Das Schauspiel SOMMERGÄSTE von Maxim Gorki (1868 bis 1936) in einer Bearbeitung von Dramaturgin Sabrina Zwach, läutet die Spielsaison 2019 der Salzburger Festspiele auf der Halleiner Perner-Insel ein. Premiere ist am Mittwoch, 31. Juli um 19,30 Uhr. Von Donnerstag, 1. August bis Donnerstag 8. August wurden täglich – mit einer Pause am Sonntag, 4. August – noch weitere 7 Vorstellungen angesetzt. Unter Regie von Mateja Kolecnik ist Raimund Orfeo Voigt für die Bühne zuständig, Ana Savic Gecan für die Kostüme und Tamas Banyai für den Bereich Licht. Die Choreografie liegt in Händen von Matija Ferlin, Philipp Haupt ist für den Bereich Vidoe zuständig und Sabrina Zwach für die Dramaturgie. Bei der Vorstellung werden auch Untertitel in englischer Sprache geboten. Im Programmheft, besser im Programmbuch 2019 der Salzburger Festspiele mit respektablen 165 Seiten, stellt Sabrina Zwach ihrem nun folgenden Beitrag über das Stück SOMMERGÄSTE folgendes Zitat an den Anfang: ,,Die Elite – das sind nicht wir! Wir sind Sommergäste in unserem Land … Wir sind ausschließlich damit beschäftigt, uns eine bequemen Platz im Leben zu suchen.‘‘

Eine Gruppe gebildeter, gut situierter, intelligenter Großstädter in den besten Jahren, verbringt den Sommer im gemieteten Ferienhaus des Rechtsanwalts Bassow auf dem Land und vertreibt die lähmende Langeweile des sie verbindenden kleinbürgerlichen Umfelds mit seichten Gesprächen und viel Alkohol. Ein Schriftsteller kommt zu Besuch. Warwara, die Frau des Gastgebers, fühlt sich zu ihm hingezogen und lässt dafür den Lebemann Rjumin abblitzen, der ihr verfallen zu sein scheint. Suslow, ein Bauingenieur aus der Gruppe, trinkt. Die mehrfache Mutter Olga schwankt zwischen Hass auf ihren erfolglosen Mann, den Arzt, und sich selbst während sich die Ärztin Marja in den wesentlich jüngeren Wlas verliebt. Der ehemalige Fabrikant beobachtet und genießt … Über alledem steht die Frage nach dem Sinn in einem selbstbezüglichen, narzisstischen, vollkommen unpolitischen Kosmos – und das macht Gorkis Szenen so aktuell.

Am 10. November 1904 kommt Gorkis Drama in Sankt Petersburg erstmals auf die Bühne. ,,Die Aufführung der >Sommergäste< war ein Skandal und ich bin zufrieden, schreibt Autor Gorki und ergänzt: ,,Das Stück ist nicht besonders, aber ich habe getroffen, wohin ich gezielt habe!‘‘ Das Werk erscheint in politisch angespannten Zeiten, am Vorabend zur Revolution 1905. Gorki, der am Streik der Arbeiter am 9. Jänner 1905 teilgenommen hat, wird verhaftet, das Stück daraufhin abgesetzt und – aufgrund des politischen Drucks – im Herbst desselben Jahres jedoch wieder freigegeben. Mehrfach waren Aufführungen zur politischen Demonstration genützt worden – Zuschauer verlasen etwa Aufrufe, die Regierung zu stürzen – weshalb Gorkis SOMMERGÄSTE aus dem gesellschaftlichen Kontext der Entstehung heraus auch immer vor einem politischen Hintergrund gelesen wurde.

,,Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele‘‘, so Gorki. Mateja Koleznik verfolgt diesen Gedanken generell in ihrer Arbeit und im Kontext der SOMMERGÄSTE einmal mehr, da sich die Begriffe ,,Gesellschaft‘‘ und ,,Kunst‘‘ seit der Entstehung des vieraktigen Dramas 1904 grundlegend verändert haben. Der Schriftsteller etwa, der auf die Sommerfrischler trifft, ist nicht mehr ins Heute übertragbar, da die Kunst als Gegenpol zur Gesellschaft verloren gegangen ist. Hat die Gesellschaft damit auch ihre Seele verloren? Und was bedeutet das für das Theater, das Kunst sein will? Das sind Fragen, die sich schon in der Entstehungszeit andeuteten.

Mateja Koleznik zählt zu den bedeutendsten Regisseurinnen Sloweniens. Ihr Debüt im deutschsprachigen Raum gab sie 2012 mit Witold Gombrowicz’s Yvonne, Prinzessin von Burgund. Eine Produktion, die zu zahlreichen internationalen Festivals eingeladen wurde. Unter anderem auch nach Maribor. Dort wurde ihre Produktion von Ibsens John Gabriel Borkman 2013 mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet. – Eine präzise Auseinandersetzung mit den Texten wie des Stückes SOMMERGÄSTE, die fast mikrochirurgische Sezierung der Psychologie der jeweiligen Figuren-Konstellationen und starke ästhetische bzw. formale Inszenierungs-Konzepte zeichnen Mateja Kolezniks Arbeiten aus. Sie sind mittlerweile im gesamten deutschsprachigen Raum zu sehen.

 

Folgende Schauspieler gestalten das Festspiel-Schauspiel SOMMERGÄSTE im August 2019 auf der Halleiner Perner-Insel: Primoz Pirnat Sergej Bassow, Rechtsanwalt. Genija Rykova Warwara Michajlowna, seine Frau. Gerti Drassl, Kalerija, Bassows Schwester. Paul Behren Wlas, Bruder von Warwara. Sascha Nathan Pjotr Suslow, Ingenieur. Aenne Schwarz Julija Filippowna, sein Frau. Jana Zupancic Olga Aleksejewna. Marko Mandic Pawel Rjumin. Marie-Lou Sellern Marja Lwowna, Ärztin. Maresi Riegner Sonja, ihre Tochter. Martin Schwab Doppelpunkt, Suslows Onkel. Till Firit Nikolaj Samyslow, Bassows Assistent. Felix Kammerer Simin, Student. Gunther Eckes Pustobajka, Wächter auf Bassows Datscha. Thomas Gräßle Kropilkin. Und andere Darsteller. – Das Programmbuch 2019 der Salzburger Festspiele wurde durchgehend mit Arbeiten von Joseph Beuys illustriert. Die oben abgebildete Arbeit, betitelt mit ,,Zwei Frauen‘‘, entstanden1958, wurde den Erläuterungen zum Schauspiel SOMMERGÄSTE vorangestellt. – (Sabrina Zwach, Odo Stierschneider. Foto: Stiftung Museum Moyland / Maurice Dorren).

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Die alljährliche Jahres-Pressekonferenz der Salzburger Festspiele am 14. November 2018 lieferte einen ausführlichen Überblick auf die bevorstehende Spielsaison 2019. Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler, Intendant Markus Hinterhäuser, Schauspiel-Leiterin Bettina Hering und Konzert-Leiter Florian Wiegand gaben einen faszinierenden und bestechenden Einblick auf das grandiose Programm des Jahres 2019. Für die Halleiner Festspiel-Insel ergibt sich ein besonders erfreulicher Ausblick, denn nach mehreren Jahren, werden im Festspielsommer 2019 auf der Perner-Insel, wieder zwei verschiedene Schauspiel-Aufführungen geboten: ,,Sommergäste‘‘ von Maxim Gorki und ,,Liliom‘‘ von Ferenc Molnár. Untenstehend ein gestraffter Blick auf die beiden Stücke. Die Spieldauer von ,,Sommergäste‘‘ beginnt auf der Perner-Insel am 31. Juli mit der Premiere und verläuft durchgehend bis 8. August. Die nächsten 9 Tage sind spielfrei. Am 17. August ist die Premiere von ,,Liliom‘‘. Vom 19. bis 28. August folgen noch 7 weitere Vorstellungen. Es werden hier im SALZSCHREIBER noch zwei weitere Beiträge veröffentlicht, die sich jeweils ausführlich mit einem der beiden Stücke auseinandersetzen.


MAXIM GORKI: SOMMERGÄSTE
EINE BESTECHENDE ÄSTHETISCHE KONZEPTION

Maxim Gorki schrieb sein Stück SOMMERGÄSTE im Jahr 1904, am Vorabend der Russischen Revolution, in einem ideologischen Vakuum. Über dem darin beschriebenen Gesellschaftspanorama steht die Frage nach dem Sinn in einem selbstbezüglichen, narzisstischen, vollkommen unpolitischen Kosmos, die heute aktueller denn je erscheint. Mateja Koležnik inszeniert das Stück auf der Perner-Insel. Ihre Arbeiten sind bekannt für eine präzise textliche Auseinandersetzung, eine fast mikrochirurgische Sezierung der psychologischen Figurenkonstellationen und eine bestechende ästhetische bzw. formale Konzeption. Es spielen unter anderem: Martin Schwab, Primož Pirnat, Genija Rykova, Gerti Drassl und Aenne Schwarz. Premiere auf der Perner-Insel am 31. Juli 2019.


FERENC MOLNÁR: LILIOM

DIE GESCHICHTE EINES UNVERBESSERLICHEN

Nach 16 Jahren im Fegefeuer darf Liliom in die Welt zurückkehren, doch er hat sich kein bisschen gebessert. – An diesem Punkt setzt Regisseur Kornél Mundruczó mit seiner Neuinszenierung von Ferenc Molnárs Liliom auf der Halleiner Perner-Insel in Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg an: Er rollt die Geschichte von hinten auf. Der Strizzi Liliom muss in einer Rückschau vor dem Jüngsten Gericht zu seinen Taten Rede und Antwort stehen. Kornél Mundruczó, 1975 geboren, zählt zu den wichtigsten und vielfach ausgezeichneten zeitgenössischen Theater- und Film-Regisseuren Ungarns. Seine Filme, wie zuletzt Jupiter’s Moon, waren mehrfach bei den Filmfestspielen in Cannes zu sehen. Es spielen: Jörg Pohl (Liliom), Maja Schöne (Julie), Oda Thormeyer (Frau Muskat), Marie Löcker (Marie), Julian Greis (Wolf Beifeld), Tilo Werner (Ficsur) und Sandra Flubacher (Frau Hollunder). Premiere ist am 17. August 2019. Das oben stehende Foto zeigt Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler und Intendant Markus Hinterhäuser. (Presseaussendung der Salzburger Festspiele, Odo Stierschneider. Foto: Franz Neumayr).

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Das einstige Halleiner Kultur-Café Kurkuma wandelt sich unter seinen neuen Betreibern Lea und Günther zum Pan Café. Präzise: Zum neuen Halleiner Kulturtempel Pan Café, denn die eingeführte und bewährte Kulturschiene wird weitergeführt! Das kulturelle Geschehen im Pan Café wird am Sonntag, 1. Dezember 2018 um 19 Uhr, mit einer prominenten Persönlichkeit eröffnet – mit dem begnadeten Gitarren-Artist Peter Ratzenböck! Der ungemein sympathische ,,Mann mit den schnellen Fingern‘‘ verfügt über eine spezielle und langjährige Beziehung zur Kulturstadt Hallein. Er stand nicht nur beim einstigen glorreichen ,,Folkfestival‘‘ mehrmals auf er Bühne, er hielt vor Ort auch mehrere Gitarrenkurse und präsentierte zahlreiche Konzerte vor einem stets begeisterten Publikum. Es verwundert nicht, dass sich die enge Beziehung zu Hallein auch in der künstlerischen Arbeit von Peter Ratzenbeck ausdrückt. So gibt es eine von ihm arrangierte Version von Franz Xaver Grubers ,,Stille Nacht, heilige Nacht‘‘ (CD Spheres 2012) und eine von ihm komponierte Hommage an die Stadt Hallein: ,,Ich denke oft an Hallein‘‘ (CD Outremer 1995). Eintrittskarten für den 1. Dezember sind um 20 Euro erhältlich, im Vorverkauf um 16/18 Euro. Dieser beginnt im Pan Café ab 17. November 2018. Tickets gibt es auch online und spesenfrei unter www.forum-hallein.at

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In der EUROPÄISCHEN THEATERNACHT 2018, am Samstag, 17. November um 20 Uhr, wird in der Stadt Hallein ein besonderes Fest geboten: Die Feier zum 25-jährigen Bestehen des Theaters ,,bodi end sole‘‘ im theater/objekt, Davisstraße 7. Das Theater-Jubiläum wird unter dem Titel ,,25 JAHRE IN 25 MINUTEN‘‘ präsentiert. Bilder, Kostüme, Erinnerungsstücke, alles zusammengetragen aus 25 Jahren, werden zu einer bunten Ausstellung. Die Zuschauer*innen sind Teil der Installation und werden mit besonderen Erinnerungsstücken überrascht. Beispiel: Die letzte Zigarre, die in Hallein gedreht wurde. (Anmerkung von bodi end sole: Agnes Primocic, die ehemalige Zigarrenfabriks-Arbeiterin, die 104 Jahre alt wurde, hat uns 1995 gezeigt, wie das Zigarren-Drehen geht). Weiters wird beim Jubiläums-Fest von bodi end sole Musik geboten, die für Produktionen des Theaters komponiert worden war, die Zuschauer*innen werden durch Stücke, Orte und Situationen der ersten 25 Jahre von bodi end sole geführt. Die Gestaltung liegt in Händen von Christa Hassfurther, Bashir Khordahji und Wolfgang Oliver. Es kocht an diesem Abend Christiane Rußegger. Also: Theater und Fest, Performance und Quiz, Installation und Gespräch im Theater bodi end sole, am 17. November, Einlass bereits ab 19 Uhr. Anmeldung: tickets@bodiendsole.at oder Mobil: +43 699 10070705. – Eine Woche später, am Samstag, 24. November 2018, wird im theater/objekt von bodi end sole, Davisstraße 7, eine tragikomische Performance, das Erfolgsstück ,,Ich will noch nicht sterben‘‘ von kollektivKOLLINSKI dargeboten. Konzeptidee und Organisation: Susanne Lipinski. Drei Menschen spielen lustvoll gegen den Tod an. Anmeldung: susannelipinski@gmx.at oder Mobil: +43 650 9806344. – (bodi end sole, Odo Stierschneider. Foto: bodi end sole).

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Noch Franz Xaver Gruber, Komponist des heuer besonders im Mittelpunkt stehenden Liedes ,,Stille Nacht‘‘, hatte als langjähriger Organist in Hallein, die alte Orgel für die Halleiner Stadtpfarrkirche konzipiert. Der bekannte Salzburger Orgelbauer Johann Nepomuk Carl Mauracher vollendete sie um 1870, sieben Jahre nach Grubers Tod in Hallein. 100 Jahre später, 1962, wurde aus damals zeitbedingter, heute freilich unverständlicher Begeisterung, das Instrument abgebaut, um einer modernen, elektromagnetischen und preisgünstigen Pfeifensteuerung Platz zu machen. Doch schon 30 Jahre später wurde das Instrument zunehmend unbrauchbar. Tasten, Pfeifen und Register funktionierten vielfach nicht mehr, das Innere des Orgelgehäuses befand sich in ruinösem Zustand. Die Holzkonstruktion war vom Wurm zerfressen, der Zustand der Orgelpfeifen desolat. Die Magnetsteuerung galt längst als überholt und musikalisch unbefriedigend, das dafür verwendete Material war minderwertig. Schließlich konnte zuletzt die Orgel nur noch mit besonders artistischem Geschick bespielt werden und kam immer seltener zum Einsatz. 2011 wurde sie schließlich endgültig stillgelegt.

Von einer Reparatur der Orgel mit ihrer mangelhaften elektromagnetischen Pfeifensteuerung, haben in den vergangenen Jahren insgesamt drei Gutachten der diözesanen Orgel-Kommission dringend abgeraten. So wurde ein neues Instrument in Auftrag gegeben, für das die private Halleiner Orgel-Spendeninitiative, die Stadt Hallein und das Land Salzburg als die drei größten Beitragszahler außerhalb der Stadtpfarre Hallein, jeweils 150.000 Euro, insgesamt also 450.000 Euro bereitstellten. Zu den aktiven Mitarbeitern der privaten Halleiner Orgel-Spendeninitiative gehören neben Dechant Hans Schreilechner derzeit als Obmann Pfarrgemeinderats-Obmann Stefan Brandauer, Kulturstadträtin Eveline Sampl-Schiestl als Obmann- Stellvertreterin, Friedl Bahner, Odo Stierschneider, Sepp Grabner, Markus Stepanek, Peter Hofrichter, und Jonathan Werner.

Die Errichtung der neuen Orgel erfolgte planmäßig. Vier Wochen vor der Weihe des Instruments am Sonntag, 25. November 2018, durch Alterzbischof Dr. Alois Kothgasser,
wird sie bereits in vollem Umfang bespielt. Intonateur Ekkehard Fehl ist bereits intensiv mit der Feinabstimmung der neuen Orgel beschäftigt. Diese Tätigkeit erfolgt sowohl oben an der Klaviatur der Orgel, als auch von unten in der Kirche mit Hilfe einer mobilen Test-Klaviatur, die per Kabel mit der Orgelklaviatur verbunden ist. Sie ermöglicht die Ansteuerung der Orgel aus verschiedensten Positionen in der Kirche – und gleichzeitig die alles entscheidenden Hörproben. Erster Eindruck: Die Orgel bietet eine begeisternde Klangfülle, die Töne zeichnen sich durch besonders volles, angenehmes Volumen aus, auch die zartesten Töne kommen unten bei den Kirchenbesuchern hervorragend an. Schwärmte ein Mitglied aus der mehrköpfigen Orgelbau-Mannschaft: ,,Die Halleiner Orgel wird eine neue Attraktion in der gesamten Erzdiözese!‘‘

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Bereits Geschichte: Monatelang stand das Orgel-Gehäuse leer. FOTO 2: Das Innere des Orgel-Gehäuses bildete einen großen Leerraum. FOTOS 3 und 4: Die ersten Bestandteile der neuen Orgel wurden per LKW bis vor die Stadtpfarrkirche transportiert und von Halleins Kultur-Stadträtin und Helfern in die Stadtpfarrkirche gebracht. FOTOS 5 und 6: Alsbald stapelten sich die Orgel-Bestandteile im rückwärtigen Teil der Stadtpfarrkirche. FOTOS 7 bis 9: Die ersten fotografischen Kostproben zeigen, dass das Innere der neuen Orgel durch die neue Technologie und die meisterhafte Holzverarbeitung mit großartigem optischen Auftritt begeistert. FOTOS 10 und 11: Intonateur Ekkehard Fehl testet das neue Instrument sowohl oben an der Orgel-Klaviatur als auch unten in der Kirche mit der mobilen Test-Klaviatur. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Eröffnungstermin: Donnerstag, 8. November 2018 um 19.30 Uhr.

Eröffnung durch Heinrich Schellhorn, Landeshauptmann-Stellvertreter.

Zur Ausstellung spricht Peter Husty, Chefkurator Salzburg Museum.

Dauer der Ausstellung: 9. November bis 22. Dezember 2018.

Geöffnet: Mittwoch bis Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr.
Das Ausstellungsprojekt wird unterstützt von der ,,Stille Nacht‘‘ GmbH.


Der Tennengauer Kunstkreis präsentiert in seiner letzten Ausstellung des Jahres 2018 Arbeiten der Tiroler Künstlerin Maria Peters. Gezeigt wird ein Auszug aus dem Projektzyklus Lost to regain, in dem sich die Künstlerin mit der technischen Optimierung des Menschen und der Frage der Überschreitung des Menschseins durch die Verbindung mit neuen Technologien befasst. Für dieses 2016 begonnene Buchprojekt hat die Künstlerin eine neue Erzählform entwickelt, die sie Novelle Montage nennt – ein Erzählen in Raum und Zeit zwischen Kunst, Science Fiction und Fantasy. Ihre Romanfiguren werden lebendig und begegnen mitunter dem Publikum in Ausstellungen, Performances und einem Blog (www.novelle-montage.com).

 

Im Kunstraum pro arte wird die Episode 4 des Zyklus erzählt, in dessen Zentrum die historische Figur Maria Wolkonskaja und ihre besondere Beziehung zum Lied „Stille Nacht“ stehen. Im 19. Jahrhundert folgte Maria Wolkonskaja ihrem Ehemann in die Verbannung nach Sibirien, wo ihr Haus zum kulturellen und gesellschaftlichen Zentrum in Irkutsk wurde. Wie aber kam das Lied „Stille Nacht“ bis nach Irkutsk am Baikalsee? Anhand des Lebenswegs der Maria Wolkonskaja erzählt die Künstlerin Maria Peters eine Geschichte über das Weitergeben von Erinnerungen, über Visionen möglicher Zukünfte aus fragmentierten oder verloren geglaubten Vergangenheiten und über das Wünschen als magische Fähigkeit. Sie öffnet dabei einen Raum zum Innehalten und Nachdenken - über das was uns in dieser Welt als weitergebenswert erscheint, welche Fähigkeiten für eine glückliche Zukunft wertvoll erscheinen und welche Gefahren im Traum nach Unsterblichkeit enthalten sind. Dieser Traum von Unsterblichkeit wurde schon von Wolkonskaja thematisiert, und nun, mit seiner nahenden Einlösung durch Neurowissenschaften und Genforschung, zu einer immer realeren Möglichkeit.

 

Kurzbiografie Maria Peters:
1966 in Tirol/Austria geboren.
1984 - 2007 freischaffende Restauratorin für Wandmalerei
1996 - 2002 Studium in Wien, Univ. für Angewandte Kunst (Prof. Bernhard Leitner) und Akademie der Bildenden Künste (Renée Green)
Lebt und arbeitet seit 2017 wieder in Wien.

 

Zu den oben stehenden Fotos:
FOTO 1: Portraitfoto Maria Peters. (Foto: Dr. Gunther Bakay).
FOTO 2: IchHörteDenKlangDerSterne, Collage, Maria Peters.

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Plan B – das ist eine engagierte Gruppe künstlerisch begeisterter Menschen, die ihrer Kreativität in der gemeinsamen „Offenen Werkstatt“ in Hallein, Kornsteinplatz 10, freien Lauf lassen. Das Erfreuliche dabei: Die Mitglieder von Plan B wollen ihre Begeisterung für die Kunst, das dazu nötige Wissen und Können an alle Interessierten weitergeben. In der einzigartigen, stimmungsvollen, von Säulen getragenen, für alle Neugierigen Offenen Gewölbe-Kunstwerkstatt, können alle, die künstlerisch tätig sein wollen, ihre eventuell vorhandene Hemmschwelle vor einer künstlerischen Betätigung abbauen. Anhand der ständig ausgestellten, vielfältigen künstlerischen Arbeiten in der Offenen Werkstatt, findet jede Besucherin und jeder Besucher reichliche Möglichkeiten vor, den Künstler in sich zu entdecken.

 

Die freundlichen, sympathischen und von der Kunst begeisterten Künstlerinnen und Künstler der Gruppe Plan B, bieten anhand der ausgestellten Werke, erklärende Gespräche und laden Interessierte ein, gleich durch einen Selbstversuch festzustellen, wohin die faszinierende und aufregende künstlerische Reise hingehen könnte. Das hilfreiche Team von Plan B mit Namen und künstlerischer Ausrichtung: Hannes Bernhofer (Drechseln, Metallskulpturen), Robert Bernhofer (Raku-Keramik, Klein-Skulpturen), Ulli Fritzl (Speckstein), Günther Reiter (Speckstein), Bernhard Fritzl (Monotypie, Aquarell, Raku-Keramik), Raimund Weickl (Metall-Skulpturen, Polymer Clay), Gerold Pattis (Astro-Fotografie) und Eva M. Moser (Filzen). Außerdem werden Kindertage veranstaltet.

Regelmäßig veranstaltet die rührige Künstler/innen-Gruppe Plan B öffentliche Ausstellungen in ihrem herrlichen Kunst-Tempel am Kornsteinplatz. Die oben stehenden Fotos entstanden bei der letzten, ungemein erfreulichen Werkschau der Plan-B-Mitglieder. Die Situierung von Plan B am Kornsteinplatz stellt einen echten Glücksfall für die Stadt Hallein dar – eine so fantastische und aktive Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern ist unbezahlbar für die Stadt Hallein, die sich immer noch gerne als Kulturstadt bezeichnet. Und dieser Glückfall gilt natürlich in besonderem Maße für die Bewohner und Besucher der Stadt Hallein. Die Ausstrahlung des Offenen Kunstraumes von Plan B kommt der gesamten Altstadt zugute.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS:
FOTO 1:
Anlässlich der Werkschau der Plan-B-Mitglieder wurde die Eingangsfront zur Offenen Werkstatt fantasievoll gestaltet. Kunstobjekte erstrahlten abwechselnd in den verschiedensten Farben. FOTOS 2 und 3: Zwei Details aus der großartigen Eingangs-Gestaltung. FOTO 4: Bernhard Fritzl begrüßte die Ausstellungsgäste, ein Teil der Anwesenden ist auf den FOTOS 5 und 6 festgehalten. Auf den nachfolgenden 11 Fotos (FOTOS 7 bis 17) ist natürlich nur ein Bruchteil der ausgestellten Arbeiten zu sehen – aber man erkennt die ungeheure künstlerische Vielfalt, die immer wieder bei den Plan-B-Ausstellungen zu bewundern ist und die uns immer wieder begeistert. Genau hinsehen lohnt sich: Haben Sie die Käfer auf der Fress-Station (Foto 11) oder Augen und Schnabel des Gefiederten (FOTO 12) schon entdeckt? – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Das Halleiner Stadtfest soll wieder stattfinden. Darüber waren sich alle politischen Parteien in der öffentlichen Oktober-Sitzung der Gemeindevertretung Hallein einig. Nicht zur Sprache kam, warum überhaupt das Stadtfest dem langjährigen Veranstalter entzogen wurde: Das Halleiner Stadtfest entartete immer mehr zur reinen Gastronomie-Veranstaltung, bei der die Teilnehmer nur noch darauf fixiert waren, möglichst hohe Einnahmen durch Speisen und Getränke zu lukrieren. Brutal formuliert: das Stadtfest geriet zum Schluss zur noch zur berüchtigten ,,Fress- und Sauf-Meile‘‘. Deshalb wurde auch die Durchführung des Stadtfestes dem langjährigen Betreiber entzogen. Nun aber soll er doch wieder mit der Veranstaltung des Stadtfestes betraut werden. Das kann nur gutgehen, wenn das Halleiner Stadtfest unter völlig neuen Bedingungen stattfindet. Die Stadtgemeinde müsste also vorerst versuchen, im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung, einen geeigneten Stadtfest-Veranstalter zu finden. Ganz entscheidend: Für das neue Stadtfest sind bindende Vorgaben festzulegen, nach denen sich das Konzept der Veranstalter zu orientieren hat. Eine Entartung des Stadtfestes in Form einer Aneinanderreihung von Bewirtungs-Ständen darf es nicht mehr geben. Stadtfest-Teilnehmer, die lediglich als bloße Speise- und Getränkebuden-Betreiber ihre Kasse auffetten wollen, gehören aus dem Stadtfest entfernt. Alle Teilnehmer des Stadtfestes müssen künftig das Stadtfest aktiv mitgestalten. Daher sind konstruktive Auflagen für den künftigen Veranstalter unverzichtbar. Damit das Stadtfest endlich wieder zu einem echten Halleiner Stadtfest wird.

JEDER STADTFEST-TEILNEHMER MUSS
ZUM GESAMT_PROGRAMM BEITRAGEN

Das ideale Halleiner Stadtfest sollte Facetten der Stadt widerspiegeln. Jeder, der beim Stadtfest mitmacht, muss sich verpflichten, durch eine spezielle Präsentation aktiv zum Gesamtprogramm des Stadtfestes beizutragen. Wenn beispielweise der Halleiner Turnverein teilnimmt, dann sollte er auf Matten das Bodenturnen demonstrieren oder zeigen, wie man auf Pferd oder Barren turnt. Ein Kulturverein könnte beim Stadtfest Maler oder Bildhauer bei ihrer Arbeit präsentieren. Das Keltenmuseum sollte mit großen, optisch wirksam nebeneinander und übereinander aufgestellten Würfeln, deren Seitenflächen Großfotos von spektakulären keltischen Funden zeigen, die Besucher auf sich aufmerksam machen. Auch die Stadtgemeinde Hallein müsste mit interessanten Informationstafeln in Erscheinung treten. Das Gleiche gilt für die Bezirkshauptmannschaft. Das Dürrnberger Salzbergwerk könnte gleich zweifach in Erscheinung treten: Einmal mit einem Verkaufsstand von Salz-Spezialitäten, so wie sie leider nur oben im Eingangsbereich zum Bergwerk angeboten werden und dann mit dem Nachbau einer funktionstüchtigen Holzrutsche aus dem Bergwerk. Dies war schon vor Jahrzehnten, in den glorreichen Anfangsjahren des Stadtfestes, eine echte Attraktion – sogar Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer sen. ließ es sich nicht nehmen, diese Rutsche zu benützen. (Das entsprechende Foto dazu erschien in der ,,Halleiner Zeitung‘‘.) Diese beeindruckende Rutsche, bergmännisch genannt ,,Rolle‘‘, wurde unter Leitung von Ing. Anton Kurz von Schülern und Schülerinnen der HTL Hallein erbaut. Natürlich müssten beim Halleiner Stadtfest auch verstärkt Musikanten und Musikgruppen mit ihren Darbietungen in Erscheinung treten. Und wer wagt sich wohl wieder an die Wiederbelebung des historischen Schifferstechens durch die Halleiner Bürgergarde auf der Salzach?

PFLICHTLEKTÜRE: DER LEHRREICHE
BILDBAND VON HERBERT STRUBER

Was das Halleiner Stadtfest aber wirklich sein könnte, und auch schon in seinen ersten Jahren bereits war, das schildert eindringlich der Bildband ,,Kulturstadt Hallein – Zur Geschichte der Kultur- und Stadtfeste 1985 bis 1990‘‘ von Herbert Struber. Struber unterrichtete 40 Jahre lang Mathematik und Physik an Gymnasien in Salzburg und Hallein und war 11 Jahre lang Bürgermeister von Oberalm. Seiner drängenden Energie waren die Gründung des Kulturforums Hallein, der Stadtfestwoche und des Halleiner Stadtfestes zu danken. In seinem Bildband beschreibt Struber ausführlich als Insider die ersten sechs Stadtfeste – ein unverzichtbares Anregungs- und Nachschlagewerk für alle, die an einer sinnvollen, umfassenden, gehaltreichen und anspruchsvollen Wiederbelebung des Halleiner Stadtfestes interessiert sind. Zahlreiche Persönlichkeiten kommen zu Wort, sinngebend für das neue Halleiner Stadtfest wollen wir aus Strubers Bildband Manfred Baumann zitieren: ,,Das war damals ein unheimlicher Sog, der da entstanden ist. Mit Beginn des 1. Halleiner Stadtfestes explodierte etwas, ein vielgestaltiges Spektrum an Möglichkeiten tat sich auf. Auf den Plätzen wurde gespielt und gefeiert. In den Gaststätten erlebte man Musik, Kabarett, Literatur, Performance. Neue Spielstätten in der Stadt wurden gefunden, zum Leben erweckt, vor allem durch kreative Menschen aus der Stadt, der Region, aber auch durch Künstler, die von außen kamen. Kulturelle Begegnung und das Gemeinschaftsgefühl des miteinander Feierns wurden zu einem Motor für die positive Stimmung in der Stadt.‘‘ Die Lektüre des Bildbandes von Herbert Struber müsste eine unerlässliche Pflichtlektüre für alle sein, die sich maßgeblich mit der Neuausrichtung des Halleiner Stadtfestes befassen. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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In der Stadtpfarrkirche Hallein wurde am 29. September 2018 in festlichem Rahmen eine ungewöhnliche, zweifache Eröffnung zum Thema ,,Stille Nacht‘‘ gefeiert: Sie galt sowohl für den Halleiner Beitrag zur überregionalen Landesausstellung 200 Jahre ,,Stille Nacht‘‘ als auch für das völlig neu gestalteten ,,Stille Nacht‘‘-Museum. Im Museumsgebäude hatte ,,Stille Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber 28 Jahre verbracht, da er in der gegenüber liegenden Stadtpfarrkirche als Organist und Chorleiter tätig war. Im Anschluss an den feierlichen Doppel-Eröffnungsakt, in dessen Verlauf Erzbischof Dr. Franz Lackner das ,,Stille Nacht‘‘-Museum segnete und Landeshauptmann die Eröffnungsrede hielt (,,Das Lied Stille Nacht ist Bestandteil unserer DNA‘‘), wartete auf die prominenten Protagonisten dieses Festtages eine besonders schöne und reizvolle Aufgabe: Der gemeinsame, feierliche Durchschnitt des Eröffnungsbandes am Eingang zum ,,Stille Nacht‘‘-Museum und die Besichtigung dieses neuen Halleiner ,,Stille Nacht‘‘-Zentrums.

Draußen auf dem Franz Xaver Gruber-Platz zwischen dem ,,Stille Nacht‘‘-Museum und der Stadtpfarrkirche wurde ein buntes Programm geboten. Ein Konzert mit der Bürgerkorpskapelle und der Bergknappen-Musikkapelle Dürrnberg, ein Chorkonzert mit dem Männerchor Hochburg/Ach, der Halleiner Liedertafel und dem Kirchenchor Hallein und schließlich bot Melanie Eichhorn mit ihrem reizvollen Figurenthater das Stück ,,Lug oder Betrug‘‘. Natürlich trat auch die Familie Gruber persönlich in Erscheinung: Elisabeth Gruber (Martina Mathur), Felix Gruber (Benjamin Huber), Katharina Gruber (Brigitte Winkler) und Franz Xaver Gruber (Heimo Thiel). Auf dem gesamten Gruberplatz herrschte dichtes Gedränge, denn er wurde sowohl von den Festgästen als auch von den Mitwirkenden, die wir hier gerne gemeinsam aufzählen, in Beschlag genommen: Hia & Do Brass der Bürgerkorpskapelle Hallein, Organist Martin Hofinger, Männerchor Hochburg/Ach, Halleiner Liedertafel 1849, Kirchenchor Hallein, Schulchor des Bundesgymnasium/Bundesrealgymnasium Hallein, Instrumental-Ensemble des Musikum Hallein, Bürgerkorpskapelle der Stadt Hallein, Bergknappen-Musikkapelle Dürrnberg, Goldhaubenfrauen der Stadt Hallein, Bürgerkorps der Stadt Hallein, Dürrnberger Weihnachtsschützen und Gamper Weihnachtsschützen. Auf der Zechnerstraße zwischen Stadtpfarrkirche und Stadtpfarre wurden Tische und Bänke aufgestellt, hier konnten sich alle mit Speise und Trank stärken. – Bestechend ist die Abschlussbilanz für das neue ,,Stille Nacht‘‘-Zentrum Hallein: Der Gruber-Platz wurde völlig neu gestaltet (Details wie bunte Blumenschüsseln im Grau-in-Grau-Ambiente fehlen noch), das Museumsgebäude wurde umfassend renoviert und mit einem Aufzug ausgestattet, das ,,Stille Nacht‘‘-Museum zeigt sich räumlich vergrößert und völlig neu gestaltet und glänzt mit einer Reihe von Alleinstellungs-Merkmalen, von denen sich auch Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer beeindruckt zeigte. Insgesamt war dazu ein finanzieller Aufwand von 1,7 Millionen Euro erforderlich.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Im Arbeitseinsatz am Eröffnungsband: Museumsleiter Mag. Florian Knopp, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl, Landtags-Präsidentin Dr. Brigitta Pallauf, Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher und Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl. FOTO 2: Unter dem Beifall der Anwesenden, erhält Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl für ihren enormen persönlichen Einsatz im Vorfeld der ,,Stille Nacht‘‘-Feierlichkeiten einen prächtigen Blumenstrauß überreicht. FOTO 3: Bereits im ,,Stille Nacht‘‘-Museum, führen Landeshauptmann und Museumsleiter Mag. Florian Knopp ein intensives Gespräch. FOTO 4: Der Landeshauptmann und seine Begleitung beginnen mit dem Besichtigungs-Rundgang durch das neue Halleiner ,,Stille Nacht‘‘-Museum. FOTO 5: Nach dem Museums-Rundgang folgte noch eine traditionsreiche Pflichtübung: Der Bierfass-Anstich durch Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher. FOTO 6: Die prominenten Protagonisten des Festtages konnten sich schließlich an dem köstlichen Trank aus Kaltenhausen erfreuen. Links im Bild Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Heinrich Schellhorn. FOTOS 7 bis 9: Die Zechner-Straße vor dem Pfarramt Hallein bot einen ungewöhnlichen Anblick: Hier konnten die Festgäste Speisen und Getränke genießen. Die feierliche, beeindruckend gestaltete Doppel-Eröffnung im Halleiner ,,Stille Nacht‘‘-Bezirk bleibt jedenfalls im kulturellen Gedächtnis der Stadt Hallein unvergessen. DER SALZSCHREIBER lieferte dazu drei Bild-Berichte mit insgesamt 22 Fotos. Ein konkurrenzloser journalistischer Service. – (Text und Fotos: Odo Stierschneider).

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Der 29. September 2018 bleibt im kulturellen Gedächtnis der Stadt Hallein unvergessen. Zwei bedeutsame Ereignisse kennzeichneten diesen großartigen und unvergesslichen Samstag, der auf der Homepage der Stadt Hallein mit den Worten ,,Hallein war heute ein Epizentrum von Stille Nacht: 2 Eröffnungen an 1 Tag!‘‘ gefeiert wurde. Das Geschehen begann mit dem Festakt zur Eröffnung der überregionalen Landesausstellung 200 Jahre Lied ,,Stille Nacht, Heilige Nacht‘‘ in der Stadtpfarrkirche. Die Landesausstellung findet an insgesamt 9 Orten in Oberösterreich, Salzburg und Tirol statt. Hallein bietet in diesem Reigen eine besonders repräsentative Plattform mit einer respektablen Anzahl von Alleinstellungs-Merkmalen. (Näheres dazu im Bild-Bericht zum Thema ,,Stille Nacht‘‘ 1, gleich hier im Ressort KULTUR, anschließend an diesen Beitrag). Schließlich wurde auch das völlig neu gestaltete ,,Stille Nacht‘‘-Museum im grundlegend renovierten Wohnhaus von ,,Stille Nacht‘‘ Komponist Franz Xaver Gruber präsentiert, das mit seiner Eröffnung auch zum Träger der Landesausstellung in Hallein wurde. Die zwei prominentesten Persönlichkeiten an diesem großen ,,Stille Nacht‘‘-Festtag in Hallein: Erzbischof Dr. Franz Lackner und Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer.

Halleins Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl agierte, glücklich nach den intensiven Monaten der Gebäude-Renovierung und der völligen Neugestaltung des ,,Stille Nacht‘‘-Museums, als Moderatorin der vielseitig angelegten Eröffnung der Landesausstellung 200 Jahre Lied ,,Stille Nacht‘‘. Zu Beginn sorgte Martin Hofinger für die Begrüßungsmusik an der Orgel. Es folgte eine Darbietung des Bläser-Ensembles Hia & Do Brass der Bürgerkorpskaplle Hallein. Daraufhin nahm Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl die Begrüßung der Anwesenden in der vollbesetzten Stadtpfarrkirche vor. Anschließend wurde vom Schulchor Bundesgymnasium/Bundesrealgymnasium Hallein das populäre Halleiner ,,Zeiserl-Lied‘‘ von Josef Göttlicher (Melodie) und Max Gmachl (Text) unter Leitung von Martina Seiwald-Reiter dargeboten.

Eine Gesprächsrunde, geleitet von Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl, bot mit Spitzenvertretern aus der lokalen Politik sowie mit leitenden Persönlichkeiten aus der Salzburger und Halleiner Museums-Landschaft, wichtige Einblicke in das vielfältige Hintergrund-Geschehen, welches schließlich zum stolzen Festtag der Eröffnung der Landesausstellung auch in Hallein sowie zur Eröffnung des neuen ,,Stille Nacht‘‘-Museums in Hallein führte. Musikalisch ging es weiter mit einem musikalischen Werk von Franz Xaver Gruber, in einer Transkription von Johannes Forster: ,,Kyrie und Communio‘‘ aus der Deutschen Messe in D-Dur ,,Sieh Gott! Vom Himmel nieder‘‘.

Zu einem besonderen Ereignis gestaltete sich natürlich die eloquente Eröffnungsrede von Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer. Ohne Manuskript behandelte er umfassend und auf beeindruckende Weise eine spannende Vielfalt von Sichtweisen auf das Thema ,,Stille Nacht‘‘ und sparte auch nicht mit Lob für die zahlreichen Mitwirkenden am immer wieder wundersam berührenden Thema ,,Stille Nacht‘‘.
Natürlich wurden im Vorfeld des großen ,,Stille Nacht‘‘-Ereignisses immer wieder aus einer der 9 ,,Stille Nacht‘‘-Gemeinden spezielle Wünschen an ihn heran getragen. Bezüglich Hallein hatte er für Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl dazu ein spezielles Lob bereit: Sie habe stets ,,mit beharrlicher Freundlichkeit‘‘ und ,,mit freundlicher Beharrlichkeit‘‘ argumentiert. Unter Leitung von Gunther Hinterdobler boten danach der Männerchor Hochburg/Ach, die Halleiner Liedertafel 1849 und der Kirchenchor Hallein das ,,Stille Nacht Friedenslied‘‘ von Gunther Hinterdobler (Melodie) und Hubert Starflinger (Text) dar.

Zu einem weiteren herausragenden Höhepunkt des Festtages gestaltete sich die Segnung des ,,Stille Nacht‘‘-Museums durch Erzbischof Dr. Franz Lackner. Daraufhin trat der Schulchor BG/BRG Hallein unter Leitung von Martina Seiwald-Reiter in Aktion und bot ,,Aandgesang – Traditional Afrikaans Hymn‘‘ von Chris Lampert (Musik) und Andreas Lamken (Text), im Arrangement von Martin Fabian dar. Es folgte ,,Frieden‘‘ von Gotthilf Fischer (Musik und Text), arrangiert von Martin Fabian, unter Mitwirkung der Chöre Männerchor Hochburg/Ach, Halleiner Liedertafel 1849, Kirchenchor Hallein, Schulchor BG/BRG Hallein. Es spielte die Hia & Do Brass Hallein. Die Leitung lag in Händen von Martina Seiwald-Reiter. Den machtvollen musikalischen Schlusspunkt setzte schließlich das exzellente Bläserensemble Hia & Do der Bürgerkorpskapelle der Stadt Hallein.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl führte durch den Festakt in der Stadtpfarrkirche. FOTO 2: Prominente Gäste im Publikum: Erzbischof Dr. Franz Lackner, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl, 1. Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher, Keltenmuseums-Leiter Mag. Florian Knopp und Direktor des Salzburg Museums Prof. Mag. Dr. Martin Hochleitner. Dahinter 2. Vize-Bürgermeister Alexander Stangassinger und Mag. Michael Neureiter, Präsident der ,,Stille Nacht‘‘-Gesellschaft. FOTO 3: Die Prominenten-Gesprächsrunde, geleitet von Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl. FOTOS 4 und 5: Die mitwirkenden Jugend- und Erwachsenen-Chöre boten beeindruckenden Gesang und einen optisch beeindruckenden Anblick. FOTO 6: Erzbischof Dr. Franz Lackner. FOTO 7: Prominente Festgäste nach dem Festakt in der Stadtpfarrkirche auf dem Gruber-Platz: Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Landtags-Präsidentin Dr. Brigitta Pallauf, Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Christian Stöckl, 1. Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher und 2. Vize-Bürgermeister Alexander Stangassinger. – (Text und Fotos: Odo Stierschneider).

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Den Beginn setzte am unvergesslichen ,,Stille Nacht‘‘-Samstag, 29. September 2018, ein Festzug, angeführt von der Bürgerkorps-Musikkapelle Hallein, der von der Stadtbrücke durch die Altstadt hinauf bis zum ,,Stille Nacht‘‘-Bezirk führte. Dort ging das bedeutendste Kulturereignis des Jahres 2018 für die Stadt Hallein eindrucksvoll über die Bühne: Die Eröffnung der überregionalen Salzburger Landesausstellung ,,200 Jahre Lied ,,Stille Nacht‘‘ (an 9 verschiedenen Orten) in der Stadtpfarrkirche Hallein und die Eröffnung des völlig neu gestalteten ,,Stille Nacht‘‘-Museums. Die prominentesten Mitwirkenden: Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Erzbischof Dr. Franz Lackner, Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher und Halleins Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl. Hallein wurde damit als herausragende ,,Stille Nacht‘‘-Stadt neu positioniert. Denn die Stadt zeichnet sich in Bezug auf das Weihnachts- und Weltfriedens-Lied ,,Stille Nacht! Heilige Nacht!‘‘, jetzt erst recht als spezieller Museums- und Geschichts-Standort mit einer ganzen Reihe markanter Alleinstellungs-Merkmale aus. Die wichtigsten sind nachfolgend angeführt.
 

O ,,Stille Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber lebte 28 Jahre, von 1835 bis zu seinem Tod 1863, in der Stadt Hallein. Er starb im Alter von 83 Jahren.

O Durch die Anstellung als Chorregent und Organist in der Stadtpfarrkirche Hallein und durch seine Tätigkeit als Komponist konnte Gruber ganz für die Musik leben und war nicht mehr gezwungen, aus wirtschaftlichen Gründen als Lehrer zusätzlich Geld zu verdienen.

O In Hallein entstanden durch Gruber weitere Versionen seines Weihnachtsliedes ,,Stille Nacht‘‘ für unterschiedliche Besetzungen.

O 1854 verfasste Franz Xaver Gruber in Hallein die sogenannte ,,Authentische Veranlassung‘‘, jenes Dokument, das die Schaffung des Weihnachtsliedes ,,Stille Nacht‘‘ durch Textdichter Joseph Mohr und Komponist Franz Xaver Gruber dokumentiert.

O Über den Enkel Grubers gelangte der umfangreiche Nachlass des ,,Stille Nacht‘‘- Komponisten an Originalobjekten, Schriftstücken und Kompositionen in die Halleiner Museumssammlung.

O Franz Xaver Gruber war Gründungsmitglied der Halleiner Liedertafel, die bis heute eine lebendige Musiktradition bewahrt.

O Im neuen Halleiner ,,Stille Nacht‘‘-Museum werden herausragende Einzelstücke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Die einstige Mohr-Gitarre, auf der zum ersten Mal 1818 als Abschluss der Christmette in Oberndorf das Lied ,,Stille Nacht‘‘ erklang, die ,,Stille Nacht‘‘ Autographen II, IV und V, die drei Versionen der Authentischen Veranlassung, die sich nur minimal voneinander unterscheiden und alle das gleiche Datum tragen, das Gruber-Porträt von Sebastian Stief etc.

O ,,Stille Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber ist in Hallein begraben. Zwischen dem ,,Stille Nacht‘‘-Museum in Grubers einstigem Wohnhaus und der gegenüber liegenden Stadtpfarrkirche befindet sich eine, in den wirtschaftlich angespannten 30er Jahren des 20. Jahrhunderts errichtete bescheidene Gedenkstätte in Form eines einfachen Privatgrabes.

O Tagebuch-Notizen Grubers ermöglichen wichtige persönliche Eindrücke und Perspektiven auf die Lebensumstände des Komponisten in Hallein.

O Grubers zwei Söhne prägten nach dem Tod des Vaters die Musikgeschichte in Hallein. So wird etwa noch immer am 24. Dezember das Weihnachtslied ,,Stille Nacht‘‘ in Originalbesetzung vor dem ehemaligen Wohnhaus und gleichzeitig vor dem Gedenkgrab gesungen. In Hallein geht diese Tradition auf den Enkel Felix Gruber zurück, der 1923 dieses weihnachtliche Singen begründete. Zu diesem Zeitpunkt war vom einstigen Friedhof rund um die Stadtpfarrkirche nichts mehr zu sehen, der neue Städtische Friedhof war schon seit vier Jahrzehnten benützt worden. Auch Grubers einfaches Gedenkgrab vor seinem einstigen Wohnhaus, wurde erst 1936, also 13 Jahre nach Beginn dieses weihnachtlichen Singens, errichtet.

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTOS 1 und 2: Die Halleiner Bürgerkorps-Musikkapelle bei ihrem Marsch durch die Halleiner Altstadt. Fotografiert, als die Musiker aus der beschatteten Thunstraße auf den sonnigen Bayrhamerplatz marschierten und als sie am Ende der Pfarrgasse die Stadtpfarrkirche erreicht hatten. FOTOS 3 und 4: Auf dem Gruberplatz hatte neben anderen Vereinen auch die Halleiner Bürgergarde Aufstellung genommen. Ihr oblag es an diesem außerordentlichen Feststag, gekonnt und auf einen Schlag, die Ehrensalve abzufeuern. FOTO 5: Unter den zahlreichen Gruppierungen war auch die Dürrnberger Bergknappen-Musikkapelle vertreten. FOTO 6: Die prominentesten Protagonisten an diesem herausragenden ,,Stille Nacht‘‘-Festtag, im Bild von links nach rechts: Florian Knopp, Leiter des Keltenmuseums Hallein, dem das Halleiner ,,Stille Nacht‘‘ Museum angegliedert ist, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Halleins Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl, Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher und Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Dr. Christian Stöckl. – (Odo Stierschneider, Infos des Keltenmuseums. Fotos: OST). Es folgen noch drei weitere Bildberichte über das Geschehen rund um die Eröffnung des neu gestalteten Halleiner ,,Stille Nacht‘‘-Museums.

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Ein herausragendes, kulturelles Ereignis in Hallein von weitreichender, elementarer Bedeutung wurde den Vertretern von Presse, Rundfunk und Fernsehen bereits präsentiert: Das neue ,,Stille Nacht‘‘-Museum in Hallein wird am Samstag, 29. September 2018, im Rahmen eines Auftakt-Festaktes der Landesausstellung 200 Jahre ,,Stille Nacht‘‘ gemeinsam mit der Sonder-Ausstellung STILLE NACHT 200 – Geschichte. Botschaft. Gegenwart im Salzburg Museum eröffnet. Die Landesausstellung umfasst neun ,,Stille Nacht‘‘-Gemeinden im Land Salzburg, Oberösterreich und Tirol. Beginn ist am Samstag um 11 Uhr im Salzburg Museum, die Ausstellung dauert an allen Orten bis 3. Februar 2019. Die Feierlichkeiten in Hallein starten um 13:40 Uhr mit einem Festzug von der Stadtbrücke zur Stadtpfarrkirche Hallein. Von 14 bis 15 Uhr findet der Festakt in der Stadtpfarrkirche Hallein statt. Von 15:30 bis 18 Uhr erwartet die Besucher ein Rahmenprogramm im ,,Stille Nacht‘‘-Bezirk. Um 16 Uhr findet schließlich die Preisverleihung im Schulbewerb statt. Im ,,Stille Nacht‘‘-Museum Hallein werden Schaffen und Wirken von ,,Stille Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber in völlig neuer Atmosphäre präsentiert. Im ehemaligen, grundlegend renovierten Mesner- und Chorregenten-Haus gegenüber der Stadtpfarrkirche, in dem Gruber 28 Jahre lebte und arbeitete, sind einzigartige Original-Objekte zu bewundern. Unter anderem drei der insgesamt nur vier erhaltenen ,,Stille Nacht‘‘-Autographen (Original-Niederschriften Grubers) von unschätzbarem kulturellem Stellenwert, die ,,Authentische Veranlassung‘‘ in mehreren Versionen, in der Gruber die Entstehung des Liedes ,,Stille Nacht‘‘ am 24. Dezember 1818 in Oberndorf dokumentiert, die Original-Gitarre, auf der Joseph Mohr in der Weihnachtsmette 1818 spielte, als er (der Textdichter) und Franz Xaver Gruber (der Komponist) in der Oberndorfer Kirche erstmals das heute unsterbliche Lied zu Gehör brachten und schließlich persönliche Gegenstände Grubers und originale Einrichtungs-Gegenstände aus seiner Wohnung.

GRUBER UND MOHR WAREN DURCH
LEBENSLANGE FREUNDSCHAFT VERBUNDEN

Franz Xaver Gruber wurde am 25. November 1787 als fünftes Kind einer Leinenweber-Familie in Hochburg-Ach im oberösterreichischen Innviertel geboren. Auf Wunsch des Vaters erlernte er das Handwerk des Leinenwebers, fiel jedoch schon in der Schule durch sein großes musikalisches Talent auf. Gefördert wurde er von seinem Lehrer Andreas Peterlechner, der ihm auch Orgel-Unterricht erteilte. Mit 11 Jahren erhielt der Bub die Erlaubnis des Vaters für das Orgelspiel. Seine musikalischen Fähigkeiten verfeinerte der junge Franz Xaver Gruber bei dem bekannten Chorregenten Georg Hartdobler im benachbarten Burghausen. 1805/1806 absolvierte Gruber seine Lehrerausbildung in Ried im Innkreis und trat 1807 seine erste selbständige Stelle als Lehrer in Arnsdorf an, wo er seine erste Frau kennenlernte und heiratete. 1816 nahm Gruber zusätzlich den Kantoren- und Organistendienst in der nur 4 Kilometer entfernten St. Nikola Kirche in Oberndorf an, wo er auf Joseph Mohr traf. Mit dem jungen Hilfspriester verband ihn vor allem die gemeinsame Liebe zur Musik und ihre Freundschaft sollte ein Leben lang Bestand haben. Am Weihnachtstag 1818 übereichte Joseph Mohr seinem Freund Gruber das zwei Jahre zuvor von ihm verfasste Gedicht ,,Stille Nacht‘‘ mit der Bitte, dieses für die am gleichen Tag stattfindende Christmette zu vertonen. So entstand das beliebteste Weihnachtslied der Welt. Zum ersten Mal erklang es in der Oberndorfer St. Nikola Kirche nach der Christmette am 24. Dezember 1818, gesungen von Gruber und Mohr und zusätzlich von Mohr auf der Gitarre begleitet.

FRANZ XAVER GRUBER
WIRKTE 28 JAHRE IN HALLEIN

Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Gruber seine ehemalige Schülerin Maria Breitfuß. Der Ehe entstammen zehn Kinder, aber nur vier erreichten das Erwachsenenalter: Franz Xaver, Elisabeth, Amelie und Felix. 1829 wechselte Gruber als Lehrer und Mesner von Arnsdorf nach Berndorf und übersiedelte schließlich 1835 mit seiner Familie nach Hallein. Hallein war mit rund 3.500 Einwohnern (heute über 21.000) bereits zweitgrößter Ort des Landes Salzburg. Bis zu seinem Tod nach 27 Jahren in Hallein war Gruber Leiter des Kirchenchores, Organist und Stiftungsverwalter in der Pfarrkanzlei Hallein. Seine Dienstwohnung lag im oberen Stock des Mesner- und Chorregenten-Hauses gegenüber der Stadtpfarrkirche Hallein. Voller Elan widmete sich Gruber der Ausbildung von Sängern und Musikern für den Kirchenchor, aber auch den beiden Orgeln in Hallein und auf dem Dürrnberg. Er komponierte unter anderem über 90 Messen und wirkte an zahlreichen musikalischen Veranstaltungen, auch außerhalb von Hallein, mit. Die kontinuierliche Beschäftigung Grubers mit dem Lied ,,Stille Nacht, heilige Nacht‘‘ belegen weitere in Hallein entstandene Kompositionen des Liedes für unterschiedliche Besetzungen. Etwas mehr als ein Jahr nach seiner Ankunft in Hallein am 12. Dezember 1836, komponierte Gruber die sogenannte Halleiner Fassung von ,,Stille Nacht, heilige Nacht‘‘, die er von da an immer am 24. Dezember in der Halleiner Stadtpfarrkirche auf der Orgel spielte. 1841 starb Grubers zweite Frau. Seine dritte Ehe schloss Gruber ein Jahr später mit der Schuhmacher-Witwe Katharina Rieser aus Böckstein. Grubers Söhne traten in die musikalischen Fußstapfen des Vaters. Der Ältere, Franz, gründete 1847 einen Gesangsverein und 1849 die noch heute existierende Halleiner Liedertafel. Der Zweitgeborene, Felix, folgte seinem Vater als Chorregent nach. Kontakt zu Joseph Mohr hatte Gruber auch in Hallein, Mohr hat nachweislich seinen Freund Franz Xaver Gruber, von Wagrain aus, mehrere Male besucht. Im Gegensatz zu Mohr, der schon 1848 starb, hat Gruber die ersten Erfolge des Weihnachtsliedes in Deutschland noch miterlebt. Franz Xaver Gruber starb als angesehene Persönlichkeit am 7. Juni 1863 in Hallein an Altersschwäche. Er wurde auf dem alten Friedhof bei der Stadtpfarrkirche bestattet. Mit Auflösung des Friedhofes zugunsten einer größeren Anlage außerhalb der Altstadt, verlor sich die Spur zum Grabe Franz Xaver Grubers. Das heutige Gedenkgrab Grubers vor dem Gruber-Haus wurde in den wirtschaftlichen Notzeiten der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts, exakt im Jahr 1936, in Form eines bescheidenen Privat-Grabes errichtet. Die Aufschrift auf der Metalltafel des Grabkreuzes ,,Hier ruhet Franz Xaver Gruber…‘‘ ist also genau besehen unrichtig. Großzügig interpretiert könnte man mit ,,hier‘‘ den gesamten Bereich zwischen Stadtpfarrkirche und Grubers Wohnhaus benennen. Dann stimmt die Aufschrift schon eher. Es sei denn, Gruber wurde doch an der gegenüber liegenden Seite der Stadtpfarrkirche begraben…

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Mit Landeshauptmann Dr. Wilfrid Haslauer an der Spitze, präsentierten Repräsentanten der Stadt Hallein, des Salzburg Museums und des Keltenmuseums der Presse die Fakten zur überregionalen Landesausstellung 200 Jahre Lied Stille Nacht, die an insgesamt 9 verschiedenen Orten stattfindet. FOTOS 2 bis 4: Das ,,Stille Nacht‘‘-Museum Hallein präsentiert sich nach der umfassenden Renovierung in völlig neuer Form den Besuchern. – (Pressetext: Keltenmuseum Hallein. Fotos: Odo Stierschneider).

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Kürzlich erhielt der historische Kornmess-Stein (auch Kornstein oder Kornmaß), das historische Zierobjekt neben dem prächtigen Altstadt-Brunnen auf dem Kornsteinplatz, eine kleine Infotafel mit Objekt-Beschreibung. Diese enthält neben der Bezeichnung auch geschichtlich Wissenswertes. Stadtrat Florian Scheicher und Vizebürgermeister Mag. Maximilian Klappacher griffen die entsprechende Anregung von Augenoptikermeister Joe Schauer auf und sorgten für eine rasche Umsetzung. Die Objekt-Beschriftung wurde nach den Vorgaben der Ortsbildschutz-Kommission gestaltet und am Marmorsockel des Kornmess-Steines montiert. Korn bzw. Getreide war seit schon seit dem 13. Jahrhundert das wohl lebenswichtigste Frachtgut, das mit Schiffen auf der Salzach, gegen den Strom, Richtung Süden transportiert wurde. Das Grundnahrungsmittel Getreide war in der Stadt Hallein ebenso wie im gesamten Bereich ,,Innergebirg‘‘ lebensnotwendig. Gegen 1560 hatte man in der Salinenstadt Hallein sogar eine Getreide-Schranne (Getreidemarkt) errichtet. Das Getreide wurde, in zuvor am Kornmess-Stein geeichten Holzgefäßen, in den Getreidekasten im Haus Kornsteinplatz Nr. 9 transportiert. – (Presse-Aussendung Stadtamt Hallein).

Kommentar
Der historische Kornmess-Stein fand jahrelang, da sein eigentlicher Zweck längst in Vergessenheit geraten war, beim letzten noch bestehenden Halleiner Altstadttor (Griestor) als Pflanzengefäß Verwendung. Dies erscheint auch verständlich, da der große Marmortrog unten seitlich am Boden eine sauber herausgearbeitete Abflussöffnung aufweist. Wie eben bei einem großen Pflanzentopf. Als der Irrtum ruchbar wurde, verschwand das große Marmorgefäß im damaligen Stadtmuseum. (Das Keltenmuseum wurde erst viel später gegründet). Als der imposante Topf schließlich vor Jahren auf dem Kornsteinplatz landete, wurde er auf eine neu angefertigte, direkt am Boden aufliegende Marmorplatte gestellt. Diese Platte wies eine Rinne auf, die bei der ,,Abflussöffnung‘‘ des Kornmaßes begann. Diese Rinne kann keinem jemals durchgeführten historischen Arbeitsvorgang zugeordnet werden. Sie soll vermutlich das aus dem Marmortrog herausrinnende Regenwasser von der Unterlagsplatte ableiten. Wichtig: Der innere Boden des Marmortroges ist in schlechter Verfassung. Auch gibt es Haarrisse an den inneren Trogwänden. Der Trog gehört unbedingt noch vor dem kommenden Winter fachmännisch saniert. Der kurze neue Infotext des Kornmess-Steines sollte jedenfalls Anlass dafür sein, um auch weitere historische Objekte in Hallein zu beschriften.(Odo Stierschneider).

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Vize-Bürgermeister Maximilian Klappacher und Stadtrat Florian Scheicher mit dem Kornmess-Stein. FOTO 2: Der Kornmess-Stein auf der alten (nicht historischen) Unterlagsplatte und auf dem neuen, an allen vier Seiten optisch geschickt zurückgenommenen Betonsockel. Damit steht der Marmorbehälter höher und kommt noch besser zur Geltung. FOTO 3: Die neue Inschrift. FOTO 4: Nur wer körperlich beweglich ist, dem gelingt es auch, die senkrechte Inschrift zu entziffern, da sie zu weit unten angebracht wurde. Es wäre wohl besser und für alle Interessierten angenehmer gewesen, wenn man die Tafel an der Oberseite einer der Ecken der Unterlagsplatte montiert hätte. FOTOS 5 und 6: Die Ausgussöffnung des Marmortroges ist sowohl außen wie auch innen handwerklich perfekt gestaltet. FOTO 7: Nahaufnahme des Trogbodens. Durch Verwitterung wurde der einst völlig glatte Boden erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Angesichts des herankommenden Winters müsste hier, um noch stärkere Schäden zu vermeiden, unbedingt eine sachgerechte Sanierung durchgeführt werden. – (OST. - Foto 1: Stadtgemeinde Hallein. Fotos 2 bis 7: Odo Stierschneider).

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Der 1. Streich des Rainer Candido – Sie wissen, es handelt sich um den initiativen und umtriebigen Geschäftsführer des Tourismusverbandes Hallein - Bad Dürrnberg – war die in jeder Hinsicht gelungene Etablierung des Braukunst-Marktes in der Stadt Hallein. Der 2. Streich ließ nicht lange auf sich warten: Rainer Candido bescherte der Altstadt von Hallein ausgewählte Straßenkunst und Musik. Dabei beeindruckten die nationalen und internationalen Künstler und Künstlerinnen mit großartigen Leistungen in den Bereichen Akrobatik, Artistik, Musik und Tanz ihr begeistertes Publikum. Dieses ,,StraßenKUNST- und Musik-Festival‘‘ wurde, so wie der wenige Wochen zuvor veranstaltete 1. Biermarkt, heuer zum ersten Mal in der Stadt Hallein dargeboten. Erfreulicher Weise werden beide Veranstaltungen, wie Rainer Candido versichert, künftig als Fixpunkte in den jährlichen Veranstaltungsablauf der Stadt Hallein integriert.

 

ZU UNSEREN
OBEN STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 bis 3:
Die Spitzenattraktion unter den Straßenkunst-Vorführungen bildete ein absolut sehenswerter Balanceakt auf unseren ersten drei Fotos. Die Lady schaffte es ohne Unterbrechung, auf Zehenspitzen über sechs aufgestellte Flaschen hinweg zu balancieren. FOTO 4: Eine Nahaufnahme vom aufregenden Geschehen. FOTOS 5 bis 8: Es blieb nicht nur beim spannenden Balanceakt, die Darstellerin und ihr Kollege vollzogen weitere sehenswerte Auftritte. FOTOS 9 und 10: Das Publikum kam bei den verschiedenen Vorführungen auf dem Kornsteinplatz voll und ganz auf seine Rechnung. – (Odo Stierschneider. Fotos 1, 2, 3, 6 bis 9, 10: OST. Fotos 4 bis 8: Adi Aschauer).

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Immer, wenn die Salzach rund um die Pernerinsel stromaufwärts fließt, wenn ihre Wellenkämme im Dunkel der Nacht zu leuchten beginnen und ihre Temperatur echtes Warmbaden möglich macht, wenn die 14 unterschiedlich großen, künstlerisch gestalteten Fensteröffnungen des Verdampferturmes der Alten Saline die Blicke auf sich ziehen, dann ist in Hallein die glorreiche SCHMIEDE angesagt. Die SCHMIEDE ist ein Produzenten-Festival. Jährlich treffen sich hier für 10 Tage etwa 250 Teilnehmer und Teilnehmerinnen – die ,,Smiths‘‘ – und Gäste aus der ganzen Welt plus etwa 2000 Besucher. Daraus resultiert ein Netzwerk mit derzeit über 650 kreativ Schaffenden aus über 20 Nationen. Die Akteure und Teilnehmer der Schmiede agieren im Spannungsfeld Kunst, Neue Medien und Kultur. Das kreative Umfeld reicht von Bildender Kunst, Grafik, Musik, Internet Development, Programmierung, Bloggen, Fotografie bis zu Film, Tanz, Mode, Möbel- und Eventdesign.

SCHMIEDE HALLEIN GILT ALS KULTURINITIATIVE
IM REGIONALEN RAUM MIT INTERNATIONALEM NIVEAU

Auch heuer wurde wieder mit faszinierendem Engagement aller Beteiligten, vom 29. August bis zum 7. September, ein spannendes, informatives, aufregendes und lehrreiches SCHMIEDE-Programm bewältigt. Neu für den langjährigen Beobachter der fantastischen SCHMIEDE-Initiative war die Ausweitung der eingesetzten Materialien von anspruchsvoller Computer-Technologie hin zu herkömmlichen Materialien wie Papier und Farbe, Holz und Metall oder Kunststoff und Textilien. Das umfangreiche öffentliche Programm startete mit der SCHMIEDE-Eröffnung im kunstraum pro arte und ging nach über 20 anspruchsvollen Programmpunkten am 7. September mit der hinreißenden Werkschau zu Ende. Die SCHMIEDE Hallein gilt als Kulturinitiative im regionalen Raum mit internationalem Niveau. Jährlich bietet die SCHMIEDE für 10 Tage Unterstützung, Raum und Zeit, um sich auf unter-schiedlichste Art niveauvoll zu entfalten. Der gesamte SCHMIEDE-Prozess ist gemeinsam gelebte, selbst bestimmte Entwicklung im künstlerischen und kulturellen Kreativ-Bereich.


DIE SCHMIEDE-ERÖFFNUNG MIT
KULTUR-LANDESRAT SCHELLHORN

Begleitend zum Medienkunst-Festival SCHMIEDE Hallein, stellte der Tennengauer Kunstkreis, wie schon seit mehreren Jahren, die Ausstellungsräume des Kunstraum pro arte für Künstlerinnen und Künstler aus dem ,,SCHMIEDE-Netzwerk‘‘ und für die Überreichung des Jahres-Stipendiums für Medienkunst des Landes Salzburg durch Kultur-Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn an hervorragende ,,Smiths‘‘ zur Verfügung. Das Medienkunst-Stipendium wird jährlich ausgeschrieben und in Zusammenarbeit mit der SCHMIEDE verliehen. Gesucht werden dabei Konzepte für Projekte, die traditionelle Medien wie Fotografie, Film, Performance, mit neuen Medien wie Audio, Video, Videoskulptur, Computergrafik, Animationstechniken oder 3-D-Simulation (Virtual Reality) miteinander kombinieren. Wer auch immer das Stipendium gewinnt ist eingeladen, im Rahmen der SCHMIEDE an der Umsetzung des Projektes zu arbeiten und das fertige Projekt zu präsentieren. Das Medienkunst-Stipendium ist mit 10.000 Euro dotiert. – „Wir freuen uns besonders, die SCHMIEDE 2018 heuer auch mit der Einzelausstellung eines aufstrebenden bildenden Künstlers aus der Region zu eröffnen,“ so Kerstin Klimmer-Kettner, Leiterin des Kunstraum pro arte. Passend zum SCHMIEDE-Thema NO PLAN präsentierte Johannes Löberbauer (Giovi) in diesem Jahr einen Querschnitt aus seinem reichhaltigen Œuvre. Die Arbeiten entstanden durch genaue Beobachtung der Natur und ihrer Strukturen. Es formen sich Wechselspiele von Zerstörung und Erschaffung, immer in starkem Bezug zu den natürlichen Eigenheiten der Materialien. Ausgehend von den Ansätzen der klassischen Malerei bearbeitet der Künstler die Leinwände mit Gips und Chrom-Spraydosen und schafft dadurch starke Bewegungen und aufregende Ornamentmuster. Johannes Löberbauer wurde 1979 in Vöcklabruck, Oberösterreich geboren. Ausbildung an der FH Salzburg Multi Media Art mit Schwerpunkt Illustration, Photographie und Film. Diverse Lehrtätigkeiten an Schulen und Fachhochschulen. Aufbau des Strukt Visual Network. Herausgeber des Design-Magazines STRUKT (2002 bis 2004). Der Künstler lebt und arbeitet in Salzburg und in Grünau im Almtal.

DIE ENORME PROGRAMM-VIELFALT
DER SCHMIEDE WAR BEEINDRUCKEND

Umfangreich und fantastisch präsentierte sich das öffentlich zugängliche Programm der SCHMIEDE 18 No Plan. Daraus einige attraktive Beispiele. Den Beginn setzten die Jugendlichen in der Mini-Schmiede (Motto:,,Wir spielen Zukunft‘‘), in welcher es keine elektronischen Arbeitsgeräte, dafür aber ein herrliches Durcheinander von Technik-Teilen gab, aus denen aktionsfähige Roboter zu fertigen waren. (DER SALZSCHREIBER berichtete darüber im Ressort AKTUELLES, vier Beiträge weit zurückscrollen). Besonders herausragend: Die Überreichung des Jahres-Stipendiums für Medienkunst des Landes Salzburg durch Kultur-Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn an SCHMIEDE-Teilnehmer. Als Premiere gab es heuer die Eröffnung eines neben der Alten Saline errichteten ,,fliegenden‘‘ Tee-Hauses, in dem nicht nur statt Tee Kaffee serviert wurde. Die Akademie Hallein stellte ihre Inselgespräche unter das heurige SCHMIEDE-Motto ,,No Plan‘‘ mit Beiträgen wie ,,Warum machen wir Pläne?‘‘ und ,,Wann und wo sind Pläne hilfreich?‘‘ oder ,,Die Zukunft plant nicht!‘‘ Die Akademie Hallein ist auch ,,Think Island‘‘ und Spielwiese des interdisziplinären Denkens. Eine Vielzahl von Protagonisten verbindet Menschen und trägt Innovationen, Ideen und Impulse an Interessierte heran. Die Akademie Hallein ist ein Platz für Inspiration, Austausch, Dialog, Produktion und Präsentation. Die Labore (Jamisland, Tinkerlab, StudioDREYLab, Nase, adhocLAB und SUDHAUS) lieferten in Form einer moderierten Podiums-Diskussion rasch einen Überblick auf das jeweilige Thema. Es folgten Dialogrunden und Einzelgespräche. Es ging um künstlerisch-wissenschaftliche Experimente, um Vernetzung von Technologie und Menschen, von Wissenschaft und Kunst. Neu war heuer das Labor Sudhaus. Das Ziel ist hier der Aufbau von Brücken zwischen den Kultur-Institutionen und ihren Protagonisten. Gemeinsam soll an zahlreich vorhandenen und auflebenden Synergien gearbeitet werden. Das Labor Sudhaus wurde von Simone Seyrer und Christopher Habersatter geleitet. Projekt SilentAIR: Eine Koperation von SCHMIEDE und ,,Stille Nacht‘‘-Museum Hallein. Ein ,,Artist-in-Residence‘‘-Programm, bei dem Künstlerinnen und Künstler einen frischen Blick auf das Lied, seine Geschichte, die vorhandenen Artefakte und Rituale werfen. (Siehe dazu auch DER SALZSCHREIBER, gleich am Beginn des Ressorts KULTUR). Die SCHMIEDE 18 bot zusätzlich FÜHRUNGEN zum Kennenlernen der SCHMIEDE an, im Projekt ARTIST TALK stellten sich die SILENTAIR Künstler/innen vor. Performance: And thematisierte die Systeme der Konfliktvermeidung in unserer Gesellschaft, subnet TALK informierte zum Thema ,,Über das Material‘‘ und über ,,Prozess als Material‘‘.

DIE ABSCHLUSS-WERKSCHAU
BEGEISTERTE DIE BESUCHER/INNEN

Den krönenden Abschluss von 10 intensiven SCHMIEDE-Arbeitstagen bildete die beeindruckende, großflächig angelegte WERKSCHAU der SCHMIEDE in der Alten Saline. Die anspruchsvolle Vielfalt der präsentierten Ergebnisse, bestehend aus Arbeiten am Computer bis hin zum meisterlichen Objekten der Handwerkskunst, stellte den ,,Smiths‘‘ ein hervorragendes Zeugnis aus. Die Werkschau machte das enorme Niveau deutlich, das in den unterschiedlichsten Disziplinen der SCHMIEDE alljährlich hochgehalten wird. Die Eröffnung der Werkschau erfolgte durch SCHMIEDE-Leiter Rüdiger Wassibauer, die Führung durch die Werkschau durch SCHMIEDE-Urgestein Michael Hackl. Heuer leider zum letzten Mal.
 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
SCHMIEDE-Leiter Rüdiger Wassibauer während des Werkschau-Interviews mit dem ORF. FOTO 2: Ein schmerzlicher Moment: SCHMIEDE-Urgestein Michael Hackl verkündete seinen Abschied. Das Publikum dankte ihm mit stehendem Applaus. FOTO 3: Die Aufnahme entstand im Verlauf der Überreichung des Jahres-Stipendiums für Medienkunst des Landes Salzburg. Zweiter von rechts Kultur-Landesrat Dr. Heinrich Schellhorn, ganz links Rüdiger Wassibauer. FOTO 4: Das Werk ,,Mr. Rabbit and the downgoing planet‘‘ von Künstler Giovi aus der SCHMIEDE-Eröffnungs-Ausstellung NO PLAN im Kunstraum pro arte. FOTOS 5 bis 17: Die unglaubliche schöpferische Vielfalt der SCHMIEDE 18 lässt sich anhand unserer Fotos erahnen. FOTO 18: Die künstlerisch gestaltete Fensterfront des Verdampferturmes der Alten Saline verkündet weithin sichtbar: ,,It’s SCHMIEDE-Time!‘‘ – (Text: Gabriele Krisch, Odo Stierschneider. Fotos: 1, 2, 4, 8 bis 17 OST, Fotos: 3, 5 bis 7 und 18 Gabriele Krisch).

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Die öffentliche Initiative ,,SilentAIR‘‘ der Schmiede Hallein 2018 No Plan widmete sich dem ,,Stille Nacht‘‘- Gedenkjahr 2018: Die Schmiede Hallein lud in Kooperation mit dem ,,Stille-Nacht‘‘- Museum Hallein zu einem ,,Artist in Residence‘‘-Programm, bei dem Künstlerinnen und Künstler „einen frischen Blick auf das Lied, die Geschichte sowie die vorhandenen Artefakte und Rituale werfen können.“ so die Ausschreibung. Im artistTALK SilentAIR wurden die Projektideen vorgestellt. Aus über 20 Einreichungen hatte die Jury, bestehend aus Florian Knopp (Leiter Keltenmuseum), Martin Murer (Center for Human-Computer Interaction) und Rüdiger Wassibauer (Künstlerischer Leiter der Schmiede) drei Projekte ausgewählt. Die Artists in Residence – Kurzfassung AIR – Eni Brandner, Vera Drebusch & Florian Egermann sowie Richard Eigner kamen zum Zug und beschäftigen sich ab sofort mit dem weltweit bekannten Salzburger Weihnachtslied „Stille Nacht“. Die umgesetzten Projekte werden im November 2018 im ,,Stille-Nacht‘‘-Museum Hallein der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Für Filmemacherin Eni Brandner besitzt das Lied ,,Stille Nacht‘‘ eine zutiefst persönliche Bedeutung: in ihrer Familie war es der jährlich wiederkehrende Auftakt zum Familien-Weihnachtsfest. Sie denkt bei ihrem Projekt an eine bewegte Weihnachtskarte, die aus animierten Einzelbildern besteht. Sie möchte die Verbindung zwischen der Bedeutung des Liedes, dessen Kontext und seiner Interpretation in der heutigen Zeit mit dem Stilmittel Trickfilm vermitteln. Dafür plant sie, einen Blick in das Archiv des ,,Stille-Nacht‘‘-Museums zu werfen und mit den Artefakten einen Weg der Darstellung zu suchen, der sich über das Gewohnte hinausbewegt.

Den beiden Medienkünstlern Vera Drebusch und Florian Egermann aus Köln schwebt eine kritische Auseinandersetzung mit dem Entstehungsmythos des Weihnachtsliedes vor: das Duo interessiert vor allem die Inszenierung der Artefakte von Franz Xaver Gruber als touristisch aufbereitete Erlebniswelt. Durch die intensive Recherche im Archiv des Stille Nacht Museums und der Analyse der neu renovierten Gitarre von Joseph Mohr und ihrer Geschichte wird das Projekt nun Bezug auf dieses Detail nehmen. Geplant ist eine Aneinanderreihung aus unzähligen, handgefertigten Plektren (Plättchen aus Holz, Schildpatt, Horn, Elfenbein, Metall oder Kunststoff zum Anreißen oder Schlagen der Saiten von Zupfinstrumenten). Die konkrete Umsetzung ist dabei noch offen. Wird es ein riesiger unantastbarer Vorhang und dadurch selber zum Artefakt? Können die Besucher aktiv eingreifen und Plektren entfernen, mitnehmen und dadurch die Stille Nacht selber weiter verbreiten? Wir werden es Anfang November im Stille Nacht Museum Hallein erleben.

 

Das dritte Projekt stammt vom Linzer Komponist, Klangkünstler und Schlagwerker Richard Eigner. Auf Grund einer Erkrankung konnte er seine Projektidee „Stille Nacht ASLSP (As Slow As Possible)“ nicht persönlich vorstellen. Ihm geht es um eine musikalisch radikal entschleunigte Bearbeitung von Franz Xaver Grubers Komposition. Dafür möchte er das Original-Instrumentarium verwenden, die Saiten mit Elektromagneten in einen obertonreichen Zustand versetzen und die so gewonnenen Aufnahmen weiter verarbeiten – z.B. als Mehrkanal-Audio-Installation oder in Form einer Live Performance. Sein Ziel ist es, durch die Verlangsamung völlig neue Aspekte des Weihnachtsliedes zum Vorschein zu bringen, das Resultat soll eine „höchst friedvolle musikalische Erfahrung der Langsamkeit werden“. Ein Ansatz der in Anbetracht der üblichen Weihnachtshektik sehr vielversprechend klingt... Das Projekt wird unterstützt von der ,,Stille Nacht‘‘ 2018 GmbH und ist eine Kooperation der Schmiede mit dem Stille Nacht Museum Hallein. – Auf den oben stehenden Fotos Filmemacherin Eni Brandner und Medienkünstler Florian Egermann. – (Text & Fotos: Gabriele Krisch).

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Die kleine Marmorstiege neben dem ,,Stille-Nacht‘‘-Museum, die zur Ferchl-Straße hinaufführt, wurde heuer renoviert. Ärgerlich war, dass die beiden Stiegen-Seitenmauern monatelang in halbfertigem Zustand belassen wurden. Die Abdeckplatten wurden aus unverständlichen Gründen nicht angebracht. Somit hinterließ dass das Ganze einen eher ruinösen Eindruck bei den Besuchern des knapp daneben befindlichen, kleinen Gruber-Gedenkgrabes, die anlässlich des Jubiläumsjahres 200 Jahre Lied ,,Stille Nacht‘‘ nach Hallein gekommen waren. (Dazu das 1. FOTO oben). Aber es geschah doch noch Erstaunliches und die Abdeckplatten sind nun einwandfrei montiert. (Dazu FOTO 2 und FOTO 3 oben). Dennoch bleiben die seitlichen Stiegenmauern eine verhängnisvolle Fehlkonstruktion.

Die pompösen seitlichen Mauern bieten dem Stiegenbenützer keinen Halt. Unten müsste man auf einen Schemel steigen, um die zu hohe Mauer zu erreichen. Dafür müsste man die letzten oberen Stufen auf den Knien bezwingen, da die seitlichen Mauern viel zu niedrig sind. Deshalb musste extra ein Stiegengeländer aus Schmiedeeisen montiert werden, welches der Neigung der Stiege angepasst ist. Die seitlichen Mauern würden nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn sie die gleiche Neigung wie das Eisengeländer hätten. Also oben höher und unten niedriger, womit das Ganze endgültig zu einem optischen Albtraum verkommen würde. Eigentlich ist der Albtraum durch die neuen Abdeckpatten ohnehin schon jetzt perfekt. Das rote Material der Stiegenmauern bildet einen unschönen, brutalen Fremdkörper im Gesamtensemble des neu gestalteten Gruberplatzes. Das unweit davon entfernte bescheidene Gruber-Gedenkgrab wird durch die Masse des Stiegenaufganges förmlich erschlagen, wie unsere FOTOS 4 und 5 es dokumentieren. Doch die allgemeine Ablenkung vom bescheidenen Gruber-Gedenkgrab ist zur Zeit wesentlich weniger dramatisch, als man auf den ersten Blick annehmen würde. Denn seit Wochen wird das ärmliche Gruber-Gedenkgrab durch eine skandalöse Blumen-Verschandelung (letztes Foto oben) wirkungsvoll zum Spott-Objekt degradiert. Daher: Je weniger es beachtet wird, desto besser.

Um trotz alledem das Gruber-Gedenkgrab wirkungsvoller in Szene zu setzen, gibt es nur eine Möglichkeit. Die brutale Masse der Stiege hinauf zur Ferchlstraße gehört deutlich reduziert. Das ist nur möglich, indem man die beiden mächtigen Seitenmauern der Stiege entfernt und statt dessen auch auf der zweiten Seite ein gleichartig gestaltetes Eisengeländer montiert. Die Seitenflächen der Stufen gehören hell gestaltet und unter den Handläufen der beiden Eisengeländer gehören noch zwei weitere Eisenstangen angebracht, um Kindern eine sichere Benützung der Treppe zu ermöglichen. Das derzeit gewaltige Volumen des Stiegenaufganges wäre damit deutlich reduziert und die beiden Eisengeländer würden das Ganze deutlich leichter und zierlicher, also wesentlich weniger störend erscheinen lassen. Man wird sehen, ob bei den Verantwortlichen genügend Weitblick und ausreichendes Wollen vorhanden ist, um diesen einzig richtigen Weg zu beschreiten. Vielleicht macht ja das Jubiläumsjahr 200 Jahre Lied ,,Stille Nacht‘‘ ein kleines, aber für Hallein ungeheuer wichtiges Wunder, doch noch möglich. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Es gibt sie noch, die erfolgreichen und zutiefst beeindruckenden Unternehmer-Persönlichkeiten, die bereit sind, dem Gemeinwesen neue kulturelle Impulse durch Förderung herausragender Kultur-Institutionen zu verleihen. Die Kühne-Stiftung mit Präsident Prof. Dr. h. c. Michael Kühne engagiert sich ab 2019 als Hauptsponsor der Salzburger Festspiele. Dr. Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele, und Prof. Dr. h.c. Klaus-Michael Kühne, verkündeten den Vertragsabschluss im Rahmen einer Pressekonferenz am 24. 8. 2018 in Salzburg. Der Kooperations-Vertrag gilt zunächst für drei Jahre, also bis zum 31. 12. 2021. Auch in Hallein, wo die Salzburger Festspiele ihre erfolgreiche Spielstätte auf der Perner-Insel betreiben, zeigten sich Stadtpolitiker und die ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘ sichtlich erfreut und beeindruckt von dieser wichtigen neuen Partnerschaft. Die Salzburger Festspiele und die Kühne-Stiftung erweitern damit ihre bereits seit vielen Jahren erfolgreiche Partnerschaft erheblich. Seit dem Jahr 2013 fördert die Kühne-Stiftung das „Young Singers Project“, eine hochkarätige Plattform zur Förderung des internationalen Sänger- Nachwuchses.

 

„Für die Festspiele ist es eine große Ehre und Freude, erstmals mit einer Stiftung als Hauptsponsor zusammenzuarbeiten. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Partnerschaft für beide Seiten neue Impulse bringen wird“, erklärt Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Prof. Dr. h. c. Klaus-Michael Kühne fügt hinzu: „Unternehmerischer Erfolg sollte stets mit einer Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft verbunden sein. Es geht meiner Auffassung nach nicht nur darum, Geld zu spenden, sondern mit gut durchdachten Projekten in die Zukunft des Gemeinwesens zu investieren und ihm neue Impulse zu verleihen.“

 

Kunst und Kultur, Philanthropie und gesellschaftliches Engagement – im Pressegespräch tauschen sich die Festspielpräsidentin und der Stiftungs-Präsident über verschiedene Themen aus: Ob es eine Pflicht sei als erfolgreicher Unternehmer, etwas zurückzugeben? – „Ja!“, sagt Klaus-Michael Kühne, „ich habe im Leben sehr viel Glück gehabt, mein Geschäft hat sich sehr gut entwickelt.“ Er wolle sich erkenntlich zeigen und die Menschheit an dem Erfolg partizipieren lassen. „Jeder erfolgreiche Unternehmer sollte sich erkenntlich zeigen“, sagt er. Natürlich verbinde er mit den Schwerpunkten seiner Förderung auch seine persönlichen Interessen. Seine Frau und er seien etwa große Opernliebhaber und daher bereits seit 20 Jahren Gäste der Salzburger Festspiele. Wenn große Kulturereignisse wie die Salzburger Festspiele erfolgreich seien, können sie innovative und inspirierende Wirkung haben und durch diese Strahlkraft das Leben Einzelner bereichern. Natürlich, so sagt der Stiftungspräsident, sei ihm bewusst, dass nur ein Teil der Bevölkerung Interesse an Kultur habe, aber er sehe es gerne, wenn dieser Teil immer größer werde. Die anderen beiden Schwerpunkte der Stiftungsarbeit liegen im Bereich der Logistik – hier hat die Kühne-Stiftung eine weltweit einzigartige Universität in Hamburg ins Leben gerufen und fördert seit vielen Jahren Lehrstühle auf diesem Gebiet – und der zweite Schwerpunkt liegt auf der Medizin, im Speziellen die Erforschung von Allergien in einem medizinischen Forschungszentrum in Davos.

 

Die Entwicklung des Budgetpostens Sponsoring bei den Salzburger Festspielen ist vom Jahr 1995 mit 4 Prozent auf 18 Prozent im Jahr 2018 gewachsen. Als die Festspielpräsidentin im Jahr 1995 mit ihrer Tätigkeit begann, gab es Nestlé als Hauptsponsor und den damals gerade neu gewonnenen Hauptsponsor Audi. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir diese privaten Gelder brauchen, wenn wir viele Neuinszenierungen und Jugendprojekte machen wollen“, sagt die Festspielpräsidentin. 21 Prozent der Unterstützung komme von Bund, Land und Stadt, 5 Prozent aus dem Tourismus-Förderungsfonds, durch Sponsoren, Mäzene, Förderer und Freunde der Salzburger Festspiele kommen 18 Prozent hinzu, das sei ein gutes Verhältnis zueinander. „Es muss Stadt, Land und Bund ein Anliegen sein, die Kunst und Kultur zu fördern“, sagt Helga Rabl-Stadler „aber auch Kulturschaffende müssen sich um private Gelder kümmern“. Die Valorisierung der Zuschüsse sei nötig, damit beim Programm nicht gespart werden müsse.

 

Ob sich ein Kultursponsoring aus ökonomischer Sicht eigentlich rechne? – „Solche Überlegungen sind für mich nicht maßgeblich“, sagt Klaus-Michael Kühne. Aber natürlich gehe er bewusst mit Geldern um, und wenn das Geld erfolgreich eingesetzt werde, berechne man natürlich nicht den „return on investment“. In seiner Stiftung gebe es einen Stiftungsrat, der vorher sehr genau überlege, wo das Geld gut angelegt sei. Der Vorteil einer Stiftung sei ja eben genau dieser, dass es kein Sponsoring – sprich: eine Gegenleistungsvereinbarung – gibt. Nein, der Stiftung sei es ein Anliegen, der Menschheit etwas zurückzugeben und zu sehen, dass das Geld gut angelegt sei. So werde er sich als Hauptsponsor auch nicht in die Inhalte der Salzburger Festspiele einmischen. Das Geld sei nicht etikettiert, es lande im allgemeinen Budget der Salzburger Festspiele, aber er dürfe doch allgemeine Wünsche äußern, etwa dass das Young Singers Project, das ihm sehr am Herzen liege, weitergeführt werde, sagt Klaus-Michael Kühne.

 

Dass die Festspiele nun erstmals eine Stiftung als Hauptsponsor gewinnen konnten, habe gleich zwei riesige Vorteile, sagt die Festspielpräsidentin. Einerseits beruhe es nicht auf Geschäft und Gegengeschäft, andererseits gebe die Stiftungsstruktur im Gegensatz zum Mäzenatentum eine größere Sicherheit. „Ich hoffe, dass der Schritt der Kühne-Stiftung auch andere Stiftungen inspiriert, enger mit den Salzburger Festspielen zusammenzuarbeiten, denn nur dann ist es möglich, dass die Festspiele zu einem Epizentrum des Besonderen werden, wie es unser Intendant Markus Hinterhäuser immer so schön ausdrückt“, sagt Helga Rabl-Stadler.

 

„Im Übrigen sind wir uns sehr schnell einig gewesen, dass wir beide als Partner sehr gut zueinander passen“, sagt Klaus-Michael Kühne. Er und seine Frau mögen die Atmosphäre bei den Festspielen und sie haben mit Freude beobachtet, wie sich die ehemaligen Teilnehmer des Young Singers Project zu erfolgreichen Karrieren in die Welt aufgemacht haben. Auch die Festspielpräsidentin zeigt sich begeistert von dieser Art der Zusammenarbeit – angefangen im Kleinen mit einem Projektsponsoring hin zum Hauptsponsor. „Es geht um ein Vertrauensverhältnis bei der Arbeit mit Sponsoren und Mäzenen“, sagt sie.

Die gemeinnützige Kühne-Stiftung mit Sitz in Schindellegi wurde im Jahr 1976 von der Familie Kühne gegründet. Sie ist eine operative Stiftung, deren Präsident Prof. Dr. h.c. Klaus-Michael Kühne ist. Aufgabe der Stiftung ist in erster Linie die Förderung der Aus- und Weiterbildung sowie der Forschung und Wissenschaft auf den Gebieten Verkehrswirtschaft und Logistik. Darüber hinaus unterstützt die Kühne-Stiftung Projekte und Vorhaben auf den Gebieten Medizin (Allergieforschung, Therapie und Edukation), Kultur sowie im humanitären Bereich. Die Kühne-Stiftung verfolgt ihre ehrgeizigen Ziele mit einem Fördervolumen von 20 bis 30 Millionen CHF jährlich. Klaus-Michael Kühne: „Stiftungen haben eine lange Tradition und für die Gesellschaft viel geleistet sowie Anstöße zu deren Weiterentwicklung gegeben. So gehen Universitäten, medizinische Einrichtungen und Kulturveranstaltungen wie Festspiele und Museen auf Stiftungsinitiativen zurück. Solche Initiativen sollten nicht nur finanzielle Leistungen umfassen, sondern auch zur Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität beitragen." – Auf unseren beiden Fotos jeweils Dr. Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele und Prof. Dr. h. c. Klaus- Michael Kühne. – (OST, Aussendung der Salzburger Festspiele. Fotos: SF/Anne Zeuner).

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Die Künstlergruppe Plan B betreibt seit Herbst 2014 am Halleiner Kornsteinplatz ihre fantastische, jeden Freitag und Samstag öffentlich zugängliche Kunst-Werkstätte in einem hinreißenden Säulen-Raum – ein echter Glücksfall für die Stadt Hallein. Jedes Jahr veranstalten die Künstler und Künstlerinnen von Plan B zusätzlich auf der Perner-Insel ein mehrwöchiges Kunst-Symposium. In dessen Verlauf wird täglich in mehreren Sparten der Kunst, von Malerei bis zur Töpferei oder von Holzdrechslerei bis zur Bildhauerei, intensiv gearbeitet. Eine höchst erfreuliche Initiative heimischer Künstler, die immer wieder von Interessierten besucht wird. Auch heuer gestaltete sich das Kunst-Symposium der Künstlergruppe Plan B auf der Perner-Insel wieder sehr erfolgreich. Es entstanden zahlreiche reizvolle Kunstwerke, einige von ihnen wurden vom SALZSCHREIBER fotografiert. Dazu die ersten acht der oben stehenden Fotos.

Die bezaubernde Kunst-Werkstätte am Kornsteinplatz wird von Plan B als ,,Offene Werkstatt‘‘ betrieben. Kunst soll für alle offen und zugänglich sein, deshalb erhalten alle Interessierten hier die Möglichkeit, begleitet von Fachleuten, sich künstlerisch zu betätigen. Das Team von Plan B umfasst folgende acht Persönlichkeiten: Hannes Bernhofer (Drechseln, Metall-Skulpturen); Robert Bernhofer (Raku-Keramik, Klein-Skulpturen); Ulli Fritzl (Speckstein); Bernhard Fritzl (Monotypie, Aquarell, Raku-Keramik); Günther Reiter (Speckstein); Raimund Weikl (Metall-Skulpturen, Polymer Clay); Gerold Pattis (Astro-Fotografie) und Eva M. Moser (Filzen). Die Mitglieder des Plan-B-Teams geben gerne ihr Wissen und Können in Form von Workshops an alle Interessierten weiter. Hier nochmals zusammengefasst die künstlerischen Bereiche, die von der Künstlergruppe Plan B aktiv ausgeführt werden: Malerei, Grafik, Druck, Kunstdrechseln, Raku-Keramik, Polymer Clay, Filzen, Kleinskulpturen, Speckstein, Metall-Skulpturen und Astro-Fotografie. Übrigens: In der Traum-Werkstätte von Plan B werden auch Kindertage veranstaltet. Ein Besuch bei Plan B am Kornsteinplatz 10 lohnt sich auf alle Fälle, da es immer wieder etwas Neues zu entdecken gilt. So wie auf unseren letzten vier Fotos oben. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Frank Castorf präsentiert im August 2018, in der 26. Festspielsaison auf der Halleiner Pernerinsel, wieder ein herausforderndes Langzeit-Schauspiel, das unter Einrechnung der Pause, immerhin nahezu 6 Stunden dauert. Trotz des auf 18:30 Uhr vorverlegten Spielbeginnes, verlassen die Zuschauer somit erst nach Mitternacht die Festspielstätte auf der Pernerinsel. Eine enorme Heraus-forderung für die Schauspieler, aber auch ein Prüfstein für die Kondition der Zuschauer. Nahezu 6 Stunden! Was sind im Vergleich dazu gerade mal 95 Sekunden? Oder eineinhalb Minuten plus 5 Sekunden? Richtig – einfach nur ein Klacks. So lange dauert es, wenn Sie die hier anschließend platzierten, im Bereich der SALZSCHREIBER-Berichterstattung einen Rekord darstellenden 19 Fotos aus Frank Castorfs Langzeit-Schauspiel ,,Hunger‘‘ betrachten. Wenn Sie das Zeitlimit von 95 Sekunden einhalten wollen, stehen Ihnen pro Foto 5 Sekunden zur Verfügung. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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DER SALZSCHREIBER veröffentlicht anlässlich der Festspiel-Saison 2018 wieder auszugsweise die Kritiken wichtiger Zeitungen zum dargebotenen Schauspiel auf der Halleiner Pernerinsel. Es trägt heuer den Titel ,,Hunger‘‘, abgeleitet vom ersten Roman des norwegischen Schriftstellers und Literatur-Nobel-Preisträgers Knut Hamsun. Diesem folgte der zweite Roman ,,Mysterien‘‘, der ebenfalls von Regisseur Frank Castorf (auf dem Archiv-Foto oben) für das Stück ,,Hunger‘‘ verwendet wurde. Deshalb wäre der Titel ,,Hunger-Mysterien‘‘ für das Stück aus Sicht der Besucher wohl zutreffender und informativer gewesen.

 

 

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:
Masochisten, seid willkommen!

 

Pünktlich zum 159. Geburtstag Knut Hamsuns am 4. August, fand bei den Salzburger Festspielen auf der Halleiner Perner-Insel die Premiere von ,,Hunger‘‘, benannt nach dessen erstem Roman aus dem Jahre 1890 statt. Auch an diesem, etwa sechsstündigen Abend, das sei schon jetzt gesagt, spürt man jede einzelne Minute vor allem in den Sitzmuskeln. Neben ,,Hunger‘‘, dem autobiographischen Debüt Hamsuns über seine Jahre als unterbezahlter, meist arbeitsloser Journalist und Lohnschreiber, rekurriert* Castorf auch noch auf dessen zweiten Romanerfolg ,,Mysterien‘‘ (1892). Und wie so oft bei Castorf ist es nicht entscheidend, die Vorlage selbst gelesen zu haben, um die Vorgänge auf der Drehbühne auch nur halbwegs einordnen zu können. Bleibt die Frage, was hier eigentlich vorgeht. Ins Zentrum der ansonsten kahlen Szene hat Aleksander Denic ein eindrucksvolles Gebilde gestellt. Zu drei Vierteln gleicht es einem nordischen Holzhaus, inklusive grasbewachsenem Schrägdach und Werkstatt, zu einem Viertel ist es einer McDonalds Imbiss-Stube nachempfunden. Mal vor, oft aber auch innerhalb der Wände geschehen die seltsamsten Dinge, wobei die sich drinnen abspielenden Szenen auf zwei Videowänden an der Fassade des nordischen Holzhauses fürs Publikum übertragen werden.

Damit das Publikum nicht vergisst, dass Herr Hamsun kein Guter war, der sich besonders von Hitler und dem Nationalsozialismus beinahe bis zum bitteren Ende begeistert zeigte, kleben überall Werbeplakat aus der Weltkriegszeit. Ach ja, und wie lautet wohl die Hausnummer des Imbisses? ,,88‘‘ (,,Heil Hitler‘‘) wie auch sonst! Das ist in seiner Penetranz vielleicht noch lustig, aber nicht mehr aufklärerisch.

Wie so oft, gäbe es vermutlich auch an diesem Abend Geistreiches zu entdecken, aber die platte Brachialität überwiegt bei weitem. Gleich zu Beginn beklagt sich Hungerleider Ostendorf drastisch über das ungerechte Schicksal: ,,Gott hat seinen Finger in mich gesteckt!‘‘ und streckt dazu den Mittelfinger aus. Damit ist die Richtung des Abends vorgegeben. Zwischen den einzelnen Blöcken werden Filme verschiedener Genres (darunter auch Mafiafilme) etwa durch Musikuntermalung aus eben diesen Filmen parodiert. Das erinnert derart stark an einzelne Inszenierungen von Rene Polesch, dass man sich unweigerlich fragt, wer da nun bei wem abgekupfert hat. Und wenn man schon einen Burger-Grill auf der Bühne hat, kann man ja auch ohne weiteres Rocco Mylord als Hotdog und Ostendorf als Pommes-frites-Portion verkleiden.

Wahrlich satt wird man von diesem irrsinnigen Abend sicher nicht. Der Publikums-schwund hielt sich zwar in Grenzen, begann allerdings schon lange vor der Pause, nämlich nach einer knappen Dreiviertelstunde. Am Ensemble mag es, trotz teils mediokrer** schauspielerischer Leistung nicht gelegen haben. Denn das kann man immerhin nicht leugnen: Die Texttreue nötigt Respekt ab. Überprüfen ließ sich das an den, unnötiger Weise fürs Publikum auf zwei links und rechts der Bühne angebrachten Bildschirmen, mit in englischer Sprache als Untertitel eingeblendeten Zeilen. Dennoch sei gewarnt: Es lohnt nur für Castorf-Masochisten, den weiten Weg nach Hallein und die langen Stunden des wirren Zitatenreigens auf sich zu nehmen.

 

Anmerkungen des SALZSCHREIBER:
* Rekurrieren bedeutet in Österreich Einspruch oder Beschwerde gegen gerichtliche
Entscheidungen zu erheben. In Deutschland bedeutet es auf etwas Bezug nehmen.


** Medioker bedeutet mittelmäßig.
Mediok
rer so wie oben im Text ist daher falsch.

 

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
Als der moderne Mensch entstand

,,Hunger‘‘ und ,,Mysterien‘‘. Zwei Hamsun-Romane für den Eintritt von einem. Aber man muss dafür auch schon einiges ertragen. Sechs Stunden dauert das Festspiel-Stück auf der Perner-Insel, das der Berliner Langstrecken-Regisseur Frank Castorf herausgebracht hat. Castorfs uferloses, auf jegliche Erzählökonomie verzichtendes Exzesstheater, stellt an diesem überlangen Abend das Publikum auf eine harte Geduldsprobe. Die Formulierung unter ,,Hunger‘‘ leiden, bekommt hier für die Zuschauer eine ganz eigene Bedeutung. Viele gehen. Die anderen bekommen: Hamsun satt. Übersatt. Es ist eine ausschweifende, szenisch vielgängige Castorf-Völlerei.

Mit Hamsuns erschütterndem Roman ,,Hunger‘‘, einer Art Selbstporträt des Dichters als armer junger Mann, hebt die literarische Moderne an. Getrieben von Hunger und den Auswüchsen seiner fiebrigen Gedanken, Visionen und Halluzinationen, irrt der namenlose Ich-Erzähler, ein erfolgloser Schriftsteller, durch Kristiana, das heutige Oslo, ein Mann zwischen Minderwertigkeitskomplex und Größenwahn. Noch im größten Elend versucht er, seine Würde zu wahren, lügt lieber, als eine Verelendung einzugestehen. Mal ist er demütig, mal überheblich, tut irrationale Dinge, vermasselt sich auch vieles selbst. Nahe am Verhungern, kaut er auf Holzspänen oder lutscht Steine, am schlimmsten ist die Stelle, als er in seinen Finger beißt und Blut zu fließen beginnt.

,,Hunger‘‘ ist keine soziale Anklage, kein revolutionärer Appell sondern eine Nervenfreilegung. Kann das seltsame Verhalten des Protagonisten in ,,Hunger‘‘ noch der Unterernährung und Erschöpfung zugeschrieben werden, fehlt in ,,Mysterien‘‘, wo ein Fremder eine Kleinstadt aufmischt, jegliche Erklärung für die Motivation der Figuren. Die sind einfach so, wie sie sind: wahnsinnig, lügnerisch, großspurig, dumm, täppisch – Menschen ohne Ziel und Klarheit.

In seinen späten Jahren verehrte Hamsun Hitler und traf ihn sogar einmal auf dem Obersalzberg. Auf Aleksandar Denics großartigem Drehbühnen-Konstrukt in Hallein in der Grundform eines norwegischen Holzhauses, herrscht auch gleich mal Hakenkreuz-Alarm. ,,Swastika! Swastika!‘‘ brüllt Marc Hosemann wie von der Tarantel gestochen und versucht das Hakenkreuz von einem Kneipenschild abzukratzen. Vergeblich. Es wäre auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, wimmelt es in dieser gigantischen Holzburg doch nur so von Nazi-Symbolen.

Der Held des zweiten Romans ,,Mysterien‘‘, ein gewisser Johan Nilsen Nagel, ein Bohemien, Freigeist, Frauenverehrer, Trixer, wird von allen, außer Hosemann, reihum mal gespielt. Sein Erkennungszeichen ist ein karariengelber Anzug, weshalb zwischendurch alle außer Hosemann in kanariengelben Anzügen stecken. So kann der Zuschauer wenigstens optisch die beiden Romanstränge auseinanderhalten, die Castorf wild verschneidet und verquickt. So dass oftmals kein Durchblick möglich ist. Ein üppiger Abend, ja. Aber satt macht er nicht.

 


DIE PRESSE (Wien):
Totales Chaos in Knut Hamsuns Kopf

 

Knut Hamsun war ein unangenehmer Zeitgenosse, ein Ruhestörer, so böse wie genial. Mit seinem Debütroman ,,Hunger‘‘ fügt er sich 1890 radikal in die Moderne ein, die den damals herrschenden Realismus zu überwinden suchte. Da war der Autor Anfang 30. Her mit der Säge! Die Literatur wird zerstückelt in Moment-Aufnahmen aus ständig wechselnder, unzuverlässiger Erzählperspektive. Wir irren mit dem Protagonisten, einem nach Anerkennung gierenden, werdenden Schriftsteller durch Kristina, heute Oslo. Er ist eine von ständigem Hunger geplagte Existenz am Rande der Gesellschaft. Seine herausragende Eigenschaft: Stolz. Sein Manko neben der Armut: das Gefühl der Minderwertigkeit. Der Text ist auch autobiografisch. Bitterarm versuchte Hamsun zweimal in den USA Fuß zu fassen, ehe er durch sein erstes Werk ,,Hunger‘‘ berühmt wurde. Selbst Erlebtes scheint auch sein zweites Buch zu prägen. In ,,Mysterien‘‘ treibt er das literarische Experiment bis zum Absurden. Die Hauptfigur Johan Nilsen Nagel, auf der Bühne völlig in Gelb gekleidet, ist wohlhabend und großzügig bis skurril.

Dieses Frühwerk ist atemberaubend. 1920 erhielt Hamsun den Nobelpreis. Aber die Rezeption von Werken Hamsuns wird dadurch heikel, dass der Autor später ein Bewunderer Hitlers wurde. NS-Größen hofierten den Literatur-Star. Es riecht beim alten Hamsun streng nach Nazi-Schweiß und Blut und Tränen. Für Norwegen war Hamsun bis zu seinem Tod 1952 furchtbar peinlich. Eine Dramatisierung seiner beiden ersten Romane wurde bei den Salzburger Festspielen auf der Halleiner Perner-Insel aufgeführt. Musste das sein? Ja. Allein wegen des, leider vergeblichen Versuchs, das Endspiel nach dem Ende einer Ära zu verstehen: Regisseur Frank Castorf ist ein unangepasster älterer Herr aus Ostdeutschland, ein Ruhestörer, der sich kraftgenialisch wähnt. Bei ihm riecht es noch immer leicht nach Klassenkampf. Ein Vierteljahrhundert hat er bis 2017 Aufsehen erregend die Volksbühne geführt. Vorwiegend mit ehemaligen Stars dieses Hauses zelebriert er nun in Hallein exzessiv ein Hamsun-Potpourri, fast sechs Stunden lang.

Den Darstellern Respekt: Sie schreien, flüstern, schreien, rennen, schreien, gestikulieren und schreien brav durch Unmengen an Text. Marc Hosemann und Lars Rudolph machen das als Protagonisten abgebrüht. Kathrin Angerer und Daniel Zillmann lustvoll bis übertrieben. Sophie Rois steuert zudem ein bisschen Spaß bei, Josef Ostendorf setzt auf Musikalität. Der ist fast zu seriös für diesen Abend. Und die Jungen? Gut gebrüllt, Castorf-Löwinnen! Rocco Mylord und Lilith Stangenberg zeigen bei ihrem Einsatz in dieser Volksbühnen-Folklore, dass sie noch richtig hungrig sind. Am Ende aber wird es unheimlich leise. Schuberts Todessehnsucht klingt an. Endlich Schluss!

 

SALZBURGER NACHRICHTEN:
Theatermarathon hinterlässt Spuren

Der Theatermarathon bei den Salzburger Festspielen ist um ein Kapitel reicher. Knapp sechs Stunden lässt sich Regie-Großmeister Frank Castorf Zeit, um tief in die Geisteswelt eines Autors einzutauchen, der sich selbst ,,einen lebenden Widerspruch‘‘ nannte: Knut Hamsun (1859–1952), visionärer Autor, der mit seinen Romanen ,,Hunger und ,,Mysterien‘‘ kühn den Weg in die Moderne ebnete. Aber auch Knut Hamsun, Anhänger brauner Ideologie, der für ein Norwegen unter nationalsozialistischer Führung eintrat.

Castorf zeigt beide Seiten. Seine Theaterfassung der beiden Romane lässt keinen Zweifel an der literarischen Meisterschaft Hamsuns offen. Auf der Halleiner Perner-Insel sieht man jedoch auch den anderen Hamsun, der sich auf Schwarz-Weiß-Filmaufnahmen im Kreise von NS-Größen präsentiert. ,,Es ist so vieles und von so vielen über unsere Zukunft geschrieben worden‘‘, wird Hamsun zitiert, ,,aber von allen allein hat Hitler zu meinem Herzen gesprochen‘‘. Keine zehn Sekunden dauert es und das erste Hakenkreuz ist auf der Bühne zu erspähen. ,,Swastika! Swastika!‘‘ schreit Schauspieler Marc Hosemann. Er verkörpert den jungen Dichter und Journalisten, der im Jahr 1890 durch Norwegens Hauptstadt irrlichtert. In seinem Roman ,,Hunger‘‘ schickt Hamsun diesen Grenzgänger auf die winterliche Reise durch Norwegens Hauptstadt. Er hat nichts zu essen, aber er hat Talent. Seine Gedankenwelt lässt Hamsun als soghaften Bewusstseinsstrom auf den Leser los. ,,Der Hunger betäubt mich‘‘ sagt er. Und: ,,Der Hunger berauscht mich.‘‘ Hosemann spielt diesen Widerständigen mit Haut und Haaren.

Castorf lässt Szenen aus den beiden Romanen ,,Hunger‘‘ und ,,Mysterium‘‘ mit Fortdauer des Abends immer stärker ineinander verschmelzen, bleibt aber werktreu. Abwechslung bereiten die Live-Filme aus dem Inneren des Bühnenbauwerks. Im zweiten Teil setzt der Regisseur vorrangig auf den Blick durch die Kamera. Wenn sich Hosemann vor Hunger fast den Finger abbeißt, wenn er sich einer freigebigen ,,Dame‘‘ verweigert, ist der Zusehen ganz nahe dabei. Frank Castorf gelingt eine sehr fokussierte, zielgerichtete Arbeit. Vor allem aber durchfährt die Rückkehr des deutschen Regietitanen mit seinem fulminanten Ensemble nach 14 Jahren Festspiel-Abwesenheit den Körper wie ein Energieschub. Der formstrengen ,,Penthesilea‘‘ im Landestheater wird nun ein dröhnender, überwältigender Gewaltakt gegenüber gestellt. Die Darsteller spielen konsequent am Limit. Kaum Nuancen, nur eine Stoßrichtung: Attacke! Das verbliebene Publikum spendet erschöpft, aber begeistert Applaus – um halb ein Uhr früh.

 

DER STANDARD (Wien):
Hungerkunst mit Sesamlaibchen

In der Salinenhalle der Perner-Insel dreht sich Norwegens alte Hauptstadt wie eine Gralsburg aus skandinavischer Lärche im Kreis. Frank Castorf hat wieder die alte Volksbühnen-Mannschaft um sich versammelt, ein bewährtes Abriss-Kommando der Moderne, dessen Mitglieder jedes Romangebirge zuverlässig in scharfkantige Brocken verwandeln. An Hamsun muss sich jeder schneiden. Dieser Prosaartist diente sich und seine Schreibkunst noch im hohen Alter bereitwillig Hitler und den Nazi-Besatzern Norwegens an. Und so sieht man auf Aleksandar Denics Bühne (beinahe) Skandinaviens Wald vor lauter NS-Runen nicht mehr.

Der Schauspieler Hosemann wird während der nächsten fünf, sechs Stunden in die Rolle eines Hungerkünstlers schlüpfen. Er ist der fieberäugige Agent der Auflehnung. Wie ein Marder umkreist er die satte Gesellschaft. Castorf, der kluge Anarchist vom Prenzlauer Berg, gibt wiederum zu verstehen: Wie den Kläffer und Antisemiten Celine, so muss man auch den Empörer Hamsun genau betrachten, um dessen antizivilisatorische Polemik neu zu entdecken. Und um den unverzichtbaren Gehalt von der braunen Schlacke zu scheiden. Ein Bild bringt die entsetzliche Daseinsnot des hungernden Helden von ,,Hunger‘‘ zum Ausdruck. Im Delirium der Entbehrung geht er dazu über, Fleischstücke vom eigenen Zeigefinger zu vertilgen.

Die Tachonadeln der Erregung hüpfen hin und her, denn ein ganzer Schwarm skandinavischer Frauen reißt sich um den mysteriösen Heimkehrer Johan Nagel, Hauptfigur in Hamsuns zweitem von Castorf aufbereiteten Roman ,,Mysterien‘‘. Er trägt zitronengelbe Anzüge, verdreht allen die Köpfe und rettet verhöhnte Außenseiter der Gesellschaft vor rohen Gewaltausbrüchen. Doch zu fortgeschrittener Stunde klinkt man sich schließlich von all den Irrungen und Wirrungen aus.

Mag ,,Hunger‘‘ auch nicht zu den raren Spitzenerzeugnissen der Roman-Verwertungs-Gesellschaft Castorf zählen: Die Festspiele können sich glücklich schätzen, diesen schwer verdaulichen Brocken im Angebot zu haben. Die stark gelichteten Reihen der Festspielgäste auf der Halleiner Perner-Insel spendeten herzlichen Beifall. Frank Castorfs Archäologie der Moderne ist für das Gegenwarts-Theater bis auf weiteres unverzichtbar. Da nimmt man auch das leidlich Geglückte gerne hin und hält es für großartig.



OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN:
Bebildern von Romanen ist noch kein Theater

 

Wenn der unbezähmbare Regie-Tiger Frank Castorf (67) in die Salzburger Festspiel-Voliere gelassen wird, dann zieht er sein Ding durch. Die Frage, ob er sein Publikum auch tatsächlich erreicht, ist ihm egal. Seine zur sechsstündigen Operation schmerz-haft aufgeblähte Beschäftigung mit den Romanen ,,Hunger‘‘ und ,,Mysterien‘‘ des norwegischen Schriftstellers Knut Hamsun, bei den Salzburger Festspielen auf der Halleiner Perner-Insel, spannt den Bogen nicht zu neuen Erkenntnissen, sondern sie feiert ein Schauspieler-Fest in prächtigen Bildern. Jene zwei Drittel des Publikums, die bis zum Ende ausharrten, bejubelten die Darsteller.

Castorf muss sich Buh-Rufe gefallen lassen, genau so wie den Vorwurf, als Wiederholungstäter zu verblassen. Zwei Leinwände, zwei Kamerateams und leicht entflammbare Hysterie sind bei ihm Standard. Zum Glück auch der wunderbare Bühnen-Zauberer Aleksandar Denic, der ein 360-Grad-Norweger-Holzhaus auf die Drehbühne stellt, das alle Stückerln spielt: Es ist Pfandleiher-Büro, McDonalds-Filiale, Fahrradstall, Gefängnis, Auffangbecken für gefallene Frauen und Schreibkammer des ausgemergelten Journalisten, des Helden aus ,,Hunger‘‘. Und es muss Castorf ein Vergnügen gewesen sein, mit Akribie Nazi-Symbole anbringen zu lassen, hier die Hausnummer 88 (Kürzel für ,,Heil Hitler!‘‘) für den Fastfood-Imbiss, dort SS-Runen auf einem Wikinger-Boot, da noch ein Hakenkreuz samt Werbung für Schokolade der Soldaten des Dritten Reiches. Alles vom braunen Mief durchtränkt.

Schauspieler Marc Hosemann ist der ,,Hunger‘‘-Held, der mit knurrendem Magen wie ein heruntergekommener Wolf durch die Straßen trottet. Die Not wird so groß, dass er vom eigenen Finger abbeißt. ,,Hunger‘‘ vermischt sich mit dem Buch ,,Mysterien‘‘, bei dem der Sonderling Johan Nagel die Hauptfigur im gelben Anzug und mit Blausäure in der Tasche ist. Er zerzaust die Regeln eines verschlafenen Städtchens und nimmt sich nach unerfüllten Verliebtheitsphasen das Leben. Die Spirale dreht sich in den Untergang, aber Castorf mag sie dort nicht ankommen lassen, weil er Idee um Idee einflicht, die das Ende zur nervenden Strapaze ausdehnen. Vor lauter Bebilderung vergisst er auf das Erzählen. Ein Hunger, der mit Kubikmetern heißer Luft nicht gestillt wurde.

 

 

KURIER (Wien)
Hamsun – Mysterien – Theater

Die in der Tat überbordende, sehr typische Castorf-Inszenierung (mit viel Live-Videos auf zwei Bildschirmen) beginnt wie das Buch ,,Hunger‘‘, wenn auch ironisch gebrochen: ,,Es war zu jener Zeit, als ich in Kristina umherging und hungerte, in dieser seltsamen Stadt, die keiner verlässt, ehe er von ihr gezeichnet ist…‘‘ Nahtlos geht Josef Ostendorf, der große Marthaler-Schauspieler, als zurückblickender Erzähler, zu einer weiteren Passage aus dem Buch weiter: ,,Hatte der Finger des Herrn auf mich gezeigt? Aber warum gerade auf mich? … Ein Schwarm von Ungeziefer war in mein Inneres eingedrungen und hatte mich ausgehöhlt. Was, wenn Gott geradezu im Sinnhatte, mich ganz zu vernichten?‘‘ Dieser packende Monolog leitet aber nicht zur ,,Geschichte‘‘ ein, die Hamsun in seinem autobiografischen Buch ,,Hunger‘‘ erzählt. Denn Castorf weigert sich wieder einmal, eine durchgehende Handlung aufzubereiten. Castorf wählte nur einige Motive aus und kontrastiert oder ergänzt sie mit auf Hamsuns ,,Hunger‘‘ nachfolgenden Roman ,,Mysterien‘‘, der als Variation von ,,Hunger‘‘ mit verkehrten Vorzeichen gilt. Erzählt wird von einem Mann namens Nagel, der gelbe Anzüge trägt. Was dann passiert ist verworren, mysteriös, bizarr. Nicht ohne Grund heißt der zweite Roman ,,Mysterien‘‘.

Immer chaotischer wird die Abfolge: Einige Szenen sind definitiv zu lang, andere unerheblich, dann liefert Schauspieler Ostendorf eine absurde Hitler-Nummer ab (inklusive Wienerisch), Buster Keaton verschlingt auf einem der Bildschirme Spaghetti. Kathrin Angerer macht große Augen und Lilith Stangenberg lässt sich auf ein Abenteuer mit dem heruntergekommenen Helden ein. Sehr körperlich das Ganze, wie eben immer bei Castorf. Zum Schluss überlagern sich die beiden Romane. Denn Schauspieler Hosemann taucht in einer Szene von ,,Mysterien‘‘ auf, einem gewaltigen Free-Jazz-Duell zwischen den Darstellern Stangenberg und Lars Rudolf. Spätestens da hätte Schluss sein müssen. Doch Regisseur Castorf wollte und wollte kein Ende finden. Wer nicht geflüchtet war, bejubelte schließlich die allgemeine Verausgabung.

 


KLEINE ZEITUNG (Graz):
Kräftemessen zwischen Publikum und Theaterbetrieb

 

Der drehbaren Kulissenlandschaft aus Holzhäusern und Hinterhöfen, Baracken, Geschäften und Dachkammern, die Aleksandar Denic in die weitläufige ehemalige Salinenhalle gestellt hat, haftet diesmal etwas Western-Style-artiges an. Doch statt eines Saloons wartet ein McDonalds-Schnellimbiss auf das durstige und hungrige Ensemble von "Hunger". Fleischlaibchen werden gebraten, Würstchen gereicht, Hamburger garniert und Coladosen geöffnet. Es ist nicht der einzige Regie-Gag, der sich über die Grundsituation des 1890 erschienenen Romans lustig macht, in dem der über bloß unregelmäßiges Einkommen als Feuilletonist verfügende Protagonist ob des ständigen Hungers buchstäblich in den Wahnsinn getrieben wird.

Chefkoch Frank Castorf selbst hingegen verlässt sich auf sein altbewährtes Rezept, verquirlt die neuen Zutaten mit alten Ingredienzien wie Brüll-Lautstärke und Live-Video bis zur Unkenntlichkeit, bringt sie mit hoher Energiezufuhr zum Überkochen, garniert sie mit ein paar gefälligen optischen und ideologischen Anreizen und serviert sie brennheiß. Innerhalb der 5 Stunden und 45 Minuten dauernden Menüfolge, der nach der Pause deutlich weniger Premierenbesucher folgen wollten, kühlt das Aufgekochte allerdings deutlich ab und schmeckt rund um Mitternacht nur mehr lau und schal. Castorf-Produktionen sind immer auch ein Kräftemessen mit dem Publikum und dem Theaterbetrieb: Wer hält länger durch?

Bis zum bitteren Ende wird Castorf die beiden Romane ,,Hunger‘‘ und ,,Mysterien‘‘ immer wieder parallel führen, und wer sie nicht gelesen hat, dem bleiben sie ein Rätsel. Und so hinterlässt dieser ,,Hunger‘‘ paradoxerweise ein Leere- wie ein Völle-Gefühl gleichermaßen: Man fühlt sich abgefüllt mit viel heißer Luft ohne Nährwert. Dennoch gaben sich nicht wenige Premierenbesucher am Ende satt und zufrieden: Kräftiger Applaus für das Ensemble, nur vereinzelte Buhs für den Regisseur.



TIROLER TAGESZEITUNG:
,,Salzburger Festspiele – Kräftiger Applaus nach langem Hunger

 

Mit sechsminütigem Applaus und Bravos für das Ensemble, aber auch mit vereinzelten Buhrufen für Regisseur Frank Castorf ist Sonntagfrüh die Premiere der Hamsun-Dramatisierung „Hunger“ auf der Halleiner Perner-Insel zu Ende gegangen. Wie häufig bei Castorf wurde es auch ein Kräftemessen mit dem zur Pause dezimierten Publikum: Statt der angekündigten viereinhalb Stunden wurden es 5:45 Stunden.

Deutlich mehr als der Inhalt des Romans „Hunger“, den Castorf mit dem Folgeroman „Mysterien“ mischt, interessieren den Regisseur die Verstrickungen des Autors Knut Hamsun sowie der Norweger insgesamt in die nationalsozialistische Herrschafts-Ideologie. Die Bühne von Aleksandar Denic, eine drehbare Filmkulisse aus Holzhäusern, Hinterhöfen, Geschäften und Dachkammern, die gut auch Schauplatz eines Westerns sein könnte, strotzt vor Anspielungen an die NS-Zeit. Als besonderen Kontrapunkt zum Romantitel bringt Denic einen veritablen McDonald‘s-Schnellimbiss auf die Bühne.

Aus dem Volksbühnen-geeichten Ensemble stechen Marc Hosemann, Kathrin Angerer und Sophie Rois hervor. Bekannte Ingredienzien des Castorf-Theaters wie hoher Erregungspegel, Brüll-Lautstärke und Live-Video kommen extensiv zum Einsatz.

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Die Halleiner Galerie Freiräume wartet derzeit mit einer besonders sehenswerten Ausstellung auf. Die vier Mitglieder eines Künstler-Kollektivs, die alle schon seit Jahrzehnten erfolgreich künstlerisch tätig sind, halten Rückschau auf ihr Bildhauer-Lebenswerk und präsentieren ausgewählte Werke aus ihrem fantastischen Schaffen. Dabei geht es durchwegs um die Darstellung des Menschen, die mit Abstand schwierigste und anspruchsvollste künstlerische Disziplin. Gewissermaßen die höchste Liga, in die nur die besten Künstlerinnen und Künstler aufsteigen. Und die härteste und brutalste. Denn: jeder Betrachter eines Porträts oder einer menschlichen Figur, auch wenn er keinen Bezug zur Kunst hat, kann sofort feststellen, ob der Künstler die entsprechenden Proportionen des menschlichen Erscheinungsbildes beherrscht oder nicht. Welch hohes Können sich die vier Künstler – drei Bildhauerinnen und ein Bildhauer – im Laufe ihres langen Lebens errungen haben, davon vermitteln unsere oben stehenden Fotos einen ersten Eindruck. Dieser sollte unbedingt zu einem Besuch der sehenswerten Ausstellung in der Galerie Freiräume am Bürgerspital-Platz anregen.

Die vier großartigen Künstler-Persönlichkeiten in alphabetischer Reihenfolge: Jana Büttner, Anna-Lena Cäcilia, Hubert Josef Malterer und Ange Smird. Sie alle stellen die Darstellung des Menschen in den Mittelpunkt und unterscheiden sich dennoch voneinander ganz erheblich durch ihren jeweils sehr persönlichen Stil, durch ihre reizvolle und unterschiedliche Formensprache und durch die sensible Oberflächen-Gestaltung ihrer meisterhaften Werke. Jetzt aber heißt es für den SALZSCHREIBER erst einmal zu bereuen, Buße zu tun, Abbitte zu leisten und um Gnade zu bitten. Der Bildhauer und die drei Bildhauerinnen wurden aufgrund ihrer perfekten Werke als ältere, lebenserfahrene Künstler dargestellt, die auf Jahrzehnte langes Kunstschaffen zurückblicken. Und das ist nicht ganz korrekt. Denn: Die vier zutiefst beeindrucken-den Bildhauer-Persönlichkeiten sind noch keine 50 Jahre alt, auch nicht 40, ja nicht einmal 30, sie zählen auch keine 25 Jahre. Erst zwischen 20 und 23 Jahre jung sind unsere bewundernswerten Jung-Stars! Einfach unglaublich! Grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen wurden ihnen in der Bildhauer-Abteilung der HTL Hallein vermittelt, mittlerweile studieren einige von ihnen an der Kunstakademie in Florenz. – Die sehenswerte Ausstellung ist noch am kommenden Wochenende zugänglich: Am Samstag von 10 bis 14 Uhr und am Sonntag von 16 bis 18 Uhr. – Die Fotos oben zeigen einige der Ausstellungs-Objekte in der Galerie Freiräume. Fotos unten: In alphabetischer Reihenfolge die talentierten, großartigen, vielversprechenden und beeindruckenden jungen Bildhauer/innen Jana Büttner, Anna-Lena Cäcilia, Hubert Josef Malter und Ange Smird. – (Odo Stierschneider. Die oben stehenden Fotos aus der Galerie Freiräume: OST).

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Herausragende Unternehmer-Persönlichkeiten zeichnen sich dadurch aus, dass sie neben ihrer verantwortungsvollen und intensiv fordernden Tätigkeit an der Spitze ihres Unternehmens, auch die Voraussetzung dafür schaffen, dass Kunst und Kultur sich entfalten können. So tat der weitblickende Inhaber Michael Angerer der Creativ Werkstatt (Küchenstudio mit Küchen nach Maß, eigene Tischlerei, Thomas Verwangers Kochstudio mit Schauküche und Veranstaltungsort) im historischen Colloredo-Sudhaus, jenen fundamentalen Ausspruch, der am 19. Juli 2018 in der großzügig angelegten Gründungsfeier für den neuen Halleiner Kulturverein JUST IN ART seine glanzvolle Erfüllung fand: ,,Ich wollte aufgrund der Größe unserer Räumlichkeiten kein reines Küchenstudio machen, sondern auch Platz für die Kultur lassen!‘‘ Obmann von JUST IN ART ist Michael Angerer, Obmann-Stellvertreter und künstlerischer Leiter ist Markus Scherfler, Karin Angerer fungiert als Kassierin, als Schriftführerin ist Christina Hasenbichler tätig.

Die Gründungsfeier für den neuen Halleiner Kulturverein JUST IN ART wurde zu einem glanzvollen gesellschaftlichen Ereignis. Die allgemeine Wertschätzung, die dieser so ungemein erfreulichen Veranstaltung entgegen gebracht wurde, zeigte sich auch darin, dass nicht nur Halleins Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl sondern auch Bürgermeister Gerhard Anzengruber im Colloredo-Sudhaus anwesend war. Vor der Eingangsfassade des historischen Gebäudes war eine kleine Plattform aufgebaut, auf der Creativ-Werkstatt-Inhaber und Obmann von JUST IN ART Michael Angerer, Kulturstadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl und Obmann-Stellvertreter von JUST IN ART Markus Scherfler zum Mikrophon griffen. Eine beeindruckend stattliche Anzahl von Besuchern hatte sich eingefunden und scharte sich um die Redner, um ihnen herzlichen Beifall zu spenden – anders ausgedrückt, vor dem Colloredo-Haus drängten sich Kultur- und Kunst-Interessierte in absolut rekordverdächtigem Ausmaß. (Über die anspruchsvollen Ziele des Kulturvereins JUST IN ART berichtete DER SALZSCHREIBER bereits hier im Ressort Kultur. Einfach zwei Artikel weiter nach unten scrollen und Sie sind am Ziel.)

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Michael Angerer, Inhaber der Creativ Werkstatt und Obmann des neuen Kulturvereines JUST IN ART. Seiner Weitsicht ist zu danken, dass die Stadt Hallein nun einen weiteren Kulturverein aufweist. FOTO 2: Auf dem Redner-Podest von links Obmann-Stellvertreter und künstlerischer Leiter von JUST IN ART Markus Scherfler, Obmann von JUST IN ART Michael Angerer und Kultur-Stadträtin Dr. Eveline Sampl-Schiestl. FOTOS 3, 4 und 5: Besucherinnen und Besucher der Eröffnungsfeier für JUST IN ART. Auf dem 3. FOTO Michael Angerer am Mikrophon und auf dem 5. FOTO in der Bildmitte Karin Angerer und Meisterkoch Thomas Verwanger. FOTO 6: Michael Angerer vor dem Eingang zu seiner Creativ Werkstatt, rechts Markus Scherfler. FOTO 7: Von links: Karin Angerer, Hellmut Lumpi, Eigentümer des Colloredo-Hauses und Michael Angerer. FOTOS 8 bis 11: Den musikalischen Rahmen für die Gründungsfeier lieferten nicht nur tolle Schellacks sondern auch eine ganze Reihe besonders origineller Musikinstrumente. FOTO 12: Natürlich wurde an diesem festlichen Abend auch Kulinarisches geboten und da war Meister-Koch Thomas Verwanger selbstverständlich ganz in seinem Element. FOTO 13: Obmann-Stellvertreter und künstlerischer Leiter von JUST IN ART Markus Scherfler, stilgerecht im JUST-IN-ART-T-SHIRT. – (Odo Stierschneider. Fotos: Karin Angerer / Salzburg.)

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Wie in diesem Sommer üblich, fand am Samstag, 4. August um 18:30 Uhr, bei strahlendem Wetter und üppigen Temperaturen, auf der Halleiner Perner-Insel die Festspiel-Premiere mit dem Schauspiel HUNGER statt. Regisseur Frank Castorf gestaltete das Stück nach Knut Hamsuns beiden Romanen Hunger und Mysterien. Es ist schon langjährige Tradition, dass eine halbe Stunde vor Premierenbeginn, die eindrucksvolle Halleiner Bürgerkorpskapelle die Premierengäste mit einem Konzert neben dem Eingang in den Festspielbereich willkommen heißt. Es ist dies eine Initiative der ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘, die bei den Premieren-Besuchern immer wieder großen Beifall findet.

Das Ensemble der Schauspielerinnen und Schauspieler im Stück HUNGER besteht aus Kathrin Angerer, Marc Hosemann, Rocco Mylord, Josef Ostendorf, Sophie Rois, Lars Rudolph, Lilith Stangenberg und Daniel Zillmann. Frank Castorf führt Regie, für Bühne, Ausstattung, Produktion und Dramaturgie sind verantwortlich: Alexander Denic (Bühne), Adriana Braga Peretzki (Kostüme), Lothar Baumgarte (Licht), William Minke (Soundtrack), Andreas Deinert, Kathrin Krottenthaler (Kamera), Jens Crull, Maryvonne Riedelsheimer (Videoschnitt), Dario Brinkmann, William Minke (Tonangel), Sebastian Klink (Künstlerische Produktionsleitung) und Carl Hegemann (Dramaturgie). Das Schauspiel HUNGER dauert nicht viereinhalb Stunden, so wie im Programmheft angegeben, es werden vielmehr knapp sechs Stunden – exakt fünf Stunden und fünfundvierzig Minuten. Durchaus eine konditionelle Prüfung für Zuschauer und Darsteller, letztere zeigen bewundernswerten Einsatz bei ihren stimmlich und körperlich immer wieder extrem fordernden Auftritten. Dagegen gibt es unter den Zuschauern Schwächlinge, die angesichts des anstrengenden und schwierigen Geschehens auf der Bühne ohne erkennbaren Handlungsablauf sowie mit Rücksicht auf ihre malträtierte Sitzfläche, vorzeitig den Ort des Geschehens verlassen.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

Das 1. FOTO oben zeigt die Bürgerkorpskapelle Hallein bei ihrem Premierenkonzert auf der Pernerinsel. Auf dem 2. FOTO sind die prachtvollen Uniformen zusehen, welche die Musiker trotz sommerlicher Hochtemperaturen trugen. Auf dem 3. FOTO Kapellmeister Mag. Hermann Seywald, der engagiert und schwungvoll den Dirigentenstab führte. Das 4. FOTO zeigt das Publikums-Gedränge vor dem Eingang in den Festspielbereich. Die FOTOS 5 bis 8 zeigen die Besucher vor Premierenbeginn im Innenhof des Festspielbereiches. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die fantastische, hinreißende und unvergleichliche Festspiel-Präsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler, verfasst jedes Jahr in der ,,Halleiner Festspiel-Broschüre‘‘ einen beeindruckenden Beitrag über die Salzburger Festspiele auf der Halleiner Perner-Insel. Wir zitieren daraus einige Kernsätze: ,,Vor 26 Jahren eroberte Peter Stein die Halleiner Perner-Insel für die Salzburger Festspiele. Die Alte Saline wurde zu dem Ort, der den Salzburger Festspielen über viele Jahre gefehlt hatte. Heute ist die Perner-Insel für die Salzburger Festspiele längst ein unverzichtbarer Aufführungsort geworden. Die Festspiele bringen mit der Spielstätte Perner-Insel der Kulturstadt Hallein alljährlich internationale Aufmerksamkeit. Die Perner-Insel wiederum wurde für die Festspiele zum Wallfahrtsort für all jene, die mehr Neugier als Altgier ins Theater treibt. Das heißt, Hallein braucht die Festspiele und die Festspiele brauchen Hallein und die Pernerinsel. Ich freue mich über die vielen kulturellen Initiativen, die in den letzten Jahren in Hallein Wurzeln geschlagen haben. Und ich ermutige die Halleiner Politiker, aus dem magischen Ort Pernerinsel eine ganzjährig bespielbare Theaterstätte zu machen. Ich lege unseren Gästen immer wieder einen Besuch in Hallein ans Herz, besitzt diese kleine Stadt doch die schönsten alten Häuser und Plätze und eine freundliche Gastronomie, die man sich für ein besonderes Kulturerlebnis wünscht. Für viele Regisseure und Gäste ist die Perner-Insel mit ihrer einzigartigen Atmosphäre eine Lieblings-Spielstätte. In diesem Sommer wird die Perner-Insel mit Knut Hamsuns ,,Hunger‘‘ Schauplatz eines außergewöhnlichen Theaterprojekts.‘‘ – Diese begeisternden Sätze aus der Feder der engagierten, erfolgreichen und glanzvollen Salzburger Festspiel-Präsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler sollen einstimmen auf die hohe Auszeichnung, mit der die Festspiel-Präsidentin nun geehrt wurde und zu der ihr alle Festspiel-Begeisterten aus Hallein und Umgebung herzlich gratulieren.


Am 30. Juli 2018 wurde Festspiel-Präsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler mit der Ehrenbürgerschaft der Landeshauptstadt Salzburg im Rahmen eines Festaktes im Karl-Böhm-Saal im Festspielhaus ausgezeichnet. Die Ehrung wurde in Würdigung der Verdienste von Helga Rabl-Stadler um die Salzburger Festspiele und damit um die Stadt Salzburg verliehen. Unter den von Salzburgs Bürgermeister Dipl.-Ing. Harald Preuner begrüßten Ehrengästen waren unter anderen der Salzburger Erzbischof Dr. Franz Lackner, Bundespräsident a.D. Dr. Heinz Fischer, Bundeskanzler a.D. Dr. Wolfgang Schüssel, Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Mitglieder der Bundesregierung, der Landesregierung, der Stadtregierung und Präsident Hofrat Marko Feingold. Festspiel-Intendant Markus Hinterhäuser gestaltete den Abend unter Einbindung der Wiener Philharmoniker, deren Fanfarenbläser und des Philharmonia Chores. Dazu Bürgermeister Dipl.-Ing. Harald Preuner: ,,Unsere Präsidentin pflegt immer zu sagen: ,,Ohne die Wiener Philharmoniker gäbe es zwar Festspiele, aber nicht DIE SALZBURGER FESTSPIELE.“ Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer betonte: ,,Niemand lebt die Weltmarke Salzburger Festspiele so sehr wie Helga Rabl-Stadler. Durch ihr Wirken und ihren unermüdlichen Einsatz als Festspielpräsidentin, trägt sie seit vielen Jahren dazu bei, die unverwechselbare Identität der Salzburger Festspiele und der Stadt Salzburg zu prägen". – Unser Foto (Franz Neumayr) zeigt Festspiel-Präsidentin Helga Rabl Stadler mit Bürgermeister Harald Preuner und der imposanten Ehrenbürgerschafts-Urkunde. Nachstehend der volle Wortlaut der begeisternden Laudatio von Bürgermeister Harald Preuner.

Die Laudatio
von Bürgermeister Dipl.-Ing. Harald Preuner
anlässlich der Ehrenbürgerschaft
für Festspiel-Präsidentin Dr. Helga Rabl Stadler


Liebe Freunde und Weggefährten unserer Festspiel-Präsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler, geschätzte Damen und Herren!

 

Das ist heute ein besonderer Tag zu einem besonderen Anlass, natürlich dazu passend auch an einem besonderen Ort. Die Verleihung einer Ehrenbürgerschaft ist nichts Alltägliches und wird in der Regel im Schloss Mirabell vorgenommen. Dem ausdrücklichen Wunsch unserer Präsidentin folgend, haben wir die Verleihung gerne hierher in den Karl-Böhm-Saal verlegt.

 

Warum eine Persönlichkeit die Ehrenbürgerschaft verliehen bekommt, kann mehrere Gründe haben: Die erste Ehrenbürgerschaft wurde im Jahr 1829 – also vor fast 190 Jahren – an den Landschaftsmaler Johann Michael Sattler verliehen. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte kamen bis 1931 so bekannte Namen wie Kardinal Erzbischof Friedrich Fürst zu Schwarzenberg, Richard Strauss, Max Ott oder Dr. Otto und Dr. Rudolf Spängler hinzu. Als einzige Frau in dieser Zeitspanne wurde Lilli Lehmann 1920 zur Ehrenbürgerin ernannt.

 

Das könnte damit schon ein erster Hinweis sein: 1920 Lilli Lehmann als erste Frau Ehrenbürgerin, im gleichen Jahr rief Max Reinhardt die Salzburger Festspiele ins Leben. Lilli Lehmann, die als Sängerin und Regisseurin begeisterte und sich als Mäzenin den Beinamen „Mutter des Mozarteums“ verdiente, hatte wesentlichen Anteil an der stetigen kulturellen Blüte Salzburgs am Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie war eine tatkräftige Unterstützerin des Mozarteums im Jahr 1914 – der Idee der Festspiele stand sie aber äußerst reserviert gegenüber. Ihre Befürchtung war, dass durch diese Festspielidee der Mozartgedanke zu stark verwässert würde.

 

Nach dem II. Weltkrieg erfolgte 1957 die erste Verleihung einer Ehrenbürgerschaft. Diese wurde Festspielpräsident Heinrich Puthon zuerkannt. Es folgten unvergessene Persönlichkeiten, die mit unserer Stadt stets in Verbindung bleiben werden, wie Herbert von Karajan, Karl Böhm oder Clemens Holzmeister. Die bisher letzte Ehrenbürgerschaft wurde 2008 an HR Marko Feingold verliehen. Es gab übrigens nur drei Festspielpräsidenten, die diese Ehre erhalten haben. Von 1957 bis 2008 war nur eine Frau unter diesen Ehrungen vertreten, nämlich Hertha Firnberg.

 

Dies wäre also eine Form einer möglichen Begründung: Unsere Festspielpräsidentin wäre die dritte Frau seit 1829, die der Verleihung der Ehrenbürgerschaft für würdig befunden wurde. Allerdings passt diese Begründung, wenn man Dich kennt, so gar nicht zu Dir. Schließlich hast Du selbst einmal anlässlich Deiner Wahl zur Wirtschaftskammer-Präsidentin gesagt, dass Du das nicht geworden bist „weil“, sondern „obwohl“ Du eine Frau bist. Daher passt diese Begründung, erst die dritte Frau zu sein, der solch eine Ehrung zuteil wird, überhaupt nicht zu Deinem Selbstverständnis.

 

Die zweite mögliche Begründung könnte in Deiner Tätigkeit als Festspielpräsidentin gefunden werden. Deine Bestellung erfolgte am 19. Dezember 1994 in einer Kuratoriumssitzung. Daraufhin hast Du alle bisherigen politischen und standespolitischen Funktionen zurückgelegt. Somit bist Du seit 26. Jänner 1995 Präsidentin der Salzburger Festspiele.

 

Wie hat diese Ära Helga Rabl-Stadler bei den Festspielen eigentlich begonnen? Relativ unerwartet kann man wahrscheinlich sagen – aber der Reihe nach: Dein Vorgänger Dr. Heinrich Wiesmüller konnte auf Grund von Umstrukturierungen des Bankhauses Spängler, das Mitte der 90er Jahre in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde und deren Vorstandssprecher er 1994 wurde, sein Amt nicht mehr weiter bekleiden. Die Suche nach einem Nachfolger ging los, an der kurioserweise Du zu Beginn als Kuratoriumsmitglied beteiligt warst. Unverhofft kommt oft – die Wahl ist dann unerwarteter Weise auf Dich gefallen, der Rest ist wie man so schön sagt Geschichte.

 

23 Jahre ist das nun her und Du, geschätzte Frau Präsidentin, kannst bereits jetzt auf eine Ära bei dieser für unsere Stadt so wichtigen Institution zurückblicken, welche allein jede Ehrung für Dein Lebenswerk rechtfertigt: 4.838 Vorstellungen ohne Generalproben mit 6 Intendanten und 8 Schauspielchefs, 997 Vorstellungstage mit 356 Premieren und 5.306.275 Besuchern an insgesamt 45 Spielstätten.

 

Auf Dein Konto geht die Lukrierung von fast 17 Millionen Euro allein an privaten Spenden, die das Haus für Mozart, die Sanierung der Felsenreitschule oder die Außenorgel im Toscaninihof ermöglicht haben. Du waltest mit viel Klugheit, Charme, Durchsetzungsvermögen und Energie über diese „Geld und Spiele“ in der Hofstallgasse. Die Verantwortung ist groß: In dem Unternehmen Festspiele arbeiten während des Jahres rund 210 Menschen, im Sommer sind es bis zu 5000 inkl. aller Festspielkünstler.

 

Du hast es immer verstanden, mit großem Gespür um die Gründungsidee der Festspiele zu agieren. Du hast einmal in einem Zeitungsinterview festgehalten: „Wir werden uns sicher nicht bequem auf die Salzburger Hausgötter Mozart und Richard Strauss zurückziehen. Das würde nämlich, so logisch es auf den ersten Blick vielleicht wirken möge, der viel breiteren Gründungsidee der Festspiele zuwiderlaufen. Die lautete nämlich: Oper und Theater – von beidem das Höchste. Die künstlerische Qualität war die eigentliche Festspielidee der Gründer.

 

Du warst immer schon eine Garantin für den Ausgleich. Ich weiß jetzt noch um die Episode, als eine Gruppe innerhalb der Salzburger Kaufmannschaft massiv gegen die Bestellung von Intendant Gerard Mortier arbeiten wollte. Dir ist es mit Deiner ruhigen und ausgleichenden Art gelungen, als Kammerpräsidentin und damals schon Mitglied des Festspielkuratoriums, diesen Konflikt, der beträchtliches Eskalationspotential gehabt hätte, erfolgreich zu entschärfen. Obwohl Du in Deiner Amtszeit diesem Haus so unübersehbar Deinen Stempel aufgedrückt hast – trotz allem kann und darf man Dich nicht auf Deine Tätigkeit als Festspielpräsidentin reduzieren.

 

Ich habe Dich, liebe Helga, Mitte der 80er-Jahre als junge Abgeordnete zum Nationalrat kennen und schätzen gelernt. Gut kann ich mich noch an die Zeit in der Kammer-Vollversammlung erinnern, heute nennt man das Wirtschafts-Parlament: Ich wurde 1993 der Vorsitzende meiner Fachgruppe und war fortan auch Mitglied der Kammer-Vollversammlung. Du warst von 1985-1988 Vizepräsidentin und von 1988 bis 1994 Präsidentin und Finanzreferentin. Mir hat damals Dein forsches und selbstbewusstes Auftreten gegenüber der Riege der meist wesentlich älteren Herren immer sehr gut gefallen.

 

Dein Name fiel immer öfter, wenn es um sogenannte „Höhere Weihen“ ging. So dauerte es nicht lange, bis Du gefragt wurdest, ob Du Dir vorstellen könntest, als Mitglied der Salzburger Landesregierung für die Menschen zu arbeiten. Das wurde vor allem von familiärer Seite sehr, sehr kritisch gesehen und Dir eigentlich davon abgeraten. Du bist dem Rat Deiner Mutter gefolgt und nicht in die Landesregierung eingetreten. Deiner politischen Überzeugung folgend, hast Du die Funktion der Vizeparteiobfrau der ÖVP erfolgreich bekleidet. Du konntest auch die väterlichen Gene nicht ganz verleugnen und hast Dir beim „Kurier“ und in „Der Presse“ journalistische Meriten verdient. Das wäre ein dritter Ansatzpunkt um Dein Wirken in dieser Stadt zu würdigen und dieses – bei allem Respekt – nicht nur auf die Festspiele zu reduzieren.

 

Für mich persönlich gibt es noch eine vierte Form der Begründung: Du bist in dieser Stadt geboren und aufgewachsen. Du hast hier eine großartige Karriere als Unternehmerin begonnen, warst für Stadt und Land politisch als Nationalrätin und standespolitisch als Wirtschaftskammer-Präsidentin tätig und bist seit Jahrzehnten international die führende Persönlichkeit, die Salzburg mit seinen Festspielen auf hervorragende Art und Weise präsentiert.

 

Geschätzte Präsidentin, liebe Helga! Du stehst wie keine andere Vertreterin für das alteingesessene Salzburger Bildungsbürgertum, für das die Umarmung von Kunst und Geld keine Berührungsängste bereitet, wie es in einer Pressemitteilung der APA zu Deinem heurigen 70. Geburtstag treffend formuliert wurde. Das ganze Jahr über bist Du als Botschafterin der Salzburger Festspiele zu Programmpräsentationen und Vorträgen zwischen Peking und New York anzutreffen, Du lukrierst Sponsorengelder, verhandelst, kommentierst um es auch so zu sagen, teilweise kommandierst, immer mit einem Lächeln und einem Scherz dabei. Du stehst in diesem Karussell der Eitelkeiten mit beiden Beinen fest auf dem Boden.

 

Du bist die beste Botschafterin für unsere wunderschöne Kulturstadt Salzburg – auf allen Kontinenten dieser Erde. Dein Einsatz und dein Engagement für die Festspiele sind auch ein Einsatz für Deine geliebte Stadt Salzburg. Unlängst hast Du in einem Presseinterview gesagt: „Ich habe kein Talent zum Müßiggang." Diese Feststellung kann man nur unterstreichen Du warst und Du bist wirklich unermüdlich für die Festspiele und unsere Stadt im Einsatz.

 

Für mich ist es daher heute eine große Auszeichnung und Ehre Dir nun offiziell mitzuteilen, dass der Gemeinderat am 11. April 2018 einstimmig beschlossen hat, Dir die Ehrenbürgerschaft der Landeshauptstadt Salzburg zu verleihen. Ich und wir alle gratulieren Dir von ganzem Herzen!

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Im Zentrum von Knut Hamsuns 1890 erschienenem Roman HUNGER, steht ein junger Mann jenseits jeder festen Bindung und offenbar ohne Freunde und Familie; ein junger Mann mit hohen Ansprüchen an sich selbst, auf der Suche nach Erfolg, nach zündenden Ideen, die man zu Geld machen kann. Hamsun verarbeitet darin Erfahrungen, die er selbst als junger Auswanderer in Amerika gemacht hat, auch wenn die Geschichte nicht in New York, sondern in Kristiana, dem heutigen Oslo, spielt. Der Hauptakteur, der sich selbst wechselnde Namen gibt, beginnt wie der junge Hamsun, mit feuilletonistisch-literarischen Gelegenheitsarbeiten. Und wie Hamsun, scheitert er spektakulär. Seine Texte werden abgelehnt: zu abgehoben, zu unverständlich. Das Geld bleibt aus. Er muss buchstäblich seinen letzten Jackenknopf verpfänden und gleichzeitig den Schein einer normalbürgerlichen Existenz wahren. Statt Erfolg und Karriere stellt sich Hunger ein, buchstäblicher, realer Hunger. Ohne Geld zu leben, ist für ein auf sich allein gestelltes Individuum unmöglich. Und der nagende Hunger, von dem niemand wissen darf, obwohl er die ganze Existenz bestimmt, macht es immer schwieriger, etwas Verwertbares zu produzieren.

Das Verhalten des jungen Mannes wird sonderbar und wahnhaft, die Umwelt verwandelt sich auf gespenstische Weise, wird zusammenhanglos, unberechenbar. Der Unterschied von Realität und Fantasie beginnt sich aufzulösen. Ein Leben auf der Kante. Ein widersprüchlicher, maßloser Bewusstseins-Strom und eine extreme, aber kunstvolle Selbst- und Welt-Beschreibung aus der Perspektive verborgener materieller Not, das findet sich in diesem Roman, in dem Hamsun sein eigenes Elend auf eine Weise zum Thema machte, wie es das in der Literatur vorher nicht gegeben hatte. So wurde HUNGER sein erster großer Erfolg, der den Schriftsteller mit einem Schlag berühmt machte – und ihn ein für alle Mal vom Hunger befreite. Sein nächster Roman, Mysterien (1892), handelt nicht mehr vom Hunger und vom Überleben, sondern von einem reichen Mann, der sich das Leben nimmt. Es ist die gleiche Figur wie in HUNGER, nur befindet sie sich in einer anderen Situation: An die Stelle des Kampfes ums Überleben tritt die Sinnkrise.

Der norwegische Autor Karl Ove Knausgard sieht im Gegensatz von Überlebenskampf und Todessehnsucht in diesen frühen Romanen ,,das Amerika der Seele‘‘ beschrieben. ,,Die Welt, die sie schildern, ist unsere eigene, wie sie war, als sie erschaffen wurde‘‘. Hamsun beobachtete das Entstehen des westlichen Menschen, des atomisierten Individuums, wie es sich in Amerika des späten 19. Jahrhunderts prototypisch für die weltweite kapitalistische Entwicklung herausbildete und zeigte dessen fundamentalen Widerspruch in sich. Das macht diese Romane bis heute so frisch und gegenwärtig. Hamsun wurde zu einem weltweit rezipierten Romancier und schrieb bis ins hohe Alter. 1920 erhielt er den Nobelpreis.

Als die deutsche Wehrmacht Norwegen besetzte, feierte Hamsun sie als Befreier und unterstützte sie publizistisch. Seine Nobelpreis-Plakette schenkte er seinem Freund und Verehrer Joseph Goebbels. 1943 änderte Hamsun seine Meinung über die deutsche Besatzung in Norwegen, die er nun als brutale Gewaltherrschaft durchschaut hatte. Bei einer Begegnung auf dem Obersalzberg zeigte Hamsun großen Mut und beschimpfte Hitler heftig. Dennoch wurde Hamsun später wegen Kollaboration in Norwegen zu einer derart hohen Geldstrafe verurteilt, dass seine Familie in den finanziellen Ruin getrieben wurde. Auch sein Ruf als norwegischer Nationaldichter war dauerhaft beschädigt. (Carl Hegemann im 156 Seiten starken Programmbuch der Salzburger Festspiele 2018).

Frank Castorf inszeniert HUNGER in einer eigenen Textfassung mit Teilen seines früheren Ensembles der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz für die Salzburger Festspiele auf der Halleiner Perner-Insel. Regie: Frank Castorf, Bühne: Aleksander Denic, Kostüme: Adriana Braga Peretzki, Licht: Lothar Baumgarte, Dramaturgie: Carl Hegemann, mit Marc Hosemann, Sophie Rois, Lars Rudolph und anderen. Die Premiere findet am Samstag, 4. August 2018 um 18:30 Uhr statt. Ab 18 Uhr spielt traditionell die Bürgerkorpskapelle Hallein vor dem Eingang in den Festspiel-Bereich – eine Initiative der ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘, finanziell unterstützt vom Herausgeber des Halleiner Internet-Magazins ,,Salzschreiber‘‘, Odo Stierschneider. Das Schauspiel HUNGER wird insgesamt achtmal, jeweils um 18:30 Uhr geboten: am 4. August (Premiere), am Montag, 6. August, am Freitag, 10. August, am Samstag, 11. August, am Montag, 13. August, am Mittwoch, 15. August, am Freitag, 17. August und zum letzten Mal am Montag, 20. August. – (Odo Stierschneider, Foto: OST).

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In dem für die Geschichte der Stadt Hallein wichtigen, historischen Colloredo-Haus, brodelt nicht mehr die Salzsole, aber es brodelt hier nachhaltig an der kulturell-wirtschaftlichen Front. Michael und Karin Angerer gründeten hier die CREATIV WERKSTATT. Diese präsentiert auf 360 m² Ausstellungsfläche die neuesten Trends im Bereich Küchen und Küchengeräte. Besonderes Highlight ist eine voll funktionsfähige Schauküche, die derzeit von Meisterkoch Thomas Verwanger souverän bespielt wird. Mit Hilfe der angeschlossenen Tischlerei lassen sich die vielfältigsten Ideen umsetzen. Die großzügigen Raumreserven ermöglichten es dem Ehepaar Michael und Karin Angerer schon bisher, dass hier auch Kunst und Kultur auf vielfältige Weise in Form von Vernissagen, Theater, Kabarett, Konzerten, Lesungen, Produkt-Präsentationen oder Themen-Ausstellungen etwa zu Ostern oder im Advent, geboten werden konnten. Nun werden diese erfreulichen Initiativen in Gestalt des neuen Kulturvereines JUST IN ART gebündelt, der sich erstmals am 19. Juli 2018 in der CREATIV WERKSTATT im Colloredo-Haus öffentlich präsentierte. Die künstlerische Leitung von JUST IN ART liegt in Händen von Lichtkünstler Markus Scherfler, der auch stellvertretender Obmann des Kulturvereines ist.

,,JUST IN ART‘‘ PLANT EIN
REICHHALTIGES PROGRAMM

Die Gründung eines neuen Kulturvereines hebt auch das Image der Kulturstadt Hallein weiter an. Jede ernsthafte neue Kultur-Aktivität kommt der gesamten Halleiner Kulturszene zugute. Erfreulich realitätsbezogen sieht der künstlerische Leiter Markus Scherfler ein tragfähiges Konzept für den Verein JUST IN ART in der Formel ,,Zwei Drittel Kunst, ein Drittel Marketing‘‘, die das wichtige, beidseitige Miteinander von Kunst und Wirtschaft sichern soll. Schon jetzt liegen ambitionierte Vorhaben von JUST In ART auf dem Tisch. Monatlich soll es zumindest eine Veranstaltung geben, alle zwei Monate ist eine Vernissage geplant, bei der auch andere Künstler des Vereines JUST IN ART, begleitend zum Hauptthema, mitwirken können. Für den Sommer des nächsten Jahres 2019 ist in Hallein ein Bildbelichter-Festival geplant, bei dem etwa 30 Fotografen Menschen in Hallein ablichten werden. Dazu wird die Schriftstellerin Julia Füreder zu jedem Foto ein eigenes Gedicht verfassen. Der Verein JUST IN ART plant auch die Herausgabe eines jährlich erscheinenden Magazins. Besonders erfreulich: DER SALZSCHREIBER regte schon wiederholt an, dass leerstehende Geschäftslokale in Hallein von den Vereinen der Stadt genützt werden sollten um das Stadtbild zu beleben – der Kulturverein JUST IN ART wird in geeigneten Geschäftsflächen mit Ausstellungen in Erscheinung treten! Eine wahrhaft vorbildliche Initiative! Schließlich plant JUST IN ART zu Weihnachten Werke von 46 Künstlern bei ,,Art am Verdampferturm‘‘. Im Rahmen der Italienischen Nacht, heuer vom 3. bis 5. August in Hallein, startet das Highlight des Sommers. Dazu Markus Scherfler: ,,Bei der Italienischen Nacht werden wir mit etwa 150 Personen – Künstler und Künstlerinnen mit Begleitpersonen – durch die Stadt spazieren und in einer Wandergalerie die Bilder der Künstler präsentieren. Eine Art ,,Flashmob‘‘ also. Derartige Veranstaltungen wird es bei JUST IN ART öfter geben.‘‘

 

KUNST BRAUCHT DIE WIRTSCHAFT –
DIE WIRTSCHAFT BRAUCHT DIE KUNST

Auch für die Wirtschaft bietet JUST IN ART Interessantes. Jeder Firma wird die Möglichkeit geboten, zu fairen Preisen Fördermitglied zu werden. Fördermitglieder erhalten die Gelegenheit, in die Aktivitäten von JUST IN ART eingebunden zu werden. Außerdem erhalten Fördermitglieder die Möglichkeit, sich im Jahresmagazin von JUST IN ART zu präsentieren. Der künstlerische Leiter von JUST In ART: ,,Die Kunst braucht die Wirtschaft und die Wirtschaft braucht die Kunst. Gemeinsam können beide einen Mehrwert für einander schaffen.‘‘ Auch die Stadt Hallein profitiert vom neuen Kulturverein JUST IN ART, denn Markus Scherfler, er ist auch stellvertretender Obmann betont: ,,Die Liebe zur Stadt Hallein ist ein wichtiger Motor für unseren Verein. Wir möchten Hallein einen neuen bunten Stempel aufdrücken und der Stadt im Bereich von Kunst und Kultur einen spannenden neuen Ruf verschaffen! Ich wünsche mir, dass in einem Jahr in der Öffentlichkeit das Bild entsteht, dass in Hallein bezüglich Kunst und Kultur laufend etwas zu erwarten ist und dass man jederzeit von einer mitreißenden Veranstaltung überrascht werden kann!‘‘

 

MARC STIEGLER PRÄSENTIERT
HINREISSENDE GROSS-FOTOS

Seit Donnerstag, 19. Juli, können die begeisternden, großformatigen Fotografien von Leica-Fotograf Marc Stickler an den Wänden der CREATIV WERKSTATT im Colloredo-Haus besichtigt werden. Marc Stickler ist Biologe, der während seiner zahlreichen wissenschaftlichen Projekte über Haie, Berggorillas und Bärenpaviane seine Leidenschaft für die Wildtier- und Unterwasser-Fotografie entdeckte. Seine Arbeiten liefern Einblicke in die unberührtesten Gegenden der Erde und zeigen Tiere in noch nie dagewesener Eleganz und Schönheit. Sein grandioses Können führt zu atemberaubenden Fotografien, wobei seine enorme Vielseitigkeit besonders beeindruckt. Stickler ist Leica-Fotograf und Referent für die ,,Global Leica Academy‘‘, für die er Workshops und Fotosafaris durchführt. Als Biologe ist es sein oberstes Ziel, Tiere und deren Umwelt mit Respekt zu begegnen und sich für den Schutz der Tiere und der Natur einzusetzen. Die Foto-Ausstellung präsentiert eine Zusammenstellung der besten Werke Sticklers der vergangenen Jahre und führt uns von Afrika bis nach Patagonien. Die großformatigen Bilder können auch gekauft werden, mit dem Erlös unterstützt Stickler seit Jahren den Verein ,,JoJo – Kindheit im Schatten‘‘, der Kinder unterstützt, deren Eltern psychiatrisch erkrankt sind.

DÉROULEMENT: DIE BEEINDRUCKENDE ARBEIT
DER JUNGEN BILDHAUERIN
MICHAELA PRIEWASSER
In der CREATIV WERKSTATT ist zur Zeit auch ein Werk der jungen,19-jährigen Bildhauerin Michaela Priewasser ausgestellt. Dessen Titel ,,Déroulement‘‘ kommt aus dem Französischen und bedeutet ,,Verlauf‘‘ oder ,,Ablauf‘‘. Etwas konkreter wäre es wohl so zu formulieren: Vier Steine, vier Jahre. Noch deutlicher: Vier Gesteinsobjekte symbolisieren vier Jahre der jungen Künstlerin an der HTL Hallein, präziser an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt, Fachschule Bildhauerei, in Hallein. Die drei Würfel, ihre unterschiedlichen Materialien und Bearbeitungs-Techniken, sind Symbol für die ersten drei Jahre an der HTL Hallein, das große, grob gerundete, konvexe Serpentin-Objekt steht für das vierte und letzte Jahr an der Bildhauer-Schule. Eine minimalistisch-kubistische Arbeit, die auch Ansätze der Konzeptkunst zeigt. Die massive Dimension des Kunstwerkes fordert für sich alleine schon Respekt für die noch so junge Künstlerin. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST.)

ZU DEN OBEN
STEHENDEN ABBILDUNGEN

FOTOS 1 bis 4: Beispiele aus den großformatigen Tierfotografien von Marc Stiegler. FOTO 5: Bilder von Marc Stiegler gibt es auch in handlichem Format. FOTO 6: Die imposante Bildhauer-Arbeit ,,Déroulement‘‘ von Bildhauerin Michaela Priewasser. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Der Kornsteinplatz als schönster und einziger exakt rechteckiger Platz der Stadt Hallein, bildete den idealen ,,Theatersaal‘‘ für die erfolgreiche Aufführung des Salzburger Straßentheaters. Die Bühne wurde unmittelbar vor der imposanten, platzprägenden Fassade des Modehauses Ganzer aufgebaut, das Publikum nahm auf Bänken und Stühlen den halben Kornsteinplatz in Beschlag. Der Kornsteinplatz ohne Autos! Für gelernte Halleiner, welche den Kornsteinplatz nur als täglich missbrauchten, vollgerammelten Autoabstell-Platz kennen, ein geradezu unfassbares Erlebnis! Wenn den Halleiner Stadt-Politikerinnen und Stadt-Politikern ihre Stadt wirklich am Herzen liegt, dann müssten sie schleunigst dafür sorgen, dass der Kornsteinplatz endlich von den, die Luft verpestenden, lärmenden Blechkübeln befreit wird, die immer wieder mit Ölabscheidungen das (wie lange noch?) schöne neue Pflaster des Platzes markieren und ruinieren. Es gibt bekanntlich die einen Autofahrer, die endlose Runden durch die Altstadt drehen, auf der Suche nach einer Parklücke. Sie würden am liebsten mit ihrer Karre mitten hinein in die Geschäfte fahren, nur um sich noch einige Meter des zu Fuß Gehens zu ersparen. Und es gibt die anderen. Sie fahren aus Respekt vor der mittelalterlichen Altstadt von vornherein auf die Pernerinsel oder in die Tiefgaragen. Und damit können wir uns auch schon dem gelungenen Gastspiel des Salzburger Straßentheaters am 20. Juli 2018 auf dem Kornsteinplatz widmen.

Zum 49. Mal tourt das Straßentheater der Salzburger Kulturvereinigung mit seinem Theaterwagen und dem Stück ,,König der Herzen‘‘ durch Stadt und Land. Nach der Premiere am 20. Juli 2018 in Stiegls Brauwelt, folgte noch am gleichen Tag die Aufführung in der Stadt Hallein. Nach dem großen Erfolg von ,,Der Vorname‘‘ im
letzten Jahr, stellt das Straßentheater heuer die heikle Frage, wie würden westliche Regierungen reagieren, wenn das repräsentative Oberhaupt ihres Landes laut darüber nachdenkt, zum Islam zu konvertieren, weil es sich in eine Muslimin verliebt hat? Wie wären die Reaktionen wohl in Frankreich, in Deutschland oder Österreich? In seinem aktuellen Stück ,,König der Herzen‘‘ zeigte das Straßentheater in Hallein, wie die britische Regierung reagieren würde. – Der König liegt im Sterben und der Thronerbe beabsichtigt, ein muslimisches Mädchen zu heiraten. Der karrieregeile Premier-Minister und die nicht minder machtgierige Oppositions-Führerin überbieten sich in Strategien, diese Eheschließung zu verhindern oder sie für sich zu nutzen. Die menschlichste Position in diesem Machtmonopoly vertritt ausgerechnet der Erzbischof, der von niemandem mehr so recht ernst genommen wird. Die Halleinerinnen und Halleiner genossen die mit großem Engagement von allen Schauspielerinnen und Schauspielern dargebotene Aufführung und dankten mit herzlichem Beifall. Wie alle guten politischen Satiren entlässt ,,König der Herzen‘‘ den Zuschauer mit einem Gefühl des ,,wie schön, dass wir nicht so sind‘‘ und bietet fantastische, anspruchsvolle Unterhaltung.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Die Aufführung des Straßentheaters begann an einem herrlichen Sommer-Abend auf dem schönen Kornsteinplatz. FOTOS 2, 3, 4: Zahlreiche Besucher waren gekommen um die Aufführung zu genießen. FOTOS 5, 6: Von der Bühne führte ein roter Teppich mitten hinein ins Publikum, so dass die Schauspielerinnen und Schauspieler oftmals direkt unter den Zuschauern agierten. FOTOS 7 bis 11: Aufnahmen vom Geschehen auf der Bühne, auf dem 11. Foto der Thronfolger mit seiner geliebten Muslimin. FOTOS 12, 13: Zwei Beispiele dafür, wie sich Schauspielerinnen und Schauspieler unter das Publikum mischten. FOTO 14: Als das Stück schließlich zu Ende war und vom Publikum mit herzlichem Applaus bedankt wurde, war es schon Nacht auf dem schönen Kornsteinplatz geworden. – (Odo Stierschneider. Fotos: 1, 6, 9 bis 14 Adi Aschauer, Fotos 2 bis 5, 7 und 8 OST).

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Die Halleiner Kunstgalerie Pro Arte präsentiert die Ausstellung ,,Ist Eros der eben jetzt von mir beobachtete Planet?‘‘ mit Arbeiten der 14 Künstlerinnen und Künstler Josef Dabernig, Martin Ebner, Andreas Fogarasi, Bernhard Frue, Kathi Hofer, Roland Kollnitz, Ingo Nussbaumer, Wendelin Pressl und Markus Hofer, Anja Ronacher, Simon Wachsmuth, Anita Witek, Otto Zitko, Heimo Zobernig. Die Zusammenstellung wurde von Gregor Schmoll vorgenommen, der auch ein ungemein informatives, mit reichhaltigem Bildmaterial ausgestattetes Begleitbuch zu dieser herausragenden Ausstellung herausgab.

 

Im Sommer 1918 verbringt Ludwig Wittgenstein (1889–1953) den Fronturlaub in der Villa seines Onkels Paul Wittgenstein in Oberalm bei Hallein und vollendet dort das wohl bekannteste philosophische Werk des 20. Jahrhunderts: die „Logisch-philosophische Abhandlung“, die ab ihrer Erstveröffentlichung 1921 unter dem Titel „Tractatus logico-philosophicus“ in die Geschichte eingeht. Noch in einem ersten handschriftlichen Vorwort, das später geändert wurde, dankt Wittgenstein seinem „Onkel Herrn Paul Wittgenstein für die liebevolle Aufmunterung“. (Versuche, in der Villa Wittgenstein in Oberalm Gedenkräume und darin ein lebendiges intellektuelles Zentrum zu schaffen, scheiterten an der Verständnislosigkeit der Besitzerin der Villa. Das für die Geisteswelt wichtige Gebäude wurde abgerissen, um einem Wohnblock zu weichen.) Bereits 1959 weist Elizabeth Anscombe, eine der literarischen NachlassverwalterInnen von Wittgenstein, darauf hin, dass das Verständnis des „Tractatus“ auf den Werken von Gottlob Frege (1848–1925) aufbaut. Gottlob Frege war einer der brillantesten Logiker des ausgehenden 19.Jahrhunderts, und doch konnte er Wittgensteins „Abhandlung“ nicht verstehen, wie die von Frege erhaltenen und in der Ausstellung gezeigten Briefe eindrücklich aufzeigen. Wittgenstein, der den Kontakt zu Frege 1920 abbrach, sah in ihm aber bis in seine späten Jahre eine Persönlichkeit, die maßgeblichste Einflüsse auf sein Denken ausübte.

 

Die Ausstellung Ist Eros der eben jetzt von mir beobachtete Planet? – der Titel ist dem letzten Brief Gottlob Freges an Ludwig Wittgenstein vom 03. April 1920 entnommen – thematisiert das Verhältnis von Wahrnehmung, Zeichen (Sprache), Form und „Wirklichkeit“. Angelehnt an die briefliche Auseinandersetzung der beiden Philosophen nimmt sie das 100-jährige Jubiläum der „Logisch-philosophischen Abhandlung“ zum Anlass und zeigt herausragende Arbeiten aus den Genres Film, Video, Skulptur, Zeichnung, Fotografie, Malerei und Grafik von österreichischen Künstlerinnen und Künstlern der jungen und jüngeren Generation, die sich konzeptionell innerhalb der Tradition dieser analytischen Fragestellungen verorten lassen. Die Frage nach der Abbildbarkeit der „Wirklichkeit“, nach „Sinn“ und „Bedeutung“ des Gezeigten und den daraus resultierenden Folgen bzw. Widersprüchen steht im Fokus der Ausstellung, wobei nicht versucht wird, eine Antwort zu finden, sondern vielmehr der Blick auf die Vielschichtigkeit der Fragestellung gerichtet bleibt. – Unsere Abbildungen oben zeigen Werke von Ingo Nussbaumer (Fotos 1 und 2), Roland Kollnitz (Foto 3), Kathi Hofer (Foto 4), Andreas Fogarsi (Foto 5), Otto Zitko (Foto 6) und Heimo Zobernig (Foto 7). – (Gregor Schmoll, Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Eine hochrangige und verdiente Auszeichnung für die Stille Nacht Gesellschaft im Jubiläumsjahr ,,200 Jahre Friedenslied Stille Nacht‘‘, die wohl als Ansporn für die weitere Zukunft anzusehen ist. Beim „Europäischen Kulturerbe-Gipfel“ in Berlin wurde am Freitag der Stille Nacht Gesellschaft ein Kulturerbe-Preis 2018 der Europäischen Union überreicht: Sie erhielt einen der 12 Sonderpreise („Special Mention“) des „Europa Nostra Award“. Am Festakt nahmen der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, EU-Kulturkommissar Tibor Navracics und Europa-Nostra-Präsident Placido Domingo teil. Die Überreichung der Urkunde erfolgte durch den Jury-Vorsitzenden Alvaro Santa Cruz an Michael Neureiter, den Präsidenten der Stille Nacht Gesellschaft.

Bundespräsident Steinmeier nahm in seiner Grußadresse auf Goethe Bezug und erläuterte das Faust-Zitat „Was du ererbt von deinen Vätern: Erwirb es, um es zu besitzen!“ Er würdigte im „Europäischen Jahr des kulturellen Erbes“ die Arbeit von Europa Nostra: „Unsere Kultur ist unser Schatz! Der Respekt vor der kulturellen Vielfalt ist uns Verpflichtung!“ Die 12 Sonderpreise 2018 gingen u.a. an die Nationalbibliothek Helsinki, an die polnische Dokumentation jüdischer Friedhöfe und an eine Initiative für gotische Architektur in Spanien. In der Kategorie „Herausragende Leistungen von Organisationen“ gab es nur zwei Sonderpreise: einen für die „Freunde des UNESCO-Welterbes Dubrovnik“ und den für die Stille Nacht Gesellschaft.

Der Europa Nostra-Sonderpreis für die Stille Nacht Gesellschaft ist die einzige Auszeichnung, die heuer nach Österreich geht: „Ihre erfolgreiche Darstellung und Dokumentation der Ursprünge dieses in ganz Europa so beliebten Liedes wurde von der Jury anerkannt und besonders geschätzt", heißt es in der Würdigung. Der Vorsitzende der Jury, Alvaro Santa Cruz, Vorsitzender des Nationalen Heritage Spaniens, überreichte die Urkunde. „Ich sehe den Kulturerbe-Preis der Europäischen Union als Würdigung der durchwegs ehrenamtlichen Arbeit der Stille Nacht Gesellschaft im Forschen, Vermitteln und Vernetzen seit ihrer Gründung 1972. Die Auszeichnung ist uns auch eine nachhaltige Verpflichtung!“ freut sich Michael Neureiter, Präsident der Stille Nacht Gesellschaft. Er überreichte dem Jury-Vorsitzenden die soeben erschienene englische Ausgabe des „Silent Night Travel Guide“ und lud ihn zu einem Besuch der Stille-Nacht-Region im Jubiläumsjahr „200 Jahre Stille Nacht“ ein.

Die Nominierung der Stille Nacht Gesellschaft für den Europa Nostra Award erfolgte durch die Stille Nacht 2018 GmbH des Landes Salzburg, die Koordination besorgte Gerhard Spitz. Von Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Dir. Martin Hochleitner und UNESCO-Lehrstuhlinhaber Kurt Luger wurde die Nominierung durch Referenzschreiben unterstützt. Eva Maria Stöckler erstellte dazu im Auftrag von Europa Nostra ein Gutachten. – Das von der Stille Nacht Gesellschaft bereits drei Mal durchgeführte Qualifikationsprojekt „Stille Nacht vermitteln“ ist übrigens auch ein ausgewähltes Projekt im „Europäischen Kulturerbejahr 2018“!

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEM FOTOS

FOTO 1: Die Überreichung der Ehrenurkunde durch den Juryvorsitzenden Alvaro Santa Cruz an Michael Neureiter beim Festabend im Berliner Congress Center. FOTO 2: Michael Neureiter mit der Ehrenurkunde für die Stille Nacht Gesellschaft. FOTO 3: Bundespräsident Frank Walter Steinmeier beim Appell zur Erhaltung des Kulturerbes: „Erwirb es, um es zu besitzen!“ FOTO 4: Das Kernteam der Stille Nacht Gesellschaft: von links Vizepräsident Josef Standl, Schriftführerin Renate Schaffenberger, Sekretärin Anita Renzl, Finanzreferent-Stv. Christa Pritz, Finanzreferent Andreas Kinzl, der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats Thomas Hochradner und Präsident Michael Neureiter in Oberndorf mit der Stille-Nacht-Kapelle (1937) und dem Relief Mohr-Gruber von Josef Mühlbacher (1928). Nicht im Bild Schriftführer-Stv. Irmgard Delpos. (Stille Nacht Gesellschaft, Hermann Hermeter) – (Fotos 1 und 2: Franziska Neureiter STNG, FOTO 3: Michael Neureiter STNG, FOTO 4: Hermann Hermeter STNG).

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Wie ein hässliches Feuermal auf hellem Teint, so wirkt die kurze rötliche Marmortreppe, die von der Stadtpfarrkirche und vom ,,Stille-Nacht‘‘-Museum hinauf zur Ferchl-Straße führt. Das Problem sind nicht die nun sanierten Stufen sondern die in groben, rötlichen Marmorsteinen ausgeführten Seitenwände des Treppenkörpers, die nun überhaupt nicht mehr in das Ensemble des Gruber-Platzes passen. Das Gruber-Haus wurde im Rahmen seiner Renovierung nun farblich an die helle Stadtpfarrkirche angepasst, die Fläche des Gruber-Platzes zwischen diesen beiden Bauwerken erscheint nach der Neupflasterung in hellem Granit-Grau. Also alles sehr hell und kühl und stimmungslos. Nur zwei Objekte fallen ins Auge. Erstens: Das auf der Fläche des Gruber-Platzes reichlich verloren wirkende, in den Notzeiten der 30er-Jahre in der Art eines Privat-Grabes errichtete, doch recht dürftige Schein-Grab (!) des ,,Stille-Nacht‘‘-Komponisten Franz Xaver Gruber. (Es hätte schon längst durch ein künstlerisch gestaltetes und Gruber gewidmetes Kunstobjekt ersetzt werden müssen). Zweitens: Die Treppe hinauf zur Ferchl-Straße. Die ,,Gestaltung‘‘ der Oberseite der beiden Treppen-Seitenwände ist skandalös und muss als absoluter Albtraum bezeichnet werden.

Dazu unsere oben stehenden Fotos vom Tatort. Das 1. Foto zeigt den ersten Teil der linken Treppen-Seitenwand von unten gesehen. Zwei größere und zwei kleinere Platten bilden die einzigen, etwa 40 Oberflächen-Zentimeter, die man akzeptieren könnte. Alles andere ist grandioser Pfusch. Eigentlich sollten die Oberflächen der beiden Seitenwände die gleiche Schräge bilden wie ein Brett, das über alle Stufen der Treppe gelegt wird. Tatsächlich aber wurde nur herumgepfuscht und eine wahre Verschmierungsorgie mit Betonbrei durchgezogen. Die Fotos 2 und 3 zeigen etappenweise, wie unfassbar hier vorgegangen wurde. Auf dem 4. Foto der höchste Punkt der linken Treppen-Seitenwand von der Seite, man erkennt, wie mit Beton lässig ,,modelliert‘‘ wurde. Auf dem 5. Foto nochmals der oberste Teil der linken Treppen-Seitenwand, man erkennt, wie grob und schlampig hier herumgewerkt wurde. Der Albtraum wiederholt sich bei der rechten Treppen-Seitenwand von ihrem Anfang bis hinauf zu ihrem Ende. Dazu die Fotos 6, 7, und 8. Im Interesse des guten Rufes der Stadt Hallein ist hier schleunigst dieser Pfusch, diese Zumutung, dieser Wahnsinn, dieser Horror zu beseitigen. Entweder werden die Steine der Treppen-Seitenwände sauber und fachmännisch verputzt und die schräge Oberfläche einwandfrei gestaltet, oder man reißt die Seitenwände komplett ab und ersetzt sie durch ein Eisengeländer, so wie dies bereits auf der rechten Seite angebracht ist. Dies hätte den großen Vorteil, dass die Treppe deutlich leichter wirken und das Ensemble des Gruber-Platzes wesentlich weniger beeinträchtigen würde. Natürlich würde der Gruber-Platz deutlich gewinnen, wenn man sich dazu entscheiden könnte, die unpassende Treppe überhaupt hinter die Kirche zu verlegen. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Tatortfoto: Siehe oben, das Foto Nummer 1. Tatort: Der letzte Salzhügel Halleins in der Alten Saline auf der Pernerinsel. Tatzeit: 6. Juni bis 10. Juni 2018. Tatumfeld: Die spannenden, aufregenden und faszinierenden ,,Creativity Rules‘‘ der Fachhochschule Salzburg. Tatobjekte: Ein großer schwarzer Skelettwürfel, vier kleine Worttafeln, die zu “Think outside the box“ auffordern und schließlich noch ein stilisiertes Bildschirm-Objekt. Tataufklärung: Mit box, also Kiste, war angesichts der rundum in der Alten Saline aufglühenden ,,Creativity Rules‘‘ wohl der allgegenwärtige Computer gemeint. Demnach bedeutete die Botschaft ‘‘Think outside the box‘‘, wir sollten auch ohne unsere ,,Kiste‘‘ die Gehirnmühle anwerfen und auf Touren bringen. Das taten wir und besuchten gleich nebenan den kleinen reizvollen Designmarkt im Rahmen der ,,Creativity Rules‘‘.

Der Designmarkt wurde das erste Mal im vergangenen Jahr abgehalten und festigte mit der heurigen Präsenz wohl endgültig seine erfreuliche Position innerhalb der ,,Creativity Rules‘‘. Junge Designerinnen und Designer, sowie Kunst-Handwerkerinnen und Kunst-Handwerker aus der Region präsentierten Schmuck, Accessoires, Keramik, Taschen, Porzellan, Arbeiten in Holz und zahlreiche weitere schöne Dinge – unter dem Motto ,,Individuelle Produkte statt Industrieware‘‘. Besonders ins Auge stach ein umfangreiches Angebot an Tischaufsätzen (ein Beispiel daraus auf dem 2. Foto oben), die jedem festlich gedeckten Tisch eine ganz spezielle Note verleihen. Diese Tischaufsätze (Etageren) wurden sowohl in klassisch-traditionellem Design als auch in moderner Farb- und Formgebung angeboten. Die Fotos 3 bis 6 zeigen einige Ausschnitte aus dem Designmarkt. Auf dem 6. Foto ist die Präsenz von Minerva Records Salzburg am Designmarkt festgehalten. Dem Unternehmen ist auch ein Music-Café angegliedert und damit löst sich auch das Rätsel unseres letzten Fotos oben: Bei Minerva Records gab es kürzlich eine sehr spezielle In-Store Session mit Bezug auf Hallein. Das Alpine Roots Massive Kollektiv aus Hallein (auf dem Foto) sorgte dabei für originalgetreue Reggae-Vibes. – (Odo Stierschneider. Fotos 1 bis 6: OST, Foto 7: Minerva Records Salzburg).

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Gleich von zwei bedeutsamen Aktionsorten aus, befeuerten heuer die ,,Creativity Rules‘‘ unter Festivaldirektor Till Fuhrmann, die Stadt Hallein. Hauptquartier war die Alte Saline auf der Pernerinsel, aber auch die traditionsreiche Galerie ,,Pro Arte‘‘ war Schauplatz beeindruckender Aktivitäten. Hier wurden gleichzeitig drei anspruchsvolle Ausstellungen geboten. Im Raum 1 schuf Samuel Hinterholzer eine totale Schriften-Landschaft, im Raum 2 kämpften Christina Eder, Svenja Spiegl und Rebecca Weis für die Anerkennung intergeschlechtlicher Personen, die weder als Mann noch als Frau geboren werden. Im Raum 3 befasste sich Künstlerin Christina Sieberer mit der Herausforderung, Schmerz-Empfindungen malerisch sichtbar zu machen.

Samuel Hinterholzer verwandelte seinen Ausstellungsraum komplett in einen Schriften-Tempel, in einen Schriften-Weiheraum, in eine Schriften-Arena. Den Ausstellungstitel ,,Neue Schriften – New Typefaces‘‘ konfrontierte er sogleich mit der Frage ,,Wozu neue Schriften? – New Typefaces what for?‘‘ Dazu wurden zahlreiche Schriften aus den letzten zehn Jahren auf Wände und Boden tapeziert um anschaulich vor Augen zu führen, welchen schriftgrafischen Ausdruck die Sprache unserer Zeit hat. Die Fülle der gezeigten Schriften machte den Besuchern die Vielfältigkeit unserer verwendeten Schriften nachdrücklich klar. Wir verwenden heute magere, fette, geradlinige, kursive, schmale, breite, klar gestaltete und bis zur Unleserlichkeit verschnörkelte Schriften. Und dennoch werden immer wieder neue Schriften entworfen, vor allem Titelschriften, die auf ein epochales Ereignis schon optisch einstimmen sollen. Der Absturz eines Passagier-Flugzeuges erfordert eine andere Schrift als der Bericht über eine Hochzeit im englischen Königshaus. Und wenn der Mensch einst andere Planeten besiedelt, dann wird es typische, auf den ersten Blick klar unterscheidbare Mars-Schriften oder Venus-Schriften geben…

Mit wirksam gestalteten Plakaten und Videos, mit typografisch gestylten Postkarten und dem exzellenten Inter-Fachmagazin ,,fe_male‘‘, zogen die großartigen Ladies Christina Eder, Svenja Spiegl und Rebecca Weis als engagierte Kämpferinnen für die Interessen der weder als Mann noch als Frau geltenden Inter-Geborenen, in die Schlacht. Mit gutem Grund. Jährlich werden in Österreich zahlreiche intergeschlechtliche und wehrlose Kleinkinder aus rein kosmetischen Gründen einer geschlechts-anpassenden Operation unterzogen. Die drei, vorhin namentlich genannten Studentinnen, wollen mit ihrer Kampagne aufklären und ein Verbot von unnötigen Operationen an intergeschlechtlichen Säuglingen und unmündigen Kindern durchsetzen. Über die ganze Seite 2 des ,,fe_male‘‘-Magazins breitet sich folgendes Statement aus: ,,Wir wollen Inter sichtbar machen und fordern den Stopp der nicht-konsensuellen und irreversiblen kosmetischen und sterilisierenden Operationen an Intersex-Personen, sowie einen positiven, nicht-pathologisierenden Umgang mit Inter.‘‘

Ein schwieriges und ungewöhnliches Unterfangen hatte sich schließlich Christina Sieberer auserwählt. Mit ihrer Malkunst gedachte sie, Schmerzen sichtbar zu machen. Doch vorerst sind unsere Leserinnen und Leser dran: Schließen Sie Ihre Augen und erinnern Sie sich an ein Ereignis, bei dem Sie besonders große Schmerzen empfunden haben. Schmerzen – vom Körper erzeugte Empfindungen, bio-elektrische Impulse, die nur schwer nachvollziehbar, aber jedem geläufig sind. Egal ob auf physischer oder psychischer Ebene, wohl jeder und jede war schon einmal massiven Schmerzen ausgesetzt. Unter der Bezeichnung ,,Larme‘‘ (französisch: Träne) schuf Christine Sieberer eine anspruchsvolle Ausstellung, deren Werke sich überzeugend mit dem Thema Schmerz auseinandersetzten.

ZU UNSEREN
OBEN STEHENDEN FOTOS

FOTOS 1 bis 6: Eindrücke von den zahllosen Schriften in Samuel Hinterholzers ,,Schriften-Zentrum‘‘. FOTOS 7 bis 10: Beispiele der niveauvollen Plakatkunst des Trios Christina Eder, Svenja Spiegl und Rebecca Weis. FOTO 11: Einige der Postkarten des Trios, die mit markanten Sprüchen auf den noch immer nicht zufriedenstellend gelösten Umgang mit Inter-Kleinkindern verweisen. FOTOS 12 und 13: Wenn unerträglicher Schmerz gewissermaßen den Kopf zerreißt und ihn mit einer quälenden Glutfahne umhüllt… Christine Sieberer gelang es überzeugend, mit ihrer Malkunst diese Situation darzustellen. – (FHS, Odo Stierschneider, Fotos OST).

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Unter dem Motto ,,Die ganz Stadt ist Bühne‘‘ lädt der Halleiner Kulturverein SUDHAUS zu den Halleiner Kulturtagen 2018, die vom 7. bis 17. Juni 2018 stattfinden. Das handliche Programmheft informiert ausführlich über die insgesamt 22 bunt gemischten Veranstaltungen, die an 9 verschiedenen Veranstaltungsorten stattfinden und Theater, Konzerte, Tanz-Performance, Lesungen, Kabarett, Clownerie u.a. bieten. Die Eintrittspreise betragen regulär 18 Euro, ermäßigt 10 Euro. Der Festivalpass (ermöglicht Sonder-Ermäßigungen) kostet 20 Euro. Kartenbestellung und Vorverkauf: www.sudhaus-hallein.at; Kartenreservierung und Infos: office@sudhaus-hallein.at. Nachstehend bieten wir einen Überblick über die einzelnen Veranstaltungen, so wie sie im Programmheft aufscheinen.

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Das heuer zu feiernde Jubiläum ,,200 Jahre Stille Nacht! Heilige Nacht!‘‘ entfaltet sich in Hallein zum kulturellen Großereignis, dem, auch zahlreiche Jahre zurückgerechnet, nichts Vergleichbares gegenüber steht. Schon das zu diesem Anlass von der Stadtgemeinde Hallein herausgegebene festliche Jubiläums-Magazin, das sich schlicht ,,Programmheft Stille Nacht Hallein‘‘ nennt, weist für Hallein-Magazine einen Allzeit-Rekord von 72 Seiten auf. Ein derart umfangreiches Druckwerk wurde noch nie für eine Kulturoffensive in Hallein aufgelegt. Den Text gestalteten Florian Knopp und Barbara Tober vom Keltenmuseum. Das Halleiner Magazin zum Stille-Nacht-Jubiläum (Foto oben) führt in einem Kalendarium, das von Juni 2018 bis Februar 2019 reicht, insgesamt 178 Veranstaltungen auf, die an 24 verschiedenen Veranstaltungs-Orten stattfinden. 107 namentlich angeführte Mitwirkende und 34 Veranstalter und Kooperationspartner sind in das Veranstaltungs-Geschehen eingebunden.

Die Total-Renovierung des Gruber-Hauses, welches am 7. Juni 2018 im Rahmen eines Tages der Offenen Tür besichtigt werden kann (das ausführliche Programm dazu finden Sie in einem weiteren Beitrag gleich hier im Ressort Kultur weiter unten), ermöglicht bis zum 29. September die Einrichtung des neuen, auf 170 Quadratmeter vergrößerten Stille-Nacht-Museums. Mit der Neugestaltung des Gruber-Platzes zwischen Gruber-Haus und Stadtpfarrkirche wurde ein wichtiger städtebaulicher Akzent gesetzt. Schließlich darf nicht auf die neue Stille-Nacht-Orgel vergessen werden, die heuer erstmals zu Weihnachten in der Stadtpfarrkirche erklingen wird. Dieser Schub an positiven Ereignissen rund um das Thema Stille Nacht, veranlasste sechs prominente, in das Stille-Nacht-Geschehen eingebundene Persönlichkeiten, dazu ein persönliches Statement abzugeben.

GERHARD ANZENGRUBER
Bürgermeister der Stadt Hallein

,,Hallein nutzt dieses besondere Jahr, um seinen Stadtbürger Franz Xaver Gruber mit der Neugestaltung des Stille-Nacht-Bezirkes und einem abwechslungsreichen Programmangebot zum würdigen und das Thema Stille Nacht nachhaltig zu positionieren. Hallein möchte damit seinen Beitrag zur Bekanntheit und geschichtlichen Aufbereitung hinsichtlich der Entstehung des Liedes Stille Nacht! Heilige Nacht! leisten. Das war für uns Auftrag und Chance zugleich, die Attraktivität unserer Stadt zu steigern.‘‘

EVELINE SAMPL-SCHIESTL
Kulturstadträtin der Stadt Hallein
Kuratoriums-Vorsitzende Keltenmuseum Hallein / Stille-Nacht-Museum Hallein

,,Der in Hallein verbliebene Nachlass von Franz Xaver Gruber bildet den Grundstock der umfangreichsten Sammlung zu Stille Nacht! Heilige Nacht! Diese bedeutende Sammlung bekommt durch die Neugestaltung des Museums eine adäquate Plattform und wird, eingebettet in den revitalisierten Stille-Nacht-Bezirk, auch in völlig neuen Dimensionen barrierefrei zugänglich gemacht. Weitere Ziele waren, zukünftig das gesamte Gebäude zu nutzen, die Ausstellungsfläche zu erweitern und dem Stille-Nacht-Archiv Hallein neue Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.‘‘

FLORIAN KNOPP
Leiter Stille-Nacht-Museum Hallein und Keltenmuseum Hallein

,,Stille Nacht! Heilige Nacht! ist untrennbar mit dem 24. Dezember verbunden. Franz Xaver Gruber hat aber das ganze Jahr Saison und bietet darüber hinaus zahlreiche Geschichten und Musikerlebnisse in der Stadt Hallein. Die Einbeziehung zahlreicher Vereine, Institutionen und Kulturschaffender beim Rahmenprogramm war uns ein besonderes Anliegen. Mit Freude sehen wir der Wiedereröffnung des Stille-Nacht-Museums im Herbst entgegen. Der Tag der Offenen Tür am 7. Juni 2018, bietet eine erste Gelegenheit, sich von dem umfassend renovierten Gruber-Haus einen persönlichen Eindruck zu verschaffen.‘‘

FRANZ PÖLZLEITNER
Gästeservice Tennengau

,,Das Projekt Stille Nacht Hallein stellt aus touristischer Sicht eine große Bereicherung für das Angebot in Hallein und im Tennengau insgesamt dar. Besonders reizvoll sind der forcierte kulturtouristische Ansatz und die Perspektive, das Projekt mit einem Fünf-Jahres-Plan auch nachhaltig anzulegen. Die Verleihung des Zipfer-Tourismus-Jurypreises an Hallein für das Angebot Gruber-Persönlich ist ein sehr erfreuliches Feedback.‘‘

GERLINDE LERCH
Stellvertretende Leiterin Bundesdenkmalamt – Abteilung für Salzburg

,,Die bereits umgesetzten Adaptierungs-Maßnahmen dienen den öffentlichen Nutzungs-Erfordernissen und sind so gewählt, dass der Grundriss und die Baustruktur des Gebäudes weitestgehend erhalten blieben. Insgesamt handelt es sich um eine gelungene und nachhaltige Restaurierung dieses Baudenkmals, bei dem durch die Umsetzung des Museumskonzeptes einerseits das Leben der Familie Gruber und andererseits die Baugeschichte des Hauses dokumentiert wurde.‘‘

HEINZ LANG
Architekturbüro Halle 1

,,Alle nötigen Eingriffe in die Bausubstanz des Gruber-Hauses wurden mit einer besonderen Behutsamkeit umgesetzt. Neue Elemente setzen sich durch das Baumaterial und die Ästhetik klar vom Bestand ab, ohne sich den Besuchern und Besucherinnen aufzudrängen. Insgesamt standen die Erhaltung und die Betonung der vorhandenen Gebäudestruktur im Vordergrund. Das war auch unser Leitmotiv in der Zusammenarbeit mit der Museumsleitung und dem Denkmalamt.‘‘

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Der Raum als Protagonist? Der Raum also als Hauptdarsteller? Wie funktioniert denn das? Da muss natürlich wieder ein Künstler her. Einer mit der Vielseitigkeit eines Bernd Oppl. Sein Thema ist der Raum. Egal ob es sich um ein großes Zimmer oder um einen kleinen Guckkasten handelt. Erst durch die Intervention des Künstlers wandelt sich der leere, kahle Raum zum fantasti-schen Protagonisten. Bernd Oppl kreiert Raum-Modelle, Video-Skulpturen und fotografische Objektkästen, in denen immer dem 3-dimensionalen Erlebnis die Hauptrolle zukommt. Am 29. Mai 2018 fand in der Galerie Schloss Wiespach die Vernissage zur Ausstellung ,,Bernd Oppl – der Raum als Protagonist‘‘ statt. Galerie-Gründer Notar Dr. Claus Spruzina begrüßte, in Anwesenheit des Künstlers, Kuratorin Margit Zuckriegl sowie die Gäste und hielt die einführende Rede. Kuratorin Margit Zuckriegl informierte ausführlich über den Künstler und seine Ausstellung, die bis 7. Juli 2018 geöffnet ist. Bernd Oppl, 1980 in Innsbruck geboren, lebt und arbeitet in Wien. Zur Zeit ist er als Artist in Residence in Brüssel tätig. Sein Thema ist der Raum, der durch künstlerische Intervention als Protagonist fungiert. Die Oppl-Ausstellung hält viel Sehens-wertes bereit, von dem hier aus Platzgründen nur einige Beispiele gezeigt werden können. Die Öffnungszeiten: Montag 9 – 12 Uhr, Donnerstag 9 – 12 Uhr, Freitag 9 – 12 und 16 – 20 Uhr, Samstag 10 – 15 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung.

Unser 1. Foto oben zeigt von links Hausherrn Notar Dr. Claus Spruzina, daneben Kuratorin Margit Zuckriegl und Künstler Bernd Oppl bei der Ausstellungs-Eröffnung. Die Fotos 2 und 3 dokumentieren fotografische Arbeiten des Künstlers. Mit moderne städtische Architektur zitierendem Einsatz von unterschiedlichem Rollen-Material bei kontrastreicher Beleuchtung, wandeln sich zwei ursprünglich leere und inaktive Räume zu fesselnden Protagonisten. Ein ähnlicher Vorgang ist auf den Fotos 4 und 5 festgehalten, die beiden Räume mutieren unter einer dynamischen, nur in Schwarz gehaltenen Pinselführung, zu wirkungsstarken Protagonisten. Auch Schaukästen und Miniatur-Kinos laden die Besucher der Ausstellung zur intensiven Betrachtung ein. Auf unserem 6. Foto ein Schaukasten, der auf recht hinterhältige Weise auf seiner winzigen Bildfläche als Film alles wiedergibt, was sich in seinem Blickwinkel abspielt. Hinterhältig, weil mit vorerst nicht erkennbarer, deutlicher Zeitverzögerung. Wenn man hineinblickt, dann erlebt man immer nur bereits vergangene Sequenzen, immer nur ein Stück Vergangenheit, aber nie die echte Gegenwart. Nur wer die Nervenstärke mitbringt, eine erhebliche Zeitspanne aus der Nähe unbeweglich auf den kleinen Bildschirm zu blicken, kann sich schließlich selbst fotografieren, so wie unser Fotograf. Auf den Fotos 7 bis 11 entfaltet sich auf einem größeren Bildschirm eine spannende Video-Sequenz, die zeigt, wie sich aus drei Türen, in einen leeren Raum hinein, eine schwarze dicke Flüssigkeit ergießt, bis es für den halben Raum heißt ,,Land unter!‘‘. DER SALZSCHREIBER hält dazu eine Ergänzung bereit: Ein dünnes Rinnsal in der Bildmitte müsste abschließend bis zur unteren Kante des Bildschirms reichen. Unterhalb dieses Punktes gehört ein Glas aufgehängt. Gefüllt mit der offensichtlich aus dem Bildschirmgerät geronnenen, schwarzen Farbe… – (Odo Stierschneider, Fotos: OST.)

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Es sind die drei bedeutendsten Kulturschübe für die Stadt Hallein. Erstens: Die Schaffung des Keltenmuseums. Zweitens: Die Etablierung der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel. Drittens: Der großzügige Ausbau des ,,Stille-Nacht‘‘-Museums am Gruber-Platz mit Eröffnung am 29. September 2018. Hier wurde nun mit dem Abschluss der Sanierungs- und Adaptierungs-Arbeiten im gesamten Gruber-Haus – nach der Neugestaltung des Franz-Xaver-Gruber-Platzes – der zweite große Meilenstein des Projektes ,,Stille Nacht‘‘ in Hallein bewältigt. Der dritte Meilenstein zum Thema ,,Stille Nacht‘‘ wird im Herbst errichtet, mit der Eröffnung des ,,Stille-Nacht‘‘-Museums und der Einweihung der neuen ,,Stille-Nacht‘‘-Orgel in der Stadtpfarrkirche. Doch schon jetzt, am Donnerstag, 7. Juni 2018, dem Todestag von ,,Stille-Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber, wird dessen einstiges Wohn- und Sterbehaus erstmals nach vollendetem Umbau der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Bei Führungen werden Erkenntnisse aus der Bauforschung im Gruber-Haus präsentiert. Eine einmalige Gelegenheit, das Sanierungs- und Neugestaltungs-Konzept in dem noch leer stehenden Haus kennen zu lernen. Das bunte Rahmenprogramm am 7. Juni 2018 beginnt um 6,30 Uhr, bietet die Gelegenheit der Besichtigung des nun barrierefrei sanierten Gebäudes, weiters Auszüge aus Vermittlungs-Angeboten, Theater-Produktionen und Konzert-Programmen. Zur Todesstunde des Komponisten wird seiner um 16 Uhr an der Grab-Gedenkstätte gedacht. Nachstehend das komplette Programm.

DAS PROGRAMM ZUM
TAG DER OFFENEN TÜR AM 7. JUNI 2018


6.30–7.30 UHR:
ACHTSAMKEITSÜBUNG ,,STILLE NACHT‘‘

Bequeme Kleidung / Keine Vorkenntnisse erforderlich / Nur mit Anmeldung unter
06245-80783 oder t.golser@keltenmuseum.at

10 –13 UHR:
VERMITTLUNGSANGEBOT FÜR SCHULKLASSEN
,,DAS GRUBER-HAUS UND SEINE HAUS- UND BAUGESCHICHTE

Thema der Vermittlung: Die Geschichte rund um das Gruber-Haus sowie
der Umbau zum neuen ,,Stille-Nacht‘‘-Museum Hallein.

13–19 UHR:
FÜHRUNGEN – GRUBER PERSÖNLICH

Rundgänge mit Heimo Thiel (Darsteller von Franz Xaver Gruber), mit Brigitte Winkler (Darstellerin von Grubers Ehefrau Katharina), mit Benjamin Huber (Darsteller von Grubers Sohn Felix) und Martina Mathur (Darstellerin von Grubers Tochter Elisabeth).

PROGRAMMBEREICH THEATER UND MUSIK
Bauchladen-Figurentheater
mit Melanie Eichhorn
Theaterperformance mit dem Trio Venerdi und Lisbeth Ebner
Musik am historischen Hammerklavier und Christian Bauschke
Gitarre und Gesang mit Martina Mathur

16 – 16.30 UHR:
EHRUNG GRUBERS AN SEINEM GEDENK-GRAB

Halleiner Liedertafel 1849, Kirchenchor Hallein, Ensemble der Bürgerkorpskapelle
der Stadt Hallein, Bürgerkorps der Stadt Hallein.

AB 16,45 UHR:
RUNDGÄNGE ZUR
BAU- UND NUTZUNGS-GESCHICHTE DES GRUBER-HAUSES
Gesprächsrunden-Moderation:

Eveline Sampl-Schiestl, Kultur-Stadträtin der Stadt Hallein

17.30–18 UHR:
GESCHICHTE UND ZUKUNFT DES GRUBER-HAUSES
Gerhard Anzengruber,
Bürgermeister der Stadt Hallein
Dechant Johann Schreilechner, Stadtpfarre
Wolfgang Strasser, Restaurator
Holger Wendling, Archäologe Keltenmuseum Hallein
Michael Neureiter, Präsident ,,Stille-Nacht‘‘-Gesellschaft
Thomas Rußegger, Liegenschafts-Verwaltung Hallein

19–19,30 UHR:
MODERNE INFRASTRUKTUR IM DENKMALGESCHÜTZTEN GRUBER-HAUS
Eva Hody,
Martin Hochleitner,
Direktor Salzburg Museum
March Gut, Aussstellungsleiter
MOOI, Grafikbüro
Florian Knopp, Leiter ,,Stille-Nacht‘‘-Museum Hallein

ERLÄUTERUNGEN ZU DEN
OBEN STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Bis knapp vor dem Tag der Offenen Tür am 7. Juni wurde innen und außen intensiv am Gruber-Haus gearbeitet. Im Bild der Einsatz von schwerem Gerät an der Fassade, die zur Ferchl-Straße weist. – FOTO 2: In den künftigen Museumsräumen fand bereits eine Presse-Konferenz statt, in der über die vollbrachten Sanierungs-Maßnahmen und über den Tag der Offenen Tür informiert wurde. – FOTOS 3 und 4: Das nahezu gleiche Motiv im Gruber-Haus vor und nach der Renovierung. – FOTO 5: Eine Glanzleistung wurde mit dem Einbau eines Liftes vorgelegt. Die schwierige Bausubstanz stand einem derartigen Vorhaben massiv im Wege, doch man schaffte den Lifteinbau ohne die Fassade des Hauses zu beeinträchtigen. Das ,,Stille-Nacht‘‘-Museum präsentiert sich damit absolut barrierefrei. – FOTO 6: Der ursprüngliche Zustand des Gebäudes war stellenweise wenig erfreulich. – FOTOS 7 bis 10: Wohin man jetzt auch blickt, durch die Renovierung bietet jeder Winkel des Gruber-Hauses einen erfreulichen Anblick. – (Presse-Aussendung des Keltenmuseums, Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Für das Jubiläumsjahr ,,25 Jahre Theater Bodi end Sole‘‘ wurde ein außerordentliches  Projekt entwickelt: ,,GILGAMESH 21“. Das älteste Epos der Welt wird zum Ereignis eines sinnlich intensiven Theaterabends. Viele Gespräche, der Austausch von Ideen und Materialien in der Planungsphase haben es möglich gemacht, dass in der kollektiven Auseinandersetzung der beteiligten Künstlerinnen und Künstler aus den verschiedenen Bereichen (Performance, Musik, Video, Szenografie, Licht- und Tongestaltung) ein unverwechselbares Gesamtwerk entstanden ist. ,,GILGAMESH 21‘‘: Eine Geschichte, über 4.000 Jahre alt. Spielt sie im Heute, spielt sie im Morgen? Zeit und Raum scheinen aufgelöst. Bühne und Figuren verschmelzen in Reflexio-nen und Projektionen, tauchen ein in Musik und formen sich immer wieder neu. – Auf der Suche nach Selbsterkenntnis, nach dem Kern des Menschseins, das erst in der Spiegelung mit dem Du möglich wird, durchschreitet Gilgamesh alle Höhen und Tiefen seines Daseins. Vom unbeherrschten Despoten wandelt er sich zum weisen König. Auf dem Weg dorthin wird er von Allmachts-Phanta-sien beherrscht, von Ängsten geplagt, mit der Vergänglichkeit konfrontiert. Seine Welt ist eine Welt des gesellschaft-lichen Umbruchs. Seine Sehnsucht gilt der ewigen Jugend und Unsterblichkeit.

INHALT: Gilgamesh, der König von Uruk, ist maßlos, seine Herrschaft willkürlich. Da erschaffen die Götter Enkidu, ein Wesen, das aus der Steppe kommt. Enkidu soll ausgleichend auf den egomanischen König einwirken. Ganz im Sinne der Götter werden die beiden Freunde, aber anstatt für die Menschen von Uruk als "guter Hirte" zu sorgen, machen sich die beiden auf den Weg in den Zedernwald, um Humbaba, den Hüter des Waldes zu töten. Sie beginnen den Wald abzuholzen…

THEMEN: Die Themen unserer Zeit, wie Umweltzerstörung, Raubbau an der Natur, Suche nach dem ewigen Leben durch Antiagingmittel aber auch Fragen nach der Existenz Gottes, nach dem Wesen des Weiblichen werden in diesem alten Werk bereits angesprochen und abgehandelt. "GILGAMESH 21" ist die zeitgemäße Auseinandersetzung mit dem ältesten, in einem Epos überlieferten Mythos der Welt, gespiegelt ins 21. Jahrhundert. 

UMSETZUNG: Die performative Umsetzung des Epos vollzieht sich einerseits in der Form des herkömmlichen Bühnengeschehens, andererseits verbindet die Erzählerin die einzelnen Erzählstränge und Motive und ermöglicht damit perspektivisch einen vielschichtigen Zugang auf die Sicht der Geschichte. Sarkasmus, Witz, und Ironie, wie sie bereits im Epos enthalten sind, dürfen auch an diesem Abend nicht fehlen. 

MITWIRKENDE: Auf der Bühne –  Wolfgang Kandler, Mareike Tiede, Wolfgang Oliver (Performance); Gertraud Steinkogler-Wurzinger (Gesang); Astrid Fürhapter-Royer, Ilse Lackenbauer, Valerie Schöberl, Markus Stangl, (Objektspiel); Agustín Castilla-Ávila, Sophie Hassfurther (Livemusik)
Szenografie – Alois Ellmauer
Videoinstallation – Nicole Baïer
Komposition – Agustín Castilla Ávila, Gertraud Steinkogler-Wurzinger
Kostüme – Pablo Alarcón
Bühnen und Figurenbau – Alois Ellmauer
Tonmontagen und Lichtdesign – Helfried Hassfurther
Stimmen – Alaa Dyab, Wolfgang Kandler, Mareike Tiede, Wolfgang Oliver, Michel Widmer
Regie – Christa Hassfurther, Bashir Khordaji
Bühnenfassung – Christa Hassfurther, Mareike Tiede, unter Verwendung der Textübertragungen des Epos von Stefan Maul und sumerischer Kurzepen von Raoul Schrott
Gesamtleitung – Christa Hassfurther
Aufführungstermine – Premiere am Sonntag, 27. Mai 2018, 19,30 Uhr. Weitere Termine: Mittwoch, 30. Mai, Samstag, 2. Juni, Sonntag, 3. Juni, jeweils 19,30 Uhr. – (Text & Foto: Bodi end Sole.)

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Das in Hallein realisierte Projekt „Gruber persönlich“ wurde am 16. Mai 2018 mit dem Jurypreis des Zipfer-Tourismus-Preises ausgezeichnet. Beim Vermittlungsprogramm „Gruber persönlich“ kann man Mitgliedern der Familie Gruber höchstpersönlich begegnen. Bei darstellerischen Rundgängen erzählen VermittlerInnen im historischen Kostüm die Geschichte von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ und berichten über das Leben und Wirken der Familie Gruber in Hallein. Franz Xaver Grubers Leben ist nicht nur eng verknüpft mit dem Weihnachtslied, sondern auch mit der Stadtgeschichte der Salzstadt Hallein, schließlich verbrachte er nahezu 30 Jahre in Hallein als Organist und Chorregent in der Stadtpfarrkirche. Das Angebot „Gruber persönlich“ ist als Führung, als Musikwanderung und Musikstunde in einer Halleiner Gaststätte das ganze Jahr buchbar! Das Führungsangebot ist Teil des Projektes „Stille Nacht Hallein“. Zur Auszeichnung mit dem Jurypreis erklärte der Leiter von Stille-Nacht-Museum & Keltenmuseum Hallein, Florian Knopp: ,,Der Jurypreis des Zipfer-Tourismus-Preises 2018 für das Vermittlungsangebot Gruber persönlich ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich. Bestätigung für den in Hallein eingeschlagenen Weg Stille Nacht als kulturtouristisches Angebot zu entwickeln. Und als Ansporn weiterhin kreative Ideen mit einem engagierten Team umzusetzen. Die Auszeichnung war nur durch die überzeugenden DarstellerInnen von Gruber persönlich möglich.“

 

,,GRUBER PERSÖNLICH‘‘ BEDEUTET
DEM ,,STILLE-NACHT‘‘-KOMPONIST ZU BEGEGNEN

Das Stille Nacht Museum Hallein birgt eine Vielzahl an Objekten aus dem Nachlass des Komponisten Franz Xaver Gruber, darunter Original-Niederschriften des Liedes ,,Stille Nacht‘‘. Die einzigartigen Originale geben interessante Details rund um die Entstehungsgeschichte von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ preis. Die Tagebücher Franz Xaver Grubers und zahlreiche weitere schriftliche Zeugnisse lassen uns in die Geschichte eintauchen. Der Alltag der Menschen in der Mitte des 19. Jahrhunderts lässt sich so detailreich rekonstruieren. Die TeilnehmerInnen erwartet der authentische Ort und bereits ab Juni kann man Mitgliedern der Familie Gruber höchstpersönlich begegnen. Bei darstellerischen Rundgängen erzählen VermittlerInnen im historischen Kostüm die Geschichte von „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ und berichten über das Leben und Wirken der Familie Gruber in Hallein. Fachkundig und humorvoll geben die DarstellerInnen einen Einblick in die Zeit Franz Xaver Grubers. Franz Xaver Grubers Leben ist nicht nur eng verknüpft mit dem Weihnachtslied, sondern auch mit der Stadtgeschichte der Salzstadt Hallein. Das Angebot „Gruber persönlich“ ist als Führung, als Musikwanderung und Musikstunde in einer Halleiner Gaststätte das ganze Jahr buchbar! Das Führungsangebot ist Teil des Projektes „Stille Nacht Hallein“. Bereits umgesetzt sind die barrierefreie Erschließung des Franz-Xaver-Gruber-Platzes und die Adaptierung des Gruber-Hauses, das am Donnerstag, den 7. Juni 2018 zu einem Tag der offenen Tür einlädt. Am 29. September 2018 eröffnet das Stille Nacht Museum Hallein zum Auftakt der Landesausstellung „200 Jahre Stille Nacht! Heilige Nacht!“. Im November folgt die Einweihung der renovierten Gruber-Orgel in der Stadtpfarrkirche, die künftig bei zahlreichen Orgelkonzerten erklingen wird. Darüber hinaus werden auch in den folgenden Jahren Programmschwerpunkte über das ganze Jahr den Franz-Xaver-Gruber-Platz und das Stille-Nacht-Museum in Hallein beleben.

DIE VIER DARSTELLER/INNEN
DER FAMILIE GRUBER
Heimo Thiel als
Franz Xaver Gruber 1787-1863. Der Komponist des Liedes „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ und langjährige Chorregent lebte von 1835 bis zu seinem Tod 1863 in Hallein. 1 Ölgemälde, 2 Selbstporträts und 3 Fotos gibt es von F. X. Gruber. Brigitte Winkler als Katharina Gruber 1789-1871. Die dritte Ehefrau Grubers hat ihren Mann um zehn Jahre überlebt und sorgte liebevoll für ihre Stiefkinder. Auch von Katharina fertigte der bekannte Salzburger Maler Sebastian Stief 1846 ein Ölporträt.
Benjamin Huber als Felix Gruber 1840-1884. Der jüngste Sohn von Franz Xaver Gruber erbte sein Talent, folgte ihm als Chorregent in Hallein nach und wohnte auch im Gruber-Haus. Er war Kapellmeister der Bürgerkorps-Musikkapelle Hallein und prägte genau so wie sein Vater das musikalische Leben in der Stadt Hallein.
Martina Mathur als Elisabeth Gruber 1832-1902. Eine der beiden erwachsenen Töchter, die Franz Xaver Gruber selbst für den Chor ausgebildet hat. Sie begleitete den Komponisten bei Ausflügen zu Opernvorstellungen in die Stadt Salzburg und starb als verwitwete Elisabeth Löschinger auch im Gruber-Haus. – Auf dem oben stehenden FOTO 1 ist die Freude spürbar, die die Zuerkennung des Jurypreises des Zipfer-Tourismus-Preises für das Vermittlungsprogramm ,,Gruber persönlich‘‘ bei allen Beteiligten auslöste. Auf dem FOTO 2 von links Heimo Thiel als Komponist Franz Xaver Gruber, Bernhard Huber als Felix Gruber und Brigitte Winkler als Katharina Gruber. – (Presse-Aussendung des Keltenmuseums / Bernhard Huber. Fotos: Stille-Nacht-Museum Hallein.)

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Mit der Festspielsaison 2018 wird das 26. Jahr der Salzburger Festspiele auf der Halleiner Pernerinsel eingeläutet. Zwischen Samstag, 4. August 2018 und Montag, 20. August 2018, wird das Stück ,,Hunger‘‘ insgesamt acht Mal aufgeführt. Regisseur Frank Castorf, immer auf der Suche nach einer Novität für seine ausufernden Produktionen, nimmt sich gerne der Werke extremer Dichter an. In diesem Jahr ist auf der Halleiner Pernerinsel ein norwegischer Außenseiter dran, um von Frank Castorf dargeboten zu werden: Knut Hamsun, geboren 1859, mit seinem Debütroman ,,Hunger‘‘, der ihn 1890 mit einem Schlag berühmt gemacht hat. Zuvor hatte Hamsun Jahre in Armut verbracht und beklemmend beschrieben, was Hunger bedeutet: Er schluckt den eigenen Speichel runter um ein Sättigungsgefühl zu haben, er saugt an Steinen oder Holzspänen. Aber dann: 1920 wird Hamsun mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

HAMSUNS DRAMATISCHER LEBENSBOGEN:
ARMUT, RUHM, WOHLSTAND, ARMUT

Hamsun stand nach dem 2. Weltkrieg am Zenit und fand weltweit Anerkennung. Doch als die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kamen, zollte Hamsun ihnen seine Anerkennung und als die deutsche Wehrmacht in Norwegen eindrang, reagierte er positiv. Seinem Freund Joseph Goebbels, dem NS-Propaganda-Minister, schenkte Hamsun 1943 seine Nobelpreis-Medaille. Doch Hamsun betrachtete den Nationalsozialismus immer kritischer. 1943 empfing Adolf Hitler Hamsun auf dem Obersalzberg wobei es zu einem Streitgespräch kam. Dennoch wurde Hamsun nach dem Krieg wegen Kollaboration zu einer derart hohen Geldstrafe verurteilt, dass er 1952, im hohen Alter von 93 Jahren, in tiefer Armut starb. Ein dramatischer Lebensbogen: Von der anfänglichen Armut zum international erfolgreichen Autor und schließlich wieder der Absturz zurück in die Armut.

FÜR DEN REGIE-BERSERKER FRANK CASTORF
IST ,,HUNGER‘‘ WOHL EINE GROSSE VERSUCHUNG

Im Mittelpunkt von Knut Hamsuns Roman ,,Hunger‘‘ steht ein junger Mann ohne feste Bindung an Familie oder Freunde. Mit hohen Ansprüchen an sich selbst, auf der Suche nach Erfolg als Schriftsteller. Doch seine Arbeiten werden abgelehnt: zu unverständlich, zu abgehoben. Er leidet unter Geldmangel, statt des erhofften Erfolges stellt sich Hunger ein, grausamer Hunger von dem natürlich niemand erfahren soll. Unter solchen Umständen wird es immer schwieriger, sich dem langersehnten Erfolg zu nähern. Sein Verhalten wird sonderbar und wahnhaft, die Umwelt erscheint auf gespenstisch-unheimliche Weise immer mehr ohne logische Zusammenhänge und völlig unberechenbar. Der Unterschied von Realität und Phantasie schwindet, beide Begriffe verschmelzen ineinander. Eine extreme, aber kunstvolle Selbst- und Weltbeschreibung aus der Perspektive verborgen gehaltener materieller Not, das findet sich in diesem Roman, in dem Knut Hamsun sein eigenes Elend auf eine Weise zum Thema machte, wie dies zuvor in der Literatur noch nie der Fall war. Für einen dramatischen Berserker vom Format Frank Castorfs, muss das wohl die große Versuchung darstellen. Welche Überraschung dürfen wir von ihm in Hallein erwarten?– (Carl Hegemann, Norbert Mayer, Odo Stierschneider.)

ZUR OBEN STEHENDEN
ABBILDUNG

Das 152 Seiten starke Programmheft zur Spielsaison 2018 der Salzburger Festspiele, liefert einen umfassenden und kompetenten Überblick auf das vielfältige künstlerische Angebot der drei großen Bereiche Oper, Schauspiel und Konzert, informiert aber auch über die Bereiche Kinder & Jugend, Service, Sitzpläne, Preise und Spielpläne. Das verwendete Bildmaterial (das Beispiel oben aus dem Jahre 1982 steht im Programmheft neben den Darlegungen zur Aufführung ,,Hunger‘‘: Ohne Titel, gefertigt in Ölfarbe, Ölkreide und Bleistift), dokumentiert heuer nicht den künstlerischen Bereich der Salzburger Festspiele sondern es zeigt insgesamt 19 ganzseitige Arbeiten des US-Künstlers Cy Twombly (1928 – 2011). Der Maler, Fotograf und Objektkünstler zählt in der Fachliteratur zu den wichtigsten Vertretern des abstrakten Expressionismus. Seine ,,Werke‘‘ erzielten teilweise provokant hohe Preise, ein Beweis dafür, dass Reichtum durchaus den Verstand ruinieren kann. Cy Twombly genoss eine vielseitige künstlerische Ausbildung, bereiste ganz Europa, speziell den Mittelmeerraum und die griechischen Inseln und erhielt mehrere internationale Auszeichnungen, in Texas wurde für ihn ein spezielles Museum errichtet. Als er in New York ausstellte, schrieb ein Kritiker: ,,Es gibt ein paar Kleckse und ein paar Spritzer und hier und da einen Bleistiftstrich‘‘. Womit wir auch schon beim heiklen Thema sind.

Die 19 im aktuellen Programmheft 2018 der Salzburger Festspiele gezeigten ,,Arbeiten‘‘ Cy Twomblys schockieren durch ihre Anspruchslosigkeit. Daran ändert auch nichts der gewalttätig wohlwollende Beitrag ,,Die Macht der Bilder und der Poesie‘‘ auf Seite 5 des Programmheftes. Autor Heiner Bastian zieht als begnadeter Formulierungs-Artist alle Register einer angestrengt positiven Betrachtung der äußerst dürftigen, teilweise beleidigend anspruchslosen ,,Kunstwerke‘‘. Angesichts der lächerlichen Schmierereien und des peinlichen Gekritzels entfaltet Heiner Bastian gekonnt poetische Verzweiflungs-Kraftakte. Zitat: ,,Bei der Betrachtung des Werkes von Cy Twombly weiß ich, dass es ein grenzenloses poetisches Bewußtsein ist, mit dem der Künstler ein anhaltendes Zwiegespräch führt. Es ist ein stets suchendes und sich wandelndes Werk, in dem die Metaphysik der Poesie als einzige Wahrheit existiert. In der Persistenz dieser auflodernden, leuchtenden Formen erscheint die bacchantische Psyche als mythopoetisches Zeichen, ein dissonanter, lauter, ungezähmter Widerhall. Es ist, als wollte der Künstler nur den subversiven, entfesselten Ausdruck des magischen Augenblicks eines höheren mythischen Grundelements zulassen‘‘. (Zitat-Ende). Schon vor Jahren schockierten die Salzburger Festspiele mit fragwürdigen abstrakten Machwerken in ihrem Programmheft. Dieser Entgleisung folgten in den folgenden Jahren beeindruckende Fotos aus dem Festspiel-Geschehen. Somit wünschen wir schon jetzt den Programmheft-Machern für 2019 ein deutlich besseres Gespür bei der Auswahl des Bildmaterials. – (Odo Stierschneider. Foto: OST).

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Ab sofort steigt die Temperatur der Salzach rund um die Pernerinsel von Monat zu Monat kontinuierlich an, bis sie schließlich in der ersten Oktoberwoche 2018 nur noch dampft und brodelt. Denn: Es kündigt sich ein groß angelegtes, fantastisches, ergreifendes, liebenswertes und romantisches Opern-Ereignis für die ganze Familie auf der Festspielbühne der Pernerinsel an. Mit einem außerhalb der Salzburger Festspiele noch nie dagewesenen Einsatz von nahezu 150 Mitwirkenden auf und hinter der Bühne, wird das gigantische Musikprojekt ,,Der kleine Prinz‘‘ nach Saint-Exupérys unglaublichem internationalen Bucherfolg, der bis heute ungebrochen ist, auf der Pernerinsel realisiert. In Deutschland erschien das Buch ,,Der kleine Prinz‘‘ bereits in einer Auflage von 11 Millionen Exemplaren, in der Schweiz und in Österreich wurden 10 Millionen Exemplare gedruckt. Nicht nur in allen großen europäischen Ländern sondern auch in Japan fand das Buch mehrere Millionen Leserinnen und Leser. Weltweit wurden bereits über 140 Millionen Bücher verkauft. Damit steht ,,Der kleine Prinz‘‘ weltweit in der Reihe der erfolgreichsten Werke.

DIE MÄRCHENHAFTE WELT
DES KLEINEN PRINZEN

Die Idee zur Realisierung der romantischen Oper ,,Der kleine Prinz‘‘ entstand im Gespräch zwischen dem Präsident des Vereines Innovative Musikprojekte Salzburg Dirigent Hans-Josef Knaust und dem Komponist Nikolaus Schapfl. Diesem wurde eine ganz besondere Auszeichnung zuteil: Nachdem sich bereits mehr als 70 (siebzig!) Komponisten in der Vergangenheit vergeblich bemüht hatten, die Vertonungs-Rechte für ,,Der kleine Prinz‘‘ von der Familie Exupéry zu erhalten, erhielt Nikolaus Schapfl 1998 die Rechte zur musikalischen Umsetzung dieser märchenhaften Geschichte. Eine Hörprobe im Rahmen der Pressekonferenz in Hallein vermittelte ein ergreifendes, berührendes und einfühlsames Musikerlebnis.
Mit großer Orchesterbesetzung, opulentem Chor, herausragenden Solisten und einer phantasievollen Inszenierung unter der musikalischen Leitung von Hans-Josef Knaust und unter Regie von Konstantin Paul, wird das Publikum auf hinreißende Art und Weise in die mythisch-märchenhafte Welt des ,,Kleinen Prinzen‘‘ geführt.

PREMIEREN-VORSTELLUNG
AM 4. OKTOBER 2018

Auf der Halleiner Pernerinsel gewährleisten ein professionelles Sängerensemble von Absolventen des Mozarteums, Musikerinnen und Musiker des Mozarteum-Orchesters, der Camerata Salzburg und des Musikum Salzburg, Solistinnen und Solisten vom Mozarteum Salzburg sowie talentierte Musikschülerinnen und Musikschüler aus Gymnasien in Stadt und Land Salzburg ein hinreißendes Zusammenwirken von besonders talentierten jungen Musikern mit professionellen Künstlern. In Deutschland wurde die Oper ,,Der kleine Prinz‘‘ bereits mehrere Male aufgeführt, am Donnerstag, 4. Oktober 2018 findet auf der Halleiner Festspielbühne die Österreich-Premiere statt. Es folgen zwei weitere Aufführungen am Samstag, 6. Oktober und am Sonntag, 7. Oktober. Alle drei Aufführungen beginnen um 19 Uhr. Nun ist ja noch etwas Zeit bis dahin. Erfreulicher Weise wurden bei der Halleiner Pressepräsentation umfangreiche schriftliche Unterlagen übermittelt. DER SALZSCHREIBER wird sie nützen, um noch mehrere Male an das kulturelle Großereignis ,,Der kleine Prinz‘‘ auf der Pernerinsel hinzuweisen. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

ZU DEN OBEN
GEZEIGTEN FOTOS

FOTO 1: Blick auf die Presse-Präsentation der romantischen Oper ,,Der kleine Prinz‘‘ für die lokale Presse im Büro des Halleiner Kulturvereines SUDHAUS. FOTO 2: Präsentatoren und prominente Teilnehmer an der Presse-Präsentation. Vorne von links: Nikolaus Schapfl, Komponist sowie Hans-Josef Knaust, musikalische Leitung. 2. Reihe von links: Halleins Kultur-Baumeister Friedl Bahner; Willi Grundtner, Obmann Tourismusverband Hallein / Bad Dürrnberg; Eveline Sampl-Schiestl, Kultur-Stadträtin; Konstantin Paul, Regie; Karin Sophie Pfliegler, Schriftführerin des Vereins Innovative Projekte Salzburg und Konzert-Veranstalterin (In Hallein trat sie zuletzt mit dem Benefizkonzert des Lions-Clubs Salina-Tennengau zugunsten der neuen ,,Stille Nacht‘‘-Orgel in der Stadtpfarrkirche in Erscheinung;. Simone Seymer, Geschäftsführerin des Halleiner Kulturvereins SUDHAUS. FOTO 3: Komponist Nikolaus Schapfl. FOTO 4: Musikalischer Leiter Hans-Josef Knaust. FOTO 5: Regisseur Konstantin Paul. – (OST)

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