaus, in dem Franz Xaver Gruber mit seiner Familie 28 Jahre wohnte. Im Bild von links Florian Knopp, Leiter des ,,Stille- Nacht‘‘-Museum, Benjamin Huber, der bei der Gedenk-Veranstaltung einen Brief Felix Grubers vortrug, und Michael Neureiter, Präsident der ,,Stille-Nacht‘‘-Gesellschaft, der in seiner Kindheit und Jugend im Gruberhaus lebte. – (Presse-Aussendung der ,,Stille-Nacht‘‘-Gesellschaft. Fotos: Adi Aschauer)

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Unter dem Titel „Musik & Balance“ gab die grandiose Bergknappen-Musikkapelle Dürrnberg, in der ausverkauften (!) Halle der Festspielbühne auf der Pernerinsel, ihr alljährliches Frühjahrskonzert. Neben den zahlreichen, großartigen Solisten, bildete die hinreißende Einlage der Artistin Stefanie Millinger eine der fantastischen Attraktionen dieses begeisternden Abends. Zu den Konzert-Highlights zählten die Ouvertüre zur Operette Wiener Frauen, das Concertino für Klarinette mit der jungen Solistin Julia Stangassinger und das Stück „Bohemian Rhapsody“ als Hommage an Queen-Sänger Freddie Mercury.


Bürgermeister Alexander Stangassinger, in Bad Dürrnberg wohnhaft, zeigte sich begeistert: „Traditionelle Musik verbunden mit modernen Elementen – die Bergknappen-Musikkapelle hat wieder einmal gezeigt, dass sie Altes mit Neuem so verknüpfen kann, dass die Besucher und Besucherinnen regelrecht in ihren Bann gezogen werden. Auf so beeindruckende Botschafter der Stadt, kann man als Bürgermeister nur stolz sein.“


Dieses traditionsreiche Konzert wird auch immer wieder für erfreuliche Ehrungen genutzt. Heuer gratulierten Bürgermeister Alexander Stangassinger und die Bergknappen-Musikkapelle Melissa Deisl zum bronzenen Leistungs-Abzeichen und Hans Golser zu seiner 25-jährigen aktiven Tätigkeit. Rosmarie Fuchs und Verena Angerer beendeten ihre Mitgliedschaft und bekamen für ihre fünfjährige Tätigkeit bei der Musikkapelle die Marketenderinnen-Brosche verliehen. Zum ersten Mal beim Frühjahrskonzert mit dabei waren heuer Melissa Deisl, Katharina Streitfelder, Anna Iglseder, Michael Scheuringer und Elias Gradl. Besonders beeindruckend: Insgesamt besteht die Bergknappen-Musikkapelle Dürrnberg aus 82 Musikerinnen und Musikern inklusive vier Marketenderinnen! Das Durchschnittsalter beträgt 32 Jahre. – (Presse-Aussendung der Stadtgemeinde Hallein).

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STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Die auch optisch imposante Bergknappen-Musikkapelle auf der Festspielbühne der Pernerinsel. Sie umfasst imponierende 82 Mitglieder. Am 1. Jänner 2018 zählte Bad Dürrnberg 822 Einwohner. Das bedeutet, jeder 10. Dürrnberg-Bewohner ist Mitglied im musikalischen Aushängeschild des Dürrnberges und der Stadt Hallein! FOTO 2: Landes-Kapellmeister Johann Ebner dirigierte in gewohnt souveräner Art das fantastische Konzert, welches unter dem Titel ,,Musik und Balance‘‘ dargeboten wurde. FOTO 3: Artistin Stefanie Millinger in ihrem Element – hoch oben, knapp unter der Decken-Konstruktion der Festspielhalle. FOTO 4: Landes-Kapellmeister Johann Ebner schiebt zwei Dirigentenstäbe der Artistin Stefanie Millinger zwischen die Finger – pardon, natürlich zwischen die Zehen! Die Artistin muss elastische, biegsame und verformbare Rückenwirbel besitzen, anders ist diese sensationelle Körperhaltung nicht zu erklären. FOTO 5: Die atemberaubende Lady vollzog, noch dazu auf zwei Metallstäben balancierend, dieses Wunder an Beweglichkeit und dann brach mit elementarer Wucht über Festspielhalle noch nie Dagewesenes herein: Die Bergknappen-Musikkapelle Dürrnberg wurde zum ersten Mal in ihrer langjährigen Geschichte von einer Frau und noch dazu mit zwei Dirigentenstäben dirigiert! FOTO 6: Melissa Deisl, Bürgermeister Alexander Stangassinger, Hans Golser, Rosmarie Fuchs, Verena Angerer, Obmann Christian Brandner und Landesobmann Matthäus Rieger. – (Odo Stierschneider, Fotos: Adi Aschauer).

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Das Jubiläum 200 Jahre Lied ,,Stille Nacht‘‘, ist in jeder Hinsicht erfreulich und erfolgreich abgelaufen. Nun ist es richtig und notwendig, das Lied und speziell dessen Komponist Franz Xaver Gruber, aus der engen zeitlichen Einschränkung rund um den 24. Dezember zu befreien. ,,Franz Xaver Gruber hat das ganze Jahr Saison‘‘, erklärt deshalb völlig richtig der Leiter des Keltenmuseums und des angeschlossenen Stille-Nacht-Museums, Florian Knopp. In einem nun aufgelegten Prospekt wird auf exakt 30 Seiten ein kompaktes Sommerprogramm mit Aktionstagen, Konzerten, Vorträgen, Lesungen, Führungen und Rundgängen geboten. Zeitliche Ausgangsbasis ist der 7. Juni 2019, der Todestag von ,,Stille Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber. Das Sommerprogramm, welches unter dem Titel ,,Dem Komponisten begegnen‘‘ abläuft, reicht von Anfang Juni bis Mitte September 2019.

Das diesjährige Sommerprogramm ,,Franz Xaver Gruber‘‘ gliedert sich in Termine für Schulen und Kindergärten, in die speziellen ,,Aktionstage‘‘, weiters in die Bereiche Konzerte und Gruber für Generationen sowie in das Paket Vorträge / Lesungen / Führungen / Rundgänge. Auch spezielle Packages ,,Dem Komponisten begegnen‘‘ stehen für alle Interessierten zu den Themen: Gruber persönlich, Gruber historisch, Orgelmusik im ,,Stille-Nacht‘‘-Bezirk und Gruber-Musikstunde, bereit. Packages bieten auch die Salzwelten Hallein (,,Mit Gruber in die Grube‘‘) und Hofbräu Kaltenhausen mit einer auf Gruber abgestimmten Brauerei-Führung.

Aus dem Prospekt zum Sommerprogramm ,,Franz Xaver Gruber‘‘ nachstehend einige Veranstaltungen. Freitag, 14. Juni 2019, 14 Uhr, Stille-Nacht‘‘-Museum: Briefe von Franz Xaver Gruber. Der Vortrag gibt Einblick in die Korrespondenz von Franz Xaver Gruber, die viel Persönliches vom Komponisten enthält und zeichnet dabei wichtige Stationen seines Lebens nach. –– Sonntag, 30. Juni 2019, 10,30 Uhr: Sonntags-Matinee im Keltenmuseum. Sektempfang mit Brötchen zur Einstimmung, anschließend um 11 Uhr Klavierkonzert mit Christian Bauschke (gründete gemeinsam mit dem Salzburg Museum die Konzertreihe Salzburger Clavier-Concerte). –– Sonntag, 28. Juli 2019: Gemeinsamer Aktionstag von ,,Stille-Nacht‘‘-Museum und den Salzwelten Hallein. Im ,,Stille-Nacht‘‘-Museum um 15 und 16 Uhr: Museumsführungen mit Gruber persönlich. 15 bis 17 Uhr: Orgelkonzert auf der Gruber-Orgel in der Stadtpfarrkirche. 17 Uhr: Shuttle zur Marien-Wallfahrtskirche Bad Dürrnberg. !7,30 Uhr: Gruber persönlich und die Orgel der Dürrnberger Kirche. In den Salzwelten um 18 Uhr: Historische Jubiläumsführung ,,Mit Gruber in die Grube‘‘. Vor genau 200 Jahren, am 28. Juli 1819, besuchte Franz Xaver Gruber das Salzbergwerk von Hallein. –– Freitagsführung 12. Juli 2012 ,,Stille-Nacht‘‘-Museum: Gruber und das erste Jahrzehnt in Hallein. Franz Xaver Gruber lebte ab 1835 bis 1845 in Hallein. Die Führung beschreibt die ersten zehn Jahre in der Salinenstadt. –– Freitagsführung 9. August 2018 ,,Stille-Nacht‘‘-Museum: Gruber und das zweite Jahrzehnt in Hallein. Franz Xaver Gruber und seine Söhne förderten das musikalisch Leben in Hallein in besonderer Weise. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Halleiner Liedertafel, die bis heute besteht. ––  Freitagsführung 13. September 2019 ,,Stille-Nacht‘‘-Museum: Gruber und die letzten Jahre in Hallein. Die Führung zeichnet die letzten Jahre von Grubers Zeit in Hallein nach. Durch Tagebuchnotizen und Briefe sind diese Jahre besonders gut dokumentiert. – Das Foto oben zeigt das berühmte Porträt Franz Xaver Grubers, gemalt von Meister Sebastian Stief. – (Odo Stierschneider, Foto: ,,Stille-Nacht‘‘-Museum Hallein).

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Vom 20. bis 30. Juni 2019 heißt es in Hallein wieder ,,Die ganze Stadt ist Bühne‘‘. Gemeinsam mit dem Kulturforum Hallein, dem Theater bodi end sole, der Künstlergruppe Plan B, dem Jugend- und Kultur-Zentrum Zone 11, der Stadtbücherei, dem Musikum Tennengau, der KG Freiräume, der Jeunesse und der Stadtgemeinde, gestaltet der Kulturverein SUDHAUS die Halleiner Kulturtage 2019. Entstanden ist ein abwechslungsreiches Programm mit Konzerten, Kabaretts, Theater, Workshops, Lesungen, Ausstellungen und Vorträgen für Groß und Klein. Die Mitwirkenden bilden einen gelungenen Mix aus lokalen, nationalen und internationalen Künstler/innen. An den 10 Veranstaltungs-Tagen werden insgesamt 33 verschiedene Programmpunkte geboten. Von kostenfreien Open Airs in der Altstadt über Einblicke in die Offene Künstler-Werkstatt von Plan B bis hin zu SUDHAUS, Ziegelstadl, Stadttheater, Pan Café und [theater:objekt] wird während der Halleiner Kulturtage 2019 ein Netz von mindestens 12 Spielstätten über die Stadt gespannt. Da es im Veranstaltungs-Reigen fast keine zeitlichen Überschneidungen gibt, ist das Kulturtage-Abo für Vielgenießer/innen besonders empfehlenswert.

ERÖFFNUNG MIT FEIERLICHER
PARADE DURCH DIE STADT

Die Halleiner Kulturtage 2019 werden mit einer feierlichen Prozession durch die Stadt eröffnet. Clownerie, Zirkus Walking-Acts und die Salzburger Rampant Lion Pipe Band mit schottischer Dudelsack-Musik sorgen für eine feierliche Stimmung in der Altstadt. Nach der offiziellen Eröffnung der Kulturtage durch das SUDHAUS und Kultur-Stadträtin Rosa Bock am Oberen Markt, zieht die Parade durch die Stadt. Ziel ist die Vernissage der Ausstellung ,,Im Fluss‘‘ in der Alten Saline. Dieses multimediale Projekt der Künstler Wang Jixin (Bilder) und Dzido Mate (Musik) ist, 30 Jahre nach dem Ende der Salzproduktion in Hallein, eine Spurensuche nach dem Salz-Erbe und wird bis 24. August 2019 zu sehen sein.

WORT UND WITZ AUS SATIRE,
LITERATUR, KABARETT UND THEATER

Das Kulturforum Hallein lädt zwei namhafte Kabarettist/innen zu den Halleiner Kulturtagen 2019 ein. Vitus Wieser präsentiert sein aktuelles Werk ,,Gangster‘‘ und Aida Loos kommt mit ihrem 3. Soloprogramm ,,Filterlos‘‘ in das Stadttheater. Hier wird auch am 27. 6. 2019 eine szenische Lesung aus dem Drehbuch der Satire ,,Berghof‘‘ von Wolfram Paulus stattfinden. Die Halleiner Stadtbücherei ersucht die Salzburger Schriftstellerin Gudrun Seidenauer um eine literarische Kostprobe aus ihrem aktuellen Roman ,,Was wir einander nicht erzählten‘‘. Das renommierte Theater bodi end sole widmet sich in dem neuen Stück ,,Fallen lassen‘‘ dem berühmten Autor Michael Ende, der heuer 90 Jahre alt geworden wäre. Zwei Sprechkünstlerinnen bringen mit Gesang, Geräusch und viel HIngabe dem Publikum näher, was Michael Ende neben seinen Werken ,,Momo‘‘ oder ,,Jim Knopf‘‘ noch alles erdacht und erschaffen hat.

KUNST UND KULTUR SPEZIELL
FÜR DAS JÜNGERE PUBLIKUM

Das jüngere Publikum steht bereits am 1. Wochenende der Halleiner Kulturtage im Mittelpunkt. Am schulautonomen Zwickeltag, dem 21. Juni, sind alle Jugendlichen eingeladen, in kostenfreien Workshops unter erstklassiger Leitung, die Disziplinen Beatboxen (Erzeugung von Schlagzeug- und Perkussions-Geräuschen mit dem  Mund), Poetry Slam und Trommeln auszuprobieren. Samstag und Sonntag erwartet vor allem die kleineren Gäste ein lustiges Programm mit Bonifazius und Michelino sowie mit dem Kasperl vom Kichererbsen Theater. Ein besonderes Highlight ist das Konzert für die ganze Familie der Jeunesse am 28. Juni 2019. Es nimmt die Zuhörer und Zuhörerinnen mit auf eine  Reise in den Orient – mit neuen und traditionellen Liedern sowie lustigen Geschichten aus dem ganz normalen  Leben.

REICHER KONZERTREIGEN
VON KLASSIK BIS HIN ZU ROCK

Musik spricht viele Sprachen, nicht ohne Grund wird deshalb nahezu die Hälfte der Veranstaltungen im Rahmen der Halleiner Kulturtage 2019 in Form von vielfältigen Konzerten dargeboten. Zum Auftakt spielt das Resetarits-Dialekt-Liedermacher-Trio Werke von Laube-Meik-Schubert, in den darauffolgenden Tagen erwartet das Publikum ein unterhaltsames Potpourrie. Es stehen der Cellist Wolfram Huschke, die Local Hereos Brothers van Yarns, Schüler/innen des Musikums, TriOlé aus Südtirol, das Ensemble Auricula, Lyeson mit feinem Klassik-Crossover, die Salzburger Band sunnasaitig, die legendären Bluespumpn mit Peter Ratzenbeck als Special Guest, die Irish Folk Band Ciunás und One Chair Missing mit Jazz- und Rockklängen auf der Bühne. Die beiden letztgenannten Konzerte finden am 29. 6. 2019 im Rahmen des Halleiner Stadtfestes statt, womit dieses, veranstaltet von Tourismusverband und Stadtgemeinde, in die Kulturtage eingebettet ist.

MUSIKALISCHE URAUFFÜHRUNG
ALS HINREISSENDES FINALE

Die Halleiner Kulturtage 2019 feiern ihr Finale am Sonntag, 30. Juli 2019 mit einer Uraufführung von  Manfred Wambacher & Band mit dem Halleiner Kammerorchester im Ziegelstadel. Dieses spezielle Konzerterlebnis wurde von Manfred Wambacher  speziell für die Halleiner Kulturtage komponiert und ist erstklassig besetzt. Manfred Warmbacher schafft mit seinem Klang-Konglomerat aus Filmmusik, chansonartigen Liedern, romantischen Melodien, Funk, Jazz und Klassik ein wahres Feuerwerk der Töne. Einen würdigeren Abschluss können sich die Halleiner Kulturtage 2019 nicht wünschen.

EINTRITTSPREISE
UND KARTENVERKAUF

Normalpreis: Vorverkauf 18 Euro, Abendkasse 20 Euro.
Ö1 / SN: Vorverkauf 16 Euro, Abendkasse 18 Euro
Ermäßigt: Vorverkauf 12 Euro, Abendkasse 14 Euro
Kulturtage-Abo: Normalpreis 70 Euro, ermäßigt Ö1 / SN 55 Euro.

SUDHAUS-Ermäßigung: Bis 26 Jahre, Senior/innen, Zivil- und Wehrdiener/innen, Menschen mit Behinderung, SUDHAUS-Mitglieder, Salzburger Familienpass, Kulturpass ,,Hunger auf Kunst und Kultur‘‘.

TICKETS: E-Mail: tickets@sudhaus-hallein.at.
Telefon: +43 (0)677 631 277 99
Vorverkauf online: www.sudhaus-hallein.at
Büro SUDHAUS: Oberer Markt 1, 5400 Hallein, geöffnet Mo bis FR. 11 – 15 Uhr.

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Der um das lokale Kunstgeschehen ungemein verdienstvolle Tennengauer Kunstkreis, feiert nun sein respektables 40-jähriges Bestehen. 1979 vom Gollinger Bildhauer Josef Zenzmaier und vom Halleiner Bildhauer Bernhard Prähauser gegründet, war dies ein mutiger und wichtiger Schritt in der damaligen Industrie-Stadt Hallein, in der es zuvor nach dem 2. Weltkrieg nur den wesentlich kurzlebigeren Kulturverein ,,Kunstgemeinschaft Tennengau“ gegeben hatte. Der Tennengauer Kunstkreis war lange Jahre die einzige Kultur-Institution und damit wichtiges Bollwerk für die Kunst in Hallein. Von Anbeginn an wurden regelmäßig Kunst-Ausstellungen und kunstbezogene Vorträge veranstaltet und auch Kunstfahrten, Lesungen und Akt-Zeichenkurse durchgeführt, womit man das allgemeine Kunstverständnis erfolgreich förderte. Gegenwärtig werden in der schönen Galerie ,,Pro Arte“, die sich im Laufe der Jahre zum fantastischen ,,Kunstraum Pro Arte“ am Schöndorferplatz gegenüber dem Halleiner Rathaus wandelte, vom Kunstkreis Tennengau unter seiner langjährigen Obfrau Helga Besl internationale Künstler ebenso wie lokale Kunstschaffende präsentiert.


Als erster Obmann stand Bildhauer Josef Zenzmaier 10 Jahre lang an der Spitze des rührigen Kunstvereins. Ihm folgte Bildhauer Peter Hartl, der nach zwei Jahren diese Funktion an Helga Besl weiterreichte. Obfrau Helga Besl steht nun seit 28 Jahren an der Spitze des Kunstkreises Tennengau. Helga Besl begleitete in diesem langen Zeitraum die Geschicke des Tennengauer Kunstkreises – erst als Kassierin und seit 1991 als Obfrau.  „Mir hat es sehr viel bedeutet, all die Jahre so viele interessante Künstlerinnen und Künstler kennenlernen zu dürfen und den Werdegang vieler von ihnen mitverfolgen zu können. Ich freue mich, dass wir kontinuierlich zeitgenössische Kunst in Hallein zeigen konnten und ich hoffe, dass wir diese Kontinuität auch in Zukunft fortsetzen können. Der Stadt Hallein bin ich sehr dankbar, dass sie uns so tolle Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und dass die Zusammenarbeit sich über all die Jahre so positiv gestaltet hat. Und auch bei allen ehrenamtlichen und nicht-ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich mich für die gute Zusammenarbeit bedanken. Denn nur das Engagement und der Enthusiasmus vieler machen die spannenden Ausstellungen und Projekte des Tennengauer Kunstkreises möglich!“ Also dann – alles Gute für die nächsten 40 Jahre!‘‘


Zum Auftakt des Jubiläums wurde am 11. April eine Einzelausstellung des Bildhauers Peter Hartl eröffnet. Diese Ausstellung dokumentiert auf eindrucksvolle Weise die ungeheure künstlerische Vielfalt und Bandbreite des Künstlers. Hartls künstlerische Biografie ist eng verknüpft mit der Geschichte des Tennengauer Kunstkreises: Er war Schüler von Bernhard Prähauser, der ihn als Lehrer für Bildhauerei in der Bundesfachschule für Holz- Stein- und Metallbearbeitung in Hallein bereits in Jugendjahren prägte. Den Austausch mit Prähauser setzte Hartl während seines Studiums an der Akademie der bildenden Künste in München fort. 1989 übertrug Prof. Zenzmaier die Leitung des Tennengauer Kunstkreises an Peter Hartl, bevor schließlich 1991 Helga Besl Obfrau wurde. Diese Ausstellung, siehe auch Fotos oben, ist noch bis zum 25. Mai zu besichtigen. An die 300 Ausstellungen sind der Jubiläums-Ausstellung in den vergangenen 40 Jahren vorangegangen.


Unter dem Motto „40 Jahre Tennengauer Kunstkreis. Erinnerungen – Begegnungen – Visionen“ lud der Verein am 9. Mai zu einer Gesprächsrunde und im Anschluss zum Jubiläumsfest. An der Gesprächsrunde nahmen unter anderen Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn (Zitat: ,,Vergleichbares wie den Tennengauer Kunstkreis gibt es

in ganz Salzburg nicht!“), Vereinsgründer Josef Zenzmaier, Obfrau Helga Besl und Kultur-Stadträtin Rosa Bock teil. Diskutiert wurde über die Umstände der Gründung des Kulturkreises Tennengau, das Kunst- und Kulturschaffen in Hallein sowie seine Veränderungen in den zurückliegenden 40 Jahren. Als abschließende Jubiläums-Veranstaltung wurde im Halleiner Stadtkino der Dokumentarfilm „Josef Zenzmaier – den Menschen im Innersten begreifen“, von Tilman Urbach und Maria Anna Weidler geboten. Im Film erzählte der Bildhauer aus seinem Leben und erklärte seine künstlerischen Arbeitsprozesse.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, Kultur-Stadträtin Rosa Bock, der ehemalige Obmann des Kunstkreises Tennengau Künstler Peter Hartl und Eveline Sampl-Schiestl, die als Kultur-Stadträtin den Kunstkreis Tennengau lange Jahre begleitet hatte. FOTO 2: Kavalier LH-Stv. Schellhorn überreichte den Damen Obfrau Helga Besl und der einstigen Kultur-Stadträtin Eveline Sampl-Schiestl als kleine Anerkennung ihrer langjährigen Tätigkeit im Kulturbereich der Stadt Hallein einen schönen Blumenstrauß. FOTO 3: Ein Teil der Besucher der TKK-Jubiläumsfeier im ersten Raum der Galerie Pro Arte. FOTO 4: Am Podium LH-Stv. Heinrich Schellhorn, der 1. TKK-Obmann und Bildhauer Josef Zenzmaier, TKK-Obfrau Helga Besl und die Damen Klimmer-Kettner und Berger-Klinger. FOTO 5: Künstler Peter Hartl (Bildmitte) gestaltete die Jubiläums-Ausstellung 40 Jahre Kunstkreis Tennengau. Links LH-Stv. Heinrich Schellhorn, rechts die langjährige Kulturstadträtin Eveline Sampl-Schiestl. FOTOS 6 bis 15: Einige Beispiele aus der Jubiläums-Ausstellung mit vielfältigen Kunstobjekte aus der Hand von Peter Hartl, die vor Augen führen, mit welch unterschiedlichen Materialien der Künstler arbeitet. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Die immer wieder atemberaubende Halleiner Kunstburg, das wundervolle Schloss Wiespach, wo es immer wieder hinreißende Kunst-Ausstellungen zu bewundern gibt, zeigt Bilder und dreidimensionale Objekte von Joseph Heer. Der Künstler wurde 1954 in Wien geboren, er studierte bei Fritz Wotruba und Max Weiler. Seit dem dritten Lebens-Jahrzehnt lebt Joseph Heer abwechselnd in Wien oder auf seiner Finca auf Mallorca. Unter dem Kunstwort-Titel Extrínseco werden in Hallein neue Arbeiten des Künstlers gezeigt. Intrínseco bedeutet ,,wirklich‘‘ oder ,,innewohnend‘‘. Mit Austausch der Vorsilbe ,,in‘‘ gegen ,,ex‘‘ wird Intrínseco zum Gegenteil Extrínseco, also zu ,,unwirklich‘‘ oder zu ,,von außen kommend‘‘. Unter diesen Begriffen eine Kunstausstellung zu inszenieren heißt wohl, eher als Fremdarbeiter im gängigen Kunstbetrieb aktiv zu sein. 2010 erschien im Salzburger Residenzverlag ein Werk über Joseph Heer, mit dem Titel ,,Mainly White‘‘(Hauptsächlich Weiß). In einer Kurz­beschreibung von Autorin Pilar Ribal heißt es unter anderem: ,,Malerei ist für Joseph Heer Farbdichtung, ohne zum Dickicht zuzuwachsen, zu schmieren oder zu deuten. Josef Heer schafft Räume, die man als Landschaften der Sinne bezeichnen kann.‘‘

Doch jetzt stehen wir in der Ausstellung Extrínseco, die noch bis 22. Juni 2019 in der Galerie Schloss Wiespach besichtigt werden kann. Die FOTOS 1 bis 4 sind weder unscharf aufgenommen, noch leiden Sie, geschätzte Leserinnen und Leser unter plötzlichen Sehproblemen. Josef Heer versteht es vorzüglich, monochrom und abstrakt bemalten Bildflächen, eine Aura brennender Unschärfe zu verleihen. Den beiden nächsten Bildern (FOTOS 5 und 6) ist durchaus noch eine verhaltene abstrakte Dynamik zuzubilligen. Doch dann erfolgt der Absturz ins gar zu Einfache, ins gar zu Billige. Solche Bilder (FOTOS 7 bis 11) mit derart reduzierter Formensprache haben den abstrakt malenden Künstlern immer wieder den unschönen und unausrottbaren Vorwurf eingetragen, dass sie auch nicht besser malen könnten als kleine Kinder. Nachdem Josef Heer nicht nur bei Maler Max Weiler sondern auch bei Bildhauer Fritz Wotruba studierte, präsentiert er zusätzlich dreidimensionale Objekte, sogenannte ,,Models‘‘ in der Galerie Schloss Wiespach. Unser 12. FOTO entstand genau dort und nicht, wie man annehmen könnte, im Spielraum eines Halleiner Kindergartens, in dem die Kleinen ihre Spielwürfel aufbauen. Das letzte FOTO 13 schließlich stellt den Betrachter vorerst vor die grundsätzliche Frage, was er hier bestaunen soll: Die exakt gearbeiteten und sauber weiß lackierten Holzstellagen oder die relativ klein dimensionierten Steinobjekte, deren Sinn oder Bedeutung auch dem ernsthaft bemühten und gutwilligen Ausstellungs-Besucher verschlossen bleibt. Daran ändert auch nichts die Tatsache, dass die Objekte meist in  zwei Teile gespalten und der obere kleinere Teil weiß bemalt wurde. – Die Ausstellung in der Galerie Schloss Wiespach ist geöffnet: Montag und Donnerstag 9 – 12 Uhr, Freitag 9 – 12 und 16 – 18 Uhr, Samstag 10 – 15 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung. Telefon: +43 650 320 10 99. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Der Salzburger Museumstag am Sonntag, 19. Mai 2019, ist auch für die Bezirkshauptstadt Hallein der Ausgangspunkt für einen Kultur- und Erlebnistag. Vom Brauerei-Rundgang bis hin zur Zeitreise in die Welt der Kelten im Keltenmuseum Hallein oder eine Reise in die Vergangenheit  im Keltendorf Salina auf dem Dürrnberg. In Hallein, in Kaltenhausen und auf dem Dürrnberg bieten die teilnehmenden Museen und Ausflugsziele ein abwechslungsreiches Programm für Kinder und Erwachsene. In Verbindung mit einem Kaffeehausbesuch zwischendurch oder bei einem Mittagessen in einem der regionalen Genusswirtshäuser wird der Tag zu einem Vergnügen für alle. Sechs attraktive Ziele erwarten Sie.

 

KELTENMUSEUM HALLEIN

KeltenWelten – Archäologie einer geheimnisvollen Kultur. Die Kelten gelten als eine der ersten gesamteuropäischen Kulturen. Im Kern der keltischen Welt, in Süddeutschland und angrenzenden Regionen, finden sich unzählige Relikte keltischer Vergangenheit. Die Ausstellung zeigt bedeutende archäologische Stätten und liefert in Bild und ausgewählten Objekten einen Einblick in die geheimnisvolle Welt der Kelten.

 

STILLE NACHT MUSEUM HALLEIN

Franz Xaver Gruber ist der Komponist des weltberühmten Weihnachtsliedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Er lebte 28 Jahre lang im Halleiner Mesner- und Chorregenten-Haus gegenüber der Stadtpfarrkirche Hallein, in dem sich heute das Museum befindet. Entdecken Sie die Originale aus dem Nachlass der Familie Gruber und begegnen Sie dem Komponisten Franz Xaver Gruber ganz persönlich!

 

HALLEINER ZELLULOSEFABRIK

In der Ausstellung wird ein geschichtlicher Überblick geboten, der die Wichtigkeit der Firma für die Stadt Hallein und deren Bewohner verdeutlicht. Mitten im Betriebsgelände kann in einer ehemaligen Werkshalle die Entwicklung der Zellulose- und Papierfabrik von der Gründung bis heute anhand von Objekten, Bildern, Fotos oder Grafiken erkundet werden. Ein Schwerpunkt widmet sich auch der Struktur und Produktionspalette des von 2011 bis 2017 zum ersten Mal in österreichischem Besitz gestandenen Betriebes.

 

SALZWELTEN HALLEIN & KELTENDORF SALINA

Seit rund 450 Jahren fahren Besucher aus aller Welt in den Halleiner Salzberg ein, den Dürrnberg. Das Schaubergwerk Hallein ist damit das älteste Schaubergwerk der Welt! Bis heute haben die Stollen, welche die keltischen Bergmänner vor über 2.500 Jahren Meter um Meter in den Berg geschlagen haben, nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. – Das Keltendorf auf dem Dürrnberg in unmittelbarer Nähe der Bergeinfahrt ermöglicht faszinierende Einblicke in die Welt vor 2500 Jahren.

 

BRAUEREI- UND BINDEREIMUSEUM HOFBRÄU KALTENHAUSEN

Ein ausgebildeter Biersommelier führt durch die Brauerei und weiht Sie in die Geheimnisse des Bierbrauens ein. Sie besichtigen die originale Fassbinder-Werkstatt, die Sudpfannen und den Gär- und Lagerkeller, in dem Tag für Tag  gebraut wird, und können die Spezialitätenbiere aus Kaltenhausen gleich vor Ort probieren.

Wichtig: Noch mehr Informationen zum Museums-Wochenende am Sonntag, 19. Mai 2019 und zu den einzelnen Programmpunkten gibt es auf www.keltenmuseum.at oder unter  +43 (0) 6245 80 783. Volles Programm zum Nulltarif: Im Rahmen des Salzburger Museumstags ist der Eintritt in alle teilnehmenden Museen und Attraktionen kostenlos. Achtung! Nur erhältlich im Keltenmuseum Hallein: Die Tennengauer Kultour-Zählkarte! Mit der Zählkarte erhält man freien Eintritt in die Salzwelten Hallein (pro Zählkarte eine Person frei)! Gratis Parken: In den Halleiner Parkgaragen können Sie am Veranstaltungstag von 9 bis 17 Uhr kostenlos parken. Ausfahrtstickets für den Parkplatz Pernerinsel oder die Altstadtgarage erhalten Sie im Keltenmuseum Hallein. – (Presse-Info Keltenmuseum).

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STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Das europaweit renommierte Keltenmuseum Hallein. FOTOS 2 bis 5: Einblicke in die aktuelle Ausstellung ,,KeltenWelten‘‘. FOTO 4: Der Oberteil der international berühmten Schnabelkanne. FOTO 5: Einige der einzigartigen Goldblech-Hohlkugeln, deren Hälften exakt aufeinander passen. Sie dienten einer hochgestellten Frau als Kopfschmuck. FOTOS 6 und 7: Untertags im Schaubergwerk Bad Dürrnberg. Das Begehen der Stollen sowie ein immer wieder atemberaubender Blick auf die beliebten Rutschen, die hinab in die Tiefe führen. – (Fotos: Keltenmuseum und Salzwelten Dürrnberg).

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Der Franz-Xaver-Gruber-Platz zwischen Stadtpfarrkirche und ,,Stille-Nacht‘‘-Museum wurde mustergültig mit einem Granit-Stöckelpflaster versehen. Jetzt aber ist endlich seine optische Gestaltung fällig. Falls sie ernsthaft angegangen wird, so gilt es im Vorfeld mehrere Probleme auszuräumen. Da erschlagen die mächtigen Brutal-Seitenmauern der Stiege hinauf zur Ferchlstraße, das ärmliche Scheingrab Franz Xaver Grubers. Diese übermächtigen Steingebilde ohne jede Funktion gehören ersatzlos abgetragen. Derzeit herrscht hier lächerliche und peinliche Schildbürger-Atmosphäre. Wer genau hinsieht, erkennt entlang der Innenseite der rechts aufgetürmten Seitenmauer eine Metall-Geländerstange. Sie ist unbedingt notwendig, weil die gewaltigen Steinmauern als Stütze absolut ungeeignet sind. Sie stellen eine perfekte Fehlkonstruktion dar, hingesetzt noch dazu aus rötlichem Gestein, das einen verheerender Fremdkörper auf dem renovierten Gruber-Platz darstellt. Diese entsetzlichen Mauern gehören rascheste entfernt. Dafür muss auf der anderen Seite der Stufen ein gleichartiges Metallgeländer errichtet werden. Die Treppe wäre damit optisch wesentlich zurückhaltender und unauffälliger. Das Ergebnis: das bescheidene Leergrab des ,,Stille-Nacht‘‘-Komponisten käme deutlich besser zur Geltung, der ganze Platz würde dadurch optisch aufgewertet.

Geometrisch einfache Quader und Würfel, rund um den Gruber-Platz verteilt, sind  noch neu und dienen als Sitzgelegenheiten. Grundsätzlich gilt, dass sie auf unseren Fotos wesentlich dominanter wirken als in der Realität am Rande des noch immer völlig leer und inhaltslos wirkenden Gruber-Platzes. Die beiden langgezogenen Steinquader aus hellem Marmor neben der Brutal-Stiege, wurden entlang der Mauer aufgestellt, welche die erhöhte Ferchlstraße abstützt. Neben diesen glatt polierten Sitzmöbeln springt der ganze Wahnsinn dieser Straßenmauer besonders brutal ins Auge. Sie wurde aus allem möglichen und unmöglichem Steinmaterial ohne System hochgezogen und bietet einen entsprechend erschreckenden Anblick. Dass die groben, offenen Zwischenräume zwischen den oft unschönen Gesteinstrümmern längst überwuchert sind, ist als Gnade des Schicksals anzusehen. Sonst wäre der Anblick dieser Mauer noch schrecklicher. Das bedeutet: diese entsetzliche Mauer gehört unbedingt mit schönen Steinplatten verkleidet, der gesamte Gruber-Platz würde dadurch optisch deutlich gewinnen.

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FOTO 1: Das Stiegen-Monster erschlägt mit seinen Brachial-Mauern das vergleichsweise zerbrechlich wirkende Leergrab des ,,Stille-Nacht‘‘-Komponisten. Die mächtigen Seitenmauern der Stiege gehören entfernt, links müsste ein zweites Metallgeländer errichtet werden. FOTO 2: Der völlig unzureichende Blumenschmuck für das sogenannte Gruber-Grab ist seit Jahren Dauerthema im ,,Salzschreiber‘‘. Angesichts dessen, dass allen auswärtigen Besuchern des ,,Stille-Nacht‘‘-Museums dieses karge Schaugrab als letzte Ruhestätte Grubers angedient wird (im Gegensatz zur Realität heißt es auf der Kupfertafel des Grabkreuzes: ,,Hier ruhet Franz Xaver Gruber…‘‘), ist der Blumenschmuck nur als armselig und peinlich zu bezeichnen. Dieses ,,Grab‘‘ müsste ständig mit farbenprächigem, sensationellem und unvergleichlich prachtvollem Blumenschmuck ausgestattet sein, um dem ,,Stille-Nacht‘‘-Komponisten einigermaßen gerecht zu werden. Die deprimierende Wirklichkeit sieht freilich ganz anders aus – äußerst peinlich für die Stadt Hallein! FOTO 3: Die glatten, hellen Steinquader entlang der Mauer für die Ferchlstraße machen die miserable Ausführung der Mauer besonders auffällig. FOTO 4: Erfreulich, dass ein Teil dieser entsetzlichen Mauer durch ungehemmten Wildwuchs verdeckt wird. Diese Schandmauer gehört unbedingt durch passende Steinplatten verdeckt. FOTO 5: Von der Stadt kommend, wird man am Beginn des Gruber-Platzes von dieser steinernen ,,Sitzgarnitur‘‘ erwartet. Die verhüllten Fahnen hätte man bereits spätestens zu Ostern wieder freilegen müssen. FOTO 6: Diese Sitzwürfel vor der Kirchenmauer wirken in Wirklichkeit wesentlich verlorener, gewissermaßen wie zufällig abgestellt. Das schwarze düstere Regenwasser-Abflussrohr gehört unbedingt an seine farblich wesentlich freundlichere Umgebung angepasst. FOTO 7: Auch an der Fassade des großartig renovierten ,,Stille Nacht‘‘-Museums gehören insgesamt zwei schwarze Regenwasser-Abflussrohre (eines davon im Bild) ihrer farblich deutlich helleren Umgebung angepasst. FOTOS 8 und 9: Die aufgrund der neuen Pflasterung entstandene helle Leere des Gruber-Platzes könnte sich bald in eine Rasenfläche verwandeln. Das hoffnungsvolle grüne Sprießen, vorerst im Bereich vor dem Kircheneingang, liefert für diese Annahme begründeten Anlass. Ist der Platz erst einmal völlig grün geworden, dann  wird der ,,Salzschreiber‘‘, so wie in den zurückliegenden Jahren, wieder für einige bunte Blumenhügel auf dem Gruberplatz sorgen. Versprochen! – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Die Kelten gelten als eine der ersten gesamteuropäischen Kulturen. Waffen und Schmuck mit typisch keltischen Motiven, Formen und Verzierungen finden sich in weit voneinander entfernten Gebieten. Die sehenswerte Sonderausstellung informiert über bedeutende archäologische Fundstätten und liefert mit faszinierenden Objekten einen spannenden Einblick in die geheimnisvolle Welt der Kelten. Der Verein KeltenWelten e.V. bildet einen Zusammenschluss von 55 herausragenden Fundstätten bzw. Museen zur keltischen Geschichte. 54 Mitglieder – von Aschaffenburg bis Würzburg – sind in Deutschland positioniert, seit 2018 stammt das 55. Mitglied aus Österreich: das Keltenmuseum Hallein. Die keltische Salzmetropole auf dem Dürrnberg reiht sich so in eine prominente Riege archäologischer Fundorte ein – vom Oppidum in Manching über das Fürstengrab vom Glauberg bis zur Keltenstadt auf der Heuneburg.

In der von vom Verein KeltenWelten e. V. entwickelten Ausstellung, bietet sich angesichts von einzigartigen Originalen vom Dürrnberg und erstklassigen Kopien von Leihgebern aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen ein einmaliger Blick auf Reichtum und Leben vergangener Zeiten. Das Keltenmuseum wird durch diese Ausstellung zur Schatzkammer keltischer Sensationsfunde. Neben meisterhaften Repliken der ältesten großformatigen Steinplastiken nördlich der Alpen, finden sich Kopien aus dem Hochdorfer Prunkgrab und dem Grab einer hochgestellten Frau (einer ,,Fürstin‘‘?) von der Heuneburg. Die Fundobjekte verweisen auf intensive Kontakte mit der Dürrnberger Salzmetropole, die mit einzigartigen Originalfunden glänzt. Aus einem Dürrnberger Frauengrab der Hallstattzeit stammt ein sensationeller und einzigartiger Kopfschmuck aus hauchdünnen, verzierten Goldkugeln.

Die Fundorte Dürrnberg und Glauberg in Hessen verbindet eine ganz spezielle Beziehung, die sich am eindrucksvollsten in zwei besonderen Prunkstücken der keltischen Kunst zeigt. In der Ausstellung KeltenWelten bietet sich die seltene und einzigartige Gelegenheit, die mittlerweile weltberühmte Schnabelkanne vom Dürrnberg im Original, gemeinsam mit einer Master-Kopie der Glauberger Schnabelkanne, bewundern zu können. Die Ähnlichkeit der beiden Prachtobjekte verführt zur Annahme, dass beide Objekte aus der gleichen Kunstwerkstätte stammen, dagegen spricht die, speziell aus damaliger keltischer Sicht, doch erhebliche Entfernung zwischen den beiden Fundorten.

Schließlich gelingt es mit dem bekannten Nachbau eines keltischen Streitwagens, in die Vergangenheit einzutauchen und die Kultur der Kelten hautnah zu erleben. Die spektakuläre Szenerie von in den Kampf drängenden Kriegern verknüpft Klischee und Realität der antiken Kelten. Griechische und römische Zeitgenossen verbreiteten Schauergeschichten über Raserei und Zorn der Kelten. Sie lobten aber auch den Mut und die Tapferkeit der Kelten-Krieger, bewunderten das Können keltischer Sänger und das Wissen keltischer Druiden. Bis heute umgibt die Kelten eine mythische Aura, der die Archäologie ihre konkreten Erkenntnisse aus den wissenschaftlichen Forschungen entgegenstellt. Die Ausstellung KeltenWelten versucht, ein realistisches Bild der geheimnisvollen Kultur der eisenzeitlichen Bevölkerung zu zeichnen und die Tatsachen hinter Schädelkult, Mistelkronen, ,,Fürsten‘‘ und den ältesten Städten jenseits der Alpen freizulegen.

Von der iberischen Halbinsel bis nach Rumänien, von den britischen Inseln bis nach Italien und Griechenlang, sogar in Kleinasien oder Ägypten stößt man auf Spuren der Kelten, Gallier und Galater. Spätestens seit der sogenannten Latènezeit (ab etwa 450 v. Chr.), entwickelten sich in mehreren Regionen Mitteleuropas charakteristische Kunst- und Formstile, die sich untereinander ähneln und gegenseitig beeinflussten. Der Halleiner Dürrnberg lieferte in weite Gebiete dieses geografischen Bereiches den lebensnotwendigen Rohstoff Salz. Durch die dabei entstehenden Kontakte wurde die alpine Salzmetropole zum Knotenpunkt zwischen den Kulturen des Mittelmeers und der keltischen Bevölkerung Mitteleuropas.

Im Zentrum des europäischen Kontinents, dem Zentrum der antiken ,,keltike‘‘, ballen sich geradezu die archäologischen Belege der keltischen Vergangenheit. Große Namen – vom Oppidum in Manching über die ,,Fürstengräber‘‘ in Hochdorf und vom Glauberg bis zur Keltenstadt auf der Heuneburg – sind jedem Keltenforscher ein Begriff. Seit einigen Jahren haben sich diese Orte mit zahlreichen weiteren Fundstätten und Museen zum Verein KeltenWelten e.V. zusammengeschlossen. Dessen insgesamt 55 Mitglieder sind Kommunen, auf deren Gebiet Fundorte der keltischen Epoche liegen, aber auch Museen, Forschungs-Einrichtungen, Landesämter für Denkmalpflege oder Tourismusverbände, die einen wichtigen Bezug zur regionalen keltischen Vergangenheit herstellen. Seit 2018 ist das Keltenmuseum Hallein der erste Partner der KeltenWelten e. V. außerhalb von Deutschland.

Die Ausstellung ,,KeltenWelten – Archäologie einer geheimnisvollen Kultur‘‘ im Keltenmuseum Hallein ist vom 26. April 2019 bis 6. Oktober 2019 geöffnet. – (Presse-Aussendung Keltenmuseum Hallein, Odo Stierschneider).

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FOTOS 1 bis 4:
Martin Hochleitner, Direktor Salzburg Museum. Alexander Stangassinger, Bürgermeister der Stadt Hallein. Florian Knopp, Leiter Keltenmuseum Hallein. Eveline Sampl-Schiestl, Kuratoriums-Vorsitzende des Keltenmuseums. (Nicht im Bild: Holger Wendling, Leiter Dürrnberg-Forschung & Archäologie Salzburg Museum und Keltenmuseum). Alle Genannten traten anlässlich der Ausstellungs-Eröffnung vor das Mikrophon. FOTO 5: Den ausführlichen Eröffnungsvortrag ,,Tiere in der Welt der Kelten‘‘ hielt Susanne Sievers aus Aschaffenburg. FOTO 6: Zum Unterschied von seinen Vorgängern, tritt Bürgermeister Alexander Stangassinger (Bildmitte vorne) auch bei Veranstaltungen des Keltenmuseums in Erscheinung. FOTO 7: Grafische Darstellung der 55 Mitglieder-Standorte des Vereins KeltenWelten e. V. von Ostercappeln ganz im Norden bis Hallein ganz im Süden. FOTOS 8 bis 10: Die Ausstellung ,,KeltenWelten‘‘ im Keltenmuseum aus verschiedenen Blickwinkeln. FOTO 11: Sensation pur: Die beiden prachtvollen Schnabelkannen vom Dürrnberg (links) und die Glauberger Schnabelkanne kann man gemeinsam bewundern. FOTO 12: Die allseits bekannte kleine Keltenmaske könnte von einem modernen Künstler stammen. Sie diente, neben anderem Beiwerk, als Verzierung für einen größeren Flüssigkeitsbehälter. FOTO 13: Eine der wundervollen Goldkugeln, aus dünnem Goldblech gefertigt. Bei ihrer Auffindung waren die Kugeln plattgedrückt, so dass man vorerst an Zierscheiben aus Gold dachte. Erst bei ihrer genauen Untersuchung vor der Restaurierung stellte sich heraus, dass es sich um kugelförmige Schmuckobjekte handelte. FOTO 14: Von links: Der Leiter des Keltenmuseums Florian Knopp. Holger Wendling, Leiter Dürrnberg-Forschung & Archäologie Salzburg Museum und Keltenmuseum, Bürgermeister Alexander Stangassinger und Eröffnungs-Vortragende Susanne Sievers vor der keltischen Sandstein-Skulptur vom Glauberg. FOTO 15: Die Besucher und Besucherinnen der Ausstellungs-Eröffnung wurden anschließend zu einer Weinverkostung mit kaltem Büffet durch den Lions-Club Salina-Tennengau geladen. Für die musikalische Umrahmung sorgten Martina Mathur (vocals/drums/guitar) & Sarah Mayr (vocals/fidel). Hier herrschte noch bis in die Nacht hinein beste Stimmung. – (Odo Stierschneider, Fotos 1, 5, 11, 14: Adi Aschauer. Alles anderen Fotos: OST).

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Allzu gerne (und leichtsinnig) überließ die ÖVP Hallein nun das Kultur-Ressort dem Wahlgewinner SPÖ – vermutlich deshalb, weil sich in der Politik hartnäckig das Gerücht hält, dass mit Kultur keine Stimmen zu gewinnen seien. (Eher schon mit Sport, so das Gerücht, aber auch der Sportausschuss wird nicht mehr von der ÖVP sondern künftig von der SPÖ geführt.) ,,Man kann Kultur dadurch enthaupten, dass man ihre fähigsten Köpfe daran hindert, sich zu entfalten‘‘ lautet ein vielzitierter Ausspruch. Dies wurde nun in Hallein Realität, wo die langjährige und erfolgreiche Kulturstadträtin (seit Jahresbeginn auch 1. Vizebürgermeisterin) Eveline Sampl-Schiestl nun das Kultur-Ressort an die SPÖ verlor und sich aus der Gemeindepolitik völlig zurückzog. Ein schwer wiegender Verlust für die Kulturstadt Hallein. Dessen hätten sich SPÖ und ÖVP klar sein müssen. Beide Parteien hätten, das Wohl der Kulturstadt Hallein vor die eigenen Partei-Interessen stellen und alles unternehmen müssen, um Eveline Sampl-Schiestl der Halleiner Kultur-Politik zu erhalten. Doch kurzsichtige Politik-Spekulationen machten derartige Überlegungen zunichte. Mit den Schlagworten wie Neuaufstellung, Generationswechsel und Neubeginn, machte die ÖVP Hallein unter ihrem neuen 1. Vizebürgermeister Florian Scheicher mobil. Sie wollte künftig Alt-Bürgermeister Maximilian Klappacher (knapp 3 Monate Stadtoberhaupt) und die ebenso kurzzeitige 1. Vize-Bürgermeisterin Eveline Sampl-Schiestl, wenn überhaupt, dann nur noch funktionslos in den hinteren Reihen sehen.

Als Kultur-Ressortführerin und Vorsitzende im Kultur-Ausschuss formte und unterstützte Eveline Sampl-Schiestl in den vergangenen 10 Jahren engagiert und nachhaltig das kulturelle Geschehen in der Stadt Hallein. Einer der zahlreichen Höhepunkte liegt erst kurz zurück: Mit Eröffnung der Landesausstellung ,,200 Jahre Stille Nacht‘‘ im völlig neu adaptierten und umgestalteten ,,Stille Nacht‘‘-Museum, mit dem entsprechenden Festakt in der Stadtpfarrkirche, in der gerade die neue Kirchenorgel eingeweiht worden war, trat die Halleiner Kultur-Lady mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Bürgermeister Maximilian Klappacher strahlend in Erscheinung. (Siehe dazu unsere oben stehenden Fotos). In aller Kürze: Eveline Sampl-Schiestl war nicht nur Vorsitzende des Kultur-Ausschusses, sie ist unter anderem im Kuratorium des Keltenmuseums präsent, förderte die Gründung des Kulturvereines ,,Sudhaus‘‘, ist Mitglied im Vorstand der Freunde des Keltenmuseums Hallein und gehört auch dem Vorstand des privaten Spendenvereines ,,Gruber-Orgel Hallein‘‘ an. Ihr persönliches Netzwerk reicht zu maßgeblichen kulturellen Institutionen nicht nur in Österreich sondern auch im benachbarten Bayern. Bei den Sitzungen der Stadtgemeindevertretung Hallein beeindruckte sie stets durch ihre fundierten Wortmeldungen und Statements. An die Adresse von SPÖ und ÖVP: Man kann Kultur dadurch hinterhältig enthaupten, dass man ihre fähigsten Köpfe daran hindert, sich weiter zu entfalten. Der deutsche Bundespräsident Theodor Heuss betonte: ,,Mit Politik kann man keine Kultur schaffen, aber mit Kultur vielleicht Politik‘‘. Die Halleiner Politik nimmt es also gelassen hin, dass Eveline Sampl-Schiestl ihre Tätigkeit beendet. In empörten und scharf formulierten E-Mails an den SALZSCHREIBER (die Verfasser sind der Redaktion bekannt) heisst es unter anderem recht deftig: ,,Viecher und Menschen fressen und saufen. Nur Kultur und Wissenschaft erheben den Menschen über die Vierbeiner. Wenn ich derzeit das Wort Kultur aus der Halleiner Stadtpolitik höre, dann entsichert sich meine Pistole von selbst!‘‘

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Ungezählt sind die kulturellen Initiativen von Eveline Sampl-Schiestl, die sie in den vergangenen 10 Jahren in der Stadt Hallein entfaltete. Unsere Fotos entstanden vor wenigen Monaten im Zuge der Errichtung der neuen Gruber-Orgel in der Stadtpfarrkirche, am Gruber-Grab und bei Eröffnung der dezentralen Landesausstellung ,,200 Jahre Stille Nacht‘‘ im völlig neu gestalteten ,,Stille Nacht‘‘-Museum Hallein. FOTO 1: Halleins Kultur-Lady Eveline Sampl-Schiestl packte herzhaft mit an, als es galt, die per LKW angelieferten Einzelteile der neuen Orgel
in die Stadtpfarrkirche zu schleppen. FOTO 2: Kranzniederlegung am Grabe von Franz Xaver Gruber. Im Bild von links Michael Neureiter, Präsident der ,,Stille Nacht-Gesellschaft und Kultur-Stadträtin Eveline Sampl-Schiestl. FOTO 3: Eröffnung der Landesausstellung ,,200 Jahre Stille Nacht‘‘ vor dem Eingang des ,,Stille Nacht‘‘-Museums, im Bild von links: Keltenmuseums-Leiter Mag. Florian Knopp, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Kultur-Stadträtin Eveline Sampl-Schiestl, Landtags-Präsidentin Brigitta Pallauf und Bürgermeister Maximilian Klappacher. FOTO 4: Gemeinsam mit Bürgermeister Maximilian Klappacher überreichte Kultur-Stadträtin Eveline Sampl-Schiestl an Landeshauptmann Wilfried Haslauer die repräsenative, von der Stadt Hallein herausgegebene Broschüre ,,Franz Xaver Gruber‘‘. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST.)

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MMag. Michael Neureiter: Im einstigen Wohnhaus des ,,Stille-Nacht‘‘-Komponisten Franz Xaver Gruber in Hallein aufgewachsen. Folgerichtig überaus engagierter Präsident der ,,Stille Nacht-Gesellschaft‘‘, die im vergangenen ,,Stille-Nacht‘‘-Jubiläumsjahr geradezu unfassbare Aktivitäten entfaltete. Begnadeter Spezialist für historische Kirchturm-Uhrwerke, dessen Fachpublikationen als österreichischer Beitrag für das ,,Europäische Kulturjahr 2018‘‘ ausgewählt wurden. Einstiger Landespolitiker, der schließlich Zweiter Präsident des Salzburger Landtages wurde. Eine Persönlichkeit, nun im 69. Lebensjahr, die eine respekteinflößende Anzahl anspruchsvollster Funktionen und Tätigkeiten ausübte. Ein überzeugter Kunstfreund, der vor kurzem dem Keltenmuseum Hallein, in Begleitung seiner Gattin, ein historisches Hallein-Gemälde als Geschenk überreichte. Nun übermittelte MMag. Michael Neureiter an die Presse den nachfolgenden Beitrag.
 

„Bei der Eröffnung der Stille-Nacht-Ausstellung im Schlossmuseum in Linz habe ich im Dezember 2018 ein weitgehend unbekanntes Hallein-Aquarell von Rudolf von Alt gefunden. Nun hat man mir ein Faksimile davon geschenkt,“ freut sich Michael Neureiter. Es handelt sich um ein ganz frühes Werk aus 1829. Der Künstler war gerade 17 Jahre alt, ein Jahr später gab es seine erste Ausstellung in Wien. Rudolf von Alt, Wiener Maler und bedeutendster österreichischer Aquarellist, wurde 1812 in Wien geboren, 1817 erlebte er im Hause Alt einen ersten geschmückten Christbaum. Er starb 1905 und wurde in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben.

 

Auf einer frühen Studienreise nach Gastein mit seinem Vater Jakob Alt schuf der junge Künstler sein erstes Hallein-Blatt „Die Stadt Hallein“. Es entstand wohl am Standort des heutigen Ziegelstadels, zeigt links die Kühbrücke aus Holz, die Pernerinsel und dahinter die Altstadt mit dem Bürgerspital mit Turm sowie ganz rechts das Colloredo-Sudhaus. Oben führt Alt seinen Geburtsort Wien und seinen Geburtstag, den 28. August 1812, an, unten den Tag der Entstehung und seine Signatur: „Hallein am 9ten August 1829. Rudolph Alt“. Ein zweites bekannteres (und auch in Google auffindbares) Aquarell „Hallein bei Salzburg, mit Blick auf die Feste Salzburg“ stammt aus 1849/50 und wurde von Alt vermutlich nach einer Reise nach Gastein 1848 ausgearbeitet. Es zeigt den Blick vom Süden auf den Georgsberg mit dem Kloster, die Stadtpfarrkirche und die Altstadt und befindet sich in der Staatlichen Graphischen Sammlung München. Michael Neureiter hat bereits das Keltenmuseum informiert: „Vielleicht ist einmal Gelegenheit, die beiden Hallein-Aquarelle aus Linz und München gemeinsam zu präsentieren?“

 

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FOTO 1: Das erste der beiden Hallein-Aquarelle „Die Stadt Hallein“ aus 1829 mit Blick auf die Pernerinsel, die Altstadt und den Dürrnberg. FOTO 2: Michael Neureiter mit dem „Linzer Aquarell“ das vor 190 Jahren 1829 entstand (links) und dem „Münchner Aquarell“ das vor 170 Jahren 1849/50 gemalt wurde. – (Fotos: Michael Neureiter.)

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Am Freitag, 1. März 2019, war es wieder soweit. Wenn Kinderaugen strahlen und die Herzen der Eltern vor Stolz und Angespanntheit schneller schlagen, dann ist der Kindergarten Burgfried wieder zu Gast im Halleiner Stadtkino|Stadttheater. Die kleinen Stars und jungen Talente brachten eine sensationelle Mega-Show auf die Bühne. Heuer konnte man grandiose Mini-Fußballer bewundern, Cordula Grün live in concert und bei mitreißenden Acts war DJ Bobo zum Greifen nahe erlebbar. Die Kinder des Kindergartens Burgfried um Leiterin Johanna Kobald und ihr Team begeisterten mehr als 300 Eltern, Verwandte und Gäste mit großartigen Musik-Darbietungen. Unter dem Titel „WHAT A FEELING“ sorgten 75 Kinder mit 18 Pädagoginnen für mitreißende Musikeinlagen, Tanzeinlagen, Showeinlagen und vor allem für grenzenloses Popkonzert-Feeling.


BÜRGERMEISTER MAXIMILIAN KLAPPASCHER

LOBTE IDEEN, ÜBERZEUGUNGSKRAFT UND UMSETZUNG

,,Diese Aufführung beweist in vielschichtiger Weise die Qualität und die Leistungen in unseren Kinderbetreuungs-Einrichtungen‘‘, stellte Halleins Bürgermeister Maximilian Klappacher stolz fest und lobte: ,,Wir haben engagierte Leiterinnen mit zündenden Ideen, Überzeugungskraft und Umsetzungsstärke. Wir haben motivierte Pädagoginnen, die ihren Beruf mit Leidenschaft erfüllen und unsere fürsorglichen Pflegekräfte zeigen mit welch hohem Maßstab wir Inklusion leben. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Leiterin Johanna Kobald und ihrem beeindruckenden Team. Nicht nur für diesen mitreißenden, imposanten Nachmittag, sondern auch für die intensive Vorbereitung des Musikfestes und für die hochwertige pädagogische Arbeit während der gesamten Kindergartenjahres.‘‘

 

GROSSER PLANUNGS- UND LOGISTIK-AUFWAND:
INTENSIV-PHASE ZWEI MONATE VOR DEM MUSIKFEST

Nach dem Musikfest ist vor dem Musikfest. Bereits während des Jahres planen Johanna Kobald und ihr Team das fantastische Musikfest. Sie greifen aktuelle Themen aus dem Jahreskreis auf, nehmen Hits oder hitverdächtige Songs auf und proben diese „bühnentauglich“ mit den Kindern. ,,Die letzten beiden Monate vor dem Musikfest sind durch die Intensiv-Phase geprägt‘‘ berichtete Johanna Kobald. Um die organisatorischen Abläufe auf, vor und hinter der Bühne bewältigen zu können, holen sich Johanna Kobald und ihr Team Unterstützung bei den Bildungsanstalten für Elementar-Pädagogik in Salzburg und Bischofshofen. 14 Schülerinnen helfen beim Ankleiden, Umkleiden und bei der Vorbereitung auf die großen Auftritte. Sie betreuen die 75 Kinder, darunter 12 Integrations-Kinder – alle waren an diesem Tag Bühnenstars – bestens im Backstage-Bereich.

 

PÄDAGOGINNEN SCHUFEN BEEINDRUCKENDE
BÜHNENBILDER UND KOSTÜME

Alle Utensilien für dieses Musikfest, vom Bühnenbild über die Kostüme bis hin zu den Requisiten, stellten die Pädagoginnen mit viel Einsatz, Kreativität und „Herzblut“ in Eigenregie her. Viele aufwendige Arbeiten laufen im Hintergrund ab, so als Beispiel die große technische Herausforderung um die Bereiche Licht und Ton. Professionelle Lichteffekte und glasklare, eindrucksvolle Tontechnik sorgen immer wieder für ein facettenreiches Bühnenbild. Damit diese Veranstaltung auch bildlich in Erinnerung bleibt, wird jedes Jahr Star-Fotograf Adi Aschauer engagiert, der das Musikfest immer wieder auf eindrucksvollen Fotos festhält.

 

ABSCHIED VOM LANGJÄHRIGEN
HAUSMEISTER KARL STOCKER

Einen beeindruckenden Abschied erlebte Karl Stocker, langjähriger Hausmeister in den Kinderbetreuungs-Einrichtungen. Die Pädagoginnen texteten für ihn ein berührendes Lied, holten Karl Stocker auf die Bühne, sagten so gemeinsam mit den Kindern rhythmisch und klanglich ein herzliches Dankeschön und wünschten ihm alles Gute für die Pension. – Damit diese Veranstaltung auch bildlich in Erinnerung bleibt, wird jedes Jahr Star-Fotograf Adi Aschauer engagiert, der das Musikfest immer wieder auf eindrucksvollen Fotos festhält. – (Presse-Aussendung der Stadtgemeinde Hallein, OST).

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FOTOS 1 bis 6: Die Kinder des Kindergartens Burgfried in voller Aktion. FOTO 7: Die Kinder und die Kindergarten-Leiterin Johanna Kobald brachten dem langjährigen Hausmeister Karl Stocker ihren Dank dar. FOTO 8: Von links Stadtrat Florian Scheicher, Bürgermeister Maximilian Klappacher, Leiterin Johanna Kobald und Stadtrat Marco Sampl nach der gelungenen Aufführung. – (Fotos: Adi Aschauer).

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Die Jahres-Pressekonferenz des großartigen Keltenmuseums Hallein gestaltete sich auch heuer zu einem faszinierenden Ereignis im Bereich der musealen Kultur-Information. Gleich fünf prominente Persönlichkeiten, Repräsentanten von Stadtgemeinde Hallein und aus der Führungsebene des Keltenmuseums, präsentierten die wichtigsten Geschehnisse des vor uns liegenden Museums-Jahres: Martin Hochleitner, Direktor Salzburg Museum; Florian Knopp, Leiter Keltenmuseum Hallein; Eveline Sampl-Schiestl, Vizebürgermeisterin der Stadt Hallein und Kuratoriums-Vorsitzende Keltenmuseum Hallein; Barbara Tober, Leitung Kulturvermittlung Keltenmuseum Hallein; Holger Wendling, Leiter Dürrnbergforschung und Archäologie Salzburg Museum / Keltenmuseum Hallein. (Auch zum neu geschaffenen Stille-Nacht-Museum Hallein und zum Jubiläum 200 Jahre ,,Stille Nacht‘‘ wurde ein umfangreicher Rück- und Ausblick geboten. DER SALZSCHREIBER berichtet darüber in einem gesonderten Beitrag hier im Ressort KULTUR.)

24.305 BESUCHER IM KELTENMUSEUM 2018,
EINE STEIGERUNG VON FAST 30% GEGENÜBER 2017

Ein spannendes Jahr steht im Keltenmuseum bevor. Hier werden 2019 zwei neue Sonder-Ausstellungen geboten. Ab 25. April liefert die Sonder-Ausstellung KELTENWELTEN einen spannenden Einblick in die faszinierende und geheimnisvolle Welt der Kelten. Im November wird die Ausstellung SCHNEE VON GESTERN eröffnet, bei der die Besucherinnen und Besucher auf historische Winterbilder aus Hallein und auf eine beeindruckende Krippen-Tradition treffen. (Mehr zu den beiden Ausstellungen weiter unten). Im vergangenen Jahr 2018 verzeichnete das Keltenmuseum 24.305 Besucherinnen und Besucher, das entspricht einer Steigerung von fast 30 Prozent gegenüber 2017, als 18.717 Personen das Museum besuchten. 61% der Museumsbesucher kamen aus Österreich, 25% aus Deutschland, 1% aus der Schweiz und 13% aus 60 weiteren Nationen. Besonderen Anklang fand natürlich die großartige Ausstellung über die Himmelsscheibe von Nebra, ablesbar an der Besucher-Steigerung in den Monaten Februar bis September. Etablierte und neue Veranstaltungs- und Vermittlungs-Angebote wie die Halleiner Kaffeegeschichten, die Kinderwochen oder Kasperlvorführungen für die Kleinsten, haben zusätzlich zum erfolgreichen Museumsjahr 2018 beigetragen. 2.900 Schülerinnen und Schüler, das sind 12% der gesamten Museumsbesucher, kamen im Klassenverband ins Keltenmuseum. 32% der Museumsbesucher waren Teilnehmer und Teilnehmerinnen an den
Vermittlungs- und Veranstaltungs-Angeboten.

DÜRRNBERG-FORSCHUNG ENTFALTET
EINE REIHE BEDEUTENDER AKTIVITÄTEN

Die Dürrnberg-Forschung wird künftig noch enger mit dem Fachbereich Archäologie des Salzburg Museum zusammenarbeiten. Durch die Verschränkung der Arbeitsbereiche wird der Dürrnberg noch stärker in den Fokus der Salzburger Archäologie gerückt, aber auch mit Fundplätzen in anderen Regionen verknüpft. Die Dürrnberg-Forschung treibt weiterhin die Aufarbeitung und wissenschaftliche Analyse der Gräberfelder der vorgeschichtlichen Salzmetropole voran. Nachdem im vergangenen Jahr mit der Vorlage der Nekropole im ,,Eislfeld‘‘ ein Meilenstein der Forschung gesetzt wurde, widmen sich nun mehrere Projekte anderen Gräberarealen. Mit den Gräbern der Nekropole ,,Hallersbichl‘‘ steht die nächste Publikation in der wissenschaftlichen Buchreihe ,,Dürrnberg-Forschungen‘‘ noch in diesem Jahr, bevor. Im Mai 2019 veranstaltet die Dürrnberg-Forschung gemeinsam mit dem Salzburg Museum die ,,23. Österreichische Tagung der Restauratorinnen und Restauratoren für archäologische Bodenfunde‘‘ im Keltenmuseum Hallein. Das internationale Fachtreffen zieht Konservatorinnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum an, die über neueste Forschungen und Methoden zur Restaurierung von unterschiedlichsten Funden wie Bronzegefäßen, ägyptischen Mumien oder prähistorischem Holz berichten.

ZU DEN BEIDEN AUSSTELLUNGEN
,,KELTENWELTEN‘‘ UND ,,SCHNEE VON GESTERN‘‘

Die Ausstellung ,,KeltenWelten – Archäologie einer geheimnisvollen Kultur‘‘ findet vom 25. April bis 6. Oktober 2019 statt. Im Kern der keltischen Welt, in Süddeutschland und in den angrenzenden Regionen, finden sich unzählige Relikte keltischer Vergangenheit: Siedlungen, Gräber und Kultplätze zeugen vom Alltag, von Religion und Wirtschaft, von Leben und Tod der vorrömischen Bevölkerung. Die Ausstellung zeigt bedeutende archäologische Stätten und liefert mit Bildern und ausgewählten Objekten einen faszinierenden Einblick in die geheimnisvolle Welt der Kelten. Die Ausstellung entwickelte der Verein KeltenWelten e. V., ein Zusammenschluss von Stätten mit keltischer Geschichte in Deutschland und dem benachbarten Ausland. Seit 2018 ist das Keltenmuseum Hallein der erste Partner von KeltenWelten außerhalb Deutschlands. – Die Ausstellung ,,Schnee von gestern – Krippentradition und historische Winterbilder‘‘ findet vom 16. November 2019 bis 2. Februar 2020 statt. Traditionelle Krippen werden mit historischen Fotografien der verschneiten Stadt Hallein zu einer sehenswerten winterlichen Ausstellung kombiniert. Anhand von Winteransichten aus den letzten Jahrzehnten wird auch ein Stück Stadtgeschichte nachgezeichnet. Als Rahmenprogramm werden Krippenbau- und Foto-Workshops angeboten. Ein Aufruf an die Bevölkerung soll die Winterbilder aus privaten Fotoarchiven zugänglich machen. Am 10. und 15. März 2019 können die Bilder zum Scannen im Keltenmuseum abgegeben werden!

VORTRAGSREIHE ,,ARCHÄOLOGIE GLOBAL‘‘
WEITET DEN BLICK AUF ALLE KONTINENTE

Die Archäologie forscht weltweit! Seit sich der Mensch über alle Kontinente verbreitet hat, hinterließ er unzählige vielfältige Spuren, die die moderne Altertums-Wissenschaft aufspürt und analysiert. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen geben in spannenden Vorträgen Einblicke in ihre Forschungen, welche die globale Vielfalt der Kulturen in Vergangenheit und Gegenwart beleuchten. Sie laden die Zuhörerinnen und Zuhörer ein zu einer faszinierenden Zeitreise zu fremden Kulturen, exotischen Orten und geheimnisvollen Funden. Die Vortragsreihe ,,Archäologie global‘‘ lässt Weltgeschichte erleben!

IM JAHR 2020 FEIERT DAS KELTENMUSEUM
SEIN 50-JÄHRIGES MUSEUMS-JUBILÄUM

Im kommenden Jahr 2020 feiert das Keltenmuseum Hallein sein 50-jähriges Bestehen. Dabei wird ein Schwerpunkt für Familien geschaffen. Geplant sind sowohl eine große Kinderausstellung als auch verstärkt die Integration von kindergerechten Ausstellungs-Elementen im gesamten Museumsbereich. Zudem ist ein Nutzungskonzept für den Garten angedacht, welches dem Museum ein zusätzliches neues Flair verleihen könnte. Ein umfangreiches Vermittlungsangebot wird die verschiedenen Facetten des Museums ergänzen. So soll vor allem für Einheimische ein Anreiz geschaffen werden, das europaweit geschätzte und anerkannte Keltenmuseum öfter zu besuchen. Zum 50-jährigen Museums-Jubiläum wird ein wissenschaftliches Werk über den Dürrnberg und über die eisenzeitliche Archäologie im Land Salzburg erscheinen, um diese Verflechtung noch weiter zu manifestieren. – (Odo Stierschneider, Foto: OST).

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Vor 10 Jahren, am 7. Jänner des Jahres 2009, verstarb nach schwerer Krankheit, viel zu früh, im Alter von 64 Jahren, der verdienstvolle und unvergessene Direktor des Keltenmuseums sowie des ,,Stille-Nacht‘‘-Museums, Mag. Kurt Zeller. Geboren 1945, studierte Kurt Zeller Vor- und Frühgeschichte in Wien und München. 1980 war er mitverantwortlicher Organisator der großartigen 1. Salzburger Landesausstellung ,,Die Kelten in Mitteleuropa‘‘. Im gleichen Jahr heiratete er seine fantastische und liebenswerte Helga. Der Ehe entstammen die drei prächtigen Söhne Andreas, Bernhard und Thomas, die mittlerweile in Graz tätig sind. 1985 wurde Mag. Kurt Zeller zum Direktor des Halleiner Keltenmuseums ernannt. 1988 fungierte er als wissenschaftlicher Leiter und Ideengeber für die grenzüberschreitende Landesausstellung ,,Die Bajuwaren‘‘ in Mattsee und im bayrischen Rosenheim. 1994 war Mag. Kurt Zeller wissenschaftlicher Leiter der Landesausstellung ,,Salz‘‘, die im Keltenmuseums und in der Alten Saline auf der Halleiner Perner-Insel stattfand. Im Vorfeld der Errichtung der Straße auf den Dürrnberg, leitete Mag. Kurt Zeller die zu diesem Zeitpunkt umfangreichsten prähistorischen Ausgrabungen in ganz Europa.

Mag. Kurt Zeller war auch Autor zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten und hielt Vorträge in allen maßgeblichen Ländern Europas von Irland bis Italien und von Ungarn bis Spanien. 2005 wurde ihm, aufgrund einer Initiative der ,,Freunde der Kultur- und Festspielstadt Hallein‘‘, der Kultur-Preis der Halleiner Industrie in Höhe von 10.000 Euro zuerkannt. Die festliche Verleihung erfolgte im Rahmen einer festlichen Veranstaltung im Keltenmuseum, an der unter anderen Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, die den Preis überreichte, Landeshauptmann-Stv. Dr. Wilfried Haslauer und die Repräsentanten der fünf diesen  Preis finanzierenden Industriebetriebe – Bosch, Emco, m-real, Erdal und Tana professional – teilnahmen. Mag. Kurt Zeller wurde schon zuvor 1999 das Verdienstzeichen des Landes Salzburg in Silber und 2006 die Salzburger Tourismusmedaille des Landes Salzburg in Gold verliehen. 2012 wurde im Halleiner Stadtteil Burgfried, im Beisein von Helga Zeller, eine Straße nach Mag. Kurt Zeller benannt.


In seiner Laudatio für den Empfänger des Kultur-Preises der Halleiner Industrie, wies Odo Stierschneider, mit Mag. Kurt Zeller eng befreundet, auch darauf hin, dass der Direktor des Keltenmuseums einer Reihe unfassbarer Hindernisse seitens der Stadtgemeinde Hallein konfrontiert war. Die Probleme ergaben sich anhand der Persönlichkeit des Halleiner Bürgermeisters, mit dem Mag. Kurt Zeller seine Museums-Angelegenheiten zu verhandeln hatte. Bürgermeister Dr. Christian Stöckl war begnadeter Finanzspezialist, der einst die verschuldete Stadt Hallein und danach als Landeshauptmann-Stv. und Landes-Finanzreferent das große Schuldenproblem des Landes Salzburg souverän unter Kontrolle brachte und entschärfte. Für seine Willenskraft spricht, dass er sich für eine der anstrengendsten Sportarten entschieden hatte – den kräfteraubenden Berglauf. Nur hinsichtlich der kulturellen Einrichtungen seiner Stadt hatte der heutige Landeshauptmann-Stv. seine Probleme. Wie er offen erklärte, sei der Kulturbereich für Hallein zwar wichtig, doch für ihn persönlich habe er nur wenig Bedeutung. Aus dieser Position heraus fand Mag. Kurt Zeller nur wenig Verständnis für sein international verankertes Keltenmuseum bei der Stadt Hallein, denn der Halleiner Bürgermeister ist auch Finanzreferent seiner Stadt.
 

Dazu ein markantes Beispiel: Im Rahmen einer großen Museums-Initiative wurden das Museum der Moderne auf dem Mönchsberg, das Salzburg-Museum und das Haus der Natur großzügig erweitert und ausgebaut. Die Museums-Direktoren teilten ihren Finanzbedarf mit und das Land sowie die Stadt Salzburg übernahmen jeweils 50 Prozent der Kosten. Auch das Keltenmuseum war in diese große Museums-Initiative mit eingebunden. Museumsdirektor Mag. Kurt Zeller wurde ebenfalls vom Land Salzburg eingeladen, seinen Finanzbedarf bekannt zu geben. Schließlich wurden die drei wichtigen Salzburger Museen mit den erforderlichen Finanzmitteln durch das Land und die Stadt Salzburg ausgestattet. Mag. Kurt Zeller erhielt die 50 Prozent vom Land. Doch die Stadt Hallein weigerte sich, ihren Anteil zu leisten und bezahlte keinen Cent. Dies stellte natürlich eine ungeheuerliche Brüskierung des Keltenmuseums dar. Museumsdirektor Mag. Kurt Zeller war damit gezwungen, nur mit der Hälfte des vorgesehenen Betrags sein Museum auszubauen und auszugestalten! Man kann sich vorstellen, wie das Keltenmuseum heute dastehen wurde, wenn Mag. Kurt Zeller die volle Summe zur Verfügung gestanden wäre. Deshalb war es auch so wichtig, die Geschäftsführung des Museums der Stadt Hallein zu entziehen und das Keltenmuseum an das Salzburg Museum anzugliedern. Eine Maßnahme, die dem Keltenmuseum immer wieder erkennbar zugutekommt. – (Odo Stierschneider, Foto: Keltenmuseum).

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