Anlässlich des stolzen Jubiläums ,,30 Jahre Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel Hallein‘‘, wurde von der Stadtgemeinde Hallein zu diesem erfreulichen Tatbestand eine erfreuliche, 63 Seiten umfassende Broschüre im Format Din A5 aufgelegt. Der erste Beitrag in diesem Druckwerk stammt aus der Feder von Herbert Schallenberg, dem langjährigen Präsidenten des Vereines ,,Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘. Wir zitieren daraus die folgende Passage: ,,Der große Theatermann Peter Stein war von 1991 bis 1997 nicht nur Schauspielchef der Salzburger Festspiele, er entdeckte auch 1992 die Pernerinsel in Hallein als deren neue Spielstätte. ,Stein brachte jenen Stein ins Rollen, der Hallein zur Festspielstadt machte‘, freuten sich alle beim Festakt im Keltenmuseum zu Ehren von Peter Stein im Jahre 2010. Die Festspiele nach Hallein zu bringen, war ein kulturelles Jahrhundertprojekt, denn die Präsenz der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel hat Hallein auch aus internationaler Perspektive zu einer bedeutenden Kulturstadt gemacht.‘‘

Unter dem Titel ,,Die Kraft der Kunst‘‘ verfasste Festspiel-Präsidentin Kristina Hammer ihren Beitrag für die Festspielbroschüre. Dabei führte sie unter anderem aus: ,,Längst schon ist das unter Denkmalschutz stehende Salinengebäude auf der Halleiner Pernerinsel ein unverzichtbarer Aufführungsort geworden. Und Hallein erhielt mit den Festspiel-Aufführungen auch einen bedeutenden Schub für einen neuen Aufschwung. So manch einer mag anfangs gezweifelt haben, ob die Verbindung von Hochkultur und Industriestandort von Dauer sein werde. Heute, 30 Jahre später, ist die Antwort klar. Denn mit den Festspielen wurde der Pernerinsel und ihren ehemaligen Industrieanlagen neues Leben eingehaucht – ein buntes, faszinierendes und vielschichtiges Leben, an dem alle teilhaben können.‘‘

Dr. Helga Rabl-Stadler, Präsidentin der Salzburger Festspiele von 1995 bis 2021 und mittlerweile Ehrenbürgerin der Stadt Hallein, gab ihrem Beitrag in der Jubiläumsbroschüre den Titel ,,Einen Freiraum erobern‘‘. Wir zitieren daraus die folgende Passage: ,,Die Kunst kann Sinnstifter und Brotgeber sein, wenn sie nur will, wenn man sie nur lässt. Dafür legt die Pernerinsel in Hallein seit 30 Jahren ein beredtes Zeugnis ab. Als 1989 die Werkssirenen das Ende der über mehrere tausend Jahre hinweg währenden Salzgewinnung auf dem Dürrnberg beklagten, nahm zunächst die Sommerszene Quartier auf der Pernerinsel. Und die Salzburger Festspiele folgten. Peter Stein erkannte schon bei seinem ersten Besuch auf der Pernerinsel, die großartigen Möglichkeiten für theatralische Abenteuer und für Experimente, die im Salzburger Festspielhaus niemals möglich gewesen wären. Die Salzburger Festspiele und die Halleiner Pernerinsel sind von Anbeginn an starke Partner geworden‘‘.

 

Der Halleiner Bürgermeister Alexander Stangassinger stellte seinen Beitrag in der Festspiel-Jubiläumsbroschüre unter den Titel ,,Mut und Zuversicht‘‘ und führte unter anderem aus: ,,Wenn etwas 30 Jahre andauert, dann darf man gut und gerne behaupten: Es war damals eine mutige, vor allem aber richtige Entscheidung, diesen hochkulturellen Weg zu gehen. In diesen 30 Jahren ist auf der Festspielbühne der Pernerinsel Interessantes, Spannendes, Mitreißendes, Aufwühlendes, Sensationelles  und Großartiges passiert. Wir arbeiten fest daran, dass auch in den kommenden 30 Jahren die Hochkultur in den historischen Industriegemäuern erblühen kann. Schließlich ist die Kultur ein Teil des starken Wandels unserer Stadt Hallein von der Industriestadt zu einer vielfältigen Stadt mit Kultur, Charme und Flair. Ich bin überzeugt, dass die Salzburger Festspiele vor 30 Jahren mit der Stadt Hallein und ihrer Pernerinsel einen starken und verlässlichen Partner gefunden haben. Und genau so, wie es damals angefangen hat, so soll es auch weitergehen: mit Mut und Zuversicht!

Vizebürgermeisterin und Kulturstadträtin Rosa Bock stellte ihr Vorwort unter den Titel ,,Ein besonderer Spielort‘‘. Sie führte unter anderem aus: ,,30 Jahre sind eine lange Zeit, die jedoch schnell vergangen ist. Rückblickend gibt es viele Highlights, die getragen wurden von zahlreichen außergewöhnlichen Engagements und einer Weitsicht des Führungsgremiums der Festspiele, allen voran Frau Dr. Helga Rabl-Stadler und ihr engstes Team. Die Halleiner Pernerinsel ist ein besonderer Spielort mit dem speziellen Charakter und Charme der alten Saline und der früheren Salzproduktion. Dies macht auch den Reiz dieser Spielstätte aus. Frau Dr. Helga Rabl Stadler hat es in ihrer Wirkungszeit geschafft, diese Spielstätte nicht nur ins Leben zu rufen, sondern auch dafür zu sorgen, dass sie über drei Jahrzehnte im Poduktionsplan der Salzburger Festspiele als fester Bestandteil erhalten geblieben ist. Noch nie war es so klar wie jetzt, dass Kunst und Kultur unverzichtbar sind, dringend notwendig für Seele und Geist und als Abwechslung zum Alltag. Dafür sei allen Verantwortlichen der herzlichste Dank ausgesprochen!

In der lesenswerten Festbroschüre ,,30 Jahre Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel Hallein‘‘ findet sich auch die respektable Auflistung aller Festspiel-Aufführungen auf der Pernerinsel. Vom Beginn weg vor 30 Jahren im Jahr 1992, mit der Aufführung der ,,Antiken-Trilogie‘‘ von Andrei Serban, bis zur bisher letzten Aufführung heuer 2022 mit dem Stück ,,Iphigenia‘‘, bearbeitet von Joanna Bednarcyzk. Reichhaltiges Bildmaterial von den zahlreichen Festspiel-Darbietungen ergänzt die schriftlichen Darlegungen. Schließlich finden sich in der Festbroschüre noch markante Aussprüche bekannter Persönlichkeiten zu den Festspielen auf der Halleiner Pernerinsel. Wir zitieren: ,,Heute sind die Salzburger Festspiele ohne Pernerinsel nicht mehr denkbar!‘‘ (Gérard Mortiér.) ,,Der Stellenwert der Halleiner Spielstätte ist für die Festspiele enorm wichtig. Die Pernerinsel ist unverzichtbar!‘‘ (Jürgen Flimm). ,,Mir liegt die Pernerinsel als Spielort ganz besonders am Herzen, weil sie sich von den erwartbaren Theaterräumen wesentlich unterscheidet und wir den Besuchern der Salzburger Festspiele an diesem Ort einen ungewöhnlichen Erlebnisraum für die Kunst bieten können!‘‘ (Markus Hinterhäuser). ,,Die Festspiele bringen mit der Spielstätte Pernerinsel der Kulturstadt Hallein alljährlich internationale Aufmerksamkeit. Die Pernerinsel wiederum wurde für die Festspiele zum Wallfahrtsort für all jene, die mehr Neugier als Altgier ins Theater treibt!‘‘ (Helga Rabl-Stadler). ,,Die Pernerinsel ist für alle, die dort im jeweiligen Festspielsommer künstlerisch zusammentreffen, ein Ort, der kreatives Wirken im allerbesten Sinne ermöglicht. Die Wege in der ehemaligen Salinenanlage sind kurz und durch die fantastische Insellage auf der Salzach, mit der Anbindung an die Stadt Hallein, gelingt eine Fokussierung auf die Arbeit, die sich in den einzelnen Vorstellungen und in der Begegnung mit dem Publikum aufs Schönste entladen kann.‘‘ (Bettina Hering). ,,Hallein ist, fern genug vom Trubel in Salzburg, eine Oase und ist auch daher von allen Künstlern, die hier arbeiten durften und noch arbeiten werden, geliebt.‘‘ (Sven-Eric Bechtolf. – (Odo Stierschneider. Ost-Fotos: Graphische Elemente aus der Jubiläumsbroschüre.)

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Peter Stein machte vor 30 Jahren Hallein zur Festspielstadt. Ohne seinen massiven Einsatz gäbe es in Hallein keine Aufführungen der Salzburger Festspiele. Doch verfolgen wir das erfreuliche Geschehen von Anbeginn an. Am Anfang hatte also Peter Stein die Absicht, auf der Halleiner Pernerinsel, in einem wesentlichen Teil der stillgelegten Saline, eine neue Spielstätte für die Salzburger Festspiele zu schaffen. Das ehemalige Salinengebäude aber war in wüstem Zustand. Finsternis ruhte über den einstigen Salinenanlagen. Doch Peter Steins Geist schwebte schon auf der Salzach rund um die Pernerinsel. Peter Stein sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. Peter Stein sah, dass das Licht gut war und nannte es Festspielinsel Pernerinsel. So kann heute, 30 Jahre danach, die Genesis der Festspielstadt Hallein niedergeschrieben werden. Freilich, ganz so einfach gestalteten sich damals die Dinge dann doch nicht.

Es war ein geradezu ungeheuerliches Unterfangen, die Festspielleitung in Salzburg von der Notwendigkeit des Spielortes Pernerinsel zu überzeugen. Noch dazu außerhalb der Stadt Salzburg! Noch dazu in der Industriestadt Hallein! Noch dazu in der Industrieruine der einstigen Saline auf der Pernerinsel! Doch Peter Stein wusste genau, was er wollte. Die Insel wurde zwar auf provisorische Art von der Szene Salzburg genützt, doch dies war undenkbar für einen Festspielbetrieb. So wurde die Pernerinsel in Etappen von Peter Stein zur Festspielstätte entwickelt. Die erste Aufführung, die unvergessliche Antiken-Trilogie Andrei Serbans, fand noch in vergleichsweise archaischen, ungebändigten Räumlichkeiten statt. Rumänische Bühnenarbeiter schrämmten zuvor noch einige Betonsockel nieder und legten dann den ersten groben Holzboden. Doch entstand im Laufe der Jahre eine funktionsgerechte Infrastruktur. Als Peter Stein nach fünf Jahren seine Funktion als Schauspielleiter der Salzburger Festspiele beendete, Da inszenierte er seine Abschiedsvorstellung, die fantastische und berührende ,,Libussa‘‘, nicht im Großen Festspielhaus in Salzburg, sondern in der von ihm geschaffenen Spielstätte auf ,,seiner‘‘ Pernerinsel.

Wie massiv die Skepsis der damaligen Festspielleitung gegenüber der Pernerinsel verankert war, zeigte sich nach der glanzvollen Premiere der ,,Antiken-Trilogie‘‘. Vom Herausgeber der ,,Halleiner Zeitung‘‘, Odo Stierschneider, nach seinen Eindrücken vom neuen Spielort der Salzburger Festspiele befragt, antwortete damals Heinrich Wiesmüller knapp aber sichtbar erleichtert: ,,Peter Stein hat es gewusst. Wir haben es vorerst nur geglaubt. Doch jetzt wissen auch wir, dass die Pernerinsel ein faszinierender Spielort ist!‘‘ Die ,,Halleiner Zeitung‘‘ feierte die erste Festspiel-Aufführung auf der Pernerinsel mit der bis jetzt längsten Zeitungs-Titelzeile in der Geschichte der Salzburger Festspiele, mit zwei Titelzeilen über zwei Seiten im Zeitungs-Großformat hinweg: ,,Die Präsenz der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel eröffnet eine neue Kulturepoche!‘‘. Außerdem entschloss sich Odo Stierschneider zu einer großzügigen Unterstützungsaktion der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel. Er produzierte in den ersten zehn Jahren, jeweils zum Auftakt der Festspiele auf der Pernerinsel, ein von ihm grafisch professionell und sensationell gestaltetes Festspielmagazin, welches kostenlos an alle Halleiner Haushalte ging, um die Festspiele auf der Pernerinsel im Bewusstsein der Halleinerinnen und Halleiner zu verankern.

Peter Stein ist für immer im Geschichtsbuch der Stadt Hallein verewigt.
Dazu noch ein Zitat von Festspielpräsidentin Kristina Hammer: ,,Es war in jeder Hinsicht ein Glücksfall, dass die Festspiele 1992 mit der Alten Saline, dank Peter Stein, eine neue Spielstätte gewinnen konnten. Die Umgestaltung der Industrieanlage zur Theaterbühne gelang in nur 80 Tagen. Vom damaligen Schauspieldirektor Peter Stein war die einzige bebaute Insel der Salzach als Ort für künstlerische Experimente gedacht. Und das ist sie bis heute geblieben – wagemutig und aufregend!‘‘ – (Odo Stierschneider. Foto: Kultur- und Festspiel-Magazin Hallein).

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Das heuer erstmals erschienene, anspruchsvoll gestaltete Magazin ,,Kultur:Bericht 2021‘‘ der Kulturabteilung der Stadt Hallein, stellt auf insgesamt 44 Seiten einen weiteren, beindruckenden Beweis dafür dar, dass die Stadt Hallein sich immer mehr zur beeindruckenden Kulturstadt entfaltet. In seinem Vorwort unterstreicht Bürgermeister Alexander Stangassinger unter anderem, ,,wie wichtig es ist, dass auch in dieser schwierigen und herausfordernden Zeit, das kulturelle Durchhaltevermögen und die Leidenschaft wofür wir brennen, nicht nachlassen, dass wir nicht aufgeben und uns nicht unterkriegen lassen. Gemeinsam werden wir weiterhin die Stadt Hallein gestalten und beleben.‘‘ Kulturstadträtin und Vizebürgermeisterin Rosa Bock betont unter anderem in ihrem Vorwort, ,,dass gerade in so schwierigen Zeiten klar wird, wie wichtig Musik, Theater, Bildhauerei, Malerei etc. für Seele und Geist sowie als Abwechslung zum Alltag sind.‘‘ Die Leiterin der Kulturstelle im Halleiner Rathaus, Mag. Eszter Fürjesi stellt in ihrem Vorwort unter anderem fest: ,,Die Stadtgemeinde Hallein hat im Jänner 2021 das Kulturbüro eingerichtet. Dieses fungiert als Verbindungsstelle zwischen den Kulturmacher*innen und der Stadtgemeinde. Ich freue mich nun, aktiv am Kulturleben der Stadt Hallein mitwirken zu können.‘‘

Die Inhaltsübersicht des erfreulichen, 44 Seiten umfassenden ,,Kultur:Bericht 2021‘‘, für dessen Inhalt die Herausgeberinnen Kulturstadträtin Vizebürgermeisterin Rosa Boch und Mag. Eszter Fürjesi, Kulturbeauftrage der Stadt Hallein, verantwortlich sind: Seiten 3, 4 und 5: Vorworte von Bürgermeister Stangassinger, Kultur-Stadträtin und Vizebürgermeisterin Rosa Bock sowie von Mag. Eszter Fürjesi, Leiterin der Kulturstelle im Rathaus. Seite 6: Keltenmuseum und Stille-Nacht- Museum. Seite 7: Veranstaltungen im Keltenmuseum 2021. Seite 8: Festspiele auf der Halleiner Pernerinsel. Seiten 10 und 11:  Kunstankäufe der Stadt Hallein. Seite 12: Ynselzeit und Schmiede. Seite 13: WAR – ein vielschichtiges Jahresthema. Seite 17: Das war die öffentliche Schmiede: WAR. Seite 18: Acht Labore als Andockstellen und Ideen-Generatoren. Seite 19: Artist in Residency: Programme und die Künstlerfinnen stellen sich vor… und Jam Island: Game Jam und Workshow. Seite 20: Eine Talkshow der anderen Art sowie Zum Abschluss eine Performance. Seite 21: Theater bodi und sole Tätigkeitsbericht und Tosende Stille – die Frauen bleiben ungehört und Beethoven ist taub. Seite 22: Eurydike und Leyla – es ist was es ist. Seite 23: Garten (zu)lassen und Die Mutante. Seite 24: Die Tschikweiber. Seite 25 und 26: Chronologischer Überblick zu deren Entstehung. Seite 27: Gegenwind-Festival, ein Festival mit Geschichten, Gesprächen, Musik und Theater. Seite 28: Gespräch über die Ahninnen. Seite 29: Formate, die über das Theatermachen hinaus reichen. Seite 30: Zusammenfassung und Ausblick. Seite 31: Einzelförderungen durch das Stadtamt Hallein, Ausschuss für Kultur. Seite 32: Internationales Halleiner Schlagzeug-Festival 2021. Seite 33: Fotos aus Theater und Konzerten. Seite 34: Hallein ist me(h)r. Seite 35: Benefizkonzert Dürrnberger Bergknappen-Musikkapelle. Seiten 36 und 37: Konzeption und Design thinking. Seite 38: Stadtkino und Stadttheater Hallein. Seite 39: Ensemble Zelinzki: Zug. Eine Reise mit Erich Kästner. Seiten 40, 41, 42 und 43: Veranstaltungen der Stadtbücherei Hallein. Das obenstehende Foto stammt aus der Werkschau WAR und zeigt einen interaktiven Salzstein, der den Anstoß zu Sound und Visuals liefert. – Insgesamt stellt der ,,Kultur:Bericht 2021‘‘ eine außerordentlich wichtige Publikation der Kulturstadt Hallein dar und nicht nur die Kultur-Interessierten freuen sich natürlich jetzt schon auf den  Halleiner ,,Kultur:Bericht 2022‘‘. – (Odo Stierschneider. Foto: ,,Kultur:Bericht 2021‘‘.)

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Ein Bildhauerzentrum erster Klasse, die allseits bekannte und geschätzte Bildhauerschule in Hallein, feiert, wie der ,,Salzschreiber‘‘ hier im Ressort ,,Kultur‘‘ bereits berichtete, bekanntlich heuer ihr 151jähriges Bestehen, denn die Feier des 150jährigen Bestehens fiel im Vorjahr der Corona-Epidemie zum Opfer. Wie allseits bekannt, bietet die großartige Bildhauerschule an sechs verschiedenen Ausstellungsorten in der Stadt Hallein eine in jeder Hinsicht hinreißende Jubiläums-Ausstellung: In der Fachschule für Bildhauerei, im Ziegelstadel, im Keltenmuseum, in der alten Saline, im Kunstraum pro arte und im Schloss Wispach. Ein ungemein fesselnder Ausstellungsreigen, eine begeisternde Kulturinitiative, die es in dieser Dimension bisher in der Stadt Hallein noch nie gab. Dafür ist in besonderem Maße zwei prominenten Persönlichkeiten zu danken: Vize-Bürgermeisterin und Kulturstadträtin Rosa Bock sowie dem Direktor der Bildhauerschule Johann Gutschi. So hoffen wir sehr, dass ein fantastischer Ausstellungsreigen mit Werken aus der Bildhauerschule nicht erst wieder zu deren 175jährigem Bestehen stattfindet, sondern dass man sich dazu entschließt, alle fünf oder 10 Jahre in kleinerem Rahmen mit den fantastischen Werken aus der grandiosen Bildhauerschule an die Öffentlichkeit zu treten. Oben abgebildet weitere 12 Beispiele aus den insgesamt nahezu 250 gezeigten Arbeiten anlässlich des 151jährigen Bestehens der großartigen und fantastischen Bildhauerschule in Hallein. – (Odo Stierschneider. Fotos: Ost).

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Mit Iphigenia gibt Ewelina Marciniak ihr Regie-Debüt bei den Salzburger Festspielen auf der Pernerinsel in Hallein. Was für sie Gegenwartsdramatik, auf die sie sich bislang fokussiert hat, bedeutet und wie sich der klassische Kanon damit verbinden lasse, möchte Bettina Hering zu Anfang von ihr wissen. „Ich habe großes Interesse daran, klassische Dramenstoffe umzuschreiben. Ich habe anfangs kontinuierlich mit einer Person, einem Dramaturgen und Autor, zusammengearbeitet, um dann mehr und mehr zu meiner eigenen Arbeitsmethode zu finden. Dabei habe ich mich eingehend mit einem bestimmten Thema befasst, dieses neu interpretiert und zusammen mit Schauspieler*innen weiterentwickelt. Mittlerweile suche ich als Konsequenz daraus auch gerne den Kontakt zu neuen Dramaturgi*innen und Autor*innen und arbeite intensiv mit ihnen zusammen, das fordert mich immer wieder heraus“, antwortet Marciniak. Zwischen Stücken wie ,,Der Boxer“ oder ,,Ein Sommernachtstraum“, die sie zuvor gemacht habe, gebe es zwar gewisse Ähnlichkeiten, aber eben durch die unterschiedlichen Persönlichkeiten, mit denen sie sich austauscht, auch deutliche Unterschiede. „Auch aus archetypischen Stoffen lassen sich zeitgenössische Geschichten erzählen, man kann sie neu interpretieren. Wir finden darin gewisse Klischees und Muster, meine Aufgabe ist es dann, diese zu dekonstruieren“.

 

Welche Themen Marciniak primär interessieren, wonach sie bei ihrer Arbeit suche, fragt Bettina Hering weiter. „Ich lasse mich von dem leiten, was mich umgibt. Ich beobachte Menschen um mich herum und die vielfältigen politischen Situationen. Mir ist immer auch die weibliche Perspektive und die Auseinandersetzung mit denjenigen wichtig, die von der Gesellschaft ausgeschlossen sind. Dabei greife ich gerne auf einen historischen Kontext zurück, um diesen mit der Gegenwart zu kombinieren. Das macht es dann auch einfacher fürs Publikum“, erklärt sie.

 

Eine Frage, die ihr – auch im Hinblick auf die Rezeption – oft gestellt werde sei die nach etwaigen Unterschieden zwischen ihrer Arbeit in Polen und in Deutschland. „Ich glaube, dass die Veränderungen, die in beiden Ländern vorgehen, die gleichen sind. Die Künstlerinnen und Künstler wissen überall, worum es geht. Wichtig ist für mich immer der politische Kontext“. Was die Rezeption betreffe, habe sie in Polen zunächst mit kleineren Aufführungen begonnen und dabei auch improvisatorische Elemente wie Choreographie und Musik eingebaut. „Das kam beim Publikum und bei den Kritikern gut an“, erzählt sie. Generell sei die Frage nach Unterschieden aber schwer zu beantworten. „Ich versuche, mich auf eine eigene kreative Reise zu begeben“, schildert sie ihre allgemeine Herangehensweise. Ein Faktor sei dabei auch die Verständigung, die oftmals auf Englisch erfolge. Auch wenn man unterschiedlicher Meinung sei, komme man doch immer wieder auf einen Nenner. Ein Traum für sie sei eine deutsch-polnische künstlerische Kooperation, bei der man sich auf eine gemeinsame Reise begebe. 

 

Was für sie politisches Theater bedeute, fragt Bettina Hering. „Ich denke, alles am Theater ist heutzutage politisch. Man darf nicht davor zurückschrecken, den eigenen Standpunkt darzustellen. Für mich ist es wichtig, gegen Marginalisierung, für Toleranz und weibliche Werte zu kämpfen“. Wie sie Iphigenia aus heutiger Perspektive – nach zahlreichen Überschreibungen, etwa durch, Goethe, Racine oder Hauptmann – erzählt, beschreibt Marciniak so: „Ein zentrales Element ist die Erfahrung, das eigene Leben zu verlieren. Ausgehend von den Figuren bei Euripides, etwa davon, dass Agamemnon seine eigene Tochter opfert, könne sie sich mit realen Problemen auseinandersetzen, wie beispielsweise Konflikten im Vater-Tochter-Verhältnis. „Wir haben es hier mit einer Familiengeschichte und darin vorkommenden Tabus zu tun. In einer reichen aristokratischen Familie wird die Tochter vom Bruder des Vaters, in diesem Fall Menelaos, missbraucht. Agamemnon schafft es nicht, für Werte wie Würde und Ehre einzustehen. Um des Prestiges willen sieht er keinen anderen Ausweg, als die eigene Tochter zu opfern. Er handelt sehr egoistisch, Iphigenia soll ihre Karriere opfern und fühlt sich vom Vater und ihrer ganzen Familie betrogen.“

 

Eine Parallele zu weiteren Stücken des diesjährigen Festspielprogramms, in denen Frauen geopfert werden zieht Bettina Hering und verweist auf Káťa Kabanová, Il trittico oder Reigen, in denen weibliche Hauptfiguren ebenfalls zum Schweigen verdammt sind, um ein System zu erhalten und möchte von Marciniak wissen, ob auch sie die Verkörperung einer solchen Opferrolle in der antiken Dimension von Iphigenia sieht? „In diesem Punkt vertreten wir die gleiche Meinung, auch wenn wir sie unterschiedlich benennen“, antwortet Marciniak. „Die Wahrheit wird geopfert, es ist verboten, Schmerzen zum Ausdruck zu bringen. Es geht aber nicht nur um Schweigen, sondern auch um die Folgen: Was passiert, nachdem Iphigenia ihre Familie verlassen hat?“ Sie habe darum die Figur geteilt und den Kontrast einer jungen und einer älteren Iphigenia geschaffen, für die sich die Frage stellt: „Kann sie die Traumata der Vergangenheit bewältigen? Gibt es für sie die Möglichkeit eines Neuanfangs?“ Sie sei in dieser Hinsicht auch Rosa und Oda Thormeyer sehr dankbar, die als Mutter und Tochter die Rolle verkörperten. Mit Rosa Thormeyer habe sie schon im Sommernachtstraum zusammengearbeitet und sie freue sich, dass die beiden ihr in Salzburg als hervorragende Schauspielerinnen zur Verfügung stünden. 

 

Welche Rolle Bewegung und Choreographie in ihrer Inszenierung spielten, greift Bettina Hering Ewelina Marciniaks Hinweis auf die Verwendung solcher Elemente auf. „Das ist nicht tänzerischer, sondern körperlicher Ausdruck der real und authentisch wirkt. Das nimmt auch das Publikum wahr, solche Situationen sind für die Zuschauer eine Erfahrung, die sie organisch, natürlich und sinnlich wahrnehmen. Da ist viel Improvisation dabei, wir greifen auf die Fantasie der Schauspieler zurück. Mit Hilfe entstehender Gesten schaffen wir körperliche Strukturen und Ausdrucksformen“. Direkte Vorbilder habe sie bei ihrer Arbeit keine. Sie bewundere zwar verschiedene Regisseure, es gebe aber nicht einen bestimmten Weg, Theater zu machen. „Ich bewege mich gern auf verschiedenen künstlerischen Ebenen“. Darin liege zwar einerseits durchaus ein Risiko, andererseits halte das jung und frisch. – (Presse-Aussendung Salzburger Festspiele).

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

 

FOTO 1: Evelina Marciniak (Regie) und Bettina Hering (Leitung FS Schauspiel). FOTOS 2 bis 8: Ausschnitte von der Probenarbeit für die Festspiel-Aufführung  ,,Iphigenia‘‘ auf der Halleiner Pernerinsel. – (Fotos: Franz Neumayr).

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Von ,,Ingolstadt‘‘-Dramaturg Koen Tachelet wurden die beiden Stücke "Fegefeuer in Ingolstadt" und "Pioniere in Ingolstadt" intensiv miteinander verbunden. Doppelbesetzungen werden vermieden – mit Ausnahme der zentralen Erwachsenenfigur. Olgas Vater Berotter, Fabians Vater Unertl und die beiden Feldwebel werden von einem einzigen Darsteller gespielt. Corona hat auch hier zugeschlagen – bei der ,,Ingolstadt‘‘-Premiere auf der Halleiner Pernerinsel trat Einspringer Ernest Allan Hausmann statt Oliver Nägele in Erscheinung. Die Darsteller treten sowohl als Pioniere, als auch als Schüler auf, die sich gewalttätig zusammenrotten. Der Druck erfolgt stets von oben nach unten. Und unten, da sind stets die Untergebenen, die Außenseiter, die Schwachen und natürlich – die Frauen.

 

Sein Ingolstadt sei "eine mythische Stadt wie Mahagonny: eine Metapher für eine Welt, in der die jungen Leute um ihre Zukunft kämpfen", hat Ivo van Hove, der Regisseur dieser Koproduktion mit dem Burgtheater, im Vorfeld verlautbart. Zunächst scheint es, Bühnenbildner Jan Versweyveld habe diese mythische Stadt in einem Ölfeld angesiedelt. Erst allmählich entpuppen sich die vermeintlichen Bohrtürme als Strommasten, auf denen Lautsprecher und zwischen denen bunte Lampenketten befestigt sind. Zusammen mit der sie umgebenden Pfützen- und Teichlandschaft und den drei umlaufenden Spiegelwänden ergibt das eine Mischung aus Industrie- und Naturpark, in dem die einzelnen Handlungsstränge nach und nach entwickelt werden – nicht immer schlüssig, aber fast immer packend.

 

Es schälen sich Leidens-. Unterdrückungs- und Märtyrergeschichten heraus, aber auch Widerstandsakte und Emanzipationsversuche. Ivo van Hove gelingt es, aus den von Männermacht dominierten Stücken drei starke Frauenrollen herauszuarbeiten. Luise Stockinger kämpft als schwangere Olga darum, eine positive Weltsicht, etwas Zuneigung und einen Mann zu finden, der ihr nicht bloß einredet, das Ungeborene gewaltsam zu beseitigen. Den brutalen Männlichkeits-Verkörperungen der "Pioniere" bieten Lilith Häßle als Berta und Dagna Litzenberger Vinet als Alma lange erfolgreich die Stirne – die eine als selbstbewusste Frau, die über ihr Leben und Lieben selbst bestimmt, die andere als Unternehmerin, die ihre Jugend und ihre Lebenslust als Kapital einsetzt. Am Ende werden beide Strategien brutal scheitern. Die Pioniere ziehen weiter und schmettern dazu ein Lied: "Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind, weil wir so brav sind…“ – Die obenstehenden Fotos zeigen Teile des Premieren-Publikums, das sich vor Beginn der Vorstellung im Festspiel-Innenhof aufhielt. Am Ende der Vorstellung dankte das Premieren-Publikum den Darstellern mit grandiosem Applaus. Die ausgezeichnete Premieren-Stimmung wurde nur kurz unterbrochen, als bei einer Zuschauerin plötzlich Kreislauf-Probleme auftraten. Kurz nach dem Ruf ins Publikum ,,Ist ein Arzt da?‘‘ eilten aus nahezu allen Zuschauer-Reihen Mediziner zur Hilfeleistung herbei… – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die weit über Österreich hinaus angesehene Bildhauerschule (HTL) in Hallein feiert heuer ihr 151jähriges Bestehen. Sie war die erste berufsbildende Schule der k.u.k. Monarchie, damit gilt sie als Urmutter aller HTLs in Österreich. Die Bildhauerschule in Hallein ist auch heute noch die größte ihrer Art in ganz Österreich. Ihre Absolventen und Absolventinnen zählen seit der Gründung der Schule zu den bedeutendsten Bildhauern und Bildhauern des Landes. Um diese Tatsachen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, veranstaltet die Stadt Hallein, gemeinsam mit der HTL Hallein, jetzt im Sommer 2022 eine sensationelle Ausstellung mit Werken bedeutender Bildhauerinnen und Bildhauer mit Bezug zur Stadt Hallein. An sechs verschiedenen Ausstellungsorten werden insgesamt nahezu 250 Kunstobjekte (!) von 78 Künstlerinnen und Künstlern (!) gezeigt. Dieser bisher einzigartige Ausstellungs-Reigen, umfasst mit den gezeigten Werken den gesamten Zeitraum von der Gründung der Bildhauerschule vor 151 Jahren bis heute. Die sechs Ausstellungsorte: Die Alte Saline, der Ziegelstadel, das Keltenmuseum, der kunstraum pro arte, die HTL Hallein und die Galerie Schloss Wiespach. Dieser erstaunliche und bisher noch nie in Hallein realisierte  Ausstellungsreigen – wir hoffen sehr, dass es auch Fortsetzungen dieser an- und aufregenden Initiative geben wird – wurde am 22. Juli im Ziegelstadel in festlichem Rahmen und im Beisein von zahlreichen Ausstellungsgästen von Landeshauptmann Wilfried Haslauer feierlich eröffnet. Unsere Leserinnen und Leser finden hier im ,,Salzschreiber‘‘-Ressort ,,Kultur‘‘, unten anschließend, einen ausführlichen Bildbericht dazu. Die obenstehenden Fotos liefern einen ersten Eindruck von der Vielfalt der gezeigten Kunstwerke an den sechs verschiedenen Ausstellungsorten, die man unbedingt besuchen muss. Insgesamt eine beeindruckende Kultur-Initiative, die bisher einmalig in der Geschichte der Stadt Hallein dasteht. Unsere Fotos sollen dazu anregen, sich persönlich einen Eindruck von dieser einzigartigen und fantastischen Präsentation von Bildhauer-Werken anzusehen. Ein riesengroßer Dank an alle, die am Entstehen dieser grandiosen Gesamtausstellung mitwirkten, wir nennen hier stellvertretend und voll Begeisterung Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock sowie HTL-Direktor Johann Gutschi.  

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS:

 

FOTO 1: In der Eingangshalle der HTL steht diese Arbeit als Blickfang für die Ausstellungs-Besucher: Zwei Gemsen auf Gesteinstrümmern. FOTO 2: Eine qualitätsvolle Schnitzarbeit, die das Jesuskind mit Vater Joseph zeigt. FOTO 3: Eine auffallend langhalsige dunkle Schönheit. FOTOS 4, 8 und 12: Die meisterhaften Frauen-Akte stellen ihren Schöpfern ein hervorragendes Zeugnis aus. Denn das Schwierigste in der darstellenden Kunst ist und bleibt die korrekte Darstellung des menschlichen Körpers. FOTO 5: Aus Gipsmasse wurde hier ein reizvolles Motiv geschaffen. FOTO 6: Berührende Darstellung des Hauptes des Gekreuzigten, der zusätzlich mit einer Dornenkrone gequält wurde. FOTO 7: Hier liegen Mutter und Kind, wie die beiden Häupter auf der linken Seite, bei genauem Hinsehen erkennen lassen. FOTO 9: Die Darstellung eines Mannes in Holz geschnitzt. FOTO 10: Das kahle Haupt einer Frau. FOTO 11: Dekoratives Wandelement. FOTO 13: Die großflächigsten Bilder lieferte das Künstlerduo Gilbert & George – zu sehen im Keltenmuseum. FOTO 14: Formal gekonnt drapierte Holzspirale. FOTO 15: Wir nennen die optisch gelungene Arbeit einfach – ohne Titel. FOTO 16: Ein stilisiertes Haupt. FOTO 17:  Grob gearbeitetes Reiter-Duo. FOTO 18: Stilisiertes Objekt – da lässt sich wohl viel hineininterpretieren. FOTO 19: Männliches Haupt mit deutlicher Beschädigung.  FOTO 20: Das einzige Gemälde in unserer Auswahl – es zeigt die meisterhafte Darstellung menschlicher Körper, die zwischen Wolkenkratzern mit abenteuerlichen Verrenkungen, durch die Luft schweben. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Im Vorjahr verhinderte die grassierende Corona-Bedrohung die Feier des Jubiläums ,,150 Jahre Bildhauerstadt Hallein‘‘. Nun wird das stolze Jubiläum unter dem Titel ,,151 Jahre Bildhauerstadt‘‘ ausgiebig nachgeholt – mit Ausstellungen an fünf prominenten Ausstellungsorten: im Ziegelstadel, in der Alten Saline, im kunstraum pro arte, in der HTL Hallein und im Schloss Wiespach. Insgesamt zeigen in der ganzen Stadt 78 (!) Bildhauer und Bildhauerinnen insgesamt 243 (!) künstlerische Werke an den genannten Ausstellungsorten. Am Freitag, 22. Juli, wurde im Ziegelstadel in Anwesenheit von Landeshauptmann Dr. Haslauer, ein anspruchsvolles Eröffnungs-Programm geboten. Nach der musikalischen Einleitung begrüßte Vize-Bürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock die zahlreichen Festgäste. Die Konzept-Präsentation der großen Jubiläums-Ausstellung erfolgte durch HTL-Direktor MMag. Johann Gutschi. Es folgte ein Interview mit Landesrätin Mag. Daniele Gutschi und Klubobfrau Gemeindevertreterin Dr. Kimbie Humer-Vogl. Die Festrede hielt Dr. Peter Thuswaldner. Abschließend erfolgte die feierliche Eröffnung der Jubiläumsschau ,,151 Jahre Bildhauerstadt‘‘ durch Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer. Im Anschluss daran schloss sich die ,,Lange Nacht der Bildhauer und Bildhauerinnen‘‘ an den Orten Ziegelstadel, Saline, Keltenmuseum, Cafe Braun, kunstraum pro arte, HTL Hallein, Brennerei Guglhof und Schloss Wiespach bis 23 Uhr. Der bisher in Hallein einzigartige Ausstellungsreigen mit fünf verschiedenen Ausstellungsorten dauert vom 22. Juli bis zum 25. August.

 

HTL-DIREKTOR JOHANN GUTSCHI VERFASSTE
DEN NACHFOLGENDEN TEXT ZUR AUSSTELLUNG
,,151 JAHRE BILDHAUER-STADT HALLEIN‘‘

 

Die Stadt Hallein war bis Ende der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts bekannt für ihre Papierproduktion und Salzgewinnung. Dass Hallein aber auch zu den wichtigsten Bildhauerstätten Österreichs zählt, ist nur wenigen Insidern bekannt. Zwar wissen einige Halleiner*innen, dass die Knappen des Salzbergwerkes für die Gründung der Bildhauerschule im Jahr 1871 verantwortlich waren, die große Bedeutung dieser Schule für die Kunst Österreichs ist jedoch den meisten nicht geläufig.

 

Tatsächlich aber ist die Bildhauerschule in Hallein die erste berufsbildende Schule der k.u.k. Monarchie und somit die Urmutter aller HTL’s. Darüber hinaus ist sie bei weitem die größte Bildhauerschule des gesamten Bundesstaates. Ihre Absolvent*innen zählen seit der Gründung der Schule zu den bedeutendsten Bildhauer*innen unseres Landes.

Um diese Tatsache stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, veranstaltet die Stadt Hallein gemeinsam mit der HTL Hallein, nun eine Ausstellung bedeutender Bildhauer*innen mit Bezug zur Stadt Hallein. Auf sechs unterschiedlichen Ausstellungsorten werden knapp 250 Werke von 78 Künstler*innen gezeigt. Die Werkschau umfasst einen Zeitraum von mehr als 151 Jahren. Gezeigt werden Arbeiten aller Bildhauergrößen wie Adlhart, Prähauser, Thuswaldner, und Zenzmaier. Als einzigartiges Highlight werden sechs großformatige Arbeiten des ehemaligen Schülers Gilbert Prousch – international bekannt als Künstlerduo ,,Gilbert & Georg‘‘ – der Öffentlichkeit nicht in London, Paris oder New York, sondern in Hallein präsentiert.

Eröffnet wurde die Gesamtausstellung am 22. Juli 2022 um 17,30 Uhr im Ziegelstadel der Stadt Hallein von Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Anschließend konnte man alle Ausstellungsorte in Form einer ,,Langen Nacht der der Bildhauer*innen‘‘ bis 23 Uhr besuchen. An der ,,Langen Nacht‘‘ beteiligten sich: die Stadt Hallein mit Alter Saline und Ziegelstadel, das Keltenmuseum mit der Sonderausstellung Gilbert & George, das Konditorei-Cafe Braun mit seiner Kunstsammlung, der kunstraum pro arte mit zwei Ausstellungen, die HTL Hallein mit Ausstellungen und einer lebenden Werkstätte, die Brennerei Guglhof mit ihrer Kunstsammlung und die Galerie Schloss Wiespach mit der Ausstellung des ehemaligen Bildhauerschülers Fabian Frank.

 

Das gesamte Projekt konnte nur durch eine absolut reibungslose Zusammenarbeit aller teilnehmenden Künstler*innen unter der Mitwirkung zahlreicher Kultur-Organisationen in dieser Form bewerkstelligt werden.

Und so sind durch dieses Projekt – neben einer einzigartigen und noch nie dagewesenen Ausstellung – die Bildhauer*innen Österreichs zu einer großen  Familie zusammengewachsen.

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

 

FOTOS 1 bis 4: Markante Persönlichkeiten des Eröffnungs-Abends im Salzstadl: Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Bürgermeister Alexander Stangassinger, Vizebürgermeisterin und Kulturstadträtin Rosa Bock und HTL-Direktor Johann Gutschi. FOTOS 5 und 6: Ein Blick auf die Ehrengäste des Eröffnungsabends im Ziegelstadel. FOTOS 7 bis 14: Eine Auswahl aus den zahlreichen und vielfältigen, im Ziegelstadel gezeigten künstlerischen Ausstellungsobjekten. – (Johann Gutschi, Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Im umfassend und hervorragend renovierten Halleiner Ziegelstadel, wurden am 15. Juli 2022, im Beisein zahlreicher Gäste, zwei besonders anspruchsvolle Kultur-Ereignisse gefeiert: 30 Jahre Salzburger Festspiele in Hallein sowie die Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Hallein an die ehemalige, langjährige Festspiel-Präsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler. Vize-Bürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock führte durch den gelungenen Festakt, in dessen Verlauf Bürgermeister Alexander Stangassiger, Herbert Schallenberg, Präsident der Freunde der Kultur- und Festspielstadt Hallein, Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele und David Bennent, Schauspieler, mit Ansprachen über Helga Rabl-Stadler vor das Publikum traten. Bürgermeister Stangassinger überreichte schließlich an Helga Rabl-Stadler die Urkunde der Ehrenbürgerschaft der Stadt Hallein. Das Trio M mit Sophie Hassfurther (Klarinette), Emeline Pierre (Violine) und Margarethe Hlawa-Grundtner (Viola), sorgte für die passende musikalische Umrahmung.

Hier nun die Ausführungen von Bürgermeister Alexander Stangassinger, mit denen er sich an die Gäste, an die Damen und Herren der Salzburger Festspiele, an die Festspielpräsidentin Dr. Kristina Hammer und speziell an Festspielpräsidentin a. D. Dr. Helga Rabl-Stadler wandte:

,,Wir stehen heute hier zum ersten Mal nach der umfassenden Sanierung des Ziegelstadels und es freut mich, dass dies ein so würdiger Anlass für dessen Eröffnung ist. Wir haben in den letzten Jahren 1,5 Millionen Euro in den Brandschutz, die Elektrik, die Barrierefreiheit und die Sicherheitstechnik unseres Kulturhauses investiert. Die Festspielbühne, auf der wir sonst zu solchen Anlässen stehen, wird gerade für die laufende Saison vorbereitet! Es ist schon faszinierend, mitten auf unserer Insel eine Bühne zu haben, wo seit mittlerweile 30 Jahren die große Festspielkunst einen fixen Platz belegt hat. Die großen Namen der Theatergeschichte haben auf unserer Insel Einzug gefunden. Es gibt allerdings eine Persönlichkeit, die ich besonders gut gekannt habe, ohne die diese klassischen oder modernen Stücke wahrscheinlich überhaupt nie hier aufgeführt hätten werden können. Die Halleinerinnen und Halleiner hier wissen, von wem ich spreche: nämlich von Altbürgermeister Franz Kurz, der damals vorausschauend gehandelt hat und im Namen der Stadtgemeinde die Pernerinsel gekauft hat. Über 30 Jahre ist das her. Und es war die Basis für die Erfolgsgeschichte, die wir heute hier feiern.

Dass es die Festspiele auf der Pernerinsel bei uns in Hallein so lange und beständig gibt, dies ist mit einem weiteren bekannten Namen verbunden. Und es freut mich ganz besonders, dass wir in diesem Zusammenhang diese wichtige Persönlichkeit heute mit einer ganz besonderen Auszeichnung ehren dürfen. Sie alle wissen natürlich, um wen es sich handelt. Aber lassen Sie mich kurz ausholen:
Ohne diese Dame würde es wahrscheinlich den Spielort auf der Pernerinsel gar nicht mehr geben. Denn ihr ist es auch zu verdanken, dass sie den Charme, den Flair und – ja, ich sage jetzt Romantik dazu – die Romantik der Alten Saline erkannt hat und sie war es auch, die sich immer wieder dafür eingesetzt hat, dass wir auf der Pernerinsel weiterhin Festspiele feiern können.

Warum ich Romantik dazu sage: Für mich als Mensch der Arbeiterschicht, der jetzt Bürgermeister sein darf, ist die Saline natürlich mit vielen schönen Emotionen verbunden. Mein Vater hat hier als Betriebsmaurer gearbeitet. Viele meiner Bekannten haben hier geschuftet, sich ihren Lebensunterhalt verdient – dies war oftmals eine schwere anstrengende Arbeit. Zahlreiche Halleiner und Halleinerinnen haben hier über viele Jahre einen guten Arbeitsplatz gehabt. Abgesehen von der Schließung der Saline ist es so, dass ich mich gerne an damals zurückerinnere. Und daran SOLL man sich ja auch positiv erinnern und eine gewisse Industrie-Romantik darf man den historischen Gebäuden ohne weiteres zuschreiben.

Aber zurück zum heutigen Tag. Ich habe ja vorher den Namen der Dame, die Sie alle kennen, noch nicht genannt. Liebe Frau Dr. Helga Rabl-Stadler, als Festspielpräsidentin haben Sie in Salzburg viel bewegt und erreicht.
Sie haben auch immer einen Platz für Hallein in ihrem Herzen gehabt. Und Sie haben sich immer neben der Landeshauptstadt Salzburg auch für unsere Stadt eingesetzt und die so eng verbundene Beziehung für die Festspiele gefestigt, die – ich glaube, das kann man wohl sagen – noch viele Jahre in Ihrem und unserem Sinne weiterbestehen wird. Ein herzliches Dankeschön und auch einen herzlichen Applaus dafür!

Und ich kann mit Stolz und Recht behaupten: Sie haben sich die Ehrenbürgerschaft unserer Stadt redlich verdient, für Ihre großen Verdiente um Hallein! Ich denke es ist auch erwähnenswert, dass Sie nach Agnes Primocic erst die zweite Frau sind, die Ehrenbürgerin der Stadt Hallein wird. Ich möchte hier abschließen und nur mehr festhalten: Wir stehen als Stadt zu den Festspielen. Wir entwickeln uns als Stadt gerade enorm weiter, genauso, wie die Festspiele sich jedes Jahr weiterentwickeln.
Und so bin ich überzeugt: Auch diese Erfolgsgeschichte wird sich weiterentwickeln und wir werden in den nächsten 30 Jahren noch viele schöne Kapitel hier mit Kunst und Kultur und den Festspielen in unserem Hallein erleben.‘‘

 

Der Präsident der Freunde der Kultur- und Festspielstadt Hallein, Herbert Schallenberg, führte in seinen Worten an Dr. Helga Rabl Stadler unter anderem aus:

,,Sehr  geehrte Frau Dr. Rabl Stadler, als im letzten Jahr die Meldung durch die Medien ging, Sie würden die Verantwortung für die Salzburger Festspiele niederlegen, da wurden Sie in die Sendung `Erlesen´ von Heinz Sichrovsky eingeladen und mit folgenden Worten begrüßt: `Dass Helga Rabl-Stadler aus dem Amt der Salzburger Festspielpräsidentin scheidet, scheint so unglaubwürdig wie der Anriss von Schloss Schönbrunn!´ 26 Jahre waren Sie erfolgreiche Präsidentin der Salzburger Festspiele und außerdem die erste Frau in dieser anspruchsvollen Position. Während ihrer erfolgreichen Präsidentschaft wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass auf mehreren verschiedenen Bühnen Festspiele geboten wurden. Eine dieser neuen Spielstätten war die Halleiner Pernerinsel. Peter Stein sah in der ehemaligen Salinenstätte völlig neue Dimensionen der Aufführung von Schauspielen. So wurde mit meinem Freund Bürgermeister Franz Kurz für Hallein ein kulturelles Jahrhundert-Projekt realisiert. Hallein war Teil des weltweit bedeutendsten Klassik-Festivals geworden.

Im Sog der Festspiele entwickelte sich eine kulturelle Vielfalt, die Hallein nach der Landeshauptstadt Salzburg zur wichtigsten Kulturstadt des Landes Salzburg werden ließ. Heute feiern wir 30 Jahre Festspiele auf der Pernerinsel. Ein glücklicher Zufall, dass wir dieses Jubiläum gleichzeitig mit der Ehrung von Helga Rabl-Stadler feiern können. Stets hatte Hallein mit Helga Rabl-Stadler eine große Fürsprecherin, indem sie die Pernerinsel als unverzichtbar für die Salzburger Festspiele bezeichnete und vehement auf die Einzigartigkeit der Pernerinsel verwies. Ohne Ihre Unterstützung wären die Festspiele nicht mehr in Hallein und dafür dankt Ihnen die Stadt nun mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft. Diesem Dank darf ich mich persönlich sehr gerne anschließen – herzlichen Dank für diese großartigen 26 Jahre! Ich wünsche Ihnen in Zukunft alles Gute und für alles, was Sie noch zu tun gedenken, viel Glück, Erfolg und Gottes Segen!‘‘

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

 

1. FOTO: 2. Vizebürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock führte durch den festlichen Abend im Ziegelstadel. 2. FOTO: Blick ins Publikum. In der ersten Reihe im Bild von links Landeshauptmann-Stellvertreter Stöckl, Festspielpräsidentin i. R. und Ehrenbürgerin der Stadt Hallein Dr. Helga Rabl-Stadler, Bürgermeister Alexander Stangassinger und Festspielpräsidentin Dr. Kristina Hammer. FOTOS 3 bis 5: Herbert Schallenberg, Markus Hinterhäuser und David Bennent während ihrer Darlegungen. FOTO 6: Der große Augenblick: Dr. Helga Rabl-Stadler hält die Urkunde ihrer Ehrenbürgerschaft in Händen. FOTO 7: Im strahlenden Glanz von Festspielpräsidentin i. R. Dr. Helga Rabl-Stadler und Festspielpräsidentin Dr. Kristina Hammer, sonnt sich der Herausgeber des Internet-Magazins ,,Der Salzschreiber‘‘, Odo Stierschneider. Er hatte als einstiger Herausgeber der ,,Halleiner Zeitung‘‘ und als Herausgeber des ,,Festspiel-Magazin Hallein‘‘, die Präsenz der Salzburger Festspiele auf der Halleiner Pernerinsel jahrelang publizistisch unterstützt. – (Odo Stierschneider. Fotos: FOTOS 1, 3, 4, 5 OST, 2, 6, 7 Aschauer).

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Ein wahrlich nicht alltägliches Ereignis begeisterte die Kunstfreunde in der Halleiner Galerie Schloß Wiespach. Landeshauptmann Wilfried Haslauer war persönlich erschienen, um nach einem Rundgang durch die Ausstellung, unten im Hof des Schlosses, unter Anwesenheit von Kuratorin Margit Zuckriegl und Schloßherrn Claus Spruzina, sowie im Beisein zahlreicher Austellungs-Besucherinnen und -Besucher, die Ausstellung mit Werken von Künstler Thomas Reinhold zu eröffnen. Bei strahlendem Wetter herrschte unter den Anwesenden beste Laune und hervorragende Stimmung.

Künstler Thomas Reinhold studierte angewandte Kunst von 1974 bis 1978 in Wien. Seit 1980 veranstaltete er zahlreiche Einzel-Ausstellungen und beteiligte sich immer wieder an Gemeinschafts-Ausstellungen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern. Im Jahr 2011 wurde Thomas Reinhold der Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst überreicht. Der Künstler ist immer wieder mit seinen Werken in den verschiedensten Kunstausstellungen vertreten. Künstler Thomas Reinhold widmet sich in seinen Werken der abstrakten Kunst und beeindruckt dabei durch die Vielfalt an Formen und Farben. Im Schloss Wiespach kann man in seine Farben gewissenmaßen eintauchen und sich in diesen verlieren. „Durch ein mehrfaches Aufbringen von Farbschichten kreiert der Maler Strukturen, Flächen und Bewegungen im Bild. Die Farben können rinnen, sich verbreiten, eintrocknen oder Schlieren bilden. Je nach Drehung des Gemäldes werden Spuren und Richtungen dieser Prozesse sichtbar. Es wirkt so, als könne man als Betrachter oder Betrachterin in die Farben und Formen eintauchen!“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTO 1:
Ein sichtlich gut gelaunter Landeshauptmann im Schloss Wiespach. FOTO 2: Von links Landeshauptmann Haslauer, Kustodin Margit Zuckriegl und Künstler Thomas Reinhold. FOTO 3: Der Landeshauptmann und der Besitzer des Schlosses Wiespach Claus Spruzina. FOTO 4: Vor dem Schloss Wiespach eröffnete der Landeshauptmann die Ausstellung mit Werken des Künstlers Thomas Reinhold. FOTO 5: Von links: Claus Spruzina, Landeshauptmann Haslauer und Künstler Thomas Reinhold. FOTOS 6 bis 10: Ausschnitte aus den abstrakten Arbeiten des Künstlers Thomas Reinhold.  – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Im letzten Teil der Thunstraße vor der Stadtbrücke gibt es an den Gebäudefassaden 9 und 11 zwei reizvolle Medaillons, die praktisch von keinem der Fußgängerinnen und Fußgänger beachtet werden. Aus zwei Gründen: 1. Die Medaillons wurden relativ hoch, im Bereich des 2. Stockwerkes angebracht, so dass sie sich außerhalb des Blickwinkels der Passanten befinden. 2. Wer sie dennoch erblickt, wendet sich sogleich wieder ab, da sich die Medaillons in schrecklichem Zustand befinden. Im Interesse des Stadtbildes der Halleiner Innenstadt sollten sie schon längst fachmännisch restauriert worden sein, um wieder das Auge des Betrachters zu erfreuen. Der gegenwärtige Zustand ist jedenfalls eine grandiose Schande für die Stadt Hallein. Hier gehören Fachleute her, welche die Verwitterungsschäden beseitigen und die im Laufe der Jahrzehnte immer dunkler gewordenen Medaillons farblich wieder aufhellen. So wie der ,,Salzschreiber‘‘ dies mit den beiden oben abgebildeten Medaillons getan hat – denn in Wirklichkeit sehen die kleinen reizvollen Kunstwerke noch wesentlich schrecklicher aus. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Dass Hallein zu den wichtigsten Bildhauerstätten Österreichs zählt, ist nur wenigen Insidern bekannt. Zwar wissen einige Halleinerinnen und Halleiner, dass die Knappen des Salzbergwerks für die Gründung der Bildhauerschule im Jahre 1871 verantwortlich waren, die Bedeutung dieser Schule für die Kunst Österreichs ist den meisten allerdings nicht geläufig. Tatsächlich aber ist die Bildhauerschule in Hallein die erste berufsbildende Schule der k.u.k. Monarchie und somit die Urmutter aller Höheren Technischen Lehranstalten (HTL´s). Darüber hinaus ist sie bei weitem die größte Bildhauerschule Österreichs! Ihre Absolventinnen und Absolventen zählen seit der Gründung der Schule zu den bedeutendsten Bildhauern unseres Landes.

 

Um diese Tatsache stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, veranstaltet die Stadt Hallein gemeinsam mit der HTL Hallein im Sommer 2022 eine Ausstellung bedeutender Bildhauer*innen mit Bezug zur Stadt Hallein. An acht unterschiedlichen Ausstellungsorten werden vom 22. Juli bis 25. August, jeweils von Dienstag bis Sonntag 13 bis 19 Uhr (Montag geschlossen), knapp 250 Werke von 78 Künstler*innen gezeigt. Die Werkschau umfasst einen Zeitraum von mehr als 151 Jahren. Gezeigt werden Arbeiten aller Bildhauergrößen wie Adlhart, Prähauser, Thuswaldner und Zenzmaier. Als einzigartiges Highlight werden sechs großformatige Arbeiten des ehemaligen Schülers Gilbert Prousch - international bekannt als Künstlerduo „Gilbert & Georg“ – der Öffentlichkeit nicht in London, Paris oder New York, sondern in Hallein präsentiert!

 

Eröffnet wird die Gesamtausstellung am 22. Juli 2022 um 17:30 Uhr im Ziegelstadel der Stadt Hallein von Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Anschließend kann man alle Ausstellungsorte in Form einer „Langen Nacht der Bildhauer*innen“ bis 23:00 Uhr besuchen. An der „Langen Nacht“ beteiligen sich: die Stadt Hallein mit Alter Saline und Ziegelstadel, das Keltenmuseum mit der Sonderausstellung Gilbert&George, die Cafe-Kondidorei Braun mit ihrer Kunstsammlung, der kunstraum pro arte mit zwei Ausstellungen, die HTL Hallein mit Ausstellungen und einer lebenden Werkstätte, die Brennerei Guglhof mit ihrer Kunstsammlung und die Galerie Schloss Wiespach mit der Ausstellung des ehemaligen Bildhauerschülers Fabian Fink. Das gesamte Projekt konnte nur durch eine absolut reibungslose Zusammenarbeit aller teilnehmenden Künstler*innen unter Mitwirkung zahlreicher Kulturorganisationen in dieser Form bewerkstelligt werden. Auf unserem Foto oben der weltbekannte Maskenkopf von Bildhauer Prof. Jakob Adlhart aus Hallein. – (Presse-Aussendung Stadt Hallein. Foto: Adlhart).

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Zum „Pride Month“ im Juni startet das Keltenmuseum Hallein zum ersten Mal die Reihe „Queere Geschichte(n)“. Die Vorträge widmen sich unterschiedlichen Themen der Geschichte vom Umgang mit Homosexualität: von der Antike bis in die Gegenwart. In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni 1969 lehnten sich schwule, lesbische und transsexuelle Menschen in New York gegen die diskriminierende Vorgehensweise der Polizei auf. Die Wut und der Schmerz durch die Schikanen vorangegangener Jahrzehnte entluden sich an jenem Abend und stießen eine weltweite Bewegung an, die bis zum heutigen Tag besteht. Die LGBTQIA+ Community setzt sich für Toleranz, Gleichberechtigung und Vielfalt ein. Um dieses historische Ereignis zu feiern, setzt das Keltenmuseum Hallein mit dem Vortrag von Hannes Sulzenbacher ein Zeichen in Regenbogenfarben! Am Montag, 27. Juni, um 19 Uhr, unter dem Titel ,,Von der Verfolgung bis zur Emanzipation – die Geschichte homosexueller Menschen in Österreich.

 

1869 wurde das Wort „homosexuell“ vom österreich-ungarischen Schriftsteller Karl-Maria Kertbeny erfunden. Die wissenschaftlichen Diskurse des 19. Jahrhunderts hatten zu einem sozial abweichenden Verhalten ein „Täterprofil“ konstruiert, das seinen Siegeszug um die Welt begann: Von betroffenen Frauen und Männern wurde es ebenso begeistert angenommen wie von den staatlichen und wissenschaftlichen Autoritäten. Den einen diente es zur Erklärung ihrer geheimsten Wünsche, den anderen als Grundlage für ihre Verfolgung. Der Rechtsstaat verbrachte die „Homosexuellen“ in das Gefängnis und die Psychiatrie, der NS-Staat auch in die Konzentrationslager und in den Tod. Die Gesellschaft ächtete ihr Verhalten und trieb sie in die Isolation, die Verzweiflung und den Selbstmord. Auch nach der Befreiung vom Nationalsozialismus änderte sich wenig: Homosexuelle wurden nicht als NS-Opfer anerkannt, der Paragraph des Strafrechts, der Homosexualität unter Strafe stellte, blieb bis 1971 aufrecht. Erst dann begann zögernd die Emanzipation. Vortrag von Hannes Sulzenbacher (QWIEN – Zentrum für queere Geschichte in Wien) im Keltenmuseum Hallein am Montag, 27. Juni, um 19 Uhr im Keltenmuseum. Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. – (Presse-Info Keltenmuseum).

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Das Halleiner Stadtfest 2022, vollgepackt mit Musik und Lebensfreude! Mehr als 20 (!) Livebands machen am Samstag, dem 2. Juli, die Halleiner Altstadt ab 14 Uhr zur Bühne: Von Headline Mono & Nikitaman bis zu Gstanzl-Star Renate Maier. Alles bei freiem Eintritt! Als VIP-Gast des "Club 824" auf dem Schöndorferplatz erleben Sie das Festival in ganz besonderer Atmosphäre. Festivalzeit mitten in der Halleiner Altstadt: Nach dem Motto ,,824 Jahre Hallein‘‘, treten am Samstag, 2. Juli, auf acht (!) Plätzen der Halleiner Altstadt internationale Künstler auf. Es wird wieder gefeiert in der Salz- und Keltenstadt! Es ist ein Stadtfest mit Festival-Charakter – bei kostenlosem Eintritt. Veranstaltet wird das Stadtfest von der Stadt Hallein und dem Tourismusverband Hallein/Bad Dürrnberg.

 

ROCK’N’ROLL, GSTANZLN PLUS VOLKSMUSIK:
HALLEIN BRINGT’S ZUSAMMEN

 

Die musikalische Bandbreite des Stadtfestes ist groß und spiegelt die Vielfalt wider, für die Hallein bekannt ist. Ob Blues Rock aus Nordamerika oder österreichischer Punkrock, Halleiner Bürgerkorpskapelle oder Wiener Indierock, Rockabilly aus Berlin oder Gstanzl-Star Renate Maier aus Bayern: Hallein bringts zusammen! Headliner des Abends ist Mono & Nikitaman. Die Band, die sich ursprünglich mit Dancehall-Reggae einen Namen gemacht hat, wird unter anderem Songs aus ihrem aktuellen Album "Autonome Zone" zum Besten geben – eine Ode auf das Leben in fünfzehn Akten.

 

,,EXTRAZUCKERL‘‘ MUSIKALISCHER ART:
MUSIKALISCHES AUF ACHT PLÄTZEN!

 

Bespielt werden beim Halleiner Stadtfest insgesamt acht Plätze: Bayrhamerplatz, Kornsteinplatz, Pflegerplatz, Florianiplatz und Oberer Markt, sowie die Metzgergasse und die Kuffergasse. Am Schöndorferplatz findet wieder der "Club 824", der bereits 2019 – beim letzten Stadtfest – auf große Begeisterung gestoßen ist. Das Besondere: Unternehmen oder Privatpersonen können Tische für jeweils zehn Personen (Tische ab 1.500 Euro) kaufen. Auch Einzeltickets à 150 Euro pro Person sind erhältlich. In den Preisen inkludiert sind ein exklusives Catering von Genussdealer Hallein, Konsumation von der Red Bull-Cocktail-Bar, Wein sowie Bier vom Stiegl-Gut Wildshut (alles inklusive von 17.00 bis 24.00 Uhr).

 

Kontakt für VIP-Reservierung und weitere Infos:
Tourismusverband Hallein, 5400 Hallein, Tel.: +43 6245 85 394,
E-Mail: office@hallein.com, www.hallein.com    – (Presse-Aussendung: TVB Hallein).

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Von 1995 bis 2021 führte Helga Rabl-Stadler als Präsidentin die Geschicke der Salzburger Festspiele „souverän in Form, Inhalt und Präsenz. Sie hat diese wirkmächtige Kunst- und Kulturinstitution nicht bloß geführt, sie hat sie vielmehr geprägt“, betonte Landeshauptmann Wilfried Haslauer bei der Überreichung des Großen Ehrenzeichens des Landes Salzburg im festlichen Ambiente der Salzburger Residenz. „Helga Rabl-Stadler hat vom ersten bis zum letzten Tag ununterbrochen die Kraft der Vision der Salzburger Festspiele im Salzburger Festspielhaus und auf der Halleiner Pernerinsel verinnerlicht und versinnbildlicht“, zollte Landeshauptmann Wilfried Haslauer der langjährigen Managerin des weltweit bedeutendsten Festivals Respekt und drückte seine Dankbarkeit aus. „Es war ihr ein Herzensanliegen, nicht nur das materielle, sondern vor allem auch das ideelle Fundament ihrer Salzburger Festspiele in der Stadt Salzburg und auf der Pernerinsel nachhaltig zu stärken und zu festigen.“ Landeshauptmann Wilfried Haslauer verlieh der Grande Dame der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, das Große Ehrenzeichen des Landes.

 

LANDESHAUPTMANN HASLAUER:
,,BILD DER SALZBURGER FESTSPIELE GEPRÄGT.‘‘

 

„Helga Rabl-Stadler hat die Rolle der Präsidentin der Salzburger Festspiele in ihren 27 Jahren neu definiert, entschieden konfiguriert, in der ihr eigenen Weise interpretiert, mit ihrer Persönlichkeit andererseits aber auch das Bild der Salzburger Festspiele in Salzburg und Hallein geprägt“, sagte Haslauer beim Festakt in der Residenz.

 

EINPRÄGSAME ZAHLEN
AUS DER ÄRA RABL-STADLER

 

5.330 Festspiel-Vorstellungen,

 

1.088 Vorstellungstage mit 379 Premieren,

 

5,8 Millionen Besucherinnen und Besucher dieser Vorstellungen an 47 Spielstätten (Sommer und Pfingsten)

 

Budgetsumme von 1,33 Milliarden Euro

 

Mehr als 160 Millionen Euro Sponsoring- und Spendengelder

 

230 Dauerbeschäftigte bei den Festspielen;
in der Saison etwa das Zehnfache
und dann größtes Unternehmen Salzburgs

 

Karteneinnahmen von 656 Millionen Euro

 

8 Schauspielchefs

 

6 Intendanten

 

HERAUSRAGENDE PERSÖNLICHKEIT
MIT BEWEGTEM LEBEN

 

Wegbegleiter beschreiben Helga Rabl-Stadler als herausragende Persönlichkeit mit unglaublichem Durchhaltevermögen. Festspielintendant und Musiker Markus Hinterhäuser betont: „Wir haben irgendwann einen Punkt erreicht, an dem wir uns nicht mehr absprechen mussten. Das war wie ein Akkord, der in sich und in der Balance stimmt.“ Dass sie „widerstreitende Interessen immer sehr gut zusammenbringen konnte“, betonte die ehemalige Finanzministerin Maria Fekter. Helga Rabl-Stadler, Jahrgang 1948, war nach dem Jus-Studium in Wien ab 1970 bei den Tageszeitungen Die Presse‚ Wochenpresse, Kurier, dort als erste weibliche Innenpolitik-Kolumnistin tätig, bevor sie 1978 das elterliche Modehaus in der Mozartstadt übernahm. Von 1983 bis 1990 war sie Nationalratsabgeordnete. In der Salzburger Wirtschaftskammer war sie ab 1985 Vizepräsidentin und übernahm von 1988 bis 1994 das Präsidentenamt. Am 26. Jänner 1995 wurde Helga Rabl-Stadler, seit 1993 Mitglied des Kuratoriums, zum Mitglied des Direktoriums und zur Präsidentin der Salzburger Festspiele ernannt und übte diese Funktion bis Ende 2021 aus. Diese Ära ging zu Ende, aber die Grande Dame schlägt natürlich neue Kapitel auf. – (Presse-Aussendung mit Fotos Land Salzburg).

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Manfred Baumann, der Begeisternde. Manfred Baumann, der Faszinierende. Manfred Baumann, der Beeindruckende. Manfred Baumann der erfolgreiche Krimi-Autor, Manfred Baumann der hinreißende Kabarettist und Manfred Baumann der souveräne Moderator. Die Premiere seines musikalisch-literarischen Projekts ,,Das Geheimnis der Keltenmaske‘‘ wurde von seinem Publikum im Keltenmuseum am 15. Mai mit großem Begeisterungs-Beifall bedacht. Als Komponist war Domenico Turi tätig, die musikalische Begleitung lag in Händen des El Cimarrón Ensembles, bestehend aus Christina Schorn-Mancinelli (Gitarre), Ivan Mancinelli (Percussion) und David Gruber (Flöte). Die wechselnden Bühnenbilder schuf Iris Moosleitner, für die Kostüme sorgte Inge Moosleitner.

Manfred Baumann ist längst schon eine Klasse für sich. ,,Einspruch!‘‘ werden alle rufen, die den Unglaublichen und Unfassbaren näher kennen. Denn Manfred Baumann ist nicht nur eine Klasse für sich, er stellt vielmehr ein wahres Klassen-Bündel dar! Der Vielseitige hätte ebenso eine glanzvolle Karriere als begnadeter Schauspieler hingelegt, das zeigte sich wieder eindrucksvoll im Keltenmuseum, als er ,,Das Geheimnis der Keltenmaske‘‘ seinem Publikum präsentierte. Seine vielseitige Ausdruckskraft ist wahrlich beeindruckend und begeistert seine Zuhörerinnen und Zuhörer. Fesselnde Mimik und mitreißende, lebhafte Körpersprache unterstrichen eindrucksvoll seine fantastischen und spannenden Darlegungen. Wann werden wir wohl Manfred Baumann auf der Bühne der Salzburger Festspiele erleben? Bis dahin werden wir uns immer wieder an seine unfassbar hinreißenden Darlegungen zum Thema ,,Das Geheimnis der Keltenmaske‘‘ erinnern. Die FOTOS 1 bis 4 oben zeigen Manfred Baumanns eindrucksvolle Gestik bei seinen Darlegungen. FOTO 5: Das El Cimarrón-Ensemble sorgte für die passende musikalische Begleitung. FOTOS 6 und 7: Iris Moosleitner zeigte eine ganze Reihe vorzüglicher und themenbezogener Bilder. FOTO 8: Zum Abschluss wurden Manfred Baumann und das El Cimarrón-Ensemble mit schönen Blumen bedacht. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Der großartige und sympathische Manfred Baumann, geboren 1956 in Hallein, war 35 Jahre lang erfolgreich als Autor, Redakteur und Abteilungsleiter beim ORF tätig. Heute lebt er als freier und erfolgreicher Schriftsteller, Kabarettist, Regisseur und Moderator in der Nähe von Hallein in Puch. Zur Freude seiner zahlreichen Freunde und Bewunderer, gestaltet Manfred Baumann am Sonntag, 15. Mai 2022 um 16 Uhr, im Keltenmuseum Hallein, die Premiere des von ihm gestalteten musikalisch-literarischen Projekts mit dem aufregend-spannenden Titel ,,Das Geheimnis der Keltenmaske‘‘. Als Komponist wirkte Domenico Turi. Für die musikalische Begleitung sorgt das El Cimarrón-Ensemble. Christina Schorn-Marcinelli (Gitarre), Ivan Marcinelli (Percussion) und David Gruber (Flöte). Das Bühnenbild schuf Iris Moosleitner, die Kostüme stammen von Inge Moosleitner. Am 16. und 17. Mai 2022 präsentiert Manfred Baumann ,,Das Geheimnis der Keltenmaske‘‘ auch im Rahmen von zwei Schulaufführungen am 16. und 17. Mai 2022 in der Mittelschule Hallein-Burgfried in der Davisstraße 17. Wir freuen uns jedenfalls schon auf Manfred Baumann und seine Mitwirkenden und sehen gespannt der Lösung des ,,Geheimnisses der Keltenmaske‘‘ entgegen! – (Odo Stierschneider. Foto: OST).

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Ausgehend von seiner aktuellen Filmarbeit ,,F.W.M. Symphonie‘‘, über das Verschwinden und die Wiederherstellung des gestohlenen Schädels von Friedrich Wilhelm Murnau – einem der einflussreichsten und innovativsten Regisseure in der Frühphase des Films – konzipiert Thomas Hörl (auf den oben stehenden Fotos) für den kunstraum pro arte, Hallein, Schöndorferplatz,  eine reichhaltige Einzelausstellung, die aus zahlreichen Versatzstücken seiner vielfältigen Arbeitsweise besteht.

 

So werden aus der im „Caligaristil“ gebauten Filmkulisse im Wiener Prateratelier des Künstlers neue Bühnenbilder für den Galerieraum geschaffen, indem er das Set fotografisch abtastet und ins Zweidimensionale rückübersetzt. Die Kulisse erscheint als Wandarbeit mit vielen perspektivischen Verzerrungen und wird zum Hintergrund für Modellierstudien von Murnaus Kopf die im Film entstanden sind. Diese Tonmodelle wurden von den Bildhauern und Bildhauerinnen Fabian Fink, Michèle Pagel, Maruša Sagadin und Toni Schmale während der Dreharbeiten hergestellt, von Thomas Hörl abgegossen, in Papiermaché ausgeformt und bearbeitet. Die Objekte lassen die Grenzen zwischen eigenständigem Kunstwerk, Auftragsarbeit und Requisit verschwimmen. Im Film selbst werden Künstler und Künstlerinnen zu Performer und Performerinnen. Sie stellen sich selbst dar, wirken aber wegen ihres expressionistischen Erscheinungsbildes durch Maske und Kostüm künstlich und überhöht. Die Betrachter und Betrachterinnen entscheiden selbst, inwieweit ein Filmset ein Kunstwerk ist, ob es für sich alleine stehen kann oder nur gemeinsam mit dem Film, der auch in der Ausstellung läuft, lesbar ist.

 

Passend zu seiner im Mai 2022 erscheinenden Monografie ,,Curtain Walls & Rautenballett‘‘, die im kunstraum pro arte präsentiert wird greift der Künstler erneut folkloristische Themen und Lokalkolorit auf, die er bereits vielfältig mittels verschiedener Medien bearbeitet hat. Objekte, Collagen, Fotografien und eine Radioshow aus seinen zahlreichen bisherigen Installationen werden retrospektiv neu geordnet und verortet. Das in den letzten Jahren in Thomas Hörls Werk omnipräsente Rautenmuster wird auch hier zum bestimmenden formalen Element des Displays. In der Ausstellung werden die Werke dialogisch präsentiert und Zusammenhänge zwischen früheren Arbeiten und dem aktuellen künstlerischen Umgang Thomas Hörls mit dem Expressionismus im deutschen Stummfilm sichtbar gemacht.

 

Bei einem Filmabend im Stadtkino Hallein, am 27. Mai um 19:00 Uhr werden zudem Filmarbeiten gezeigt, die in den letzten fünf Jahren gemeinsam mit Victor Jaschke, Peter Kozek und Alexander Martinz entstanden sind. Am Samstag, den 28. Mai um 11:00 Uhr führt der Künstler durch die Ausstellung und im Gespräch werden Hintergründe und Zugänge erläutert.

 

Eröffnung der Ausstellung
Samstag, 7. Mai 2022, 10:00 bis 14:00 Uhr
11:00 Uhr „Curtain Walls & Rautenballett“ – Buchpräsentation und Gespräch mit Thomas Hörl und Simone Egger (Institut für Kulturanalyse / Universität Klagenfurt), Moderation: Laila Huber (Leitung kunstraum pro arte). – Dauer der Ausstellung: 7. Mai bis 11. Juni 2022

 

Veranstaltungen (Eintritt frei):
Freitag, 27. Mai 2022 um 19:00 Uhr, Stadtkino Hallein
„Die dämonische Leinwand“ - Filmabend mit anschließendem Gespräch.
Eine Veranstaltung von kunstraum pro arte in Kooperation mit Stadtkino Hallein.

 

Begleitend zur Ausstellung „Curtain Walls & Rauten Symphonie“ von Thomas Hörl im kunstraum pro arte, wird beim Filmabend im Stadtkino Hallein eine Zusammenstellung aus der Horrorfilmtrilogie „Dämonische Leinwände I-III“ (2017-2019) sowie einer Auswahl weiterer Filmarbeiten gezeigt, die in den letzten fünf Jahren gemeinsam mit Victor Jaschke, Peter Kozek und Alexander Martinz entstanden sind. Das dreiteilige Filmprojekt (Dämonische Leinwände I/2017, II/2018, III/2019) orientiert sich inhaltlich und ästhetisch am Genre des Horrorfilms, seinen Varianten, Subgenres und Hybridphänomenen, wobei sich jeder Teil mit einer anderen filmischen Ära des Horrorgenres auseinandersetzt. Diese historischen Bezüge werden vor dem Hintergrund zeitgenössischer Fragen, Gesellschaft, Politik und Ortsbezogenheit gestellt.

 

Samstag 28. Mai um 11:00 Uhr:
Führung und Künstlergespräch

 

                               (Presse-Aussendung Kunstraum pro arte. Fotos: Victor Jaschke)

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Auf dem obenstehenden Foto, befindet sich das Eingangstor zum ,,Stille-Nacht‘‘-Museum genau unten in der Mitte des Bildes. Auch das Haupt von ,,Stille-Nacht‘‘-Komponist Franz Xaver Gruber, im Bild ganz oben, zeigt sich exakt in der Mitte des Fotos postiert. Ebenso die Schriftzeile ,,Stille Nacht Museum‘‘. Nur das Wort ,,Hallein‘‘ ist aus dieser schönen symmetrischen Anordnung, aus welchen Gründen auch immer, ausgebrochen und tümpelt reichlich unschön als gestaltungsmäßiger Fremdkörper am linken Rand unterhalb der Zeile ,,Stille Nacht Museum‘‘ sinnlos herum. Diese grausame gestalterische Fehlleistung sollte endlich – endlich – endlich korrigiert werden. Das bedeutet: natürlich gehört das Wort ,,Hallein‘‘ endlich – endlich – endlich in die Mitte (!) dieses ganzen Arrangements gerückt. Falls der oder die dafür Verantwortliche tatsächlich aktiv wird und die entsprechenden Vorbereitungen zur Verschiebung des Wortes ,,Hallein‘‘ einleitet, dann ist auch noch der folgende Hinweis unbedingt notwendig: Die Schriftart, in der die Aufschrift ,,Stille Nacht Museum Hallein‘‘ angefertigt wurde, passt natürlich problemlos zu einem Maschinen-Hersteller oder zu einem Bau-Unternehmen, zu einem Waffen-Hersteller oder zu einem Betonwerk. Doch die Aufschrift ,,Stille Nacht Museum Hallein‘‘ dürfte nicht in einer derart nüchternen, modernen, sachlichen, unterkühlten und seelenlosen Blockschrift hergestellt werden, sondern in einer schönen, gehaltvollen und stimmigen Fraktur-Schrift oder Antiqua-Schrift. Der ,,Salzschreiber‘‘ wird dieses unerfreuliche, aber wichtige Thema erneut im kommenden Herbst und anschließend zu Weihnachten behandeln. Und im kommenden Jahr wiederum im Frühjahr, im Herbst und zu Weihnachten. Und immer so weiter. Und immer so fort. – (Odo Stierschneider. Foto: OST).

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Friedl Bahner, beeindruckend verdienstvoller Kultur-Architekt der Stadt Hallein über Jahrzehnte hinweg, wohnhaft in der Gemeinde Oberalm, starb am 2. März 2022 im Alter von 80 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalles. Als Friedl Bahner seine unschätzbare Tätigkeit 1987 in Hallein begann, war die Stadt zwar die wichtigste Industriestadt des Bundeslandes, jedoch nur angehaucht von kulturellem Leben. Über Jahrhunderte stand Hallein im Zeichen der Salzproduktion, die sich die geschäftstüchtigen Salzburger Erzbischöfe, in ihrer Funktion als weltliche Landesherren, kaltblütig und ohne jeden Ersatz für die Stadt Hallein angeeignet hatten. Mit dem Erlös aus dem Salzverkauf wurde die Stadt Salzburg mit aller Pracht ausgestattet, die ausgebeutete Stadt Hallein blieb ein Salzproduktions-Ort des Schreckens ohne jede kulturelle Initiative. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war Hallein nur eine Stadt der industriellen Arbeit. Die allzu wenigen kulturellen Initiativen blieben Hoffnung schenkende Lichter im übermächtigen Dunkel der Stadt der Arbeit.

Doch dann erschien mit Friedl Bahner eine Persönlichkeit, die sich unbeirrt und voll Optimismus daran machte, in der Kulturwüste Hallein die ersten maßgeblichen Kultur-Initiativen hochzuziehen und erfolgreich gedeihen zu lassen. Unter dem unbeirrbaren Friedl Bahner, schon bald durch seine engagierte Arbeit allgemein mit dem Ehrentitel ,,Kultur-Architekt der Stadt Hallein‘‘ bedacht, entfaltete sich Hallein zur Kulturstadt, die neben der übermächtigen Stadt Salzburg ganz Erstaunliches zu Stande brachte.

Friedl Bahners Erfolgsbilanz als Obmann des Kulturforums Hallein von 1987 bis 2015, welches Halleiner Talente förderte und als Kultur-Drehscheibe kulturelles Leben in Hallein erblühen ließ, ist mehr als eindrucksvoll. So förderte der Kultur-Architekt Halleiner Talente und brachte international verankerte Kultur-Ereignisse nach Hallein. Der engagierte Kultur-Arbeiter Friedl Bahner entfaltete aber auch die Industriestadt Hallein selbst zur aktiven Kulturstadt. Zum Beispiel mit dem Folk Festival Hallein. Zum Beispiel mit den Stadtfestwochen Hallein. Zum Beispiel mit den Bad Dürrnberger Konzerten. Zum Beispiel mit dem Halleiner Kulturherbst. Zum Beispiel mit den Salzburger Festspielen auf der Halleiner Pernerinsel. Das großartige und verdienstvolle kulturelle Wirken von Friedl Bahner für die Stadt Hallein wurde natürlich mit zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen gewürdigt, darunter das Ehrenzeichen der Republik Österreich, der Salzburger Landespreis für Kulturarbeit, der Kulturpreis der Stadt Hallein, der Kulturpreis der Halleiner Industrie und das Verdienstzeichen des Landes Salzburg.

2002 erschien im von Odo Stierschneider herausgegebenen ,,Festspiel-Magazin Hallein‘‘ unter dem Titel ,,15 Jahre  Kulturkraftwerk Friedl Bahner‘‘ ein Beitrag, den wir hier auszugsweise wiedergeben: ,,Friedl Bahner übernahm vor 15 Jahren die Führung des Kulturforums Hallein. Er hatte von Anbeginn an die Vision eines regen, ganzjährigen Kulturbetriebes in Hallein. Eine Ungeheuerlichkeit geradezu im damaligen städtischen Umfeld Halleins, doch der von unbeugsamer Begeisterung Getriebene ließ sich nicht beirren – das Kulturforum Hallein entwickelte sich zum größten, kontinuierlich tätigen Kulturveranstalter außerhalb der Landeshauptstadt. Es ist dem auf Hochtouren arbeitenden Kulturkraftwerk Friedl Bahner zu danken, dass Hallein heute als Brennpunkt kultureller Qualität und Vielfalt einen herausragenden Ruf genießt. Das alles war nur möglich, weil Friedl Bahner tagtäglich mit unfassbarer Energie und ungeheurem persönlichen Engagement das kulturelle Zepter führte. So steht nach 15 Jahren eine imposante Zahlenbilanz im Raum.  Ende des heurigen Jahres werden unter Friedl Bahner rund 3.000 Veranstaltungen mit etwa 400.000 Besuchern eine klare Sprache sprechen. Mehr als 45.000 Einsatzstunden der Mitglieder des Kulturforums waren dafür notwendig.‘‘ – Im ,,Festspiel-Magazin Hallein‘‘ wurden auch zwei von Friedl Bahner wiedergegebene Zitate gedruckt, sie wurden jeweils auf einer ganzen Seite dargestellt: ,,Kultur ist das Denken des Herzens‘‘ und ,,Kultur wischt den Staub des Alltags von der Seele.‘‘

 

Nun ist Friedl Bahner am 2. März 2022, an den Folgen eines Schlaganfalles verstorben. Natürlich bleibt der Halleiner Kultur-Architekt Friedl Bahner bei allen, mit denen er zu tun hatte, für immer unvergessen. Sein liebenswertes, sympathisches Wesen, seine mitreißende Beziehung zu allem, was mit Kultur zu tun hatte, sein unbeirrbares und erfolgreiches Bestreben, kulturelles Leben in der von der Kultur-Metropole Salzburg geradezu erdrückten Stadt Hallein zu etablieren, seine engagierte Unterstützung für alle kulturell Tätigen, die in der einstigen Kultur-Wüste Hallein kulturelles Leben, kulturelles Handeln und kulturelles Wirken bewirken wollten, das alles macht Friedl Bahner zum unsterblichen Kultur-Architekten der Kultur-Stadt Hallein. – (Odo Stierschneider. Foto: Kulturforum Hallein)

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Zum internationalen Frauentag am 8. März lädt der kunstraum pro arte in Hallein, Schöndorferplatz, zur Diskussion über feministische künstlerische Strategien im Kontext globaler Ungleichheit. Ausgehend von dem aktuellen künstlerischen Forschungsprojekt „Coded Feminisms“ der Medienkünstlerin Stefanie Wuschitz sowie dem partizipativen Performance-Projekt „The Smells of Racism“ der Choreographin und Wissenschaftlerin Sandra Chatterjee, wird nach globalen Perspektiven von Produktion, (Neo-)Kolonialismus und Rassismus gefragt sowie feministischen Ansätzen des Gemeinschaffens und der kollektiven Fürsorge sowie kollektiver Erinnerung und Heilung thematisiert. Dabei werden Möglichkeiten und Grenzen künstlerischer Intervention, Repräsentation und Kollaboration ausgelotet.

 

Wie riecht Rassismus und was wird gerochen? Von alltäglichen Vorurteilen bis hin zu den philosophischen Ausführungen Immanuel Kants über die Verbindung von Geruch und “Rasse” hat der Konnex von Rassismus und Geruch eine lange (abendländische) Tradition. Das installative und partizipative Performance-Projekt SMELLS OF RACISM setzt sich mit diesen Themenkomplexen künstlerisch wie wissenschaftlich auseinander. Rassismus hat seit langem eine olfaktorische Seite, die allerdings (zu) selten Beachtung findet. Der Geist des Rassismus wie wir ihn bis heute verstehen, spukt mindestens seit der europäischen Aufklärung. So artikulierte beispielsweise einer der berühmtesten Philosophen dieser Zeit, Immanuel Kant, skandalös leichtfertig und leichtsinnig eine direkte Verbindung zwischen schlechtem Körpergeruch und dunkler Hautfarbe. Bis heute ist der Konnex von kulturellen Unterschieden und Gerüchen nicht gefeit vor hasserfüllten rassistischen Zuschreibungen.

 

So sehr Gerüche im Kontext des Rassismus relevant sind, so sehr gibt es in unterschiedlichsten Religionen und kulturellen Praktiken zahlreiche rituelle und spirituelle Bedeutungen und Verwendungen von Düften, bei denen die Vertreibung des Bösen oder der Schutz vor bösen Geistern zentral ist. An dem Punkt der rassistischen Deutung von Gerüchen einerseits und der (auch kulturell) heilenden Kraft von Gerüchen andererseits setzt SMELLS OF RACISM an. Viele europäische und nordamerikanische Feministinnen glauben, dass ihre Interpretation von Freiheit und Gleichheit in den sogenannten globalen Süden exportiert wurde. Tatsächlich hatte die Frauenbewegung in Indonesien ihre größte Ausbreitung zwischen den 1920er und den frühen 1960er Jahren erlebt. Sie repräsentierte damals die größte und fortschrittlichste feministische Bewegung der Welt.

 

Die Aktivistinnen forderten Zugang zu Bildung, Arbeitsrechte, das Recht auf Scheidung, Kinderrechte und Landrechte. Sie waren antikolonialistisch, antiimperialistisch und kämpften für die Gleichstellung der Geschlechter. Zur Unterstützung berufstätiger Frauen* initiierten sie in ganz Indonesien ein System zur Kinderbetreuung, Gemeinschaften zur Selbstbildung und eine Infrastruktur zur gegenseitigen Selbsthilfe. Mit drei Millionen Mitgliedern war Gerwani die stärkste Organisation dieser Bewegung. Gerwani-Vertreter*innen forderten Indonesiens Unabhängigkeit, Souveränität und Blockfreiheit gegenüber den Machtblöcken des Kalten Krieges. Nach einem von westlichen Ländern unterstützten Staatsstreich wurden Gerwani und alle anderen kritischen, feministischen oder linken Netzwerke zum Schweigen gebracht.

 

Mit diesem künstlerischen Forschungsprojekt versucht Stefanie Wuschitz, die Praktiken und Positionen der zerstörten feministischen Bewegung zu rekonstruieren. Um vielfältiges Archivmaterial zu nutzen und die Privatsphäre der interviewten Personen zu wahren, wurde das Videoprojekt als animierter Dokumentarfilm umgesetzt. Die Installationen und Zeichnungen in dieser Ausstellung gehen der Bedeutung von Neokolonialismus und Extraktivismus in unserer Gesellschaft nach. Das Video „Rumah Hacker“ und die Installation „Congklak“ untersuchen Commons als Strategie zur gerechten Verteilung begrenzter Ressourcen. – Dauer der Ausstellung: 25. Februar bis 2. April 2022. Samstag, 2. April um 11:00 Uhr: Finissage und Künstlerinnengespräch.

 

KURZBIOGRAPHIEN
Sandra Chatterjee
ist Choreographin und Wissenschaftlerin im Bereich Culture und Performance, und Tanzwissenschaft. Zu ihren aktuellen Projekten zählt die choreographische Arbeit mit Gerüchen (2021 Projekt: SMELLS OF RACISM); die Organisation von CHAKKARs – Moving Interventions, das Forschungsprojekt Border – Dancing Across Time (FWF P 31958-G) an der Universität Salzburg. Für 2020-2022 wurde sie als Künstlerin der internationalen Austausch- und Produktions-Plattform ,,Freischwimmen‘‘ ausgewählt. In ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit den Forschungsschwerpunkten Performance- und Kultur- und Tanzwissenschaften, Genderstudien, Migration und Postcolonial Studies, erkundet sie stets die Überschneidungs-Punkte zwischen Theorie und künstlerischer Praxis. Sie ist außerdem Gründungs-Mitglied der Post Natyam Collective, einer multi-nationalen, internet-basierten Gruppe von Choreographinnen und Wissenschafterinnen, die sich durch interdisziplinäre Arbeit in Tanz, Performance und Video, kritisch mit südasiatischer Ästhetik auseinandersetzen.

 

Stefanie Wuschitz, geboren 1981, arbeitet an der Schnittstelle von Forschung, Kunst und Technologie, mit besonderem Fokus auf Critical Media Practices (feministisches Hacking, Open-Source-Technologie, Peer-Produktion). Ihr Studium in Transmedia Arts an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien schloss sie 2006 bei Brigitte Kowanz ab. Es folgte ein Master an der TISCH School of the Arts an der New York University (2008) sowie ein Doktorat zu Feminist Hackerspaces an der TU Wien (2014). Seit 2009 leitet Stefanie Wuschitz mit dem von ihr gegründeten Künstler:innen Kollektiv “Mz* Baltazar’s Lab” das gleichnamige feministische Hacklab als Offspace in Wien. Ihre künstlerischen Arbeiten kreisen um die Themen Postkolonialismus, Feminismus und neuer Materialismus. Für ihre Praxis eignet sie sich Strategien der Open Source Bewegung an, wie Critical Making, Hacking und interaktive Kunst. Ihre künstlerische Forschung wurde in internationalen Ausstellungen und Festivals präsentiert. Sie hatte Forschungs- und Post-Doc-Positionen an der Universität Umeå, der Universität für angewandte Kunst Wien, der Technischen Universität Wien, der Michigan University, der Universität der Künste Berlin und der TU Berlin inne. Derzeit ist sie Projektleiterin eines kunstbasierten Forschungsprojekts an der Akademie der bildenden Künste (AT) und hat eine Post-Doc-Stelle an der TU Berlin (DE) inne.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS:
FOTO 1:
Stefanie Wuschitz: „Srimpi" Tanz, 2021, Computerbearbeitete Zeichnung über video footage. FOTO 2: Porträtfoto Stefanie Wuschitz, photocredit: Yusuf Agus Kurniawan. FOTO 3: Porträtfoto Sandra Chatterjee, Foto: Anjali Bhargava.

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Hier prallen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander. Auf dem Foto oben, rechts die schöne, farbig gestaltet salzachseitige Fassade der einstigen Saline auf der Pernerinsel. Links im Bild der wahre Horror: Die nordseitige, durch einen schrecklichen Auto-Unterstand völlig ruinierte Nord-Fassade des historischen Salinen-Objektes in deprimierendem Grau. Einst war das riesige Salinen-Gebäude sogar doppelt so groß wie heute, Doch nach einem Großbrand, musste die nördliche Hälfte des Salinen-Gebäudes abgerissen werden. So entstand die heutige Nord-Fassade, eine nie verheilte, riesige Gebäudewunde des Salinen-Objektes: Formal und farbig höchst erbärmlich, eine grandiose Schande für die Stadt Hallein – dies umso mehr, als hinter diesem Schandfleck mittlerweile ein Spielort der Salzburger Festspiele entstand. Diese durch hoffnungsloses Grau malträtierte, größte geschlossene Gebäudefassade in Hallein, sie wird zusätzlich durch einen grauenvollen und entsetzlichen Auto-Unterstand zu einem wahren Albtraum, also optisch völlig ruiniert.

Wenn es den für die Stadt Hallein Verantwortlichen auch völlig egal ist, was sich die Betrachter dieses Elends denken, so sollten sie doch überlegen, dass auch das internationale Festspiel-Publikum diese entsetzliche Fassade voll Entsetzen registriert. In ihrer Heimat sorgen dann die Festspiel-Besucher für höchst unerfreuliche Hallein-Werbung, indem sie natürlich schockiert über das grauenhafte Fassaden-Monster mit seinem abstoßenden Auto-Unterstand berichten. Höchste, allerhöchste Zeit also, dass sich hier die Dinge endlich, endlich zum Besseren wenden! Auf der ganzen Welt gibt es kein Land und keine Stadt, in denen man es wagen würde, Spitzenkultur nach Art der Salzburger Festspiele, in einem derart erbärmlichen Umfeld zu bieten.

Was also ist zu tun? Und zwar schleunigst? Da steht an erster Stelle der längst überfällige (!) Abriss des entsetzlichen Auto-Unterstandes. Damit ergibt sich die Aufgabe der optischen Gestaltung der nun in ihrer Gesamtheit freigelegten Fassade. Die einfachste Art besteht darin, dass man das schreckliche Grau der Fassade mit der gleichen Farbe übermalt, die bereits die anderen drei Fassaden des Salinengebäudes aufweisen. Stellt man etwas höhere Ansprüche, dann gilt es, zumindest die ärgsten formalen Unschönheiten entlang der Fassade zu beseitigen. Denn es geht hier nicht um eine einheitliche Fassade, sondern um die Fassaden mehrerer unterschiedlicher Gebäude, die ein unregelmäßiges Ganzes bilden. Dann steht man wieder vor der Frage: Soll die Fassade den drei anderen farblich angepasst werden? Oder soll sie, farblich eigenständig gestaltet, auf die grandiosen kulturellen Ereignisse mit den Salzburger Festspielen an der Spitze hinweisen? Dann wird es wohl auch einen Gestaltungs-Wettbewerb für eine endlich neu zu gestaltende ,,Festspiel-Fassade‘‘ geben müssen!

Es ist ja schon einige Zeit her, seit die Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel hinter einer unverändert entsetzlichen Industriefassade, ihre wertvolle Kulturarbeit leisten müssen. Es dauert ja schon einige Zeit, seit das internationale Festspiel-Publikum immer wieder entsetzt auf die grauenhafte Festspielfassade samt ihren schäbig überdachten Autoabstell-Plätzen reagiert. Präzise: Nicht seit 1 Jahr besteht dieser Fassaden-Horror schon. Auch nicht seit 2 Jahren besteht dieser Fassaden-Horror schon. Auch nicht seit 3 Jahren besteht dieser Fassaden-Horror schon. Auch nicht seit 4 Jahren besteht dieser Fassaden-Horror schon. Auch nicht seit 5 Jahren besteht dieser Fassaden-Horror schon. Auch nicht seit 6 Jahren besteht dieser Horror schon. Auch nicht seit 7 Jahren besteht dieser Fassaden-Horror schon. Auch nicht seit 8 Jahren besteht dieser Fassaden-Horror schon. Auch nicht seit 9 Jahren besteht dieser Fassaden-Horror schon. Auch nicht seit 10 Jahren, also auch nicht seit 3650 Tagen, besteht dieser völlig unfassbare Fassaden-Horror schon! Sondern deutlich länger!!

Auch nicht seit 11 Jahren besteht dieser unfassbare Fassaden-Horror schon! Auch nicht seit 12 Jahren besteht dieser unfassbare Fassaden-Horror schon! Auch nicht seit 13 Jahren besteht dieser unfassbare Fassaden-Horror schon! Auch nicht seit 14 Jahren besteht dieser unfassbare Fassaden-Horror schon! Auch nicht seit 15 Jahren besteht dieser unfassbare Fassaden-Horror schon! Auch nicht seit 16 Jahren besteht dieser unfassbare Fassaden-Horror schon! Auch nicht seit 17 Jahren besteht dieser unfassbare Fassaden-Horror schon! Auch nicht seit 18 Jahren besteht dieser unfassbare Fassaden-Horror schon! Auch nicht seit 19 Jahren besteht dieser unfassbare Fassaden-Horror schon! Also tatsächlich seit langen 20 (zwanzig!) Jahren, also seit 7300 langen Tagen (!), somit seit 1992 (!), besteht dieser Festspiel-Fassaden-Horror auf der Pernerinsel! Da gibt es doch heuer. während der Festspielzeit auf der Pernerinsel, ganz sicher eine stolze, grandiose, große, gewaltige, herausragende, begeisternde, imposante und unvergessliche Riesen-Jubiläumsfeier! – (Odo Stierschneider. Foto: OST).

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Wissen Sie, wo die weltweit größte feministische Bewegung der 1960er Jahre ihren Ursprung hatte? Frankreich? Nein. Schweden? Nein. Italien? Nein. Südafrika? Nein. Indonesien? Jaa! Zwischen den 1920er- und den frühen 1960er-Jahren hatte die Frauenbewegung in Indonesien ihre größte Ausbreitung erlebt. Sie repräsentierte damals die größte (!) und fortschrittlichste (!) feministische Bewegung der Welt! Sie forderte den Zugang zu Bildung, Arbeitsrechte, das Recht auf Scheidung, Kinderrechte und Landrechte. Die erste Ausstellung im kunstraum pro arte 2022 zeigt dazu die Ergebnisse eines künstlerischen Forschungs-Projektes der Medien-Künstlerin Stefanie Wuschitz. Der Projekt- und Ausstellungstitel „Coded Feminisms“ – auf Deutsch „Verschlüsselte Feminismen“ – verweist auf die verborgene, verdrängte und tabuisierte Geschichte einer der stärksten feministischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts: jener in Idonesien.

 

Die Aktivistinnen waren antikolonialistisch, antiimperialistisch und kämpften für die Gleichstellung der Geschlechter. Zur Unterstützung berufstätiger Frauen initiierten sie in ganz Indonesien ein System zur Kinderbetreuung, Gemeinschaften zur Selbstbildung und eine Infrastruktur zur gegenseitigen Selbsthilfe. Mit drei Millionen Mitgliedern war Gerwani die stärkste Organisation dieser Bewegung. Gerwani-Vertreter*innen forderten Indonesiens Unabhängigkeit, Souveränität und Blockfreiheit gegenüber den Machtblöcken des Kalten Krieges. Dann der Schock: Nach einem von westlichen (!) Ländern unterstützten Staatsstreich, wurden Gerwani und alle anderen kritischen, feministischen oder linken Netzwerke zum Schweigen gebracht. Kritische Ideen konnten nur noch in versteckter, codierter, übersetzter und verschlüsselter Form kommuniziert werden. Multinationale Konzerne begannen, die indonesischen Märkte und die indonesische Wirtschaft zu dominieren, mit nicht gerade den feinsten Mitteln.

 

Mit ihrem künstlerischen Forschungsprojekt versucht Stefanie Wuschitz, die Praktiken und Positionen der zerstörten feministischen Bewegung zu rekonstruieren. Die Ausstellung basiert auf dem gleichnamigen künstlerischen Forschungsprojekt das als Post-Doc Projekt in künstlerischer Forschung an der TU Berlin, finanziert durch das Digital Programm der Berliner Hochschulen, durchgeführt wurde.

 

ANIMIERTER DOKUMENTARFILM
WIRD ERSTMALS IN DER GALERIE PRO ARTE
IN VOLLER LÄNGE GEZEIGT

 

Das Herzstück der Ausstellung ist ein animierter Dokumentarfilm, der auf einer mehrjährigen kollaborativen Recherchearbeit basiert und in Hallein erstmals in voller Länge der Öffentlichkeit präsentiert wird. Die Form des animierten Dokumentarfilms wurde gewählt, um vielfältiges Archivmaterial zu nutzen und die Privatsphäre der interviewten Personen zu wahren. Stefanie Wuschitz‘ Zeichnungen sind über weite Strecken in bunten, kräftigen Farben und weichen Linien gezeichnet und vermitteln zusammen mit der, speziell für das Videoprojekt komponierten, sehr lebendigen Musik eine Leichtigkeit, die jene Aufbruchstimmung der feministischen Bewegung spürbar macht. Die nachfolgenden harten historischen Fakten des politischen Putschs 1965 – die von Verfolgung, Vergewaltigungen und Folter bis hin zu Massenmord reichten und zur Zerstörung der Gerwani Bewegung führten – werden dadurch konterkariert. Weiters in der Ausstellung zu sehen sind Installationen und Zeichnungen die der Bedeutung von Neokolonialismus und Extraktivismus in unserer Gesellschaft nachgehen. Das Video „Rumah Hacker“ und die Installation „Congklak“ untersuchen Commons als Strategie zur gerechten Verteilung begrenzter Ressourcen. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Gerwanis und spannt zugleich einen Bogen in die Gegenwart, um nach Verantwortlichkeiten in globalen Ungleichheits-Verhältnissen zu fragen.

 

DREI DISKURS-VERANSTALTUNGEN
BEGLEITEN DIE AUSSTELLUNG

 

Drei Diskursveranstaltungen begleiten die Ausstellung und bieten Gelegenheit zur Vertiefung in die Thematik: Am Samstag, 26. Februar von 11:00 bis 14:30, findet ein Online Symposium „Coded Feminisms in Indonesia“ mit führenden Gerwani Expertinnen in englischer Sprache und moderiert von Stefanie Wuschitz statt. Das Online-Format des Symposiums ermöglicht es internationale Expertinnen zu versammeln und die Geschichte der Gerwani einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Zu den Referentinnen zählen die feministische Wissenschaftlerin und Frauenrechtlerin Ita Fatia Nadia – sie ist Vorsitzende des RUAS (Ruang Arsip dan Sejarah), Institut und Archiv über die Geschichte der Frauenbewegung in Indonesien; Annie Pohlman, Lehrende und Forscherin in Indonesian Studies an der University of Queensland, Australia; Astrid Reza, Übersetzerin, Forscherin und Mitglied des PERETAS (Perempuan Lintas Batas) Netzwerk in Indonesien, eine intersektionale Organisation für grenzüberschreitend in den Bereichen Kunst und Kultur tätige Frauen; Julia Suryakusuma, Schriftstellerin, Journalistin, Aktivistin, Mitglied des Gender and Democracy Center (GDC), Indonesien; sowie Saskia Wieringa, Expertin für Gender, Propaganda und Genozid in Indonesien, tätig an der University of Amsterdam, Niederlande. –  Zum internationalen Frauentag am 8. März ist eine Diskussion zum Thema “Feministische künstlerische Strategien im Kontext globaler Ungleichheit” geplant. – Zur Finissage am 2. April bietet ein Künstlerinnengespräch mit Stefanie Wuschitz die Möglichkeit mehr über die Hintergründe und Arbeitsweise der Künstlerin zu erfahren.

 

WICHTIGES STATEMENT
VON STEFANIE WUSCHITZ

 

„2013 war ich zum ersten Mal in Indonesien. Was mich am meisten überrascht hat, war die riesige und lebendige Künstler*innenszene in Yogyakarta. Menschen, die ich dort traf, experimentierten mit Elektronik, Permakultur, Performance und Klangkunst, beschäftigten sich dabei mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit, des Klimawandels und wie der Kapitalismus der Umwelt und den Menschen schadet. Das große Kunstinteresse der Galeriebesucher*innen wirkte nicht wie eine bloße Geste, um Prestige zu erlangen. Kunst bot eine seltene und umkämpfte Plattform, einen autonomen Raum, um Kritik zu äußern, Transformationen einzuleiten und Traumata zu heilen. Nach und nach erfuhr ich mehr über die Vergangenheit Indonesiens, die von Hegemonie und Imperialismus geprägt ist. 1965 wurde die junge Demokratie durch westlichen Einfluss zu einer Diktatur, die bis 1998 anhielt. Als ich 2015 einen Indonesier heiratete und zwei Kinder bekam, veränderte sich mein Blick auf diese Region erneut. Als Touristin bedeutete die fehlende Infrastruktur in Indonesien für mich nur eine abenteuerliche Abänderung meiner Reisepläne. Als Mutter hingegen fühlte ich mich angesichts der schlechten Krankenhäuser und Schulen hilflos und wütend. Wie der Konsum und die Ressourcen-Verschwendung der reichen Nationen die Zukunft so vieler anderer Menschen sabotiert, macht mich immer noch sprachlos. Die Begegnung und Zusammenarbeit mit kreativen, klugen und hartnäckigen Menschen in Indonesien, die eine Gegenerzählung generieren möchten, führte zu mehreren Projekten, die ich in dieser Ausstellung zeigen möchte. Das Animationsfilm-Projekt wäre niemals möglich gewesen ohne die unermüdliche Unterstützung von Astrid Reza, Nilu Ignatia, ASARA, Ita Nadia Fatia, Julia Suryakusuma, Saskia Wieringa, Lisabona Rahman, Mita, Ruth H. Sarijah, Wiwiek, Dhyta und meinem Partner Yusuf Agus Kurniawan. Durch ihre Hilfe konnte ich viele ungehörte Stimmen, verloren geglaubte Quellen und versteckte Archivmaterialien finden und einflechten.“

 

KURZBIOGRAPHIE
STEFANIE WUSCHITZ

 

Stefanie Wuschitz, geboren 1981, arbeitet an der Schnittstelle von Forschung, Kunst und Technologie, mit besonderem Fokus auf Critical Media Practices (feministisches Hacking, Open-Source-Technologie, Peer-Produktion). Ihr Studium in Transmedia Arts an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien schloss sie 2006 bei Brigitte Kowanz ab. Es folgte ein Master an der TISCH School of the Arts an der New York University (2008) sowie ein Doktorat zu Feminist Hackerspaces an der TU Wien (2014). Seit 2009 leitet Stefanie Wuschitz mit dem von ihr gegründeten Künstler:innen Kollektiv “Mz* Baltazar’s Lab” das gleichnamige feministische Hacklab als Offspace in Wien. Ihre künstlerischen Arbeiten kreisen um die Themen Postkolonialismus, Feminismus und neuer Materialismus. Für ihre Praxis eignet sie sich Strategien der Open Source Bewegung an, wie Critical Making, Hacking und interaktive Kunst. Ihre künstlerische Forschung wurde in internationalen Ausstellungen und Festivals präsentiert. Sie hatte Forschungs- und Post-Doc-Positionen an der Universität Umeå, der Universität für angewandte Kunst Wien, der Technischen Universität Wien, der Michigan University, der Universität der Künste Berlin und der TU Berlin inne. Derzeit ist sie Projektleiterin eines kunstbasierten Forschungsprojekts an der Akademie der bildenden Künste (AT) und hat eine Post-Doc-Stelle an der TU Berlin (DE) inne.

 

WICHTIGE KURZINFOS:
Eröffnung: Donnerstag, 24. Februar 2022 um 19:30 Uhr
Dauer der Ausstellung: 25. Februar bis 02. April 2022

 

Veranstaltungen (Eintritt frei):
Samstag, 26. Februar von 11:00 bis 14:30 Uhr
Online-Symposium „Coded Feminisms in Indonesia“, auf Englisch mit: Ita Fatia Nadia, Annie Pohlman, Astrid Reza, Julia Suryakusuma, Saskia Wieringa Moderation: Stefanie Wuschitz

Details zum Symposium und Vortragenden:
http://kunstraumproarte.com/aktuelle-veranstaltung
(siehe ebenfalls pdf-Datei anbei)

 

Dienstag, 8. März von 18:30 bis 20:00 Uhr:
Diskussion “Feministische künstlerische Strategien im Kontext globaler Ungleichheit”

 

Samstag 2. April um 11:00 Uhr;
Finissage und Künstlerinnengespräch

ZU DEN
OBEN STEHENDEN FOTOS:

FOTO 1: Das Porträt zeigt Stefanie Wuschitz. FOTO 2: Gruppenfoto, am Computer bearbeitet von Stefanie Wuschitz. – (Presse-Information: Galerie Pro Arte Hallein. Fotos: Yusuf Agus Kurniawan).

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Thomas E. Stadler und Helena Adler präsentieren im Kunstraum Pro arte, Schöndorferplatz Hallein, ihre malerisch-politischen Arbeiten. Im Zentrum stehen malerische Auseinandersetzungen zum grundsätzlich wichtigen Verhältnis des Menschen zur Natur. In einer Serie von Siebdrucken, Malereien und inszenierten Fotografien, bearbeitet die Künstlerin Helena Adler die Themen Klimakrise, Nuklearkatastrophe und Eitelkeit. Die Arbeiten von Künstler Thomas E. Stadler nehmen einerseits Stellung zur Gletscherschmelze in den Tauern und deren Auswirkungen auf die gesamte Salzachregion, andererseits wird der Lebens- und Gesellschaftsentwurf der Wald- Besitzer/Besitzerinnen im Hambacher und Dannenröder Wald posthum illustrativ zum Kulturdenkmal erklärt.

Helene Adler,
geboren 1983 in Oberndorf, ist tätig als Autorin, Künstlerin und Mitbegründerin der Literatur-Werkstatt ,,Literaturlobbyland‘‘. Aufgewachsen auf einem Biobauernhof am Berg bei Anthering. Studium der Malerei am Mozarteum, sowie der Philosophie und Psychologie an der Universität Salzburg. Eine Auswahl ihrer Kunst-Ausstellungen und Kunst-Aktionen ,,Art off-space‘‘ im Narrenkastl in Frohnleiten bei Graz 2018. Modernes Museum in Mauerkirchen 2018. ,,Geteilte Städte‘‘ – An die Grenzen gehen‘‘. Görtz 2016. Kulturzentrum Terra Hominibus in Wien 2015. Zahlreiche Publikationen in Anthologien, Literatur-Zeitschriften und Zeitungen. Mit ihrem letzten Roman ,,Die Infantin trägt den Scheitel links‘‘ war sie sowohl für den Österreichischen und Deutschen Buchpreis als auch für die Hotlist unabhängiger Verlage nominiert.

Thomas E. Stadler, geboren 1962, studierte bildnerische Erziehung/Malerei in Salzburg und München. Er erhielt Studien-Aufenthalte in den USA (Virginia/New York) und Polen (Krakau), Budapest und Spanien (Almeria). Seit 2000 Lehrtätigkeit an Universität Salzburg, Universität Mozarteum und Pädagogischer Hochschule Linz. 2005 bis 2008 Dozent an der Sommerakademie Neuburg. Ausstellungen (Auswahl): München, New York, Mexico City, Berlin, Salzburg, Köln, Graz, Virginia (USA), Landshut, Budapest, Triest, Düsseldorf, Florenz, Trier, Essen, Almeria, Krakau, Tegernbach/Linz, Seekirchen, Bologna, Hallein, Wien, Mauerkirchen, Oberndorf. – (Galerie Pro arte. Fotos: Odo Stierschneider).

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Es war Prof. Stefan Hiller, der in einem Telefonat mit MMag. Michael Neureiter – dem in Franz Xaver Grubers einstigem Wohnhaus, gegenüber der Stadtpfarrkirche Hallein Geborenen – die schöne Idee präsentierte, im Keltenmuseum anlässlich des heurigen 130. Geburtstages des Künstlers Hans Sengthaler, eine Ausstellung mit einer Auswahl von dessen Werken zu veranstalten. Hans Sengthaler wurde als Sohn eines österreichischen Braumeisters in der Nähe von Schellenberg am Mehlweg geboren. Nach Beendigung seiner Schulausbildung in Hallein, bei der sich schon sein großes künstlerisches Talent zeigte, trat er anschließend in die Malereiklasse der Halleiner Fachschule ein, wobei die Lehrer Johann Schmied und Stanislaus Rainer prägenden Einfluss auf seinen weiteren künstlerischen Weg ausübten. Der vielseitig Begabte betätigte sich nicht nur als Maler, auch als Graphiker und Bildhauer schuf er hervorragende Werke, doch seine Liebe zur Landschaftsmalerei blieb ungebrochen.

Nach erfolgreicher Beendigung seiner Ausbildung, ging Hans Sengthaler 1910 in die Schweiz und arbeitete hier ein Jahr lang als Bildhauer. Es folgte eine mehrmonatige Studienreise und schließlich wurde 1912 München zu seiner neuen Heimat. Zwei Jahre später brach der 1. Weltkrieg aus, den Hans Sengthaler im Rainer Regiment 39 mitmachte. Nach harten Jahren war der Durchbruch geschafft, er besaß schließlich im Schwabinger Künstlerviertel ein großes Atelier. Der Künstler Sengthaler hatte Erfolg, erfreute sich großer Wertschätzung und wurde mit zahlreichen Aufträgen betraut. 1920 heiratete er Maria Gandl. 1930 nahm er mit großem Erfolg an der Internationalen alpinen Kunstausstellung in Budapest teil.

Der 2. Weltkrieg begann und 1944 brach schließlich die Katastrophe herein. Ein Luftangriff begrub Sengthalers Besitz, sein Atelier und den Großteil seiner Werke unter Trümmern. Er fand, nach 22 Jahren in München, Zuflucht im kleinen Gut Kohlmannspoint seiner Eltern in Au in Hallein. Hier war er weiterhin künstlerisch tätig und widmete sich immer wieder dem fantastischen Landschaftsgepräge rund um Hallein, bis zu seinem Tod im Jahr 1968. Hans Sengthaler malte vor allem die imposante Bergwelt des Salzburger Landes, die Gebirgswelt in Tirol und Bayern, einschließlich des dazugehörigen Vorlandes. Hans Sengthalers vollendete Ausdruckskraft gab ihm die Fähigkeit, seinen Bildern ganz bestimmte Stimmungen zu verleihen. Sein künstlerisch geschultes Auge versetzte ihn in die Lage, die Schönheiten der Landschaft durch sensibles Formgefühl und perfekte Farbgebung, auf die für ihn so typische, einzigartige Art festzuhalten.

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

Das gut geschulte Auge Sengthalers, ließ ihn die Schönheiten der Landschaften durch ein feines Formgefühl und unnachahmliche Farbführung in einer für ihn so typischen Art festhalten. Diese Charakterisierung in Salzburgwiki trifft auch auf das oben gezeigte Vigaun-Bild zu. Es zeigt das Dorf mit der Pfarrkirche (mit dem 1935 aufgesetzten Turmhelm), davor das Kaufhaus Peneder. Das Bild kann – unter Beachtung der jeweils gültigen Corona-Regeln – im Gemeindehaus Vigaun besichtigt werden. – (Odo Stierschneider, MMag. Michael Neureiter. Fotos: MMag. Neureiter).

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Nach Ende des Lockdowns öffnet der kunstraum pro arte, ab Mittwoch, den 15. Dezember, wieder seine Türen. Aktuell zu sehen ist die Ausstellung „unterwex“ von Thomas Stadler und Helena Adler, in deren Zentrum das Verhältnis Mensch-Natur steht. Begleitend zur Ausstellung wird am Donnerstag, den 16. Dezember um 19:00 Uhr die Performance „Die Infantin trägt den Scheitel links“ – eine Ko-Produktion von Toihaus Theater & Literaturfest – nach dem gleichnamigen Roman von Helena Adler, als Gastspiel im kunstraum pro arte auf die Bühne gebracht. „Die Tänzerin und Choreografin Mirjam Klebel und die Schauspielerin Nicola Schößler verkörpern Generationen von kreischenden, trampelnden, gebärenden und sterbenden Menschen und Tieren – das vielgestaltige Personal des Romans ‚Die Infantin trägt den Scheitel links‘ (Jung & Jung 2020) verfasst von der Salzburger Autorin Helena Adler. Sie zerstückeln den Text und skizzieren ihn atmosphärisch nach. Zu dieser wild-zarten (Land)-Performance kreiert Ben Lageder den passenden Sound: zwischen Kinderlied, surrendem Gefrierschrank, der das gewilderte Fleisch enthält, und dem ‚Baywatch’ oder dem ‚Eine himmlische Familie’ plärrenden Fernseher. Wenn die eigene Familie unerträglich wird, schleicht sich die Infantin in den Stall zu ihren Wolfshunden: „Ich lerne meine Muttersprache neu, sie besteht jetzt aus Bellen und Knurren, während das menschliche Wort zugrunde geht.“

 

Kartenreservierung ausschließlich online, unter https://toihaus.kupfticket.at/. Kein Kartenverkauf an der Abendkasse. Ticketpreise für das Gastspiel: € 12 Regulär, € 10 Ermäßigt (Ö1 – Club, SN Card, Senior*innen), € 8 Ermäßigt (Kolleg*innen, Studierende, Jugendliche, Personen mit Beeinträchtigung). – Corona-Info: Für den Ausstellungs-Besuch gilt 2G-Nachweis (Geimpft, Genesen) und FFP2-Maskenpflicht. Für den Veranstaltungs-Besuch gilt die 2G-plus-Regel (Geimpft, Genesen plus PCR-Test, nicht älter als 72 Stunden) sowie FFP2-Maskenpflicht.

 

Die Ausstellung „unterwex“ von Thomas E. Stadler und Helena Adler wird bis 5. Februar 2022 verlängert. Thomas E. Stadler und Helena Adler präsentieren politische Arbeiten zum Verhältnis Mensch-Natur. In einer Serie von Siebdrucken, Malereien sowie inszenierten Fotografien bearbeitet Helena Adler die Themen Klimakrise, Nuklearkatastrophe und Vanitas. Die Arbeiten von Thomas E. Stadler nehmen zum einen gemalt Stellung zur Gletscherschmelze in den Tauern und deren Auswirkungen auf die gesamte Salzachregion, zum anderen wird der Lebens- und Gesellschaftsentwurf der Waldbesetzer*innen im Hambacher und Dannenröder Wald posthum illustrativ zum Kulturdenkmal erklärt. Unterwex bedeutet unterwegs sein: Die Doppelbedeutung markiert die beiden Zugänge im bildnerisch künstlerischen Werk von Helena Adler und Thomas E. Stadler. Unterwegs sind die beiden seit zehn Jahren in verschiedenen gemeinsamen Interventions- und Ausstellungs-Projekten. Die aktuelle Ausstellung thematisiert die Verantwortung von uns allen für eine klimagerechte und lebenswerte Zukunft und fragt nach den Möglichkeiten und Spielräumen im künstlerischen Schaffen, Öffentlichkeit herzustellen und Bewusstsein zu bilden.

 

Weitere Veranstaltungen: Fr, 26. November 2021: VERSCHOBEN auf 19. Januar 2022, um 16:00 Uhr Künstler*innen Führung durch die Ausstellung. Um 17:00 Uhr Lesung von Helena Adler: „Die Infantin trägt den Scheitel links“ in Kooperation mit der Stadtbücherei Hallein. – Samstag, 18. Dezember 2021 um 11:00 Uhr: VERSCHOBEN auf 5. Februar 2022. Finissage & Künstler*innengespräch. – Dauer der Ausstellung: verlängert bis 5. Februar 2022. Die Ausstellung ist über die Weihnachtsfeiertage ab 22. Dezember geschlossen und öffnet wieder am 7. Januar. – (Presse-Information und Fotos: kunstraum pro arte).

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Sie, die Großartige, die Erfolgreiche, die Einzigartige, ist geerdet, machtbewusst und kunstliebend. Sie kann scharfen Klartext sprechen aber auch diplomatisch schweigen. Und Geld einsammeln. 26 Jahre war Helga Rabl-Stadler Präsidentin der Salzburger Festspiele. Und hatte immer auch ein großes Herz für die Präsenz der Festspiele auf der Halleiner Pernerinsel. Nun ist ihre letzte Saison zu Ende gegangen. Ihr Vertrag läuft noch bis zum 31. Dezember 2021. Eine Nachfolgerin wurde schon gefunden. Zeit für eine spezielle Bilanz: Segmente aus dem Porträt einer ungewöhnlichen und  beeindruckenden, einer erfolgreichen und faszinierenden, einer einzigartigen und hinreißenden Frau sowie ihres ungewöhnlichen Jobs.

 

Er brauche sie nicht, ließ Intendant Gérard Mortier sicherheitshalber seiner Präsidentin ausrichten – natürlich über ein Zeitungs-Interview, versteht sich. Das Amt sei entbehrlich. Und gemeint war: Entbehrlich sei auch seine Inhaberin. Wo es einen Intendanten (wie ihn!) gebe, da brauche es keine Präsidentin (erst recht nicht diese!). 1995 war die ÖVP-Politikerin Helga Rabl-Stadler vom Kuratorium dem damals schon legendären und heftig angefeindeten Mortier zur Seite gestellt worden. Die promovierte Juristin verstand ihre Aufgabe etwas anders als ihre Vorgänger. Diese hatten, zumal unter der Klassik-Allmacht Karajans, eher wie beflissene Sekretäre gewirkt. Nun übernahm eine bestens vernetzte Politikerin, die zuvor bereits als Journalistin und nebenher auch noch im ererbten Familien-Unternehmen erfolgreich tätig war.

 

,,SO LANGE BLEIBEN’S EH NICHT!‘‘

 

Helga Rabl-Stadler, als Frau in einer konservativen Partei ans Kämpfen gewöhnt, gab sich keineswegs mit der Rolle einer Frühstücks-Direktorin zufrieden. Was sich daraus entspann, war eine epische und kräfteintensive Auseinandersetzung, ebenso zäh geführt in den Gremien wie in den Medien. Jeden Morgen schlug man die Zeitung auf, um zu lesen, wie die andere Seite wohl nun wieder reagieren würde. Gern erzählt Rabl-Stadler eine Anekdote. Als sie antrat, stand auf dem Türschild noch "Präsident". Sie bat darum, die Aufschrift in ,,Präsidentin‘‘ zu ändern. Da habe man ihr ausrichten lassen: Das lohne sich nicht, so lange werde sie eh nicht bleiben. Nun ja, 26 ungemein erfolgreiche Jahre sind es halt dann doch geworden…

 

KONFLIKTE WAREN VORPROGRAMMIERT

 

Wozu also brauchen die Festspiele einen Präsidenten oder eine Präsidentin? Das Amt, wie es das Festspielgesetz aus dem Jahr 1950 vorschreibt, gibt es an kaum einer vergleichbaren Kulturinstitution. Sind da Konflikte nicht vorprogrammiert? Gestritten hat Rabl-Stadler auch mit den Intendanten Jürgen Flimm und Alexander Pereira. Und außerdem gibt es ja noch einen kaufmännischen Direktor. Rabl-Stadlers Antwort auf die Sinnfrage ist eindeutig: Es geht darum, Geld zu ,,lukrieren‘‘, wie man in Österreich so schön sagt. Sie selbst sieht darin ihre Hauptaufgabe. Potentielle Sponsoren wollen mit einer Chefin oder einem Chef reden. Der Intendant ist voll ausgelastet mit der Kunst. Als Präsidentin kann sie ihm den Rücken freihalten.

 

NUR EIN VIERTEL VOM STAAT

 

Dazu muss man wissen, dass die Salzburger Festspiele sich völlig anders finanzieren als etwa die Konkurrenz in Bayreuth. Dort liegt der Anteil der Eigeneinahmen meist bei bescheidenen 20 bis 30 Prozent. Der Löwenanteil, also 70 bis 80 Prozent (!) wird angenehmer Weise vom Staat finanziert! In Salzburg ist es genau umgekehrt: Rund drei Viertel, also 75 Prozent des Etats müssen die Festspiele selbst erwirtschaften, nur etwa ein Viertel (!) kommt aus staatlichen Töpfen...

 

DAS GELUNGENE "HAUS FÜR MOZART"

 

Neben der Arbeitsteiligkeit zwischen Geldranschaffen und Kunstmachen, gibt es einen zweiten Vorteil: die langfristige Perspektive. Allgemein bleiben Intendanten so etwa fünf Jahre. Helga Rabl-Stadler blieb mehr als ein Vierteljahrhundert! Und brachte wichtige Weichenstellungen zustande. Etwa den Bau des ,,Hauses für Mozart‘‘, das 2006 eingeweiht wurde. Anstelle des unansehnlichen ,,Kleinen Festspielhauses‘‘ bekam Salzburg damit ein akustisch sehr gut funktionierendes Haus, das sich wesentlich leichter bespielen lässt als die beiden unendlich breiten Cinemascope-Bühnen im Großen Festspielhaus und in der Felsenreitschule.

 

SALZBURGER FESTSPIELE TROTZ CORONA

 

Helga Rabl-Stadler hat eben einen langen Atem. Zugute kam das Markus Hinterhäuser, dem aktuellen Intendanten, mit dem sie von Anfang an harmonisch und erfolgreich zusammenarbeitete. Gemeinsam stellten die beiden im Corona-Jahr 2020 Festspiele auf die Beine, während in Deutschland alles abgesagt wurde! Rabl-Stadler argumentierte – und ließ ihr Netzwerk in Politik und Wirtschaft spielen. Damals war es einem als Besucher fast unheimlich, in einem halbvollen Saal zu sitzen – konnte das gut gehen? Es ging gut. Gemessen an den Befürchtungen sogar ausgezeichnet. Mut und Verantwortung gehören zusammen. Kunst schafft mögliche Welten. Sie braucht Ermöglicher. Und begnadete Ermöglicherinnen.

 

OHNE FRAUEN IM DIREKTORIUM GEHT’S IHR ZU LANGSAM

 

Dass es neben den beiden Herren im Direktorium unbedingt wieder wenigstens eine Frau im Dreiergremium geben müsse, forderte Rabl-Stadler mit Blick auf die Zukunft der Festspiele nun energisch. Ob sie generell für Geschlechter-Quoten sei, wurde sie im ORF gefragt. Ihre Antwort: ein klares Ja: ,,Weil es sonst zu langsam geht. Ich hab' das ja alles erlebt, wieviele Argumente aufgetischt werden, um nur ja keine zweite Frau in ein Gremium reinzubekommen.‘‘ Die Ausschreibung lief. Das Ergebnis: Es wird, wie ,,Der Salzschreiber‘‘ bereits hier im Ressort ,,Kultur‘‘ im unten anschließenden Beitrag berichtete, auch nach Helga Rabl-Stadler, wieder eine Präsidentin geben! – (Text: Bernhard Neuhoff mit Ergänzungen von Odo Stierschneider.  Obenstehendes Foto der Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler (bei ihrer Festspiel-Eröffnungsrede 2021): picture alliance / Franz Neumayr.)

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Vom Kuratorium der Salzburger Festspiele wurde Dr. Kristina Hammer nun einstimmig zur neuen Präsidentin der Salzburger Festspiele bestellt. Beim Kandidatinnen- und Kandidaten-Hearing zur Bewerbung als Festspiel-Präsidentin, konnte die Deutsch-Schweizerin mit langjährigem Bezug zu Salzburg, auf beeindruckende Weise überzeugen. Kristina Hammer wird somit ab 1. Jänner 2022 neue Präsidentin der Salzburger Festspiele, ihr Vertrag läuft auf fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2026. Diesen Beschluss fasste das Kuratorium der Salzburger Festspiele, einstimmig in seiner 263. Sitzung. „Die beeindruckende berufliche Karriere, das vorgestellte Konzept sowie ihre hohe internationale Expertise und Vernetzung haben das Kuratorium überzeugt, sich für Kristina Hammer auszusprechen“, betont Sektionschef Jürgen Meindl, Vorsitzender des Kuratoriums der Salzburger Festspiele, zur Stimmen-Einhelligkeit des Gremiums im Bestellungsprozess. „Mit der Entscheidung, Kristina Hammer zur neuen Präsidentin der Salzburger Festspiele zu bestellen, geht das Kuratorium einen bewussten Schritt zur weiteren Internationalisierung der Salzburger Festspiele, der Absicherung, Schärfung und des Ausbaues der besonderen Strahlkraft der Marke der Salzburger Festspiele und der Bereitschaft, neue Herausforderungen für die Salzburger Festspiele als weltbestes, klassisches Dreisparten-Festival in Angriff zu nehmen und zu meistern. Ihr erfolgreicher Berufsweg, ihre Integrationsfähigkeit, die lange Verbundenheit zu den Salzburger Festspielen sowie ihr kulturelles Engagement als Mitglied des Vorstandes der Freunde der Oper Zürich, haben uns überzeugt“, so Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer.

DANK AN DIE GROSSARTIGE
FESTSPIELPRÄSIDENTIN DR. HELGA RABL-STADLER

Das Festspiel-Kuratorium bedankte sich sehr herzlich bei Dr. Helga Rabl-Stadler für ihr vorbildliches, dankenswertes und überaus beeindruckendes Engagement in den 27 Jahren als erfolgreiche Festspielpräsidentin. Aus Halleiner Sicht ist Dr. Helga Rabl-StadIer größter Dank und herzliche Anerkennung dafür zu zollen, dass sie in der Epoche ihrer Funktion als international angesehene Festspiel-Präsidentin, die begeisternde und faszinierende Präsenz der Salzburger Festspiele auf der Halleiner Pernerinsel ermöglichte.

 

DIE NEUE FESTSPIEL-PRÄSIDENTIN VERLEGT
IHREN LEBENSMITTELPUNKT NACH SALZBURG
„Das mir entgegengebrachte Vertrauen des Kuratoriums ehrt mich sehr und ich freue mich auf diese großartige und verantwortungsvolle Aufgabe, welcher ich auch mit der notwendigen Demut entgegensehe. Mein aufrichtiger Dank gilt allen Mitgliedern des Kuratoriums sowie Markus Hinterhäuser und Lukas Crepaz, welche ich bereits im Zuge des Bewerbungsprozesses kennenlernen durfte. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit ihnen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses und natürlich auf die Künstlerinnen und Künstler“, so Kristina Hammer, designierte Präsidentin der Salzburger Festspiele in ihrer ersten Reaktion. „Ich werde meinen Lebensmittelpunkt nach Salzburg verlegen und freue mich schon ausgesprochen auf den engen Kontakt mit den Salzburgerinnen und Salzburgern“, so Kristina Hammer abschließend.

 

KULTUR-STAATSSEKRETÄRIN MAYER:
,,KRISTINA HAMMER IST WÜRDIGE
NACHFOLGERIN ALS FESTSPIEL-PRÄSIDENTIN!‘‘

„Ich freue mich, dass wir mit Kristina Hammer eine würdige Nachfolgerin für Helga Rabl-Stadler gefunden haben, die mithelfen wird, die Salzburger Festspiele in eine weitere fantastische Epoche zu führen“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer. „Mir war wichtig, dass es ein ordentliches, ergebnisoffenes Ausschreibungs-Verfahren nach internationalen Standards gibt. Frau Kristina Hammer bringt einen reichen Schatz an Erfahrungen im internationalen Unternehmensumfeld, sowie durch ihre selbstständige Arbeit als Unternehmensberaterin, die nötige strategische Kompetenz für dieses Amt mit. Vor allem aber hat sie das Kuratorium mit ihrem Auftritt im Hearing überzeugt. Ich bin sicher, dass auch die Zusammenarbeit mit Markus Hinterhäuser und Lukas Crepaz eine gute sein wird“, so Staatssekretärin Mayer zur Bestellung der neuen Festspielpräsidentin. Bei den Salzburger Festspielen wurde noch eine weitere wichtige Personalfrage geklärt, die für Hallein als Schauspielort der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel von herausragender Bedeutung ist. Bettina Hering, die seit der Intendanz von Markus Hinterhäuser 2017 Leiterin des Schauspiels der Salzburger Festspiele ist, verlängert ihren Vertrag bis September 2023.

 

BEEINDRUCKENDE FAKTEN ZUR NEUEN
FESTSPIELPRÄSIDENTIN DR. JUR. KRISTINA HAMMER

Dr. jur. Kristina Hammer, ist seit mehr als zehn Jahren Inhaberin der strategischen Markenberatung HammerSolutions in Zürich. Sie ist zusätzlich auch als externe Verwaltungsrätin aktiv. Sie war zuvor 15 Jahre operativ in Management-Positionen international in Deutschland, England und Österreich tätig. Mit Ihrer Firma unterstützt sie Entscheidungs-Träger beim Aufbau und der Neupositionierung von Marken und erstellt externe und interne Kommunikations-Strategien. Darüber hinaus war sie in den vergangenen Jahren bei der Stöckli Swiss Sports AG als Verwaltungsrätin und bei der Oliver-Group sowie bei Magn-Wall in deren Beiräten tätig. Als Executive & Business Coach berät Kristina Hammer zu den Themen Leadership, Change-Management, sowie Personal Branding und lehrt als Gastdozentin an der Universität St. Gallen sowie der ETH Zürich. Seit 2019 engagiert sie sich im Vorstand der Freunde der Oper Zürich und ist dort für die Themen Marketing und Kommunikation zuständig und übernimmt jährlich Patenschaften für Mitglieder des Internationalen Opernstudios Zürich. In Ihrer frühen Karriere arbeitete Kristina Hammer für die Gerngross AG (1996-2000), der damals größten Kaufhauskette in Österreich. Sie war sowohl für die Entwicklung des Konzepts als auch für die Leitung des „Steffls“, Wiens führendem Luxuskaufhaus, verantwortlich. Von 2000 an arbeitete sie sieben Jahre in England in leitender Position für die Premier Automotive Group (Aston Martin, Jaguar, Land Rover, Volvo), sowie ab 2006 zusätzlich für den Mutterkonzern, die Ford Motor Company, mit Verantwortung für die Markenkommunikation und Visualisierung der Premiummarken. Von 2007 bis 2009 leitete sie die globale Marketing-Kommunikation von Mercedes-Benz in Stuttgart. Kristina Hammer studierte Jura in Mainz (sowie parallel Betriebswirtschaft bis zum ersten Vordiplom), absolvierte danach das Zweite Juristische Staatsexamen und promovierte mit „summa cum laude“ im Europäischem Wirtschaftsrecht an der Universität Wien. Ihre Ausbildung schloss sie mit einer Tätigkeit beim Europäischen Gerichtshof und der Veröffentlichung eines juristischen Handbuchs zum freien Warenverkehr in der europäischen Union ab. In den zurückliegenden zehn Jahren lebte Kristina Hammer mit Ihrem Mann und Ihren zwei Kindern in Herrliberg/Schweiz. – (Presse-Aussendung mit Foto: Salzburger Festspiele).

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Gäbe es einen Nobelpreis für erfolgreiches stilles Wirken und persönliche Bescheidenheit in der Wissenschaft, so würde die Halleinerin Anna Holzner sicherlich hiefür nominiert werden. Die Forschungs-Tätigkeit wurde Anna Holzner schon in die Wiege gelegt. Denn ihr Vater, der Reisekaufmann Franz Holzner, Leiter des Ruefa-Büros in Hallein, widmete sich bereits der Forschung zu Franz Xaver Gruber und somit auch zu ,,Stille Nacht‘‘. Die Familie Holzer ist allerdings bereits früher mit dem Halleiner Komponisten, Chorregenten und Schöpfer der Melodie des mittlerweile weltweit verbreiteten Liedes ,,Stille Nacht! Heilige Nacht!‘‘ in Berührung gekommen: Die Familie des Großvaters hatte, als Franz Xaver Gruber eine Zeit lang Mesner war, im einstigen Gruber-Haus gegenüber der Stadtpfarrkirche, heute Standort des ,,Stille-Nacht‘‘-Museums, gewohnt.

Anna Holzner maturierte in Salzburg, ihr Interesse galt vorerst nicht so sehr der Heimatforschung, sie studierte vorerst Ferneres: Ägyptologie und Altorientalistik in Wien und schloss mit der Promotion zum Doktor der Philosophie ab. Sie war Studienassistentin an der Universität Salzburg, studierte Rechtswissenschaft und schloss mit der Sponsion zur Magistra jur. ab. Daneben verschrieb sie sich den Ausgrabungen auf dem Dürrnberg, dem neben Hallstatt wichtigsten Fundort keltischer Gegenstände in Mitteleuropa. Er dürfte ein Siedlungsort der alpenkeltischen Ambisonten gewesen sein. Ein hier gefundenes Fragment griechischer Keramik von etwa 500. v. Chr. zeugt von weitläufigen Handels-Beziehungen, wobei das Salz vom Dürrnberg als Exportgut diente. Oben auf dem Dürrnberg arbeitete Anna Holzner unter Ernst Penninger und Kurt Zeller, der sie bereits früh auch im ,,Stille Nacht‘‘-Museum einsetzte. Zu Franz Xaver Gruber hat Anna Holzner unzählige Schriftstücke wie Briefe, Zeugnisse, Gehaltstabellen, aber auch Zeichnungen und Liedschöpfungen aufgearbeitet und Ausstellungen gestaltet.
Anna Holzner gilt als eine der profundesten Wissenschafterinnen zu Franz Xaver Gruber und ,,Stille Nacht‘‘. Eines der wichtigsten Schriftstücke im ,,Stille-Nacht‘‘-Archiv Hallein ist die Authentische Veranlassung von ,,Stille Nacht! Heilige Nacht!‘‘ Diese wurde von Komponist Franz Xaver Gruber am 30. Dezember 1854 verfasst und legt dar, dass er der Komponist des Weihnachtsliedes ist, das immer weitere Verbreitung auf unserem Planeten fand.

Franz Xaver Gruber zog viel um, verbrachte aber die längste Zeit seines Lebens in Hallein. Als Chorregent und Organist prägte auch er das musikalische Leben in Hallein. In seinem ehemaligen Wohnhaus gegenüber der Stadtpfarrkirche befindet sich das Halleiner ,,Stille-Nacht‘‘-Museum. Tagebücher, Autographen, Instrumente und Möbel ermöglichen einen faszinierenden Einblick in das Leben des Komponisten und seiner Familie. Ein Highlight ist die Gitarre von Joseph Mohr, auf der das Lied ,,Stille Nacht! Heilige Nacht!‘‘ vor über 200 Jahren zum ersten Mal gespielt wurde. Im barrierefreien Raum des Museums ist ein Familienraum eingerichtet, in dem sich kleine und große Besucher/innen spielerisch der Familie Gruber annähern können. Als neue Attraktion zeigt ein Film die Entdeckungsreise einer Familie zu den ,,Stille-Nacht‘‘-Museen im Land Salzburg und in der Landeshauptstadt. Eine gelungene Einstimmung auf die eigene Tour zu den ,,Stille-Nacht‘‘-Orten! Das ,,Stille-Nacht‘‘-Museum Hallein ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. – (Josef A. Standl. Foto: JAS).

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,,Happy Halloween‘‘ entboten die Totenköpfe in der Auslage eines Geschäftes im Halleiner Stadtzentrum (Fotos 1 und 2 oben). Hier erkennt man, modische und kosmetische Bemühungen werden im letzten, leblosen Abschnitt unserer Existenz ziemlich bedeutungslos, da wir dann ohnehin alle genau so aussehen wie alle anderen – dann unterscheiden uns höchstens nur noch die individuellen Zahnlücken. Mit solch jenseitigen Betrachtungen kollidieren wir natürlich mit der Kirche und schon legen wir los mit unseren kritischen, aber gutgemeinten Anregungen, zwei an die Kirche und eine an die Stadtgemeinde Hallein. Erstens: In der rechten Ecke zwischen Kirchturm und Kirche wuchert üppiges Grün. Es wurde in der Vergangenheit zwar reduziert, aber dies war, wie oben auf unseren Fotos 3 und 4 ersichtlich, eindeutig zu wenig. Ein zweiter Kriegszug gegen die dunklen grünen Mächte wäre also durchaus angebracht. Zweitens: Es war ein kluger Schachzug, das Schaugrab des Stille-Nacht-Komponisten vor dessen einstigem Wohnhaus mit üppigem Grünwuchs einzurahmen. Damit wird die innere Fläche, die mit Blumen bepflanzt werden sollte, immer kleiner, der Aufwand also immer geringer. Dies funktioniert allerdings nicht für ewige Zeiten, denn, wie auf unseren Fotos ersichtlich, es werden die beiden Grablaternen allmählich zu unsichtbaren Unter-Grün-Laternen. (Fotos 5 bis 7 oben). Drittens: Hier geht es um den Eingangsbereich in das einstige Wohnhaus Franz Xaver Grubers, heute das ,,Stille Nacht‘‘-Museum (Foto 8 oben). Hier ist alles symmetrisch angeordnet: Grubers Haupt, die Schriftzeile ,,Stille Nacht Museum‘‘ und darunter die Eingangstür in das Museum. Nur das Wort ,,Hallein‘‘ tanzt unangenehm aus der Reihe und klebt unschön an der linken Seite. Es gehört unbedingt ebenfalls auf Mitte gestellt! Und noch etwas: Die verwendete Schrift passt in ihrer einfachen, seelenlosen, technologischen und nüchternen Art, vielleicht auf die Fassade eines technischen Museums – hier jedoch, am Eingang in das ,,Stille-Nacht‘‘-Museum, wäre eine schön gestaltete Zierschrift unbedingt notwendig. Unbedingt! – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die Nacht der 1.000 Lichter wurde auch in der Stadtpfarrkirche Hallein auf besonders eindrucksvolle Art und Weise gestaltet. Am Sonntag-Abend vor dem Allerheiligen-Montag, sorgte die Katholische Jugend nach intensiven Vorarbeiten dafür, dass am Sonntag, 21. Oktober, von 18 bis 21 Uhr, das Halleiner Gotteshaus mit seinem besonders festlichen, ungemein berührenden Anblick die Herzen der Anwesenden erfreute. Dazu unsere beiden obenstehenden Fotos vom optisch zutiefst berührenden Ereignis. Das 1. Foto zeigt den festlich beleuchteten Altarbereich, das 2. Foto zeigt den Blick zurück in das Gotteshaus. Auf den Fotos nicht erkennbar ist, dass die Stadtpfarrkirche bis oben hinauf rundum mit Lichtern geschmückt war – ein absolut einzigartiger und begeisternder, wohl für alle Besucherinnen und Besucher ein für immer unvergesslicher Anblick. Insgesamt 32 Pfarren der Erzdiözese und damit zehn mehr als noch im vergangenen Jahr, waren heuer bei der Nacht der 1.000 Lichter mit dabei. Hinter der Organisation standen vor allem Mädchen und Burschen, die schon Wochen zuvor in mühevoller und bewundernswerter Arbeit, die Nacht der 1.000 Lichter in den verschiedenen Pfarren zum großartigen und fantastischen Ereignis gestalteten. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Thomas E. Stadler und Helena Adler präsentieren ab Donnerstag, 11. November 2021, um 19.30 Uhr, im Halleiner kunstraum pro arte politische Arbeiten. Im Zentrum stehen Auseinandersetzungen mit dem Verhältnis Mensch und Natur. In einer Serie von Siebdrucken, Malereien sowie inszenierten Fotografien, bearbeitet Helena Adler die Themen Klimakrise, Nuklear-Katastrophe und Vanitas. Die Arbeiten von Thomas E. Stadler nehmen zum einen gemalt Stellung zur Gletscherschmelze in den Tauern und deren Auswirkungen auf die künftig trockengelegte Salzachregion, zum anderen wird der Lebens- und Gesellschafts-Entwurf der Wald-Besetzer*innen im Hambacher und Dannenröder Wald, posthum illustrativ zum Kulturdenkmal erklärt. Der Titel der Ausstellung „unterwex“ bezieht sich auf einen Ort im Dannenröder Wald und steht zugleich für „unterwegs“ und „unterwegs sein“. Die Doppelbedeutung markiert die beiden Zugänge im bildnerisch künstlerischen Werk von Helena Adler und Thomas Stadler. Unterwegs sind die beiden seit zehn Jahren in verschiedenen gemeinsamen Interventions- und Ausstellungs-Projekten. Die aktuelle Ausstellung im kunstraum pro arte thematisiert die Verantwortung von uns allen für eine klimagerechte und lebenswerte Zukunft und fragt nach den Möglichkeiten und Spielräumen im künstlerischen Schaffen, Öffentlichkeit herzustellen und Bewusstsein zu bilden.

 

Die bildende Künstlerin und Schriftstellerin Helena Adler, als Stephanie Prähauser in Oberndorf bei Salzburg geboren, studierte Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Helena Adler durch ihren zweiten Roman „Die Infantin trägt den Scheitel links“ der 2020 für den Österreichischen und den Deutschen Buchpreis nominiert worden war. In der Ausstellung im kunstraum pro arte zeigt Helena Adler eine Serie von Siebdrucken zur Tschernobyl-Thematik: „Alle waren draußen, auch die dreijährige ,Infantin‘ und haben im Sand und in der Bauernwiese gespielt. Die unsichtbare Bedrohung kam viel tausendfach schlimmer als der befürchtete Saure Regen“. In einer Malerei-Serie zum Sujet der Gasmaske, setzt sich die Künstlerin mit Fantasien einer maskierten Zukunft auseinander: „Ich habe mir danach oft eine Zukunft ausgemalt, in der wir alle draußen eine Maske tragen müssen. Alle fein beisammen, alles normal, nur eben mit (Gas)maske.“ Die Serie inszenierter Fotografien „Der präparierte Mensch“ fragt, was nach der Apokalypse kommt und illustriert skurril und kritisch die Hoffnung auf eine Zukunft, die auch ganz anders ausgehen könnte: „Alles ist vorbei. Der vielfach angekündigte Suizid der Spezies Mensch ist Fakt. Bleiben nur die Museen, in denen neben den Dioramen der Tierwelt, auch Exponate der Spezies Mensch zu besichtigen sind. Einzige Frage: von wem können sie dann noch besichtigt werden?

 

Zwei Begleit-Veranstaltungen stehen im Zeichen des literarischen Schaffens Helena Adlers: Am Freitag, 26. November um 17 Uhr, liest Helena Adler in der Stadtbücherei Hallein aus ihrem Roman „Die Infantin trägt den Scheitel links“. Ihr Werk wurde überdies vom Toihaus Theater (Eine Ko-Produktion von Toihaus Theater und Literaturfest Salzburg) adaptiert, die Schauspielerinnen Miriam Klebl, Nicola Schößler und der Musiker Benjamin Lageder bringen die Performance für einen Abend – am Donnerstag, 16. Dezember um 19 Uhr – im kunstraum pro arte auf die Bühne.

 

Der bildende Künstler Thomas E. Stadler dokumentiert in seiner Serie „unterwex“ die von Umwelt-Aktivist*innen erbauten Baumhäuser im Hambacher und Dannenröder Wald. Nach den Protesten im Hambacher Forst im rheinischen Braunkohlegebiet 2018/2019, wurde der Dannenröder Wald in Hessen 2019/2020 zum zweiten Symbolort für junge Klima-Aktivist*innen und ihre Forderungen für eine klimapolitisch begründete Verkehrswende. „Ich habe eher unfreiwillig die Baumbesetzer*innen im Hambacher und Dannenröder Wald kennen gelernt. Die Bilder sind Dokumente von Häusern, die es so nicht mehr gibt. Die Malerei ist ein Statement zur Nachhaltigkeit dieser Bauwerke. Was hier nicht abgebildet werden kann, ist die ungeheure Sprengkraft des neuen Gesellschaftsmodelles der Waldbesetzer*innen, welches sich nicht aus Ausstiegs- oder Anti-Haltungen, auch nicht durch den gemeinsamen Feind Kapitalismus formiert, sondern hier erfindet sich gerade die Gesellschaft der Zukunft – solidarischer, Ressourcen sparender, nachhaltiger, friedvoller, bewusster. All dem jede mögliche Öffentlichkeit zu widmen, das ist mein Anliegen.“ – so Thomas E. Stadler.

 

Ganz anders gelagert ist die Thematik seiner Bilder zur Gletscherschmelze. Historisierende Motivik formuliert die Grundhaltung zur Situation in den Alpen. Touristische Verzweckung versucht eine Idylle zu wahren, deren apokalyptische Anzeichen nicht mehr übersehen werden können. Das Thema ist zunächst das endgültige Verschwinden der Gletscher und das schrittweise Austrocknen der Salzach. Der Klimawandel wird besonders die Tauern und die Tauerntäler aber auch das gesamte Salzachtal massiv verändern. Die Ausstellung zeigt auf mehreren Ebenen die Situation in der Gletscherregion, dem Nährgebiet der Salzach. Historisierende Motivik wird subtil aktualisiert. Der Vorabend der Umwelt-Apokalypse wird mit überbordender Fülle über die Dramatik des endgültigen Gletschersterbens hinwegtäuschen. Die Bäche werden voller, die Hochgebirgs-Region viel fruchtbarer werden. Landschaftsbilder dieses Zustandes werden bewusst als Biedermeierbilder gestaltet.

 

In einer Beteiligungskunst-Aktion thematisiert Thomas E. Stadler das seit Ende August 2021 von österreichischen Umweltaktivist*innen initiierte Lobau Camp im Wiener Randbezirk Hirschstetten, das den Bau der ,,Stadtstraße Aspern‘‘ zu verhindern sucht. Er ruft zur breiten Unterstützung des Lobau-Camps auf. Unter dem Titel „Barrio“ – in Anlehnung an die so bezeichneten Baumhausdörfer der Klimaaktivist*innen – werden auf vier am Boden aufgelegte Paletten Sachspenden als Winterhilfen für das Lobau-Camp gesammelt, die Rauminstallation wächst im Laufe der Ausstellung. Während eine Einladung an alle Besucher*innen ergeht, das Lobau-Camp zu unterstützen, wächst im Galerieraum als Hintergrund zum „Barrio“ eine Collage, die durch „blindes“ Erstellen der Druckstöcke (Styrodurplatten) immer mehr das gedruckte Bild eines dichten Waldes ergibt. Das „blinde Erstellen“ geschieht durch einfaches Eindrücken der Platten mittels abgerundeter Holzstäbe. Der Druck wird ab 26. November von Thomas E. Stadler (extern) durchgeführt und in der Galerie präsentiert und dann jeweils bis 18. Dezember erweitert. Dort steht die Collage dann in einzelnen Teilen als Geschenk zur Verfügung.

 

ERÖFFNUNG: Donnerstag, 11. November 2021 um 19:30 Uhr
Zur Ausstellung spricht Martina Berger-Klingler
Dauer der Ausstellung: 12. November bis 18. Dezember 2021

 

VERANSTALTUNGEN (Eintritt frei)
FREITAG, 26. November 2021
16 Uhr: Künstler*innen-Führung durch die Ausstellung.
17 Uhr: Lesung von Helena Adler: „Die Infantin trägt den Scheitel links“ in Kooperation mit der Stadtbücherei Hallein, Anmeldung: stadtbuecherei@hallein.gv.at

 

DONNERSTAG, 16. Dezember 2021
19 Uhr: „Die Infantin trägt den Scheitel links“, Performance nach Helena Adler
Gastspiel: Ko-Produktion von Toihaus Theater und Literaturfest
Begrenzte Sitzplätze, Online-Kartenverkauf unter: https://toihaus.kupfticket.at/

 

Die Ausstellung ist auf Grund der Proben an diesem Nachmittag geschlossen.

 

SAMSTAG, 18. Dezember 2021
11 Uhr: Finissage und Künstler*innen-Gespräch

 

HELENA ADLER, geboren 1983 als Stephanie Prähauser in Oberndorf bei Salzburg, Autorin, Künstlerin und Mitbegründerin der Literatur-Werkstatt „Literaturlobbyland“. Aufgewachsen auf einem Biobauernhof am Berg bei Anthering mit Blick auf die benachbarten bayrischen Berge. Studium der Malerei am Mozarteum, sowie Philosophie und Psychologie an der Universität Salzburg. Auswahl ihrer Ausstellungen/Kunstaktionen: Art off-space im Narrenkastl in Frohnleiten bei Graz (Steiermark, 2018), Modernden Museum in Mauerkirchen (Oberösterreich, 2018); Geteilte Städte. An die Grenzen gehen (Görz, 2016); Kulturzentrum Terra Hominibus in Wien (2015). Zahlreiche Publikationen in Anthologien, Literaturzeitschriften und Zeitungen. Mit ihrem letzten Roman „Die Infantin trägt den Scheitel links“ war sie sowohl für den Österreichischen und Deutschen Buchpreis als auch für die Hotlist unabhängiger Verlage nominiert.

 

THOMAS E. STADLER, geboren 1962, studierte Bildnerische Erziehung/Malerei in Salzburg und München. Er hatte Stipendien-Aufenthalte in den USA (Virginia /New York) und Polen (Krakau), Budapest und Spanien (Almeria). Seit 2002 Lehrtätigkeit an der Universität Salzburg, der Universität Mozarteum bzw. der Pädagogischen Hochschule Linz. 2005-2008 Dozent an der Sommerakademie Neuburg. Ausstellungen in München, New York, Mexiko City; Berlin, Salzburg, Köln, Graz, Virginia USA, Landshut, Budapest, Triest, Düsseldorf, Florenz; Rossano, Trier, Essen; Krakau, Tegernbach bei Linz; Seekirchen, Bologna, Bilbao, Hallein, Linz, Wien, Mauerkirchen, Oberndorf.

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Thomas Stadler ,,unterwex", Acryl auf Leinwand, 30x40cm, 2021. – FOTO 2: Thomas Stadler, ,,Kein Spiel", Acryl auf Leinwand, 2021. – FOTO 3: Beteiligungs-Kunst © Thomas Stadler. – FOTO 4: Leseaktion Literaturlobbyland, 2020, Installation: Thomas E. Stadler. –  FOTO 5: Helena Adler und Thomas Stadler, ,,Dialogisch", im Dialog gemaltes Bild, 70x100cm, Acryl auf Leinwand, 2016 bis 2021. – FOTO 6: Helena Adler, aus der Serie „Der präparierte Mensch“, 2008/2021. – (Text und Fotos: galerie pro arte).

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Anny Wass erhält das Jahres-Stipendium für Fotografie 2021 in Höhe von 10.000 Euro. Die Halleinerin überzeugte die Jury mit ihrer Fototechnik, in der die Künstlerin sich selber zum Bildmaterial macht und multiple Abbildungen ihrer Person als Bildbausteine nutzt. Anny Wass beeindruckt mit ihren fotografischen Arbeiten, in denen sie vielfältige Darstellungen ihrer Person als Bildelemente nutzt, und erhält das Jahres-Stipendium für Fotografie. Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn gratulierte Anny Wass zum Erhalt des Jahresstipendium Fotografie des Landes und betonte: „Wir fördern mit den Stipendien in sieben Kategorien spannende Ideen, Vorhaben und Konzepte von Salzburger Künstlerinnen und Künstler. Die Stipendien zu je 10.000 Euro sollen die Umsetzung von künstlerischen Projekten und ein intensives Arbeiten erleichtern.“

 

Anny Wass wurde 1983 in Hallein geboren. Die Künstlerin wechselt in ihren fotografischen Selbstinszenierungen zwischen den Rollen als Objekt und Fotografin und dokumentiert diesen performativen Prozess. ,,Das Jahresstipendium erleichtert mir, meine Arbeit mit Objektgestaltung, performativer Selbstinszenierung und Fotografie zu vertiefen und meine Eindrücke von vorgefundenen Materialien und Umgebung sowie meine Interpretation der aktuellen Stimmung und darin liegender Tendenzen weiter aufzuarbeiten‘‘, betont die Halleinerin. Anny Wass machte ihr Diplom in Design und Skulptur sowie in Fotografie. Seit ihrem Abschluss im Jahr 2009 hat sie eine multidisziplinäre Praxis aufgebaut. Diese reicht von Objekt und Malerei bis Design und Fotografie und zeichnet sich durch Material-Untersuchungen und Leidenschaft für Farbe und Detail aus. Arbeiten von Anny Wass wurden in Österreich, England, Italien, Russland, Polen, Mexiko und China ausgestellt und finden sich in internationalen Sammlungen wieder. Sie lebt und arbeitet in Wien. – (Landes-Korrespondenz, Foto: Anny Wass).

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Die Corona-Pandemie 2020 und 2021 änderte das Format der YnselGespräche grundlegend. Anstelle von Podiums-Publikums-Diskussionen wurden nun seit zwei Jahren Künstlerinnen und Künstler im Rahmen einer Ausschreibung eingeladen, sich mit der Schmiede zu befassen. Am Ende ihrer Arbeit steht das jährliche YnselBuch. Die weiteste Anreise nach Hallein hat der Japaner Katsuki Nogami auf sich genommen. Er beschäftigt sich mit der Diskrepanz zwischen Online- und Offline-Identität und der Verwirrung des Ich im digitalen Raum. Für sein Projekt „Friedhof der Bilder“ greift Nogami die hohe Suizidrate bei japanischen Jugendlichen auf. Er bedruckt Steine mithilfe von UV-Drucktechnik mit seinem Gesicht, welches er davor mit einem Flachbettscanner eingescannt hat. Die Steine und der UV-Druck sind – im Gegensatz zu Online-Identitäten – beständig. Für die Schmiede thematisiert Nogami das Problem des Identitäts-Diebstahls, indem er – verkleidet als Avatar mit Tablet-„Gesicht“ – während Rundgängen Gesichter aufnimmt und über sein Tablet wiedergibt. Er stiehlt quasi Identitäten, hinter denen er sich verbergen kann. Mit den fremden Identitäten spielt Nogami ähnlich wie mit den Nicknames der Social Media. 

 

Zu Beginn stellte die Wiener Performerin und Autorin Mimu Merz ihr Projekt „Tu Felix Saeculum Obscurum“ vor. In Form einer Text- und Akustik-Collage von Ausschnitten aus Werbung, Nachrichten und Social Media, soll der Zeitgeist eingefangen werden. Merz geht es dabei um eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitisch brisanten Themen – wie der Abbau sozialer Beziehungen durch Neoliberalismus, Deregulierung und Privatisierung, dass Mann/Frau für das Scheitern allein verantwortlich sind, weil ja vieles gemeinsam zu schaffen ist.

 

Antoni Rayzhekovs „W(e) A(re) R(ebellious)“ plant eine Ausstellung, bestehend aus Interviews und Kunstwerken von 12 renommierten und aufstrebenden bildenden Künstlerinnen und Künstlern aus seiner Heimat Bulgarien. Für sein Projekt zäumt Rayzhekov das Pferd von hinten auf: Der Katalog kommt vor der Ausstellung, damit mit seiner Hilfe fehlende Gelder aufgetrieben werden können. Dargestellt werden die Lebensläufe der Kunstschaffenden und spezielle Projekte. Die Performances, Videos, Bilder zeigen das bulgarische Lebensgefühl, subtile Kritik am Staat, Protestaktionen gegen das politische Establishment, feministische Inhalte, Auseinandersetzung mit diskriminierten Minderheiten wie Roma – politisch mehr als unangenehm. Präsent unter anderen: Boryna Rossa und Oleg Mavromatti, Ivan Mudov, Kalin Serapionov, Krasimir Terziev, Krasimira Butseva, Maria Nalbantova, Nedko Solakov, Pravdolub Ivanov etc. Die Sammlung befindet sich laut Rayzhekov noch im Stadium von ,,work in progress‘‘. 

 

Sebastian Pongruber – angesichts seiner Ausbildung eher untypisch für die Schmiede, da er 2-Hauben-Koch ist – spricht im Rahmen von Yns(el)ekten Cooking über seine Motivation, sich mit Insekten als Lebensmittel auseinanderzusetzen. Die Initialzündung dazu erhielt er, während er bei seiner Großmutter war. Auf deren Bauernhof lernte er, wie originäre Lebensmittel-Produktion abläuft und wie die eigenen Produkte in der Küche verarbeitet werden. Die Corona-Pandemie führte ihn im Bereich Nachhaltigkeit noch einen Schritt weiter: Zur Beschäftigung mit Insekten als Protein-Lieferanten. Auf seiner Speisekarte werden sich z.B. Käferbohnen-Burger finden – die spannende Frage wird sein: Ist ein Käfer drin oder nicht? Der Essende soll das herausfinden. Alle Inputs und entstehenden Rezepte sollen in einem kleinen Kochbuch zusammenfließen, welches zum diesjährigen YnselBuch beigesteuert wird.

 

Thu Trang Eva Ha beschäftigt sich mit dem Mycel, das sind die fadenförmigen Zellen der sichtbaren Pilze, die eigentlich die Fruchtkörper sind. Sie wird es mit künstlerischen Forschungs-Methoden untersuchen und seine Bioaktivität in Sound übersetzen. Das Mycel ist ein Bild für Vernetzung, Austausch, Symbiose. Es ist groß, durchzieht den Boden, verbindet Gewächse miteinander und unterstützt Ökosysteme. Mycel verfügt auch über Entgiftungs-Mechanismen: Im eigens dafür eingerichteten Toxic Lab sollen toxische Substanzen wie Pharmazeutika, chemische Substanzen und Kosmetika, an ein Mycel in einer Petrischale übergeben werden. Thu Trang vertont die dabei entstehenden Bioaktivitäten bzw. dokumentiert sie mit einer Thermokamera.

 

Florian Weigl stellt die Träger-Institution der Summer Sessions, V2, Lab for the Unstable Media, Rotterdam und dessen enorm breites Arbeitsspektrum vor. Seit 2015 arbeitet er als Kurator für diese Institution, die – 1981 in Den Bosch als Konzert-Veranstalter gegründet – heuer 40 Jahre zählt. V2 versteht sich als interdisziplinäres Zentrum für Kunst und Medien-Technologie. Es zeigt, produziert, archiviert und publiziert Forschungsarbeiten an der Schnittstelle von Kunst und Technologie und dokumentiert so deren soziale Auswirkungen. Es bietet – ähnlich der temporären Schmiede – eine dauerhafte Plattform für Künstler/innen, Designer/innen, Wissenschafter/innen, Software-Entwickler/innen u.v.m., die sich dort genreübergreifend austauschen. Die Projekte der vergangenen 40 Jahre sind im Archiv dokumentiert und zugänglich. Dauerhafte Kooperationen bestehen u.a. mit Ars Electronica und Transmediale. 2021 kam nun die erste mit der Schmiede zu Stande.

 

2020 und 2021 konnte subnet keine Residencies am Zentrum für Human-Computer Interaction anbieten. Die Schmiede bot den Ausweichort: Die Künstler/innen kommen für drei Wochen nach Hallein, um mit den Wissenschafter/innen des Zentrums zu arbeiten.

 

Nora Jacobs liebt Horizonte und den Aspekt, dass Horizonte Grenzen sind, die niemand überschreiten kann. Sie sammelt Zitate und Bild- bzw. Filmmaterial zum Thema. Die Motive liefert u.a. das Meer, während einer Reise auf einem Frachtschiff von Hamburg nach Finnland, aufgenommen. Um das Material zu zeigen, greift sie die Idee der Panoramagemälde des 19. Jahrhunderts auf. In einer Rotunde in Form eines begehbaren Hexagons – nach dem Vorbild der Panorama-Gemälde des 19. Jahrhunderts – kann ihre Reise über das Meer nachvollzogen werden. Jacobs zweiter Themen-Schwerpunkt kreist um das Überwinden von Begrenzungen. Dafür hat sie den Charakter Starlet – eine Drag Queen – geschaffen. Er/sie tritt in verschiedenen Umgebungen auf und begleitet beim Überwinden von Gender-Begrenzungen. 

 

Die Stimme erzählt im doppelten Sinn viel über den Menschen: Margarethe Maierhofer-Lischka, ausgebildete Musikerin, beschäftigt sich mit der natürlichen menschlichen Stimme und deren Wiedergabe mit technischen Hilfsmitteln von der Barock- bis in die Jetztzeit. Sie fragt sich, in welcher Form die Stimme eingesetzt wurde und wird – ist die Stimme doch das erste Werkzeug, das der Mensch zum Kommunizieren nützt. Jede menschliche Stimme ist einzigartig, jeder Mensch ist über sein Stimm-Muster identifizierbar. Von barocken Sprechmaschinen, Stimmrobotern aus dem 20. Jahrhundert über „Deus Cantando“ von Peter Ablinger aus dem Jahr 2010 führt sie zur Verbindung von Stimme und Artificial Intelligence. Sowohl menschliche als auch Vogel-Stimmen dienen ihr als Lerngrundlage. Mairhofer-Lischka arbeitet aktuell an einer Abmischung von Sprache, Vogelgesang und Geräuschen, die auf handelsüblichen, einfachen Lautsprechern wiedergegeben wird und so einen eigenen Charakter erhalten. 

 

Der Transfer Talk Nr. 2 Science and Art, eine Kooperation des Wissenstransfer-Zentrum West mit der Schmiede Hallein und subnet, widmete sich am 27.9. den Arbeitsprozessen und Arbeitssituationen in Kunst und Forschung. Die speziellen Fragen des Abends: Was passiert, wenn Künstler/innen und Forscher/innen miteinander an Projekten arbeiten? Profitieren beide Seiten von den Unterschieden in den Methoden und Arbeitsweisen oder erschweren die Unterschiede die Kooperation? 

 

Moderator Marius Schebella (Künstler und Forscher an der FH Salzburg) brachte die Diskussion mit einem Assoziationsspiel in Schwung: Nathalia Campreguer (Computer-Wissenschafterin am Center for Human-Computer Interaction der Universität Salzburg), Florian Weigl (Kurator, V2 Lab for the Unstable Media, Rotterdam) und Rüdiger Wassibauer (künstlerischer Leiter der Schmiede Hallein und subnet) sollten spontan zu Freiheit, dem Jahresthema der Schmiede21 WAR, Prototyping und einem Vorurteil gegenüber Künstler/innen Stellung nehmen. 

 

Im angeregten Austausch ging es um Arbeits-Umfelder und -Routinen, die in einem Wissenschaftsbetrieb anders aussehen als in einer Kulturinstitution. Nathalia Campreguer berichtete, dass das HCI mit Künstler/innen positive Erfahrungen gemacht hat: der Support mit erstklassiger Technologie wurde mit kreativem Input zum Thema bzw. mit Anregungen zu Änderungen in den Routinen gedankt. 

 

Florian Weigl wies darauf hin, dass Mediation ein wichtiger Faktor für eine gelungene Kooperation zwischen Wissenschafter/innen und Künstler/innen ist. Damit klappt die Verständigung, Missverständnisse bezüglich Erwartungen werden frühzeitig ausgeräumt. Dennoch sollte man sich immer vor Augen halten, dass jede Kooperation eigene Regeln hat, beeinflusst davon, dass es vor allem im Kunst-Bereich die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Herangehensweisen gibt.

 

Rüdiger Wassibauer brachte den Aspekt der Spezialisierung ein: Bis zur Renaissance gab es keine scharfe Trennung zwischen Kunst und Wissenschaft – man denke nur an das Universalgenie Leonardo da Vinci. Erst danach begann ein Spezialisierungs-Prozess durch Deklaration. Heute ist deshalb durchaus Perspektiven-Wechsel gefragt.

 

Das Publikum brachte sich in Folge engagiert in die Diskussion ein: Der Frauenanteil und Projekt-Kooperationen, die in Folge auch die Wirtschaft einbeziehen, kamen zur Sprache. Ein Beispiel für Best Practice stellt das AIR Programm des HCI dar: die 40 Wissenschafter des Instituts profitieren von der Interaktion mit Künstler/innen, die für 6 Wochen dort arbeiten, nachdem ihre Bewerbungen auf einem Call ausgewählt wurden. Auch Do’s and Don’ts wurden diskutiert – im Endeffekt gibt es eigentlich keine, weil – wie schon erwähnt – für jede Kooperation durchaus eigene Regeln entstehen. Die regen Diskussionen wurden jedenfalls nach dem Ende der Veranstaltung in der Alten Saline fortgeführt...

 

Weiterführende Links zu den Veranstaltungen: www.mimumerz.com --- raijekov.cc --- summersessions.net --- v2.nl --- norajacobs.info --- suonoreale.mur.at, Cba.fro.at - KOPFKINO --- katsukinogami.co --- wtz-west.at --- subnet.at --- plus.ac.at --- fh-salzburg.ac.at – – (Text und Foto: Gabriele Krisch).

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Bis 2. Oktober 2021 findet wieder die glorreiche Schmiede, organisiert vom immer wieder beeindruckenden Rüdiger Wassibauer (1. Foto oben) auf der Pernerinsel in der Alten Saline statt. Auch heuer werden wieder Künstler aus Deutschland, Holland, Japan und den USA im Rahmen der Schmiede tätig sein. Dazu unsere Beispielfotos 2 bis 5 oben. Rüdiger Wassibauer rechnet mit über 100 Teilnehmern. Am Tag der Schmiede-Eröffnung wurde die Halleiner Künstlerin Stefanie Meisl – sie ist seit Beginn der Schmiede mit dabei – von Kultur-Landesrat Heinrich Schellhorn mit einem Jahres-Stipendium ausgezeichnet. Der SALZSCHREIBER berichtet darüber in einem eigenen Beitrag, hier im Ressort ,,Kultur‘‘. Zehn Tage lang werden auf der Pernerinsel im Rahmen der Schmiede Elektroniker, Künstler, Designer, Kreative und Musiker tätig sein. Das Motto der diesjährigen Schmiede lautet WAR – damit sind nicht kriegerische Elemente gemeint, WAR ist vielmehr die Abkürzung für den schönen Satz: We are right! Öffentliche Gespräche zur Schmiede wurden am 24. und 26. September geboten. Die auch heuer wieder sehenswerte Werkschau – hier wird den Besuchern vor Augen geführt, was alles bei der Schmiede 2021 entstand – wird am 1. Oktober 2021 geboten. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Zur Eröffnung der ,,Schmiede21: WAR‘‘ überreichte Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, der Halleiner Medienkünstlerin Stephanie Meisl, auf der Pernerinsel die Urkunde zum Salzburger Landes-Stipendium für Medienkunst. Mit der Förderung in Höhe von € 10.000 wird sie nun ihr Konzept „OK, Computer – I want full manual control now“ umsetzen. „Es ist eine schöne Tradition, das Landes-Stipendium für Medienkunst immer zu Beginn der Schmiede zu übergeben. Die Schmiede bildet dafür seit vielen Jahren den großartigen Rahmen. Das Landes-Stipendium soll eine Stütze für junge Künstler und Künstlerinnen sein und ihnen den notwendigen Freiraum zur künstlerischen Entwicklung ermöglichen“, betonte LH-Stv. Schellhorn.

 

Die Jury - Manuela Naveau, Andrea Lehner-Hagwood und Beda Percht – hatte bereits im Juni das Konzept „OK, Computer – I want full manual control now“ aus zahlreichen Einreichungen für das Landes-Stipendium Medienkunst 2021 ausgewählt. Die Eröffnung der ,,Schmiede21: WAR‘‘ bildete wie immer den Rahmen für die Überreichung der Auszeichnung, die zum dritten Mal in Folge an eine weibliche Medienkünstlerin geht.

 

Juror Beda Percht stellte in seiner Laudatio klar, was die Jury an Meisls Konzept überzeugt hat: „Uns hat die Zugänglichkeit des Projekts begeistert. Es ist keine Kunst für den Elfenbeinturm. Denn Kunst soll heraustreten, soll sozial- und kulturpolitische Akzente setzen. Stephanie Meisls Konzept tut genau das.“ Im Anschluss leitete er zu einem ersten Hörbeispiel der Künstlerin über: ein adaptiertes Musikstück von Radiohead – „Musik aus dem letzten Jahrtausend“, so Percht – durchlief einen Artificial Intelligence-Generator. Im Anschluss lud die Schmiede zum Netzwerken bei Musik und Drinks. 

 

Schon lange spielt die Schmiede Hallein, als das einzige MedienKulturFestival der Region, eine wichtige Rolle für die Entwicklung junger Medienkünstler/innen. Stephanie Meisl, Schmiede-Teilnehmerin der ersten Stunde, arbeitet und lebt inzwischen zwar in Wien, kommt aber seit 2003 regelmäßig zum MedienKulturFestival in ihre Heimatstadt. Die Projekte, die sie während ihrer Aufenthalte auf der Pernerinsel erarbeitet hatte, waren regelmäßig Teil der Werkschau. Auch die Initialzündung zu ihrem Gewinnerkonzept geschah während der Schmiede: „Ich habe mich 2020 im Rahmen eines Artist-in-Residence- Programmes mit der Thematik künstliche Intelligenz und Kunst auseinandergesetzt. Basierend auf meinen Recherchen entstand die Idee zu ,,OK Computer – I want full manual control now‘‘. Die Alte Saline, vor allem der hydraulische Maschinen-Raum, haben mich zusätzlich motiviert, das Projekt auch bei der Schmiede umzusetzen.“

 

Das Stipendium macht es ihr möglich, an die Umsetzung dieses Konzepts zu gehen. „Viele Ideen verschwinden leider in den Schubladen und meistens scheitert es am Budget. Das Stipendium hält mir nun den Rücken für einige Zeit frei, mich wirklich auf das Projekt zu fokussieren.“ freut sie sich auf die kommende Zeit des kreativen Arbeitens. Es geht ihr um die spannende Frage, ob ein Computer den Menschen als Künstler/Künstlerin ersetzen kann. Meisl ist zwar überzeugt, dass die Antwort ein eindeutiges „Nein!“ ist, dennoch nützt sie ihre Vorerfahrungen mit Machine-Learning-Modellen. Inspiriert durch das Studio-Album „OK, Computer“ der Gruppe Radiohead aus dem Jahr 1977, wird sie nun weitere Songs in Form von Musikvideos neu interpretieren. Wir dürfen gespannt sein – denn die Präsentation von „OK Computer – I want full manual control now“ findet jedenfalls während der Schmiede22 statt. – Text und Foto: Gabriele Krisch

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Erst bei näherem Hinsehen erkennt man, wie sehr die einst fantastische Salzachbucht (1. Foto oben) in ihrer Substanz gefährdet ist. Dazu gleich unser 2. Foto oben, welches einen völlig harmlosen Eindruck macht. Doch bei näherer Betrachtung wird klar, wie sehr die Platten-Verfugungen schon geschädigt sind. Dazu die Fotos 3, 4 und 5: Sie zeigen die verschiedenen Stadien der Platten-Verfugungen, die eine wichtige Rolle beim Zusammenhalt der Platten untereinander spielen. Drei Stadien sind festgehalten: Erstens eine ziemlich unversehrte Verfugung, zweitens das Zerbröseln der Verfugung und drittens die komplett fehlende Verfugung. Das 6. Foto zeigt eine der Porphyrplatten bereits deutlich verschoben und auf dem 7. Foto ragt eine Sitzplatte bereits markant über die allgemeine Sitzkante hinaus. Auf dem 8. Foto ist die Verfugung unter einer Sitzplatte nicht mehr vorhanden. Dass es auch bereits beschädigte Sitzplatten gibt, das zeigen die Fotos 9, 10 und 11. Grundsätzlich ist zu den aufgezeigten Kritikpunkten festzuhalten, dass es sich jeweils nur um einzelne Beispiele aus der Vielfalt in der großdimensionierten Anlage handelt. Die Verschmutzung von Teilen der Salzachbucht erwähnen wir nur so nebenbei. Ach ja – auch die körperlich und geistig durch Nikotin geschädigten Raucher hinterlassen nicht nur in der ganzen Stadt sondern natürlich auch auf den Sitzreihen der Salzachbucht ihre unappetitlichen und widerwärtigen Zigarettenstummel und zeigen, dass sie weder Manieren noch Anstand besitzen. Die zahllosen Winkel voller Zigarettenreste in der Salzachbucht, dokumentieren dieses skandalöse Verhalten, so wie dies auf den Fotos 12, 13 und 14 festgehalten ist. Das letzte Foto (15) oben, von der großen Schlick- und Sandfläche der Salzachbucht, mit dem einzelnen Schuh, liefert natürlich Material zu den abenteuerlichsten Spekulationen. Die Harmloseste unter ihnen: ,,Da hat schon wieder, so wie jede Nacht, eine heiße Sexorgie stattgefunden…‘‘ – Der SALZSCHREIBER widmete dem unerfreulichen Thema Salzachbucht vier Beiträge hintereinander. Darin konnte nur ein Teil der Probleme rund um die einst hinreißende Anlage dargestellt werden. Die Summe aller Schäden in der großen Salzachbucht reicht jedoch noch immer nicht aus, um sie dem endgültigen Verfall, einer Sprengung oder Zuschüttung preiszugeben. Eine Sanierung der bestehenden Anlage und die Wieder-Herstellung der großartigen Wasserfläche, aufgeteilt auf mehrere Jahre, wären für die Stadt Hallein und ihre Bewohner ein unfassbar hoher und wertvoller Gewinn. In der nächsten Sitzung der Halleiner Gemeindevertretung müsste das Thema Salzachbucht jedenfalls unbedingt auf der Tagesordnung stehen! Denn schließlich war die Salzachbucht seit ihrem Bestehen noch nie in einem derart schlechten Zustand. Es sollte also irgendwann einmal ja doch mit  Sanierung begonnen werden… – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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EIn fantastischer, begnadeter Architekt aus Hallein, schuf einst das geradezu unglaubliche Wunder der Halleiner Salzachbucht. Dieses unfassbare Bauwerk mit seinen beeindruckenden Sitzreihen und den geschwungenen seitlichen Freitreppen, zog schon bald die Verantwortlichen der Salzburger Festspiele in seinen Bann. Auf der damals noch existierenden, begeisternden Wasserfläche (siehe 1. Foto oben), sollten Darbietungen der Salzburger Festspiele geboten werden und so finanzierten auch die Salzburger Festspiele die auf der schönen Wasserfläche schwimmende Veranstaltungs-Plattform. Weiter gedieh das stolze Vorhaben freilich nicht, denn der damalige Bürgermeister fasste den Entschluss, die schöne Wasserfläche mit Schottermaterial trocken zu legen. Der unglaubliche Gewaltakt hatte unter anderem zur Folge, dass auch die beiden seitlichen Freitreppen mit ihrem letzten Teilstück (siehe Fotos 1 und 2 oben) eingegraben wurden. Den unfassbaren Anblick, den die malträtierten Freitreppen heute bieten, gibt es auf dem ganzen Erdball kein zweites Mal. Ein verheerendes, rufschädigendes und peinliches Zeugnis für die Stadt Hallein.

Als sich die Wasserbucht noch in ihrem ursprünglichen Zustand befand, bildete die Wasserfläche mit der Salzach eine Einheit. Bei Hochwasser blieben keine Holzbalken oder Kleinholz irgendwo hängen, alles wurde einfach hinweggespült. Mit der unfassbaren Zuschüttung der Wasserfläche in der Salzachbucht änderte sich dies schlagartig. Geht das Hochwasser zurück, dann bleiben die Holzteile einfach auf der Schlammfläche liegen (3. Foto). Zusätzlich verfängt sich Holzgestrüpp am Sperrgitter, das aufgrund der unerfreulichen Trockenlegung der Salzachbucht erforderlich wurde (4. und 5. Foto).

Mittlerweile haben begeisterte Botaniker ihre helle Freude an den Steinsitzreihen der Salzachbucht. Dort demonstriert die Pflanzenwelt – sogar mit verschiedenen Blüten – ihre erstaunliche Lebenskraft in den Fugen und Spalten der blanken Steinflächen. (Siehe Fotos 7 bis 14 oben). Ein optisch reizvoller, aber alarmierender Hinweis darauf, dass sich im Gefüge der mächtigen Steinsitzreihen immer mehr Risse und Spalten auftun, in denen sich Pflanzen ansiedeln können. Spalten und Risse aber sind der Beginn der völligen Zerstörung. Beseitigt die Erosion die Verfugungen der Platten in erheblichem Maße, dann könnte manch ein Gartenbesitzer auf die Idee kommen sich hier kostenlos mit schönem Plattenmaterial zu versorgen. Das wäre wohl endgültig der Anfang vom Ende der einst strahlenden Salzachbucht. Zu diesem heißen Thema folgt noch ein weiterer Beitrag hier im SALZSCHREIBER. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die Halleiner Salzachbucht (1. Foto oben) wurde einst unverständlicher Weise trockengelegt, die älteren Halleinerinnen und Halleiner erinnern sich noch an diesen, auch heute noch unfassbaren Schandakt. Dadurch änderte sich das Erscheinungsbild der trockengelegten Salzachbucht ganz entscheidend. Nur bei Hochwasser (2. Foto oben) bleibt das Erscheinungsbild der Salzachbucht einheitlich, egal, ob sie als bezaubernde Wasserbucht oder als trockengelegte Fläche in Erscheinung tritt. Jedes Hochwasser bringt eine weitere Schicht an Erdschlamm-Massen mit sich, es bleibt nur eine deprimierend graue Fläche zurück (3. Foto oben), an der freilich die Jugend ihre Freude hat. Denn nirgendwo sonst lässt es sich so herrlich im Schlamm herumwaten oder kann man mit dem Fahrrad so tiefe Spuren ziehen. (Dazu die Fotos 4 bis 7 oben). Doch falls einige Jahre hindurch kein Hochwasser die zugeschüttete Salzachbucht heimsucht, dann ändert sich deren Erscheinungsbild rasch und radikal. Die fruchtbare Schlammdecke führt zu intensivem Grünwuchs, wie unser Foto von der ergrünten, trockengelegten Salzachbucht und einige Detailaufnahmen (Fotos 8 bis 14) dies eindrucksvoll zeigen. Wenn man die einstige fantastische Wasserfläche der Salzachbucht vor Augen hat, dann brennt sich der ganze gegenwärtige absurde Horror rund um die in verhängnisvoller Weise aufgeschüttete Salzachbucht schmerzlich ins Bewusstsein. Außerdem: Am Ort des Grauens wird sich so rasch nichts ändern – ein unglaublicher Tatbestand. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Landesrat Dr. Othmar Raus einst bei der Eröffnungs-Ansprache für die, nach griechischem Vorbild errichtete, prachtvolle Salzachbucht in Hallein: ,,Ich hätte nie erwartet, dass eine derart großartige und beeindruckende Anlage in Hallein, sondern höchstens in der Landeshauptstadt Salzburg entstehen könnte!‘‘ Und Gérard Mortier, damals Leiter der Salzburger Festspiele, der in Begleitung von Bürgermeister Franz Kurz und dem Herausgeber der ,,Halleiner Zeitung‘‘ Odo Stierschneider, die neue hinreißende Salzachbucht besichtigte, besichtigte, schwärmte voll Begeisterung: ,,Ich höre hier schon die Wiener Philharmoniker spielen!‘‘ Folgerichtig finanzierten die Salzburger Festspiele auch die schwimmende Plattform auf der Wasserfläche der beeindruckenden Salzachbucht (auf dem 1. Foto oben die einstige fantastische Wasserbucht), – sie sollte künftig in jedem Festspielsommer Aufführungen der Salzburger Festspiele bieten. Doch dann gestaltete sich die weitere Entwicklung der fantastischen Salzachbucht auf höchst unerfreuliche, absolut unverständliche Weise in Richtung Albtraum.

Das Wasser der Salzach, welches ungehindert in die Wasserfläche der Salzachbucht strömte, lagerte hier immer wieder Sand ab. So musste die Halleiner Feuerwehr immer wieder die Ablagerungen unter Einsatz von Wasserschlauch-Spritzen in die Salzach hinausspülen. Dies ging den wackeren Floriaijüngern schließlich derart auf die Nerven, dass sie sich beim damaligen Bürgermeister beschwerten. Dieser zeigte großes Verständnis für solche Nöte und entschloss sich zu einer unfassbaren Maßnahme: Die Wasserbucht wurde mit Hilfe einer brutal angelegten Zufahrt (2. Foto) mit Schottermaterial trockengelegt. So verschwanden die bezaubernde Wasserfläche, der mit Steinplatten belegte herrliche Gehweg entlang des Wassers rund um die Bucht sowie die drei ersten der fantastischen Sitzstufen-Reihen und damit auch die hier geplanten Festspiel-Aufführungen für immer unter der Erde. Die ausgeklügelten, optisch bestechenden Proportionen der Anlage waren damit völlig ruiniert. Alle Hoffnungen zu Beginn, dieser Horror würde schon bald unter einem der nächsten Bürgermeister wieder rückgängig gemacht, erfüllten sich bisher bedauerlicher Weise nicht.

In den darauffolgenden Jahren wurde die geschändete Salzachbucht für verschiedenste Veranstaltungen genützt (3. Foto oben), doch dies verebbte allmählich, da die Salzach bei Hochwasser immer erhebliches Schlamm-Material und Treibholz in der Salzachbucht ablagerte. Doch im Verlauf des letzten Hochwassers im heurigen Jahr, da war alles anders. Die Wassermassen stiegen bis zur vierten Reihe der Sitzstufen empor, die hochgehende Salzach verlor ungewöhnlich rasch an Höhe, so dass sich Treibholz kaum ablagern konnte, sondern in die Salzach abtrieb. Durch die brutale Gewalt der abrinnenden Wassermassen wurde erstmals ein langer Graben in der Mitte der Fläche der Salzachbucht aufgerissen (4. Foto oben). Erfindungsreiche Jugendliche legten inzwischen Bretter auf, um den Graben zu überbrücken. Fünf Fotos (5 bis 9) zeigen den ausgeschwemmten Graben im Detail. Der mittlerweile schreckliche Zustand der einst begeisternden Wasserbucht lässt sich auch am einstigen Gerinne, in dem klares Wasser in der Mitte der Sitzreihen über kleine saubere (!) Stufen hinabfloss, dokumentieren. Dazu die vier letzten Fotos oben als widerwärtige, grauenvolle, und ekelerregende Bilddokumente. Es folgen weitere Bildberichte über den skandalösen Zustand der einst begeisternden Salzachbucht. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die YnselZeit geht vom 1. September bis 2. Oktober 2021 auf der Halleiner Pernerinsel in eine neue Runde. Nach dem erfolgreichen OpenCall für alle Kulturtätigen mit Verbindungen in den Tennengau, konnte die Jury, bestehend aus Marius Schebella (Medienkünstler und Forscher an der Fachhochschule Puch Urstein), Eszther Fürjesi (Kulturabteilung Stadt Hallein) und Kerstin Kimmer (Projektleiterin Schmiede Hallein), ein spannendes Programm für jeden Geschmack zusammenstellen. Dessen Ziel ist es Impulse zu setzen und die ansässigen Vereine sowie Künstlerinnen und Künstler einzubinden und zu vernetzen. “Wir begeben uns auf die Suche nach den Qualitäten – den Offensichtlichen und den Verborgenen – und werden diese sichtbar machen.” so Kerstin Klimmer. Die Mitwirkenden: Theater bodi end sole, Toihaus Theater, kozek hörlonski, Manfred Wambacher, ,,Simsalabim‘‘, Duo Guttmann Lunenburg, Plan B, Prof. Josef Zenzmaier und andere.

 

Exakt vor einem Jahr befanden wir uns im ersten Lockdown. Kunst- und Kultur waren zum absoluten Stillstand verbannt, Prozesse und Formate mussten völlig neu gedacht werden. Diese Zeit haben Kerstin Klimmer & Rüdiger Wassibauer von der Schmiede Hallein genutzt, um intensiv über die eigene Positionierung in der Kulturszene nachzudenken. Eine der zentralen Fragen war: “Was können wir tun um die Künstlerinnen und Künstlern in unserem Netzwerk zu unterstützen?” so Kerstin Kimmer, Projektleiterin der Schmiede Hallein. Das Ergebnis dieser Überlegungen: Ein, über vier Wochen angelegtes, vielschichtiges Kulturfestival. Die Räumlichkeiten der Saline auf der Pernerinsel bieten großzügig Platz, um die Erfordernisse angesichts Covid-19 zufriedenstellend erfüllen zu können..

 

Das spektakuläre Salinengebäude auf der Perner Insel wird auch heuer im September wieder Austragungsort für Ausstellungen, Workshops, Konzerte, Theaterstücke, Kinderprogramm, Performances, Vorträge, Diskussionen und vieles mehr. Es gilt jene Künstlerinnen und Künstler zusammenzuführen, deren Programm bereits erstellt und subventioniert ist, auf Grund der Corona-Schutz-Maßnahmen jedoch wahrscheinlich nicht am geplanten Austragungsort stattfinden kann. Enden wird die YnselZeit mit dem Schmiede-Produzenten-Festival vom 22. September bis 2. Oktober 2021, welches sich heuer dem Thema WAR widmen wird – dabei handelt es sich um das Akronym für ,,we are right‘‘. – (Presse-Aussendung mit Foto durch den Veranstalter).

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In der ausdrucksstarken Regie von Burgtheater-Direktor Martin Kusei (endlich tritt er wieder auf der Perner-Insel in Erscheinung), wird nun in Hallein im Rahmen der Salzburger Festspiele, als 2. und letzte Aufführung dieser Saison, Friedrich Schillers ,,Maria Stuart‘‘ auf der Perner-Insel dargeboten. Die hinreißenden und fantastischen, also unbedingt sehenswerten Aufführungen laufen, seit der Premiere am 14. August, noch bis zum Donnerstag, 26. August. Die Präsentation von Schillers ,,Maria Stuart‘‘ in Hallein, stellt in der 101-jährigen Geschichte der Salzburger Festspiele eine Novität dar. Denn noch nie zuvor, wurde das Stück bei den Salzburger Festspielen dargeboten.

Zurück ins Jahr 1561, als die 18jährige Maria Stuart, Königin von Frankreich, nach nur einem Jahr zur Witwe geworden, nun nach Schottland zurückkehrt. Denn hier besitzt sie den Anspruch auf den englischen Thron. Auf dem sitzt aber schon Elisabeth I. als Königin. Damit ist die Voraussetzung geschaffen für die dramatische Beziehung zwischen den beiden Ladies – eine der spannendsten Konfrontationen, welche die europäische Geschichte der Kämpfe um einen Thron zu bieten hat. Friedrich Schiller ließ sich davon zu seinem Spätwerk, dem Trauerspiel ,,Maria Stuart‘‘, einem Stück in 5 Akten inspirieren. Der großartige Direktor des Wiener Burgtheaters, Martin Kusei, führt Regie und sorgt dafür, dass mit der Aufführung von Schillers eindrucksvoller ,,Maria Stuart‘‘, auch eine spezielle Premiere verbunden ist. Denn ,,Maria Stuart‘‘ wird nun in Hallein zum ersten Mal in der 101-jährigen Geschichte der Salzburger Festspiele aufgeführt. – Auf dem 1. Foto oben der Direktor des Wiener Burgtheaters Martin Kusei. Die weiteren 16 Fotos (ein neuer
Rekord im SALZSCHREIBER), zeigen Szenen-Ausschnitte aus der Festspiel-Aufführung ,,Maria Stuart‘‘ auf der Perner-Insel.

 

Die Darsteller und Darstellerinnen in ,,Maria Stuart‘‘ auf der Halleiner Perner-Insel:
ELISABETH – Bibiane Beglau
MARIA STUART – Birgit Minichmayr
ITALY TIRAN – Robert Dudley, Graf von Leicester
OLIVER NÄGELE – Georg Talbot, Graf von Shrewsbury
NORMAN HACKER – Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh
FRANZ PÄTZOLD – Mortimer
TIM WERTHS – Wilhelm Davison, Staatssekretär
(Odo Stierschneider, Fotos: SF/Allessandra Schnellnegger)

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Eine großartige und fantastische Persönlichkeit, ausgerichtet auf Kultur und völlig ungewöhnliche, anspruchsvolle Initiativen: Prof. Helmuth Hickmann (siehe 3. Foto oben). Im April 2021 wurde von Helmuth Hickmann im Halleiner Stadtzentrum, auf dem Dachfirst des stattlichen Gebäudes Bayrhamerplatz 8, das Objekt ,,ausstieg‘‘, eine Holzleiter mit 12 Sprossen, montiert – als Hoffnungszeichen für eine erträgliche Coexistenz mit dem sars-cov-2-virus und für den weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie. In der Freilicht-Galerie auf dem First des Gebäudes, gegründet im Oktober 2003, sollen die präsentierten Kunstwerke – ausschließlich Arbeiten von Helmuth Hickmann – zur Belebung der Dachlandschaft der Halleiner Altstadt beitragen (siehe Fotos 2 und 3 oben), Darunter führt Helmut Hickmann im Erdgeschoß des Gebäudes, die kleinste Galerie des Universums ,,1Blick. Kunst im Vorhaus‘‘. Hier kann in zentraler Altstadtlage ungestört 1-Objekt-Gegenwartskunst erlebt werden. Bereits 1992 startete Helmuth Hickmann das nicht wirtschaftlich orientierte Ausstellungs-Projekt „1Blick. Kunst im Vorhaus“. Seither wird im Monatswechsel 12 mal im Jahr „Große Kunst auf kleinstem Raum“ gezeigt. Schwerpunkt des Projektes ist die Präsentation von kritischer Kunst, wenn möglich, begleitet von starken Texten.

 

Im ,,1Blick‘‘ soll „unbeachtete“ auf „bekannte“ und „junge“ auf „etablierte“ Kunst treffen. Helmuth Hickmann strebt dabei einen ausgewogenen Mix aus Malerei, Grafik und Plastik an. „Die kleinste Galerie des Universums“ begnügt sich mit einem Raum, der nur 0,37 m² Grundfläche aufweist, deshalb liegt die volle Aufmerksamkeit des Betrachters konzentriert auf einer Arbeit. ,,1Blick. Kunst im Vorhaus‘‘, liebevoll auch als ,,Kultgalerie‘‘ bezeichnet, ist ein nicht kommerzielles Kunstprojekt. Im Februar 1992 startete der Ausstellungsbetrieb als Privatinitiative von Prof. Mag. Helmuth Hickmann. Eine spannende Mischung aus regionaler und internationaler Kunst steht auf dem Programm, wobei Nachwuchskünstler ebenso wie bereits anerkannte Künstler-Persönlichkeiten ,,kritische Kunst‘‘ mit starken Texten ausstellen.



Oben in der Dach-Expositur von ,,1Blick. Kunst im Vorhaus‘‘, in der Freilichtgalerie hinter dem am Halleiner Bayrhamerplatz einzigartigen Dachgiebel des Gebäudes Nr. 8, wurden seit 2003 bisher sieben Objekte präsentiert: ,,first Brett‘‘, ,,Traumbaum‘‘, ,,glücksebenen‘‘, ,,first Brett 2‘‘, ,,Hochsitz für freie Gedanken‘‘, ,,Weltform‘‘ und gegenwärtig ,,ausstieg‘‘.

 

Schließlich noch der bisherige, ungewöhnlich dicht geballte, durchaus unfassbare Lebenslauf von Prof. Helmuth Hickmann, aus Platzgründen nur in Schlagwörtern festgehalten: Matura am Bundesgymnasium Hallein – Buchhändlerlehre in Salzburg – Studium der Sportpädagogik an der Universität Salzburg sowie der Kunst- und Werkpädagogik an der Hochschule Mozarteum in Salzburg mit Bildhauerausbildung bei Prof. Ruedi Arnold – Kunsterzieher, Werkerzieher und Sportlehrer am Bundesrealgymnasium Salzburg von 1977 bis 1982 – Ernennung zum Professor 1983 – Bildhauerlehrer und Werkstättenleiter, Sportlehrer, Ecodesignlehrer und Beauftragter für den Umweltschutz an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Hallein von 1980 bis 2014 – Fußballmeistertitel 1968/1969 mit Union Hallein – Landesmeistertitel 1975/1976 mit dem 1. Halleiner SK – Österreichischer akademischer Hallen-Fußballmeister mit Paris-Lodron-Universität Salzburg 1977 – Organisation von Vorträgen und Seminaren zu alternativem Geldrecht und Bodenrecht in Hallein, Salzburg und Holzöster. 1987 bis 1991 – Kunstattraktion ,,1Blick. Kunst im Vorhaus‘‘, Hallein-Bayrhamerplatz 8, ,,1Blick‘‘-Start im Februar 1992 – ,,Leben und Sterben im Regenwald", Projekt Penan, 1992, mit Bruno Manser – Verleihung des Natur- und Umweltschutzpreises des Landes Salzburg für das ,,Projekt Penan‘‘ 1994 – 1994 bis 1997 Realisierung des Aufbaulehrgangs an der HTL Hallein – 1999 Erstellung der Internetseite ,,1Blick. Kunst im Vorhaus‘‘. – Seit 2003 ,,first gallery‘‘, Kunst im öffentlichen Raum, Skulpturen von Helmuth Hickmann auf dem First des Hauses Bayrhamerplatz 8 in Hallein. – Seit 2008 Videos auf dem YouTube Kanal ,,h. a. hagebos‘‘. – ,,Iustismus-Deklaration‘‘, Wirtschaftssystem anstelle von Kapitalismus und Kommunismus 2008. – Unterstützer des Modells der "Gemeinwohl-Ökonomie" von Christian Felber 2011. – Herausgabe Kunstkatalog ,,25 Jahre 1Blick‘‘, August 2017. – (Odo Stierschneider, Salzburgwicki. Fotos: Helmuth Hickmann).

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Karin Henkel hat aus Shakespeares Richard III. und Texten aus Eddy the King aus Schlachten! von Tom Lanoye und Luk Perceval, ein neues Stück in zwei Teilen geschaffen: ,,Richard the Kid & the King‘‘. Lina Beckmann, die 2017 als Rose Bernd von Gerhart Hauptmann in Salzburg in Henkels Regie die Hauptrolle übernommen hat, ist nun als Richard III. besetzt. Richard III. ist eine der vielschichtigsten Figuren der Theaterliteratur. Er ist oft hellsichtig, witzig, und verführerisch, einer, der es versteht, die Menschen zu manipulieren und sich selbst zu inszenieren. Karin Henkel hat diese Rolle mit einer Frau besetzt, weil sie von Lina Beckmanns unglaublicher Bandbreite überzeugt ist: „Witz, eine große Tragik, gleichzeitig Klugheit, Schnelligkeit und Verwandlungs-Fähigkeit – all das braucht ein/e Richard-Darsteller/in. Richard verbündet sich mit dem Zuschauer. Er kündigt immer vorher an, was er machen wird, welche Strategie er anlegt, um die Mitmenschen zu verführen. Auch ich als Zuschauer werde von ihm verführt, selbst seine grausamsten Gedanken und Gelüste mitzugehen.“

Sie führt weiter aus: „Ich sehe Richard weder als Mann, noch als Frau, die Rolle ist geschlechtslos beschrieben. Er ist eine Kröte – das sagt er von sich selbst. Er hat alle Klischee-Attribute der Männlichkeit abgegeben. Auch körperlich beschreibt sich Richard als deformierten Menschen, der so etwas wie Liebe oder Sexualität nie kennengelernt hat. Er kennt keine Zuneigung und kann selbst auch keine Liebe geben. Er behauptet von sich, er sei das mitleidloseste und liebloseste Wesen, was es überhaupt gibt. Er nennt sich Wesen, er nennt sich nie Mann.“ Die Regisseurin formuliert weitere zentrale Fragestellungen des Stückes: „Wie instabil ist eine Gesellschaft, die einem Tyrannen die Herrschaft überlässt? Wie kann es passieren, dass ein Mensch an die Macht kommt, von dem alle wissen, dass er eine despotische Herrschaft führen wird“, und „welche Rolle spielen die Mittäter und warum werden sie überhaupt zu Mittätern?“

 

Mit dieser Uraufführung steht erstmals die charismatische Figur des Richard III. im Zentrum einer Produktion der Salzburger Festspiele. Karin Henkel macht die Shakespeare’schen Königsdramen Heinrich VI. und Richard III. zum Ausgangspunkt ihrer Inszenierung. In Richard the Kid, dem ersten Teil des Abends, richtet sie den Fokus auf die Kindheit und die Familiengeschichte Richards, die verrohte Zeit vor seiner Machtergreifung. Seit Jahren liefern sich die Häuser York und Lancaster erbitterte und blutige Schlachten um die englische Herrschaft, die sogenannten „Rosenkriege“. In Richard the King, dem zweiten Teil des Abends, befasst sich Karin Henkel mit dem politischen Umfeld des berühmt-berüchtigten Machthabers. Zahlreiche Fragen werden dabei aufgeworfen: Warum spielen alle mit, obwohl sie um die Lügen und das falsche Spiel Richards wissen? Wie gelingt Richard der zynische Spagat, die Menschen einerseits aufs Tiefste zu verabscheuen, sie andererseits aber doch für seine Zwecke zu gewinnen?

 

RICHARD THE KID & THE KING nach William Shakespeare / Fassung von Karin Henkel, Sybille Meier und Andrea Schwieter / Mit Texten aus Eddy the King aus Schlachten! von Tom Lanoye und Luk Perceval / Deutsch von Rainer Kersten. – Karin Henkel Regie / Katrin Brack Bühne / Klaus Bruns Kostüme / Arvild J. Baud Musik / Rainer Casper Licht / Sybille Meier, Andrea Schwieter Dramaturgie / In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln / Eine Pause / Koproduktion mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg.

 

Es spielen Familie York, Lina Beckmann Richard, Herzog von Gloucester, später Richard Ⅲ., Kate Strong Edward Ⅳ. / Herzogin von York, Bettina Stucky George, Herzog von Clarence / Königin Elisabeth, Familie Lancaster, Kristof Van Boven König Heinrich VI. / Königin Margaretha / Prinz Edward / Lady Anne, Kronrat Paul Herwig Lord Buckingham, Maik Solbach Lord Hastings, Michael Weber Lord Stanley, Leibwächter, Alexander Maria Schmidt Ratcliffe, Sachiko Hara Catesby, weiters Johann Grossbointner, Franz Heiling, Manfred Passrugger, Christian Petter, Viktorija Zubairova, Bethany Yeaman. Acht Aufführungen werden von ,,Richard the Kid and the King‘‘ geboten. Premiere ist am Sonntag, 25. Juli, weitere Aufführungen am Dienstag 27. Juli, Mittwoch 28. Juli, Freitag 30. Juli, Samstag 31. Juli, Montag, 2. August, Mittwoch 4. August und Donnerstag 5. August 2021. – (Odo Stierschneider. Salzburger Festspiele. Fotos: SF/Monika Ritterhaus).

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