In 5 Jahren kann das 100jährige Bestehen der vom Halleiner Bildhauer Jakob Adlhart dem Jüngeren, 1925 geschnitzten, weltweit einzigartigen Darstellung des Gekreuzigten gewürdigt werden. (Siehe Foto oben). Die unvergleichliche Dramatik, die packende Darstellung und manch verstörte Betrachter dieses Jahrhundert-Kunstwerkes, machten das monumentale Schnitzwerk innerhalb kürzester Zeit auch international berühmt. Meister Jakob Adlhart, der in Hallein eine Künstler-Werkstätte besaß, schuf im ganzen Bundesland und weit darüber hinaus, vorwiegend kirchliche Kunstwerke von bestechender Qualität. Der Bildhauer wurde am 1. April 1818 in München geboren und starb am 12. August 1985 in Hallein.

Jakob Adlhart der Jüngere, begann seine Ausbildung im väterlichen Werkstatt-Betrieb in St. Ulrich im Grödner Tal in Südtirol. Sein Vater, Jakob Adlhart der Ältere, war Vergolder und Fassmaler. Bereits vor seinem Eintritt in die Volksschule erkannte man des jungen Jakobs Talent. Er wurde von einem Bildschnitzer aus der Werkstatt seines Vaters in die Schnitzkunst eingeweiht.1908 richtete Jakob Adlhart d. Ä. im Cordon-Haus in Hallein seine ,,Werkstätte für christliche Kunst und Kunstgewerbe‘‘ ein. Nach Absolvierung der Bildhauerklasse an der Fachschule Hallein folgte Jakob Adlhart d. J. seinem Vater nach Dalmatien, der dort an der Renovierung von Altären arbeitete. Durch seinen ersten Lehrer Alois Zwerber lernte Jakob Adlhart d. J. die breite Stilpalette historisierenden Schaffens kennen, setzte sich aber auch mit der Secession auseinander.

Ab 1920 leitete Jakob Adlhart d. J. die ,,Halleiner Werkstätte für kirchliche Kunst und Kunstgewerbe‘‘ und studierte von 1921 bis 1923 bei Anton Hanak an der Wiener Kunstgewerbe-Schule. Er beendete sein Studium mit der Note ,,vorzüglich‘‘. Jakob Adlhart der Jüngere schuf vor allem Holzplastiken für Kirchen-Ausstattungen in Salzburg, Oberösterreich und im süddeutschen Raum. Die wichtigsten Werke gelangen ihm im Bereich der monumentalen Arbeiten für das Erzstift St. Peter mit dem oben abgebildete Kolossal-Kruzifix 1925, sowie in Zusammenarbeit mit Clemens Holzmeister für das Kleine Festspielhaus, mit dem berühmten Maskenblock aus weißem Marmor über dem Haupteingang 1926. Jakob Adlhart d. J. arbeitete auch an zahlreichen Chorgestühlen in den Domen von Salzburg (1957), Eisenstadt (1965) und Speyer, Deutschland, (1969) sowie an Kreuzwegen, Gnadenstühlen und Denkmälern mit. So befinden sich von ihm in Stadt und Land Salzburg rund 30 Werke, darunter auch der Zeiserlbrunnen von 1968 auf dem Halleiner Bayrhamerplatz. 1952 wurde dem Bildhauer der Professoren-Titel verliehen. – (Odo Stierschneider, Foto: Mayrhofer).

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Ab 30. Mai 2020 öffnet der Tennengauer Kunstkreis wieder den kunstraum pro arte für alle interessierten Besucherinnen und Besucher. Nach der, durch die Corona-Krise bedingten Pause, freut sich Helga Besl, Obfrau des Tennengauer Kunstkreises, nun mit einer besonders vielfältigen Ausstellung die traditionsreichen Ausstellungs-Räume wiederzueröffnen: ,,Über 50 Leihgeberinnen und Leihgeber haben jeweils ein Lieblingsstück aus ihrem Zuhause für unsere Ausstellung zur Verfügung gestellt. Was ein Lieblingsstück ist, hat dabei jeder und jede selbst entschieden, sodass es ganz Unterschiedliches zu entdecken gibt: vom Fundstück aus dem Wald bis hin zum Kunstwerk aus der privaten Sammlung.‘‘


Die Ausstellung ,,Lieblingsstücke und Objekte, die gefallen‘‘ versammelt sowohl Skulpturen, Malerei, Grafiken, Fotografien und filmische Beiträge, als auch Fundstücke und Erinnerungs-Objekte von Mitgliedern sowie Freundinnen und Freunden des Tennengauer Kunstkreises. Vielfältige Lieblings-Stücke aus privaten Räumen, übersiedeln für die Dauer der Ausstellung, in den kunstraum pro arte. Ein Satz zu jedem Lieblingsstück erzählt die Geschichte dahinter und lädt ein über eigene Lieblingsstücke nachzudenken.


Laila Huber, Leiterin des kunstraum pro arte, unterstreicht, warum es gerade in unruhigen Zeiten wie diesen umso wichtiger ist, Kunst und Kultur für alle zugänglich zu machen: ,,Kunsträume sind Orte der Begegnung und des Austauschs, etwas, das in den vergangenen Wochen und Monaten schmerzlich gefehlt hat. Über Kunst und Kultur ins Gespräch zu kommen ist immer auch die Gelegenheit an einem größeren Ganzen teilzuhaben. Mit unserer Ausstellung zu den Lieblingsstücken, steht das, was jeder und jedem Einzelnen lieb ist und das Teilen dieser Geschichten, im Mittelpunkt.‘‘

 

Die Ausstellung eröffnet am 30. Mai 2020 von 10 bis 14 Uhr und ist bis 27. Juni 2020 zu den regulären Öffnungszeiten (Mittwoch – Freitag von 16 – 19 Uhr, Sa von 10 – 13 Uhr) zu sehen. Aufgrund der Corona-Bestimmungen wird keine große Eröffnungs-Veranstaltung möglich sein. Es dürfen sich max. zehn Personen gleichzeitig in den Räumlichkeiten des kunstraum pro arte aufhalten. Besucherinnen und Besucher werden gebeten ihren eigenen Mund-Nasen-Schutz mitzubringen.

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Jetzt wird die Kulturvermittlung im Keltenmuseum Hallein unter der Devise ,,Museum im Garten‘‘ nach draußen verlegt. Im angenehmen Ambiente des Museums-Gartens, mit Blick über die Salzach auf die Pernerinsel, erleben alle Interessierten Kultur auf der grünen Wiese, umgeben von Bäumen und Sträuchern. Auf mitgebrachten Decken und vorhandenen Sesseln, können Sie Vorträge, Lesungen, Musik, Workshops für Familien und vieles mehr genießen. Nutzen Sie einen anschließenden Museums-Besuch, um in die Welt der Kelten und in die Geschichte der einstigen Salzstadt Hallein einzutauchen. Sie finden nachstehend 8 Termine für ,,Museum im Garten‘‘ im Zeitraum vom 6. Juni bis 19. September 2020 und ebenfalls 8 Termine für ,,Kultur-Dialoge‘‘ vom 5. Juni bis 18. September. Die darauf folgenden Termine für die Monate Oktober bis Dezember 2020 werden auf der Website www.keltenmuseum.at veröffentlicht. Alle Veranstaltungen sind auch individuell buchbar für maximal 9 Personen. Die Durchführung erfolgt angesichts der Corona-Pandemie unter Beachtung der behördlichen Vorschreibungen wie Atemschutz-Masken und Abstands-Regelung.

DIE VERANSTALTUNGEN
FÜR ,,MUSEUM IM GARTEN‘‘
Termine: Jeder 1. und 3. Samstag im Monat, jeweils von 10 bis 12 Uhr.

Wegen der beschränkten Teilnehmerzahl (9) ist Anmeldung erforderlich entweder unter Tel. 06245 80 783 oder Mail keltenmuseum@keltenmuseum.at

Samstag, 6. Juni 2020:
Von der Pfleg zum Museum

Erfahren Sie die bewegte Geschichte des Gebäudes, in welchem seit 50 Jahren das Keltenmuseum untergebracht ist. Bereits die Salzburger Fürsterzbischöfe gingen hier ein und aus. Hier wurden Dokumente verfasst und der Salz-Reichtum des Landes aus dem Salzbergwerk Dürrnberg verwaltet.

Samstag, 20. Juni 2020:
Rätselhafte Kelten – Lesung für Kinder und Familien

Gemeinsam begeben wir uns auf die Spuren der Kelten und hören Geschichten aus längst vergangenen Zeiten. Anschließend gestalten große und kleine Besucher und Besucherinnen unter Anleitung einen keltischen Taschenbeutel mit einem Spiel zum Mitnehmen.

Samstag, 4. Juli 2020:
Hallein und das weisse Gold

Spannende Episoden der Halleiner Stadtgeschichte, geben Einblicke in die Geschichte der Salzproduktion von den Fürsterzbischöfen bis in die Gegenwart, als 19XX die Salzerzeugung eingestellt wurde. Entdecken Sie die Meilensteine der Halleiner Stadtentwicklung!

Samstag, 18. Juli 2020:
Kriegsende in Hallein – Lesung mit Musik

Vor 75 Jahren war in Österreich der verheerende 2. Weltkrieg zu Ende. In ihrem Buch beschreibt Autorin Helga Springer das Kriegsende in Hallein von den letzten Kriegstagen bis zur Wiedereröffnung der Schulen.

Samstag, 1. August 2020:
Archäologie – wie geht das?

Hier erfahren Sie, wie Archäologinnen und Archäologen arbeiten. Welche Techniken werden angewendet? Was passiert bei einer archäologischen Grabung?

Samstag, 15. August 2020:
Salzige Geschichten – Programm für Kinder und Familien

Kurzgeschichten und Märchen entführen in eine Zeit, in der das Salz so wertvoll war wie Gold. Danach töpfern die Familien kostbare, kleine  Salzgefäße für zu Hause!

Samstag, 5. September 2020:
Die Knochen der Kelten

Was erzählen die Knochen der Kelten über das Leben der Menschen vor 2.500 Jahren? Das erforschen Anthropologinnen und Anthropologen. Die Besucher und Besucherinnen werden über die Methodik dieser Forschungen informiert. Anschließend interpretieren sie selbst anhand von Bildmaterial keltische Skelette.

Samstag, 19. September 2020:
Klänge aus der Eisenzeit

Keltische Klänge entführen die Zuhörerinnen und Zuhörerinnen in eine längst vergangene Zeit und laden zum Träumen ein.

DIE VERANSTALTUNGEN
FÜR DIE ,,KULTUR-DIALOGE‘‘
Termine: Jeder 1. und 3. Freitag im Monat, jeweils von 14 bis 16 Uhr.

Wegen beschränkter Teilnehmerzahl (9) ist Anmeldung erforderlich entweder unter Tel. 06245 80 783 oder Mail keltenmuseum@keltenmuseum.at

Freitag, 5. Juni 2020:
Ausgestorbene Berufe

Derzeit beschäftigen uns die aktuellen Veränderungen im Berufs- und Schul-Alltag. Welche Berufe gab es früher, die lange schon ausgestorben sind? Warum sind sie verschwunden? Entdecken Sie unter anderen die Kleitzer und die Salzgeherinnen!

Freitag, 19. Juni 2020:
Was hatten die Kelten mit den Griechen zu tun?

Die weit reichenden Verbindungen in der Antike brachten den Kelten neue Trinksitten und damit einhergehend neue Gefäßformen. Entdecken Sie die dazu passenden Objekte im Keltenmuseum!

Freitag, 3. Juli 2020:
Natur und Umwelt in der Bronzezeit

Das Kupfer-Bergbaugebiet am Mitterberg bei Bischofshofen war ein bronzezeitliches Industriegebiet, in dem der Kupferbergbau ein hochspezialisiertes, arbeitsteiliges Verfahren hervorbrachte, welches die Umwelt nachhaltig prägte. Aktuelle Umweltfragen im historischen Kontext!

Freitag, 17. Juli 2020:
Frauen in der Urgeschichte

Was verraten die archäologischen Funde über das Leben und die Rolle der Frauen in der Urgeschichte? Suchen und finden Sie die ,,weiblichen‘‘ Aspekte in der Ausstellung und diskutieren Sie die Interpretation dr Funde!

Freitag, 7. August 2020:
Arschleder, Gugl & Co – Bergmannssprache

In Zeiten von Corona steht viel Zeit zur Verfügung, um Sprachen zu lernen. Die Arbeiten in und um das Salzbergwerk und die Herstellung von Salz aus der Sole in den Salinen war so speziell, dass es viele Begriffe gibt, die nur von Bergwerks- und Salinenarbeitern verwendet wurden. Andere Wörter sind so alt, dass sie heute nicht mehr bekannt sind. Käppi-Pepi erklärt die Bedeutung all der rätselhaften Ausdrücke und Bezeichnungen und welche Geschichten dahinterstecken!
 

Freitag, 21. August 2020:
Protestanten-Vertreibungen vom Dürrnberg

Im Dürrnberger Salzbergbau waren zahlreiche Protestanten beschäftigt. Deren Vertreibung durch die Fürsterzbischöfe nicht nur harte persönliche Folgen für die betroffenen Familien hatte sondern auch negative wirtschaftliche Folgen im Land Salzburg. Die Besucher erfahren Einzelheiten von persönlichen Schicksalen und
über die Auswirkungen dieser brutalen Vertreibung.

Freitag, 4. September 2020:
Frauen im Salz- und Sud-Wesen

Während der Salzbergbau in Hallein bis weit ins 20. Jahrhundert eine männliche Domäne war, hatten die Frauen in Hallein und in den Sudhäusern einige Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Entdecken Sie die sehr speziellen Tätigkeiten der Frauen!

Freitag, 18. September 2020:
Keltische Gelage – Essen und Trinken einst auf dem Dürrnberg

Die Kelten waren bei den Römern bekannt für ihre ausgelassenen, feuchtfröhlichen Feiern. Doch welche Speisen und Getränke wurden von den Kelten auf dem Dürrnberg tatsächlich konsumiert? Stimmen die Vorurteile der Römer? Erforschen Sie gemeinsam die keltischen Tischsitten!

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Am Samstag, den 16. Mai 2020, öffnet das Keltenmuseum Hallein wieder den Ausstellungs-Bereich für Besucherinnen und Besucher. Die Öffnungs-Zeiten bleiben unverändert wie bisher: Montag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Unter Einhaltung der aktuell erforderlichen gesundheitlichen Sicherheits-Maßnahmen, bietet das auch international angesehene Keltenmuseum, wieder einen besonders attraktiven und anspruchsvollen Beitrag zu den in der Stadt Hallein sich bietenden Freizeit-Aktivitäten. Zusätzlich zum europaweit bekannten Bestand des Museums, wurden die neuen Veranstaltungs-Formate ,,Museum im Garten‘‘ und ,,Kultur-Dialoge‘‘ entwickelt. Sie ermöglichen Kultur-Erlebnisse und den persönlichen Austausch mit dem Museums-Team. Beachten Sie bitte: Bei allen Veranstaltungen ist die Teilnehmerzahl auf 9 Personen beschränkt, daher wird unbedingt um rechtzeitige Anmeldung gebeten: Tel. 06245 80 783 oder Mail keltenmuseum@keltenmuseum.at. Unter www.keltenmuseum.at ist das Museum im Internet präsent.

DREI AUSSTELLUNGS-BEREICHE
1.)  Zeitsprünge – Ursprünge. Reise in die Urgeschichte Salzburgs

Die Ausstellung im Erdgeschoß widmet sich der Urgeschichte des Landes Salzburg. Einzigartige Objekte wie der Helm vom Pass Lueg, die Funde aus den bronzezeitlichen Kupfer-Bergwerken vom Mitterberg bei Bischofshofen oder der keltische Gold-Torques von der Maschalm bei Rauris sind wieder zugänglich. Zahlreiche weitere Objekte aller urgeschichtlichen Epochen – vom Mesolithikum bis zum Ende der Eisenzeit – illustrieren eindrucksvolle die große Bedeutung, die das heutige Land Salzburg durch seine zentrale Lage und seinen Rohstoffreichtum, seit dem 9. Jahrtausend v. Chr. innehatte.

2.)  Die Kelten vom Dürrnberg
Hallein und der Dürrnberg blicken auf eine Jahrtausende alte Besiedlungs-Geschichte zurück. Das ,,weiße Gold‘‘ prägte das Leben in der Region und in den Städten Hallein und Salzburg – von der prähistorischen Salzgewinnung über den Salzabbau der Salzburger Fürsterzbischöfe bis in unsere Zeit. Schon in der Eisenzeit erschlossen keltische Bergleute das Salzvorkommen auf dem Dürrnberg. Kunstvolle Kannen, filigrane Fibeln und aufwendige Alltags-Gegenstände zeugen vom damaligen Wohlstand. Kostbarkeiten aus Bernstein, Gold. Koralle oder Glas erzählen von weitreichenden Handels-Beziehungen. Die Besucherinnen und Besucher des Keltenmuseums Hallein erleben die Highlights aus einer über 2.500 Jahre andauernden Siedlungs-Geschichte!

3.)  Hallein und die Salzburger Fürsterzbischöfe
Nachdem die keltische Salzgewinnung mit dem Einmarsch der Römer ihr Ende fand, wurden erst im 12. Jahrhundert die Salzvorkommen auf dem Dürrnberg durch die Salzburger Fürsterzbischöfe als Quelle des Reichtums wiederentdeckt. In der Blütezeit, unter Fürsterzbischof Wolf-Dietrich, wurden auf dem Dürrnberg bis zu 36.000 Tonnen Salz pro Jahr abgebaut. Die architektonische Schönheit der Stadt Salzburg, Sitz der auch weltlich regierenden Fürsterzbischöfe, ist ohne das Salz vom Dürrnberg undenkbar. Im 2. Stock des Keltenmuseums befinden sich die fürsterzbischöflichen Fürstenzimmer aus den Jahren 1756-1757. Der dort gezeigte, bekannte Bilderzyklus, stellt die älteste und umfangreichste Gemälde-Dokumentation des historischen Salzbergbaus dar. Sie dokumentiert erstmals die Arbeit unter Tage im Salzbergwerk oben auf dem Dürrnberg, aber auch die Tätigkeit in den Sudhäusern und an der Holzrechen-Anlage in Hallein. Die ausgestellten historischen Objekte verweisen auf den schwierigen Alltag in der Salzstadt und von den harten Lebensbedingungen der Salzarbeiter.

WEITERE VERANSTALTUNGEN
Halleiner Stadtführungen
am Tag der Heiligen Corona am 14. Mai

Am Donnerstag, 14. Mai 2020 um 18 Uhr, wird innerhalb von 60 Minuten in Kooperation mit den ,,Halleiner G‘schichten‘‘ eine rasante und spannende Stadtgeschichte von Hallein geboten. Am Tag der Heiligen Corona wird aus aktuellem Anlass auch die Geschichte der Pest in Hallein dargestellt. (Die Heilige Corona wurde im Alter von nur 16 [sechzehn] Jahren in der Spätantike grausam hingerichtet. Zwischen zwei niedergebogene Palmen gefesselt, erlitt sie einen grausamen Tod, als die Palmen wieder in die Höhe schnellten. Corona-Wallfahrten gibt es beispielsweise in St. Corona am Wechsel in Niederösterreich. Die Heilige Corona gilt auch als Schutzpatronin vor Seuchen.) Weitere Themen der Stadtführungen: Wie prägte die Salzproduktion die Halleiner Stadtgeschichte? Welche Frauen haben in Hallein Geschichte geschrieben? Was ereignete sich auf den Plätzen und in den Gassen der Stadt? Bei den kurzweiligen Stadtrundgängen reisen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die turbulente Vergangenheit der einstigen Salinenstadt Hallein. Weitere Informationen erhalten Sie auf www.halleinergschichten.com. Treffpunkt: Keltenmuseum Hallein. Anmeldungen erforderlich unter Tel. 0664 210 38 05. 9 Personen je Führung. Mehrere Gruppen möglich. Das wird Sie besonders freuen: Die Stadtführungen am Tag der  Heiligen Corona sind kostenlos!

Wochenende zur Wieder-Eröffnung
des Keltenmuseums 16. und 17. Mai

Anlässlich der Wiedereröffnung des Halleiner Keltenmuseums wird das neue Format ,,Kultur-Dialoge‘‘ präsentiert. An ausgewählten Standorten in den Ausstellungs-Räumen des Keltenmuseums, werden interessierte Besucherinnen und Besucher in Kleingruppen bis 9 Personen über spezielle Objekte und deren Geschichte informiert. Die Veranstaltungen finden unter der Einhaltung der geltenden Sicherheits-Maßnahmen bezüglich der aktuellen Corona-Pandemie statt.

Samstag, 16. Mai 2020, 10 – 12 Uhr
KULTUR-DIALOGE: Schnabelkanne & Co – Highlights der Archäologie

Die Ausgrabungen auf dem Dürrnberg, faszinierende Funde und ausgefeilte Handwerkskunst der Kelten stehen im Mittelpunkt. Entdecken Sie anschließend Ihre persönlichen Highlights im Museum!

Sonntag, 17 Mai 2020, 14 – 16 Uhr
KULTUR-DIALOGE: Die Knochen der Kelten

Was erzählen die Knochen der Kelten über das Leben der Menschen vor 2.500 Jahren? Anhand von Abbildungen werden die Besucherinnen und Besucher selbst zu Anthropologen und erforschen die Knochen der Kelten unter fachkundiger Anleitung. – Am 5. Juni 2020 geht es weiter mit dem neuen Format ,,Kulturdialoge‘‘. Am 6. Juni startet das zweite neue Format ,,Museum im Garten‘‘. Nähere Details zu diesen beiden Veranstaltungs-Reihen folgen hier im SALZSCHREIBER-Ressort KULTUR als Teil 2 der Veröffentlichungen zur Wiedereröffnung des Keltenmuseums Hallein. –  (Presse-Aussendung: Keltenmuseum Hallein. Ergänzungen: OST. Foto: Odo Stierschneider).

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Die Halleiner Altstadt bietet seit 5. Mai 2020 und noch bis 12. Juni 2020, allen Kunst-Freunden und Kunst-Interessierten eine kleine, besonders reizvolle, jederzeit zugängliche  Gemäldegalerie – maybe the greatest artspace in austria – in der überdachten Auslagenfront am Beginn der Ruprechtgasse. Hier zeigt die deutsche kunstaffine Fotografin Anja Conrad unter dem Motto ,,Everything is always so perfekt when you are in it‘‘ zeitgenössische Kunst an drei sehr unterschiedlichen, optisch bestechenden und eindrucksvollen Beispielen.  Eine offizielle Ausstellungs-Eröffnung musste angesichts der Corona-Krise leider unterbleiben. Anja Conrad, geboren 1971, lebt und arbeitet in Oberursel. Sie erhielt ihren BFA von der School of Art Institute in Chicago und ihren MFA in Fotografie und verwandten Medien von der School of Visual Arts in Ney York City, wo sie bei Joel Sternfeld studierte. Anja Conrad ist international tätig und trat unter anderem auch in Paris und in Petersburg in Erscheinung.

 

Wenn Anja Conrad mit ihrer Mittelformat-Kamera durch die Straßen geht, fängt sie die Markierungen des Menschen in lebendigen Farben ein, in der Tradition der dokumentarischen Fotografie. Ihre großformatigen Fotografien einer Reflexion in einem Schaufenster, die eine Silhouette mit einem Roboterherz zeigt, oder das zerbrochene Leuchtkastenschild, welches sein Innenleben enthüllt, sind Dokumente der verwandelten Realität. Was passiert, wenn so etwas, so ernsthaft erfasst, als Porträt fixiert wird, und wie entfaltet es sich in dieser Größenordnung? Anja Conrad, geboren 1971, lebt und arbeitet in Oberursel. Sie erhielt ihren BFA von der School of Art Institute in Chicago und ihren MFA in Fotografie und verwandten Medien von der School of Visual Arts in New York City, wo sie bei Joel Sternfeld studierte. Ihr kürzlich erschienenes Fotobuch „Alles ist immer so perfekt, wenn man drin ist“ wurde 2019 im Kehrer Verlag veröffentlicht.

Die reizvolle Gemäldegalerie in der Ruprechtgasse, die aufgrund ihrer Überdachung auch bei Schlechtwetter ungetrübten Kunstgenuß ermöglicht, wird sich ganz bestimmt zu einem gerne besuchten Highlight des Halleiner Stadtzentrums entwickeln. Ihre Betreiber planen hier im Jahresablauf ein reges, attraktives und abwechslungsreiches Ausstellungs-Geschehen, welches die Kulturstadt Hallein auf sehr spezielle Art aufwertet. – Zu den oben stehenden Fotos: Das erste Foto zeigt die Gemäldegalerie bei abendlicher Beleuchtung, auf den Fotos 2 bis 4 sind die Werke einzeln dargestellt, das 5. und letzte Foto zeigt die Fotografin Anja Conrad. – (Odo Stierschneider unter Bezug auf MTGAIA-Veröffentlichungen. Fotos: Anja Conrad).

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Es war einmal eine bezaubernde Wasserbucht. Umgeben von einem mit Natursteinplatten belegten Gehweg. Dann folgten die Sitzreihen wie in einem historischen griechischen Theater. Bei der feierlichen Eröffnung fragte sich Festredner Kultur-Landesrat Othmar Raus noch sichtlich verärgert, wieso eine derart grandiose Attraktion ausgerechnet in Hallein und nicht in der Landeshauptstadt errichtet worden sei. Der damalige Festspiel-Intendant Gérard Mortier, als er gemeinsam mit Bürgermeister Franz Kurz und dem Herausgeber der ,,Halleiner Zeitung‘‘ Odo Stierschneider, die eindrucksvolle Anlage besichtigte: ,,Meine Herren, hier wird es Aufführungen der Salzburger Festspiele geben, ich höre hier schon die Wiener Philharmoniker spielen!‘‘ Die Stadt Hallein, wohl von allen guten Geistern verlassen, wusste es natürlich besser. Sie ließ, absolut unfassbar, die schöne Wasserfläche, den rundum laufenden Gehweg sowie die ersten drei Sitzstufen einfach zuschütten. Seither ist das Desaster perfekt. Die Enden der beiden seitlich hinunter führenden Stufen verschwinden einfach im Schotter – solch einen Anblick gibt es in der gesamten zivilisierten Welt kein zweites Mal. (Siehe dazu das 1. und 2. Foto oben). In der Mitte des Sitzreigen-Halbrundes floss einst ein Bach hinunter zur Wasserfläche. Heute ist dieses Gerinne seit Jahren trockengelegt, baufällig, verwahrlost und widerwärtig verdreckt. (Dazu unser 3. Foto oben). Selbstverständlich würde der SALZSCHREIBER dieses Foto für die Titelseite von repräsentativen Werbeprospekten für die Stadt Hallein kostenlos zur Verfügung stellen. Dort, wo einst auf der Wasserfläche eine von den Salzburger Festspielen mitfinanzierte (!) Wasserbühne schwamm, herrscht heute grüner Wildwuchs. (4. und 5. Foto oben). Wenn es regnet, verwandelt sich das Ganze zur größten Schlammschüssel Österreichs. Dann rückt die Jugend mit ihren Drahteseln an und zieht tiefe Furchen durch das aufgeweichte Areal. (Dazu 6. und 7. Foto oben). Insgesamt also derzeit eine Situation, die einem den Magen umdreht. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die Salzburger Festspiele als Leuchtfeuer bei der Suche nach der eigenen Identität, nach dem Sinn unseres Lebens, aber auch bei der Wiederherstellung der Identität ganzer Völker – das war der große Gedanke jener Künstler und Bürger, die die Salzburger Festspiele als ,,eines der ersten Friedenswerke‘‘ vor 100 Jahren gründeten. Allen voran der Theatermagier Max Reinhardt, der Poet Hugo von Hofmannsthal, der Komponist Richard Strauß, der Bühnenbildner Alfred Roller und der Dirigent Franz Schalk. 100 Jahre später führt ein glanzvolles Direktorium, bestehend aus Präsidentin Helga Rabl-Stadler, Intendant Markus Hinterhäuser und Kaufmännischen Direktor Lukas Crepaz, verstärkt durch Bettina Hering (Schauspiel) und Florian Wiegand (Konzert) die Salzburger Festspiele.

Wie konnte es passieren, dass die grafisch gestaltete Wortmarke ,,100 Jahre‘‘ für die Salzburger Festspiele ausgerechnet im glanzvollen Jubiläumsjahr 2020, zum bedauerlichen Fehlgriff wurde? Nachstehend ist der Begriff ,,100 Jahre‘‘ in zehn gängigen, auf jedem Computer verfügbaren Schriften wiedergegeben. Jede dieser gebräuchlichen Schriften bietet einen schöneren und eleganteren Eindruck als die unten wiedergegebene ,,grafische Lösung‘‘ des Begriffes ,,100 Jahre‘‘, so wie er bedauerlicher Weise für das Internationale Zentralgestirn der weltweiten Festspiele, zu dessen stolzem Bestands-Jubiläum vorgelegt wurde. Und mittlerweile auch in Verwendung steht.

 

Es hätte einen internationalen Gestaltungs-Wettbewerb für den Begriff ,,100 Jahre Salzburger Festspiele‘‘ geben müssen. Für jeden ernst zu nehmenden, etablierten Schrift-Grafiker eine einzigartige, traumhafte und begeisternde Herausforderung. So aber existiert derzeit – wie lange noch? – nur eine armselige, kindlich hingeschmierte, lächerliche Wortmarke, in dilettantisch-deprimierender Farbgebung Hellgrau-Schwarz. Alles andere als ein festliches, beschwingtes und stolzes Jubiläum-Symbol. Oh Gott!

100 Jahre Salzburger Festspiele ließen aus dem zarten Pflänzchen, welches vor 100 Jahren am 22. August 1920 mit dem ,,Jedermann‘‘ seine erste hinreißende Blüte öffnete, das mittlerweile größte Klassikfestival der Welt entstehen – mit mehr als 200 Vorstellungen auf 15 Spielstätten an 44 Tagen, mit Besuchern aus 80 Ländern, 40 davon außerhalb von Europa. Eine ,,Begeisterungs-Gemeinschaft‘‘ nannte Bazon Brock, Professor für Ästhetik, das Publikum der Salzburger Festspiele. Zitat: ,,Weil bei den Festspielen eine einzigartige Form des gemeinsamen Erlebens entsteht, welches Menschen verschiedener Herkunft, Sprache und Religion eint. Eine Begeisterungs-Gemeinschaft für die Kraft der Kunst!‘‘ – (Helga Rabl Stadler, Markus Hinterhäuser, Lukas Crepaz. Wortmarken-Kritik: Odo Stierschneider).

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Es ist in der Tat beeindruckend, mit welcher Zähigkeit / Verständnislosigkeit / Sturheit / Verbohrtheit / Interesselosigkeit, seit Jahren immer wieder verhindert wird, dass das bescheidene Schaugrab von ,,Stille-Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber (siehe 1. Foto oben, es entstand in der Osterwoche 2020), endlich in einen herzeigbaren Zustand versetzt wird. Man sollte glauben, dass diese wichtige und symbolträchtige, kleine Grabanlage vor dem ,,Stille-Nacht‘‘-Museum in einem Meer von Blumen versinkt und beeindruckendes Vorbild für die Gräber auf dem Städtischen Friedhof Hallein ist. Doch genau das unerfreuliche Gegenteil ist der Fall. Zahllose Gräber auf dem Friedhof verweisen die Gruber gewidmete, kleine Grabanlage, in den Bereich der Peinlichkeit und Lächerlichkeit. Warum ist die vorbildliche Pflege des Grabes nicht schon längst organisiert und liegt in festen Händen? Der Zustand des Grabes ist immer wieder bestürzend und schockierend. Man wagt gar nicht daran zu denken, wie in anderen Gemeinden ein derartiges Erinnerungsgrab aussehen würde.

EINE ZUFRIEDENSTELLENDE GESTALTUNG
DES GRUBER-PLATZES STEHT NOCH AUS

Auch das Umfeld des bescheidenen Ehrengrabes bietet Anlass zu Kritik. Der Platz rundum wurde schön gepflastert. Einige moderne Sitzobjekte wurden ziemlich planlos aufgestellt und gehen höchstens als rührende, aber vergebliche Möblierungs-Versuche durch. Und das war’s dann auch schon. Eine endgültige, zufriedenstellende Platzgestaltung fehlt noch immer. Grubers kleine Grabanlage, die eher einem Privatgrab als einer offiziell errichteten Gedenkstätte gleicht, entstand in der Notzeit der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. In der allzu langen Zeitspanne seit damals, gab es nur zwei Initiativen, um das Erscheinungsbild des Schaugrabes zu verbessern. Erstens wurde das kleine Grab mit einem Ziergitter umgeben und zweitens sorgte Odo Stierschneider, damals Herausgeber der ,,Halleiner Zeitung‘‘, für die Anbringung der drei Grab-Laternen. Bis dahin konnte nicht einmal eine Kerze wettersicher an dem Grab entzündet werden! Sonst passierte in den etwa 90 Jahren seit Errichtung des allgemein als ,,Gruber-Grab‘‘ bezeichneten Schau-Grabes nichts, obwohl sich die wirtschaftlichen Verhältnisse seit den 30ern drastisch verbesserten.

VERGEBLICHE ANREGUNGEN FÜR DIE
VERBESSERUNG DES GRUBER-PLATZES

Aus der Kunstszene gab es gut gemeinte Vorschläge. In der 2. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, präsentierte ein Architekten-Team den Vorschlag, vor Grubers Wohnhaus (in dem sich heute das ,,Stille-Nacht‘‘-Museum befindet), einen Pavillion zu errichten, in dem das Leben Franz Xaver Grubers in Hallein dokumentiert werden sollte. Ein anderer Vorschlag regte die Aufstellung einer überlebensgroßen Statue Franz Xaver Grubers vor seinem Wohnhaus an. Im Rahmen der kürzlichen Neupflasterung des Gruber-Platzes war die Rede von einem Kunstobjekt, welches Grubers weltberühmte Komposition des Liedes ,,Stille Nacht‘‘, aber auch seine jahrzehntelange Tätigkeit in der Halleiner Stadtpfarrkirche würdigen sollte. Alle Vorschläge stießen bei den Verantwortlichen auf taube Ohren. So stehen wir noch immer vor dem geradezu rührend bescheidenen Gedenk-Grab aus dem vergangenen Jahrhundert, das sich auch noch den Vorwurf gefallen lassen muss, ein Lügen-Grab zu sein, da es ein reines Leer-Grab ist. Dennoch findet man hier die Aufschrift ,,Hier ruhet Franz Xaver Gruber…‘‘ Dessen tatsächliche Grabstätte ist unbekannt, sie dürfte sich aber in der Nähe des heutigen Leergrabes befinden.

MONSTRÖSE BRUTAL-STIEGE
ERSCHLÄGT GRUBERS GEDENK-GRAB

Noch ein letzter Kritikpunkt, der bei den Verantwortlichen in bewährter Weise auf taube Ohren stößt: In unmittelbarer Nähe des Schaugrabes führt vom Gruberplatz eine Treppe hinauf zur Ferchlstraße. Das Ganze ist eine perfekte Fehlkonstruktion. Die übermächtigen, geradezu martialischen Seitenmauern der Treppe wurden in völlig unpassendem, rötlichen Gestein errichtet. Das Ganze erinnert eher an eine mittelalterliche Festung als an ein Stiegengeländer. Dessen Konstruktion misslang indessen so nachhaltig, dass man gezwungen war, an der Innenseite ein eisernes Geländer zu montieren. Ein grandioser, peinlicher Schildbürgerstreich. Das alles erkennt man auf unserem 2. Foto oben und auch, dass die monströsen, funktionslosen seitlichen Stiegenmauern, Grubers Schaugrab völlig erschlagen. Daher gehören diese Brutal-Mauern endlich, endlich abgetragen und auf der zweiten Seite der Treppe gehört ebenfalls ein eisernes Geländer montiert. Damit verliert die Treppe ihren brutalen Charakter. Sie wäre deutlich zierlicher als heute und das kleine Erinnerungs-Grab Franz Xaver Grubers käme damit wesentlich besser zur Geltung als dies derzeit der Fall ist. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Angesichts der Bedrohungen durch die Corona-Krise, ist man für jede humorvolle Schandtat besonders dankbar. Wie in unserem Fall, als Unbekannte die Bronzefigur vor dem Halleiner Keltenmuseum mit einer Atemschutz-Maske ausrüsteten. (Dazu unser 1. Foto oben). Das Kunstwerk stammt bekanntlich vom angesehenen Gollinger Bildhauer-Altmeister Prof. Josef Zenzmaier. Der Künstler blickt auf ein umfangreiches Werk sowie auf zahlreiche offizielle Ehrungen und Auszeichnungen zurück. Die Bronzefigur ist noch immer der erste Beitrag zu einem geplanten Kunstwerke-Pfad durch die Halleiner Altstadt. Verschiedenste Künstlerinnen und Künstler sollten hier durch eine Arbeit vertreten sein – insgesamt ein besonders anspruchsvolles Vorhaben, um das Erscheinungsbild der Halleiner Altstadt auf niveauvolle Art und Weise aufzuwerten. Es blieb jedoch bisher beim ersten Kunstwerk. In Zeiten der Corona-Krise erscheint es geradezu frevelhaft, die Verantwortlichen daran zu erinnern, dass hier bereits seit Jahren ein dringender Handlungsbedarf besteht. Allen Hindernissen zum Trotz – der SALZSCHREIBER, dem alles am Herzen liegt, was für die Stadt Hallein von Vorteil ist, wird die säumigen Verantwortlichen nach Ende des Corona-Horrors wieder an dieses wichtige und erfreuliche Vorhaben erinnern. Abschließend noch eine wichtige Frage, die uns allen zu Herzen gehen muss: Warum trägt eigentlich das Haupt von Franz Xaver Gruber über dem Eingang zum Stille-Nacht-Museum (siehe 2. Foto oben) noch immer keine Atemschutz-Maske? – (Odo Stierschneider. Foto: OST).

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Jetzt, im ersten Coronavirus-Halbjahr, ist es natürlich einigermaßen sinnlos, zu welchem Thema auch immer, Vorschläge, Anregungen oder Ideen zu unterbreiten. Angesichts des rundum wuchernden Coronavirus-Horrors ist das Interesse für alles andere, ohne Bezug zum heißen Dauerthema Corona, in nahezu hoffnungslose Tiefen abgestürzt. Der SALZSCHREIBER versucht es trotzdem. Es geht um die Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel. Und da herrscht Hochspannung angesichts der Frage, die auch die fantastische und großartige Festspiel-Präsidentin derzeit nicht beantworten kann: Werden heuer, im Jahr ihres 100-jährigen Bestehens, die Salzburger Festspiele trotz Corona-Krise stattfinden? Werden dazu in Hallein die erforderlichen Akzente gesetzt? Nicht nur der SALZSCHREIBER ist optimistisch, auch die ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘. Trotz aller Unwägbarkeiten wurde von diesen, anlässlich des 100jährigen Bestehens der Salzburger Festspiele, vorsorglich das nachfolgende Ideen-Paket geschnürt.

FEST IN HALLEIN VOR BEGINN
DER FESTSPIELE AUF DER PERNERINSEL

Anlässlich des 100jährigen Bestehens der Salzburger Festspiele gilt es, nicht nur auf der Pernerinsel sondern auch in der Halleiner Altstadt (siehe Foto oben), Festspiel-Feeling zu verbreiten. Ein Fest künftig alljährlich im Vorfeld der Festspiele auf der Pernerinsel, könnte in der Altstadt auf die bevorstehende Festspiel-Saison einstimmen. Musikalische und theatralische Darbietungen, umrahmt von kulinarischen Angeboten, wären die Basis.

FESTSPIEL-FAHNEN
AUF DEN STADTPLÄTZEN

Ernst Kronreif hatte vor Jahren die glorreiche Idee, in Hallein Fahnen mit Großfotos von Halleiner Festspiel-Aufführungen zu hissen. Zur offiziellen Eröffnung dieses Fahnen-Ereignisses war auch Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler nach Hallein gekommen. Eine Wiederbelebung dieser Initiative auf Bayrhamerplatz, Kornsteinplatz und Schöndorferplatz wäre ein optisch wirksamer Beitrag für anspruchsvolles Festspiel-Feeling in der Altstadt.

ATTRAKTIVE GESTALTUNG
VON FESTSPIEL-SCHAUFENSTERN

Wenn die Corona-Krise rechtzeitig ihr Ende findet, dann haben die Halleiner Geschäfte noch vor Beginn der Festspiele auf der Pernerinsel wieder geöffnet.
Mit optisch wirksamen und anspruchsvollen Gestaltungs-Elementen, könnte in die Schaufenster der Halleiner Altstadt anspruchsvolle Festspiel-Atmosphäre einziehen.

KULINARISCHES BEISAMMENSEIN
MIT DEN FESTSPIEL-SCHAUSPIELERN

Kurz vor oder kurz nach Beginn der Festspielsaison auf der Pernerinsel, sollte wieder die während zahlreicher Jahre stattgefundene, festliche Bewirtung der Festspiel-Schauspieler stattfinden, so wie dies sehr erfolgreich Hohlwegwirt Ernst Kronreif und nach ihm Caroline Hubble in der Fußgängerzone praktizierten.

GESTALTUNGS-WETTBEWERB
FÜR DIE GROSSE FESTSPIELFASSADE

Die langgezogene Grau-in-Grau-Fassade des Festspielbereiches an der Alten Saline. Sie wartet nun schon seit fast 30 Jahren vergeblich auf eine attraktive, den Festspielen und der immer attraktiver werden Halleiner Altstadt entsprechende Gestaltung. Das 100jährige Bestehen der Salzburger Festspiele wäre der passende Anlass, um heuer, noch vor Beginn der Festspiele auf der Pernerinsel, durch den Halleiner Bürgermeister die Ergebnisse eines Gestaltungs-Wettbewerbes vorzulegen – als sinnvoller Beitrag der Stadt Hallein zum 100jährigen Bestand der Festspiele.

SCHAFFUNG
DES HALLEINER FESTSPIEL-PRESSEPREISES

Die Aufführungen der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel finden ein breites Echo in den Medien. Es müsste in Hallein eine Prominenten-Jury gebildet werden, die die verschiedenen Presse-Veröffentlichungen beurteilt und schließlich den besten Beitrag zum Sieger erklärt. Die gekürte Verfasserin bzw. der gekürte Verfasser müsste nach Hallein eingeladen werden, um im Halleiner Rathaus eine entsprechende Würdigung zu empfangen.

NUR EINIGE BÄUME
UM DEN GROSSEN PARKPLATZ OPTISCH ZU ENTSCHÄRFEN

Damit die entsetzliche Parkplatz-Blechlawine auf der Pernerinsel vor dem Festspiel-Bereich optisch etwas entschärft wird, sollten einige Bäume inmitten der Parkfläche gepflanzt werden. Wichtig: wenn sie genau auf der Trennlinie zwischen den Autoreihen gepflanzt werden, dann geht kein einziger Parkplatz verloren!

ABSCHIEDSGESCHENK
FÜR DIE FESTSPIEL-PRÄSIDENTIN

Die verdienstvolle Festspiel-Präsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler, unterstützte während ihrer Amtszeit immer wieder nachhaltig den Verbleib der Salzburger Festspiel auf der Halleiner Pernerinsel. Mit Ende des heurigen Jahres, beendet sie ihre Tätigkeit als Festspiel-Präsidentin. Ein großer Anlass, sowohl für die ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘ als auch für die Stadt Hallein, um sich mit einem passenden Abschiedsgeschenk einzufinden. – (Odo Stierschneider, Foto: OST)

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Das allmächtige Coronavirus macht’s möglich. Es ist noch völlig unklar, ob und wie sich die Salzburger Festspiele im kommenden Sommer anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens entfalten werden. Ob das große Jubiläum wie geplant gefeiert wird oder ob es eine reduzierte Version geben wird steht noch in den Sternen, wie Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler in einem ausführlichen Fernseh-Interview bekannt gab. Zuverlässige Angaben sind derzeit angesichts der großen Verunsicherung rund um das Coronavirus nicht möglich. Der SALZSCHREIBER ist natürlich optimistisch und so sollen die beiden geplanten Jubiläums-Stücke auf der Halleiner Pernerinsel nochmals in Erinnerung gebracht werden.

RICHARD III.
VON WILLIAM SHAKESPEARE
8 Vorstellungen vom 28. Juli bis 7. August 2020
Pernerinsel Hallein

Ausgerechnet unter der stabilen Herrschaft von Elisabeth I. wählt William Shakespeare um das Jahr 1592 eines der dunkelsten Kapitel der englischen Geschichte, die Rosenkriege der Jahre 1455 bis 1485, um damit sein Publikum mit dem Verfall einer Adelsgesellschaft und den skrupellosen Machtkämpfen der Familien York und Lancaster im Kampf um den englischen Thron zu konfrontieren.
Mit Richard III., dessen Herrschaft den Endpunkt der Rosenkriege darstellt, betritt eine der vielschichtigsten Figuren der Theaterliteratur die Bühne: kaltblütig, hemmungslos, sadistisch und gleichzeitig hellsichtig, witzig und verführerisch. Er versteht es, die Menschen zu manipulieren und sich selbst zu inszenieren. Zum ersten Mal steht diese charismatische Figur von William Shakespeare bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne. Lina Beckmann, die als Rose Bernd 2017 bei den Salzburger Festspielen bereits einen riesigen Erfolg feierte, wird die Titelrolle übernehmen. Inszeniert wird das Stück von Karin Henkel, der Regisseurin von Gerhart Hauptmanns Rose Bernd. In weiteren Rollen sind unter anderen Kristof Van Boven, Elsie de Brauw und Kate Strong zu sehen. Die Koproduktion mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg feiert am 28. Juli 2020 Premiere auf der Halleiner Pernerinsel.

MARIA STUART
VON FRIEDRICH SCHILLER
8 Vorstellungen vom 16. August bis 27. August 2020
Pernerinsel Hallein

Friedrich Schillers Maria Stuart wurde in der 100-jährigen Geschichte der Salzburger Festspiele noch nie zuvor inszeniert, aber wie William Shakespeare war Friedrich Schiller ein zentraler Autor des Festspiel-Gründers Max Reinhardt. Maria Stuart ist ein Politthriller, eine historische Überhöhung, eine leidenschaftlich geführte Auseinandersetzung mit jenen Fragen, die Schiller sein Leben lang umtrieben: Was ist die Freiheit des Einzelnen? Was ist politische Macht und wo endet sie? Was ist Gerechtigkeit? Wie wird Recht gefertigt? In der Regie von Burgtheater-Direktor Martin Kusej kommt es nun zur ersten Inszenierung von Schillers Spätwerk in der Festspielgeschichte mit den Schauspielerinnen Bibiana Beglau als Elisabeth und Birgit Minichmayr als Maria Stuart. An deren Seite spielen Itay Tiran als Robert Dudley, Graf von Leicester; Oliver Nägele in der Rolle von Georg Talbot, Graf von Shrewsbury; Norman Hacker als Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh; und Franz Pätzold in der Rolle des Mortimer. Die Neuinszenierung ist eine Koproduktion mit dem Burgtheater Wien, die Premiere und findet am 16. August 2020 auf der Pernerinsel in Hallein statt. – (Odo Stierschneider, Foto: Man Ray).

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Die erste Ausstellung des Tennengauer Kunstkreises im Jahr 2020, widmet sich den grafischen Positionen der beiden Künstler Bernhard Lochmann und Stefan Kreiger. In der Ausstellung „Pictocluster“ werden vor allem Arbeiten aus den Bereichen Zeichnung und Collage gezeigt. Ausdrucksweisen, in denen beide Künstler in den vergangenen Jahren intensiv tätig waren, zu eigenen Formensprachen gefunden haben und die hier als Schnittstellen fungieren in der Zusammenstellung als szenischer Dialog. Die Künstler bedienen sich an den herkömmlichen wie auch absurden „Bildausstoßungen“ unserer Mediengesellschaft und werden bei verschiedenen Quellen fündig. Begleitet von der Erzählung, der Verdichtung und einem generell sehr spielerischen Zugang zeigen sich hier mehr Gemeinsamkeiten als auf den ersten Blick zu sehen sind. Die Lust, mit der hier dokumentiert, umgeformt, rekombiniert, hinterfragt, neu generiert und persifliert wird, ist ansteckend.

 

BERNHARD LOCHMANN, gebürtiger Tiroler, studierte an der Universität Mozarteum Grafik, an der er heute lehrt. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Zeichnung, Malerei und Druckgrafik. Im kunstraum pro arte zeigt Lochmann ältere und ganz neue Arbeiten – darunter Zeichnungen, die im Rahmen seines Stipendiums des Landes Salzburg in Lemberg/Ukraine im Herbst 2019 entstanden sind sowie großformatige Collagen auf Leinwand und dreidimensionale Buchobjekte. In seinen dokumentarischen Zeichnungen ist Lochmann Beobachter und Kommentator gesellschaftlicher Entwicklungen. In seinen Collagen und assoziativen Zeichnungen arbeitet er intuitiv und spontan. Im Zeichenfluss entwickeln formale Zusammenhänge ihr Eigenleben und Erzählfäden entspinnen sich über die Leinwand. Es ist der Rhythmus des Zeichnens selbst, der seine Formen und Figuren erschafft. Dabei geht es dem Künstler nicht um eindeutige Botschaften, sondern vielmehr um intuitive Landschaften, die Innen- und Außenwelt zu mehrdeutigen Erzählungen verflechten. (Dazu unser 1. Werkfoto oben).

 

STEFAN KREIGER, geboren in Salzburg, studierte Kunstpädagogik und Malerei an der Universität Mozarteum und ist heute freischaffender Künstler. In seinen Arbeiten beschäftigt sich Kreiger mit der bildzentrierten Medienwelt, die unser Unterbewusstes und Imaginäres bevölkert und strukturiert. Mit Humor und Witz greift er gesellschaftliche Themen auf, wie bspw. die kapitalistische Bilderwelt aus Werbung und Massenmedien oder die pop-kulturelle Heldenverehrung und hinterfragt kritisch Machtverhältnisse wie bspw. gängige Geschlechterrollen. Dabei schafft Kreiger poetische Bildwelten, die oftmals eine Irritation der Sehgewohnheiten anstreben und eine Einladung in eigensinnige und mehrdeutige Wunderwelten darstellen. Die Technik der Collage ist Herzstück seiner künstlerischen Arbeitsweise – selbst im Zeichnen ist ein collagierender Zugang unübersehbar: Zitate aus Bild- und Sprachwelt fügen sich zu mehrdeutigen Kompositionen zusammen. Für den kunstraum pro arte hat Stefan Kreiger sowohl neue Arbeiten produziert als auch eine Auswahl aus bestehenden Serien von Collagen, Zeichnungen und Ready-Made-Objekte zusammengestellt. (Dazu unser 2. Werkfoto oben).

 

Die gemeinsame Ausstellung von Bernhard Lochmann und Stefan Kreiger entstand auf Initiative von Leonhard Besl vom Tennengauer Kunstkreis und Martin Gredler, Leiter der Grafischen Werkstatt im Traklhaus. Martin Gredler, sieht trotz der sehr unterschiedlichen Bildwelten, Ähnlichkeiten in der Arbeitsweise der beiden Künstler - insbesondere in ihrer Obsession und bisweilen Akribie dem Zeichenstift gegenüber: „Der abenteuerliche Alltag des Zeichners, vom Dokumentieren über das Erfinden, vom Verfremden bis zum Ausführen, vom Analysieren bis zum Fabulieren entwirft im Ausstellungskonzept ein Spektrum der Möglichkeiten. Die Linie taucht als sinnliches Element der Verführung ebenso auf, wie als kühles Medium der Prognose. Kreiger und Lochmann arbeiten an einer umfangreichen Reise durch das Medium Zeichnung und ihrer Erlebniswelten - ein spannender Versuch, die Ausstellung als zeichnerischen Raum zu verstehen.“ – Die Eröffnung der Ausstellung findet am Donnerstag, 20. Februar 2020, um 19:30 Uhr statt. Zur Ausstellung spricht Tina Teufel, Kuratorin am Museum der Moderne Salzburg. Dauer der Ausstellung: 21. Februar bis 28. März 2020. Finissage am Samstag, 28. März, um 11 Uhr wird bei freiem Eintritt ein Künstlergespräch mit Stefan Kreiger und Bernhard Lochmann geboten. – (Presse-Aussendung des TKK).

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Derart markante und herausragende Ereignisse, wie das 50jährige Bestands-Jubiläum des Halleiner Keltenmuseums am 17. Oktober 2020,  werfen natürlich ihre Schatten voraus. So befasste sich der Vorstand des Museumsvereins ,,Celtic Heritage – Freunde des Keltenmuseums Hallein‘‘ bereits im Rahmen seiner ersten Sitzung des Jahres 2020 am 13. Jänner, mit dem stolzen Museums-Jubiläum. Die Öffentlichkeit wird über den detaillierten Ablauf und die genauen Daten des großen Ereignisses, nach der Presse-Konferenz am 6. Mai 2020 umfassend durch die Medien informiert. Der Leiter des Keltenmuseums, Florian Knopp, informierte den Vereinsvorstand von ,,Celtic Heritage – Freunde des Keltenmuseums‘‘ jedoch bereits über fünf Schwerpunkt-Wochenenden des Jubiläumsjahres.
 

Von Freitag, 12. Juni bis Sonntag, 14. Juni 2020, dreht sich alles um die Ressource Holz, dem als Baumaterial, als Werkstoff zur Herstellung von Gebrauchs-Gegenständen und als Material für künstlerische Betätigung schon zur Keltenzeit eine dominierende Rolle zukam. Das Wochenende Freitag, 10. Juli bis Sonntag 12. Juli 2020, steht ganz im Zeichen eines bunten Folk-Music-Festivals. Mehrere Veranstaltungen werden nicht nur im Keltenmuseum, sondern auch im Ziegelstadl und im Stadtkrug-Freisitz geboten. Am Samstag, 5. September 2020, steht alles im Zeichen der Highland-Games. Der Samstag, 19. September und Sonntag, 20. September 2020, sind auf das Thema Körperspuren ausgerichtet. Es werden hochkarätige Vorträge mit drei Tattoo-Künstlern aus England und Schottland geboten, die im Vorfeld und vor Ort von Interessierten auch gebucht werden können.

Der krönende Abschluss der Veranstaltungsreihe findet natürlich am Jubliäums-Wochenende Samstag, 16. Oktober und Sonntag, 17. Oktober (Gründungsdatum!) 2020 statt. Angesagt ist ein großes, öffentlich zugängliches Fest-Kolloquium, welches bereits am Samstag beginnt und am Sonntag auch eine Exkursion (Fahrt mit mehreren Bussen) bieten wird. Neben den hier angeführten Veranstaltungs-Wochenenden werden im Jubiläumsjahr des Keltenmuseums natürlich noch zahlreiche weitere Ereignisse geboten. Der SALZSCHREIBER wird darüber, spätestens nach der Pressekonferenz am 6. Mai 2020, noch ausführlich berichten und veröffentlicht zeitgerecht auch detaillierte Informationen zu den vorhin nur kurz dargestellten fünf Veranstaltungs-Wochenenden. Abschließend seien noch die Mitglieder des Vereinsvorstandes von ,,Celtic Heritage – Freunde des Keltenmuseums‘‘ angeführt: Bruno Ölsböck, Präsident; Eveline Sampl-Schiestl, 1. Vize-Präsidentin; Odo Stierschneider, 2. Vize-Präsident; Benjamin Huber, Schriftführer; Elisabeth Deisl, Kassierin; Harald Deisl, Schriftführer-Stellvertreter. – (Harald Deisl, Odo Stierschneider. Foto: OST).

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Premiere in der Halleiner Typografie-Szene. Zum ersten Mal schweben drei Wordclouds (Wortwolken) zu uns herein, um drei fundamentale Fragen zur Stadt Hallein zu thematisieren. Um eine Wortwolke zu einem bestimmten Thema typografisch zu gestalten, ist eine Vielzahl an passenden Ausdrücken, Begriffen und Wörtern erforderlich, die sich jeweils auf das eng begrenzte Wolken-Thema beziehen. Nun kann der SALZSCHREIBER als Hallein-Premiere drei Wordclouds zu einem fundamental wichtigen Themenkreis der Stadt Hallein präsentieren, welcher durch drei immer wieder aktuelle Fragen zum Ausdruck gebracht wird: Was gefällt Dir an Hallein? Was stört Dich an Hallein? Wovon träumt Hallein? Spätestens jetzt wird auch klar, in welchem Zusammenhang die drei auf Hallein bezogenen Wortwolken stehen. Sie wurden im Rahmen des Festivals frei_stadt_hallein geschaffen und von Leila Huber bei der Abschluss-Besprechung des Festivals im Kulturverein SUDHAUS präsentiert. Einen Bericht über das Festival frei_stadt_hallein finden Sie gleich unten anschließend hier im Ressort KULTUR. – (Odo Stierschneider. Wordclouds: Leila Huber).

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Im Büro des Halleiner Kulturvereines SUDHAUS hallein.kultur, präsentierte Laila Huber ein mit informativen Fotos versehenes, 19 Seiten umfassendes Schriftwerk, über die Mitte September 2019 in Hallein veranstaltete werk_stadt zum Thema frei_stadt_hallein. Die Konzeptidee zu dieser für die Stadt Hallein wertvollen Initiative, ist dem erfreulichen Zusammenwirken von Kuratorin Nikola Schellmann und Simone Seymer, Obfrau es Kulturvereines SUDHAUS hallein.kultur, zu danken. Die werk_stadt bot im Rahmen des Festivals frei_stadt_hallein die Möglichkeit, sich über das Leben in der Stadt Hallein Gedanken zu machen und die eigene Meinung sowie den eigenen Blick auf die Stadt, mit anderen zu teilen und ins Gespräch zu kommen.

Die werk_stadt wurde gemeinsam von SUDHAUS hallein.kultur und kunstraum pro arte als Format partizipativer Forschung erprobt, mit dem Ziel, längerfristig in Hallein Pop-up-Forschungs-Werkstätten zu initiieren, um den Dialog der Bewohner/innen über ihr Lebensumfeld als Ausgangspunkt für Prozesse der kulturellen Mitgestaltung zu nutzen. Das gemeinsame Erforschen des Lebens-Umfeldes sowie der Möglichkeiten der Mitgestaltung ist Teil einer partizipativen Kulturarbeit, die nachhaltige Prozesse kultureller Teilhabe initiieren will. Die gesammelten Daten werden (anonymisiert) in die Weiter-Entwicklung der werk_stadt Eingang finden. An verschiedenen Stationen waren die Besucher/innen eingeladen, subjektive Karten ihrer Stadt Hallein zu zeichnen, über Freiheit und Raum nachzudenken, transkulturelle Stadt-Erfahrungen sichtbar zu machen und über ihre Stadt-Wahrnehmung ins Gespräch zu kommen.
 

Anschließend folgen nun, aneinander gereiht, die bemerkenswerten und aufschlussreichen, spontan erfolgten Antworten auf insgesamt drei grundlegend wichtige Fragen, betreffend die Stadt Hallein. Sie wurden im Rahmen des Festivals frei_stadt_hallein beantwortet (siehe dazu die drei oben stehenden Fotos) und sind von hohem Informationswert für die Halleiner Stadtpolitik, für den Tourismusverband sowie für alle, die in Hallein etwas bewegen wollen und denen die Stadt Hallein am Herzen liegt.

 

1. WAS GEFÄLLT DIR AN HALLEIN?

Offene Menschen – Das altmodische Flair, in dem viele unterschiedliche Menschen verweilen und durch die Straßen ziehen. Der Kontrast macht das Flair aus: alt, modernder Geruch, junges, dynamisches Publikum. Kunst, Lifestyle, Natur… – Der Stadtpark – Das leckere Eis in Hallein ist schön! – Ich finde die zwei Eis-Geschäfte super! – Mein Zuhause – Vielfalt, mediterranes Flair – Die Kirchen sind schön und die Pfarre ist lebendig und offen. Ich bin auch in dieser Pfarrgemeinde daheim! – Das Freibad – Tolle Feste! – Die vielen alten Gebäude – Sauberkeit toll!!! Und luxuriös ausgebaute, schöne Alt-Geschäfte – Das Kino – Die Barmsteine, schöne alte Häuser, verwinkelte Gassen, Bahnhof, Bücherei! – Ich finde das Eis super! – Dass Hallein altmodisch und irgendwie modern ist  – Die wunderschöne Altstadt samt mittelalterlichen Gassen und großzügigen Plätzen.  – Die Fußgängerzone! – Die verkehrsberuhigte Zone – Das Kino – Die Blumen – Die Freundlichkeit eines Tennis-Lehrers und eines Fahrrad-Mechanikers – Die kleinen Gassen, die Cafés, das Reha Optima, die Jugendlichen, die mir begegnen und grüßen! – Das traditionell rege Kulturleben (von Kulturforum bis Sudhaus) die Kunstsinnigkeit auf Kunst-

geschichtsträchtigem Boden – Verwinkelte Gassen, Döner – Die Leute, die Halleiner, das Sudhaus, Plan B – Die Halleiner Altstadt, das Stadtkino, das Salz-Café, Döner-Laden – Die Bewohner (so entspannt…!!) – Kinder-Fußballclub – Das Eis – Der kleine Bach in der Stadt (Anmkg. d. SALZSCHREIBER: Wann wird die Stadt Hallein endlich ihren Kotbach in Salzbach umbenennen?) – Freibad. – Eisdielen – Gebäude die unter Denkmalschutz stehen – Es gibt hier mehr strahlende Gesichter und leuchtende Augen – In Hallein kann man Stadtarchitektur noch erleben, ohne Touristenmassen, tolle Geschäftsräume bewundern und eine behutsame Restaurierung gewachsener Strukturen wertschätzen. – Claudia (Crazy Lifestyle) und ihr kunterbuntes Lädchen – Der Forstgarten.


2. WAS STÖRT DICH IN HALLEIN?

Mich stört, dass am Bayrhamer-Platz die schönen Kastanienbäume weg sind! –

Die Menschen mit Kopftuch sollen sich besser integrieren – Tennisplätze vernichtet (2 Stück) für KFZ-Parkplätze: schade (Jetzt kommt Tennis zurück) – Islamophobie, Antimuslimischer Rassismus STOP IT! – Zu wenig Kanthölzer für Rollstuhl-Fahrer*innen – Der viele Schmutz! – Es gibt wenige Geschäfte – Die Wohnungen sind teuer! – Zu viele Leute im Stadtpark – Zu wenig Gasthäuser – Es gibt keinen Freizeitpark – Es gibt keine Konzerte – Es sollte mehr für die jungen Erwachsenen angeboten werden! – Mehr Bankerl und Bäume in der Altstadt wären schön! – Die

Autodurchfahrt in der Altstadt – Dass immer mehr individuelle Geschäfte mit tollen Sachen (Alfaré) schließen – Es gibt kein Einkaufscenter – Keine Imbissbuden –

Zu viele Events im Sommer in der Altstadt (Bin Altstadt-Bewohner!) – A bissal stad is es – Wir brauchen mehr Veranstaltungen in der Altstadt – Der Bürgermeister sollte im Rollstuhl durch Hallein fahren und sehen, was nicht zugänglich ist – Zu viele Tauben! – Die nicht strahlenden Gesichter und die nicht leuchtenden Augen – Fehlende Bäume, fehlende Bänke (!) in der Innenstadt. – Dass zu viele Hunde alles anpissen! – Kein Lebensmittelgeschäft in der Altstadt! (Anmkg. d. SALZSCHREIBER: Inzwischen hat die schöne ,,Greißlerei‘‘ in der Fußgängerzone neben der Café-Konditorei Braun eröffnet).  – Viele leerstehende Geschäftslokale – Gestank und Feinstaub von uralten defekten Heizungen in der Altstadt! Laubbläser!! – Mehr Pipistationen – Zu wenig Sitzmöglichkeiten – Ein Calisthenics Stangenpark ist längst fällig! – Mehr für die Jugend! – Zu wenig Pikantes!

 

3. WOVON TRÄUMT HALLEIN?

Tanzcafé – Zentrum für Begegnungen – Spiele – Skate Park – Europark –  Fitnesscenter – Freie Geschäftsflächen als Atelier nutzen – Ein Salzachufer zum Verweilen und Flanieren – Erhalt von tollen Geschäften, aber es sollen sich z. B. auch Schuster hier niederlassen – Ein Milchshake-Geschäft – Trampolin – Ein Süßigkeiten-Geschäft – Noch ein Spielplatz – Ein Shoppingcenter – Ein Café – Bessere Lehrstellen – Von strahlenden Gesichtern und leuchtenden Augen – Kunst und Kultur erhalten und weiterführen – Ein Tag im Jahr an dem eine Reinigungsaktion durchgeführt wird – Entspannungs-Raum mit vielen Pflanzen und Pool – Eine Spielhalle … Game Center, Videospielhalle – Ein zweites größeres Freibad – Eislaufbahn – Freizeitpark – Ein zweites Kino – Skate Park – Tret-Gokart-Strecke – Spielhaus – Popcornladen – Kartoffelstand – Schlittenbahn in der Fußgängerzone – Haus der Natur in Hallein – Großes Sportzentrum – Trampolinhalle.

Der Halleiner Poet Peter Kronreif brachte unter dem Titel ,,Was ich in meinem Städtchen wirklich vermisse‘‘ großzügig auf einem Din-A3-Blatt seine scharfsinnigen, scharfzüngigen, scharfwitzigen und scharfbrennenden Gedanken zu Papier. Wir zitieren: Giraffen im Park – Tänzer im Altenheim – Katzen im Schulhaus – Papagei im Gastgarten – Schampus im Stadtbrunnen – Schifferl im Fluss – Esprit im Café – Taubenschiss am Amtskappel – Applaus für Clowns – Ein Papamobil für die Lahmen – Baumhäuser für Verliebte – Sonne für alle – Sex im Pfarrhof – Leviten zum Lesen – Einen Freund zum Reden – Und eine Freundin zum … – Grätzelfest zum Feiern.

Man erkennt, der Stadt Hallein eröffnet sich eine ganze Reihe von spannenden Projekten und vielversprechenden Chancen für eine strahlende Zukunft… Der SALZSCHREIBER gratuliert abschließend den beiden rührigen, ideenreichen und engagierten Kultur-Ladies Obfrau Simone Seymer, Kuratorin Nikola Schellmann und Laila Huber zu ihrem intensiven und erfolgreichen werk_stadt-Engagement zugunsten der Stadt Hallein. Das 19 Seiten starke, illustrierte Schriftwerk über die werk_stadt zum Thema frei_stadt_hallein, müsste der Stadt Hallein unbedingt erhalten bleiben – vielleicht durch eine Überreichung an Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock. – (Laila Huber, Simone Seymer, Odo Stierschneider. Fotos: werk_stadt).

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Elementares aus dem Kulturbereich der Stadt Hallein steht bevor, denn jetzt geht es um die grundlegende Neu-Orientierung des Kulturvereines ,,Sudhaus hallein.kultur‘‘. Da gilt es eine ganze Reihe entscheidender Fakten zu klären, wie die aktive und engagierte Obfrau Simone Seymer des Kulturvereines betont. Der bisherige Kulturverein ,,Sudhaus hallein.kultur‘‘ wird auf eine vollkommen neue Basis gestellt. Mit Strukturen, die sowohl inhaltliche Neuerungen darstellen als auch die Weiterführung bewährter Elemente gewährleisten. Die Veränderungen werden auch zu einem neuen Vereinsnamen führen. Der Mietvertrag für die Räumlichkeiten am Oberen Markt läuft heuer aus, die endgültige Entscheidung für den neuen Standort muss in wenigen Monaten fallen. Um den sich anbahnenden Wandel auch nach außen hin sichtbar zu machen, wurden am Montag, 27. Jänner 2020, die Glasfenster des Sudhaus-Vereinsraumes mit Zeitungspapier zugeklebt. Unsere beiden oben stehenden Fotos, zeigen Obfrau Simone Seymer im symbolträchtigen Arbeitseinsatz. 2020 wird also ein spannendes, aufregendes und entscheidendes Jahr – auch für die Kulturstadt Hallein.

Der Kulturverein ,,Sudhaus hallein.kultur‘‘ entfaltete seit seiner Gründung im Jahr 2015 wertvolle Initiativen, um die Stadt Hallein unter Mitwirkung von aktiven Gruppierungen aus der städtischen Kultur-Szene, mit wichtigen Kultur-Ereignissen zu bereichern. Als Anlaufstelle für Kunst und Kultur in Stadt und Bezirk Hallein, war die Sichtbarmachung der regionalen Kunst- und Kultur-Schaffenden eine besonders herausragende Aufgabe. Dabei erfuhren die Halleiner erstmals, dass in ihrer Stadt über 30 (!) heimische Kultur-Institutionen ihre wichtigen Aktivitäten entfalten. Im vergangenen Jahr feierte, als besondere Attraktion im September, das Festival ,,frei–stadt–hallein‘‘ mit Kuratorin Nikola Schellmann seine  Premiere – mit zeitgenössischen Performances, Installationen, Führungen, einem Konzert und einem Rahmenprogramm zum Mitmachen für Kinder und Erwachsene an ungewohnten Orten der Altstadt. In Zukunft soll ,,frei–stadt–hallein‘‘ biennal unter jeweils verschiedenen Kurator*innen und mit anderen Themen stattfinden. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST.)

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Die Salzburger Festspiele feiern im Sommer 2020 ihr 100jähriges Bestehen. Seit immerhin 28 Jahren sind die Salzburger Festspiele auch auf der Halleiner Perner-Insel präsent – hier fand am 20. August 1992 die erste Festspiel-Aufführung mit Andrei Serbans unvergessener ,,Antiken-Trilogie‘‘ statt. Das Jubiläumsjahr ,,100 Jahre Salzburger Festspiele‘‘ startete mit der ersten Festlichkeit 21 Tage nach Beginn des Jahres 2020. Im Salzburger Festspielhaus wurden die Sonder-Silbermünze und die Sonder-Briefmarke, zwei kleine Kunstwerke, zum großen Festspiel-Jubiläum präsentiert. Eine Violine und Masken als Symbol für die Musik und die darstellenden Künste, zieren die Sonder-Silbermünze und die Sonder-Briefmarke. Eine stilisierte Friedenstaube unterstreicht den Charakter der Festspiele als Friedensprojekt und rundet den Grafikentwurf aus der Feder von Helmut Andexlinger ab. Münze und Marke wurden von Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler, von Generaldirektor Gerhard Starsich von der Münze Österreich AG und von Stefan Nemeth, Leiter des Produkt-Managemente und der E-Business-Filialen der Österreichischen Post AG, feierlich präsentiert.

 

„Die Salzburger Festspiele freuen sich, dass zwei große österreichische Institutionen, die Münze Österreich und die Post, mit Fantasie und Freude die Jubiläums-Objekte gestaltet haben. Die Jubiläums-Silbermünze und die Jubiläums-Sonderbriefmarke haben einen großen Erinnerungswert und wie wir hören, ist das Kaufinteresse enorm“, betonte dazu Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler. „Die Salzburger Festspiele sind Leuchttürme der Innovation, aber auch der Selbstreflexion, ganz nach dem Gedanken der Gründungsväter und es war uns ein besonderes Anliegen, den Festspielen mit einer innovativen Jubiläums-Münze unsere Aufwartung zu machen“, erklärte Generaldirektor Gerhard Starsich. „Seit 100 Jahren sind die Salzburger Festspiele der kulturelle Höhepunkt des Sommers in Österreich und in Bezug auf die internationale Resonanz auch in der ganzen Welt. die Salzburger Festspiele. Die Österreichische Post freut sich mit einer eigenen Sondermarke zu diesem Jubiläum gratulieren zu dürfen“, unterstrich Stefan Nemeth, Leitung Produkt-Management und E-Business-Filialen der Österreichische Post AG. 

 

Die Jubiläums-Sondermarke, die die Post mit einem Nennwert von je 2,70 Euro und einer Auflage von 180.000 Stück ausgibt, ist erhältlich in allen Filialen, im Online-Shop auf www.post.at/onlineshop  sowie beim Sammlerservice der Österreichischen Post (Telefon: +43 577 67 – 95095; E-Mail: sammler-service@post.at). – Die Wertseite der Jubiläums-Sondermünze zeichnet sich durch einen konkav gewölbten Rand aus, der mit einer strahlenförmigen Struktur versehen ist. Im Innenteil sind zwei Masken zu sehen, sie repräsentieren die beiden Grundformen des Dramas:  Die Maske auf der linken Seite ist stark stilisiert und spiegelt die Tragödie wider. Die Maske auf der rechten Seite verkörpert die Komödie. Die andere Seite der Münze setzt sich aus einem konvex gewölbten Rand und einem plan angelegten Innenteil zusammen. Manche Stellen sind mit roter Farbe bedruckt. Zu sehen sind stilisierte Masken, der Ausschnitt einer Violine sowie am rechten Münzrand eine Friedenstaube mit einem Olivenzweig im Schnabel. Die Silber-Jubiläumsmünze „100 Jahre Salzburger Festspiele“ mit einem Nominalwert von 20 Euro weist einen Silbergehalt von 2/3 Unze (20,74g) auf. Es gibt sie gibt es ausschließlich in der Prägequalität Polierte Platte/Proof. Die Jubiläums-Münze ist in Geldinstituten, Postfilialen, Filialen des Dorotheums, im Musikverein und bei der Münze Österreich AG erhältlich. Die Münze gilt als Zahlungsmittel in Österreich.

In 100 Jahren, im Jahr 2120, wird es zum 200jährigen Jubiläum der ,,Begeisterungs-Gemeinschaft Salzburger Festspiele‘‘ (Zitat von Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler), wieder eine Jubiläums-Münze und eine Jubiläums-Briefmarke geben, versicherten die zuständigen Persönlichkeiten bei der Festlichkeit im Festspielhaus. Da haben sie aber wohl darauf vergessen, dass es dazwischen auch das 125. Bestandsjahr, das 150. Bestandsjahr und das 175. Bestandsjahr der Salzburger Festspiele mit Jubiläums-Münzen und Jubiläums-Briefmarken zu feiern gilt. – Das oben stehende Foto zeigt Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler mit Generaldirektor Gerhard Starsich (links) von der Münze Österreich AG und mit Stefan Nemeth (rechts), Produkt-Management der Österreichischen Post AG. – (Presse-Aussendung der Salzburger Festspiele mit Foto. Ergänzungen: Odo Stierschneider).

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In der Halleiner Altstadt, an der Gebäude-Ecke Postgasse-Ruprechtgasse, tut sich offensichtlich ein erfreuliches, wichtiges, auf die Kunst gerichtetes Wunder auf. Die bisher unfreundlich und deprimierend zugeklebte, achteinhalb Meter lange Schaufenster-Front entlang der Ruprechtgasse, gibt plötzlich den Blick frei. So entstand eine großzügige, aus 5 Segmenten bestehende Schaufenster-Landschaft, hinter der sich durchgehend eine großzügige Fläche, knapp 1,5 Meter tief, und eine enorme durchgehende Rückwand, den Blicken öffnen. Eine Präsentations-Fläche, die in Hallein ohne Beispiel dasteht. Und das erfreulich-Sensationelle oder das sensationell-Erfreuliche daran: Diese grandiose Ausstellungs-Fläche ist künftig der Kunst gewidmet! Deshalb danken wir an dieser Stelle ausdrücklich dem verständnisvollen Auslagen-Vermieter, der erst durch seine Preisgestaltung dieses Wunder für Hallein ermöglichte.

HIER SOLLEN NOCH HEUER INSGESAMT
VIER KUNST-AUSSTELLUNGEN STATTFINDEN

Dieser erlesenen Schaufenster-Front, die, noch dazu vor Wetter geschützt, in einem Arkadengang verläuft, kommt auch aus Sicht der Kulturstadt Hallein, eine besonders herausragende Bedeutung zu. Hier sollen, so die beiden großartigen Initiatoren und Künstler Christian Zwerschina und Daniel Wind, künftig Kunstwerke aus den Bereichen Malerei und Fotografie gezeigt werden, wobei die großvolumige Ausstellungsfläche natürlich auch für Reliefs und Plastiken hervorragend geeignet wäre. Eine Initiative, die, bei geschickter Handhabung, diese überdachte Schaufenster-Landschaft, zu einem attraktiven, anspruchsvollen Anziehungspunkt für alle Kunst-Interessierten machen könnte.

DIE ERSTE AUSSTELLUNG IST DEM
KÜNSTLER DEJAN DUKIC GEWIDMET

Im laufenden Jahr 2020  sind hier insgesamt vier Ausstellungen unter dem erfreulich selbstbewussten Motto ,,Maybe the greatest Artspace in Austria‘‘ geplant. Die erste Ausstellung wird seit 18. Jänner 2020 gezeigt und läuft noch bis 5. April 2020. Sie ist dem Künstler Dejan Dukic (siehe 1. Foto oben) gewidmet, der zu einer sehr persönlichen künstlerischen Ausdrucksform gefunden hat: Er malt nicht auf Leinwand sondern presst von der Rückseite aus die Farbe durch die Leinwand, wodurch ein farblich und formal attraktives Relief aufgebaut wird – jedes davon ein Unikat. Es handelt sich um reizvolle Klein-Kunstwerke etwa im Format 20 x 25 Zentimeter (siehe 2. bis 6. Foto oben).

VIER WINZIGE KUNSTOBJEKTE TOTAL VERLOREN
IN DIESER GROSSVOLUMIGEN SCHAUFENSTER-FRONT

Freilich, jeder Anfang ist schwierig und riskant. Das Handling dieser eindrucksvollen Ausstellungs-Fläche will eben gelernt sein. Denn derzeit ist auf den ersten Blick diese ideale Präsentations-Möglichkeit – – vollkommen leer (siehe 7. und 8. Foto oben). Ganze vier, wir wiederholen: ganze vier der kleinformatigen Farbrelief-Objekte von Dejan Dukic, wurden auf der enorm großen Rückwand der gesamten  Auslagenfront angebracht. Sie wirken in der umgebenden, großvolumigen Leere völlig verloren und deplatziert, sie sind im Detail schwer zu erkennen und werden daher von kaum einem der vorbeikommenden Passanten wahrgenommen. Konkret: Am frequenzstarken Freitag, 24. Jänner 2020, legte sich DER SALZSCHREIBER auf die Lauer. Zwischen 10 und 10,30 Uhr passierten insgesamt 212 Personen Halleins künftige Kunst-Auslagenpassage. 184 Passanten gingen unbeeindruckt  ihres Weges und nur 28, also etwa 15 Prozent (!) schenkten den vergleichsweise winzigen 4 Ausstellungs-Objekten in der riesigen Leere (ohne jeden Begleittext!), erkennbar ratlos, kurz ihre Aufmerksamkeit. Dazu kommt, dass der Blick jedes Passanten, der von der Raiffeisenbank kommend, zum Kornsteinplatz geht, zuerst seitlich in die großzügige Schaufenster-Passage fällt. Sie wirkt aus dieser Perspektive vollkommen leer. Erschreckend leer. Deprimierend leer.

DIESER GROSSVOLUMIGE AUSLAGENRAUM
MUSS PROFESSIONELL GESTALTET WERDEN

Bei jedem Wettbewerb bezüglich wirkungsloser, nichtexistenter Auslagen-Gestaltung, ginge derzeit diese Auslagenfront als souveräner, unangefochtener Sieger hervor. Die vier kleinen Kunstwerke gehen in der Weite des zur Verfügung stehenden Ausstellungs-Raumes, hoffnungslos, auf geradezu absurde Art und Weise, verloren. Das Ganze ist schlicht und einfach lächerlich. Die Kunstobjekte gehören in der Mitte der Ausstellungsfläche konzentriert, am besten um 2 Objekte erweitert, so dass man die nun 6 kleinen Kostbarkeiten etwa als ins Auge fallendes Dreieck oder Sechseck anordnen könnte. Dazu gehört ein großes Foto des Künstlers. Dies hätte alles in der mittleren der fünf Auslagen Platz. In den jeweils beiden Auslagen links und rechts müssten Großfotos von den kleinen Kunstwerken die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Ebenso sollten Fotos den Künstler bei seiner Arbeit an den gezeigten Kunstwerken darstellen. Unbedingt gehört dazu eine informative, schriftliche Information. Einen gut gemeinten Ansatz dazu gibt es bereits, freilich in völlig ungenügender Form. An der einsehbaren schmalen Stirnseite des Auslagen-Komplexes am Beginn von Postgasse bzw. Ruprechtgasse, findet der ratlos Suchende den Namen des Künstlers, den (wenig hilfreichen) Ausstellungstitel ,,Reset 2.0‘‘ und – einen QR-Code! Wer das ernst nimmt und gerätemäßig passend hochgerüstet ist, gelangt so zu einer Website und schließlich zum Webshop, wo man eines (oder auch mehrere) der Kunstwerke erwerben kann.

DIE GEGENWÄRTIGE NICHT-PRÄSENTATION
IST SCHLICHT UND EINFACH UNZUMUTBAR

Die einzigartige Chance, in bester Halleiner Stadtlage eine grandiose 5-teilige Auslagenfront, im Interesse der Kunst gestalten zu können, wurde vorerst lässig und leichtfertig vertan. Auslagen sind dazu da, um mit einem reichhaltigen und vielfältigen  Angebot das Interesse möglichst vieler Käufer zu wecken. Umso unfassbarer steht man vor der 8,5 Meter langen Auslagenreihe, in der die vier kleinen, kaum erkennbaren  Kunstwerke offenbar völlig konzeptlos, lieblos und planlos angebracht wurden und den Eindruck erwecken, dass diese Auslagenfläche gerade in Arbeit ist und erst noch gestaltet werden muss. Eine derart lächerliche, armselige, erbarmungswürdige, nicht existente ,,Ausstellungs-Gestaltung‘‘ an so prominenter Stelle, sie schadet dem Künstler ebenso wie der Kulturstadt Hallein. Sie ist schlicht und einfach völlig misslungen und absolut unzumutbar. DER SALZSCHREIBER wird über jede positive Veränderung gerne und ausführlich berichten. (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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10 Vorschläge für die Stadt Hallein, das wären eigentlich 10 verschiedene Text- und Bild-Beiträge. Doch angesichts des 10jährigen Bestehens des SALZSCHREIBER, muten wir unseren Lesern die gesamte Fülle dieses Vorschläge-Paketes in einem einzigen Artikel zu. Damit entstand der längste Bildbericht der ersten 10 Jahre des SALZSCHREIBER. Versprochen: Solch ein bedrohliches schriftliches Ungetüm, servieren wir Ihnen erst wieder in 10 Jahren – zum 20-jährigen Jubiläum des SALZSCHREIBER.

HORROR SALZACHBUCHT:
VOM DERZEIT ABSTOSSENDEN ALBTRAUM
ZUR KÜNFIG HINREISSENDEN ATTRAKTION

Einst stellte die durch ihre Eleganz bestechende Salzachbucht, deren faszinierendes Erscheinungsbild an die altgriechische Theaterkultur erinnerte, eine hinreißende Sehenswürdigkeit und eine fantastische Bereicherung der Stadt Hallein dar. Doch dann kam es zum ungeheuerlichen Brachialakt, den es nirgendwo sonst in der zivilisierten und kultivierten Welt gegeben hätte. Durch die unfassbare, brutale Zuschüttung (!) der Wasserfläche und durch den brachialen Durchbruch einer Fahrwegsspur (!) hinunter zur neu geschaffenen Schotterfläche, wurde die einstige Schönheit dieses faszinierenden Bauwerkes rücksichtslos vernichtet. Nicht durch irgendwelche verrückt Gewordenen, oh nein, sondern ganz offiziell durch den Eigentümer Stadt Hallein. Es war völlig uninteressant, dass Festspiel-Intendant Gerard Mortiér die Absicht hatte, hier eine zweite Spielstätte der Salzburger Festspiele zu schaffen, es war völlig egal, dass die Festspiele bereits die schwimmende Plattform für die Aufführungen auf der Wasserfläche finanziert hatten, es war völlig egal, dass hier eine architektonische Attraktion ersten Ranges zerstört wurde. Heute zeigt sich die einst begeisternde Wasserfläche als völlig verwahrloster, verwilderter, verschlammter Albtraum. Die gesamte Anlage stellt eine einzige verheerende Anklage gegen die Kulturlosigkeit der Stadt Hallein dar. Die totale Verwahrlosung der früher strahlenden und hinreißenden Anlage, zeigt sich auch am Totalschaden der Wassertreppe in der Mitte der Anlage, über die einst auf hinreißende Weise das Wasser hinunter in die Salzachbucht plätscherte. Und jetzt? Solch einen widerwärtigen Anblick, unweit bewohnter Häuser, den kannten wir bisher nur aus den Elendsvierteln der vierten und fünften Welt. Das ganze Ausmaß der völlig unverständlichen Zuschüttung der Anlage: Drei komplette Sitzreihen rundum sind seit dem beispiellosen Zerstörungsakt begraben und zusätzlich der einst schöne, mit Platten belegte Gehweg unterhalb der letzten Stufe, der rund um die bezaubernde Wasserfläche führte. Das bedeutet aber auch, dass sechs Stufen der beiden seitlichen Treppen hier begraben liegen. Damit wurden die ganzen Proportionen der Anlage vernichtet. Zwei Möglichkeiten tun sich auf: Die komplette Zuschüttung der Anlage bis auf Höhe des umliegenden Salzachufer-Niveaus oder die Wiederherstellung des einstigen Salzachbucht-Wunders. Wofür werden sich die Stadtpolitiker entscheiden? Dazu das 1. FOTO oben: Der perfekte Wahnsinn: Dort wo einst auf einer reizvollen Wasserfläche auch die Salzburger Festspiele mit Aufführungen begeistert hätten, bietet sich heute nur noch eine widerwärtige und abstoßende Schlamm-Landschaft!

 

GESTALTUNG DER GRAUEN RIESEN-FASSADE
AUF DER PERNERINSEL
IST SEIT 50 JAHREN ÜBERFÄLLIG

Die Salzburger Festspiele rangieren weltweit in der Spitzengruppe der bedeutendsten Kultur-Veranstalter. Hallein hat das Glück, auf der Pernerinsel seit nahezu 30 Jahren einen festen Festspiel-Ort zu besitzen. Wo die Salzburger Festspiele aufgeführt werden, so sollte man meinen, wird den Besuchern ein besonders festliches Umfeld geboten. Nur in Hallein ist alles anders. Hier bietet sich als nördliche Schau-Fassade des Festspiel-Gebäude-Komplexes (siehe 2. Foto oben), eine in fantasielosem, deprimierendem Hellgrau gehaltene langgestreckte entsetzliche Fassade, die eher einem Rohbau als einem fertiggestellten Bauwerk gleicht. Als die Saline auf der Pernerinsel noch doppelt so groß war wie heute, brach am 15. November 1968, in ihrem nördlichen Gebäudeteil, ein Brand aus. Die dort untergebrachte Skifabrik Brenter hatte Feuer gefangen. Der Großbrand führte dazu, dass schließlich die gesamte Nord-Hälfte der Saline abgerissen werden musste. Auf einem Teil dieses Areals befindet sich heute der Pernerinsel-Parkplatz, (der noch immer darauf harrt, durch einfache Maßnahmen optisch erträglicher gestaltet zu werden.) Seit unfassbaren 51 Jahren (!) klafft also noch immer die große Gebäude-Wunde, die eigentlich ein Gebäude-Querschnitt ist. Dahinter finden die Salzburger Festspiele statt! Kein einziges Mal wurde in diesen 51 Jahren öffentlich darüber diskutiert, wie man diesen optischen Albtraum entschärfen konnte! Die einzige Veränderung bildete vor Jahrzehnten die grauenhafte und vergammelte Parkplatz-Überdachung am Fuß der schrecklichen Riesen-Fassade. Hier gehört endlich ein Gestaltungs-Wettbewerb her! Exakt im nächsten Jahr 2020, als Beitrag zum 100jährigen Bestehen der Salzburger Festspiele! Dazu das 2. FOTO oben: Die völlig reizlose ,,Festspiel-Fassade‘‘ und an ihrem Fuß entlang die entsetzliche Parkplatz-Überdachung, sind eine Schande für die Festspielstadt Hallein.

STATUE DES ,,STILLE-NACHT‘‘-KOMPONISTEN
FRANZ XAVER GRUBER
MÜSSTE LÄNGST SCHON ERRICHTET SEIN

Alljährlich versammelt sich am Heiligen Abend eine große Menschenmenge zwischen Stadtpfarrkirche und dem ,,Stille-Nacht‘‘-Museum (Grubers einstiges Wohnhaus) vor dem enttäuschend schlichten Symbolgrab Franz Xaver Grubers. Die Liedertafel trägt weihnachtliche Lieder vor, abschließend erklingt ,,Stille Nacht‘‘. Der Komponist des weltweit gesungenen Weihnachtsliedes ,,Stille Nacht‘‘, war nahezu 30 Jahre als Organist und Chorregent in der Stadtpfarrkirche Hallein tätig. Er wurde in Hallein auch von Pfarrer Joseph Mohr besucht, dem Textdichter von ,,Stille Nacht‘‘. Franz Xaver Gruber starb hochgeachtet am 7. Juni 1863 in Hallein. Es ist erstaunlich, dass die Stadt Hallein, Standort einer angesehenen Bildhauerschule, es bisher für unnötig erachtete, für den Komponist des berühmten Liedes ,,Stille Nacht‘‘ und den überaus geachteten Halleiner Mitbürger, eine Statue zu errichten. Das 200-Jahr-Jubiläum des Liedes ,,Stille Nacht‘‘, hätte sich als besonders markantes Ereignis, für die Errichtung einer Franz-Xaver-Gruber-Statue besonders geeignet. Wird die Kulturstadt Hallein, wohl 50 Jahre bis zum 250. Jubiläum des Weihnachtliedes, auf eine Statue Franz Xaver Grubers warten müssen? Dazu das 3. FOTO oben: Eine Statue des Stille-Nacht-Komponisten Franz Xaver Gruber wäre eine wichtige Attraktion für die ,,Stille Nacht‘‘-Stadt Hallein und damit längst überfällig.

DIE STADT SALZBURG MÜSSTE SICH FINANZIELL BETEILIGEN:
DAS DENKMAL DER HALLEINER SALZPRODUKTION
STEHT IN EINSTURZGEFÄHRDETEM TEIL DER ALTEN SALINE

Die letzte historische Sole-Siedepfanne Europas steht ausgerechnet in der Alten Saline auf der Pernerinsel – im 1. Stockwerk eines einsturzgefährdeten Gebäudetraktes. Die große Siedepfanne ist von einem Wald von Holzpfosten umgeben, die bisher den Gebäude-Einsturz verhinderten. Unten im Erdgeschoß, von dem aus einst die Sole-Siedepfanne beheizt wurde, zeigt sich ebenfalls ein Wald der absurden Holzstützen. Angesichts der ungeheuren Symbolkraft, die von der letzten historischen Sole-Siedepfanne ausgeht, ist es erstaunlich, dass offensichtlich niemand in Hallein daran interessiert ist, diesen peinlichen, unerfreulichen, rufschädigenden Zustand zu ändern. Nun ist ja bekannt, dass die Stadt Hallein 600 Jahre lang, unter den Salzburger Fürsterzbischöfen, von einer Nutzung ihrer Salzvorkommen völlig ausgesperrt war. Vom Halleiner Salz wurde die Weltkulturerbe-Stadt Salzburg errichtet, während Hallein nur eine rußgeschwärzte, vom Rauch und Dampf der zahlreichen Salinen eingehüllte Salzproduktionsstätte blieb. Nachdem nicht Hallein sondern nur die Stadt Salzburg vom Halleiner Salz profitierte, müsste diese größtes Interesse daran haben, das letzte Erinnerungsobjekt an die glorreiche Salzepoche zu erhalten. Wir erinnern uns: Als Franz Schubert Hallein besuchte, stellte er danach fest: ,,Es war, als ob ich vom Himmel, der Stadt Salzburg, auf einen Misthaufen, die Stadt Hallein gefallen wäre!‘‘ Es gilt also, Gespräche mit der Stadt Salzburg zu suchen. Sollten sie zu keinem Ergebnis führen, dann ist die historische Sudpfanne abzubauen und zu verschrotten. Einige Teile davon könnten für eine kleine Schausaline Verwendung finden. Ob sich an deren Errichtung die Stadt Salzburg, als einziger Nutznießer der Jahrhunderte währenden Halleiner Salzproduktion, beteiligen wird? Fragen kostet bekanntlich nichts. Dazu das 4. FOTO oben: Holzstützen bewahren jenen Teil der Alten Saline auf der Pernerinsel vor dem Einsturz, in dem sich Europas letzte historische Sudpfanne befindet. Die Stadt Salzburg, als einziger Nutznießer der 800 Jahre währenden Salzproduktion in Hallein, müsste sich unbedingt an der Sanierung finanziell beteiligen.

PASST DER WIDERWÄRTIGE NAME KOTBACH
NOCH ZUM SELBSTVERSTÄNDNIS DER IMMER
REIZVOLLER WERDENDEN STADT HALLEIN?

Vor Jahrzehnten, als es noch nicht das Sparkassengebäude gab, da existierte die legendäre ,,Affeninsel‘‘ am Bayrhamerplatz. Hier fanden sich Pensionisten ein und sie legten sich in den Sommermonaten auf die Lauer. Bis endlich ein Touristenpaar nach dem Weg zur Salzbergbahn fragte. Die Antwort war längst eingespielt: ,,Dort gehen Sie über den Kotbach und nach dem Kotbach… Weiter kamen die auskunftsfreudigen Pensionisten erwartungsgemäß nicht. ,,Huch, wie ekelig, ein Kotbach! Klaus-Dieter, dort gehen wir nicht hin! Wir streichen die Fahrt mit der Salzbergbahn!‘‘ Als das Paar außer Hörweite war, brach auf der Affeninsel stets ein höllisches Gelächter-Gebrüll los. Mittlerweile gibt es die Affeninsel und die Salzbergbahn längst nicht mehr. Nur der Kotbach, der existiert noch immer. Unangefochten fließt er anscheinend für immer durch den Kurort Bad Dürrnberg und durch die einstige Salzstadt Hallein. Weil in Hallein es allen völlig egal ist, ob der Kotbach eben Kotbach oder auch anders heißt. Bisher wurde das unerfreuliche Thema nur einst durch die ,,Halleiner Zeitung‘‘ und vor wenigen Jahren durch das Gratisblatt ,,Hallo Hallein‘‘ aufgegriffen. Das Echo derjenigen, welche die längst überfällige Namensänderung längst hätten durchführen könnten, war ablehnend: ,,Warum auf den schönen Namen Kotbach verzichten?‘‘ So freuen sich weiterhin die Kurgäste über den Kotbach in Bad Dürrnberg und den Halleinern ist es völlig egal, dass ihre immer reizvoller werdende Stadt von einem widerwärtigen Kotbach durchflossen wird. Trotz dieser unerfreulichen Dickfelligkeit unterbreitet der SALZSCHREIBER wieder seinen Vorschlag zur Namensänderung. Für den Kotbach, der vom Dürrnberger Salzberg herunterfließt, die einstige Salzstadt Hallein durchquert, um schließlich in die Salzach zu münden, kann es nur eine Bezeichnung geben: Salzbach und sonst gar nichts! Dazu das 5. FOTO oben: Der Kotbach ist längst ein sauberes Gewässer, keine Wildente würde hier sonst ihr Futter suchen. Was hindert also noch immer die Kotbach-Fans an einer Umbenennung zu Salzbach? Das Foto entstand an der Brücke zum Florianiplatz, unweit des Geschäftes von Fahrrad-Grundtner.

 

AUF DEN HÄNDEN VON SALZBURG NACH WIEN:
HALLEIN UNTERLIESS UNVERSTÄNDLICHER WEISE
JEDE ANERKENNUNG UND EHRUNG DIESER GROSSTAT

62 Jahre sind bereits seit der unglaublichen, weltmeisterlichen Sport-Großtat des Halleiners Siegfried Waslberger vergangen, die erhebliches internationales Aufsehen verursachte. Von der Stadt Hallein wurde sie nie durch irgendeine öffentliche Maßnahme gewürdigt. Siegfried Waslberger gelang eine weltweit einzigartige, nie wieder erreichte, sportliche Großtat. Am 15. Mai 1957 startete er von Salzburg aus, um auf seinen Händen, im Handgang also, die über 300 Kilometer bis nach Wien für einen guten Zweck zurückzulegen. Drei Monate später im August, nach exakt 327 Kilometern, erreichte Siegfried Waslberger, auf den Händen gehend, die Bundeshauptstadt Wien. Die Bevölkerung bereitete dem heldenhaften Sportler aus Hallein einen derart stürmischen Empfang, dass schon im Bereich von Schönbrunn der öffentliche Verkehr hoffnungslos zusammenbrach. Die Exekutive sah sich außerstande, Siegfried Waslberger, wie ursprünglich geplant, auf den Händen bis zum Stephansdom gehen zu lassen. So fand die Gewalt-Tour des Halleiners vor dem Schloss Schönbrunn, unter Anwesenheit höchster Politiker und unter dem Jubel der andrängenden Massen, ihr stolzes, triumphales Ende. Die ,,Halleiner Zeitung‘‘ unterbreitete den Vorschlag, Siegfried Waslbergers Großtat mit einer überlebensgroßen Statue in der Altstadt, die ihn im Handstand zeigt, für immer festzuhalten. In der Stadt Hallein des Jahres 1957 hatten jedoch solche Vorschläge keine Chance auf Verwirklichung. Und später auch nicht. Mittlerweile sind 62 Jahre vergangen. In 3 Jahren sind es also 65 Jahre her, dass Siegfried Waslberger seine weltweit einzigartige Leistung vollbrachte. Eine perfekte Chance und Gelegenheit, Siegfried Waslberger endlich, endlich mit einer Statue zu würdigen. Entweder in der Altstadt oder auf der Stadtbrücke, wo derzeit ein lächerlicher, sinnloser Ministeg, ohne jede Beziehung zu Hallein steht, der jetzt wieder für Monate gesperrt ist. Siegfried Waslberger selbst wird diese Ehrung nicht mehr erleben. Er starb im Jahr 1978. Einziges Erinnerungsstück in Hallein an den großartigen und willensstarken Sportler, ist im Keltenmuseum ein Paar seiner zahlreichen verschlissenen Handschuhe, die er zum Schutz seiner Hände während der Gewalt-Tour trug. Dazu das 6. FOTO oben: Es gibt bereits oben auf einem Dach in Hallein eine Figur, die auf ihren Händen steht – leider handelt es sich nicht um den glorreichen Siegfried Waslberger.

UNFASSBAR: DER BISHER GRÖSSTE EXISTIERENDE
GEMÄLDE-BESTAND GROSSFORMATIGER UND HINREISSENDER
SALZ-BILDER MUSSTE HALLEIN WIEDER VERLASSEN

Vom 21. Juni bis 24. August 2019, brach in der Alten Saline auf der Pernerinsel, ein noch nie dagewesenes Ausstellungs-Ereignis über die einstige Salzstadt Hallein herein. In abgedunkelten Räumlichkeiten präsentierte der chinesische, an der renommierten Central Academy of Fine Arts in Peking ausgebildete und nun in Salzburg ansässige Künstler Jixin Wang, überwältigende und begeisternde Gemälde über das einstige Halleiner Salzwesen. Die einzelnen Werke wurden randscharf ausgeleuchtet, so dass sie im Dunkeln zu schweben schienen. Auf diese Art wurde ein optisches Ereignis der Spitzenklasse zelebriert! Ein begeisternder und überwältigender Gesamteindruck, der in ganz Österreichs und weit über die Grenzen unseres Landes hinaus, bisher kein Gegenstück fand! Der traumhafte Reigen der großen Salz-Gemälde war der Alten Saline natürlich perfekt auf den Leib geschneidert. Schon während des zwei Monate dauernden Ausstellungs-Ereignisses mehrten sich die Stimmen prominenter Halleiner Persönlichkeiten, wonach diese prachtvolle, einzigartige Schau an Salzbildern, unbedingt in der Alten Saline verankert bleiben müsste. Im Interesse einer weiteren Aufwertung der Kulturstadt Hallein. Erste unverbindliche Gespräche des SALZSCHREIBER mit namhaften Persönlichkeiten in und um Hallein lassen die Hoffnung keimen, dass zumindest ein Teil der Gemälde wieder nach Hallein zurückkehren könnte. Dazu das 7. FOTO oben: Die randscharf beleuchteten Salz-Gemälde boten in den abgedunkelten Räumen der Alten Saline ein unvergessliches Kunst-Erlebnis. Es müsste unbedingt wieder hergestellt werden, als österreichweit einzigartige Kultur-Attraktion!

EINE KLEINE SCHAUSALINE GEHÖRT ENDLICH
IN DIE EINST ÜBER 800 JAHRE LANG
SALZ PRODUZIERENDE SALINENSTADT HALLEIN

Die Salzherren auf dem Dürrnberg wussten – im Gegensatz zur einstigen Salinenstadt Hallein – das unerfreuliche 30jährige Jubiläum des Endes der Salzproduktion 1989 in Hallein aktiv zu nützen. Sie ergänzten nun die Publikums-Attraktionen Salzbergwerk und Keltendorf Salina um einen weiteren Anziehungspunkt: um eine großzügig errichtete Schausaline. Auf dem Dürrnberg wird damit, so wie vor etwa 2500 Jahren durch die Kelten, wieder Salz gewonnen. Noch vor dem Jahr 1200 hielt im Halleiner Salzwesen eine völlig neue Art der Salzgewinnung ihren Einzug: Die Erzeugung von gesättigter Sole im Bergesinneren und deren Verdampfung unten in der Halleiner Altstadt in bis zu 11 Salinen. Als das Ende der Halleiner Salzproduktion hereinbrach, da gab es ein Angebot der Salineneigner, auf dem Dürrnberg, als Ausgleich für die eingestellte Salzherstellung in Hallein, eine Schausaline zu errichten. Der damalige Bürgermeister Franz Kurz, obwohl ein waschechter Dürrnberger, lehnte jedoch ab. Noch nie habe es, erklärte er korrekt, auf dem Dürrnberg eine Saline gegeben, Dies sei eine Verzerrung der historischen Tatsachen. Es kam zu keiner Einigung, das Projekt Schausaline wurde schließlich schubladiert. Nun ergriffen die cleveren Dürrnberger Salzherren, 30 Jahre nach Ende der Salzproduktion, unter einem verständnisvolleren Bürgermeister Stangassinger (ebenfalls ein Original-Dürrnberger) die Gelegenheit und errichteten Im Eingangs-Bereich zum Keltendorf eine Schausaline, in der die moderne Salzgewinnung aus Sole demonstriert wird. (Der SALSCHREIBER berichtete). Für die Stadt Hallein kann und darf dies kein Hindernis sein, ebenfalls eine Schausaline, einfacher gestaltet nach historischem Vorbild, zu errichten. In diesem Zusammenhang muss darauf verwiesen werden, dass der leider viel zu früh verstorbene Direktor des Keltenmuseums Hallein, Mag. Kurt Zeller, bereits eine kleine, handwerklich betriebene Schausaline, in seinem Museum eingeplant hatte. Drei Standorte drängen sich für eine Schausaline auf: das Keltenmuseum, die Alte Saline auf der Pernerinsel und das Colloredo-Sudhaus, das letzte historische Salinengebäude in der Halleiner Altstadt. Dazu unser 8. FOTO oben: Auf dem Dürrnberg wurde bereits auf handwerklicher Art die Verdampfung von Sole zu Salz in einem mit Holz befeuerten Metallbehälter praktiziert. Jetzt steht freilich die neue großzügige Schausaline im Mittelpunkt des Interesses.

DAS THEMA SALZBURGER FESTSPIELE
IN DER STADT HALLEIN
AUF MEHRERE SÄULEN STELLEN

Obwohl die Salzburger Festspiele nun schon bald eine erfolgreiche, 30jährige Präsenz auf der Halleiner Pernerinsel feiern können, eröffnet sich in der Stadt Hallein eine Reihe von Möglichkeiten, den Festspielgedanken zu vertiefen und sich markanter als Festspielstadt zu positionieren. Der gerade 10 Jahre alt gewordene SALZSCHREIBER, präsentiert hier dazu 10 Vorschläge.

FEST ZUR FESTSPIEL-ERÖFFNUNG. Auch in Hallein sollte, unbedingt im Vorfeld der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel, jeweils im Sommer ein Fest zur Festspiel-Eröffnung veranstaltet werden. Angedacht ist vorerst ein kleines, aber feines Fest, welches auch bei Schlechtwetter stattfinden müsste. Es sollte Auslöser dafür sein, dass in Hallein künftig jedes Jahr eine derartige Veranstaltung stattfindet. Eine kurze Anfrage dazu im Rahmen einer Pressekonferenz bei den Salzburger Festspielen durch Odo Stierschneider, hatte eine positive Reaktion von Festspiel-Präsidentin Dr. Rabl-Stadler zur Folge. – HALLEINER FESTSPIELPREIS. Es wäre wichtig, dass die ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘, gemeinsam mit der Stadt Hallein, dem Kulturverein SUDHAUS und dem Tourismusverband, den ,,Halleiner Festspielpreis’’ begründen würden, um ihn an besonders verdienstvolle Persönlichkeiten rund um die Festspiele auf der Pernerinsel (Peter Stein? Festspielpräsidentin anlässlich ihres leider näher kommenden Rücktritts? Etc.) zu vergeben. – HALLEINER FESTSPIEL-PRESSE-PREIS. Die Festspiele auf der Pernerinsel sollten Anlass sein, einen Halleiner Kritiker-Preis zu begründen, der Kritiker auszeichnet, die sich mit Festspiel-Aufführungen in Hallein befassen. Die Preisvergabe müsste durch eine unabhängige Jury erfolgen. Der Kritiker-Preis sollte jährlich durch die ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘ vergeben werden, falls preiswürdige Kritiken vorliegen. – AUSLAGEN IM ZEICHEN DER FESTSPIELE. Die Halleiner Geschäfts-Inhaber könnten durch entsprechende Auslagen-Gestaltung mit Fotos, Broschüren, dem Festspielemblem etc. optisch wirksam auf die Festspiele auf der Pernerinsel verweisen. Es könnte damit während der Festspiel-Saison eine stilgerechte Stimmung in der Festspielstadt Hallein geschaffen werden. Ein Auslagen-Wettbewerb würde sicher Ansporn zu besonders attraktiven Festspiel-Auslagen ein. – GENERALPROBE FÜR GUTEN ZWECK IN HALLEIN. Falls der Ertrag der Generalproben auf der Pernerinsel einem guten Zweck gewidmet werden sollte, was schon einige Male der Fall war, müsste im Gespräch mit der Festspielleitung erreicht werden, dass dieser Betrag künftig für karitative Zwecke in Hallein verbleibt. – FESTSPIELE ALS OPEN-AIR KINO. Ähnlich wie in Salzburg müsste es möglich sein, auch in Hallein, natürlich in kleinerem Rahmen, Aufführungen der Salzburger Festspiele auf einer Filmleinwand unter freiem Himmel zu präsentieren. – PERNERINSEL MIT FESTSPIEL-SYMBOL. Längst schon hätte auf der Pernerinsel ein markanter, künstlerisch gestalteter Blickfang, mit Bezug sowohl auf die Festspiele als auch auf die große Salz- und Kelten-Tradition der Stadt Hallein, auf die Präsenz der Salzburger Festspiele verweisen müssen. Hallein müsste sich voll Stolz mit einem entsprechenden Objekt auf der Pernerinsel den Festspiel-Besuchern präsentieren. – BÄUME ODER STRÄUCHER GEGEN DIE BLECHLAWINE. Einige Bäume oder Sträucher würden den unattraktiven Anblick des Pernerinsel-Parkplatzes deutlich verbessern. Die enorme Blech-Ansammlung direkt vor dem Festspiel-Bereich ist äußerst unerfreulich und gehört durch Anpflanzung einiger Bäume oder Sträucher endlich ein wenig entschärft. – MEHR FARBE FÜR DIE ABSCHRECKENDE GRAU-FASSADE. Die riesige, in deprimierendem Grau gehaltene Nordfassade des jetzigen Festspiel- und einstigen Salinen-Objektes, direkt an der Durchzugsstraße gelegen, hätte längst schon eine anspruchsvolle Gestaltung verdient. Ein Ideen-Wettbewerb unter den Halleiner Künstlern, Architekten, Malermeister, Grafikern und allen Interessierten erbrächte sicherlich interessante Vorschläge, die auch noch abgeändert werden könnten. Jedenfalls wird mit der gegenwärtigen gigantischen Grau-Fläche direkt an der Bundesstraße nur Rufschädigung an der Festspielstadt Hallein betrieben. – WEG MIT DEN SCHRECKLICHEN ÜBERDACHTEN PARKPLÄTZEN. Die grässlichen überdachten Parkplätze entlang der Nord-Fassade des Festspiel-Objektes auf der Pernerinsel gehören, nicht nur weil sie immer wieder durch widerrechtliche Müllablagerung missbraucht werden, endlich entfernt. Die Überdachung ist optisch absolut unbefriedigend. Sie stellt eine höchst unerfreuliche, besser formuliert, eine unfassbare und schreckliche Verschandelung der großen, nach optischer Verbesserung geradezu um Hilfe schreienden Fassade des Festspiel-Objektes dar. Dazu unser 9. FOTO oben: Die Salzburger Festspiele starteten auf der Pernerinsel in einem rundum herabgekommenen Salinengebäude. Mittlerweile ist die Alte Saline an drei Seiten vorbildlich saniert. Nur noch die gegen Norden ausgerichtete Festspielfassade harrt seit Jahrzehnten ihrer Verschönerung.

DAS BESCHEIDENE SCHAUGRAB DES
,,STILLE NACHT‘‘-KOMPONISTEN FRANZ XAVER GRUBER
SCHOCKIERT IMMER WIEDER DURCH SEIN AUSSEHEN

Man sollte annehmen, dass das äußerst bescheidene Schaugrab des ,,Stille-Nacht‘‘-Komponisten Franz Xaver Gruber, zumindest seit dem 200-Jahre-Jubiläum seiner
weltberühmten Melodie, permanent mit überquellendem Blumenschmuck versehen ist. Gewissermaßen ein unerreichbares Vorbild für alle, die eine Grabstätte zu betreuen haben. Nun, die grausame Wirklichkeit sieht natürlich ganz anders aus, genau das Gegenteil ist brutale Realität. Das Grab vor dem einstigen Wohnhaus des Komponisten, in dem sich heute das ,,Stille Nacht‘‘-Museum befindet, düstert das ganze Jahr mehr oder weniger vor sich hin, normaler Weise wird der Blumen-Schmuck besser, wenn sich drohend das Weihnachtsfest nähert. Franz Xaver Gruber, nahezu 30 Jahre lang Organist und Chorregent in der Halleiner Stadtpfarrkirche, schuf Kompositionen für verschiedenste Anlässe, war ein angesehener Bürger der Stadt Hallein und hatte bereits, kurz vor seiner Halleiner Zeit, das Salzbergwerk besucht. Sein Schaugrab ist während des größten Teil eines Jahres eine Schande für Hallein. Seit dessen Errichtung von 85 Jahren, kam niemand auf die Idee, eine repräsentativere Grabstätte zu errichten. (Dass das Schaugrab überhaupt mit Laternen versehen ist, verdankt Hallein noch heute dem einstigen Herausgeber der ,,Halleiner Zeitung‘‘). Dazu kommt, das dieses kleine, ärmliche Schaugrab – errichtet mitten in der wirtschaftlichen Notzeit der 30er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts, – zusätzlich optisch massiv bedrängt wird. Durch die geradezu bedrohlich wirkenden, brutalen Seitenmauern der kleinen Stiege hinauf zur Ferchl-Straße. Die mächtigen Seitenmauern besitzen überhaupt keine Funktion. Sie eignen sich nicht einmal als Stütze für ältere Leute. Deshalb war man gezwungen, zusätzlich ein eisernes Stützgeländer einzubauen – das Ganze kommt schon sehr bedenklich einem Schildbürger-Streich nahe. Daher: Die mächtigen, aus ortsfremdem, rotem Steinmaterial aufgetürmten Seitenmauern, gehören endlich entfernt. Die Stiege müsste auch auf der anderen Seite mit einem gleichartigen Metall-Stützgeländer versehen werden. Damit wäre die derzeit brutale Stiegen-Konstruktion wesentlich entschärft, sie wäre deutlich unauffälliger und würde auch nicht mehr Grubers Schaugrab optisch förmlich erschlagen. Dazu unser 10. FOTO oben: Das bestürzend ärmliche Schaugrab des ,,Stille Nacht‘‘-Komponisten vor der völlig unpassenden, übermächtig erscheinenden Treppe zur Ferchlstraße. – Zum letzten FOTO oben: Alle, denen die Stadt Hallein am Herzen liegt, sollten die Daumen halten. Damit im Lauf der Zeit alle hier dargelegten Anregungen und Vorschläge, im Interesse der Stadt, auch tatsächlich verwirklicht werden! – (Text und Fotos: Odo Stierschneider).

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In dankbarem Gedenken“ legte der langjährige ehemalige Präsident der ,,Stille Nacht‘‘- Gesellschaft, Mag. Michael Neureiter, zu ,,Stille Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Grubers Geburtstag, an dessen Gedenk-Grab vor dem Halleiner ,,Stille Nacht‘‘-Museum (vormals das Wohnhaus Franz Xaver Grubers) einen Kranz nieder. Der ,,Stille Nacht‘‘-Komponist wurde vor 232 Jahren am 25. November 1787 in Hochburg geboren. ,,Wir gedenken auch in diesem Jahr des Komponisten, der mit Joseph Mohr das Lied geschaffen hat, das heute ein Dreifaches bedeutet: Es ist Botschaft der Menschwerdung und des Ereignisses von Bethlehem; es ist ein unverzichtbarer Beitrag zur weihnachtlichen Festkultur; es ist ein weltweiter Baustein des Friedens!“ betonte Michael Neureiter, seit kurzem emeritierter Präsident der ,,Stille Nacht‘‘ Gesellschaft, der selbst im Halleiner Gruberhaus aufgewachsen ist. Neureiter: „Wo Gruber seine letzten 28 Jahre lebte, durfte ich meine ersten 24 Jahre verbringen!“ – Das oben stehende Foto zeigt Michael Neureiter an Grubers Gedenkgrab mit dem Kranz der ,,Stille Nacht‘‘- Gesellschaft „in dankbarem Gedenken“ an den Komponisten, der vor 156 Jahren 1863 im Gruberhaus verstarb. – (Foto: Stille Nacht Gesellschaft).

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Genau deshalb ist die Künstlergruppe Plan B für Hallein unverzichtbar: Ein halbes Jahrtausend war Hallein eine Wüste ohne Kunst und Kultur. Hallein war die ausgebeutete Salzkolonie der Salzburger Fürst-Erzbischöfe, die auch als weltliche Landesherren agierten. Sie plünderten die Halleiner Salz-Vorkommen und machten mit dem Erlös ihre Regierungsstadt Salzburg zu einer heute weltbekannten Attraktion. Und nahmen in Hallein keinen einzigen Ziegel in die Hand um hier wenigstens ein einziges herzeigbares Bauobjekt zu errichten. In Hallein wurde im Bergwerk und in den Salinen geschuftet, Für Kunst und Kultur war hier kein Platz. In der Stadt Salzburg wurden Kunst und Kultur gepflegt und hochgehalten. Kunst und Kultur in der historischen Salinenstadt? Absolut Null.

Franz Schubert, nach einem Besuch der Stadt Hallein, entsetzt in einem Brief an seinen Bruder: ,,Ich fiel vom Himmel, der Stadt Salzburg, auf einen Misthaufen, die Stadt Hallein!“ Krasser konnte man den Unterschied zwischen Hallein und Salzburg nicht darlegen. Doch die Fürst-Erzbischöfe verloren schließlich ihre weltliche Macht, Hallein wurde zur Industriestadt. Die zarten Pflänzchen Kunst und Kultur fanden in Hallein lange Zeit nur karge Entfaltungs-Möglichkeiten. Erst in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts, konnten sich Kunst und Kultur immer mehr etablieren. Seit der Jahrtausend-Wende, erhält Hallein immer öfter die erfreuliche Bezeichnung Kulturstadt. Immer mehr Kunst- und Kultur-Schaffende entfalten hier ihre wichtige und unverzichtbare Arbeit. Zu den maßgeblichen Kunst-Gestaltern in Hallein zählt seit Oktober 2014 die Künstlergruppe Plan B in ihrer fantastischen Offenen Werkstätte am Kornsteinplatz.

Plan B ist eine Gruppe künstlerisch tätiger Personen, die ihre Kreativität in einem der schönsten, öffentlich zugänglichen Räumen der Stadt Hallein entfalten. Zwischen historischen Pfeilern (!) findet die Offene Werkstatt einen idealen Raum, um die Begeisterung für Kunst, sowie das erforderliche Wissen und Können, an alle Interessierten weiter zu vermitteln. Verständnisvoll versuchen die Künstlerinnen und Künstler, vorhandene Hemmschwellen vor künstlerischer Tätigkeit abzubauen. Jedem soll hier die Möglichkeit zu künstlerischem Tun geboten werden. Denn so lautet der erfreuliche und wichtige Leitspruch von Plan B: ,,Es kann gar nicht genug Kunst und Kultur in Hallein geben.‘‘

Das kreative Team von Plan B besteht aus den folgenden acht freundlichen, liebenswürdigen und sympathischen Künstler-Persönlichkeiten: Hannes Bernhofer (Drechseln, Metallskulpturen), Robert Bernhofer (Raku Keramik, Kleinskulpturen), Ulli Fritzl (Speckstein), Günther Reiter (Speckstein), Bernhard Fritzl (Monotypie, Aquarell, Raku Keramik), Raimund Weickl (Metall-Skulpturen, Polymer Clay), Gerold Pattis (Astro-Fotografie) und Eva M. Moser (Filzen). Die Genannten geben ihr Können und Wissen gerne in Form von Workshops weiter, wobei Interessierte vorerst anhand eines Rundganges durch die ausgestellten Werke, durch informative Gespräche oder gleich durch einen Selbstversuch feststellen können, auf welche Weise sie künstlerisch tätig werden wollen.

Die Künstlergruppe Plan B zeichnet sich durch verschiedenste Initiativen aus. So kann derzeit die vielseitig gestaltet Weihnachts-Ausstellung besichtigt werden. Sie bietet eine Fülle an Geschenk-Ideen und allen die Gelegenheit, ein schönes Kunstwerk für das eigene Heim zu erwerben. Ob Plastische Arbeiten aller Art, ob Gemälde oder Grafiken verschiedenster Stilrichtungen, ob aus Holz meisterhaft gefräste Kunstobjekte, ob künstlerisch gestaltete Wunschkarten für verschiedenste Anlässe – die Qualität und Vielfalt der gezeigten Werke ist beeindruckend. Auch während eines Jahresablaufes entfalten die Mitglieder von Plan B unterschiedlichste künstlerische Aktivitäten. So beispielweise das jährlich stattfindende Kunst-Symposion auf der Pernerinsel für größere Kunstaktionen oder auch eine spontane Kunst-Aktion direkt auf dem Kornsteinplatz. Das können Einzel- oder Gemeinschafts-Ausstellungen der Plan-B-Mitglieder sein oder spezielle Werkschauen. Von besonderer Bedeutung ist natürlich die Tatsache, dass die Kunst-Werkstätte von Plan B nicht irgendwo am Stadtrand in Grünen, sondern mitten im Stadtzentrum an einem der wichtigsten Halleiner Stadtplätze ihre Tätigkeit entfaltet. Ganz nach dem oben zitierten Motto: ,,Es kann gar nicht genug Kunst und Kultur in Hallein geben!“ – Die oben stehenden Fotos zeigen nur einige Beispiele aus der reichhaltigen und sehenswerten Weihnachts-Ausstellung 2019. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Der in Hallein geborene und in Wien lebende Künstler Heinrich Dunst stellt im kunstraum pro arte, gegenüber dem Halleiner Rathaus, mit seiner Ausstellung Boden/Boden/Boden ausdrücklich den Boden ins Zentrum der Kunst-Betrachtung und Raum-Erfahrung. Die Besucherinnen und Besucher betreten einen ungewohnten Boden – rosafarbene Dämmplatten lassen die Schritte im Raum federn und lenken den Blick von den weißen Wänden, über den rosafarbenen Boden bis zu den eigenen Füßen und zum eigenen Standort im Raum. Und weiter zu dem, mit raumspezifischen Arbeiten von Heinrich Dunst geschaffenen Kunstsystem im Kunstraum pro arte. 

 

Für die Ausstellung „Boden/Boden/Boden“ im kunstraum pro arte, kehrt Heinrich Dunst an seinen Geburtsort zurück und hinterfragt mit neuen Arbeiten den Standort als einen Standpunkt, der in Raum und Zeit verortet ist: „Worauf steht der Betrachter, wenn er das Bild an der Wand ansieht?‘‘ Künstler Heinrich Dunst gerät bei dieser Frage ins Philosophieren: ,,Der  Betrachter steht meist auf dem jeweiligen Boden. Auf einer dünnen Membran, des in die Tiefe hinunterreichenden Raums. Er steht. Mit seinen Schuhen auf einer dünnen Schicht Gegenwart. Auf der unmittelbaren Produktion von Gegenwart. Auf einer dünnen Schicht Isoliermaterials, die ihn von den dunklen Archiven der Vergangenheit trennt.‘‘ Heinrich Dunst zerlegt das Repräsentations-System ,,Kunst‘‘ in seine Einzelteile und baut es neu zusammen – Bild, Bildträger, Farbe, Linie, Objekt und Sprache erhalten ihre eigene Dringlichkeit. Wie und warum wird der Kunstraum zum Kunstraum, die Kunst zur Kunst, die Sprache zur Sprache? Und wie können wir von der Kunst aus elementare Fragen nach der Produktion, Reproduktion und Transformation von Gesellschaft stellen?

Heinrich Dunst, so die Kunstkritik, analysiere in seinen Arbeiten die Verflechtung von Bild, Sprache, Objekt und medialer Realität. Er stelle Diskursräume her, in denen das Repräsentations-System Kunst selbst hinterfragt werde und weise mit seinen Arbeiten auf einen Horizont, der über das Kunstsystem hinausreicht und gesellschaftliche Bedingungen in ihrer Beweglichkeit begreift. Und es wird noch komplizierter. Zitat: ,,Mit seinen raumspezifischen Arbeiten fragt Heinrich Dunst nach der (Un)-Übersetzbarkeit eines Mediums in ein anderes. Seine trans-, inter- und intramedialen Übersetzungen rekurrieren (beziehen sich) auf den Kanon (die Gesamtheit) der Konzeptkunst, der Konkreten Poesie, der Neodadaistischen Montage sowie auf einen erweiterten Skulptur-Begriff und eröffnen ein Verhandlungs- und Praxisfeld zwischen digitaler und analoger Welt. Die Infragestellung von Werk- und Medien-Formen sowie der sprechende und zeigende Körper nehmen eine wichtige Position ein.‘‘ 

 

Abschließend eine Kurzbiographie des Künstlers: Heinrich Dunst, geboren 1955 in Hallein, Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Peter Weibel und Bazon Brock, lebt und arbeitet in Wien. Ausstellungen (Auswahl): 2018 Publishing as an Artistic Toolbox: C,  2016 Things, not words, KOW, Berlin 2015 Schwaz, Galerie der Stadt Schwaz 2014 Dämmstoffe, KOW, Berlin; DA, Wiener Secession 2013 About A B order, Galerie nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Wien. – Die Ausstellung im Kunstraum pro arte ist noch bis Samstag, 7. Dezember 2019 zugänglich. Um 11 Uhr lädt an diesem Tag der Tennengauer Kunstkreis zu einem Künstlergespräch mit Heinrich Dunst, welches im Kunstraum pro arte von Martina Berger-Klingler moderiert wird. Bei Croissants und Kaffee haben die Besucher/innen die Möglichkeit, Näheres über die Zugänge und das Schaffen des Künstlers zu erfahren. –  Die Öffnungszeiten der Ausstellung: Mittwoch bis Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr. Eintritt frei! – (Odo Stierschneider nach einer Presse-Aussendung von pro arte.FOTO 1: Porträtfoto Heinrich Dunst, Galerie nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder. FOTOS 2 bis 5: Ausstellungs-Ansichten von Sven Buchholzer).

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Der in Hallein geborene Schriftsteller, Kabarettist, Regisseur und Moderator Manfred Baumann, war 35 Jahre lang erfolgreich als Autor, Redakteur und Abteilungsleiter beim ORF. Er ist nun kreativ als freier Schriftsteller, Kabarettist und Moderator tätig und ist im Vorstand der ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘ vertreten. 2010 erschien Manfred Baumanns erster Salzburg-Krimi „Jedermanntod“ mit dem erfolgreichen Ermittler Martin Merana. Seither hat er ein halbes Dutzend Kriminalromane mit Kommissar Merana geschrieben und verfasste zusätzlich Weihnachts-Krimis und Kräuter-Krimis. 2015 wurde Manfred Baumanns Krimi ,,Drachenjungfrau“ für die ORF-Landkrimi-Reihe verfilmt. Bei den Biberacher Filmfestspielen wurde der Film zum besten Fernsehfim des Jahres 2016 ausgezeichnet. Manfred Baumann tritt auch mit anregenden und fesselnden Lesungen aus seinen Werken in Erscheinung – am 27. November 2019 las er in der Halleiner Buchhandlung ,,Leseträume‘‘ aus seinem spannenden Kriminalroman ,,Marionetten-Verschwörung‘‘.

Lesungen mit Manfred Baumann sind keine ,,klassischen Lesungen‘‘, durch seine langjährige Radio- und Bühnen-Erfahrung versteht er es, sein Publikum im besten Sinne des Wortes zu unterhalten. Aufgelockert werden seine souveränen Darbietungen durch vorzügliches Harfenspiel der renommierten Harfenistin Stephanie Macheiner, Absolventin der Musikuniversität Mozarteum. Manfred Baumann ist auch gern gesehener Gast und Gesprächspartner bei Rundfunk- und Fernseh-Sendungen. Er ist auch als Kabarettist mit dem ,,Kultkabarett‘‘ unterwegs und veröffentlichte Hörspiele, Kabarett- und Literatur-Programme. 1994 wurde Manfred Baumann mit dem Halleiner Kulturpreis ausgezeichnet. Insgesamt verfasste er bisher folgende Kriminalromane: Wasserspiele - Zauberflötenrache - Drachenjungfrau - Maroni, Mord und Hallelujah -  Mozartkugelkomplott - Salbei, Dill und Totengrün - Glühwein, Mord und Gloria - Blutkraut, Wermut, Teufelskralle - Todesfontäne - Marionetten-Verschwörung.

Das letztgenannte Werk Marionetten-Verschwörung stand also am 27. November im Mittelpunkt einer Lesung von Manfred Baumann in der Halleiner Buchhandlung ,,Leseträume‘‘. Natürlich wurde er von Stephanie Macheiner mit ihrer Harfe musikalisch perfekt begleitet. Es herrschte ,,Full house‘‘, die Veranstaltung war schon im Vorverkauf ausverkauft. Und alle Besucherinnen und Besucher dieses Abends, fanden auf ihren Sitzen Weihrauch und Teelicht, in einem geschmackvollen Päckchen, als freundlichen Gruß der sympathischen und engagierten Büchhandlungs-Inhaberin Jaqueline Brabec. Wohltuend routiniert wandte sich Buchautor Manfred Baumann an sein Publikum und gestaltete seine Lesung über die Marionetten-Verschwörung souverän, spannend und charmant: Im berühmten Salzburger Marionettentheater, wo Abend für Abend die Puppen tanzen, schweben und lebendig werden, wird eine junge Marionetten-Spielerin inmitten der Puppen und Kulissen erdrosselt aufgefunden. Es bleibt nicht bei diesem Mord, in der Salzach wird eine männliche Leiche, der Bruder der Erdrosselten, entdeckt. Schließlich wird auch noch eine Kollegin der ermordeten Marionetten-Spielerin getötet. Es gibt also viel zu tun für Kommissar Merana, um diese rätselhaften Morde aufzuklären… – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Der ,,Schnee von gestern‘‘ lag auf der historischen Stadt Hallein, verträumt und aus heutiger Sicht durchaus romantisch. Doch je konkreter man in die Vergangenheit Halleins eintaucht, umso mehr wird man mit den Problemen der einstigen Salinenstadt konfrontiert. Während die Landeshauptstadt mit den über Jahrhunderte gewonnenen Erlösen aus dem Halleiner Salz mit aller Pracht und Herrlichkeit ausgestattet wurde, blieb Hallein unter dem permanenten Rauch- und Dampf-Gewölk der zahlreichen Salinen eine düstere, schmutzige und ausgebeutete Salzkolonie der Salzburger Erzbischöfe. Folgerichtig bezeichnete Franz Schubert die Stadt Salzburg als ,,Himmel‘‘ und die Stadt Hallein als ,,Misthaufen‘‘. Deutlicher geht es wohl nicht mehr. Kleine Kinder begannen noch in der Zwischenkriegszeit zu weinen, wenn ein Besuch der Stadt Hallein bevorstand, weil sie sich so sehr vor dieser schrecklichen Stadt fürchteten. Doch scharfsichtige Fotografen fanden auch im Elend der Stadt Hallein immer wieder gefällige Details, auch wenn sie dazu die Stadt oft aus ungewöhnlicher Perspektive ablichten mussten.

Erst ab der 2. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts begann die Entfaltung der Stadt Hallein bis zur strahlenden und liebenswerten Kleinstadt des 21. Jahrhunderts. Aus dieser Perspektive heraus erläutert Barbara Tober, die Leiterin der Kultur-Vermittlung im Keltenmuseum: ,,Ich habe bei der Auswahl der Bilder aus dem Stadtarchiv darauf geachtet, dass wir nicht nur romantische Winterbilder zeigen, sondern auch die Phase der Halleiner Stadtentwicklung, in der die Häuser auf den Farbbildern nicht sehr ansprechend aussehen. Dadurch lässt sich gut erkennen, wie viel Bestand in den letzten Jahrzehnten in Hallein renoviert wurde.‘‘

Die Ausstellung ,,Schnee von gestern‘‘ im Keltenmuseum Hallein, besteht aus zwei markanten Themenbereichen. So werden sowohl Winterfotos aus der historischen Stadt Hallein gezeigt, als auch eine bunte Schau an Weihnachtskrippen, in deren Mitte die mehrere Meter lange, dicht mit Figuren und örtlichen Landschaftsmotiven ausgestattete, mehrere Meter lange Grubermühlkrippe vom Dürrnberg, ganz besonders beeindruckt. Die Krippe stellt eine der größten noch erhaltenen bergmännischen Weihnachtskrippen dar. Ursprünglich stand die Krippe in der Grubermühle im Raingraben und war im Besitz des Bergarbeiters Kilian Neureiter. Sie zeigt das Geschehen der Geburt Jesu in der unmittelbaren Umgebung des Salzbergwerks auf dem Dürrnberg. Die Szenen im Tal stellen Ausschnitte aus dem Stadtleben von Hallein dar. Die raumfordernde Krippe weist an die 500 Figuren auf, 1957 wurde diese ungemein sehenswerte Krippen-Attraktion vom Keltenmuseum angekauft.

Heuer werden in der traditionellen Krippen-Ausstellung auch Arbeiten vom Halleiner Krippen-Baumeister Christian Haipl gezeigt. Es gibt auch eine Dürrnberger Knappenkrippe und die barocken Krippenfiguren aus der Stadtpfarrkirche Hallein zu sehen. Für Kinder gibt es Stationen, an denen das Spielen mit Krippenfiguren ausdrücklich erlaubt ist. Die historischen Winterbilder aus der Stadt Hallein können nach Ende der Ausstellung erworben werden. Reservierungen sind bereits möglich. Bürgermeister Alexander Stangassinger zeigte sich erfreut: ,,Ich bin stolz auf die Arbeit des Keltenmuseums, denn Florian Knopp und sein Team tragen speziell mit derartigen Sonderausstellungen und den damit verbundenen emotionalen Geschichten zur Identität unserer Stadt bei.‘‘ Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock ergänzt: ,,Die gezeigten Winterbilder werden besonders bei älteren Besucherinnen und Besuchern viele Erinnerungen an den Alltag im verschneiten Hallein der letzten Jahrzehnte wecken.‘‘ – (Aus der Presse-Aussendung des Keltenmuseums).
 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Auf der langgezogenen, nordseitigen Innenwand des Keltenmuseums werden zahlreiche sehenswerte Winterbilder aus dem historischen Hallein gezeigt. FOTO 2: Die Klosterstiege führte zum Zeitpunkt dieser winterlichen Aufnahme noch hinauf zum einstigen Kloster. Heute steht dort bereits seit Jahrzehnten das Bundesgymnasium. FOTO 3: Die Halleiner Stadtpfarrkirche aus ungewohnter Perspektive. Damals stand noch der schöne romanische Kirchturm mit seiner Barock-Haube. FOTO 4: Der Kornsteinplatz zeigt sich in der Dämmerung düster und verschlafen. FOTO 5: Ein stattlicher Baum am Unteren Markt zwischen Raiffeisenbank und Sparkasse wäre heute völlig undenkbar. Links im Bild ein Teil des Gebäudes der Raiffeisenbank. FOTO 6: Nachdem wir nun den neuen schönen Salinensteg vom Keltenmuseum hinüber zur Pernerinsel besitzen, erscheint die an dieser Stelle einstige Eisenkonstruktion besonders lieblos und unschön. FOTOS 7 und 8: Zwei unterschiedliche Weihnachtskrippen aus der Krippenschau im Keltenmuseum. FOTO 9: Ein kleines Detail aus der großen, beeindruckenden Grubermühlkrippe, die insgesamt etwa 500 Figuren aufweist. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Österreichs Weltkunst-Zentrale, die Begeisterungs-Gemeinschaft ,,Salzburger Festspiele‘‘, feiert in der bevorstehenden Spielsaison 2020 ihr hundertjähriges Bestehen. Schon immer stieg in der Stadt Salzburg und seit über einem Viertel-Jahrhundert auch auf der Pernerinsel merkbar die Temperatur, wenn die Festspiele angesagt waren. (An der Aufhebung der Schwerkraft wird bis zum Jahrhundert-Jubiläum intensiv gearbeitet!) In der Jubiläums-Spielsaison 2020 werden an 44 Tagen 222 Aufführungen an 15 Spielstätten sowie 87 Aufführungen im Jugendprogramm an 48 Spielstätten sowie 50 weitere Fest-Veranstaltungen geboten. Im Bereich Oper gibt es 42 Vorstellungen, im Bereich Schauspiel 57 Vorstellungen und im Bereich Musik 91 Konzerte. Dieses umfangreiche Angebot verursacht eine neue Rekordmarke: Das Festspiel-Programmbuch für 2020 weist insgesamt 178 Seiten auf! Auf der Halleiner Pernerinsel werden ,,Richard III.‘‘ und ,,Maria Stuart‘‘ aufgeführt. Beide Stücke feiern Premiere bei den Salzburger Festspielen, denn sie wurden noch nie im Rahmen der Festspiele aufgeführt. Nachstehend kurze Darstellungen der beiden Stücken, ausführliche Inhaltsangaben folgen rechtzeitig im SALZSCHREIBER vor Beginn der Festspielsaison 2020 auf der Pernerinsel. Für die Halleiner Pernerinsel, die dem Schauspiel gewidmet ist, gab es im Rahmen der ersten Jubiläums-Pressekonferenz eine spezielle Aufwertung – dem Bereich Schauspiel wurde die ehrenvolle Bezeichnung ,,Zentralgestirn der Festspiele‘‘ zuteil.

 

DAS SCHAUSPIEL ,,RICHARD III.‘‘
VON WILLIAM SHAKESPEARE

Ausgerechnet unter der stabilen Herrschaft Elisabeths I. wählt William Shakespeare um das Jahr 1592 eines der dunkelsten Kapitel der englischen Geschichte, die Rosenkriege der Jahre 1455 bis 1485, um damit sein Publikum mit dem Verfall einer Adelsgesellschaft und den skrupellosen Machtkämpfen der Familien York und Lancaster im Kampf um den englischen Thron zu konfrontieren. Mit Richard III., dessen Herrschaft den Endpunkt der Rosenkriege darstellt, betritt eine der vielschichtigsten Figuren der Theaterliteratur die Bühne: kaltblütig, hemmungslos, sadistisch und gleichzeitig hellsichtig, witzig, und verführerisch. Er versteht es die Menschen zu manipulieren und sich selbst zu inszenieren. Zum ersten Mal steht diese charismatische Figur von William Shakespeare bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne. Lina Beckmann, die als Rose Bernd 2017 bei den Salzburger Festspielen bereits einen riesigen Erfolg feierte, wird die Titelrolle übernehmen. Inszeniert wird das Stück von Karin Henkel, der Regisseurin von Gerhart Hauptmanns Rose Bernd. In weiteren Rollen sind unter anderem Kristof Van Boven, Elsie de Brauw und Kate Strong zu sehen. Die Koproduktion mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg feiert am 28. Juli Premiere auf der Perner-Insel in Hallein.

 

DER POLITTHRILLER ,,MARIA STUART‘‘
VON FRIEDRICH SCHILLER

Friedrich Schillers Maria Stuart wurde in der 100-jährigen Geschichte der Salzburger Festspiele noch nie zuvor inszeniert, aber wie William Shakespeare war Friedrich Schiller ein zentraler Autor des Festspielgründers Max Reinhardt. Maria Stuart ist ein Politthriller, eine historische Überhöhung, eine leidenschaftlich geführte Auseinandersetzung mit jenen Fragen, die Schiller sein Lebtag umtrieben: Was ist die Freiheit des Einzelnen? Was ist politische Macht, und wo endet sie? Was ist Gerechtigkeit? Wie wird Recht gefertigt? In der Regie von Burgtheaterdirektor Martin Kušej kommt es nun zur ersten Inszenierung von Schillers Spätwerk in der Festspielgeschichte – mit den Schauspielerinnen Bibiana Beglau als Elisabeth und Birgit Minichmayr als Maria Stuart. An deren Seite spielen Itay Tiran als Robert Dudley, Graf von Leicester; Oliver Nägele in der Rolle von Georg Talbot, Graf von Shrewsbury; Norman Hacker als Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh und Franz Pätzold in der Rolle des Mortimer. Die Neuinszenierung ist eine Koproduktion mit dem Burgtheater Wien und findet am 16. August auf der Perner-Insel in Hallein statt. – Das oben stehende Foto zeigt das Direktorium der Salzburger Festspiele mit (von links) Kaufmännischem Direktor Lukas Crepaz, Präsidentin Helga Rabl-Stadler, Intendant Markus Hinterhäuser, Bereichsleiter Konzerte Florian Wiegand und Bereichsleiterin Schauspiel Bettina Hering. – (Odo Stierschneider, Foto: Salzburger Festspiele / Anne Zeuner).

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Auf der Spitze der Alters-Pyramide der Halleiner Geschäfte, residiert ganz oben und sehr alleine, ohne irgendwelche Jubiläums-Kandidaten in Sichtweite, souverän das Spielwaren-Geschäft Oedl am Unteren Markt in der Halleiner Fußgängerzone. Das in seiner Reichhaltigkeit und Vielfalt ungemein imponierende und einzigartige Spielwaren-Paradies, feiert heuer sein unfassbares 225-jähriges Bestehen. Also alt und schwach? Irrtum! Genau das Gegenteil ist der Fall! Inhaber Alois Oedl IV. ist noch immer, wie schon seit Jahren, Vorbild für alle anderen Geschäfte, wenn es darum geht, in der Einkaufsstadt Hallein eine herrlich wundersame Atmosphäre zu erzeugen. Tag für Tag ist Alois Oedl bemüht, den Bereich vor seinem Geschäft in ein Kinder-Wunderland zu verwandeln, welches auch die Erwachsenen immer wieder begeistert. Ohne diese Pracht und Herrlichkeit möchte man sich die Fußgängerzone gar nicht mehr vorstellen. Womit hier, nur so nebenbei, die Anregung an alle anderen Geschäftsinhaber ergeht, sich ähnlich für ihre Einkaufsstadt Hallein einzusetzen. Doch zurück zum Thema: Das unglaubliche 225-jährige Bestands-Jubiläum des Hauses Oedl ist auch Gegenstand einer faszinierenden Ausstellung im Keltenmuseum. Unter dem Titel Holz.Spiel.Zeug wird eine Fülle an historischen, ungemein berührenden Spielsachen präsentiert, es fehlt auch nicht an aktuellen Spielen – alle die möchten, können sie auch ausprobieren.

PROMINENTE MITGLIEDER
AUS DER OEDL-AHNENREIHE

Vor 225 Jahren, am 20. Mai 1794, wurde Franz Josef Oedl Teilhaber eines Holzwarenverlags, der bereits 22 Jahre zuvor, 1772 gegründet worden war. An diesem bedeutungsvollen 20. Mai 1794 kam auch das Haus am Unteren Markt in Hallein in den Besitz der Familie Oedl. Hier führt nun Alois Oedl IV., der heuer sein 60. Lebensjahr vollendet, noch immer das weitum in der ganzen Region angesehene Spielwaren- und Lederwaren-Geschäft Oedl. Aus der Reihe der glorreichen Dynastie der Halleiner Spielwaren-Erzeuger und Spielwaren-Händler, ragen zwei Namen besonders heraus. Benedikt Oedl (1799-1871) war als angesehener Holzwarenfabrikant auch in der Gemeindevorstehung Halleins vertreten, war Oberleutnant des Halleiner Bürgercorps und errichtete 1843 das sog. Ökonomie-Zimmer im Rathaus, aus dem später das erste Halleiner Museum entstand. Sein Nachfolger Alois Oedl I. (1842-1892), etablierte zusätzlich zur Präsenz in Wien. eine Niederlassung des Unternehmens Oedl in  Pressburg/Bratislava. Er war von 1880-1886 Bürgermeister von Hallein und von 1881-1890 Landtags-Abgeordneter. In seiner Amtsperiode wurde unter anderem der Stadtpark und der Städtische Friedhof in Burgfried errichtet. Er trieb auch die Eingemeindung von Burgfried voran. Alois Oedl I. ließ in seinem Unternehmen Miniatur-Nachbildungen von Kutschen, Pferdewagen und Tramways herstellen, die auf der Weltausstellung 1851 in London prämiiert wurden. Sie sind auch in der aktuellen Ausstellung im Keltenmuseum zu bewundern.

SPIEL- UND HOLZWAREN
FÜR GANZ MITTELEUROPA

Die Firma Oedl hatte eine Produktions-Stätte in der Bräuerstraße in Hallein. Bis zum Ende der 1920er Jahre wurden dort Spiel- und Holzwaren hergestellt. Die historische Geschäfts-Korrespondenz des Hauses Oedl, dokumentiert nahezu 400 Kunden in 122 Orten im Gebiet der heutigen Staaten Österreich, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen, Russland, Slowenien, Kroatien, Serbien, Rumänien, Italien, Schweiz, Deutschland und Frankreich. Die Halleiner Holzspielwaren wurden in ganz Mitteleuropa bis in die Levante verkauft. Einige dieser begeisternden und zutiefst berührenden historischen Holzspielwaren lassen sich auch benennen: Da sind die berühmten Hühnerkäfige. Die Köpfe der gefiederten Insassinnen bewegen sich bei geringster Berührung. Oder der Holzgaukler in der Mitte eines Holzreifens. Wie man den Reifen auch dreht, der Gaukler behält seine aufrechte Haltung. Oder die zahlreichen Kurbelkästchen mit Figuren, welche die verschiedensten Tätigkeiten bei Betätigung der Kurbel ausführen. Oder die schön bemalten Span-Schachteln. Oder schließlich er, der eigentlich Unaussprechliche, der in keinem der Presse- und Fernseh-Berichte zum Thema Oedl-Jubiläum unerwähnt blieb: Der köstliche Arschpfeifenreiter. Er thront auf einem Pferd, welches auf Rädern unterwegs ist. Aus dem Hinterteil des Vierbeiners ragt eine Holzpfeife hervor. Als Alois Oedl IV. im Rahmen der Pressekonferenz zur Ausstellung Holz.Spiel.Zeug das Instrument lautstark betätigte, erntete er spontanen Beifall der anwesenden Journalistinnen und Journalisten.

DIE KONSEQUENZ DES OEDL-JUBILÄUMS:
EIN SPIELWAREN-MUSEUM FÜR HALLEIN

Wenn man die fantastische Ausstellung Holz.Spiel.Zeug. im Keltenmuseum durchwandert, dann sieht man sich auch mit den Fragen konfrontiert: ,,Was geschieht mit all der Pracht und Herrlichkeit nach dem Ende der Ausstellung? Wandern die fantastischen Objekte wieder in öffentlich nicht zugänglich Depots? Dagegen ist natürlich sofort entschiedener Einspruch zu erheben. Diese einzigartigen historischen Holzspielzeuge müssten unbedingt permanent ausgestellt werden! Ein kleines, reizvolles Holzspielwaren-Museum mit all diesen unersetzlichen Schaustücken wäre eine weitere spezielle Aufwertung der Stadt Hallein. Ob im Keltenmuseum, ob im derzeit leerstehenden Gebäude zwischen Keltenmuseum und Stadtkino, ob in der Alten Saline, ob im Colloredo-Sudhaus (falls dort Räumlichkeiten frei würden), oder im leerstehenden Raum der einstigen Palmers-Filiale in der Thunstraße – es gibt sicher noch andere in Frage kommenden Möglichkeiten. Die Vorstellung, dass die derzeit im Keltenmuseum ausgestellten Holzspielzeuge wieder aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit verschwinden ist jedenfalls absolut unerträglich. – Am 5. November 2019 tritt Alois Oedl IV. im Rahmen der feinen und ständigen Veranstaltungs-Reihe ,,Kaffee-Geschichten – Erinnern im Keltenmuseum‘‘, gemeinsam mit Spieleforscher Rainer Buland in Erscheinung. Beide Spielzeug-Heroen erzählen dabei ab 14 Uhr aus ihrem reichen, einschlägigen Erfahrungs-Schatz.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Von links Benjamin Huber vom Team des Keltenmuseums als kuscheliger und liebenswerter Benjamin Blümchen, Chefkurator des Salzburg-Museums Peter Husty, Alois Oedl IV., Ausstellungs-Mitgestalterin Barbara Tober und der Leiter des Keltenmuseums Florian Knopp informierten die Presse über die Ausstellung Holz.Spiel.Zeug. FOTO 2: Alois Oedl IV., Keltenmuseums-Leiter Florian Knopp und Chefkurator Peter Husty zeigen sich mit Ausstellungs-Objekten. Rechts im Bild auch die vierrädrige, unaussprechliche Holzpfeife, in ziemlich engen Kontakt mit einem Pferd. FOTO 3: Auch Halleins Vize-Bürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock (Bildmitte) war beim Pressetermin zur Ausstellung Holz.Spiel.Zeug. anwesend. FOTOS 4 bis 13: Reizvolle Einblicke in die überaus erfreuliche Ausstellung. FOTO 14: Auch zeitgemäße Spielwaren werden in einer großen Vitrine präsentiert. FOTO 15: Ein erfreuliches Bekenntnis der beiden Jungbären. – Auch die Fotos zeigen es deutlich, dass es wichtig wäre, für all diese Kostbarkeiten in Hallein ein Museum zu schaffen. – (Text und Fotos: Odo Stierschneider).

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Das Halleiner Stille-Nacht-Museum besticht durch die außergewöhnliche Darstellung seiner Inhalte. Deshalb trafen die Juroren der Auszeichnung ,,Museums-Schlüssel‘‘ unter Vorsitz von Thorsten Sadowsky und den Mitgliedern Sabine Fauland, Klaus Landa, Karin Rachbauer-Lehenauer und Ingrid Weydemann die Entscheidung, den Anerkennungspreis „Museums-Schlüssel 2019“ dem Stille-Nacht-Museum zu überreichen. Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock nahm, gemeinsam mit Kuratorin Barbara Tober, die Auszeichnung mit großer Freude in Empfang. Die Begründung ihrer Entscheidung fasste die Jury wie folgt zusammen: „Die Qualität in Gestaltung, Präsentation und Vermittlung von Inhalten, sowie die Bedachtsamkeit auf die Bedürfnisse der Besucherinnen und Besucher ist ungemein hoch und das Museum darf ohne Einschränkung als Vorzeige-Beispiel zur Nachahmung angesehen werden. Mit einem (vor)weihnachtlichen Thema das ganze Jahr zu arbeiten, erscheint auf den ersten Blick schwierig und doch greift die Kultur-Vermittlung viele Themen aus der Ausstellung gekonnt auf, denn diese zeigt nicht nur die Geschichte eines Liedes, sondern vielmehr die Geschichte der Familie Gruber und ihrer Zeit. Besonders hervorheben möchten wir den barrierefreien Zugang vom Erdgeschoss und vor allem den ersten Stock: Dort findet sich eine spielerische Herangehens-Weise an das Thema und es wurde ein öffentlicher Raum geschaffen, der Kinder und Familien zum Verweilen und Entdecken einlädt – ohne Eintrittsbarriere, mit Einladung zum Wiederbesuch. Die Jury empfiehlt, das Stille-Nacht-Museum Hallein mit dem Anerkennungspreis ,,Salzburger Museumsschlüssel‘‘ auszuzeichnen.“


DER ,,SALZBURGER MUSEUMS-SCHLÜSSEL‘‘
IST ANERKENNUNG FÜR DAS MUSEUMS-TEAM

„Die Stadt Hallein war ein zentraler Ort des Lebens von Franz Xaver Gruber und ist dadurch mit dem weltweit berühmten Stille-Nacht-Lied eng verwoben. Die Geschichte aus dem Leben der Familie Grubers, die hier so einfühlsam erzählt wird, macht mich als Kultur-Stadträtin besonders stolz und für die Stadtgemeinde Hallein ist es eine Ehre, dafür den ,,Museumsschlüssel 2019‘‘ zu erhalten“, unterstreicht Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock angesichts dieser erfreulichen Auszeichnung. Für Museumsleiter Florian Knopp stellt die Auszeichnung eine Bestätigung der engagierten Arbeit aller Museums-Mitarbeiter dar: „Die Verleihung des Anerkennungs-Preises ,,Salzburger Museumsschlüssel 2019‘‘, ist eine Auszeichnung für das gesamte Museums-Team. Zudem ist sie großer Ansporn, konsequent unser Ziel – das Stille-Nacht-Museum Hallein mit einem engagierten Veranstaltungs- und Vermittlungs-Programm als Ganzjahres-Thema zu positionieren – weiter zu verfolgen. Die Themenpalette ist dabei sehr breit gefächert, von Musik-Veranstaltungen, insbesondere für Orgel, über Angebote zum Thema Achtsamkeit, bis zu stadt- und gesellschafts-geschichtlichen Aspekten.“


STILLE-NACHT-MUSEUM ERHIELT
AUCH DAS ,,MUSEUMS-GÜTESIEGEL‘‘

Das Stille-Nacht-Museum Hallein erhielt auch noch eine zweite wichtige Anerkennung, das ,,Österreichische Museums-Gütesiegel‘‘, welches auf Antrag der Museen jeweils auf fünf Jahre vergeben wird. Die Träger des Gütesiegels erfüllen die Qualitäts-Kriterien des Österreichischen Museums-Bundes für die Bezeichnung als Museum. Im Verleihungs-Schreiben heißt es: „Das Stille Nacht Museum besticht einerseits durch die Authentizität des Ortes – Wohnhaus von Franz Xaver Gruber – die Original-Dokumente und Objekte (Möbel, persönliche Gegenstände, Instrumente) und die Neugestaltung, die 2018 im Zuge der Landes-Ausstellung erfolgen konnte. Allgemein lässt sich festhalten, dass das kleine Museum durch seine feinen Ausstellungsstücke und die ansprechende Neugestaltung, aber auch das hohe Engagement aller Mitarbeitenden besticht.‘‘ Auch angesichts der Verleihung des ,,Museums-Gütesiegels‘‘, zeigt sich Museumsleiter Florian Knopp stolz auf die hervorragenden  Arbeit seines Teams: „Mit der Verleihung des ,,Museums-Gütesiegels‘‘ hat sich das neugestaltete Stille-Nacht-Museum Hallein in der Museums-Landschaft Österreichs etabliert. Die umfassende und höchst qualitative Sammlung, war Auftrag und Motivation zugleich, den Museums-Besucherinnen und Museums-Besuchern ein Stück Zeitgeschichte mit starken regionalen Wurzeln und internationaler Strahlkraft, zugänglich zu machen.“ – Das oben stehende Foto zeigt Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock mit den Museums-Mitarbeitern und Museums-Mitarbeiterinnen Tanja Golser, Dirk Böckmann, Barbara Tober, Benjamin Huber, Anna Holzner und Museumsleiter Florian Knopp. – (Text: Stadtgemeinde Hallein, Foto: STG HA / Aschauer).

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Die renommierte Kunstgalerie Schloss Wiespach wartet diesmal mit einer besonderen Attraktion auf – mit einer Gemeinschafts-Ausstellung der drei Künstler Herbert Flois, Franz Riedl und Werner Schnelle. Entsprechend groß war der Publikums-Andrang bei der Vernissage. Unter dem Titel ,,Black & White‘‘ präsentieren die drei Künstler bis 23. November 2019 ihre Objekte, Fotoarbeiten und Zeichnungen. Arbeiten in Schwarz-Weiß wirken in der Regel einprägsamer und dramatischer als solche, in denen das gesamte Farb-Spektrum Anwendung findet, Die Gips-, Karton- und Draht-Objekte von Herbert Flois zeichnen sich durch klare Formensprache aus. Franz Riedl ergänzt seine Fotografien (auch Landschafts-Motive rund um das Schloss Wiespach), mit zusätzlich eingefügten, zeichnerischen Architektur-Elementen und Werner Schnelles Fotogrammen und Fotografien liegt der fototypische Positiv-Negativ-Effekt wirkungsvoll zugrunde. Die Ausstellung ist Montag und Donnerstag jeweils von 9 bis 12 Uhr, am Freitag von 9 bis 12 und 16 bis 20 Uhr und am Samstag von 10 bis 15 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung geöffnet.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN
FOTOS 1 und 2: ,,
Fotogramm #38‘‘ und Kontaktprint ,,Ei und Löffel‘‘ von Werner Schnelle. FOTOS 3 und 4: ,,Schwarzer Rahmen III‘‘ und ,,Schwarzer Ring‘‘ von Herbert Flois. Die Arbeiten entstanden aus Stahlelementen, Gips, Mullbinden und Acrylfarbe. FOTOS 5 und 6: ,,Blick zum Untersberg‘‘ und ,,Blick aus dem Schloss Wiespach Richtung Tennengebirge‘‘. Beide Arbeiten wurden als Inkjet-Druck mit Tusche und Lackstift auf Papier gefertigt. FOTO 7: Herbert Flois gelang es, in die Ausstellung Black & White, das einzige farbige Objekt einzuschmuggeln: ,,Oranges Schild‘‘ aus Gips, Stahl, Aluminium, Jute, Mullbinden, Plakatfarbe, Acryl. FOTO 8: Die drei Künstler von links: Werner Schnelle, Franz Riedl und Herbert Flois bei der Vernissage ihrer gemeinsamen Ausstellung ,,Black & White‘‘ in der Galerie Schloss Wiespach. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Das hat es natürlich schon gegeben: Einladungskarten, geschmückt mit einem kleinen, reizvollen Kunstwerk. Dafür aber hat es das noch nie gegeben: Einladungskarten, von denen jede Einzelne völlig anders gestaltet wurde als alle anderen, die also mit einem absolut exklusiven Kunstwerk geschmückt sind. Das bedeutet: 10 Einladungskarten, 10 verschiedene exklusive Kunstwerke. 20 Einladungskarten, 20 verschiedene exklusive Kunstwerke. Und so weiter… Zu diesem künstlerischen Kraftakt entschloss sich Bernhard Fritzl, eine der tragenden Säulen der Künstlergruppe Plan B, die am Kornsteinplatz in Hallein ihre herrliche, wunderbare und sehenswerte Offene Kunstwerkstätte betreibt. Anlass für dieses staunenswerte künstlerische Arbeitspensum war ein unverzichtbarer Termin für alle Kunstfreunde: Die Werkschau der Künstlergruppe Plan B, in ihrer Werkstätte am Kornsteinplatz. Termin: Freitag, 25. Oktober, um 19 Uhr. Unbedingt vormerken! – Auf den obenstehenden Fotos ist eine Auswahl der völlig unterschiedlich gestalteten Einladungskarten zu sehen, weiters die 1. und 3. Seite einer dieser Einladungskarten. Übrigens: Gefällt Ihnen die fantastische Handschrift genauso gut wie uns? – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Spannend und abwechslungsreich gestaltet sich der Rückblick auf das begeisternde Festival frei-stadt-hallein. Es entstand auf Initiative des Kultur-Vereines SUDHAUS hallein.kultur mit Simone Seymer an der Spitze und der diesjährigen Kuratorin Nikola Schellmann – herzliche Gratulation an die beiden  Damen! Mitveranstalter waren kunstraum pro arte, die Schmiede Hallein, das Theater bodi end sole, das atelier III und die Super Initiative Salzburg. Das beeindruckend geglückte Anliegen des Festivals frei-stadt hallein: Freien Raum in Hallein für Austausch und Begegnung zu öffnen und regionale, zeitgenössische Kunst und Künstler*innen in die Stadt und zu ihren Bewohner*innen zu bringen. Über 30 Künstler*innen reichten dazu Bewerbungen ein. Dazu noch nachfolgend, in Ergänzung zu den bereits im SALZSCHREIBER erschienenen Berichten in den Ressorts KULTUR und AKTUELLES vier Beispiele, welche die große Vielfalt des Festivals frei-stadt-hallein unterstreichen. In Zukunft soll das Festival biennal, also alle 2 Jahre stattfinden.

 

1. ROOMS von HELLA LUX in den Räumen der Kunst-Gemeinschaft Freiräume. (FOTOS 1 und 2). Kopfhörer auf und sich dem faszinierenden, vielschichtigen Akustik-Erlebnis ROOMS hingeben. In der Architektur der Galerie Freiräume mit knarrenden Treppen, finsteren Gängen und teils urtümlichen Raumwelten, tasteten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nach den Grundrissen unserer Gesellschaft: Die Gemeinschaft ebenso wie die Einsamkeit, aber auch Grenzen wurden erlebbar und schufen, auch mit Sound-Collagen, einen Ort, der von den Teilnehmern gemeinsam erkundet wurde. Für das Festival frei-stadt-hallein 2019, wurde ROOMS, das 2018 für das Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt am Main entstanden war, in Zusammenarbeit mit der NMS Hallein-Stadt für das Halleiner Festival produziert.

2. DIE NEUEN BEWOHNER von TINA HAINSCHWANG am Schöndorferplatz 8. (FOTOS 3 bis 5). Die Installation ,,Die neuen Bewohner‘‘ war von der Tatsache inspiriert, dass leerstehende Räume nie gänzlich unbewohnt sind, sondern allen möglichen, mal faszinierenden, mal weniger beeindruckenden, jedenfalls aber nahezu unsichtbaren Lebewesen Unterschlupf bieten. In dieser Installation hatten sich ganz offensichtlich neue Bewohner den leeren  Raum angeeignet. Sie lebten in ihrem Bau, der offensichtlich aus Resten menschlicher Anwesenheit errichtet wurde: Alte Kleinmöbel, Kleidung und diverse Gebrauchs-Gegenstände. Künstlerin Tina Hainschwang, (FOTO 5), geboren in Salzburg, studierte Malerei und Grafik an der Kunst-Universität Linz. Inzwischen arbeitet sie bevorzugt dreidimensional an Skulpturen und Objekten. Sie lebt und arbeitet in Salzburg und Linz.

3. DU GRÜNST NICHT NUR von Ingrid Schreyer am Schöndorferplatz 8. (FOTOS 6 und 7). Dem Klimawandel, mit immer mehr Schnee im Winter und immer weniger Regen im Sommer, zum Opfer gefallene, abgerissene, halbdürre Fichten-Bäumchen, bringt Ingrid Schreyer (Salzburg) von ihren Bergtouren mit nach Hause. Und sie ist es schon gewohnt: Unterwegs mit ihren Baum-Gerippen auf der Straße, wird sie zuverlässig von Scherzbolden auf ihre ,,Christbäume‘‘ angesprochen. Die Künstlerin errichtete eine mahnende Installation mit sichtlich geschädigten Fichten-Bäumchen, dazwischen platzierte sie eine handwerklich perfekte Zeichnung zum kritischen Thema. Ingrid Schreyer, aufgewachsen in einer steirischen Alpen-Transitgemeinde, studierte bildnerische Erziehung und Philosophie / Psychologie / Pädagogik am Mozarteum und an der Universität Salzburg. Sie findet ihre Themen entlang der brennend aktuellen Bruchlinien und im ebenso aktuellen Ineinander von Natur und Zivilisation.

4. Atelier III:  Das größte und gewaltigste Einzel-Objekt des Festivals frei-stadt-hallein 2019. (FOTOS 8 und 9). Reichlich fassungslos stand man im atelier III am Bürgerspitalplatz vor dem Ehrfurcht gebietenden, mächtigen und größten 6-seitigen würfelförmigen Quader-Objekt, das jemals auf Halleiner Boden geschaffen wurde. Natürlich erhielt das gewaltige Objekt auch einen Namen: Surface 6. Katrin Froschauer, Valentin Backhaus und Christian Zwerschina aus dem Künstler-Kollektiv atelier III, schufen in perfekter Zusammenarbeit das faszinierende Riesenobjekt, das strafverschärfend, auch noch an den Spitzen oben am Plafond und unten am Boden, drehbar montiert wurde. Wenn sich der Gigant um seine senkrechte Achse dreht, dann scheint es, der Planet Erde wird aus seiner Bahn gedrängt! Am Samstag, 14. September, fand ab Nachmittag rund um die Räumlichkeiten von atelier III, ein Event mit lokalen Djs und Soundkünstlern, bei Getränken und Snacks, bis in den Abend hinein statt. – (Presse-Unterlagen: Kultur-Verein SUDHAUS, Bearbeitung: OST).

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Es war ein unfassbares Eintauchen in die wilde, aufregende und spannende Unterwelt des Frank-Hauses an der Ecke Bayrhamerplatz / Thunstraße. Dass sich ein markantes Gebäude mitten in der Halleiner Altstadt zum Teil in einem solchen Zustand befindet, wie die Fotos oben dokumentieren, ist natürlich in Glücksfall für einfallsreiche Kultur-Triebwerke. Die Springer Immobilien GmbH hatte das massiv renovierungsbedürftige Erdgeschoß des Frank-Haus-Anbaues für das kulturelle Großereignis ,,frei-stadt-hallein‘‘ zur Verfügung gestellt, So konnte das Theater bodi end sole Österreichs ungewöhnlichste Theaterräume mit Licht und Schatten, mit Tag und Nacht, mit Stimmen, Tönen und Geräuschen der Aufführung ,,walk in silence … hearing the sound of nothingness‘‘ zu faszinierendem Leben erwecken.

Mit respektablem Einsatz wurden die verschiedenen Auftrittsstationen originell gestaltet, so dass sich die Besucher in einer dämmrigen, dunklen Anderswelt wähnten. In der kleinräumigen Vielfalt wurden unterschiedliche Auftritte geboten, Geschichten erzählt und Musik dargebracht. Angesichts der herrlichen räumlichen Enge, waren die Grenzen zwischen Publikum und Performance aufgehoben. Mareike Tiede (Stimme), Yvonne Zehner (Gitarre), Nicole Baier (Video.Szenografie), Alois Ellmauer (Raum-Szenografie) und Helfried Hassfurther (Licht und elektronische Tongestaltung), boten in den geradezu unfassbaren Räumlichkeiten neue Wege der sinnlich-theatralischen Wahrnehmung. Inspiriert und angeleitet wurde das großartige Ensemble von Christa Hassfurther und Bashir Khordahji. – Eigentlich müssten diese herrlich verwilderten Gänge und Räume unverändert erhalten bleiben. So könnte das Theater bodi end sole auch in Zukunft hier geeignete Inszenierungen präsentieren. Die Räume könnten in ihrer Urwüchsigkeit auch dem Keltenmuseum für eine Präsentation ausgewählter Schauobjekte mitten in der Altstadt dienen. Diese dunkle Unterwelt wäre ideal für eine furchterregende Ausstellung vom Krampusmasken. Hier könnten Künstler ihre Werke, wie Bilder oder Plastiken, auf eindrucksvolle Weise präsentieren. Hier könnte die Dokumentation zum Thema ,,600 Jahre Salz-Raub der Erzbischöfe in Hallein zugunsten der Stadt Salzburg‘‘ entstehen und gleichzeitig die Frage in den Raum gestellt werden, wann sich endlich die Stadt Salzburg zu irgendeiner Wiedergutmachung aufrafft. – Wir kehren jedoch zurück in die Wirklichkeit und freuen uns auf eine zeitgemäße und für die Stadt Hallein positive Umgestaltung des Frank-Hauses.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 bis 4:
Markante Blickpunkte aus dem erodierenden Erdgeschoß des Frank-Hauses. FOTOS 5 bis 9: In den einstigen Geschäftsräumen an der Thunstraße gibt sich die Urgewalt des Verfalls deutlich eingebremst. Hier traten Mareike Tiede (Foto 8) mit ausgesuchten, engagiert und fesselnd präsentierten Texten und Yvonne Zehner (Foto 9) mit souveränem, sowohl temperamentvoll als auch gefühlsbetont dargebotenem Gitarrenspiel, vor das sichtlich beeindruckte Publikum. Ein unvergesslicher Abend! – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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So wie seit Jahren schon, startete die SCHMIEDE auch 2019 wieder in Zusammenarbeit mit dem Tennengauer Kunstkreis. Dieser stellte bereits seit mehreren Jahren die Ausstellungsräume des kunstraumes pro arte für Künstler und Künstlerinnen aus dem Schmiede-Netzwerk zur Verfügung. Heuer geschah dies in Form einer durchinszenierten Zeitreise, in der die Projekte von gold extra aus den letzten zwanzig Jahren zu sehen sind, – aber aus Sicht des Jahres 2219! Aus diesem Blickwinkel betrachtet man die Arbeiten von gold extra in Form von historischen Ausgrabungen, die Artefakte aus einer vermeintlich längst vergessenen Epoche zeigen und an Hand derer rekonstruiert wird, was die Künstlergruppe aus Salzburg und Wien zum Beginn des 21. Jahrhunderts geschaffen hat.

 

Am Beginn der Vernissage stand – nach den einführenden Worten von Co-Schmiede-Organisatorin Kerstin Klimmer-Kettner – eine Videobotschaft der Bürgermeisterin von Salzburg aus dem Jahr 2219. Salzburg zählt zu diesem Zeitpunkt zu einer der weltoffensten Städte und natürlich hat diese „multi-kulti Stadt“ eine Bürgermeisterin mit Migrations-Hintergrund. In einen pinken Tschador gehüllt, schickte sie freundliche Grußworte  und freute sich sichtlich über die Funde der Zukunfts-Archäolog*innen und über die damit verbundene Ausstellung.

 

Anschließend hielt Dr. Markus Watzner, Koryphäe der Zukunftsarchäologie und Experte für den Zeitraum Ende des 20. Jahrhunderts / Anfang des 21. Jahrhunderts, einen Vortrag darüber, wie die Ausstellung zu Stande gekommen ist. Wortreich und mit vielen Seitenhieben auf aktuelle Ereignisse, gab er Auskunft über das Plastikzeitalter, das Dark Age, in dem ausgestorbene Spezies durch Hologramme ersetzt worden sind. Er sprach über Symbole, Sitten und Gebräuche dieser „längst vergangenen Periode, aus der kaum Schrift überliefert ist“ - was die Schlussfolgerung zulässt, dass die Alphabetisierung damals eher unterentwicklt war. Er nützte dabei auch ein Hilfsmittel dieser Zeit, „zerkautes Holz mit Schriftzeichen drauf“, wofür akademisch Gebildete  den Begriff „Spickzettel“ verwenden.   

 

Watzner dozierte in seinem Rückblick auf das 20. Und 21. Jahrhundert auch über die Bedeutung einer oft vorgefundenen, glänzenden dünnen Scheibe – einer CD-ROM –  die damals wohl gottgleich verehrt wurde, witzelte über Sex in der Archäologie und besprach die Bedeutung der Hacke, mit der Werke des angehenden 21. Jahrhunderts wohl immer wieder zerstört worden sind: „Die Menschen damals hat ein Satz massiv beschäftigt: Sie haben mich gehackt!“ Und Medienkunst war – wie könnte es anders sein? - für die Elite, die Adeligen, die Schönen und Reichen, die unter sich bleiben wollten. Am Ende motivierte Watzner die Besucher der Vernissage zum gemeinsamen Singen eines Früchte-Kanons: Mango, Kiwi und Banane wurden zu einem Lautgemälde. Die Gäste sangen zunächst zögerlich, dann aber dann mit seh- und hörbarer Begeisterung.

 

Die Projekte von gold extra, die bis 12. Oktober im kunstraum pro arte zu sehen sind, entstanden tatsächlich zwischen 1999 und 2019. Die Texte zu den – teilweise interaktiven – Ausstellungs-Stücken, erzählen Geschichten, sehr oft mit Augenzwinkern. Da steht die „Local Crisis Machine“ aus 2013, die Spiele „From Darkness“ aus 2016 und „The Fallen“ aus 2017 können sogar gespielt und die „Tools of Subversion“ aus 2018 können benützt werden.

 

Die Fiktion erweitert dann bis 2069: Beispielsweise mit „Nano Banano“, den „Hybrid Art Bananen“, die im gold extra Science-Lab von 2039 bis 2045 entwickelt worden sind. Mit diesem Projekt hat man sich laut den Zukunfts-Archäolog*innen 2046 den Traum von der Goldenen Nica beim Prix Ars Electronica erfüllt. Den Schlusspunkt setzt „Calexit“ aus 2069 – das letzte Projekt der Gruppe, „das den Aufstieg der südamerikanischen Union aus der Sicht der im Norden angrenzenden Entwicklungs-Gebiete beschreibt. Die Holografie wurde bei den Filmfestivals in Venedig, Sundance und Peking ausgezeichnet.“ Danach seien die Mitglieder von gold extra bei Dreharbeiten in Südamerika verschollen…

 

Wer sind gold extra? Aktuell gehören Reinhold Bidner, Tobias Hammerle, Georg Hobmeier, Sonja Prlić und Karl Zechenter zu dieser Künstler/innen-Gruppe, die in Salzburg und Wien beheimatet ist. Laut Eigendefinition arbeitet gold extra „an den Schnittstellen von Gesellschaft, Medien und Technologien und [...] produziert, kuratiert und initiiert Projekte in den Zwischenräumen von Bildender Kunst, Performance, Musik und Hybrid Media.“ Die Gruppe gold extra ist undenkbar ohne ein umfangreiches Netzwerk von bildenden KünstlerInnen, RegisseurInnen, ProgrammiererInnen und PerformerInnen, die mehr oder weniger eng mit der Gruppe kooperieren. Ein großes Plakat im kunstraum pro arte bedankt sich ausführlich bei allen, die das kreative Schaffen von gold extra unterstützen.

 

Am Dienstag, 17. September, im Anschluss an die öffentliche Führung der Schmiede 19 (ab 18.15 Uhr) besteht die Möglichkeit, noch einmal im kunstraum pro arte mit den Mitgliedern von gold extra ins Gespräch zu kommen. – Dauer der Ausstellung: 11. September bis 12.Oktober 2019. Geöffnet: Mittwoch bis Freitag 16:00 bis 19:00 Uhr, Samstag 10:00 bis 13:00 Uhr.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 bis 3:
Der Start der SCHMIEDE auf der Pernerinsel erfolgte traditionsgemäß mit einer Ausstellung im kunstraum pro arte auf dem Schöndorferplatz. Das Interesse war rekordverdächtig. Die Besucher stauten sich bis vor den Eingang zum kunstraum pro arte. FOTO 4: Die KünstlerInnen-Gruppe gold extra. Von links: Tobias Hammerle, Sonja Prlic, Georg Hobmeier, Karl Zechenter und Reinhold Bidner. FOTO 5: Kuratorin Kerstin Klimmer-Kettner und ,,Zukunfts-Archäologe‘‘ Markus Watzner. FOTO 6: 200 Jahre alte archäologische Ausgrabungs-Objekte aus dem Jahr 2019. FOTO 7: Subversive Tools. FOTOS 8 und 9: Besucher aus der Zukunft. Was heute noch Attraktion ist, gehört im Jahre 2219 zum Alltag: Rundum nur noch Roboter für alle Arbeiten, Bedürfnisse und Situationen… – (Text sowie Fotos 4 und 5: Gabriele Krisch. Fotos 1 bis 3 und 6 bis 9: Odo Stierschneider).

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Für alle Leserinnen und Leser,  die es stets besonders eilig haben, die aber dennoch nichts versäumen wollen, gibt es gleich anschließend an diesen Beitrag, hier im Ressort KULTUR, eine kurze, konzentrierte Programm-Übersicht über das FESTIVAL FREI-STADT-HALLEIN. Für diejenigen jedoch, die sich mehr Zeit nehmen können, folgen hier anschließend kurze Erläuterungen zu den einzelnen Programmpunkten von FREI-STADT-HALLEIN. Dennoch wurde daraus der längste Artikel in der nun zehnjährigen Geschichte des SALZSCHREIBER. Insgesamt wird im Rahmen des dreitägigen Festivals vom Samstag, 13. September 2019 bis Sonntag, 15. September 2019, eine in Hallein noch nie dagewesene Veranstaltungsfülle geboten.

Kuratorin des Festivals FREI-STADT-HALLEIN ist Nikola Schellmann. Sie ist Theater-Wissenschaftlerin und arbeitete unter anderem an der Johannes-Gutenberg-Universität sowie in der Kunsthalle Mainz und veröffentlichte Publikationen zu Raumtheorie, Visualität und Gegenwarts-Theater. Seit September 2018 ist sie im Kinder- und Jugend-Theater-Zentrum in der Bundesrepublik Deutschland für Kommunikation und Fachdiskurs tätig und leitet verschiedene Projekte aus den Bereichen Festivals, Fachtagungen und Veranstaltungs-Reihen. Sie ist Absolventin des Universitäts-Lehrganges ,,Kuratieren in den Szenischen Künsten‘‘, einer Kooperation der Universität Salzburg und der Ludwig-Maximilians-Universität München. – Die oben stehenden Fotos zeigen die zwei maßgeblichen Persönlichkeiten, denen das Festival FREI-STADT-HALLEIN, mit Unterstützung zahlreicher engagierter Mitwirkender, zu danken ist. Foto 1: Kuratorin Nikola Schellmann, Foto 2: SUDHAUS-Geschäftsführerin Simone Seymer.

BACH-WERK-VOKAL SALZBURG: STILL GELEGT
FREITAG, 13. September 2019, 23 Uhr
Ort: Ziegelstadel, Pernerweg 1

Ob dieses Nachtkonzert ,,Schlaflosigkeit‘‘ oder ,,Himmlische Ruh‘‘ bei den Zuhörer*innen hervorruft – in jedem Fall macht es das Repertoire des renommierten Salzburger Ensembles BachWerkVokal auf eine ganz andere Weise hör- und erlebbar. Es werden Werke verschiedener Epochen zu den Themen Abend, Nacht und Traum von Bach, Reger, Rheinberger nach einer Auswahl des Ensemble-Leiters Gordon Safari zu hören sein.

KINDER-BIB & LESE-ECKE
FREITAG,   13. September 2019, 16 – 18 Uhr und 20 – 22:30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Postgasse

In Kooperation mit der Stadtbücherei Hallein wird ein freistehender Raum für die Dauer des Festivals zur temporären Kinder-Bibliothek. – Zuhören: Vorleser/innen lesen aus ihren Lieblings-Kinderbüchern vor. – Schmöckern und selber lesen: Eine Bücherbox der Stadtbücherei Hallein steht zum Stöbern bereit. – Selbst eine Wimmelbuch-Seite gestalten: Die Halleiner Künstlerin Franziska Oerter stellt in einem Workshop (Samstag, 14. 9. von 15 bis 17 Uhr) ihr Wimmelbuch ,,Oskar entdeckt die Stadt Hallein‘‘ vor und leitet die teilnehmenden Kinder an, ihre eigene Wimmelbuch-Seite zu gestalten. In den Abendstunden sind auch Erwachsene eingeladen, die Lese-Ecke zu benützen. – Lesestunden für Kinder: Fr. 13. 9. 16 Uhr, Sa. 14. 9. 11 Uhr und 14 Uhr, So. 15. 9. 14 Uhr.

A-BCD: THE MOON LOOKS DIFFERENT TONIGHT
SAMSTAG, 14. September 2019, 22 – 0 Uhr
Ort:  Ziegelstadl, Pernerweg 1

Diese Performance der drei Künstler/innen Bernadette Laimbauer, Christa Wall und David Wittinghofer startet alle 20 Minuten! Ein Objekt wird gleichzeitig als Podest, Bühne, Projektionsfläche  und Klangerzeuger genutzt. Eine Einladung zu mehreren Kurzreisen für jeweils 8 Personen. Eine Performance in kleinen Kreis, oben und unten, Seite an Seite, schlaflos.

BODI END SOLE:
WALK IN SILENCE OR … HEARING THE SOUND OF NOTHINGNESS
FREITAG
,   13. September 2019, 20 Uhr (Premiere)
SAMSTAG, 14. September 2019, 20 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 15 Uhr
Offene Tür: Sa. 14. 9. von 10 – 14 Uhr, ist Besichtigung der Spielstätte möglich.
Ort: Frank-Haus Thunstraße / Bayrhamerplatz

Licht und Schatten, Tag und Nacht, Stimmen hören, Tönen lauschen, Geräusche erzeugen – Stille … Ein leerer Raum, der sich für kurze Zeit in einen Raum der Sinnlichkeit und Poesie verwandelt. Geschichten werden erfunden und gefunden, Musik wird hörbar und spürbar. Bilder erscheinen und verschwinden. Die Grenzen zwischen Publikum und Performance sind aufgehohen, ein gemeinsamer Akt der Kunst entsteht. – Wieder macht sich das Theater bodi end sole auf den Weg und erforscht gemeinsam mit Mareike Tiede (Stimme), Yvonne Zehner (Gitarre), Nicole Baier (Video-Szenografie), Alois Ellmauer (Raum-Szenografie) und Helfried Hassfurther neue Möglichkeiten (Licht und elektronische Tongestaltung) neue Wege der sinnlich theatralischen Wahrnehmung, inspiriert und angeleitet von Christa Hassfruther und Bashir Khordahji. (Dauer: Ca. 50 Minuten).

DIE NEUEN BEWOHNER
FREITAG,   13. September 2019, 20 – 22.30 Uhr,
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 14 Uhr und 17 – 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Schöndorferplatz 8

Das Stück ,,Die neuen Bewohner‘‘ von Künstlerin Tina Hainschwang ist durch den Umstand inspiriert, dass leerstehende Räume nie gänzlich unbewohnt sind, sondern allen möglichen, beinahe unsichtbaren Lebewesen, Unterschlupf bieten. In dieser Arbeit haben sich neue Bewohner den leerstehenden Raum angeeignet. Sie leben in einem Bau, der aus Überbleibseln menschlicher Anwesenheit besteht: alte Möbel, Kleidung, Gebrauchs-Gegenstände etc. Die neuen Bewohner haben diesen von den Menschen verlassenen Raum übernommen und zu ihrem eigenen Lebensraum gemacht.

ROOMS (HALLEIN 2019)
FREITAG
,   13. September 2019, 20.30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 11 und 18 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12.30 Uhr
Ort: KG Freiräume, Bürgerspitalplatz 2

Das ist mein Raum. Mein Ort. Mein Zuhause. – Wo verbringen wir eigentlich unser Leben? Das Kollektiv HELLA LUX hat Menschen allen Alters nach ihren Lebensräumen und Lieblingsorten befragt und dabei Geschichten, Bilder und Klänge gesammelt. Die einzelnen Räume und das Leben, welches sich in ihnen abspielt, bilden eine Architektur weitschweifiger Erzählungen, verbunden durch Hintertreppen, offene Portale und finstere Gänge. Von hier aus steigt man durchs Fenster zur Nachbarschaft, verschanzt sich in Zukunftsräumen, überschreitet Grenzen, skizziert Lagepläne und wischt sie wieder aus. Mit Soundcollagen entwickelt das Kollektiv spezielle Raumwelten und tastet nach den Grundrissen unserer Gesellschaft: Gemeinsamkeit, Einsamkeit und Grenzen werden erlebbar und erschaffen einen Ort, der gemeinsam erkundet wird.

DATA CENTER HALLEIN 2022
FREITAG,   13. September 2019, 20 – 22.30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 14 und 17 – 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Postgasse

Im Zentrum von Hallein gibt es plötzlich keinen Leerstand mehr. Geschäftsräume, die so lange leer standen, dass niemand mehr weiß, was sie einmal waren, sind plötzlich wieder vermietet! Sie wurden poliert, versiegelt und mit neu installierten Leitungen versehen. Nur die alte Fassade blieb erhalten. Heute erhascht man hier und da, durch Lücken in den vorgezogenen Gardinen, einen Blick auf blinkende Ungetüme, welche die Stadt mit viel Geld und noch mehr Macht versorgen. Das MeyerSchinkSeyerl-Entertainment eröffnet ein Büro zur Vermittlung digitaler Realitäten und lässt damit ein mögliches Zukunfts-Szenario der Stadt entstehen, in der freie Räume für die digitale und somit auch wirtschaftliche Zukunft von Hallein vermittelt werden.

FIELD
FREITAG,   13. September 2019, durchgehend offen
SAMSTAG, 14. September 2019, durchgehend offen
SONNTAG, 15. September 2019, durchgehend offen
Ort: Molnarplatz 15

FIELD ist eine Licht-Installation der Künstlerin Marlene Reischl, die Leuchtstoffröhren und Teslaspulen kombiniert. Die Hochspannungsfelder der Spulen bringen die Röhren zum Leuchten, ganz ohne Verwendung von Stromanschlüssen. Während sich die Spulen über die Skulptur bewegen, aktivieren ihre elektrischen Felder die Röhren und regen das eingeschlossene Gas dazu an, sanfte, fließende Lichtbewegungen zu erzeugen. Das Fehlen der Kabelverbindungen und die scheinbar organische Animation des Lichts schaffen eine surreale Landschaft. Durch die Anwendung eines physikalischen Grundprinzips erhält die Installation eine neue künstlerische Eigenständigkeit, die eine geheimnisvolle, poetische Situation erzeugt.

MIDCB GROUP
SAMSTAG, 14. September 2019, 13 und 17 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 14 Uhr
Ort: Postgasse

Die MIDCB Group (Mobile Immobilien Daten Center Beraterinnen) unterstützt das MSS Relitäten-Büro Hallein vor Ort. Als freie Mitarbeiter*in unterstützt sie die Vermittlung der zur Verfügung stehenden Immobilien mittels geführter Touren zu den Objekten. Von der Zentrale des MSS Realitäten-Büros ausgehend, nimmt die MIDCB Group Interessent*innen mit auf eine Besichtigungstour zu dfen Immobilien. Dabei werden ihnen, neben den noch zur Verfügung stehenden Leerständen, bereits erfolgreich vermittelte Objekte vorgestellt, um den potentiellen Miter*innen Anregungen für mögliche Nutzungen zu geben. Ein Projekt der Künstlerinnen Sophie Netzer und Kerstin Reyer.

KORPUS HALLEIN
FREITAG,   13. September 2019, 20 – 22.30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 14 und 17 – 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Bürgerspitalkirche

Der Korpus einer scheinbar schlafenden Stadt lebt und atmet genauso wie jedes lebende Wesen. Tonaufnahmen aus Hallein des Sounddesigners und Medienkünstlers Fabian Schober, werden zu einer Collage und setzen sich zusammen aus ihrem Atem, ihren Bewegungen, kurzem Seufzen und Zurechtrücken, Bewegungen des Komforts oder dem Starren an die Zimmerdecke in der Nacht.. Dieses Abbild wird verwoben in eine Installation, die sich auf ganz spezielle Weise, wie etwa durch das Gehör erfühlen lässt.

DU GRÜNST NICHT NUR
FREITAG,   13. September 2019, 20 – 22.30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 14 Uhr und 17 – 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Schöndorferplatz 8

Dem rauen Winter (dem Klimawandel) zum Opfer gefallene, abgerissene Fichtenbäumchen trägt Ingrid Schreyer von ihren Bergtouren heim. Wer immer sie auf die Baumgerippe anspricht, scherzt über Christbäume. Die Installation wird aus drei Ebenen bestehen: alte Fotos, die Weihnachten unter dem (immergrünen) Tannenbaum konservieren, abgestorbene Bäumchen als Fanal drohenden Verlusts und eine konzentrierte Wandzeichnung, die im Lauf von zwei Tagen als Performance entsteht.

VERWEILE (DOCH) – VERSUCH ÜBER DEN AUGENBLICK
SAMSTAG, 14. September 2019, 12 – 14 Uhr und 17 – 19 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 13 – 15 Uhr
Ort: Postgasse

Diese Eins-zu Eins Performances (1 Spielerin und 1 Zuseher*in oder besser Mitspieler*in), ist der Dritte Teil einer Performance-Reihe, die sich an 2015 im Zuge des internationalen Performance-Projektes ,,Hotel Obscura‘‘ in Linz und Wien entwickelte. Als Performance-Alter-Ego K., eine Menschen- und Begegnungs-Sammlerin, lässt sich Schauspielerin Katharina Wawrik in Mini-Performances auf ihr Gegenüber ein. Dabei ergibt sich ein reizvolles Spiel mit Authentizität – was ist wahr und was ist Spiel, was ist privat und was persönlich? Im Zentrum immer noch die Frage: Was passiert, wenn ein Mensch auf einen anderen trifft. Auf dessen Privatheit. Auf dessen Stille. Wann kommt uns jemand nahe? Was geht mir nahe? Was ist mir zu nah?

GENESE
FREITAG, 13. September 2019, 20 – 22.30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 14 Uhr und 17 – 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Thun-Straße 16

Stille. Nacht. Die erste Assoziation zu diesem Thema führt den Künstler Chjristoph Platzer sofort in die Berge. Große Momnte in der Natur, Momnte voll Freiheit. Auf der Bergspitze ganz im Jetzt auf gehen. Ruhig werden. Stille erfahren. In dieser Ausstellung werden die Besucher*innen zum Mittelpunkt des Geschehens. Di Fotos stehen in direktem Zusammenhang mit der Veränderung in der Natur und verändern sich beim Betrachten der Werke. So findet jede*r Platz für Eigen-Interpretation und Motivation für die kalte Jahreszeit, wird selbst zur Ausstellung und erlebt das Jetzt. Stille. Nacht. – Musik und Sound-Installation: Michael Hamel, Holzarbeiten: Manuel Platzer.

SURFACE 6
FREITAG,   13. September 2019, 20 – 22.30 Uhr
SAMSTAG, 14. September 2019, 10 – 14 und 17 bis 22 Uhr
SONNTAG, 15. September 2019, 12 – 15 Uhr
Ort: Bürgerspitalplatz 3

Das Objekt, die Oberfläche und deren Bezug zum Raum sind die zentralen Elemente der großen, interaktiven Skulptur, die unsere Position und unser Verhältnis zur Umwelt herausfordern soll. Im Fokus steht die Macht und der Einfluss von Dimensionen, Oberflächen und Atmosphäre auf unsere räumliche Wahrnehmung. Das atelier III zeigt im Rahmen des Festivals frei_stadt_Hallein die Installation ,,surface 6‘‘ von Katrin Froschauer, Valentin Backhaus und Christian Zwerschina. Am Samstag, 14. September 2019, findet zudem rund um die Räumlichkeiten des atelier III, ein Event mit lokalen Djs und Soundkünstlern statt, die ab Nachmittag bis spät abends bei Getränken und Snacks für ausreichend Stimmung sorgen werden.

WERK-STADT
FREITAG,   13. September 2019, ganztägig
SAMSTAG, 14. September 2019, ganztägig
SONNTAG, 15. September 2019, ganztägig
Ort: SUDHAUS Büro, Oberer Markt 1

Die ,,Werk-Stadt‘‘ bietet im Rahmen des dreitägigen Festivals, nach einem Konzept von Laila Huber und Simone Seymer, die Möglichkeit, an verschiedenen Stationen über das Leben in der Stadt Hallein nachzudenken, die eigene Meinung sowie den eigenen Blick auf die Stadt mit anderen zu teilen und ins Gespräch zu kommen. – An der Station ,,Karten im Kopf‘‘ sind die Besucher*innen eingeladen, subjektive Karten (Mental Maps) der Stadt Hallein aufzuzeichnen. Mit der aus der Stadtforschung stammenden Methode der Mental Maps werden subjektive Stadtwahrnehmungen sichtbar gemacht. – An der Station ,,frei_stadt_Hallein‘‘ sind die Besucher*innen eingeladen, über Freiheit und Raum in der Stadt Hallein nachzudenken. – Die Station ,,Hallein und die Welt‘‘ lädt dazu ein, auf einer Weltkarte transkulturelle biografische Bezüge sichtbar zu machen. – Die ,,Werk-Stadt‘‘ wird gemeinsam von SUDHAUS und kunstraum pro arte als Format partizipativer Forschung erprobt und weiterentwickelt. Ziel ist, in Hallein längerfristig Pop-up-Forschungswerkstätten zu initiieren, um den Dialog der Bewohner*innen über ihr Lebensumfeld als Ausgangspunkt für Prozesse der kulturellen Mitgestaltung zu nutzen. Das gemeinsame Erforschen des Lebensumfeldes sowie der Möglichkeiten der Mitgestaltung, sind hier Teil einer partizipativen Kulturarbeit, die nachhaltige Prozesse kultureller Teilhabe initiieren will. Die gesammelten Daten werden (anonymisiert) in die Weiterentwicklung der Forschungswerkstätten Eingang finden.

SUPER-PODIUM
SONNTAG, 15. September 2019, 10 – 12 Uhr
Ort: Thun-Straße 16

Welches Potential liegt in der Nutzung von Leerständen? Welche Impulse können von einem Festival mit Leerstands-Nutzung für die Stadt Hallein und ihre Bevölkerung ausgehen? Welche Erwartungen gibt es? Was kann gelingen? Das Super-Podium möchte Einblicke über Erfahrungen mit den Leerstands-Projekten  des Festivals geben und von Good-Practice-Beispielen und Parallelprojekten erzählen. Beteiligte des Festivals kommen zu Wort und berichten von ihren Anliegen und Erfahrungen. Unter anderen mit Ackerl Konstantin, Stefan Heizinger/Super-Podium und Simone Seymer/SUDHAUS.

FENSTER-PLATZ
FREITAG,   13. September 2019, Uhrzeit und genauer Ort bei Anmeldung
SAMSTAG, 14. September 2019, Uhrzeit und genauer Ort bei Anmeldung
SONNTAG, 15. September 2019, Uhrzeit und genauer Ort bei Anmeldung
Ort: Die Altstadt von Hallein

Hallein aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Als Gast bei fremden Wohnungs-Eigentümern, soll den Interessierten die Möglichkeit geboten werden, einmal einen ganz neuen Fenster-Platz einzunehmen, um so einen anderen und neuen Blick auf die Stadt Hallein und ihre Bewohner*innen zu gewinnen. Als Gast bei einem Fremden, der für eine kurze Zeit seinen Fenster-Platz überlässt. – Wer möchte einen Fenster-Platz ergattern? Dafür ist unbedingt eine Anmeldung notwendig: Im Festival-Büro SUDHAUS, Oberer Markt 1, an allen drei Tagen des Festivals von Freitag bis Sonntag. – (Zitate aus den Presse-Unterlagen für das Festival frei_stadt_hallein und Fotos: Odo Stierschneider).

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Die 5. Vorstands-Sitzung im heurigen Jahr 2019 des Vereins ,,Celtic Heritage – Freunde des Keltenmuseums Hallein‘‘, befasste sich mit einem besonders herausragenden und weitreichenden Thema, der Konzept-Vorstellung für das ,,Jubiläumsjahr 2020 – 50 Jahre Keltenmuseum Hallein‘‘. Den anwesenden Vorstands-Mitgliedern Präsident Dr. Bruno Ölsböck, 2. Vize-Präsident Odo Stierschneider, Schriftführer Benjamin Huber, Kassierin Elisabeth Deisl und Schriftführer-Stellvertreter Harald Deisl, berichtete der Leiter des Keltenmuseums Florian Knopp, bereits über geplante Aktivitäten und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2020.

Das ,,Jubiläumsjahr 2020 – 50 Jahre Keltenmuseum Hallein‘‘ beginnt im März 2020.
Für den 18. 3. 2020 ist bereits die Jahres-Pressekonferenz des Keltenmuseums fixiert. Als zwei wichtige Eckdaten für das Jubiläumsjahr gelten der 18. 3. 1967, als die Stadtgemeinde Hallein den Ankauf des künftigen Museumsgebäudes von der Republik Österreich um etwa 900.000 Schilling beschloss und der 17. 10. 1970, als das Keltenmuseum feierlich eröffnet wurde. Am 16. 10. 2020 findet ein groß angelegtes, öffentlich zugängliches Kolloquium statt. Dieses wird hochkarätige Vorträge bieten und auch eine Exkursion mit mehreren Bussen. Entsprechende Bemühungen sind im Gange, um für diese wertvolle Initiative eine Interreg-Förderung zu erhalten. Ein Schwerpunkt des Jubiläums-Jahres steht unter dem Motto ,,Kelten für Kinder‘‘ und ist speziell auf 8- bis 12-jährige ausgerichtet. Dafür werden zahlreiche interaktive Stationen entwickelt und experimentelle Erfahrungen vermittelt. Beim jungen Publikum besonders beliebte Stationen sollen über das Jubliäumsjahr hinaus Bestandteil der Dauerausstellung des Museums werden. Eine ganze Reihe weiterer Veranstaltungen steht noch in Planung, sie wird noch heuer fixiert und publiziert. Schließlich wird auch noch ein anspruchsvoll gestaltetes Festprogramm produziert. – (Harald Deisl, O.St. Foto: Odo Stierschneider.)

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Das Festival frei_stadt_hallein feiert vom 13. bis 15. September 2019 seine Premiere und bespielt mit zeitgenössischen Performances, Installationen, Führungen, einem Konzert und einem Rahmenprogramm zum Mitmachen für Kinder und Erwachsene, ungewohnte Orte in der Altstadt. Das Festival ist auf Initiative von SUDHAUS hallein.kultur und der diesjährigen Kuratorin Nikola Schellmann entstanden und wird gemeinsam mit dem kunstraum pro arte, der schmiede hallein, dem atelier III, dem Theater bodi end sole und der SUPER Initiative Salzburg veranstaltet. Die frei_stadt_hallein soll freien Raum für Austausch und Begegnung öffnen und regionale zeitgenössische Kunst und Künstler*innen auch räumlich in die Stadt und zu ihren Bewohner*innen bringen.

Zukünftig soll die frei_stadt_hallein biennal unter jeweils verschiedenen Kurator*innen und mit anderen Themen stattfinden. Wiederkehrendes Element des Festivals wird das Bespielen freistehender Räumlichkeiten in Hallein sein.
In diesem Jahr wurden Beiträge zum Thema Stille. Nacht. The City Never Sleeps. von der Kuratorin Nikola Schellmann zusammengestellt. Das neue Festival in Hallein wird (Un-)Möglichkeiten und Visionen für die Stadt aufzeigen und dazu einladen, den Stadtraum anders zu erleben und darüber ins Gespräch zu kommen. Das diesjährige Thema greift die vielbesungene Stille Nacht auf eine andere Weise auf und fragt: Was passiert, wenn stille Orte (wieder)belebt werden? Wo hält man sich auf in Hallein? Wo ist es laut, wo leise? Wie verändert sich die Stadt durch den Tag-/Nachtrhythmus? In einer öffentlichen Ausschreibung waren Kunstschaffende eingeladen, diese Fragen künstlerisch aufzugreifen und zu beantworten. Über 30 Künstler*innen fanden Antworten und reichten abwechslungsreiche Bewerbungen ein. Sie umfassen Ausstellungen, Fotografien, Sound-/Video-Installationen, Stadtspaziergänge, Performances, partizipative Projekte, (Raum)Installationen und Konzerte.

DIE PROGRAMM-ÜBERSICHT
FESTIVAL FREI-STADT-HALLEIN

FREITAG, 13. 9. 2019 bis Sonntag, 15. 9. 2019
atel/ier///: surface 6 (2019)
| Ort: Bürgerspitalplatz 3
MeyerSchinkSeyerl Entertainment: Data Center Hallein 2022 | Ort: Postgasse
Tina Hainschwang: Die neuen Bewohner | Ort: tba
Marlene Reischl: Field | Ort: Molnarplatz 15 (ständig zu besichtigen)
Fabian Schober: Korpus Hallein | Ort: Bürgerspitalkirche, Bürgerspitalplatz 6
Ingrid Schreyer: du grünst nicht nur | Ort: Schöndorferplatz 8
Christoph Platzer: GENESE | Ort: S.-Thun-Straße 16
kinder-BIB | Ort: Postgasse (zzgl. Termine zum Vorlesen & 1 Workshop, tba)
werk-stadt | Ort: SUDHAUS Büro, Oberer Markt 1
Öffnungszeiten:
Freitag 13. 09. 2019 von 20:00 bis 22:30 Uhr
Samstag 14. 09. 2019 von 10:00 bis 14:00 Uhr und 17:00 bis 22:00 Uhr
Sonntag 15. 09. 2019 von 12:00 bis 15:00 Uhr
fenster-platz: Samstag 14. 09. 2019 bis Sonntag 15. 09. 2019 | Anmeldung im FESTIVALBÜRO Oberer Markt 1

FREITAG, 13. 09. 2019
Festivaleröffnung & Vernissage
| 19:30 Uhr | Ort: S.-Thun-Straße 16
bodi end sole: walk in silence or … hearing the sound of nothingness | 20:00 Uhr | Premiere | Ort: Frank-Haus, S.-Thun-Straße/Bayrhamer Platz
HELLA LUX: ROOMS (Hallein 2019) | 20:30 Uhr | Treffpunkt: KG Freiräume, Bürgerspitalplatz 2
BachWerkVokal Salzburg: Still gelegt | 23:00 Uhr | Ort: Ziegelstadl, Pernerweg 1

 

SAMSTAG, 14. 09. 2019
fenster-platz
| Uhrzeiten werden bei Anmeldung bekannt gegeben | Treffpunkt: Festivalbüro
Sophie Netzer/Kerstin Reyer: MIDCB Group | 11:00 und 17:00 Uhr | Treffpunkt: Büro Data Center Hallein, Postgasse
HELLA LUX: ROOMS (Hallein 2019) | Uhrzeit und Treffpunkt: wird noch bekannt gegeben
Katharina Wawrik: Verweile (Doch!) Versuch über den Augenblick | 12:00 – 14:00 Uhr und 17:00 – 19:00 Uhr | Ort: Postgasse
bodi end sole: walk in silence or … hearing the sound of nothingness | 10 – 14 Uhr (Offene Tür), 20:00 Uhr (Performance) | Ort: Frankhaus, S.-Thun-Straße/Bayrhamer Platz
a-bcd: the moon looks different tonight | 22:00 – 0:00 Uhr | Ort: Ziegelstadl, Pernerweg 1

 

SONNTAG, 15.09. 2019
fenster-platz
| Uhrzeiten werden bei Anmeldung bekannt gegeben | Treffpunkt: Festivalbüro
SUPER-Podium | 10:00 bis 12:00 Uhr | Ort: S.-Thun-Straße 16
Katharina Wawrik: Verweile (Doch!) Versuch über den Augenblick | 13:00 – 15:00 Uhr | Ort: Postgasse
Sophie Netzer/Kerstin Reyer: MIDCB Group | tba | Treffpunkt: Büro Data Center Hallein, Postgasse
HELLA LUX: ROOMS (Hallein 2019) | Uhrzeit und Treffpunkt: wird noch bekannt gegeben
bodi end sole: walk in silence or … hearing the sound of nothingness | 15:00 Uhr | Ort: Frank-Haus, S.-Thun-Straße / Bayrhamer Platz
Für den fenster-platz und die Performance von Katharina Wawrik ist eine Anmeldung vor Ort nötig.

Festivalbüro:
Oberer Markt 1, 5400 Hallein | +43 650 2302867 oder +43 677 62641101
Öffnungszeiten:
Freitag 13. 09. 2019 von 11:00 – 18:30 Uhr und 20:00 – 22:30 Uhr
Samstag 14. 09. 2019 von 09:00 – 21:30 Uhr
Sonntag 15. 09. 2019 von 12:30 – 15:00 Uhr

(Landes-Medienzentrum Salzburg. Foto: Stadtgemeinde Hallein)

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,,Einfach fantastisch!‘‘ – Unglaublich beeindruckend!‘‘ – ,,Ein unvergessliches Erlebnis!‘‘ – ,,Das stärkste Kunst-Erlebnis meines Lebens!‘‘ – ,,Die Präsentation dieser herrlichen Kunstwerke ist perfekt gelungen!‘‘ – ,,Unbeschreiblich schön!‘‘ –  ,,Das muss man gesehen haben!‘‘ – Das sind nur einige Zitate aus den schriftlichen Kommentaren, welche von Besuchern der Gemälde-Ausstellung ,,IM FLUSS‘‘ des Künstlers Wang Jixin in der Alten Saline auf der Halleiner Pernerinsel zu Papier gebracht wurden. Dieser hatte etwa 4 Monate lang, Tag für Tag an den 25 begeisternden, großformatigen Gemälden zum Thema Salz gearbeitet und dabei Motive sowohl aus der vor 30 Jahren beendeten Salzproduktion in Hallein als auch aus dem Salz-Schaubergwerk Dürrnberg thematisiert. Die Großgemälde wurden raffiniert in abgedunkelten Räumen präsentiert, in denen nur die Gemälde beleuchtet wurden. Ein elementarer optischer Gesamteindruck, zu dem in ganz Österreich kein Gegenstück existiert. Verständlich, dass alle Besucher der Gemäldeschau ,,IM FLUSS‘‘ restlos begeistert waren.

STADT HALLEIN UND LAND SALZBURG:
KEIN GELD FÜR DIE GRANDIOSE GEMÄLDESCHAU

Diese monumentale Schau an Ölgemälden müsste als einzigartiges Zeugnis der 700jährigen Salz-Geschichte der Stadt Hallein unbedingt in der Alten Saline erhalten bleiben. Folgerichtig kam es zur Vorsprache einer kleinen Gruppe rund um Künstler Wang Jixin bei Bürgermeister Alexander Stangassiger, um Möglichkeiten für einen ständigen Verbleib dieser unvergleichlichen Gemäldeschau auszuloten. Auch Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock nahm an dem Gespräch teil, in dem es vor allem darum ging, mögliche Geldquellen für den Ankauf der ,,Salzgemälde‘‘ zu erörtern. Das Ergebnis war leider vorhersehbar. Die Stadt Hallein, die das größte Interesse daran haben müsste, die Pernerinsel mit dieser hinreißenden Gemäldeschau als ständige Kultur-Attraktion aufzuwerten, winkte sogleich ab – es gibt zu viele andere Vorhaben, die finanziell noch gar nicht abgedeckt sind. Ein Vorstoß der Stadt Hallein bei Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Schellhorn ging gleichfalls ins Leere. Damit schwand auch vorläufig die Hoffnung aller Kunstfreunde in Hallein, die entschieden dafür eintreten, dass die
einzigartigen Salz-Gemälde weiterhin dort präsentiert werden, wo sie unbedingt hingehören: in der Alten Saline auf der Pernerinsel!

EIN KULTURELLES SCHAND-EREIGNIS
VON NOCH NIE GEKANNTER DIMENSION

Inzwischen war die Alte Saline Schauplatz einer unfassbaren Kultur-Katastrophe. Am 28. August 2019 wurden die 25 großformatigen Gemälde wieder abgebaut, um außerhalb von Hallein eingelagert zu werden. Das Ganze war ein historisch- kulturelles Schand-Ereignis von noch nie gekannter Dimension für die Stadt Hallein.
Verheerend und peinlich, unfassbar und katastrophal, eingebrannt für immer in das kulturelle Gewissen der Stadt Hallein. Doch wichtige Persönlichkeiten der Stadt Hallein schockierte der Abbau der Gemälde so sehr, dass sie fest entschlossen sind, alles zu unternehmen, um die fantastischen Gemälde wieder auf die Pernerinsel zurück zu holen. Denn die dauerhafte Präsentation der monumentalen Ölgemälde zum Thema Salz – das  wäre ein enorm wichtiger Schritt der Pernerinsel hin zur bedeutungsvollen, attraktiven, innovativen und inspirierenden Kultur-Insel und damit zu einer weiteren Aufwertung der Kulturstadt Hallein. Als erster Schritt dazu wurde, auch mit Unterstützung des SALZSCHREIBER, Fotograf Ulrich Ghezzi engagiert, um von allen Salzgemälden professionelle Fotos herzustellen. Sie sind unverzichtbar bei künftigen Finanzierungs-Gesprächen mit möglichen Spender-Persönlichkeiten.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 und 2:
Die beeindruckende Pracht und Herrlichkeit der unvergesslichen Salzgemälde-Schau. Ihre Wiedererstehung ist, im Interesse der Kulturstadt Hallein,
dringendst erforderlich und dafür muss finanzielle Mithilfe eingefordert werden. FOTOS 3, 4 und 5: Das ist die unfassbare Realität. Einige der abgebauten Bilder, sowie die zu Stoffballen zusammengelegten schwarzen Stoffbahnen, mit denen die fantastische Raum-Dunkelheit geschaffen wurde. FOTO 6: Mit einer Super-Kamera wurden die Bilder der Ausstellung vor ihrer Einlagerung von Fotograf Ulrich Ghezzi professionell fotografiert. FOTOS 7 und 8: Extreme Foto-Vergrößerungen auf dem Bildschirm zeigen auch das kleinste Detail in brillanter Schärfe. FOTO 9: Was bleibt vom fantastischen Ausstellungs-Wunder? Ein leerer Raum… – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die Stadt Hallein darf sich rühmen, Standort der ältesten Brennerei des Landes zu sein. Seit 1928, also seit 91 Jahren ,,brennt‘‘  die Familie Vogl in Hallein, Davisstraße 13, erlesene Frucht- und Obstsorten zu qualitativ hochwertigen Destillaten – nunmehr in dritter Generation. Also nur noch achteinhalb Jahre, dann wird das glorreiche 100jährige Jubiläum  der Brennerei Vogl gefeiert! Das Guglhof-Gebäude ist ein ungemein traditionsreiches Bauwerk, das 1641 von einem Ratsherrn aus Hallein erbaut wurde. Erst vor wenigen Jahren wurde es von einem der drei Söhne des jetzigen Besitzers Anton Vogl, eines begabten jungen Architekten, entkernt und modernisiert – ohne den Charme des Historischen zu zerstören. Anton Vogel trat im Jahr 1980 in die Fußstapfen seiner Eltern und kann im nächsten Jahr sein 40jähriges Berufs-Jubiläum feiern. Getrieben vom Ehrgeiz, makellos destillierte Edelbrände in erstklassiger Qualität herzustellen, machte er die Brennerei Guglhof mit den aufwändig verarbeiteten Jahrgangs-Bränden zu einer der besten (für den SALZSCHREIBER zur Besten) ihrer Art in Österreich. Anton Vogel bietet auch alte Brände an, die in speziell angefertigten Fässern viele Jahre lang gelagert werden. Zahlreiche Produkte der Brennerei Guglhof wurden immer wieder mit internationalen Auszeichnungen bedacht. Jährlich zeichnet die österreichische Fachzeitschrift  ,,Vinaria‘‘ die besten Weine und Edelbrände aus. Im Jahr 2011 waren die Mitbewerber der Brennerei Guglhof schließlich total demoralisiert: Das Halleiner Unternehmen gewann, geradezu  unfassbar, insgesamt 11 Mal Gold und 8 Mal Silber! Jedes Jahr verkostet das österreichische Feinschmecker-Magazin „A la Carte“ die Produkte zahlreicher Brennereien. Auch hier werden die Guglhof-Erzeugnisse regelmäßig ausgezeichnet. Darüber hinaus ist die Brennerei Guglhof Mitglied der Feinschmecker-Vereinigung „Ordre Mondial“, deren Ziel es ist, die Qualität der Erzeugnisse von Küche und Keller zu heben. Genau dieses Ziel, diese Philosophie, verfolgt Anton Vogl auch persönlich, gemeinsam mit  seinen beiden Söhnen.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Brennerei Guglhof hin und wieder ihre traditionsreichen Pforten auch für die schönen Künste öffnet. Also wurde in dem unglaublich traditionsreichen und stimmungsvollen Guglhof-Gebäude am 23. August 2019, in Anwesenheit zahlreicher Besucher, die Ausstellung ,,Stille Wasser, dicke Haut‘‘ eröffnet. Die Ausstellung zeigt sowohl Arbeiten der Künstlerin Gabriele Chiari, als auch des Künstlers Johann Schwarz. Die Kunstwerke können noch bis 28. September 2019 in der Brennerei Guglhof besichtigt werden. Die Ausstellung ,,Stille Wasser, dicke Haut‘‘ ist jeweils von Montag bis Freitag von 8.00 bis 12,00 Uhr und von 13,30 bis 18,00 Uhr geöffnet. An den Samstagen jeweils von 8.00 bis 12.00 Uhr. – Die Künstlerin Gabriele Chiari stammt aus der Schrannentisch-Gemeinde Oberalm und wurde vor 23 Jahren in Paris sesshaft. Sie beeindruckt mit formal und farblich in klarer Form gestalteten Bildern, die übrigens alle auf dem Boden gemalt werden. Die Bilder entstehen experimentell wobei das Prinzip des Zufalls als Gestaltungselement bewußt mit einbezogen ist. Der Künstler Johann Schwarz wuchs sogar in der Nähe des Guglhofes auf und wählte ein ungewöhnliches Material für seine malerisch-plastischen Arbeiten: Schweineleder. Er absolvierte in Hallein eine Ausbildung zum Bildhauer, dies wird auch erkenntlich, wenn er mit dem eigentlich zweidimensionalen Werkstoff, der gegerbten Schweinehaut, arbeitet. Diese weicht er jeweils in Wasser auf und bearbeitet sie anschließend mit einem Holzmodel. Die Ergebnisse der unterteilten Schweinehaut ähneln sich nur auf den ersten Blick. Doch die einzelnen Arbeiten unterscheiden sich sowohl in ihren Farbtönen als auch in ihrer plastischen Gestaltung. Seine fortlaufend nummerierten Werke tragen alle den Titel ,,Glättung‘‘. Womit der Künstler jedoch nicht generelle Kritik an der Schönheits-Chirurgie zum Ausdruck bringen möchte.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 und 2:
Die Fotos zeigen zwei Ausschnitte aus der Kunstausstellung ,,Stille Wasser, dicke Haut‘‘, im stimmungsvollen, historischen Gebäude der Brennerei Vogl. Sie entstanden mit Rücksicht auf die Ausstellungs-Besucher ohne Blitz-Einsatz und dokumentieren die erfreuliche Präsenz der Besucher. FOTOS 3 bis 5: Arbeiten der Künstlerin Gabriele Chiari. FOTOS 6 und 7: Arbeiten des Künstlers Johann Schwarz. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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SALZBURGER NACHRICHTEN
,,LILIOM‘‘ SCHEITERT AM HIMMLISCHEN
In Hallein treibt sich ein liebestoller Gauner herum. Er heißt Liliom, ist gewalttätig und befeuert dank schauspielerischer Glanzleistung die vorletzte Festspiel-Premiere.

Ein Mann verhaut seine besten Chancen. Da liebt ihn eine Ringelspiel-Besitzerin, die schon beim ersten Auftritt beeindruckt. Etwas Fesches, ja, fast sogar Elegantes verleiht Oda Thormeyer dieser Frau Muskat. Für Liliom, dem Ferenc Molnár im gleichnamigen Theaterstück als Ausbund von Strizzi, Hallodri und rabiatem Taugenichts ein Denkmal gesetzt hat, wäre Frau Muskat verlässliche Arbeitgeberin und hocherotisierte Liebhaberin – eigentlich das Beste, was diesem Tunichtgut widerfahren könnte. Aber er schaut einer anderen nach, die sich soeben beim Ringelspielfahren seine Grapschereien hat gefallen lassen. Diese Julie ist mit ihrer Freundin Marie gekommen. Dass die zwei Mädels nicht süß sondern ungehobelt sind und ordentlich was draufhaben, machen Maja Schöne und Yohanna Schwertfeger schnell klar. Erst legen sie ein furioses Simultan-Schnurspringen hin, dann besteht ihre vertrauensvolle Konversation nicht aus keuscher Mädchen-Plauderei, sondern aus einem kessen, ins Fauchen gesteigerten Schlagabtausch. Für Maja Schöne genügen ein paar Sätze und sie zeichnet diese Julie als unverfrorenes, freches, doch irgendwie unverdorbenes Mädel. In diesem rabiaten Milieu hat sie ihr Herz am rechten Fleck behalten, was derart bezaubernd ist, dass es sogar dem Rüpel Liliom nicht egal ist, dass diese Julie sich in ihn verschaut. Aber aus Trotz, Gier und Leichtsinn verhaut Liliom auch dieses Glück. Erst wird er bei einem missglückten Raubmord erwischt, dann bringt er sich um – lieber tot als im Zuchthaus. Liliom werden im Jenseits ein paar Jahre Fegefeuer verordnet, um ihn dann für einen Tag auf die Erde zurückzuholen, auf dass er vielleicht eine positive Geste zeige und in den Himmel Einlass fände. Diese Geste verweigert Liliom, dennoch darf er, sechszehn Jahre nach seinem Selbstmord, noch einen Tag lang zurück auf die Erde, um bei Julie und ihrer Tochter Luise vorbeizuschaun. Jörg Pohl in der Titelrolle saust als Liliom in der pausenlosen, zweistündigen Aufführung liebestoll, hemmungslos, ungebremst, kraftvoll und ohne Innehalten, durch seine Liebschaften und Gaunereien.
(Ausdrücklich hält DER SALZSCHREIBER fest, dass der Beitrag über die Festspiel-Aufführung ,,Liliom‘‘ in den ,,Salzburger Nachrichten‘‘ eine komplette Zeitungsseite umfasste. Eine derart eindrucksvolle Präsentation über eine Festspiel-Aufführung auf der Halleiner Pernerinsel, hat es bisher in keiner anderen Tageszeitung gegeben. Aufrichtigen Dank an Autorin Hedwig Kainberger, Ressortleiterin der ,,SN‘‘-Kulturredaktion.)

OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN
VERWÜSTUNG IN POESIE VERWANDELT
Wuchtig beklatschte Premiere von Molnárs ,,Liliom‘‘ bei den Salzburger Festspielen auf der Halleiner Perner-Insel. Liliom ist ein Dreckskerl aus dem Vorstadt-Milieu.

Auf diese Bewertung sollte man sich verständigen können, denn wer seine Frau schlägt, hat keine bessere Bezeichnung verdient. Vielleicht hat gerade deshalb das von Ferenc Molnár (1878 bis 1952) geschaffene und 1909 in Budapest uraufgeführte Drama ,,Liliom‘‘ Karriere gemacht. Auf der Halleiner Perner-Insel hat der ungarische Regisseur Kornél Mundruczó die einzig richtige Erkenntnis aus dem Stück gezogen: Er nimmt diesen Liliom und drischt mit ihm so lange auf das üble Patriarchat ein, bis der widerwärtige Held wie ein Äffchen über die von Frauen geführte Sprungschnur hüpft. Es sind jene Frauen, die unter ökonomischer Not, häuslicher Gewalt und der Abkanzelung durch den dummen Volksmund noch viel mehr gelitten und trotzdem nicht die Nerven verloren haben. Jörg Pohl rackert sich bis zur Erschöpfung durch seine großartige Liliom-Darstellung. Er trägt die zwei Stunden, in denen sich das Plädoyer gegen jede Art von gesellschaftlicher Verwüstung in Poesie verwandelt. Kornél Mundruczkó zeigt, welche Funktion Theater in der Gegenwart übernehmen muss – und mit welchen Mitteln die Bedeutung von Stoffen an Plausibilität gewinnt. Ein großer Abend!

DIE PRESSE
LILIOM IN JENSEITIGER SELBST-ERFAHRUNGSGRUPPE
Sensibel und kurzweilig inszenierte der Ungar Kornél Mundruczó das 110 Jahre alte Stück von Ferenc Molnár. Die Koproduktion mit dem Hamburger Thalia-Theater ist durchaus gelungen. Ein toller Abend.

Erst sieht man den so brutalen wie beliebten Hutschen-Schleuderer bei der Arbeit im Budapester Stadtwäldchen. Er lernt das Dienstmädchen Julie kennen, gerät in  Konflikt mit seiner eifersüchtigen Arbeitgeberin und öfters auch mit der Polizei. Bald ist er ein Arbeitsloser, der seine neue Partnerin prügelt. Ihr Verhältnis ist in sich zwiespältig, eine abgründige Passion. Als Liliom erfährt, daß Julie ein Kind bekommt, entschließt er sich, bei einem Raub mitzumachen. Der misslingt kläglich. Liliom bringt sich um. Erst in der sechsten Szene dieser ,,Vorstadt-Legende in sieben Bildern‘‘ landet Liliom also im Jenseits, in der Amtsstube für Selbstmörder, die eine zweite Chance kriegen: Einsichtige dürfen für einen Tag zurück auf die Erde, um zu beweisen, daß sie auch gut sein können. Es wäre nicht Molnár, wenn sein Protagonist im siebenten Bild nicht auch diese Gelegenheit zur Rehabilitierung jähzornig verpasste. Regisseur Mundruczó ist ein packendes, zwei Stunden dauerndes Kunststück gelungen. Dieser Abend ist fantasievoll und intelligent arrangiert, mit einem originellen Bühnenbild von Monika Pormales. Insgesamt eine fantastische Ensemble-Leistung: Schöne brilliert als herrlich eigenwillige Julie, Liliom wird von Pohl als facettenreicher Strizzi gespielt. Das Rabiate ist nur ein kleiner Teil davon. Erfindungsreich werden auch die Roboter eingesetzt. Sie entwickeln mit blinkenden Lichtern ein erstaunliches Eigenleben und bekommen am Ende, als sie sich auch noch artig verneigen, im lang anhaltenden und herzlichen Beifall sogar einen Sonderapplaus.

DER STANDARD
UNTER DEM MOND VON BUDAPEST
Konrád Mundruczkó inszeniert Ferenc Molnárs Vorstadtlegende ,,Liliom‘‘ bei den Salzburger Festspielen als berührendes Maschinenmärchen, aber mit lässlicher MeToo-Verulkung.

Im Himmel gibt es Erdbeereis und knackfrische Butterkekse, alle sind divers und gegen das repressive Patriarchat. Fantastisch! Doch Liliom, der gewaltbereite Ringelspiel-Ausrufer aus Ferenc Molnárs gleichnamigem Stück, hat keine Lust auf zuckersüße Lügen. Das Leben da unten auf Erden spielt nicht immer Himbeereis. Liliom, vor der Himmelstür mit der Aufschrift ,,Safe Space‘‘ wartend, will seine irdischen Taten nicht einfach so heuchlerisch bereuen. Schließlich war sein Verhalten nie grundlos, wie er sagt: Er hat sine Frauen geschlagen, weil er ,,nicht anders konnte‘‘. Er hat einen Raubüberfall verübt, weil er ,,nicht anders konnte‘‘. Weil er seine Frauen schlug, die Liebhaberin Frau Muskat ebenso wie die von ihm schwangere Julie, muss er zur Läuterung hundertmal ,,ich bin Teil des repressiven Patriarchats‘‘ an die Wand schreiben. MeToo-Verulkung? Die ist leider missraten. Die Besonderheit des Dramas ,,Liliom‘‘ besteht in der rätselhaften Tatsache, dass eine Frau den rabiaten und reuelosen Rummelplatz-Grapscher über alles liebt, so dass sie sehenden Auges die fatale Ehe eingeht. Sie findet den Mann attraktiv, interessiert sich für seine Heftigkeit, versteht ihn samt seiner stets auflodernden Gewalt und spürt, wie sie einbekannt, seine Schläge gar nicht. Mundruczkó drückt immer noch auf die Tube, auch wenn er vom Schocktheater, mit dem er vor knapp zehn Jahren bei den Wiener Festwochen erstmals vorstellig wurde, mittlerweile schon weit weg ist. Der Widerstreit von großen Gesten und feinen Tönen durchdringt auch diesen Halleiner ,,Liliom‘‘. Das ist seine Schwäche und Stärke zugleich.

KURIER
BEIM SCHNURSPRINGEN FLIEGEN LERNEN
Ein ungewöhnlicher, aufregender ,,Liliom‘‘ auf der Perner-Insel.

Da ist etwas, was diese ungewöhnliche, in jeder Hinsicht aufregende  Inszenierung schafft: Sie kann fliegen. Sie ist hoch poetisch. Sie hebt, trotz mancher Regietheater-Modegags ab, auch trotz manch schwächerer Szenen. Bei der Premiere gab es vom größeren Teil des Publikums demonstrativ Jubel, nicht wenige zogen es aber vor, still zu flüchten und ein paar Buhs gab es auch. ,,Liliom‘‘ von Ferenc Molnár erzält die Geschichte eines Ringelspiel-Ausrufers, der seine Gewalttätigkeit nicht in den Griff bekommt. Um Frau und Kind zu versorgen, begeht er einen Überfall, bei dem er sich so ungeschickt anstellt, dass alles schief läuft. Liliom tötet sich und darf nach 16 Jahren Fegefeuer ins Leben zurückkehren, um seine Familie zu sehen und ein positives Zeichen seiner Läuterung zu setzten. Bis heute wird ,,Liliom‘‘ immer wieder gespielt und verfilmt, kaum ein Stück ist, jedenfalls in Österreich und Ungarn, mit so vielen Schichten aus Tradition und Kitsch zugeschmiert. Den größten Jubel bekommen am Ende die beiden Roboter-Arme, die sich formvollendet verbeugen. Die Darsteller spielen großartig, allen voran Jörg Pohl als Liliom und Maja Schöne als Julie. Der merkwürdige Engelschor (darunter gestandene Männer im schneeweißen Ballettkleidchen) ist herrlich komisch. Fazit: Wer wildes, ungezähmtes, bei allem Furor sehr poetisches (Regie)-Theater mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Wer einen klassisch erzählten ,,Liliom‘‘ sehen will, sollte den Abend so großräumig wie möglich umfahren. (Kurier-Wertung für ,,Liliom‘‘: 4 von 5 möglichen Sternen).

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
TRÄUMEN ROBOTER BEIM SEX VON DER LIEBE?
,,Ich bin Teil des repressiven Patriarchats‘‘: Der ungarische Regisseur Kornél Mundruczkó inszeniert bei den Salzburger Festspielen Ferenc Molnárs Sozialmärchen ,,Liliom‘‘ als überirdischen High-Tech-Beitrag zur ,,Me Too‘‘-Debatte.

Liliom blickt zwei Stunden lang von seinem Himmelsseminar immer wieder auf sein Leben zurück. Dann hebt sich eine weiße Wand und gibt den  Blick frei auf die düstere Bühne, die von zwei riesigen Sechsachs-Robotern beherrscht wird, den eigentlichen Stars des Abends. Sie sehen aus wie überdimensionale Armknochen-Gelenke und ersetzen mit ihrer künstlichen Intelligenz die Bühnenarbeiter. Sie hieven surrend die Requisiten herbei, bestücken die Szenerie mit Akaziensträuchern, Sperrholzwänden, Kulissenteilen und stellen für die Liebesszene mit Julie sogar eine Vollmondkugel bereit. Liliom erinnert sich, rekonstruiert bruchstückhaft seine Geschichte: Wie er, der halbseidene Hutschen-Schleuderer, mit dem Dienstmädchen Julie der Liebe seines Lebens begegnet und daraufhin von der eifersüchtigen Karrussell-Besitzerin Muskat entlassen wird. Fabelhaft, wie Oda Thormayer ihrer Frau Muskat eine stolze Restwürde und Wärme bewahrt. Intensiv sind die Szenen, die der Regisseur in Castorf-Manier live aus dem Inneren leerer Holzräume heraus filmt: die ganze Beengtheit und Armseligkeit des Milieus in einem Bild im Kasten. Dass die traumspielartige Inszenierung trotzdem nicht aufgeht, liegt an ihrer stilistischen Unausgegorenheit ebenso, wie an ihrer Bilderlastigkeit auf Kosten der Sprache. Der pulsierend energetische Jörg Pohl ist in der Rolle des Liliom weniger der harte, dummdreiste Schlägertyp als ein verhinderter Unterhaltungs-Künstler, eine Mischung aus Ben Becker und Oliver Pocher mit dem Zeug zum Entertainer. Mundruczó betont im Programmheft, dass ihn der Vorgang des Erinnerns interessiert habe, die selektierende, manipulative Funktion des Gedächtnisses bei der Rückschau Lilioms auf sein Leben. Daher wohl die symbolische, albtraumhafte, surrale Anmutung mancher Szenen: Die Blätter, die es regnet. Der Schnee, der fällt. Die feuergelben Nebel von Avalon. Das Plastikkrokodil, die Hühnerkopfmasken, die albernen Luft(ballon)gewehre der Stadtpolizei. Mundruczó hat Empathie für Molnárs Figuren, karikiert oder denunziert sie nicht sondern zeigt sie als selbstbewußte, moderne Menschen. – (Odo Stierschneider. Foto: SF/Matthias Horn).

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Heuer herrscht Hochstimmung bei allen Festspiel-Besuchern, denen die Halleiner Perner-Insel als Spielort der Salzburger Festspiele besonders am Herzen liegt. Schließlich beschert der Festspiel-Sommer 2019 erfreulicher Weise zwei Aufführungen auf der Festspiel-Insel. Wir sehen dies als Einstimmung auf das große 100jährige Bestands-Jubiläum 2020 der Salzburger Festspiele, welches das nächste Jahr entscheidend prägen wird. Nach dem Schauspiel ,,Sommergäste‘‘, fand auf der Pernerinsel am Samstag, 17. August 2019, die Premiere für das Stück ,,Liliom‘‘ statt. Insgesamt acht Aufführungen sind bis Ende August 2019 geplant: Am 17. (Premiere), 19., 21., 23., 24., 26., 27., und 28. DER SALZSCHREIBER veröffentlich dazu, so wie dies anlässlich des Stückes ,,Sommergäste‘‘ der Fall war, im nächsten Beitrag hier im Ressort ,,Kultur‘‘, Auszüge aus den Kritiken in fünf angesehenen Tageszeitungen.

Seit einem Vierteljahrhundert werden auf die Perner-Insel Fotografen und Fotografinnen eingeladen, um noch vor der Premiere eines Festspiel-Stückes, im Rahmen einer Foto-Probe, Gelegenheit zu bekommen, für die Presse Fotos bereitzustellen. Dies war auch heuer der Fall – allerdings verbunden mit einer völlig unverständlichen Maßnahme. Nach etwa einer dreiviertel Stunde, mitten im Stück, wurden völlig überraschend und ohne Angabe von Gründen, die nichts ahnenden Fotografen ersucht, den Zuschauerraum wieder zu verlassen. Zuerst herrschte durchgehend Verblüffung, dann machte sich allgemeine Verärgerung breit. Sollte dies zur Gewohnheit ausarten, dann werden immer mehr Fotografen überhaupt darauf verzichten, nochmals eine Foto-Probe auf der Perner-Insel zu besuchen. Als mögliches Motiv, warum man die Fotografen vorzeitig wieder los haben wollte, könnte die Absicht gelten, den zweiten Teil der Aufführung bis zur Premiere als besondere Überraschung unter Verschluss zu halten. Es ist auch tatsächlich so, dass die zweite Hälfte des Stückes ,,Liliom‘‘, optisch deutlich aufwendigere, attraktivere und abwechslungsreichere Szenen bietet, als die erste Hälfte des Stückes. Man erkennt dies augenfällig an den oben stehenden Fotos. Die FOTOS 1 bis 12 stammen aus der ersten Hälfte, die letzten vier Aufnahmen (FOTOS 13 bis 16) aus der zweiten Hälfte des Stückes, die den Fotografen nicht gezeigt wurde. Auch hier tut sich eine, wohl unfreiwillige, unerfreuliche Symbolik auf: Das letzte Bühnenbild, das den Fotografen gezeigt wurde, stellte (FOTOS 11 und 12) ausgerechnet unüberwindliche Mauer dar. Weiterer Kommentar überflüssig.

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS:
FOTO 1
: Ausschnitt aus der Liliom-Werbetafel auf der Perner-Insel. FOTO 2: Die Illustration zum Stück ,,Liliom‘‘ im 170 Seiten starken Festspiel-Programm-Buch. Das gesamte Werk wird verunstaltet durch Grafiken von Joseph Beuys. Sie gehören überall hin, nur nicht in ein Festspiel-Programm. Die nichtssagenden Malübungen sind eine Beleidigung für Zuschauer und Darsteller gleichermaßen. Es wird sich doch wohl noch eine anspruchsvollere Gestaltung der Festspiel-Programme realisieren lassen… FOTOS 3 bis 13: Momentaufnahmen aus der ersten Hälfte des Stückes ,,Liliom‘‘. FOTOS 14 bis 17: Aufnahmen aus der zweiten Hälfte des Stückes ,,Liliom‘‘. – (Odo Stierschneider. Fotos 1 bis 13: O.ST., Fotos 14 bis 17: Salzburger Festspiele / Matthias Horn.)

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Eine historische ,,Premiere‘‘ auf der Halleiner Festspiel-Insel. Zum ersten Mal,  seit der Präsenz der Salzburger Festspiele vor mehr als einem Viertel-Jahrhundert auf der Perner-Insel, wurde hier im Vorfeld einer Festspiel-Aufführung, ein darauf abgestimmter Presse-Talk veranstaltet. Natürlich hoffen wir, dass dies auch in Zukunft für die Festspiel-Aufführungen in Hallein Gültigkeit besitzt. Doch jetzt zum eigentlichen Thema:  ,,Nein!‘‘ – lautete die unmissverständliche Antwort von Regisseur Kornél Mundruczó, als Schauspiel-Leiterin Bettina Hering ihn gefragt hatte, ob er LILIOM bei den Salzburger Festspielen inszenieren wolle. Als Ungar, der mit den Werken und Figuren Ferenc Molnárs aufgewachsen ist, sei er viel zu nah am Autor. Außerdem verhalte es sich mit LILIOM wie beim Fußball – jeder glaube, er wisse, wie es geht, betonte der Regisseur beim Presse-Talk auf der Perner-Insel in Hallein. Erfreulicher Weise blieb Bettina Hering jedoch hartnäckig. ,,Ich denke Kornél Mundruczó ist genau der Richtige, um LILIOM heute zu inszenieren, ohne plakativ zu werden‘‘, erklärt sie. Und die großartige Schauspiel-Chefin setzte sich durch. Die LILIOM-Inszenierung hat am Samstag, 17. August 2019, Premiere auf der Perner-Insel in Hallein.


In Zeiten von #MeToo-Debatten sei es besonders komplex, aber auch wichtig, ein Stück wie LILIOM zu zeigen, davon sind Bettina Hering und Kornél Mundruczó überzeugt: ,,LILIOM ist eine sehr provokante Figur, es ist ein extrem schwieriges, sehr bekanntes, radikales und provokantes Stück. Heute noch mehr als vor 20 Jahren‘‘, unterstreicht Kornél Mundruczó. LILIOM stehe als Sinnbild für die Frage, ob man geliebt werden könne, wenn man doch auf der anderen Seite gewalttätig sei und Missbrauch begehe. Es gebe keine schwarz-weiß-Antwort darauf: ,,Auch Molnár selbst gibt uns keine.‘‘ Es gehe viel um Vergebung und Verzeihung in diesem Stück. Die #MeToo-Debatte befürwortet Mundruczó und vergleicht sie mit der Feminismus-Bewegung der 1960er Jahre. ,,Das ist eine wichtige Kraft, um diese verrückte maskuline Welt zu verändern‘‘, betont der Regisseur.


Rasch habe man sich geeinigt, die Fassung von Alfred Polgar zu zeigen. Polgar habe stark ins Stück eingegriffen und ein österreichisches Stück daraus gemacht. „Wir haben seine Version genommen und wiederum an unsere heutige Zeit angepasst“, erklärt Mundruczó. „Wir haben zum Beispiel die Himmels-Szene umgeschrieben.“ LILIOM sei durchaus eine Figur, die Verantwortung übernehmen könnte, sagt Bettina Hering. Seine Sozialisation aber stehe dem entgegen. ,,Wie fatalistisch das am Ende sei?‘‘ fragt die Schauspielleiterin. ,,Niemand kann hier gewinnen‘‘ antwortet Mundruczó. Es sei zeitgenössisch, dass jeder ständig Entscheidungen treffe. Es gebe keine Rast und Ruhe mehr, in jeder Sekunde müsse man sich im modernen Leben entscheiden. LILIOM sei das klassischeste Stück, welches er je inszeniert habe, meint der Regisseur.

 

Dass er das Stück nicht mit österreichischen Schauspielern besetzt habe, sei keine Erschwernis, das gebe ihm im Gegenteil etwas mehr Freiheit, erläutert der Regisseur. Die Beziehung zwischen Julie und LILIOM sei der eigentliche Held der Ge­schichte. ,,Dabei haben wir die Schauspieler nicht typisierend ausgesucht‘‘, sagt er. ,,Jörg Pohl als LILIOM ist bei uns nicht nur dieser gefährliche Macho-Typ, sondern auch eine Art Clown‘‘, ergänzt Kornél Mundruczó. Und auch Julie (Maja Schöne) sei keine naive 20-Jährige, nein, man habe sich bewusst für eine etwa 40-Jährige entschieden. Auch die Dreiecks-Beziehung mit Frau Muskat (Oda Thormeyer) interessiere ihn sehr. Die Schauspieler seien am wichtigsten: ,,Das Stück kann nur mit richtig guten Schauspielern gelingen.‘‘ LILIOM in Armut darzustellen interessiere ihn weniger, als die Tatsache, dass LILIOM sich selbst als Künstler sehe. ,,Wir nutzen mehr diesen Hintergrund und den damit verbundenen Mangel an Grenzen, als eine fake-Darstellung von Armut auf der Bühne, vor der ich Angst habe.‘‘ Dass er nur wenig Deutsch spricht, sehe er nicht als Problem. ,,Ich verstehe Deutsch und ich verstehe den Text‘‘, sagt er. ,,Schauspieler sind Schauspieler, es ist wenig Unterschied, ob man in den USA, in Ungarn oder im deutschsprachigen Raum inszeniert.‘‘ Die Sprache sei überschätzt. Ein Schauspieler nutze ja auch Gefühle, Körpersprache und viele andere Aspekte, um seine Rolle anschaulich zu vermitteln.


LILIOM entstand aus einer Ko-Produktion mit dem Thalia Theater in Hamburg. Daher habe man beim Bühnenbild nach einem ,,Zauberkasten‘‘ suchen müssen, der in beiden Theatern funktioniert, obwohl sie so unterschiedlich sind. Zu sehen sind auch Roboterarme, die die Erinnerung, in die LILIOM hineintaucht, szenisch umsetzen können. Es sei im Proben-Verlauf unerwartet gewesen, dass diese Arme eine eigene Ästhetik und Poesie entwickelten, erklärt Kornél Mundruczó. ,,Es war von Anfang an meine Absicht, die Arme einzusetzen, aber ich habe mehr bekommen, als ich gedacht habe. Sie sind menschlich und göttlich zugleich, verfügen über eine Persönlichkeit, sind manchmal aggressiv und manchmal zart‘‘, betont er. ,,Am Beginn der Proben hießen die Arme nur Rechts und Links. Mittlerweile nennen wir sie Adam und Eva.‘‘

 

Ferenc Molnár (1878 - 1952)

Liliom
Vorstadtlegende in sieben Bildern
Für die deutsche Bühne bearbeitet von Alfred Polgar
Neuinszenierung

 

Premiere: 17. August 2019

Weitere Vorstellungen: 19., 21., 23., 24., 26., 27. und 28. August 2019

Perner-Insel, Hallein

 

Kornél Mundruczó Regie 
Monika Pormale Bühne 
Sophie Klenk-Wulff Kostüme 
Felice Ross Licht 
Martin Prinoth Live-Kamera 
Yohan Stegli Choreografie 
Xenia Wiener Musik 
Christina Bellingen, Soma Boronkay, Kata Wéber Dramaturgie

Jörg Pohl Liliom 
Maja Schöne Julie 
Oda Thormeyer Frau Muskat 
Yohanna Schwertfeger Marie 
Julian Greis Wolf Beifeld/Stadthauptmann 
Tilo Werner Ficsur 
Sandra Flubacher Frau Hollunder 
Mila Zoé Meier, Paula Karolina Stolze Luise
James Bleyer Der Drechsler/Chor der Engel
Jens Hoormann Der geschlagene Engel/Chor der Engel
Kathrin Klein, François Lallemand, Julia Nordholz, Aref Weikert, Joelle Westerfeld Chor der Engel
 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: In der Alten Schmiede auf der Perner-Insel fand der Presse-Talk für die Festspiel-Aufführung LILIOM statt. Im Bild von links: Schauspiel-Leiterin der Salzburger Festspiele, Bettina Hering; Regisseur Kornél Mundruczó; Dolmetscherin Friederike Schlegl. FOTO 2: Regisseur Kornél Mundruczó und Schauspiel-Leiterin Bettina Hering auf der ,,Festspieltreppe‘‘ der Perner-Insel. FOTO 3: Ein Motiv aus dem Festspiel-Schauspiel LILIOM. – (SF-Presse-Aussendung, Odo Stierschneider. Fotos 1 und 2: OST, Foto 3: Anne Zeuner).

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DER SALZSCHREIBER veröffentlicht nachstehend Auszüge aus den Kritiken zur Festspiel-Aufführung ,,Sommergäste“ auf der Halleiner Perner-Insel. Die Aufführung stößt in der Tagespresse weder auf totale Begeisterung noch auf komplette Ablehnung. Das Meinungsbild in Auszügen aus fünf bekannten Tageszeitungen, ist deshalb besonders reizvoll, interessant und lesenswert.

Salzburger Nachrichten:
Im Warteraum des Aufbruchs
EINE DRINGLICHKEIT WIRD ERKANNT.
WAS PASSIERT, WENN ALLE ABWARTEN UND SICH DERWEIL VERGNÜGEN?
Knirschend bewegt sich die Bühne in Evgeny Titovs Inszenierung der ,,Sommergäste‘‘. Während Maxim Gorkis Figuren über das Leben jammern, zieht die Zeit vorüber und mit ihr die Räume in Raimund Orfeo Voigts sommerlicher Datscha, die sich als noble Villa präsentiert. Hinter lamellenartigen Holzwänden betrügen gelangweilte Ehefrauen ihre Ehegatten, über die Treppen rennen junge hoffnungsfrohe Männer gleichsam um ihr Leben oder erstarren, weil sie keine Antwort auf ihr tristes Dasein finden. – – – Wie Zombies liegen die Sommergäste in den spektakulären und raffinierten Räumen, sie sind vom Drogenkonsum ausgehöhlt, erschöpft von den Exzessen. Evgeny Titov konterkariert den Small Talk und die stereotypen Konversationen der Gäste mit körperlichen Eruptionen. – – – Die Figuren sind gespenstische Kreaturen in einem düsteren Albtraum. Dem kann auch die elegante Warwara nichts entgegensetzen. Auch wenn sie in ihrem roten Kleid geradezu magnetische Anziehungskraft ausübt, bleibt auch sie eine verzweifelt Suchende. In der zweistündigen Inszenierung ist das Ende jedoch weitaus pessimistischer als in Gorkis Vorlage. Evgeny Titov lasst offen, ob Warwara ein neues Leben beginnt. Auch bleibt ungewiss, ob ihr Verehrer Rjumin den Selbstmordversuch überleben wird. Gleichgültig blicken die Sommergäste auf den Schwerverletzten, neben ihm sinkt Warwara zu Boden. Im Publikum gibt es viel Jubel und Applaus für eine Inszenierung von gesellschaftspolitischer Sprengkraft.

Oberösterreichische Nachrichten:
Die Kakophonie der Wehleidigkeit
HALLEIN: GORKIS ,,SOMMERGÄSTE‘‘ BLEIBEN
ZWISCHEN ZWEI KONZEPTEN IN DER LUFT HÄNGEN
In den Körpern steckt bloß Begehren, das letzte energetische Moment. Wer begehrt ist noch nicht tot, aber nicht einmal diese Sehnsucht nach Fleisch und intellektueller Durchdringung wird beglaubigt, sondern nur mit hohlen Worten erotisiert. Maxim Gorki hat in seinem 1904, am Vorabend der russischen Revolution, erschienenen Drama ,,Sommergäste‘‘ aus Rechtsanwälten, Ärzten, Schriftstellern und Ingenieuren ein Panorama besserer Leute zusammengetrommelt, das sich in jedem Streit, in jeder Debatte, in jeder Selbstentblößung als untauglich herausstellt, gerechtere Verhältnisse herzustellen. – – – Regisseur Titov füttert das Publikum aus diversen Richtungen der dramatischen Nahrungskette. Titov will auch, dass es knallt. So lässt er die mit zehn Statisten aufgeblähte Meute bei Gastgeber Bassow und dessen edler Frau Warwara durcheinander rennen. Figuren und Handlung bleiben dem Publikum lange merkwürdig fremd. – – Wenn sich am Ende der sympathische, vor allem aber plärrende Rjumin drei Schüsse in die Brust jagt, nehmen die Voyeure Aufstellung. Ohnehin  nicht lange, es hält ja auf, von Katastrophen zu lernen. Dass der Bub im rosa Anzug aus dem ersten Bild erneut dasteht und die einzig bekümmerte Warwara auffordert ,,kommen Sie mit uns‘‘, bleibt als dick aufgetragenes Indiz in der Luft hängen: Aha, auch die nächste Generation ist verrottet. Alles aus. Kräftiger, von Fans angeheizter Applaus.

Der Standard:
Wunschloses Unglück
EIN ABEND AUS ZWEI RICHTUNGEN:
,,SOMMERGÄSTE‘‘ BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN
Die Probleme der ,,Sommergäste‘‘ sind so langweilig, dass es die Betroffenen selber ekelt: schlecht verheiratet, unglücklich verliebt, zukunftslose Sinnlosigkeits-Empfindungen. Die ,,soziale Notwendigkeit‘‘ ihrer Existenz, wie es Warwara defätistisch sagt, ist Überschaubar. Maxim Gorki hat diese Wohlstands-Depression, die sich heute weitgehend überholt hat, weil sich niemand mehr für sie interessiert, im Vorfeld der Revolution von 1905 geschrieben. Er wollte es der ,,bourgeoise-materialistischen Intelligenz‘‘ einmal so richtig zeigen. Diese Bourgeoisie ist in einer Zeit profunder Krisen (Rezession, russisch-japanischer Krieg, zaristische Autokratie) mit dem Bauchpinseln beschäftigt und hat nicht die geringste Idee, wie sie sich selbst, geschweige denn dem eigenen Land, wenn schon nicht helfen, zumindest aber nicht auf den Wecker gehen soll. Dementsprechend spart Gorki nicht mit Sarkasmus. Dieser Sarkasmus wird bei den Salzburger Festspielen auf der Halleiner Perner-Insel im hohen Bogen über die Bühne gespien. Ekel, Hass, Trauer überall. Diese überschießende Ausbruchs-Sehnsucht geht in Gorkis Stück von den Frauen aus. Sie sind die starken Figuren mit der größten Wut auf sich selbst. – – – Evgeny Titov, der Regisseur, reisst den ,,Sommergästen‘‘ die Maske der Zivilisierung sofort herunter. In den ersten sieben Minuten drängelt mehr als ein Dutzend Sommerfrischler auf die Bühne und erhofft dort irgendetwas Erlösendes. Da stehen sie dann da und bombardieren einander mit unschönen Analysen ihrer gegenseitigen Ehen: Dein Mann ist wie… und Deine Frau ist soo… – – – Doch bleiben einem am Ende die Nöte der Sommergäste in ihrer Unstimmigkeit und Lachhaftigkeit auch herzlich egal. Man möchte ihnen zurufen: So geht doch und kümmert Euch um den Klimawandel oder tretet den ,,Omas gegen Rechts‘‘ bei! Aber da hat sich schon einer die Kugel gegeben und alle, bis auf Eine, wenden sich hilflos ab.

Die Presse:
Der globale Sommergast, ein Wüterich
TITOVS WOHLDURCHDACHTE INSZENIERUNG VON BÖSEN MÄNNERN UND GEILEN MÄDCHEN. DAS PUBLIKUM BEJUBELTE EINE NICHT NUR
SCHAUSPIELERISCH IMPOSANTE AUFFÜHRUNG
,,Schwängern, schwängern, schwängern, dann ist die Frau einem völlig ausgeliefert‘‘, empfiehlt der zynische Ingenieur Suslow. Die anderen Männer pflichten ihm bei. ,,Frauen sind eine niedere Rasse‘‘, sagt der Eine, ,,dem Tier näher als wir‘‘. Der Andere: ,,Frauen brauchen einen Despoten‘‘. So enden Gorkis ,,Sommergäste‘‘ bei den Salzburger Festspielen auf der Halleiner Perner-Insel. Der russische Regisseur Evgeny Titov zeigt eine ekstatische Party, die sich immer mehr ins Abgründige steigert. – – – Diese Gorki-Figuren haben eine Viechswut, wobei sie kurioserweise wie entfesselte Charaktere von Botho Strauß wirken, die immer wieder ihren kultivierten Diskurs sprengen. Da reisst die hübsche Julia, Frau des Ingenieurs, plötztlich eine Pistole aus dem Clutch und versucht, den Gatten zum Selbstmord zu überreden: Schnell bitte, der Lover wartet! Das bunt gemischte Ensemble musiziert eine raue Sprachsymphonie über Sehnsüchte und Enttäuschungen. Mit deren Einstudierung hat Regisseur Titov etwas Einmaliges geschaffen. Die meisten Figuren sind typengerecht besetzt. Doch ist dies kein burlesker Film sondern eine Kreation, die über das Wort und die Dialoge funktioniert. – – – Von all den temperamentvollen Glücks-Handwerkern, die hier verzweifelt versuchen, ihr Schicksal neu zusammenzuschrauben, bleiben ein paar besonders in Erinnerung: die enttäuschte Idealistin Warwara, ihr Mann, der Anwalt, der so gern den guten und sanften Menschen beschwört, der er selbst jedoch am allerwenigsten ist, die schneidende Poetin und die Ärztin, die Einzige, die ernsthaft die Welt verbessern will, der ratlose Schriftsteller und der ehemalige Industrielle. Öfter scheint das Drama am Mord vorbeizuschrammen, schließ­lich gibt es einen Selbstmord. Übrigens: Auch Gorki versuchte sich zu erschießen…

Süddeutsche Zeitung:
Mit der Keule draufhauen!
EVGENY TITOV INSZENIERTE GORKIS ,,SOMMERGÄSTE‘‘
BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN ALS PLUMPES PAMPHLET
Erst einmal kommt eine nach dem anderen hereingestolpert, meist angeschickert, Sekt- oder Schnaps-Glas in der Hand und sondert hysterisch nutzloses Zeug ab. Der dicke dumme Passow, sein dicker dummer Kumpel Suslow, der kleine dumme Arzt Dudakow. Nach Titovs Wunsch sind diese alle mit ihrem ersten Auftritt vollkommen uninteressant, erfahren aber insofern eine Entwicklung, als sie im Laufe der zweieinviertel Stunden zu grandiosen Widerlingen mutieren. – – – Auf der Habenseite flattern schwärmerische Jünglinge um die Frauen unter den Sommergästen herum, großartig ist Wlas, eher enervierend der todessehnsüchtige Rjumin. Mit diesen Beiden kommt das theoretische Plappern von einer besseren Welt herein, das seine Vollendung in den beiden zentralen Frauengestalten findet. Mit Präzision agiert die kluge Ärztin, die den Aufbruch in eine neue Zeit als berufstätige, alleinerziehende Mutter bereits vorlebt. Und dennoch greint, weil sie sich für die Liebe zu alt fühlt. Eine greint nicht: Warwara. Warum nur heiratete sie den versoffenen Fettsack? Warwara hat Würde, Ruhe, auch ihre Figur handelt nicht, aber sie durchschaut den Stillstand vollkommen. Wäre sie die neue Zeit, die Zukunft wäre warm, menschlich, empathisch und wunderschön. Aber eine Zukunft gibt es nicht. Der Dichter Schalimow, auf den Warwara viel Hoffnung setzte, entpuppt sich als hohles Wrack, Thomas Dannemann  stolziert auch nur mit leerer Arroganz herum, da weiß Warwara dann auch nicht mehr weiter. Mal tanzen alle Techno. Fürchterlich. Meist saufen, heulen, brüllen sie. Grässlich. Am Ende reden die größten Idioten darüber, dass eine Frau dem Tier nah sei, einen Despoten brauche und am besten unablässig zu schwängern sei. Das ist so blöd, dass eine moderne Frau wie Warwara sich darüber nicht einmal mehr aufregen kann. Keule drauf, klar.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 bis 3:
Wie jedes Jahr vor Beginn einer Festspiel-Premiere auf der Halleiner Perner-Insel, so trat auch heuer bei der Premiere für das Schauspiel ,,Sommergäste‘‘ die traditionsreiche Bürgerkorps-Musikkapelle Hallein mit einem halbstündigen Premieren-Konzert in Erscheinung. Es handelt sich dabei um eine Initiative der ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘. FOTOS 4 und 5: Ein Blick auf die Festspiel-Besucher im Halleiner Festspielbereich auf der Pernerinsel. FOTOS 5 bis 15: Aufnahmen aus dem Festspiel-Schauspiel ,,Sommergäste‘‘ auf der Perner-Insel. – (Fotos: Odo Stierschneider).

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Nun erhebt sich also in den verschiedensten Farbtönen Achim Freyers moderne, sechs Meter hohe Skulptur Ödipus-Komplex im Salzburger Festspielbezirk. Die Farbigkeit der über einem Holz- und Metallgerüst errichteten Skulptur, erklärt der Künstler als Mitte zwischen der unbunten Farbe Weiß als Symbol der Bewegung und der unbunten Farbe Schwarz als Symbol für Stillstand. Blickt man sehr genau hin, erblickt man eine große Holzschere, alte Stühle, einen Boxsack, durchbrochen mit Spiegeln und Köpfen und Torsi, Requisiten und Teile des Bühnenbildes, die nicht mehr benötigt wurden. Wie immer, wenn Sinn, Zweck und Aussage eines modernen Kunstwerkes sich dem Betrachter vorerst verschließen, gibt es dazu besonders markante und beeindruckende Interpretationen. Dazu Achim Freyer: ,,Die Skulptur vermittelt: Hier ist ein Ort der Energie, ein Ort des Denkens und der Auseinandersetzung mit den wichtigen Fragen des Lebens wie etwa Wo gehen wir hin? Was ist der Sinn des Lebens?‘‘ Ein rotes Band umschlingt Freyers bunte Skulptur und spannt sich bis hin zu dem berühmten Masken-Block des Halleiner Bildhauers Jakob Adlhart, deren Augen dadurch verdeckt sind. Oder haben sich die Masken selbst die Augen verbunden, angesichts ihres für den geheiligten Festspielbezirk doch recht ungewöhnlich erscheinenden Nachbarobjektes? Sie werden es für die Dauer der Oper Oedipe ertragen müssen, die unter Regie von Achim Freyer gezeigt wird. Der Künstler zeichnet auch für Bühne und Kostüme verantwortlich.

Grundsätzlich besticht natürlich die Idee ganz außerordentlich, eine Festspiel-Aufführung mit einem speziellen Kunstwerk zu begleiten. Das gilt für die Salzburger Festspiele in der Stadt Salzburg ebenso, wie für die Salzburger Festspiele auf der Halleiner Perner-Insel, auf der heuer zum ersten Mal –   anlässlich des Schauspiels Liliom – erfreulicher Weise ein Informations-Gespräch mit Schauspiel-Leiterin Bettina Hering und Regisseur Kornél Mundruczkó stattfand. Künstlerinnen und Künstler aus der Stadt Hallein und der umliegenden Region, könnten beispielsweise auf dem großen Parkplatz vor dem Festspiel-Bereich, alljährlich zu der einen oder manchmal auch zu den zwei Festspiel-Aufführungen pro Spielsaison, mit einem Kunstobjekt in Erscheinung treten. Jedes Jahr, noch vor Weihnachten, geben die Salzburger Festspiele im Rahmen einer Pressekonferenz, ihr Spiel-Programm für den bevorstehenden Festspiel-Sommer bekannt. Für interessierte heimische Künstlerinnen und Künstler steht also genügend Zeit zur Verfügung, um sich mit dem Inhalt der bevorstehenden Schauspiel-Aufführungen auf der Perner-Insel vertraut zu machen. Der Kultur-Verein SUDHAUS.hallein.kultur und der Kunstkreis Tennengau könnten in einem Rundschreiben an die heimischen Künstler feststellen, wie weit das Interesse besteht, für die Aufführungen der Salzburger Festspiele auf der Perner-Insel ein künstlerisches Begleitobjekt zu schaffen. Angesichts der oben beschriebenen Oedipus-Skulptur, müsste die Schaffung eines künstlerischen Objekts auf der Perner-Insel eine verlockende Herausforderung sein. – Die oben stehenden Fotos zeigen die Skulptur Ödipus-Komplex von Achim Freyer sowie eine Nahaufnahme des Masken-Blocks vor dem Festspielhaus, derzeit mit Augenbinde versehen. – (Odo Stierschneider, Fotos: SF / Anne Zeuner).

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