Die Vision ist erlaubt: Wie bezaubernd wäre heute Hallein, wenn das einstige Vorhaben, die Altstadt mit durchgehenden Arkaden aufzuwerten, nicht durch die Stadtpolitik leichtsinnig und völlig unverständlich wieder aufgegeben worden wäre. Arkadengänge entlang der Hausfassaden bedeuten einen massiven optischen Gewinn für alle Städte, in denen sie angelegt wurden. Sie schützen die Passanten und die Kunden der Halleiner Geschäfte darüber hinaus sowohl vor stechenden Sonnenstrahlen als auch vor Regen, Hagel und Schnee. Ein gewichtiges Argument für alle Geschäfte im Stadtzentrum, die gegen den, vor jedem Wetter geschützten Einkauf in den Einkaufszentren, anzukämpfen haben. Die bauliche Umgestaltung des in den vergangenen Jahren verwahrlosten Frank-Eckhauses, im Halleiner Stadtzentrum am Bayrhamer-Platz und an der Thun-Straße, beschert nun der Stadt Hallein erfreulicher Weise, künftig einen weiteren Arkadengang entlang der Bayrhamer-Platz-Fassade (siehe dazu unser 1. Foto oben). Die Fassade wird dadurch optisch erheblich aufgewertet, mehrere geplante Geschäfte im Frank-Haus werden von diesem neuen Arkadengang aus erreichbar sein. Die Bewohner der Stadt und alle, die in Hallein einkaufen wollen, werden sich darüber besonders freuen.

Sensationell: Die Halleiner Altstadt sollte in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts, als die Einkaufszentren rundum bedrohlich auf der grünen Wiese emporwucherten, komplett in eine Arkadenstadt umgewandelt werden! Planten die Hauseigentümer größere bauliche Veränderungen an ihren Gebäuden, dann musste auch entlang der straßenseitigen Fassade ein Arkadengang angelegt werden. Es wurden auf diese Weise bereits mehrere Arkadengänge geschaffen. Bis eine, noch heute völlig unverständliche und fatale Meinungsänderung der Halleiner Stadtpolitiker, den Zwang zur Anlage von Arkaden wieder aufhob. Zurück blieb ein Stückwerk. Das aber immer noch erahnen lässt, wie sehr die Halleiner Altstadt mit durchgehenden Arkadengängen optisch und hinsichtlich Wetterschutz aufgewertet werden könnte.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Die nicht gerade hinreißende Fassade des Frank-Hauses entlang des Bayrhamer-Platzes, wird erfreulicher Weise durch einen Arkadengang aufgewertet. Damit wird das Erscheinungsbild des Gebäudes und des gesamten Bayrhamerplatzes entscheidend verbessert. FOTOS 2 bis 4: Einen schönen Anblick bietet der Beginn der Eder-Straße vom Robert-Platz aus. Sowohl auf der linken Seite (FOTOS 2 und 3) als auch auf der rechten Seite (FOTO 4) am rückwärtigen Teil des Oberbank-Gebäudes, sind hier Arkaden zu finden. FOTO 5: Gegenüber, auf der anderen Seite des Robert-Platzes, im Gebäude neben der Raiffeisenbank, war ein eckförmiger Arkadengang geplant. Fertiggestellt wurde nur jener Teil, der in die Ruprecht-Gasse hineinführt. FOTO 6: Richtung Postgasse war die Weiterführung dieses Arkadenganges geplant, doch dann kam das verhängnisvolle Ende der Arkaden-Vorschreibung. Der Arkadengang wurde damit sogleich in den großen Geschäftsraum integriert. FOTO 7: Der heute verglaste Arkadengang, dessen große Auslagenscheiben auf optisch verheerende Art zugeklebt sind. Einfach entsetzlich! FOTO 8: Halleins kürzester, aber reizvoller Arkadengang, ist auf dem Kornsteinplatz zu finden. FOTO 9: Der machtvollste Arkadengang Halleins entstand an der Thunstraße bei Umbau des einstigen Fleischwaren-Geschäftes Stefanitsch. Derzeit residiert hier die Palmers-Filiale. Diese wird aber schon bald, wie DER SALZSCHREIBER berichtete, in das ehemalige Geschäft Hickade in der Fußgängerzone übersiedeln. (Ohne Foto: Entlang der Tennengau-Buchhandlung in der Thunstraße, verläuft ebenfalls ein schmaler Arkadengang). FOTO 10: Der höchste und längste Arkadengang Halleins wurde entlang des Volksbank-Gebäudes bei der Stadtbrücke am Beginn der Thunstraße errichtet. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Über ein Viertel-Jahrhundert bildete das spartanische Erscheinungsbild der einstigen Groß-Saline auf der Perner-Insel das durchaus originelle Umfeld für die begeisternden Aufführungen der Salzburger Festspiele. Unerbittlich hielten sich in diesem Zeitraum die optisch entsetzlichen, etwa 15 überdachten Auto-Unterstände entlang der großen ,,Festspielfassade‘‘. Nach 27 Jahren wäre es höchste Zeit, diesen Horror endlich zu beseitigen. Außerdem: Die riesige Nord-Industriefassade des Festspielbereiches entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Durch einen Großbrand in der hier untergebrachten Skibob-Fabrik Brenter. Die gesamte Nordhälfte der einst riesigen Salinenanlage musste komplett abgetragen werden. Die heutige Fassade ist keine reguläre Gebäude-Fassade, sie stellt vielmehr einen Querschnitt durch das Gebäude der einstigen Großsaline dar, von dem nur die Südhälfte erhalten blieb. Deshalb bietet  die jetzige Fassade ein derart uneinheitliches und unerfreuliches Gesamtbild.

Die ausgedehnte Fassade stellt derzeit ein Musterbeispiel für die Begriffe fad, unattraktiv, langweilig und uninteressant dar. Sie ist ein einziges, riesiges Dilemma. Die farbliche Gestaltung nähert sich dem Ruinen-Grau an, ohne jede Ausstrahlung. Will man bewusst den Ruinen-Effekt verstärken. müsste man den Verputz großflächig an zahlreichen Stellen abschlagen, um das Mauerwerk sichtbar zu machen. Doch der Begriff ,,Festspiel-Ruine auf der Pernerinsel‘‘ dürfte weder den Veranstaltern noch den Besuchern (mit Ausnahme der unter ihnen befindlichen Archäologen), eine besondere Freude bereiten. Um die jetzige, äußerst unerfreuliche Situation zu ändern, wird man wohl einen Gestaltungs-Wettbewerb durchführen müssen. Näheres dazu weiter unten.

Besonders unerfreulich: Seit 27 Jahren werden die Festspielbesucher mit dem entsetzlichen Mauerwerk der Nordfassade konfrontiert, täglich passieren zehntausende Autofahrer den Festspielbereich auf der Pernerinsel und allen wird nur das reichlich unschöne Erscheinungsbild eines Gebäude-Querschnitts geboten. Das ist weder eine originelle Werbung für die Festspiele auf der Pernerinsel, noch förderlich für das Ansehen der Kulturstadt Hallein. Einziger Lichtblick: Die immer wieder attraktiven Werbetafeln für die Aufführungen der Salzburger Festspiele. Sie könnten sogar noch deutlich größer gestaltet werden mit zweifachem Effekt: Die Werbung für die Salzburger Festspiele wäre noch augenfälliger und wirksamer und ein Teil der schrecklichen Fassade könnte damit elegant entschärft werden.

Das Erscheinungsbild der riesigen Nord-Fassade des Festspielbereiches muss unbedingt verbessert werden. Sie besteht aus dem Eingangsbereich und drei großen, sich Richtung Salzach anschließenden Fassaden-Segmenten. Hier soll kein elegantes Festspielhaus entstehen, aber ein annehmbarer optischer Eindruck ist längst überfällig. Ob man vorher dazu die reichlich unschönen Strukturen an der
Fassade des rechten, salzachseitig gelegenen Objektes begradigt, ist wohl eine Kostenfrage. Auf alle Fälle ist eine passende farbliche Gestaltung dieser Riesenfassade unbedingt erforderlich. Es wäre wohl allzu dürftig, die gigantische Fläche einfach einzufärben – in Weiß (reichlich fantasielos), in hellem Grün, in hellem Orange, in hellem Ocker etc. Es geht darum, der Fassade ein neues, farbiges, professionell gestaltetes Aussehen zu  verleihen. Dazu ist ein Gestaltungs-Wettbewerb erforderlich, zu dem Maler, Grafiker, Künstler eingeladen werden sollten.

Es geht dabei nicht um irgendwelche kunstvolle Darstellungen, sondern um eine durchaus raffiniert angelegte, rein farbliche Fassaden-Gestaltung. Soll die Fassade künftig als großes, durchgehendes Element in Erscheinung treten oder sollen ihre derzeit erkennbaren, vier einzelnen Teilbereiche stärker durch unterschiedliche Farbgebung betont werden? Der Gestaltungs-Wettbewerb sollte dazu klare und eindeutige Antworten liefern. Falls einer der Teilnehmer eine hinreißende optische Lösung findet (der berühmte Göttliche Funke!), die über die rein farbliche Gestaltung hinausgeht und in der Jury einhellige Zustimmung findet, dann  sollte eine Realisierung wohl möglich sein.

Den im Umfeld der Festspiele geradezu absurd erscheinenden, überdachten Auto-Abstellplätzen, gehört so rasch wie möglich ein Ende bereitet. Sie verschandeln die gesamte große Fassade des Festspielbereiches. Der Zustand der hölzernen Dachkonstruktion ist ohnehin nur peinlich zu nennen, das Erscheinungsbild mancher leerer Abstellplätze ist so gestaltet, dass man nur fordern kann: Weg mit dem gesamte Krempel! Der entsetzliche Auto-Unterstand gehört endlich, endlich abgerissen und ersatzlos beseitigt. Damit kann die gesamte große Fassade einheitlich neu gestaltet werden. Ob in Zukunft wieder vor der Fassade, so wie jetzt noch unter Dach, wieder Autos parken können, wird man nach der optischen Aufwertung der Fassade entscheiden können. Wobei eigentlich nichts dagegen einzuwenden wäre, diese Parkfläche – nun ohne Dach – auch weiterhin zu nützen.

Noch rasch einen Blick auf den großen Perner-Insel-Parkplatz.
Zumindest der kleinere Anteil der Festspielbesucher stellt hier sein Fahrzeug ab. Denn einfacher und bequemer geht es wahrlich nicht mehr. So gibt es immer wieder Überlegungen, die Parkfläche durch  ein Tiefgeschoß untertags oder durch eine Parkfläche obertags zu verdoppeln oder gar beide Parkflächen zu errichten. Derzeit ist die Oberfläche des Parkplatzes nicht asphaltiert, was immer wieder zu unangenehmer Pfützenbildung führt. Der Verfasser dieser Zeilen erlebte hautnah, was dies bedeutet: Als eine Festspiel-Besucherin nach Ende der Vorstellung in ihr Fahrzeug steigen wollte, versank sie mit ihren Stöckelschuhen in einer Wasserlache. Galant half er ihr aus den Schuhen, um sie lässig mit seinen Sakkoärmeln zu säubern. Die dankbare Lady fuhr glücklich nach Hause, auseHhhdas Sakko wurde am nächsten Tag vorschriftsmäßig entsorgt.

Zusammenfassung: Ein tadellos gepflegter Perner-Insel-Parkplatz und eine von den reichlich unschönen Auto-Unterständen befreite und optisch endlich attraktiv gestaltete Nord-Fassade auf der Pernerinsel – eine wahrlich aufregende Vision für die Festspiele und für die Stadt Hallein! – Die oben stehenden Fotos dokumentieren es eindringlich. Die große Fassade, die durch vier Bauwerke gebildet wird, lässt alles erahnen, nur nicht, dass dahinter Aufführungen der Salzburger Festspiele stattfinden. Eine zufriedenstellende farbliche Gestaltung ist überfällig. Die Fotos zeigen in vier Abschnitten die gesamte Fassade vom Eingangsbereich bis zum letzten salzachseitigen Fassadenabschnitt. Man erkennt auch die verheerende optische Wirkung der überdachten Auto-Abstellplätze. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST)

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Im Goldbach sind oder waren Spuren von Gold zu finden. Im Fischbach tummeln sich hoffentlich noch die Fische. Und in einem Kotbach? Da findet sich jedenfalls nichts Angenehmes sondern wohl nur Abstoßendes. Als in Hallein noch die Salzbergbahn in Betrieb war, da legten sich am Wochenende auf dem Bayrhamerplatz, in Sichtweite zur nahen Kotbach-Brücke, heimtückische Pensionisten auf die Lauer. Wenn sie dann endlich von auswärtigen Ausflüglern nach der Salzbergbahn gefragt wurden, dann tönte es im Chor: ,,Dort über die Kotbach-Brücke!‘‘ Speziell die ortsfremden Frauen zeigten sich dann entsetzt und weigerten sich zum Gaudium der Halleiner Pensionisten standhaft, die schaurige Kotbach-Brücke zu betreten. In den zurückliegenden Fünfziger-Jahren, fingman an, sich vom Wahnsinn des 2. Weltkrieges zu erholen. Da wurde der Kotbach zur Müllkippe, in der man regelmäßig Gedärme-Knäuel und Knochen schwarz geschlachteter Tiere ebenso entdeckte wie unbrauchbare Fahrräder oder Küchen- und noch abstoßendere Abfälle. Heute ist das Wasser des Kotbaches in akzeptablem Zustand, doch der Name ist genauso widerwärtig und abstoßend wie schon vor Jahrzehnten. Höchste Zeit also, dass der Kotbach, der die zweitgrößte Stadt des Landes Salzburg durchfließt, endlich eine stubenreine Bezeichnung erhält.

Dass die Bezeichnung Kotbach allgemein als widerwärtig empfunden wird, zeigen jüngste Versuche, den Kotbach durch die Bezeichnung Kothbach etwas zu entschärfen. Das Pressezentrum des Landes Salzburg tut es, indem es erst kürzlich in seinen Aussendungen zur Sanierung der Kotbach-Bücke in Bad Dürrnberg den Kotbach völlig unrichtig mit th schreibt. Das Stadtamt Hallein tut es, indem es ebenfalls dem Kotbach ein imageverbesserndes th verpasst. Abgesehen davon, dass der Kotbach nirgendwo sonst (siehe Fotos oben!) mit th geschrieben wird, es bleibt noch immer das Problem des mündlich produzierten Kothbaches. Um ihm hörbar ein th zu verpassen, müsste man zumindest einen Lungenflügel herauskeuchen. Also vergessen wir den widerwärtigen Kotbach und suchen für ihn eine akzeptable Bezeichnung. So wie man es anderswo jedenfalls schon längst getan hätte. Die Dickfelligkeit all jener Entscheidungsträger, die hier schon längst eine akzeptable Namensänderung hätten vornehmen müssen, ist zumindest erstaunlich.

Vor einem halben Jahrhundert stellte bereits die ,,Halleiner Zeitung‘‘ eine Namensänderung des Kotbaches zur Diskussion. Zwei Varianten wurden den HZ-Lesern zur Auswahl angeboten. 1. Mühlbach. Denn Hallein hieß vor der Bezeichnung Hallein Muelpach, weil es entlang des heutigen Kotbaches seinerzeit mehrere Mühlen gab. 2. Salzbach. Dafür gibt es eine unschlagbare Begründung: Der Salzbach fließt herunter vom Dürrnberger Salzberg, er durchquert die alte Salzstadt Hallein und mündet in die Salzach. Wenn das keine Vorgabe ist! Dies sahen die Leserinnen und Leser der ,,Halleiner Zeitung‘‘ genauso und stimmten praktisch einstimmig für die Umbenennung des Kotbaches in Salzbach. Doch die Halleiner Stadtpolitik scheute die lästige Mehrarbeit, die möglicherweise mit einer Namensänderung des Kotbaches verbunden sein könnte und verschleppten das Ganze. So besitzen die braven, untertänigen, leidensfähigen Halleiner noch heute den einzigen Kotbach Österreichs. Kotbach – einfach widerlich und unappetitlich!

Die armseligen drei Buchstaben, die der Kotbach so vor sich herträgt, sie haben es wahrlich in  sich. Die klarste und verständlichste Definition jenes Begriffes, den die drei ersten Buchstaben bilden, findet sich nicht im Internet oder in Wikipedia, sondern in der großen, 25 dicke Wälzer umfassenden Brockhaus-Enzyklopädie. Damit alle, die den Ausdruck Kotbach leichtfertig in den Mund nehmen auch wissen, wovon sie eigentlich reden, zitieren wir aus dem Brockhaus-Band Nummer 25, Suchbegriffe von KIR bis LAG, Seite 407, 1. Textspalt Mitte: KOT. Ausscheidungs-Produkt des Darmes, das aus Wasser, Darmbakterien, abgestoßenen Epithelien, Sekreten der Verdauungsdrüsen, nicht resorbierbaren Nahrungs-Bestandteilen sowie aus Gärungs- und Fäulnis-Produkten besteht. Der typische Kot-Geruch rührt vor allem von den bei Fäulnisprozessen entstehenden Verbindungen Indol und Skatol her. Die braune oder braungelbe Färbung ist auf die Abbauprodukt der Gallenfarbstoffe zurückzuführen. (Zitat-Ende). Also: sollte die Stadt Hallein nicht doch auf ihre heißgeliebte Bezeichnung Kotbach verzichten?

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Ausschnitt aus einem Halleiner Stadtplan mit der Bezeichnung Kotbach im Bereich des Bundesgymnasiums. FOTO 2: Ausschnitt aus Salzburg WIKI mit dem Wort Kotbach. FOTO 3: Stichwort-Register aus dem Buch ,,Hallein‘‘ von Ing. Ernst Penninger, erster Leiter des Keltenmuseums Hallein, mit den Begriffen Kotbach und Kotbachschuttkegel. FOTO 4: Der Kotbach im Salzburger Gewässer-Register. FOTO 5: Ausschnitt aus einem Halleiner Stadtplan mit der Bezeichnung Kotbach im Bereich von Bad Dürrnberg. Hinweis: In keinem der gezeigten fünf Beispiele, wird der Kotbach mit th geschrieben! – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Ein perfektes Kuriosum, durchdrungen von Dramatik pur. So stellt sich derzeit das letzte Erinnerungs-Objekt an die 800 Jahre währende Salzproduktion in Hallein dar. Das einzige Gebäude in ganz Europa, dessen Einsturz seit Jahren nur durch einen Wald an Holzstützen in zwei Geschoßen verhindert werden kann, enthält die letzte historische Salzsiede-Pfanne auf der Halleiner Perner-Insel. (Siehe dazu die oben stehenden beschämenden Fotos). An der Sanierung des Gebäudes und damit an der Rettung der letzten Salzsiedepfanne, müsste vor allem die Stadt Salzburg ein fundamentales Interesse haben, da sie allein über Jahrhunderte hinweg von der Salzproduktion in Hallein profitierte. Ohne das Salz aus Hallein wäre die Landeshauptstadt eine ganz normale, unauffällige Kommune geworden. Doch mit dem Salz aus Hallein, bauten die weltlich regierenden Salzburger Fürsterzbischöfe ihre Residenzstadt zum prachtvollen Regierungssitz aus, der längst schon zum Welt-Kulturerbe erklärt wurde. Hallein blieb indessen nur eine ausgebeutete Salzkolonie. Hier nahmen die Fürsterzbischöfe keinen einzigen Ziegel in die Hand, um auch nur ein einziges bemerkenswertes Objekt zu errichten. Durch Erlass entzogen sie sogar die Gewinne aus der Salzförderung der Steuerhoheit der Stadt Hallein, deren kleine Altstadt durch bis zu 11 große, rauchende und dampfende Salinen in jeder Entwicklung behindert wurde. Zeitgenössische Reisende zeigten sich schockiert über den Zustand der Stadt und über das Aussehen ihrer Bewohner. Franz Schubert, der ebenfalls einmal Hallein besuchte, formulierte herzhaft und mit dramatischer Deutlichkeit: ,,Es ist als ob man vom Himmel (der Stadt Salzburg), auf einen Misthaufen (die Stadt Hallein) gefallen wäre!‘‘

Die Fürsterzbischöfe zahlten nur Schandlöhne an die Bergleute im Salzbergwerk, an die Arbeiter in den Salinen und an die Salzach-Schiffer. Die Halleiner Bevölkerung wurde als ,,schmalgesichtig und hohläugig‘‘ beschrieben, die Frauen und Kinder belästigten auswärtige Besucher durch ihre aggressive Bettelei. Hallein wurde fast immer durch den Rauch und das Dampfgewölk aus den Salinen verfinstert, die rußgeschwärzten Hausfassaden brachten der Stadt den Ehrentitel ,,Das schwarze Hallein‘‘ ein. Leserinnen der 1996 eingestellten ,,Halleiner Zeitung‘‘ berichteten deren Herausgeber, dass sie in ihrer Jugend stets zu weinen begannen, wenn ein Besuch der Stadt Hallein bevorstand – so sehr fürchteten sie sich vor dieser schrecklichen Stadt. Daher: Eine Wiedergutmachung durch die Stadt Salzburg ist längst schon überfällig!

Die erste Initiative eines Abgeltungs-Versuches der Jahrhunderte währenden Bevorzugung der Stadt Salzburg gegenüber Hallein, wäre eine entscheidende finanzielle Unterstützung bei der Renovierung jenes Gebäudetraktes der Alten Saline, dessen Zusammenbruch nur noch durch zahllose Holzstützen verhindert werden kann. (Siehe dazu die oben stehenden beschämenden Fotos). Die darin befindliche historische Salz-Siedepfanne ist das letzte Symbol der Halleiner Salzgeschichte. Aufgrund der historischen Tatsachen ist sie von wesentlich größerer Bedeutung für die Stadt Salzburg als für Hallein. Dass die Stadt Salzburg nicht von sich aus tätig wird, dass sie diesen Themenbereich scheut, wie der Teufel das Weihwasser, ist skandalös aber irgendwie verständlich. Deshalb wird die erste Initiative für ein sinnvolles Gespräch von Hallein kommen müssen. Vergessen wir nicht: Ohne das Salz aus Hallein gäbe es nicht die riesige Festung Hohensalzburg, nicht die zahlreichen Kirchen in der Salzburger Altstadt, nicht den Dom in seiner bestehenden Größe, weder das Mirabell-Schloss noch den Mirabell-Garten, nicht die heutige Struktur der Salzburger Altstadt, nicht die Alte Residenz oder die Neue Residenz, den Residenz-Brunnen oder Schloss und Park von Hellbrunn.

Es ist durchaus als Armutszeugnis der Salzburger Stadtpolitik anzusehen, dass sie bisher kaltblütig über diese peinlichen historischen Gegebenheiten hinweggesehen hat. Dass sie bisher die Jahrhunderte dauernden Salz-Raubzüge der Salzburger Fürsterzbischöfe in Hallein zugunsten der Stadt Salzburg bedenkenlos akzeptierte und keinen Gedanken daran verschwendete, so etwas wie eine Wiedergutmachung in die Wege zu leiten.  Es ist höchste Zeit, dass sich an diesen ungeheuerlichen Tatsachen etwas ändert. Nach den Bürgermeisterwahlen und Gemeinderatswahlen am 10. März 2019 wird es darum gehen, die Politiker der Stadt Salzburg an ihre historisch belegbare und moralische Verpflichtung, betreffend die Stadt Hallein, zu erinnern. Die Gesamtschuld der Stadt Salzburg gegenüber Hallein lässt sich ohnehin nie mehr auch nur annähernd begleichen. Die Stadt Salzburg ist und bleibt für immer der größte Schuldner der Stadt Hallein. Eine sinnvolle Unterstützung Halleins bei diversen Vorhaben ist gerade deshalb einzufordern. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Die kahlen Hausfassaden in der Halleiner Altstadt ohne Blumenschmuck an den Fenstern sind nicht nur äußerst unerfreulich und peinlich, sie stellen auch ein grandioses Armutszeugnis für die zweitgrößte Stadt des Landes Salzburg dar. Ringsum in den deutlich kleineren Ortschaften des Tennengaues blüht es hingegen so prächtig an zahlreichen Fenstern, dass es eine wahre Freude ist. Es wäre wichtig, in einer Umfrage unter den Halleiner Hausbesitzern festzustellen, woher diese sture Blumen-Feindlichkeit kommt und wer bereit wäre, mit finanzieller Hilfe der Stadt und des Tourismusverbandes, die Kosten für die Montage der Blumenbehälter auf sich zu nehmen. Das Ganze ginge auch in Form einer Verlosungsaktion. Dabei müsste jeweils für eine Hausfassade am Schöndorfer-Platz, am Oberen Markt, in der Fußgänger-Zone, am Bayrhamerplatz, in der Thun-Straße, am Kornstein-Platz, in der Wichtlhuber-Straße, am Bürgerspital-Platz, in der Schiemer-Straße und in der Kuffer-Gasse, die Montage der Blumenbehälter für ein Gebäude zu gewinnen sein. Damit wären die ersten zehn Blumenschmuck-Fassaden gesichert. Erfahrungsgemäß ziehen andere Hausbesitzer nach, wenn in ihrer Nachbarschaft eine mit bunten Blumen geschmückte Fassade allgemeines Lob und Begeisterung hervorruft.

Zur Zeit prägt depressive Fadesse die Hausfassaden rund um die Plätze der Altstadt und entlang der Straßen. Doch es gibt einige begeisternde Ausnahmen. Wie auf unserem 1. FOTO den grandiosen Balkon am Beginn der Zechnerstraße gegenüber der Stadtpfarrkirche. Das ist absoluter Blumenschmuck-Rekord in der Halleiner Altstadt! Seit über einem halben Jahrhundert glänzt, dazu die FOTOS 2 und 3, die gesamte ausgedehnte Fassade des Halleiner Rathauses mit vorbildlichem Blumenschmuck. Heuer allerdings zerstörte der Hitzefraß unseres Zentralgestirns eine ganze Reihe von Blumen an den Fenstern des Rathauses, wie unser 4. und 5. FOTO es dokumentieren. (Wie praktisch, dass verdurstende Blumen nicht schreien können!). Mit dem 6. FOTO danken wir dem Stadtkrug am Bayrhamer-Platz für seine dankenswerte Blumen-Initiative in der kahlen Fassaden-Wüste ringsum. Einen absoluten Höhepunkt bildet jedoch der kleine, heimelige, versteckte Bruckhäuser-Platz, Dort gibt es zwei Hausfassaden, die mit absolut preisverdächtigem Blumenschmuck aufwarten. Derartige Beispiele fehlen leider in der übrigen Halleiner Altstadt. Was sich allerdings, siehe oben, durchaus ändern ließe. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST)

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Eine Horror-Show fürwahr. Es gibt nichts Deprimierenderes als mitten in einer Stadt leerstehende Geschäfte mit lieblos verklebten Auslagen. In Hallein ist längst schon ein initiatives Management überfällig, das sich mit einer sinnvollen Eingliederung der Leerstände in ein positives Stadtbild auseinandersetzt. Es ist dringend und visionär zu überlegen, wie man die leerstehenden Geschäfte mit ihren Auslagen bis zu ihrer neuerlichen Vermietung sinnvoll nützen und in den Tagesablauf der Stadt einbinden kann. Künstler könnten mit kleinen Plastiken, Bildern, Keramikobjekten, Schnitzarbeiten und gedrechselten Objekten wieder Leben in die leeren Auslagen bringen. Ebenso sollten sich Geschäftsinhaber überlegen, ob sie nicht zusätzlich in einer der nicht genützten Auslagen ihre Produkte präsentieren könnten. Die Modeschule könnte ihre hinreißenden Kreationen in leeren Auslagen zeigen, das Keltenmuseum müsste eine der Auslagen als Anregung zu einem Museumsbesuch gestalten. Für die beiden Halleiner Buchhandlungen wäre es sicher interessant, in Hallein über eine weitere Auslage mit Büchern verfügen zu können. (Am 23. April war der Welttag des Buches. In einer zusätzlichen Auslage hätte man diesen intensiv bewerben können). Blumengeschäfte könnten mit einer zusätzlichen Auslage einen sympathischen, farbenfrohen Anziehungspunkt schaffen. Vereine hätten die Möglichkeit, sich in leeren Auslagen zu präsentieren und um neue Mitglieder zu werben.

Die Wirtschaftskammer Hallein müsste ihre Mitglieder darauf verweisen, dass in leerstehenden Auslagen wirksame Werbung für ein Unternehmen möglich ist. Außerdem müsste in den leeren Auslagen eine aufrüttelnde Kampagne gegen leichtsinniges und die Einkaufsstadt Hallein gefährdendes Einkaufen bei den internationalen, milliardenschweren und in Steuerparadiesen werkenden Internet-Konzernen wie Amazon gestartet werden. Das alles geht nicht? Das alles ist unrealistisch? Das alles ist nicht möglich? Ha! Ha! Schon längst wird in Hallein, gemeinsam von zwei Wirtschaftstreibenden, in einer Auslage im Zentrum demonstriert, dass die Präsenz in einer Auslage, auch ohne dazu gehörendes Geschäft, sinnvoll ist und ganz ihren Zweck erfüllt. Es wäre wichtig und konstruktiv, im Rahmen des Vereines der Halleiner Geschäftsinhaber ,,Gemeinsam für Hallein‘‘, eine Mitglieder-Versammlung zum heißen Thema einzuberufen. Natürlich muss auch mit der Horror-Vision gerechnet werden, dass keiner der vorhin Genannten an einer zusätzlichen Präsenz in einer Auslage interessiert ist. Dann wird eben die Horror-Show der leeren Geschäftsauslagen auch in Zukunft dargeboten. Kein schlechter Witz, man muss nur ganz genau hinsehen: Auf drei der insgesamt vier oben abgebildeten, leer stehenden und verklebten Geschäfte, wird bereits mit kleinen, (widerrechtlich aufgeklebten) Plakaten für eine HORRORSHOW geworben… – Die vier ersten Fotos oben von leer stehenden Geschäften im Halleiner Stadtzentrum machen jeden Kommentar überflüssig. Eine Möglichkeit, leer stehende Auslagen sinnvoll mit Leben zu erfüllen und zu nützen, zeigt das 5. Foto oben. Zwei Geschäftstreibende teilen sich die Auslage. Die obere Auslagenhälfte zeigt reizvolle, künstlerisch gestaltete Holzobjekte, die darunter liegende Hälfte der Auslage bietet eine breite Auswahl an Pflege- und Gesundheits- Produkten. – (Odo Stierschneider, Fotos OST).

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Wie werden Gemeinden zu Orten der Zukunft? Dieser spannenden, ja existenziellen Frage ging ein Netzwerktreffen der Agende 21 in Hallein im großen Kolping-Saal auf den Grund. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die sich maßgeschneidert für Bürgermeister, Vizebürgermeister, Stadträte und Gemeindevertreter präsentierte, stand ein visionärer und fesselnder Vortrag zur Zukunft der Gemeinden, von Zukunftsforscher DI Günther Humer MSc von der Zukunftsakademie Oberösterreich. Begrüßt wurden die Gäste des Abends von Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Rössler. Nach dem Referat von Günther Humer folgte eine Diskussionsrunde unter den Anwesenden. Gelegenheit zu einem informellen Austausch war schließlich beim abschließenden Buffet gegeben.

 

VISIONEN UND SCHRITTE
IN DIE RICHTIGE RICHTUNG

Zukunftsforscher Günther Humer stellte markante und visionäre Sätze in den Raum: ,,Eine Gemeinde, die keine Idee einer wünschenswerten Zukunft hat, lebt schon in der Vergangenheit!‘‘ Oder: ,,In Zukunfts-Gemeinden ist eine Kultur der Projekt-Entfaltung erlebbar.‘‘ Oder: ,,Im Spannungsfeld zwischen Vision und Realität entsteht das Neue für eine Gemeinde.‘‘ Oder: ,,Zukunft wird in jener Gemeinde spürbar, in der es eine gemeinsame Vision gibt und gleichzeitig ständig Schritte in die richtige Richtung gesetzt werden.‘‘ Oder: ,,Menschen und Themen verbinden, um das Neue in die Gemeinden zu bringen und es begreifbar und gestaltbar zu machen.‘‘ Oder: ,,Megatrends warten auf unsere Gemeinde wie Demographischer Wandel, Mobilität, Klimawandel, Konnektivität, Neue Arbeitsfelder, Globalisierung, Individualisierung und Urbanisierung.‘‘

JEDE SEKUNDE EINE NEUE
CHANCE FÜR DIE GEMEINDE

Wie sind unsere Träume und Bilder einer Gemeinde als Experimentierort für den Umgang mit dem Neuen gestaltet, wenn wir an ihrer Entwicklung mitwirken wollen? Da gilt es, sehr realistisch an den Start zu gehen: Ideensammlung – Sensibilisierung – Entscheiden – Öffnen – Einbinden – Lokale Beteiligungskultur – Visionen – Das neue Denken – Kreative Ideen – Prototypen – Innovation – Schließlich die konkreten Projekte. Und wie gehen wir mit dem Wandel der Zeit in unserer Gemeinde um? Stecken wir den Kopf in den Sand, weil wir immer schneller, immer mehr leisten sollen (Burnout) oder entscheiden wir uns für ein gemeinsames Vorgehen Schritt für Schritt (Kooperation)? Wie ermöglichen wir vor Ort in unserer Gemeinde eine Kultur der Potentialentfaltung? Mit den drei Faktoren der Potentialentfaltung in den Gemeinden: 1. Menschen (auch bei sich selbst!), 2. Themen und 3. Prozesse. Noch eine schöne Ansage: ,,Gemeinden können bekommen, was sie wollen. Wenn sie den Blick auf die Möglichkeiten richten, die ihnen jeder Augenblick bietet, finden sie in jeder Sekunde eine neue Chance!‘‘ Zukunftsforscher Günther Humer abschließend: ,,Zweifle nicht daran, dass bereits eine kleine Gruppe überzeugter Menschen die Welt verändern kann. In Wahrheit ist das die einzige Kraft, die Veränderungen bewirkt hat!‘‘ – (Odo Stierschneider. Fotos: Agenda 21).

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Um endlich zweifelsfrei darzulegen, was das Wort Kot tatsächlich bedeutet, fahndeten wir in der 24 Bände umfassenden Großen Brockhaus-Enzyklopädie.
Wir zitieren. ,,Kot: Exkremente, Stuhl, Ausscheidungsprodukt des Darms.‘‘ Demnach könnte der Kotbach völlig korrekt auch als Exkrementebach, als Stuhlbach oder als Darm-Ausscheidungsbach bezeichnet werden. Die Ältesten unter den Halleinern erinnern sich mit Schaudern daran, was einst alles in den Kotbach entsorgt wurde: Gerümpel, Gedärme privat geschlachteter Schafe oder Ziegen, kaputte Fahrräder, mit Kot gefüllte Windel, unbrauchbares Geschirr, löchrige Töpfe, zerrissene Bekleidung, Glasscherben, Speisenreste etc. Nur den fallweise auftretenden Hochwässern war es zu verdanken, dass das zugemüllte Gerinne des Kotbachs mit Brachialgewalt doch immer wieder von seinen Unappetitlichkeiten befreit wurde. Der Horror hielt noch in den Nachkriegs-Jahren an und erst als der bis dahin unbekannte Begriff ,,Umweltschutz‘‘ auch in Hallein seinen Einzug hielt, änderten sich die entsetzlichen Dinge doch zum Besseren. Längst schon fließt sauberes Wasser im Kotbach, der die gesamte Stadt durchquert, manchmal tummeln sich Wildenten im Gerinne und im Bereich des Florianiplatzes sind immer wieder Fische im Wasser des Kotbachs zu entdecken.

EINE GEPFLEGTE STADT
UND MITTENDRIN EIN ,,KOTBA CH‘‘

Als noch die Salzbergbahn existierte, fragten immer wieder Touristen nach deren Talstation. Eine Pensionisten-Gruppe, die damals das Stadtzentrum besetzt hielt (,,Affeninsel‘‘) hatte die stets gleiche Antwort parat: ,,Dort über die Kotbach-Brücke und dann geradeaus!‘‘ Bei Touristen-Ehepaaren stellte sich dann regelmäßig jene Reaktion ein, auf die die Pensionisten schon gelauert hatten: ,,Also Klaus-Dieter, zu einem Kotbach gehen wir nicht. Wir gehen besser in die andere Richtung!‘‘ Mittler-weile ist die Stadt Hallein gepflegt wie nie und verfügt im Altstadt-Zentrum über einen mustergültigen Straßenbelag. Nur der Kotbach trägt nach wie vor seine abstoßende Bezeichnung vor sich her. Aufgrund einer entsprechenden Initiative der ,,Halleiner Zeitung‘‘, gab es noch unter Bürgermeister Franz Kurz Bemühungen, den Namen Kotbach loszuwerden – allerdings ohne nachhaltigen Erfolg. Derzeit besteht bei der Stadtgemeinde keine erkennbare Absicht, sich vom Albtraum Kotbach zu verabschieden. Das wäre vielleicht verständlich, falls wir im Hallein der vergangenen Jahrhunderte leben würden. Damals war Hallein nur die ausgebeutete Salzkolonie der Salzburger Fürsterzbischöfe, bis zu 11 (!) große Salinen verhüllten und verfinsterten Hallein permanent mit dichten Dampf- und Rauchwolken. Aus dem Salzerlös wurde die Stadt Salzburg über Jahrhunderte mit Pracht und Prunk ausgestattet, in der schrecklichen Stadt Hallein jedoch geschah nichts dergleichen. Da war es auch schon egal, dass ein Bach, der die gesamte Stadt durchquerte, schlicht und einfach Kotbach hieß.

 

DER HIMMEL: DIE STADT SALZBURG.
ABER EIN MISTHAUFEN: DIE STADT HALLEIN.

Reisende der damaligen Zeit, die sich nach Hallein wagten, berichteten Schockierendes. Franz Schubert in einem Brief an seinen Bruder: ,,Wir gelangten in die äußerst schmutzige und grausliche Stadt Hallein. Die Einwohner sehen alle wie Gespenster aus, blass, hohläugig und mager zum Anzünden. Es ist, als ob man vom Himmel, der Stadt Salzburg, auf einen Misthaufen, die Stadt Hallein, fiele.‘‘ Da wundert man sich nicht, dass ein Kotbach war, der die Stadt durchquerte, Der permanente Rauchqualm färbte die Hausfassaden schwarz – das ,,schwarze Hallein‘‘ wurde zum festen Begriff. Noch nach dem 2. Weltkrieg begannen kleine Mädchen aus der Umgebung Halleins zu weinen, wenn Hallein besucht werden sollte, so sehr fürchteten sie sich vor dieser schrecklichen Stadt. Da war es auch schon egal, dass ein die Stadt durchquerendes Gewässer schlicht und einfach Kotbach hieß. Doch jetzt, im 21. Jahrhundert, müssten halt doch ganz andere Ansprüche und Maßstäbe gelten. Sollte man meinen.

HALLBACH ODER SALZBACH,
DIE LANDESREGIERUNG WEISS ALLES DAZU

Was also ist zu tun, um endlich die ekelige Bezeichnung Kotbach loszuwerden? Wie kommt Hallein endlich zu seinem SALZBACH, der die einstige SALZstadt Hallein durchfließt, der vom SALZberg Dürrnberg herabkommt und in die SALZach mündet? Oder wie kommt Hallein endlich zu seinem HALLBACH, jenen Bach, der mit HALL die mittelalterliche Bezeichnung für Salzbergwerk trägt (wie etwa ReichenHALL oder HALLstatt oder HALLein)? Bei der aus zahlreichen Ressorts bestehenden Abteilung 7 der Salzburger Landesregierung, zuständig für alle Wasser-Angelegenheiten, zeigte man sich erstaunt über die Anfrage des SALZSCHREIBER, unter welchen Voraussetzungen die Umbenennung eines Gewässers möglich sei. Im Bundesland Salzburg sei dies bislang noch nie der Fall gewesen. Dennoch werde man dieser Frage nachgehen, um anschließend Auskunft zu erteilen. Dafür bedankt sich der SALZSCHREIBER auch an dieser Stelle.

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STEHENDEN FOTOS
FOTOS 1 bis 4:
Nur in Hallein ist es möglich, dass ein derart idyllisches und romantisches Gewässer, das sich derart malerisch fotografieren lässt, noch immer als Kotbach und nicht als Salzbach (oder Hallbach) bezeichnet wird – ein blanker Wahnsinn! FOTO 5: Der Winter löscht alle Farben, es herrschen in erster Linie die Tönungen Schwarz und Weiß. Der Salzbach (oder Hallbach) erreicht den Bereich der Altstadt und wendet sich der Augustinergasse zu. FOTOS 6 bis 9: Der Salzbach (oder Hallbach) entlang der Augustinergasse. FOTO 10: Der Bach verschwindet unter der Brücke, die zum Molnarplatz führt. FOTO 11: Vor der Brücke zum Florianiplatz taucht der Salzbach (oder Hallbach) kurz auf und unterquert die Fahrbahn. FOTO 12: Der Salzbach (oder Hallbach) in der Metzgergasse. FOTO 13: Schließlich mündet der Salzbach (oder Hallbach) nachdem er durch eine Öffnung in der Stadtmauer die Altstadt verlassen hat, unterhalb der Kai-Zufahrt zur Griestor-Tiefgarage in die Salzach. Genau hinsehen! Dort schwimmen im sauberen Gewässer des Salzbachs (oder Hallbachs) zwei Schwäne! – (Odo Stierschneider. Foto1: Walter Hirzinger, Fotos 2 bis 4: Josef Horn. Fotos 5 bis 13: OST).

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Seit mehr als einem Vierteljahrhundert schleppt der Salzträger im Halleiner Stadtwappen völlig sinnlos nur noch leere Salzfässer durch die Gegend. Seit dem Ende der 800 Jahre währenden Salzproduktion am 31. Juli 1989 scheut das offizielle Hallein das Thema Salz wie die Pest. Es gibt keinerlei Bemühungen zur musealen Wiederbelebung der letzten Salz-Siedepfanne, deren einzigartige Bedeutung für Stadt und Land Salzburg sie zur wichtigsten Erinnerungsstätte überhaupt macht. Dafür rostet die letzte Salzproduktions-Pfanne im ersten Stock vor sich hin, umgeben von einem durchaus kuriosen Wald an stützenden Holzpfosten, die den Einsturz des historischen, freitragenden Daches verhindern sollen. Unten im Erdgeschoß das gleiche Elend: eine bröckelnde Mauerstruktur, die einst den Brennraum für die darüber liegende Salz-Siedepfanne umgab. Auch hier überall die peinlichen Holzpfosten-Stützen, die den Absturz der darüber liegenden Siedepfanne ins Erdgeschoß verhindern sollen. Auf der gesamten, auch nur einigermaßen zivilisierten Welt gibt es kein historisches Objekt von so fundamentaler Bedeutung, das auf derart schändliche Art vernachlässigt wird.

PLANUNGSKONZEPT FÜR DIE
KÜNFTIGE SCHAUSALINE ÜBERFÄLLIG

Nur einmal befasste sich die Halleiner Stadtpolitik mit dem äußerst peinlichen Thema. Es war der viel zu früh verstorbene Vizebürgermeister Walter Reschreiter, der noch an den seinerzeitigen Bürgermeister Christian Stöckl die Frage richtete, was die Stadt künftig mit der historischen Salz-Siedepfanne inmitten eines renovierungsbedürftigen, nur durch einen Wald an Holzpfosten-Stützen vor dem Einsturz bewahrten Gebäudetrakt der Alten Saline zu tun gedenke. Stöckls Antwort war durchaus einprägsam: ,,Wir brauchen 2 Millionen Euro. Wenn wir die haben, dann können wir das Gebäude der Sudpfanne sanieren!‘‘ Selbstverständlich werden diese 2 Millionen niemals zur Verfügung stehen. Auch wenn der Geldregen für die Sanierung einsetzen sollte – rostet dann die große Sudpfanne weiter vor sich hin? Man erkennt – ein Planungskonzept für die Zukunft der Sudpfanne ist überfällig. Für die Finanzierung müssten das Land Salzburg und speziell die Stadt Salzburg, die alleinige Nutznießerin des 600 Jahre andauernden Salzabbaues in Hallein, herangezogen werden.

VISION 1: SCHAUSALINE
AUF DER PERNERINSEL

Die attraktivste Zukunftsvision wäre natürlich die Errichtung eines Salzmuseums rund um die Sudpfanne auf der Pernerinsel, die auf alle Fälle wieder ihre einstige Holzabdeckung (eventuell mit Sichtfenstern) erhalten müsste. Hier könnte die Salz-Ausstellung aus dem Keltenmuseum eine neue Heimat finden, Das Keltenmuseum könnte die freiwerdenden Flächen im eigenen Haus mit Exponaten aus seinen Depots füllen. An den Wänden rund um die Salz-Siedepfanne könnten Bildschirme die weltweite Salzgewinnung präsentieren – in Südamerika ebenso wie im Himalaya-Gebiet, an den Meeresküsten ebenso wie auf den Salinen-Bergterrassen von Peru. Herzstück des neuen Salzmuseums in der Alten Saline müsste eine kleine, handwerklich meisterhaft erstellte Salz-Siedepfanne sein, in der Salzsole vom Dürrnberg zu Salz verdampft wird. In schön gestalteten Gefäßen könnte das künftige Salz aus Hallein auch zum Kauf angeboten werden. Dies wäre die aufwendigste Lösung und ist damit gleichzeitig aber auch die unwahrscheinlichste Variante.

VISIONEN 2 UND 3: SCHAUSALINE
IM KELTENMUSEUM ODER COLLOREDO-SUDHAUS

Im Gegensatz dazu die einfachste und kostengünstigste Zukunftsvision: Es findet sich im Keltenmuseum eine kleine Fläche, auf der eine Salz-Siedepfanne für die Besucher errichtet wird. Eventuell könnten einige Bauteile aus der Sudpfanne auf der Pernerinsel für zusätzliches historisches Flair sorgen. Das bedeutet, die Sudpfanne auf der Pernerinsel wird aufgegeben, der sanierungsbedürftige Gebäudetrakt könnte nach Renovierung und Neugestaltung vielfältigen öffentlich zugänglichen Nutzungsvarianten zugeführt werden. – Natürlich gibt es auch eine Zukunftsvision, die bezüglich der erforderlichen Aufwendungen etwa in der Mitte liegt. Es geht um das letzte in der Halleiner Altstadt von Erzbischof Colloredo errichtete Sudhaus im Norden der Altstadt. In dem einzigen, ein wenig schlossähnlichen, historischen Objekt der Altstadt, könnte stilgerecht eine verkleinerte Sudpfanne aus Teilen der auf der Pernerinsel bestehenden Pfanne erstellt werden, Daneben könnte in einer kleinen nachgebauten Sudpfanne Salz erzeugt werden. Schon der seinerzeitige Direktor des Keltenmuseums, Kurt Zeller, der im Keltenmuseum eine kleine Schau-Salzproduktion angedacht hatte, plante im Colloredo-Sudhaus eine Modell-Ausstellung der verschiedenen Schiffe, die einst das Salz von Hallein stromabwärts auf der Salzach abtransportiert hatten.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN ABBILDUNGEN
FOTO 1:
Die Stadt Hallein verwendet noch immer den Salzträger im Stadtwappen, obwohl er bereits seit über einem Vierteljahrhundert in die (unbezahlte) Pension wechseln musste. Wenn nicht in absehbarerer Zeit in Hallein eine kleine Schausaline Salz erzeugt, dann wird sich Hallein wohl um ein neues Wappentier bemühen müssen. FOTOS 2 und 3: Die Bausubstanz des Gebäudetraktes der Alten Saline, in dem sich die letzte noch erhaltene, historische Sudpfanne als Salzburger Kulturgut ersten Ranges befindet, kann nur durch einen reichlich kurios anmutenden Wald aus Holzpfosten-Pfeilern vor dem Einsturz bewahrt werden. Ein europaweites Unikum, überhaupt nicht schmeichelhaft für das Land Salzburg, auch nicht für die vom Halleiner Salz mit Pracht und Herrlichkeit ausgestattete Landeshauptstadt Salzburg und erst recht nicht für die Stadt Hallein. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Es gibt mehrere verbürgte Ereignisse, in denen dem Lied ,,Stille Nacht‘‘, mit dem die Stadt Hallein bekanntlich auf ganz besondere Art verbunden ist, eine denkwürdige Rolle zukam. Dass zu Weihnachten in Kriegsgebieten Kampfhandlungen ganz oder teilweise eingestellt wurden, ist von den Kriegsschauplätzen vergangener Jahrhunderte immer wieder verbürgt. Doch im ersten Weltkrieg kam es 1914 an der Westfront, im heutigen Grenzgebiet zwischen Belgien und Frankreich, zwischen den Schützengräben von Deutschen, Briten und Franzosen zu einem spontanen Weihnachtsfrieden. In mehreren Tagebucheinträgen von Soldaten wird dabei von den berührenden, mittlerweile berühmt gewordenen Geschehnissen rund um den Ort Ypern in Flandern berichtet, wo die feindlichen Schützengräben knapp einander gegenüber auf Hörweite verliefen. Am Abend des 24. Dezember wurde in den deutschen Schützengräben das Lied ,,Stille Nacht, Heilige Nacht“ angestimmt. Als das Lied beendet war, applaudierten die Briten auf der anderen Seite und sangen nun ihrerseits ,,Silent night, Holy night“. Damit war der Bann endgültig gebrochen.

Die Deutschen stellten ihre kleinen, geschmückten Tannenbäumchen, (von der nichts ahnenden deutschen Heeresleitung bereitgestellt), die sie ganz unten am Boden der Schützengräben verwahrt hatten, hinauf an den obersten Rand der Schützengräben, gut sichtbar für den Gegner. Und schon kamen Engländer und Deutsche aus ihren Stellungen heraus aufeinander zu. Gemeinsam tauschten sie Tabak und Getränke aus. Aufzeichnungen berichten sogar von einem gemeinsamen Gottesdienst am Heiligen Abend. Dabei wurde der biblische Psalm 23 gebetet: ,,Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen“, zuerst auf Englisch vom deutschen Regimentspfarrer gesprochen, dann auf Deutsch von einem englischen Studenten. Der britische Lieutenant Arthur Pelham Burn schrieb in seinem Tagebuch: ,,Die Deutschen standen auf der einen Seite zusammen, die Engländer auf der anderen. Die Offiziere standen in der vordersten Reihe, jeder hatte seine Kopfbedeckung abgenommen. Ja, ich glaube dies war ein Anblick, den man nie wieder sehen wird.“ Mehrere Berichte schildern auch ein gemeinsames Fußballspiel, das Engländer und Deutsche im sogenannten Niemandsland, dem Gebiet zwischen den Frontlinien, ausgetragen haben.

Als nach den Weihnachts-Feiertagen wieder die Aufnahme der Kampfhandlungen angeordnet wurde, verweigerten dies auf beiden Seiten die an der schönen, auch heute noch zutiefst berührenden, weihnachtlichen Versöhnung Beteiligten – man wollte nicht mehr aufeinander schießen. Die Truppen mussten schließlich auf beiden Seiten auf andere Frontabschnitte verlegt werden. Die britische Band ,,The Farm‘‘ hatte 1991 ihren größten Hit mit einem Song, der diese Ereignisse beschrieb: ,,All together Now‘‘. Die Schilderung dieser fantastischen Ereignisse fiel im Liedtext allerdings ziemlich dürftig aus. Somit wäre es für das heurige zweifache Gedenkjahr 2018 – 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges und 200 Jahre Lied ,,Stille Nacht‘‘ – ein anspruchsvolles Vorhaben, dieser unvergessenen Kriegs-Weihnacht, in der das Friedenslied ,,Stille Nacht‘‘ Feinde zu Freunden werden ließ, ein neues, anspruchsvolles Lied zu widmen. Wozu besitzt das Land Salzburg ein EU-Verbindungsbüro in Brüssel? Es könnte doch die Anregung für einen europaweiten Lied-Wettbewerb weiterleiten. Wozu gibt es eine ,,Stille-Nacht“-Gesellschaft? Sie könnte hier ebenfalls aktiv werden. – Unser Foto dokumentiert die Verbrüderung von Engländern und Deutschen zu Weihnachten 1915 im Ersten Weltkrieg. – (Odo Stierschneider. Foto: picture-alliance.)

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Unsere obenstehenden, eher düsteren Fotos von der Halleiner Altstadt, entstanden nicht im November. Sie könnten auch aus dem zurückliegenden Jänner oder Februar stammen. Doch die Wirklichkeit ist in diesem Fall besonders grausam. Die Fotos entstanden in der weihnachtlichen Altstadt, der Stadt des ,,Stille-Nacht‘‘-Komponisten Franz Xaver Gruber. Exakt am Montag, 18. Dezember 2017, also 6 Tage vor Weihnachten. Das Bild des Schreckens ändert sich natürlich nach 16 Uhr, durch weihnachtliche Lichter in der Dämmerung und am Abend. Somit wird Weihnachten in der Stadt Hallein, während der Einkaufszeit bis 18 Uhr, nur zwei Stunden lang sichtbar. Es ist dringend erforderlich, dass sich 2018, wenn das große Jubiläum 200 Jahre Lied ,,Stille Nacht‘‘ verstärkt Besucher (und Kunden) nach Hallein bringt, die Dinge grundlegend ändern.

Die Stadt Hallein bietet in der wichtigen Zeit vor Weihnachten, im Advent – von einigen, aber viel zu wenigen vorbildlichen Geschäften abgesehen – entlang wichtiger Geschäftsstraßen immer noch den Eindruck eines düsteren Novembertages. Im nächsten Jahr gilt es schon im Frühherbst festzustellen, welche Geschäfte ihre Auslagen weihnachtlich gestalten wollen und welche Geschäfte ihre weihnachtlichen Dekorationen verbessern wollen. Wichtig wäre die durchgehende Verwendung von weihnachtlichen, Lichtergirlanden bei den Geschäfts-Eingängen, weil damit das weihnachtliche Stadtbild enorm aufgewertet wäre. All das müsste von den Kämpfern für eine sehenswerte Weihnachtsstadt Hallein auf einem Stadtplan eingetragen werden, damit sofort erkennbar wird, in welchem Bereich noch nachgebessert werden muss. Weihnachtliche Blickfänge vor den Geschäften, am Abend attraktiv beleuchtet, kann es gar nicht genug geben, sie würden das Stadtbild deutlich aufwerten. Dass jede Geschäftsauslage ein weihnachtlicher Blickfang sein muss, müsste längst selbstverständlich sein. Zusätzliche weihnachtliche Gestaltungselemente an den Hausfassaden würden der weihnachtlichen Atmosphäre in der Halleiner Altstadt entscheidend zugutekommen. Ist schließlich ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht, dann muss eine Presse-Konferenz stattfinden, in der die Medien über die sehenswerte Weihnachtsstadt Hallein informiert werden. Dies sind nur einige Anregungen zum großen und wichtigen Vorhaben, um aus der düsteren November-Stadt eine stimmungsvolle Weihnachtsstadt zu machen.

Dass es kaum möglich ist, stimmungsvolle Weihnachtsmotive in der Stadt Hallein auszumachen, demonstrieren der Halleiner Bürgermeister, die Gemeindevertretung und der Stadtamtsdirektor. Auf der Homepage der Stadt entbieten die hier Genannten ihre Weihnachtwünsche an die Bevölkerung der Stadt Hallein. Es wäre eigentlich selbstverständlich, dass mit den Weihnachts-Wünschen aus dem Halleiner Rathaus auch ein weihnachtliches Foto der Stadt Hallein veröffentlicht wird. Doch angesichts der unerfreulichen Gegebenheiten, verzichtete man im Halleiner Rathaus darauf und begnügte sich mit allgemeinen weihnachtlichen Motiven, so wie sie auf jeder Weihnachts-Grußkarte zu finden sind. Das sagt wohl alles aus.

Unser Foto-Rundgang (siehe Fotos oben) durch die düstere November-Stadt Hallein, 6 Tage (!) vor dem Weihnachtsfest 2017: Ein Blick auf die Ostseite des Kornsteinplatzes, dann geht es weiter durch die Ruprechtgasse zum Robertplatz und Unteren Markt, von hier erfolgt der Blick hinauf in die Fußgängerzone Richtung Oberer Markt, dann wechseln wir die Blickrichtung in Richtung Thunstraße. Das letzte Foto wurde in der Thunstraße aufgenommen. Es sind also ganz entscheidende und wichtige Wegstrecken in der Altstadt, deren Erscheinungsbild noch dramatisch in Richtung Weihnachten aufgewertet werden muss. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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DER SALZSCHREIBER berichtete bereits über das ,,SN‘‘-Beilagen-Magazin ,,Dahoam‘‘. (Siehe SALZSCHREIBER-Ressort ,,SATIRE‘‘.) Darin erschien über zwei Seiten hinweg eine Übersicht der Christkindl- und Adventmärkte in Stadt und Land Salzburg und im benachbarten Bayern. Insgesamt waren es 26 Märkte, die hier aufgezählt wurden. Nur die Adventmärkte in der zweitgrößten Stadt des Landes wurden nicht erwähnt. Weder der Adventmarkt in der Alten Saline auf der Pernerinsel, noch der Adventmarkt auf dem Bayrhamerplatz im Halleiner Stadtzentrum, weder der Meditative Adventmarkt im Forsthaus noch der Adventmarkt der Evange-lischen Pfarrgemeinde waren in der Adventmarkt-Übersicht der ,,SN‘‘-Beilage ,,Dahoam‘‘ vertreten. Absolut unverständlich, denn die Adventstadt Hallein wurde vom Tourismusverband sogar mit einer bezahlten Werbe-Einschaltung beworben. Da haut, jawohl, die ,,Adventkrone‘‘ als ,,SN‘‘-Konkurrent, aber schon ganz anders rein.

Das Advent-Werbe-Magazin der ,,Krone‘‘ mit insgesamt 24 Seiten, einschließlich klar erkennbarer oder weniger deutlich gemachten Werbeeinschaltungen, widmet dem Adventgeschehen in Hallein, auf den ersten Blick immerhin eine halbe Seite. Freilich: Zwei Drittel dieser halben Seite sind belegt mit Foto und Bericht über eine Tombola des gemeinnützigen Vereines Agora-Österreich, im 1. Stock des Adventmarktes in der Alten Saline. (Agora unterstützt Österreichs einziges Kinderhospiz Sterntalerhof.) Das letzte Drittel der halben Seite bietet ein erbarmungswürdig schlecht gedrucktes Foto, über dessen Aussehen sich dessen Fotograf Adi Aschauer vermutlich so seine Gedanken gemacht hat: ein Blick vom Kraftwerk über die Salzach Richtung Hallein mit Pernerinsel und Altstadt. Für Nicht-Halleiner eine absolute Null-Information. Der Text darunter über den Adventmarkt auf der Pernerinsel umfasst ganze 9 Zeilen. Der Flächenverbrauch: Das letzte Siebtel der halben Seite. Daneben springt das Inserat des Pernerinsel-Weihnachtsmarktes, es ist eine Achtelseite groß, geradezu ins Auge.

Schon tun sich Visionen auf: Derartige Vorkommnisse werden doch die Medien-Herausgeber in Hallein nicht gleichgültig lassen? Eine unakzeptable Nicht- bzw. Ärgernis-Berichterstattung über die Adventstadt Hallein in den beiden maßgeblichen Salzburger Medien, erfordert im Interesse Halleins, unbedingt eine eindeutige, entsprechende Antwort. Tennengauer Nachrichten, Bezirksblatt Tennengau, Hallo Hallein und Halleiner Stadt-Zeitung sind gut beraten, im nächsten Advent 2018, der ohnehin im Zeichen von 200 Jahre Lied ,,Stille Nacht‘‘ stehen wird, durch die Herausgabe eines entsprechenden Magazins, den beeindruckenden Stellenwert der vorweihnachtlichen Stadt Hallein eindeutig und unübersehbar darzulegen. In der Hand mit den beiden hier kritisierten Publikationen, sollte es auch kein Problem sein, für das erforderliche Werbeaufkommen zu sorgen. Wir sind jedenfalls gespannt auf die Reaktion unserer heimischen Medien, denn – die Hoffnung stirbt zuletzt! Bis es so weit ist, freuen wir uns darüber, dass der oben abgebildete Schiach-Percht allen Journalisten, die mit der Adventstadt Hallein allzu desinteressiert umgehen, gehörig die Leviten lesen wird! – (Odo Stierschneider. Foto: SLTG. Der Foto-Ausschnitt stammt aus einer Perchten-Horde, abgebildet in der ,,Adventkrone‘‘.)

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Die Vision einer Schausaline für Hallein wurde heuer im Jahr 2017 bereits 28 Jahre alt. Sie wäre der Stadt Hallein mit ihrer über 800 Jahre währenden Salzproduktion auf den Leib geschrieben. Noch immer führt die Stadt Hallein den Salzträger in ihrem Wappen, doch das Salzwesen ist heute kein Thema mehr. Schon am 31. Juli 2014, genau 25 Jahre nach Ende der Salzproduktion, war die Reaktion auf dieses markante Jubiläums-Datum durch die offiziellen Stellen im Land Salzburg, in der Stadt Salzburg, in der Stadt Hallein sowie in den Medien von Zeitung über Radio bis zum Fernsehen ungemein beeindruckend: Ausnahmslos herrschte überall dröhnendes Schweigen. 25 Jahre genügten also, um die über ein dreiviertel Jahrtausend andauernde Salzproduktion in Hallein aus dem kollektiven Gedächtnis restlos zu löschen. Eine wahrlich blamable Haltung der vorhin Genannten. Dies gilt aber vor allem für die Stadt Salzburg, die über Jahrhunderte hinweg, aus dem Gewinn des ,,Weißen Goldes‘‘ aus Hallein, von den regierenden Fürst-Erzbischöfen mit aller Pracht ausgestattet wurde. Nur deshalb erfolgte ihre Anerkennung als Weltkulturerbe. Politischen Anstand vorausgesetzt, besteht daher eine massive Dankes-Schuld der Stadt Salzburg gegenüber Hallein. Freilich – bislang jedoch ließ der politische Anstand regungslos auf sich warten…

SALZ FÜR SALZBURGS PRUNKBAUTEN
ABER HALLEIN GING VÖLLIG LEER AUS

Die Salz-Arbeiter im Salzbergwerk oben auf dem Dürrnberg, in den Salinen unten in der Halleiner Altstadt und auf den Salzschiffen auf Salzach, Inn und Donau, sie wurden für ihre Schufterei von den kirchlichen Landesfürsten mit Schandlöhnen abgespeist. Ohne Salz aus Hallein gäbe es in der Stadt Salzburg keine derart imposante Festung Hohensalzburg, keinen so großartigen Dom, nicht die zahlreichen schönen Kirchen, kein faszinierendes Hellbrunn, kein elegantes Schloss Mirabell mit seiner großzügigen Gartenanlage. Die Stadt Hallein hingegen wurde, als brutal ausgebeutete Salzkolonie der erzbischöflichen Landesregenten, durch die Salzproduktion mehr geschädigt als gefördert. Kein einziger Prachtbau, kein repräsentatives Gebäude, kein Zierbrunnen, keine Parkanlage wurde von den geschäftstüchtigen Erzbischöfen in Hallein errichtet. Durch die bis zu zwölf in der Halleiner Altstadt verstreuten Salinen, wurde über Jahrhunderte hinweg die bauliche Stadtentwicklung Halleins massiv behindert. Die Stadt wurde durch die mächtigen Rauch- und Dampfsäulen der Salinen ständig verfinstert und die Luftqualität muss verheerend gewesen sein. Die vom übermächtigen Salzwesen abhängigen und ausgebeuteten Bewohner ,,fielen blass und hohlwangig als Bettler über jeden Besucher der Stadt her‘‘, wie zeitgenössische Reisende schockiert berichteten.

VOM HIMMEL (STADT SALZBURG)
AUF EINEN MISTHAUFEN (HALLEIN)

Außerdem: Das gewinnbringende Salzwesen brachte der Stadt Hallein keinen Heller ein. Denn alles, was mit Salzproduktion und Salzverkauf zu tun hatte, war dem Steuerzugriff der Stadt Hallein einfach durch Erlass der huldvollen Fürst-Erzbischöfe entzogen worden. (Vom Wahnsinn der verbrecherischen Vertreibung von Anhängern Luthers ganz zu schweigen. Da ist wohl noch eine Schadens-Gutmachung durch die Kirche fällig). Hier also die prachtvolle Residenzstadt Salzburg der Kirchenfürsten, dort die verarmte, vernachlässigte Salinenstadt Hallein. Sie galt als das ,,Schwarze Hallein‘‘, wie die Stadt lange Zeit aufgrund der schwarz verrußten Hausfassaden genannt wurde. Kein Wunder also, dass Franz Schubert, von Salzburg nach Hallein kommend, seinem Bruder in einem Brief schrieb: ,,Es war als ob ich vom Himmel (die Stadt Salzburg) auf einen Misthaufen (die Stadt Hallein) gefallen wäre!‘‘ Alles klar?

NUR EINIGE AUFSÄSSIGE
RANNTEN GEGEN DAS SCHWEIGEN AN

Dröhnendes Schweigen also rundum zum Thema Salz und Schau-Salzsiedepfanne seit Ende der Halleiner Salzproduktion vor bereits 28 Jahren? Nicht ganz. Der SALZSCHREIBER (als einziges Medium) widmete sich seit seiner Gründung 2009 bis 2017 immer wieder ausführlich der Tatsache, dass Prunk und Pracht der Landeshauptstadt nur dem Salz aus Hallein zu danken war, während Hallein leer ausging und forderte eine kleine Schau-Sudpfanne für Hallein ein. Das Ehepaar Brudl, Inhaber des Café Salitri in Hallein, gewinnt erfolgreich aus einem Salzsiedebehälter in Oberalm aus natürlicher Salzsole vom Dürrnberg edles Salz, die Bäckerei Rosenmayer in Hallein verkauft ebenfalls Halleiner Salz aus eigener Herstellung. Der leider viel zu früh verstorbene Vizebürgermeister Walter Reschreiter (SPÖ) war der einzige Stadtpolitiker, der dem Thema Salz gegenüber aufgeschlossen war und in der Alten Saline auf der Pernerinsel Nachschau hielt, um sich vom erschütternden Zustand im Gebäude der letzten historischen Sudpfanne ein durchaus alarmierendes und deprimierendes Bild zu machen. Zur September-Sitzung 2014 der Halleiner Gemeindevertretung, platzierte Odo Stierschneider bei jedem Sitzplatz der Mandatarinnen und Mandatare einen Salzkristall als Erinnerung an den 31. Juli 1989 vor 25 Jahren. Die Halleiner Galerie ,,Freiräume‘‘ lud 2014 Frau Dr. Anna Holzner vom Keltenmuseum anlässlich einer Vernissage ein, um über das Ende der Salinenstadt Hallein zu referieren.

WANN KOMMT ENDLICH DIE SEIT
28 JAHREN GEFORDERTE SCHAUSALINE?

Odo Stierschneider ließ, zum unerfreulichen 25jährigen Jubiläum des Endes der Halleiner Salzproduktion, 25 Rosen und einen Gedenk-Kranz zur Füßen der Salzträger-Statue an der Nordeinfahrt in die Halleiner Altstadt anbringen und plädierte im SALZSCHREIBER schon damals für die seit 25 Jahren fällige, symbolträchtige Errichtung einer kleinen, feinen Schausaline. Mit ihr könnte die über Jahrhunderte andauernde Salztradition in Hallein weitergeführt werden. (Die Jahrtausende alte, prähistorische Salzgewinnung bis hin zu den Kelten lassen wir hier beiseite). Die schon 1989 anlässlich des Endes der Halleiner Salzproduktion von der ,,Halleiner Zeitung‘‘ geforderte und von der Salinen AG zugesagte kleine Schau-Saline, kam nicht zustande, weil die Salinen-AG diese Attraktion oben auf dem Dürrnberg nahe dem Salzbergwerk errichten wollte. Angesichts dieser groben Verfälschung der historischen Gegebenheiten, versagte die Stadt selbstverständlich eine Baugenehmigung. Eine kleine Schausaline in Hallein für touristische Zwecke könnte auch dem Land Salzburg und der Stadt Hallein wieder ihre historische Salz-Identität verleihen. Sie wäre, am besten im Rahmen eines neuen Salzmuseums, für Hallein ein wichtiger neuer Anziehungspunkt für alle interessierten Bewohner sowie für Besucher und Gäste der Stadt. Die technischen Anforderungen bei Errichtung einer Schausaline sind denkbar gering. Denn: Wer auch immer einen Kochtopf mit Salzlösung auf einen heißen Herd stellt, ist bereits Betreiber/in einer Mini-Saline, ein richtiger Salinator oder eine richtige Salinatorin eben.

ZU UNSEREN
ABBILDUNGEN

FOTO 1: Die Salzträger-Statue bei der Nordeinfahrt in die Halleiner Altstadt, geschaffen vom Halleiner Bildhauer Prof. Jakob Adlhart, mit dem von Odo Stierschneider 2014 gestifteten Gedenk-Kranz anlässlich des damals 25 Jahre zurückliegenden Endes der Halleiner Salzproduktion. Allgemeines zu den FOTOS 2 bis 17: Das symbolträchtigste Denkmal des Landes Salzburg zeigt sich in unfassbarem Zustand. Mittlerweile bietet das Innere der Alten Saline mit der einst aus Steinmauern geschaffenen Befeuerungsanlage im Erdgeschoß nur noch ein Bild der Verwahrlosung. Nur zahllose Holzstützen verhindern den Einsturz des darüber liegenden 1. Stockwerkes mitsamt der historischen Salzsiedepfanne. Auch dort oben wurde ein wahrer Wald von Holzstützen errichtet, um die große, einst freitragende Decke vor dem Einsturz zu bewahren. So etwas gibt es im ganzen Bundesland Salzburg kein zweites Mal, auch nicht in Österreich oder in ganz Mitteleuropa.Ein völlig unzumutbarer Zustand. Mit Hilfe der EU, des Landes Salzburg, der Stadt Salzburg (!), der Stadt Hallein, Sponsoren aus der Wirtschaft und privaten Spendern sollte es möglich sein, diesem Wahnsinn durch entsprechende Sanierung endlich ein Ende zu bereiten. Noch immer steht außerdem die wichtige Forderung nach Errichtung einer kleinen, handwerklich erstklassig gefertigten Schausaline im Raum. Entweder im Keltenmuseum oder in der Alten Saline oder im Colloredo-Sudhaus, dem letzten noch erhaltenen Salinengebäude in der Halleiner Altstadt, als Erinnerungsstätte an die über Jahrhunderte hinweg im Lande dominierende Halleiner Salzproduktion. FOTOS 2 bis 11: Im Erdgeschoß der Alten Saline im Bereich der historischen Salzsiedepfanne herrschen unfassbare Zustände. Die Bausubstanz verfällt, nur ein Wald von Holzstützen verhindert den Absturz des darüber liegenden 1. Stockwerkes mitsamt der historischen Sudpfanne. Die schockierenden Fotos sprechen für sich. FOTOS 12 und 13: Wir befinden uns bereits im 1. Stockwerk. Auch hier springt ein dichter Wald von Holzstützen, der den Einsturz der freitragenden Raumdecke und damit wohl auch des Gebäudedaches verhindert. FOTO 14: Im Vordergrund die total verrostete Salz-Trocknungsfläche, auf der einst das Salz aus der Salzsiedepfanne kam, die auf dem Foto direkt hinter der quer durch das Bild verlaufenden Holzstützenreihe im Dunkeln liegt. FOTO 15: Die vorhin erwähnte Holzstützenreihe von der linken Seite aus fotografiert zeigt den Zwischenraum zwischen Salzsiedepfanne (rechts) und Salztrocknungsanlage (links). FOTO 16: Eine Ecke der historischen Salzsiedepfanne. FOTO 17: Der Boden der Salzsiedepfanne besteht aus mehreren hundert, noch händisch miteinander vernieteten Eisenplatten. – (Odo Stierschneider. FOTOS: OST).

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Nach der besonders erfreulichen Jubiläumsfeier ,,25 Jahre Salzburger Festspiele auf der Halleiner Pernerinsel‘‘ im zurückliegenden Sommer – eines der wichtigsten Kultur-Ereignisse des Jahres 2017 – präsentiert ,,Der Salzschreiber‘‘ 12 Vorschläge rund um die erfreuliche und wichtige Präsenz der Salzburger Festspiele in Hallein. Ihre Realisierung würde die Präsenz der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel weiter festigen. Eigentlich erstaunlich, dass diese 12 Ideen nicht schon längst realisiert wurden.

1. FEST ZUR FESTSPIEL-ERÖFFNUNG
Auch in Hallein, sollte unbedingt im Vorfeld der 26. Festspiele auf der Pernerinsel im Sommer 2018 veranstaltet werden. Angedacht ist vorerst ein kleines, aber feines Fest, welches auch bei Schlechtwetter stattfinden müsste. Es sollte Auslöser dafür sein, dass in Hallein künftig jedes Jahr eine derartige Veranstaltung stattfindet. Eine kurze Anfrage dazu im Rahmen einer Pressekonferenz bei den Salzburger Festspielen durch Odo Stierschneider, hatte eine positive Reaktion von Festspiel-Präsidentin Dr. Rabl-Stadler zur Folge.

2. JÄHRLICHER FESTSPIEL-FESTABEND
Als festliches Ereignis, ausgerichtet von der Stadt Hallein, den ,,Freunden der Festspielstadt Hallein‘‘ und den Salzburger Festspielen. Es wäre unter anderem eine anspruchsvolle Initiative, zu diesem Festabend den Begründer der Festspielortes Pernerinsel Peter Stein sowie ehemalige Schauspielleiter der vergangenen Jahre einzuladen, sie trugen schließlich mit ihrer Begeisterung und der Programmgestaltung für diesen speziellen Spielort wesentlich zur endgültigen Etablierung der Pernerinsel als permanente Spielstätte der Salzburger Festspiele bei.

3. HALLEINER FESTSPIELPREIS
Es wäre besonders erfreulich, wenn die ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘ im 26. Bestandsjahr der Festspiele in Hallein 2018, gemeinsam mit der Stadt Hallein, den ,,Halleiner Festspielpreis’’ begründen würden, um ihn an besonders verdienstvolle Persönlichkeiten rund um die Festspiele auf der Pernerinsel (Peter Stein? Festspielpräsidentin? Bürgermeister? Etc.) zu vergeben.

4. HANDABDRUCK VON PETER STEIN
Odo Stierschneider brachte den Begründer der Festspiele auf der Pernerinsel, Star-Regisseur Peter Stein, während der Premierenfeier seines Abschieds-Stückes ,,Libussa‘‘ in Hallein dazu, auf einem Tonziegel seinen Handabdruck zu vollziehen und in einen zweiten Tonziegel seinen Namenszug einzugravieren. Diese beiden Objekte wurden anschließend in einem Künstleratelier fachgerecht gebrannt und sollten, gemeinsam mit einem Foto von Peter Stein und einem kurzen erläuternden Text, im Festspielobjekt auf der Pernerinsel angebracht und – hoffentlich im Beisein von Peter Stein – feierlich enthüllt werden.

5. HALLEINER FESTSPIEL-PRESSE-PREIS
Das heurige 20jährige Jubiläum der Festspiele auf der Pernerinsel sollte Anlass sein, einen Kritiker-Preis zu begründen, der Kritiker auszeichnet, die sich mit Festspiel-Aufführungen in Hallein befassen. Die Preisvergabe müsste durch eine unabhängige Jury erfolgen. Der Kritiker-Preis sollte jährlich durch die ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘ vergeben werden, falls preiswürdige Kritiken vorliegen.

6. AUSLAGEN IM ZEICHEN DER FESTSPIELE
Die Halleiner Geschäftsinhaber können durch entsprechende Auslagengestaltung mit Fotos, Broschüren, dem Festspielemblem etc. auf die Festspiele auf der Pernerinsel verweisen. Es könnte damit während der Festspiel-Saison eine stilgerechte Stimmung in der Festspielstadt Hallein geschaffen werden. Ein Auslagen-Wettbewerb würde sicher Ansporn zu besonders attraktiven Festspiel-Auslagen ein.

7. GENERALPROBE FÜR GUTEN ZWECK
Falls der Ertrag der Generalproben auf der Pernerinsel einem guten Zweck gewidmet werden soll, müsste im Gespräch mit der Festspielleitung erreicht werden, dass dieser Betrag künftig für karitative Zwecke in Hallein verbleibt.

8. FESTSPIELE ALS OPEN-AIR KINO
Ähnlich wie in Salzburg müsste es möglich sein, auch in Hallein, natürlich in kleinerem Rahmen, Aufführungen der Salzburger Festspiele auf einer Filmleinwand unter freiem Himmel zu präsentieren.

9. PERNERINSEL MIT FESTSPIEL-SYMBOL
Längst schon hätte auf der Pernerinsel ein markanter, künstlerisch gestalteter Blickfang, mit Bezug sowohl auf die Festspiele als auch auf die große Salz- und Kelten-Tradition der Stadt Hallein, auf die Präsenz der Salzburger Festspiele verweisen müssen. Hallein müsste sich voll Stolz mit einem entsprechenden Objekt auf der Pernerinsel den Festspiel-Besuchern präsentieren.

10. BÄUME GEGEN DIE BLECHLAWINE
Einige Bäume würden den unattraktiven Anblick des Pernerinsel-Parkplatzes deutlich verbessern. Die enorme Blech-Ansammlung direkt vor dem Festspiel-Bereich ist äußerst unerfreulich und gehört durch Anpflanzung einiger Bäume endlich ein wenig entschärft.

11. MEHR FARBE FÜR DIE GRAU-FASSADE
Die riesige, in deprimierendem Grau gehaltene Nordfassade des jetzigen Festspiel- und einstigen Salinen-Objektes, direkt an der Durchzugsstraße gelegen, hätte längst schon eine anspruchsvolle farbliche Gestaltung verdient. Ein Ideenwettbewerb unter den Halleiner Künstlern, Architekten, Malermeister, Grafikern und allen Interessierten erbrächte sicherlich interessante Vorschläge, die auch noch abgeändert werden könnten. Jedenfalls wird mit der gegenwärtigen gigantischen Grau-Fläche direkt an der Bundesstraße nur wenig erfreuliche Werbung für die Festspielstadt Hallein mit ihrer vom Salz und von den Kelten dominierten Geschichte betrieben.

12. WEG MIT ÜBERDACHTEN PARKPLÄTZEN
Die grässlichen überdachten Parkplätze entlang der Nord-Fassade des Festspiel-Objektes auf der Pernerinsel gehören, nicht nur weil sie immer wieder durch widerrechtliche Müllablagerung missbraucht werden, endlich entfernt. Die Überdachung ist optisch absolut unbefriedigend und stellt einen höchst unerfreulichen Eingriff in das Gesamtbild der großen Fassade des Festspiel-Objektes dar.

ZU UNSEREN
ABBILDUNGEN

FOTOS 1 bis 3: Die langgezogene Fassade, hinter deren Mauern die Salzburger Festspiele erfolgreich agieren und wo die weltweit letzte mittelalterliche, noch per Hand vernietete Salzsiedepfanne als herausragendes historisches Erbe des Landes Salzburg ihrer Renovierung und musealen Nutzung harrt, diese riesige Fassade ist in der fantasielosesten und fadesten Farbe gehalten, die es auf unserem Planeten gibt – in deprimierendem Grau. Hier müsste ein auf- und anregendes Farben-Erlebnis zum hinreißenden Blickfang und zur internationalen Attraktion werden. Außerdem erkennt man, dass die entsetzlichen überdachten Auto-Unterstände die ausgedehnte Gebäude-Fassade ausgiebig verschandeln. FOTOS 4 und 5: Egal ob die Pkw-Unterstände leergeräumt oder voll belegt sind, sie bieten einen entsetzlichen Anblick. FOTO 6: Eine abschreckende Detailaufnahme unterstreicht unsere Feststellungen. Abschließende Erkenntnis: Nirgendwo auf der ganzen Welt, wo Festspiele geboten werden, gibt es ein derart schäbiges Umfeld. Die Unterstände gehören endlich aus dem Festspielbereich entfernt.– (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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