Vom Kuratorium der Salzburger Festspiele wurde Dr. Kristina Hammer nun einstimmig zur neuen Präsidentin der Salzburger Festspiele bestellt. Beim Kandidatinnen- und Kandidaten-Hearing zur Bewerbung als Festspiel-Präsidentin, konnte die Deutsch-Schweizerin mit langjährigem Bezug zu Salzburg, auf beeindruckende Weise überzeugen. Kristina Hammer wird somit ab 1. Jänner 2022 neue Präsidentin der Salzburger Festspiele, ihr Vertrag läuft auf fünf Jahre bis zum 31. Dezember 2026. Diesen Beschluss fasste das Kuratorium der Salzburger Festspiele, einstimmig in seiner 263. Sitzung. „Die beeindruckende berufliche Karriere, das vorgestellte Konzept sowie ihre hohe internationale Expertise und Vernetzung haben das Kuratorium überzeugt, sich für Kristina Hammer auszusprechen“, betont Sektionschef Jürgen Meindl, Vorsitzender des Kuratoriums der Salzburger Festspiele, zur Stimmen-Einhelligkeit des Gremiums im Bestellungsprozess. „Mit der Entscheidung, Kristina Hammer zur neuen Präsidentin der Salzburger Festspiele zu bestellen, geht das Kuratorium einen bewussten Schritt zur weiteren Internationalisierung der Salzburger Festspiele, der Absicherung, Schärfung und des Ausbaues der besonderen Strahlkraft der Marke der Salzburger Festspiele und der Bereitschaft, neue Herausforderungen für die Salzburger Festspiele als weltbestes, klassisches Dreisparten-Festival in Angriff zu nehmen und zu meistern. Ihr erfolgreicher Berufsweg, ihre Integrationsfähigkeit, die lange Verbundenheit zu den Salzburger Festspielen sowie ihr kulturelles Engagement als Mitglied des Vorstandes der Freunde der Oper Zürich, haben uns überzeugt“, so Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer.

DANK AN DIE GROSSARTIGE
FESTSPIELPRÄSIDENTIN DR. HELGA RABL-STADLER

Das Festspiel-Kuratorium bedankte sich sehr herzlich bei Dr. Helga Rabl-Stadler für ihr vorbildliches, dankenswertes und überaus beeindruckendes Engagement in den 27 Jahren als erfolgreiche Festspielpräsidentin. Aus Halleiner Sicht ist Dr. Helga Rabl-StadIer größter Dank und herzliche Anerkennung dafür zu zollen, dass sie in der Epoche ihrer Funktion als international angesehene Festspiel-Präsidentin, die begeisternde und faszinierende Präsenz der Salzburger Festspiele auf der Halleiner Pernerinsel ermöglichte.

 

DIE NEUE FESTSPIEL-PRÄSIDENTIN VERLEGT
IHREN LEBENSMITTELPUNKT NACH SALZBURG
„Das mir entgegengebrachte Vertrauen des Kuratoriums ehrt mich sehr und ich freue mich auf diese großartige und verantwortungsvolle Aufgabe, welcher ich auch mit der notwendigen Demut entgegensehe. Mein aufrichtiger Dank gilt allen Mitgliedern des Kuratoriums sowie Markus Hinterhäuser und Lukas Crepaz, welche ich bereits im Zuge des Bewerbungsprozesses kennenlernen durfte. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit ihnen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses und natürlich auf die Künstlerinnen und Künstler“, so Kristina Hammer, designierte Präsidentin der Salzburger Festspiele in ihrer ersten Reaktion. „Ich werde meinen Lebensmittelpunkt nach Salzburg verlegen und freue mich schon ausgesprochen auf den engen Kontakt mit den Salzburgerinnen und Salzburgern“, so Kristina Hammer abschließend.

 

KULTUR-STAATSSEKRETÄRIN MAYER:
,,KRISTINA HAMMER IST WÜRDIGE
NACHFOLGERIN ALS FESTSPIEL-PRÄSIDENTIN!‘‘

„Ich freue mich, dass wir mit Kristina Hammer eine würdige Nachfolgerin für Helga Rabl-Stadler gefunden haben, die mithelfen wird, die Salzburger Festspiele in eine weitere fantastische Epoche zu führen“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer. „Mir war wichtig, dass es ein ordentliches, ergebnisoffenes Ausschreibungs-Verfahren nach internationalen Standards gibt. Frau Kristina Hammer bringt einen reichen Schatz an Erfahrungen im internationalen Unternehmensumfeld, sowie durch ihre selbstständige Arbeit als Unternehmensberaterin, die nötige strategische Kompetenz für dieses Amt mit. Vor allem aber hat sie das Kuratorium mit ihrem Auftritt im Hearing überzeugt. Ich bin sicher, dass auch die Zusammenarbeit mit Markus Hinterhäuser und Lukas Crepaz eine gute sein wird“, so Staatssekretärin Mayer zur Bestellung der neuen Festspielpräsidentin. Bei den Salzburger Festspielen wurde noch eine weitere wichtige Personalfrage geklärt, die für Hallein als Schauspielort der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel von herausragender Bedeutung ist. Bettina Hering, die seit der Intendanz von Markus Hinterhäuser 2017 Leiterin des Schauspiels der Salzburger Festspiele ist, verlängert ihren Vertrag bis September 2023.

 

BEEINDRUCKENDE FAKTEN ZUR NEUEN
FESTSPIELPRÄSIDENTIN DR. JUR. KRISTINA HAMMER

Dr. jur. Kristina Hammer, ist seit mehr als zehn Jahren Inhaberin der strategischen Markenberatung HammerSolutions in Zürich. Sie ist zusätzlich auch als externe Verwaltungsrätin aktiv. Sie war zuvor 15 Jahre operativ in Management-Positionen international in Deutschland, England und Österreich tätig. Mit Ihrer Firma unterstützt sie Entscheidungs-Träger beim Aufbau und der Neupositionierung von Marken und erstellt externe und interne Kommunikations-Strategien. Darüber hinaus war sie in den vergangenen Jahren bei der Stöckli Swiss Sports AG als Verwaltungsrätin und bei der Oliver-Group sowie bei Magn-Wall in deren Beiräten tätig. Als Executive & Business Coach berät Kristina Hammer zu den Themen Leadership, Change-Management, sowie Personal Branding und lehrt als Gastdozentin an der Universität St. Gallen sowie der ETH Zürich. Seit 2019 engagiert sie sich im Vorstand der Freunde der Oper Zürich und ist dort für die Themen Marketing und Kommunikation zuständig und übernimmt jährlich Patenschaften für Mitglieder des Internationalen Opernstudios Zürich. In Ihrer frühen Karriere arbeitete Kristina Hammer für die Gerngross AG (1996-2000), der damals größten Kaufhauskette in Österreich. Sie war sowohl für die Entwicklung des Konzepts als auch für die Leitung des „Steffls“, Wiens führendem Luxuskaufhaus, verantwortlich. Von 2000 an arbeitete sie sieben Jahre in England in leitender Position für die Premier Automotive Group (Aston Martin, Jaguar, Land Rover, Volvo), sowie ab 2006 zusätzlich für den Mutterkonzern, die Ford Motor Company, mit Verantwortung für die Markenkommunikation und Visualisierung der Premiummarken. Von 2007 bis 2009 leitete sie die globale Marketing-Kommunikation von Mercedes-Benz in Stuttgart. Kristina Hammer studierte Jura in Mainz (sowie parallel Betriebswirtschaft bis zum ersten Vordiplom), absolvierte danach das Zweite Juristische Staatsexamen und promovierte mit „summa cum laude“ im Europäischem Wirtschaftsrecht an der Universität Wien. Ihre Ausbildung schloss sie mit einer Tätigkeit beim Europäischen Gerichtshof und der Veröffentlichung eines juristischen Handbuchs zum freien Warenverkehr in der europäischen Union ab. In den zurückliegenden zehn Jahren lebte Kristina Hammer mit Ihrem Mann und Ihren zwei Kindern in Herrliberg/Schweiz. – (Presse-Aussendung mit Foto: Salzburger Festspiele).

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Gäbe es einen Nobelpreis für erfolgreiches stilles Wirken und persönliche Bescheidenheit in der Wissenschaft, so würde die Halleinerin Anna Holzner sicherlich hiefür nominiert werden. Die Forschungs-Tätigkeit wurde Anna Holzner schon in die Wiege gelegt. Denn ihr Vater, der Reisekaufmann Franz Holzner, Leiter des Ruefa-Büros in Hallein, widmete sich bereits der Forschung zu Franz Xaver Gruber und somit auch zu ,,Stille Nacht‘‘. Die Familie Holzer ist allerdings bereits früher mit dem Halleiner Komponisten, Chorregenten und Schöpfer der Melodie des mittlerweile weltweit verbreiteten Liedes ,,Stille Nacht! Heilige Nacht!‘‘ in Berührung gekommen: Die Familie des Großvaters hatte, als Franz Xaver Gruber eine Zeit lang Mesner war, im einstigen Gruber-Haus gegenüber der Stadtpfarrkirche, heute Standort des ,,Stille-Nacht‘‘-Museums, gewohnt.

Anna Holzner maturierte in Salzburg, ihr Interesse galt vorerst nicht so sehr der Heimatforschung, sie studierte vorerst Ferneres: Ägyptologie und Altorientalistik in Wien und schloss mit der Promotion zum Doktor der Philosophie ab. Sie war Studienassistentin an der Universität Salzburg, studierte Rechtswissenschaft und schloss mit der Sponsion zur Magistra jur. ab. Daneben verschrieb sie sich den Ausgrabungen auf dem Dürrnberg, dem neben Hallstatt wichtigsten Fundort keltischer Gegenstände in Mitteleuropa. Er dürfte ein Siedlungsort der alpenkeltischen Ambisonten gewesen sein. Ein hier gefundenes Fragment griechischer Keramik von etwa 500. v. Chr. zeugt von weitläufigen Handels-Beziehungen, wobei das Salz vom Dürrnberg als Exportgut diente. Oben auf dem Dürrnberg arbeitete Anna Holzner unter Ernst Penninger und Kurt Zeller, der sie bereits früh auch im ,,Stille Nacht‘‘-Museum einsetzte. Zu Franz Xaver Gruber hat Anna Holzner unzählige Schriftstücke wie Briefe, Zeugnisse, Gehaltstabellen, aber auch Zeichnungen und Liedschöpfungen aufgearbeitet und Ausstellungen gestaltet.
Anna Holzner gilt als eine der profundesten Wissenschafterinnen zu Franz Xaver Gruber und ,,Stille Nacht‘‘. Eines der wichtigsten Schriftstücke im ,,Stille-Nacht‘‘-Archiv Hallein ist die Authentische Veranlassung von ,,Stille Nacht! Heilige Nacht!‘‘ Diese wurde von Komponist Franz Xaver Gruber am 30. Dezember 1854 verfasst und legt dar, dass er der Komponist des Weihnachtsliedes ist, das immer weitere Verbreitung auf unserem Planeten fand.

Franz Xaver Gruber zog viel um, verbrachte aber die längste Zeit seines Lebens in Hallein. Als Chorregent und Organist prägte auch er das musikalische Leben in Hallein. In seinem ehemaligen Wohnhaus gegenüber der Stadtpfarrkirche befindet sich das Halleiner ,,Stille-Nacht‘‘-Museum. Tagebücher, Autographen, Instrumente und Möbel ermöglichen einen faszinierenden Einblick in das Leben des Komponisten und seiner Familie. Ein Highlight ist die Gitarre von Joseph Mohr, auf der das Lied ,,Stille Nacht! Heilige Nacht!‘‘ vor über 200 Jahren zum ersten Mal gespielt wurde. Im barrierefreien Raum des Museums ist ein Familienraum eingerichtet, in dem sich kleine und große Besucher/innen spielerisch der Familie Gruber annähern können. Als neue Attraktion zeigt ein Film die Entdeckungsreise einer Familie zu den ,,Stille-Nacht‘‘-Museen im Land Salzburg und in der Landeshauptstadt. Eine gelungene Einstimmung auf die eigene Tour zu den ,,Stille-Nacht‘‘-Orten! Das ,,Stille-Nacht‘‘-Museum Hallein ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. – (Josef A. Standl. Foto: JAS).

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,,Happy Halloween‘‘ entboten die Totenköpfe in der Auslage eines Geschäftes im Halleiner Stadtzentrum (Fotos 1 und 2 oben). Hier erkennt man, modische und kosmetische Bemühungen werden im letzten, leblosen Abschnitt unserer Existenz ziemlich bedeutungslos, da wir dann ohnehin alle genau so aussehen wie alle anderen – dann unterscheiden uns höchstens nur noch die individuellen Zahnlücken. Mit solch jenseitigen Betrachtungen kollidieren wir natürlich mit der Kirche und schon legen wir los mit unseren kritischen, aber gutgemeinten Anregungen, zwei an die Kirche und eine an die Stadtgemeinde Hallein. Erstens: In der rechten Ecke zwischen Kirchturm und Kirche wuchert üppiges Grün. Es wurde in der Vergangenheit zwar reduziert, aber dies war, wie oben auf unseren Fotos 3 und 4 ersichtlich, eindeutig zu wenig. Ein zweiter Kriegszug gegen die dunklen grünen Mächte wäre also durchaus angebracht. Zweitens: Es war ein kluger Schachzug, das Schaugrab des Stille-Nacht-Komponisten vor dessen einstigem Wohnhaus mit üppigem Grünwuchs einzurahmen. Damit wird die innere Fläche, die mit Blumen bepflanzt werden sollte, immer kleiner, der Aufwand also immer geringer. Dies funktioniert allerdings nicht für ewige Zeiten, denn, wie auf unseren Fotos ersichtlich, es werden die beiden Grablaternen allmählich zu unsichtbaren Unter-Grün-Laternen. (Fotos 5 bis 7 oben). Drittens: Hier geht es um den Eingangsbereich in das einstige Wohnhaus Franz Xaver Grubers, heute das ,,Stille Nacht‘‘-Museum (Foto 8 oben). Hier ist alles symmetrisch angeordnet: Grubers Haupt, die Schriftzeile ,,Stille Nacht Museum‘‘ und darunter die Eingangstür in das Museum. Nur das Wort ,,Hallein‘‘ tanzt unangenehm aus der Reihe und klebt unschön an der linken Seite. Es gehört unbedingt ebenfalls auf Mitte gestellt! Und noch etwas: Die verwendete Schrift passt in ihrer einfachen, seelenlosen, technologischen und nüchternen Art, vielleicht auf die Fassade eines technischen Museums – hier jedoch, am Eingang in das ,,Stille-Nacht‘‘-Museum, wäre eine schön gestaltete Zierschrift unbedingt notwendig. Unbedingt! – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die Nacht der 1.000 Lichter wurde auch in der Stadtpfarrkirche Hallein auf besonders eindrucksvolle Art und Weise gestaltet. Am Sonntag-Abend vor dem Allerheiligen-Montag, sorgte die Katholische Jugend nach intensiven Vorarbeiten dafür, dass am Sonntag, 21. Oktober, von 18 bis 21 Uhr, das Halleiner Gotteshaus mit seinem besonders festlichen, ungemein berührenden Anblick die Herzen der Anwesenden erfreute. Dazu unsere beiden obenstehenden Fotos vom optisch zutiefst berührenden Ereignis. Das 1. Foto zeigt den festlich beleuchteten Altarbereich, das 2. Foto zeigt den Blick zurück in das Gotteshaus. Auf den Fotos nicht erkennbar ist, dass die Stadtpfarrkirche bis oben hinauf rundum mit Lichtern geschmückt war – ein absolut einzigartiger und begeisternder, wohl für alle Besucherinnen und Besucher ein für immer unvergesslicher Anblick. Insgesamt 32 Pfarren der Erzdiözese und damit zehn mehr als noch im vergangenen Jahr, waren heuer bei der Nacht der 1.000 Lichter mit dabei. Hinter der Organisation standen vor allem Mädchen und Burschen, die schon Wochen zuvor in mühevoller und bewundernswerter Arbeit, die Nacht der 1.000 Lichter in den verschiedenen Pfarren zum großartigen und fantastischen Ereignis gestalteten. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Thomas E. Stadler und Helena Adler präsentieren ab Donnerstag, 11. November 2021, um 19.30 Uhr, im Halleiner kunstraum pro arte politische Arbeiten. Im Zentrum stehen Auseinandersetzungen mit dem Verhältnis Mensch und Natur. In einer Serie von Siebdrucken, Malereien sowie inszenierten Fotografien, bearbeitet Helena Adler die Themen Klimakrise, Nuklear-Katastrophe und Vanitas. Die Arbeiten von Thomas E. Stadler nehmen zum einen gemalt Stellung zur Gletscherschmelze in den Tauern und deren Auswirkungen auf die künftig trockengelegte Salzachregion, zum anderen wird der Lebens- und Gesellschafts-Entwurf der Wald-Besetzer*innen im Hambacher und Dannenröder Wald, posthum illustrativ zum Kulturdenkmal erklärt. Der Titel der Ausstellung „unterwex“ bezieht sich auf einen Ort im Dannenröder Wald und steht zugleich für „unterwegs“ und „unterwegs sein“. Die Doppelbedeutung markiert die beiden Zugänge im bildnerisch künstlerischen Werk von Helena Adler und Thomas Stadler. Unterwegs sind die beiden seit zehn Jahren in verschiedenen gemeinsamen Interventions- und Ausstellungs-Projekten. Die aktuelle Ausstellung im kunstraum pro arte thematisiert die Verantwortung von uns allen für eine klimagerechte und lebenswerte Zukunft und fragt nach den Möglichkeiten und Spielräumen im künstlerischen Schaffen, Öffentlichkeit herzustellen und Bewusstsein zu bilden.

 

Die bildende Künstlerin und Schriftstellerin Helena Adler, als Stephanie Prähauser in Oberndorf bei Salzburg geboren, studierte Malerei am Mozarteum sowie Psychologie und Philosophie an der Universität Salzburg. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Helena Adler durch ihren zweiten Roman „Die Infantin trägt den Scheitel links“ der 2020 für den Österreichischen und den Deutschen Buchpreis nominiert worden war. In der Ausstellung im kunstraum pro arte zeigt Helena Adler eine Serie von Siebdrucken zur Tschernobyl-Thematik: „Alle waren draußen, auch die dreijährige ,Infantin‘ und haben im Sand und in der Bauernwiese gespielt. Die unsichtbare Bedrohung kam viel tausendfach schlimmer als der befürchtete Saure Regen“. In einer Malerei-Serie zum Sujet der Gasmaske, setzt sich die Künstlerin mit Fantasien einer maskierten Zukunft auseinander: „Ich habe mir danach oft eine Zukunft ausgemalt, in der wir alle draußen eine Maske tragen müssen. Alle fein beisammen, alles normal, nur eben mit (Gas)maske.“ Die Serie inszenierter Fotografien „Der präparierte Mensch“ fragt, was nach der Apokalypse kommt und illustriert skurril und kritisch die Hoffnung auf eine Zukunft, die auch ganz anders ausgehen könnte: „Alles ist vorbei. Der vielfach angekündigte Suizid der Spezies Mensch ist Fakt. Bleiben nur die Museen, in denen neben den Dioramen der Tierwelt, auch Exponate der Spezies Mensch zu besichtigen sind. Einzige Frage: von wem können sie dann noch besichtigt werden?

 

Zwei Begleit-Veranstaltungen stehen im Zeichen des literarischen Schaffens Helena Adlers: Am Freitag, 26. November um 17 Uhr, liest Helena Adler in der Stadtbücherei Hallein aus ihrem Roman „Die Infantin trägt den Scheitel links“. Ihr Werk wurde überdies vom Toihaus Theater (Eine Ko-Produktion von Toihaus Theater und Literaturfest Salzburg) adaptiert, die Schauspielerinnen Miriam Klebl, Nicola Schößler und der Musiker Benjamin Lageder bringen die Performance für einen Abend – am Donnerstag, 16. Dezember um 19 Uhr – im kunstraum pro arte auf die Bühne.

 

Der bildende Künstler Thomas E. Stadler dokumentiert in seiner Serie „unterwex“ die von Umwelt-Aktivist*innen erbauten Baumhäuser im Hambacher und Dannenröder Wald. Nach den Protesten im Hambacher Forst im rheinischen Braunkohlegebiet 2018/2019, wurde der Dannenröder Wald in Hessen 2019/2020 zum zweiten Symbolort für junge Klima-Aktivist*innen und ihre Forderungen für eine klimapolitisch begründete Verkehrswende. „Ich habe eher unfreiwillig die Baumbesetzer*innen im Hambacher und Dannenröder Wald kennen gelernt. Die Bilder sind Dokumente von Häusern, die es so nicht mehr gibt. Die Malerei ist ein Statement zur Nachhaltigkeit dieser Bauwerke. Was hier nicht abgebildet werden kann, ist die ungeheure Sprengkraft des neuen Gesellschaftsmodelles der Waldbesetzer*innen, welches sich nicht aus Ausstiegs- oder Anti-Haltungen, auch nicht durch den gemeinsamen Feind Kapitalismus formiert, sondern hier erfindet sich gerade die Gesellschaft der Zukunft – solidarischer, Ressourcen sparender, nachhaltiger, friedvoller, bewusster. All dem jede mögliche Öffentlichkeit zu widmen, das ist mein Anliegen.“ – so Thomas E. Stadler.

 

Ganz anders gelagert ist die Thematik seiner Bilder zur Gletscherschmelze. Historisierende Motivik formuliert die Grundhaltung zur Situation in den Alpen. Touristische Verzweckung versucht eine Idylle zu wahren, deren apokalyptische Anzeichen nicht mehr übersehen werden können. Das Thema ist zunächst das endgültige Verschwinden der Gletscher und das schrittweise Austrocknen der Salzach. Der Klimawandel wird besonders die Tauern und die Tauerntäler aber auch das gesamte Salzachtal massiv verändern. Die Ausstellung zeigt auf mehreren Ebenen die Situation in der Gletscherregion, dem Nährgebiet der Salzach. Historisierende Motivik wird subtil aktualisiert. Der Vorabend der Umwelt-Apokalypse wird mit überbordender Fülle über die Dramatik des endgültigen Gletschersterbens hinwegtäuschen. Die Bäche werden voller, die Hochgebirgs-Region viel fruchtbarer werden. Landschaftsbilder dieses Zustandes werden bewusst als Biedermeierbilder gestaltet.

 

In einer Beteiligungskunst-Aktion thematisiert Thomas E. Stadler das seit Ende August 2021 von österreichischen Umweltaktivist*innen initiierte Lobau Camp im Wiener Randbezirk Hirschstetten, das den Bau der ,,Stadtstraße Aspern‘‘ zu verhindern sucht. Er ruft zur breiten Unterstützung des Lobau-Camps auf. Unter dem Titel „Barrio“ – in Anlehnung an die so bezeichneten Baumhausdörfer der Klimaaktivist*innen – werden auf vier am Boden aufgelegte Paletten Sachspenden als Winterhilfen für das Lobau-Camp gesammelt, die Rauminstallation wächst im Laufe der Ausstellung. Während eine Einladung an alle Besucher*innen ergeht, das Lobau-Camp zu unterstützen, wächst im Galerieraum als Hintergrund zum „Barrio“ eine Collage, die durch „blindes“ Erstellen der Druckstöcke (Styrodurplatten) immer mehr das gedruckte Bild eines dichten Waldes ergibt. Das „blinde Erstellen“ geschieht durch einfaches Eindrücken der Platten mittels abgerundeter Holzstäbe. Der Druck wird ab 26. November von Thomas E. Stadler (extern) durchgeführt und in der Galerie präsentiert und dann jeweils bis 18. Dezember erweitert. Dort steht die Collage dann in einzelnen Teilen als Geschenk zur Verfügung.

 

ERÖFFNUNG: Donnerstag, 11. November 2021 um 19:30 Uhr
Zur Ausstellung spricht Martina Berger-Klingler
Dauer der Ausstellung: 12. November bis 18. Dezember 2021

 

VERANSTALTUNGEN (Eintritt frei)
FREITAG, 26. November 2021
16 Uhr: Künstler*innen-Führung durch die Ausstellung.
17 Uhr: Lesung von Helena Adler: „Die Infantin trägt den Scheitel links“ in Kooperation mit der Stadtbücherei Hallein, Anmeldung: stadtbuecherei@hallein.gv.at

 

DONNERSTAG, 16. Dezember 2021
19 Uhr: „Die Infantin trägt den Scheitel links“, Performance nach Helena Adler
Gastspiel: Ko-Produktion von Toihaus Theater und Literaturfest
Begrenzte Sitzplätze, Online-Kartenverkauf unter: https://toihaus.kupfticket.at/

 

Die Ausstellung ist auf Grund der Proben an diesem Nachmittag geschlossen.

 

SAMSTAG, 18. Dezember 2021
11 Uhr: Finissage und Künstler*innen-Gespräch

 

HELENA ADLER, geboren 1983 als Stephanie Prähauser in Oberndorf bei Salzburg, Autorin, Künstlerin und Mitbegründerin der Literatur-Werkstatt „Literaturlobbyland“. Aufgewachsen auf einem Biobauernhof am Berg bei Anthering mit Blick auf die benachbarten bayrischen Berge. Studium der Malerei am Mozarteum, sowie Philosophie und Psychologie an der Universität Salzburg. Auswahl ihrer Ausstellungen/Kunstaktionen: Art off-space im Narrenkastl in Frohnleiten bei Graz (Steiermark, 2018), Modernden Museum in Mauerkirchen (Oberösterreich, 2018); Geteilte Städte. An die Grenzen gehen (Görz, 2016); Kulturzentrum Terra Hominibus in Wien (2015). Zahlreiche Publikationen in Anthologien, Literaturzeitschriften und Zeitungen. Mit ihrem letzten Roman „Die Infantin trägt den Scheitel links“ war sie sowohl für den Österreichischen und Deutschen Buchpreis als auch für die Hotlist unabhängiger Verlage nominiert.

 

THOMAS E. STADLER, geboren 1962, studierte Bildnerische Erziehung/Malerei in Salzburg und München. Er hatte Stipendien-Aufenthalte in den USA (Virginia /New York) und Polen (Krakau), Budapest und Spanien (Almeria). Seit 2002 Lehrtätigkeit an der Universität Salzburg, der Universität Mozarteum bzw. der Pädagogischen Hochschule Linz. 2005-2008 Dozent an der Sommerakademie Neuburg. Ausstellungen in München, New York, Mexiko City; Berlin, Salzburg, Köln, Graz, Virginia USA, Landshut, Budapest, Triest, Düsseldorf, Florenz; Rossano, Trier, Essen; Krakau, Tegernbach bei Linz; Seekirchen, Bologna, Bilbao, Hallein, Linz, Wien, Mauerkirchen, Oberndorf.

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS

FOTO 1: Thomas Stadler ,,unterwex", Acryl auf Leinwand, 30x40cm, 2021. – FOTO 2: Thomas Stadler, ,,Kein Spiel", Acryl auf Leinwand, 2021. – FOTO 3: Beteiligungs-Kunst © Thomas Stadler. – FOTO 4: Leseaktion Literaturlobbyland, 2020, Installation: Thomas E. Stadler. –  FOTO 5: Helena Adler und Thomas Stadler, ,,Dialogisch", im Dialog gemaltes Bild, 70x100cm, Acryl auf Leinwand, 2016 bis 2021. – FOTO 6: Helena Adler, aus der Serie „Der präparierte Mensch“, 2008/2021. – (Text und Fotos: galerie pro arte).

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Anny Wass erhält das Jahres-Stipendium für Fotografie 2021 in Höhe von 10.000 Euro. Die Halleinerin überzeugte die Jury mit ihrer Fototechnik, in der die Künstlerin sich selber zum Bildmaterial macht und multiple Abbildungen ihrer Person als Bildbausteine nutzt. Anny Wass beeindruckt mit ihren fotografischen Arbeiten, in denen sie vielfältige Darstellungen ihrer Person als Bildelemente nutzt, und erhält das Jahres-Stipendium für Fotografie. Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn gratulierte Anny Wass zum Erhalt des Jahresstipendium Fotografie des Landes und betonte: „Wir fördern mit den Stipendien in sieben Kategorien spannende Ideen, Vorhaben und Konzepte von Salzburger Künstlerinnen und Künstler. Die Stipendien zu je 10.000 Euro sollen die Umsetzung von künstlerischen Projekten und ein intensives Arbeiten erleichtern.“

 

Anny Wass wurde 1983 in Hallein geboren. Die Künstlerin wechselt in ihren fotografischen Selbstinszenierungen zwischen den Rollen als Objekt und Fotografin und dokumentiert diesen performativen Prozess. ,,Das Jahresstipendium erleichtert mir, meine Arbeit mit Objektgestaltung, performativer Selbstinszenierung und Fotografie zu vertiefen und meine Eindrücke von vorgefundenen Materialien und Umgebung sowie meine Interpretation der aktuellen Stimmung und darin liegender Tendenzen weiter aufzuarbeiten‘‘, betont die Halleinerin. Anny Wass machte ihr Diplom in Design und Skulptur sowie in Fotografie. Seit ihrem Abschluss im Jahr 2009 hat sie eine multidisziplinäre Praxis aufgebaut. Diese reicht von Objekt und Malerei bis Design und Fotografie und zeichnet sich durch Material-Untersuchungen und Leidenschaft für Farbe und Detail aus. Arbeiten von Anny Wass wurden in Österreich, England, Italien, Russland, Polen, Mexiko und China ausgestellt und finden sich in internationalen Sammlungen wieder. Sie lebt und arbeitet in Wien. – (Landes-Korrespondenz, Foto: Anny Wass).

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Die Corona-Pandemie 2020 und 2021 änderte das Format der YnselGespräche grundlegend. Anstelle von Podiums-Publikums-Diskussionen wurden nun seit zwei Jahren Künstlerinnen und Künstler im Rahmen einer Ausschreibung eingeladen, sich mit der Schmiede zu befassen. Am Ende ihrer Arbeit steht das jährliche YnselBuch. Die weiteste Anreise nach Hallein hat der Japaner Katsuki Nogami auf sich genommen. Er beschäftigt sich mit der Diskrepanz zwischen Online- und Offline-Identität und der Verwirrung des Ich im digitalen Raum. Für sein Projekt „Friedhof der Bilder“ greift Nogami die hohe Suizidrate bei japanischen Jugendlichen auf. Er bedruckt Steine mithilfe von UV-Drucktechnik mit seinem Gesicht, welches er davor mit einem Flachbettscanner eingescannt hat. Die Steine und der UV-Druck sind – im Gegensatz zu Online-Identitäten – beständig. Für die Schmiede thematisiert Nogami das Problem des Identitäts-Diebstahls, indem er – verkleidet als Avatar mit Tablet-„Gesicht“ – während Rundgängen Gesichter aufnimmt und über sein Tablet wiedergibt. Er stiehlt quasi Identitäten, hinter denen er sich verbergen kann. Mit den fremden Identitäten spielt Nogami ähnlich wie mit den Nicknames der Social Media. 

 

Zu Beginn stellte die Wiener Performerin und Autorin Mimu Merz ihr Projekt „Tu Felix Saeculum Obscurum“ vor. In Form einer Text- und Akustik-Collage von Ausschnitten aus Werbung, Nachrichten und Social Media, soll der Zeitgeist eingefangen werden. Merz geht es dabei um eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitisch brisanten Themen – wie der Abbau sozialer Beziehungen durch Neoliberalismus, Deregulierung und Privatisierung, dass Mann/Frau für das Scheitern allein verantwortlich sind, weil ja vieles gemeinsam zu schaffen ist.

 

Antoni Rayzhekovs „W(e) A(re) R(ebellious)“ plant eine Ausstellung, bestehend aus Interviews und Kunstwerken von 12 renommierten und aufstrebenden bildenden Künstlerinnen und Künstlern aus seiner Heimat Bulgarien. Für sein Projekt zäumt Rayzhekov das Pferd von hinten auf: Der Katalog kommt vor der Ausstellung, damit mit seiner Hilfe fehlende Gelder aufgetrieben werden können. Dargestellt werden die Lebensläufe der Kunstschaffenden und spezielle Projekte. Die Performances, Videos, Bilder zeigen das bulgarische Lebensgefühl, subtile Kritik am Staat, Protestaktionen gegen das politische Establishment, feministische Inhalte, Auseinandersetzung mit diskriminierten Minderheiten wie Roma – politisch mehr als unangenehm. Präsent unter anderen: Boryna Rossa und Oleg Mavromatti, Ivan Mudov, Kalin Serapionov, Krasimir Terziev, Krasimira Butseva, Maria Nalbantova, Nedko Solakov, Pravdolub Ivanov etc. Die Sammlung befindet sich laut Rayzhekov noch im Stadium von ,,work in progress‘‘. 

 

Sebastian Pongruber – angesichts seiner Ausbildung eher untypisch für die Schmiede, da er 2-Hauben-Koch ist – spricht im Rahmen von Yns(el)ekten Cooking über seine Motivation, sich mit Insekten als Lebensmittel auseinanderzusetzen. Die Initialzündung dazu erhielt er, während er bei seiner Großmutter war. Auf deren Bauernhof lernte er, wie originäre Lebensmittel-Produktion abläuft und wie die eigenen Produkte in der Küche verarbeitet werden. Die Corona-Pandemie führte ihn im Bereich Nachhaltigkeit noch einen Schritt weiter: Zur Beschäftigung mit Insekten als Protein-Lieferanten. Auf seiner Speisekarte werden sich z.B. Käferbohnen-Burger finden – die spannende Frage wird sein: Ist ein Käfer drin oder nicht? Der Essende soll das herausfinden. Alle Inputs und entstehenden Rezepte sollen in einem kleinen Kochbuch zusammenfließen, welches zum diesjährigen YnselBuch beigesteuert wird.

 

Thu Trang Eva Ha beschäftigt sich mit dem Mycel, das sind die fadenförmigen Zellen der sichtbaren Pilze, die eigentlich die Fruchtkörper sind. Sie wird es mit künstlerischen Forschungs-Methoden untersuchen und seine Bioaktivität in Sound übersetzen. Das Mycel ist ein Bild für Vernetzung, Austausch, Symbiose. Es ist groß, durchzieht den Boden, verbindet Gewächse miteinander und unterstützt Ökosysteme. Mycel verfügt auch über Entgiftungs-Mechanismen: Im eigens dafür eingerichteten Toxic Lab sollen toxische Substanzen wie Pharmazeutika, chemische Substanzen und Kosmetika, an ein Mycel in einer Petrischale übergeben werden. Thu Trang vertont die dabei entstehenden Bioaktivitäten bzw. dokumentiert sie mit einer Thermokamera.

 

Florian Weigl stellt die Träger-Institution der Summer Sessions, V2, Lab for the Unstable Media, Rotterdam und dessen enorm breites Arbeitsspektrum vor. Seit 2015 arbeitet er als Kurator für diese Institution, die – 1981 in Den Bosch als Konzert-Veranstalter gegründet – heuer 40 Jahre zählt. V2 versteht sich als interdisziplinäres Zentrum für Kunst und Medien-Technologie. Es zeigt, produziert, archiviert und publiziert Forschungsarbeiten an der Schnittstelle von Kunst und Technologie und dokumentiert so deren soziale Auswirkungen. Es bietet – ähnlich der temporären Schmiede – eine dauerhafte Plattform für Künstler/innen, Designer/innen, Wissenschafter/innen, Software-Entwickler/innen u.v.m., die sich dort genreübergreifend austauschen. Die Projekte der vergangenen 40 Jahre sind im Archiv dokumentiert und zugänglich. Dauerhafte Kooperationen bestehen u.a. mit Ars Electronica und Transmediale. 2021 kam nun die erste mit der Schmiede zu Stande.

 

2020 und 2021 konnte subnet keine Residencies am Zentrum für Human-Computer Interaction anbieten. Die Schmiede bot den Ausweichort: Die Künstler/innen kommen für drei Wochen nach Hallein, um mit den Wissenschafter/innen des Zentrums zu arbeiten.

 

Nora Jacobs liebt Horizonte und den Aspekt, dass Horizonte Grenzen sind, die niemand überschreiten kann. Sie sammelt Zitate und Bild- bzw. Filmmaterial zum Thema. Die Motive liefert u.a. das Meer, während einer Reise auf einem Frachtschiff von Hamburg nach Finnland, aufgenommen. Um das Material zu zeigen, greift sie die Idee der Panoramagemälde des 19. Jahrhunderts auf. In einer Rotunde in Form eines begehbaren Hexagons – nach dem Vorbild der Panorama-Gemälde des 19. Jahrhunderts – kann ihre Reise über das Meer nachvollzogen werden. Jacobs zweiter Themen-Schwerpunkt kreist um das Überwinden von Begrenzungen. Dafür hat sie den Charakter Starlet – eine Drag Queen – geschaffen. Er/sie tritt in verschiedenen Umgebungen auf und begleitet beim Überwinden von Gender-Begrenzungen. 

 

Die Stimme erzählt im doppelten Sinn viel über den Menschen: Margarethe Maierhofer-Lischka, ausgebildete Musikerin, beschäftigt sich mit der natürlichen menschlichen Stimme und deren Wiedergabe mit technischen Hilfsmitteln von der Barock- bis in die Jetztzeit. Sie fragt sich, in welcher Form die Stimme eingesetzt wurde und wird – ist die Stimme doch das erste Werkzeug, das der Mensch zum Kommunizieren nützt. Jede menschliche Stimme ist einzigartig, jeder Mensch ist über sein Stimm-Muster identifizierbar. Von barocken Sprechmaschinen, Stimmrobotern aus dem 20. Jahrhundert über „Deus Cantando“ von Peter Ablinger aus dem Jahr 2010 führt sie zur Verbindung von Stimme und Artificial Intelligence. Sowohl menschliche als auch Vogel-Stimmen dienen ihr als Lerngrundlage. Mairhofer-Lischka arbeitet aktuell an einer Abmischung von Sprache, Vogelgesang und Geräuschen, die auf handelsüblichen, einfachen Lautsprechern wiedergegeben wird und so einen eigenen Charakter erhalten. 

 

Der Transfer Talk Nr. 2 Science and Art, eine Kooperation des Wissenstransfer-Zentrum West mit der Schmiede Hallein und subnet, widmete sich am 27.9. den Arbeitsprozessen und Arbeitssituationen in Kunst und Forschung. Die speziellen Fragen des Abends: Was passiert, wenn Künstler/innen und Forscher/innen miteinander an Projekten arbeiten? Profitieren beide Seiten von den Unterschieden in den Methoden und Arbeitsweisen oder erschweren die Unterschiede die Kooperation? 

 

Moderator Marius Schebella (Künstler und Forscher an der FH Salzburg) brachte die Diskussion mit einem Assoziationsspiel in Schwung: Nathalia Campreguer (Computer-Wissenschafterin am Center for Human-Computer Interaction der Universität Salzburg), Florian Weigl (Kurator, V2 Lab for the Unstable Media, Rotterdam) und Rüdiger Wassibauer (künstlerischer Leiter der Schmiede Hallein und subnet) sollten spontan zu Freiheit, dem Jahresthema der Schmiede21 WAR, Prototyping und einem Vorurteil gegenüber Künstler/innen Stellung nehmen. 

 

Im angeregten Austausch ging es um Arbeits-Umfelder und -Routinen, die in einem Wissenschaftsbetrieb anders aussehen als in einer Kulturinstitution. Nathalia Campreguer berichtete, dass das HCI mit Künstler/innen positive Erfahrungen gemacht hat: der Support mit erstklassiger Technologie wurde mit kreativem Input zum Thema bzw. mit Anregungen zu Änderungen in den Routinen gedankt. 

 

Florian Weigl wies darauf hin, dass Mediation ein wichtiger Faktor für eine gelungene Kooperation zwischen Wissenschafter/innen und Künstler/innen ist. Damit klappt die Verständigung, Missverständnisse bezüglich Erwartungen werden frühzeitig ausgeräumt. Dennoch sollte man sich immer vor Augen halten, dass jede Kooperation eigene Regeln hat, beeinflusst davon, dass es vor allem im Kunst-Bereich die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Herangehensweisen gibt.

 

Rüdiger Wassibauer brachte den Aspekt der Spezialisierung ein: Bis zur Renaissance gab es keine scharfe Trennung zwischen Kunst und Wissenschaft – man denke nur an das Universalgenie Leonardo da Vinci. Erst danach begann ein Spezialisierungs-Prozess durch Deklaration. Heute ist deshalb durchaus Perspektiven-Wechsel gefragt.

 

Das Publikum brachte sich in Folge engagiert in die Diskussion ein: Der Frauenanteil und Projekt-Kooperationen, die in Folge auch die Wirtschaft einbeziehen, kamen zur Sprache. Ein Beispiel für Best Practice stellt das AIR Programm des HCI dar: die 40 Wissenschafter des Instituts profitieren von der Interaktion mit Künstler/innen, die für 6 Wochen dort arbeiten, nachdem ihre Bewerbungen auf einem Call ausgewählt wurden. Auch Do’s and Don’ts wurden diskutiert – im Endeffekt gibt es eigentlich keine, weil – wie schon erwähnt – für jede Kooperation durchaus eigene Regeln entstehen. Die regen Diskussionen wurden jedenfalls nach dem Ende der Veranstaltung in der Alten Saline fortgeführt...

 

Weiterführende Links zu den Veranstaltungen: www.mimumerz.com --- raijekov.cc --- summersessions.net --- v2.nl --- norajacobs.info --- suonoreale.mur.at, Cba.fro.at - KOPFKINO --- katsukinogami.co --- wtz-west.at --- subnet.at --- plus.ac.at --- fh-salzburg.ac.at – – (Text und Foto: Gabriele Krisch).

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Bis 2. Oktober 2021 findet wieder die glorreiche Schmiede, organisiert vom immer wieder beeindruckenden Rüdiger Wassibauer (1. Foto oben) auf der Pernerinsel in der Alten Saline statt. Auch heuer werden wieder Künstler aus Deutschland, Holland, Japan und den USA im Rahmen der Schmiede tätig sein. Dazu unsere Beispielfotos 2 bis 5 oben. Rüdiger Wassibauer rechnet mit über 100 Teilnehmern. Am Tag der Schmiede-Eröffnung wurde die Halleiner Künstlerin Stefanie Meisl – sie ist seit Beginn der Schmiede mit dabei – von Kultur-Landesrat Heinrich Schellhorn mit einem Jahres-Stipendium ausgezeichnet. Der SALZSCHREIBER berichtet darüber in einem eigenen Beitrag, hier im Ressort ,,Kultur‘‘. Zehn Tage lang werden auf der Pernerinsel im Rahmen der Schmiede Elektroniker, Künstler, Designer, Kreative und Musiker tätig sein. Das Motto der diesjährigen Schmiede lautet WAR – damit sind nicht kriegerische Elemente gemeint, WAR ist vielmehr die Abkürzung für den schönen Satz: We are right! Öffentliche Gespräche zur Schmiede wurden am 24. und 26. September geboten. Die auch heuer wieder sehenswerte Werkschau – hier wird den Besuchern vor Augen geführt, was alles bei der Schmiede 2021 entstand – wird am 1. Oktober 2021 geboten. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Zur Eröffnung der ,,Schmiede21: WAR‘‘ überreichte Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, der Halleiner Medienkünstlerin Stephanie Meisl, auf der Pernerinsel die Urkunde zum Salzburger Landes-Stipendium für Medienkunst. Mit der Förderung in Höhe von € 10.000 wird sie nun ihr Konzept „OK, Computer – I want full manual control now“ umsetzen. „Es ist eine schöne Tradition, das Landes-Stipendium für Medienkunst immer zu Beginn der Schmiede zu übergeben. Die Schmiede bildet dafür seit vielen Jahren den großartigen Rahmen. Das Landes-Stipendium soll eine Stütze für junge Künstler und Künstlerinnen sein und ihnen den notwendigen Freiraum zur künstlerischen Entwicklung ermöglichen“, betonte LH-Stv. Schellhorn.

 

Die Jury - Manuela Naveau, Andrea Lehner-Hagwood und Beda Percht – hatte bereits im Juni das Konzept „OK, Computer – I want full manual control now“ aus zahlreichen Einreichungen für das Landes-Stipendium Medienkunst 2021 ausgewählt. Die Eröffnung der ,,Schmiede21: WAR‘‘ bildete wie immer den Rahmen für die Überreichung der Auszeichnung, die zum dritten Mal in Folge an eine weibliche Medienkünstlerin geht.

 

Juror Beda Percht stellte in seiner Laudatio klar, was die Jury an Meisls Konzept überzeugt hat: „Uns hat die Zugänglichkeit des Projekts begeistert. Es ist keine Kunst für den Elfenbeinturm. Denn Kunst soll heraustreten, soll sozial- und kulturpolitische Akzente setzen. Stephanie Meisls Konzept tut genau das.“ Im Anschluss leitete er zu einem ersten Hörbeispiel der Künstlerin über: ein adaptiertes Musikstück von Radiohead – „Musik aus dem letzten Jahrtausend“, so Percht – durchlief einen Artificial Intelligence-Generator. Im Anschluss lud die Schmiede zum Netzwerken bei Musik und Drinks. 

 

Schon lange spielt die Schmiede Hallein, als das einzige MedienKulturFestival der Region, eine wichtige Rolle für die Entwicklung junger Medienkünstler/innen. Stephanie Meisl, Schmiede-Teilnehmerin der ersten Stunde, arbeitet und lebt inzwischen zwar in Wien, kommt aber seit 2003 regelmäßig zum MedienKulturFestival in ihre Heimatstadt. Die Projekte, die sie während ihrer Aufenthalte auf der Pernerinsel erarbeitet hatte, waren regelmäßig Teil der Werkschau. Auch die Initialzündung zu ihrem Gewinnerkonzept geschah während der Schmiede: „Ich habe mich 2020 im Rahmen eines Artist-in-Residence- Programmes mit der Thematik künstliche Intelligenz und Kunst auseinandergesetzt. Basierend auf meinen Recherchen entstand die Idee zu ,,OK Computer – I want full manual control now‘‘. Die Alte Saline, vor allem der hydraulische Maschinen-Raum, haben mich zusätzlich motiviert, das Projekt auch bei der Schmiede umzusetzen.“

 

Das Stipendium macht es ihr möglich, an die Umsetzung dieses Konzepts zu gehen. „Viele Ideen verschwinden leider in den Schubladen und meistens scheitert es am Budget. Das Stipendium hält mir nun den Rücken für einige Zeit frei, mich wirklich auf das Projekt zu fokussieren.“ freut sie sich auf die kommende Zeit des kreativen Arbeitens. Es geht ihr um die spannende Frage, ob ein Computer den Menschen als Künstler/Künstlerin ersetzen kann. Meisl ist zwar überzeugt, dass die Antwort ein eindeutiges „Nein!“ ist, dennoch nützt sie ihre Vorerfahrungen mit Machine-Learning-Modellen. Inspiriert durch das Studio-Album „OK, Computer“ der Gruppe Radiohead aus dem Jahr 1977, wird sie nun weitere Songs in Form von Musikvideos neu interpretieren. Wir dürfen gespannt sein – denn die Präsentation von „OK Computer – I want full manual control now“ findet jedenfalls während der Schmiede22 statt. – Text und Foto: Gabriele Krisch

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Erst bei näherem Hinsehen erkennt man, wie sehr die einst fantastische Salzachbucht (1. Foto oben) in ihrer Substanz gefährdet ist. Dazu gleich unser 2. Foto oben, welches einen völlig harmlosen Eindruck macht. Doch bei näherer Betrachtung wird klar, wie sehr die Platten-Verfugungen schon geschädigt sind. Dazu die Fotos 3, 4 und 5: Sie zeigen die verschiedenen Stadien der Platten-Verfugungen, die eine wichtige Rolle beim Zusammenhalt der Platten untereinander spielen. Drei Stadien sind festgehalten: Erstens eine ziemlich unversehrte Verfugung, zweitens das Zerbröseln der Verfugung und drittens die komplett fehlende Verfugung. Das 6. Foto zeigt eine der Porphyrplatten bereits deutlich verschoben und auf dem 7. Foto ragt eine Sitzplatte bereits markant über die allgemeine Sitzkante hinaus. Auf dem 8. Foto ist die Verfugung unter einer Sitzplatte nicht mehr vorhanden. Dass es auch bereits beschädigte Sitzplatten gibt, das zeigen die Fotos 9, 10 und 11. Grundsätzlich ist zu den aufgezeigten Kritikpunkten festzuhalten, dass es sich jeweils nur um einzelne Beispiele aus der Vielfalt in der großdimensionierten Anlage handelt. Die Verschmutzung von Teilen der Salzachbucht erwähnen wir nur so nebenbei. Ach ja – auch die körperlich und geistig durch Nikotin geschädigten Raucher hinterlassen nicht nur in der ganzen Stadt sondern natürlich auch auf den Sitzreihen der Salzachbucht ihre unappetitlichen und widerwärtigen Zigarettenstummel und zeigen, dass sie weder Manieren noch Anstand besitzen. Die zahllosen Winkel voller Zigarettenreste in der Salzachbucht, dokumentieren dieses skandalöse Verhalten, so wie dies auf den Fotos 12, 13 und 14 festgehalten ist. Das letzte Foto (15) oben, von der großen Schlick- und Sandfläche der Salzachbucht, mit dem einzelnen Schuh, liefert natürlich Material zu den abenteuerlichsten Spekulationen. Die Harmloseste unter ihnen: ,,Da hat schon wieder, so wie jede Nacht, eine heiße Sexorgie stattgefunden…‘‘ – Der SALZSCHREIBER widmete dem unerfreulichen Thema Salzachbucht vier Beiträge hintereinander. Darin konnte nur ein Teil der Probleme rund um die einst hinreißende Anlage dargestellt werden. Die Summe aller Schäden in der großen Salzachbucht reicht jedoch noch immer nicht aus, um sie dem endgültigen Verfall, einer Sprengung oder Zuschüttung preiszugeben. Eine Sanierung der bestehenden Anlage und die Wieder-Herstellung der großartigen Wasserfläche, aufgeteilt auf mehrere Jahre, wären für die Stadt Hallein und ihre Bewohner ein unfassbar hoher und wertvoller Gewinn. In der nächsten Sitzung der Halleiner Gemeindevertretung müsste das Thema Salzachbucht jedenfalls unbedingt auf der Tagesordnung stehen! Denn schließlich war die Salzachbucht seit ihrem Bestehen noch nie in einem derart schlechten Zustand. Es sollte also irgendwann einmal ja doch mit  Sanierung begonnen werden… – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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EIn fantastischer, begnadeter Architekt aus Hallein, schuf einst das geradezu unglaubliche Wunder der Halleiner Salzachbucht. Dieses unfassbare Bauwerk mit seinen beeindruckenden Sitzreihen und den geschwungenen seitlichen Freitreppen, zog schon bald die Verantwortlichen der Salzburger Festspiele in seinen Bann. Auf der damals noch existierenden, begeisternden Wasserfläche (siehe 1. Foto oben), sollten Darbietungen der Salzburger Festspiele geboten werden und so finanzierten auch die Salzburger Festspiele die auf der schönen Wasserfläche schwimmende Veranstaltungs-Plattform. Weiter gedieh das stolze Vorhaben freilich nicht, denn der damalige Bürgermeister fasste den Entschluss, die schöne Wasserfläche mit Schottermaterial trocken zu legen. Der unglaubliche Gewaltakt hatte unter anderem zur Folge, dass auch die beiden seitlichen Freitreppen mit ihrem letzten Teilstück (siehe Fotos 1 und 2 oben) eingegraben wurden. Den unfassbaren Anblick, den die malträtierten Freitreppen heute bieten, gibt es auf dem ganzen Erdball kein zweites Mal. Ein verheerendes, rufschädigendes und peinliches Zeugnis für die Stadt Hallein.

Als sich die Wasserbucht noch in ihrem ursprünglichen Zustand befand, bildete die Wasserfläche mit der Salzach eine Einheit. Bei Hochwasser blieben keine Holzbalken oder Kleinholz irgendwo hängen, alles wurde einfach hinweggespült. Mit der unfassbaren Zuschüttung der Wasserfläche in der Salzachbucht änderte sich dies schlagartig. Geht das Hochwasser zurück, dann bleiben die Holzteile einfach auf der Schlammfläche liegen (3. Foto). Zusätzlich verfängt sich Holzgestrüpp am Sperrgitter, das aufgrund der unerfreulichen Trockenlegung der Salzachbucht erforderlich wurde (4. und 5. Foto).

Mittlerweile haben begeisterte Botaniker ihre helle Freude an den Steinsitzreihen der Salzachbucht. Dort demonstriert die Pflanzenwelt – sogar mit verschiedenen Blüten – ihre erstaunliche Lebenskraft in den Fugen und Spalten der blanken Steinflächen. (Siehe Fotos 7 bis 14 oben). Ein optisch reizvoller, aber alarmierender Hinweis darauf, dass sich im Gefüge der mächtigen Steinsitzreihen immer mehr Risse und Spalten auftun, in denen sich Pflanzen ansiedeln können. Spalten und Risse aber sind der Beginn der völligen Zerstörung. Beseitigt die Erosion die Verfugungen der Platten in erheblichem Maße, dann könnte manch ein Gartenbesitzer auf die Idee kommen sich hier kostenlos mit schönem Plattenmaterial zu versorgen. Das wäre wohl endgültig der Anfang vom Ende der einst strahlenden Salzachbucht. Zu diesem heißen Thema folgt noch ein weiterer Beitrag hier im SALZSCHREIBER. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die Halleiner Salzachbucht (1. Foto oben) wurde einst unverständlicher Weise trockengelegt, die älteren Halleinerinnen und Halleiner erinnern sich noch an diesen, auch heute noch unfassbaren Schandakt. Dadurch änderte sich das Erscheinungsbild der trockengelegten Salzachbucht ganz entscheidend. Nur bei Hochwasser (2. Foto oben) bleibt das Erscheinungsbild der Salzachbucht einheitlich, egal, ob sie als bezaubernde Wasserbucht oder als trockengelegte Fläche in Erscheinung tritt. Jedes Hochwasser bringt eine weitere Schicht an Erdschlamm-Massen mit sich, es bleibt nur eine deprimierend graue Fläche zurück (3. Foto oben), an der freilich die Jugend ihre Freude hat. Denn nirgendwo sonst lässt es sich so herrlich im Schlamm herumwaten oder kann man mit dem Fahrrad so tiefe Spuren ziehen. (Dazu die Fotos 4 bis 7 oben). Doch falls einige Jahre hindurch kein Hochwasser die zugeschüttete Salzachbucht heimsucht, dann ändert sich deren Erscheinungsbild rasch und radikal. Die fruchtbare Schlammdecke führt zu intensivem Grünwuchs, wie unser Foto von der ergrünten, trockengelegten Salzachbucht und einige Detailaufnahmen (Fotos 8 bis 14) dies eindrucksvoll zeigen. Wenn man die einstige fantastische Wasserfläche der Salzachbucht vor Augen hat, dann brennt sich der ganze gegenwärtige absurde Horror rund um die in verhängnisvoller Weise aufgeschüttete Salzachbucht schmerzlich ins Bewusstsein. Außerdem: Am Ort des Grauens wird sich so rasch nichts ändern – ein unglaublicher Tatbestand. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Landesrat Dr. Othmar Raus einst bei der Eröffnungs-Ansprache für die, nach griechischem Vorbild errichtete, prachtvolle Salzachbucht in Hallein: ,,Ich hätte nie erwartet, dass eine derart großartige und beeindruckende Anlage in Hallein, sondern höchstens in der Landeshauptstadt Salzburg entstehen könnte!‘‘ Und Gérard Mortier, damals Leiter der Salzburger Festspiele, der in Begleitung von Bürgermeister Franz Kurz und dem Herausgeber der ,,Halleiner Zeitung‘‘ Odo Stierschneider, die neue hinreißende Salzachbucht besichtigte, besichtigte, schwärmte voll Begeisterung: ,,Ich höre hier schon die Wiener Philharmoniker spielen!‘‘ Folgerichtig finanzierten die Salzburger Festspiele auch die schwimmende Plattform auf der Wasserfläche der beeindruckenden Salzachbucht (auf dem 1. Foto oben die einstige fantastische Wasserbucht), – sie sollte künftig in jedem Festspielsommer Aufführungen der Salzburger Festspiele bieten. Doch dann gestaltete sich die weitere Entwicklung der fantastischen Salzachbucht auf höchst unerfreuliche, absolut unverständliche Weise in Richtung Albtraum.

Das Wasser der Salzach, welches ungehindert in die Wasserfläche der Salzachbucht strömte, lagerte hier immer wieder Sand ab. So musste die Halleiner Feuerwehr immer wieder die Ablagerungen unter Einsatz von Wasserschlauch-Spritzen in die Salzach hinausspülen. Dies ging den wackeren Floriaijüngern schließlich derart auf die Nerven, dass sie sich beim damaligen Bürgermeister beschwerten. Dieser zeigte großes Verständnis für solche Nöte und entschloss sich zu einer unfassbaren Maßnahme: Die Wasserbucht wurde mit Hilfe einer brutal angelegten Zufahrt (2. Foto) mit Schottermaterial trockengelegt. So verschwanden die bezaubernde Wasserfläche, der mit Steinplatten belegte herrliche Gehweg entlang des Wassers rund um die Bucht sowie die drei ersten der fantastischen Sitzstufen-Reihen und damit auch die hier geplanten Festspiel-Aufführungen für immer unter der Erde. Die ausgeklügelten, optisch bestechenden Proportionen der Anlage waren damit völlig ruiniert. Alle Hoffnungen zu Beginn, dieser Horror würde schon bald unter einem der nächsten Bürgermeister wieder rückgängig gemacht, erfüllten sich bisher bedauerlicher Weise nicht.

In den darauffolgenden Jahren wurde die geschändete Salzachbucht für verschiedenste Veranstaltungen genützt (3. Foto oben), doch dies verebbte allmählich, da die Salzach bei Hochwasser immer erhebliches Schlamm-Material und Treibholz in der Salzachbucht ablagerte. Doch im Verlauf des letzten Hochwassers im heurigen Jahr, da war alles anders. Die Wassermassen stiegen bis zur vierten Reihe der Sitzstufen empor, die hochgehende Salzach verlor ungewöhnlich rasch an Höhe, so dass sich Treibholz kaum ablagern konnte, sondern in die Salzach abtrieb. Durch die brutale Gewalt der abrinnenden Wassermassen wurde erstmals ein langer Graben in der Mitte der Fläche der Salzachbucht aufgerissen (4. Foto oben). Erfindungsreiche Jugendliche legten inzwischen Bretter auf, um den Graben zu überbrücken. Fünf Fotos (5 bis 9) zeigen den ausgeschwemmten Graben im Detail. Der mittlerweile schreckliche Zustand der einst begeisternden Wasserbucht lässt sich auch am einstigen Gerinne, in dem klares Wasser in der Mitte der Sitzreihen über kleine saubere (!) Stufen hinabfloss, dokumentieren. Dazu die vier letzten Fotos oben als widerwärtige, grauenvolle, und ekelerregende Bilddokumente. Es folgen weitere Bildberichte über den skandalösen Zustand der einst begeisternden Salzachbucht. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die YnselZeit geht vom 1. September bis 2. Oktober 2021 auf der Halleiner Pernerinsel in eine neue Runde. Nach dem erfolgreichen OpenCall für alle Kulturtätigen mit Verbindungen in den Tennengau, konnte die Jury, bestehend aus Marius Schebella (Medienkünstler und Forscher an der Fachhochschule Puch Urstein), Eszther Fürjesi (Kulturabteilung Stadt Hallein) und Kerstin Kimmer (Projektleiterin Schmiede Hallein), ein spannendes Programm für jeden Geschmack zusammenstellen. Dessen Ziel ist es Impulse zu setzen und die ansässigen Vereine sowie Künstlerinnen und Künstler einzubinden und zu vernetzen. “Wir begeben uns auf die Suche nach den Qualitäten – den Offensichtlichen und den Verborgenen – und werden diese sichtbar machen.” so Kerstin Klimmer. Die Mitwirkenden: Theater bodi end sole, Toihaus Theater, kozek hörlonski, Manfred Wambacher, ,,Simsalabim‘‘, Duo Guttmann Lunenburg, Plan B, Prof. Josef Zenzmaier und andere.

 

Exakt vor einem Jahr befanden wir uns im ersten Lockdown. Kunst- und Kultur waren zum absoluten Stillstand verbannt, Prozesse und Formate mussten völlig neu gedacht werden. Diese Zeit haben Kerstin Klimmer & Rüdiger Wassibauer von der Schmiede Hallein genutzt, um intensiv über die eigene Positionierung in der Kulturszene nachzudenken. Eine der zentralen Fragen war: “Was können wir tun um die Künstlerinnen und Künstlern in unserem Netzwerk zu unterstützen?” so Kerstin Kimmer, Projektleiterin der Schmiede Hallein. Das Ergebnis dieser Überlegungen: Ein, über vier Wochen angelegtes, vielschichtiges Kulturfestival. Die Räumlichkeiten der Saline auf der Pernerinsel bieten großzügig Platz, um die Erfordernisse angesichts Covid-19 zufriedenstellend erfüllen zu können..

 

Das spektakuläre Salinengebäude auf der Perner Insel wird auch heuer im September wieder Austragungsort für Ausstellungen, Workshops, Konzerte, Theaterstücke, Kinderprogramm, Performances, Vorträge, Diskussionen und vieles mehr. Es gilt jene Künstlerinnen und Künstler zusammenzuführen, deren Programm bereits erstellt und subventioniert ist, auf Grund der Corona-Schutz-Maßnahmen jedoch wahrscheinlich nicht am geplanten Austragungsort stattfinden kann. Enden wird die YnselZeit mit dem Schmiede-Produzenten-Festival vom 22. September bis 2. Oktober 2021, welches sich heuer dem Thema WAR widmen wird – dabei handelt es sich um das Akronym für ,,we are right‘‘. – (Presse-Aussendung mit Foto durch den Veranstalter).

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In der ausdrucksstarken Regie von Burgtheater-Direktor Martin Kusei (endlich tritt er wieder auf der Perner-Insel in Erscheinung), wird nun in Hallein im Rahmen der Salzburger Festspiele, als 2. und letzte Aufführung dieser Saison, Friedrich Schillers ,,Maria Stuart‘‘ auf der Perner-Insel dargeboten. Die hinreißenden und fantastischen, also unbedingt sehenswerten Aufführungen laufen, seit der Premiere am 14. August, noch bis zum Donnerstag, 26. August. Die Präsentation von Schillers ,,Maria Stuart‘‘ in Hallein, stellt in der 101-jährigen Geschichte der Salzburger Festspiele eine Novität dar. Denn noch nie zuvor, wurde das Stück bei den Salzburger Festspielen dargeboten.

Zurück ins Jahr 1561, als die 18jährige Maria Stuart, Königin von Frankreich, nach nur einem Jahr zur Witwe geworden, nun nach Schottland zurückkehrt. Denn hier besitzt sie den Anspruch auf den englischen Thron. Auf dem sitzt aber schon Elisabeth I. als Königin. Damit ist die Voraussetzung geschaffen für die dramatische Beziehung zwischen den beiden Ladies – eine der spannendsten Konfrontationen, welche die europäische Geschichte der Kämpfe um einen Thron zu bieten hat. Friedrich Schiller ließ sich davon zu seinem Spätwerk, dem Trauerspiel ,,Maria Stuart‘‘, einem Stück in 5 Akten inspirieren. Der großartige Direktor des Wiener Burgtheaters, Martin Kusei, führt Regie und sorgt dafür, dass mit der Aufführung von Schillers eindrucksvoller ,,Maria Stuart‘‘, auch eine spezielle Premiere verbunden ist. Denn ,,Maria Stuart‘‘ wird nun in Hallein zum ersten Mal in der 101-jährigen Geschichte der Salzburger Festspiele aufgeführt. – Auf dem 1. Foto oben der Direktor des Wiener Burgtheaters Martin Kusei. Die weiteren 16 Fotos (ein neuer
Rekord im SALZSCHREIBER), zeigen Szenen-Ausschnitte aus der Festspiel-Aufführung ,,Maria Stuart‘‘ auf der Perner-Insel.

 

Die Darsteller und Darstellerinnen in ,,Maria Stuart‘‘ auf der Halleiner Perner-Insel:
ELISABETH – Bibiane Beglau
MARIA STUART – Birgit Minichmayr
ITALY TIRAN – Robert Dudley, Graf von Leicester
OLIVER NÄGELE – Georg Talbot, Graf von Shrewsbury
NORMAN HACKER – Wilhelm Cecil, Baron von Burleigh
FRANZ PÄTZOLD – Mortimer
TIM WERTHS – Wilhelm Davison, Staatssekretär
(Odo Stierschneider, Fotos: SF/Allessandra Schnellnegger)

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Eine großartige und fantastische Persönlichkeit, ausgerichtet auf Kultur und völlig ungewöhnliche, anspruchsvolle Initiativen: Prof. Helmuth Hickmann (siehe 3. Foto oben). Im April 2021 wurde von Helmuth Hickmann im Halleiner Stadtzentrum, auf dem Dachfirst des stattlichen Gebäudes Bayrhamerplatz 8, das Objekt ,,ausstieg‘‘, eine Holzleiter mit 12 Sprossen, montiert – als Hoffnungszeichen für eine erträgliche Coexistenz mit dem sars-cov-2-virus und für den weltweiten Ausstieg aus der Atomenergie. In der Freilicht-Galerie auf dem First des Gebäudes, gegründet im Oktober 2003, sollen die präsentierten Kunstwerke – ausschließlich Arbeiten von Helmuth Hickmann – zur Belebung der Dachlandschaft der Halleiner Altstadt beitragen (siehe Fotos 2 und 3 oben), Darunter führt Helmut Hickmann im Erdgeschoß des Gebäudes, die kleinste Galerie des Universums ,,1Blick. Kunst im Vorhaus‘‘. Hier kann in zentraler Altstadtlage ungestört 1-Objekt-Gegenwartskunst erlebt werden. Bereits 1992 startete Helmuth Hickmann das nicht wirtschaftlich orientierte Ausstellungs-Projekt „1Blick. Kunst im Vorhaus“. Seither wird im Monatswechsel 12 mal im Jahr „Große Kunst auf kleinstem Raum“ gezeigt. Schwerpunkt des Projektes ist die Präsentation von kritischer Kunst, wenn möglich, begleitet von starken Texten.

 

Im ,,1Blick‘‘ soll „unbeachtete“ auf „bekannte“ und „junge“ auf „etablierte“ Kunst treffen. Helmuth Hickmann strebt dabei einen ausgewogenen Mix aus Malerei, Grafik und Plastik an. „Die kleinste Galerie des Universums“ begnügt sich mit einem Raum, der nur 0,37 m² Grundfläche aufweist, deshalb liegt die volle Aufmerksamkeit des Betrachters konzentriert auf einer Arbeit. ,,1Blick. Kunst im Vorhaus‘‘, liebevoll auch als ,,Kultgalerie‘‘ bezeichnet, ist ein nicht kommerzielles Kunstprojekt. Im Februar 1992 startete der Ausstellungsbetrieb als Privatinitiative von Prof. Mag. Helmuth Hickmann. Eine spannende Mischung aus regionaler und internationaler Kunst steht auf dem Programm, wobei Nachwuchskünstler ebenso wie bereits anerkannte Künstler-Persönlichkeiten ,,kritische Kunst‘‘ mit starken Texten ausstellen.



Oben in der Dach-Expositur von ,,1Blick. Kunst im Vorhaus‘‘, in der Freilichtgalerie hinter dem am Halleiner Bayrhamerplatz einzigartigen Dachgiebel des Gebäudes Nr. 8, wurden seit 2003 bisher sieben Objekte präsentiert: ,,first Brett‘‘, ,,Traumbaum‘‘, ,,glücksebenen‘‘, ,,first Brett 2‘‘, ,,Hochsitz für freie Gedanken‘‘, ,,Weltform‘‘ und gegenwärtig ,,ausstieg‘‘.

 

Schließlich noch der bisherige, ungewöhnlich dicht geballte, durchaus unfassbare Lebenslauf von Prof. Helmuth Hickmann, aus Platzgründen nur in Schlagwörtern festgehalten: Matura am Bundesgymnasium Hallein – Buchhändlerlehre in Salzburg – Studium der Sportpädagogik an der Universität Salzburg sowie der Kunst- und Werkpädagogik an der Hochschule Mozarteum in Salzburg mit Bildhauerausbildung bei Prof. Ruedi Arnold – Kunsterzieher, Werkerzieher und Sportlehrer am Bundesrealgymnasium Salzburg von 1977 bis 1982 – Ernennung zum Professor 1983 – Bildhauerlehrer und Werkstättenleiter, Sportlehrer, Ecodesignlehrer und Beauftragter für den Umweltschutz an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Hallein von 1980 bis 2014 – Fußballmeistertitel 1968/1969 mit Union Hallein – Landesmeistertitel 1975/1976 mit dem 1. Halleiner SK – Österreichischer akademischer Hallen-Fußballmeister mit Paris-Lodron-Universität Salzburg 1977 – Organisation von Vorträgen und Seminaren zu alternativem Geldrecht und Bodenrecht in Hallein, Salzburg und Holzöster. 1987 bis 1991 – Kunstattraktion ,,1Blick. Kunst im Vorhaus‘‘, Hallein-Bayrhamerplatz 8, ,,1Blick‘‘-Start im Februar 1992 – ,,Leben und Sterben im Regenwald", Projekt Penan, 1992, mit Bruno Manser – Verleihung des Natur- und Umweltschutzpreises des Landes Salzburg für das ,,Projekt Penan‘‘ 1994 – 1994 bis 1997 Realisierung des Aufbaulehrgangs an der HTL Hallein – 1999 Erstellung der Internetseite ,,1Blick. Kunst im Vorhaus‘‘. – Seit 2003 ,,first gallery‘‘, Kunst im öffentlichen Raum, Skulpturen von Helmuth Hickmann auf dem First des Hauses Bayrhamerplatz 8 in Hallein. – Seit 2008 Videos auf dem YouTube Kanal ,,h. a. hagebos‘‘. – ,,Iustismus-Deklaration‘‘, Wirtschaftssystem anstelle von Kapitalismus und Kommunismus 2008. – Unterstützer des Modells der "Gemeinwohl-Ökonomie" von Christian Felber 2011. – Herausgabe Kunstkatalog ,,25 Jahre 1Blick‘‘, August 2017. – (Odo Stierschneider, Salzburgwicki. Fotos: Helmuth Hickmann).

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Karin Henkel hat aus Shakespeares Richard III. und Texten aus Eddy the King aus Schlachten! von Tom Lanoye und Luk Perceval, ein neues Stück in zwei Teilen geschaffen: ,,Richard the Kid & the King‘‘. Lina Beckmann, die 2017 als Rose Bernd von Gerhart Hauptmann in Salzburg in Henkels Regie die Hauptrolle übernommen hat, ist nun als Richard III. besetzt. Richard III. ist eine der vielschichtigsten Figuren der Theaterliteratur. Er ist oft hellsichtig, witzig, und verführerisch, einer, der es versteht, die Menschen zu manipulieren und sich selbst zu inszenieren. Karin Henkel hat diese Rolle mit einer Frau besetzt, weil sie von Lina Beckmanns unglaublicher Bandbreite überzeugt ist: „Witz, eine große Tragik, gleichzeitig Klugheit, Schnelligkeit und Verwandlungs-Fähigkeit – all das braucht ein/e Richard-Darsteller/in. Richard verbündet sich mit dem Zuschauer. Er kündigt immer vorher an, was er machen wird, welche Strategie er anlegt, um die Mitmenschen zu verführen. Auch ich als Zuschauer werde von ihm verführt, selbst seine grausamsten Gedanken und Gelüste mitzugehen.“

Sie führt weiter aus: „Ich sehe Richard weder als Mann, noch als Frau, die Rolle ist geschlechtslos beschrieben. Er ist eine Kröte – das sagt er von sich selbst. Er hat alle Klischee-Attribute der Männlichkeit abgegeben. Auch körperlich beschreibt sich Richard als deformierten Menschen, der so etwas wie Liebe oder Sexualität nie kennengelernt hat. Er kennt keine Zuneigung und kann selbst auch keine Liebe geben. Er behauptet von sich, er sei das mitleidloseste und liebloseste Wesen, was es überhaupt gibt. Er nennt sich Wesen, er nennt sich nie Mann.“ Die Regisseurin formuliert weitere zentrale Fragestellungen des Stückes: „Wie instabil ist eine Gesellschaft, die einem Tyrannen die Herrschaft überlässt? Wie kann es passieren, dass ein Mensch an die Macht kommt, von dem alle wissen, dass er eine despotische Herrschaft führen wird“, und „welche Rolle spielen die Mittäter und warum werden sie überhaupt zu Mittätern?“

 

Mit dieser Uraufführung steht erstmals die charismatische Figur des Richard III. im Zentrum einer Produktion der Salzburger Festspiele. Karin Henkel macht die Shakespeare’schen Königsdramen Heinrich VI. und Richard III. zum Ausgangspunkt ihrer Inszenierung. In Richard the Kid, dem ersten Teil des Abends, richtet sie den Fokus auf die Kindheit und die Familiengeschichte Richards, die verrohte Zeit vor seiner Machtergreifung. Seit Jahren liefern sich die Häuser York und Lancaster erbitterte und blutige Schlachten um die englische Herrschaft, die sogenannten „Rosenkriege“. In Richard the King, dem zweiten Teil des Abends, befasst sich Karin Henkel mit dem politischen Umfeld des berühmt-berüchtigten Machthabers. Zahlreiche Fragen werden dabei aufgeworfen: Warum spielen alle mit, obwohl sie um die Lügen und das falsche Spiel Richards wissen? Wie gelingt Richard der zynische Spagat, die Menschen einerseits aufs Tiefste zu verabscheuen, sie andererseits aber doch für seine Zwecke zu gewinnen?

 

RICHARD THE KID & THE KING nach William Shakespeare / Fassung von Karin Henkel, Sybille Meier und Andrea Schwieter / Mit Texten aus Eddy the King aus Schlachten! von Tom Lanoye und Luk Perceval / Deutsch von Rainer Kersten. – Karin Henkel Regie / Katrin Brack Bühne / Klaus Bruns Kostüme / Arvild J. Baud Musik / Rainer Casper Licht / Sybille Meier, Andrea Schwieter Dramaturgie / In deutscher Sprache mit englischen Übertiteln / Eine Pause / Koproduktion mit dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg.

 

Es spielen Familie York, Lina Beckmann Richard, Herzog von Gloucester, später Richard Ⅲ., Kate Strong Edward Ⅳ. / Herzogin von York, Bettina Stucky George, Herzog von Clarence / Königin Elisabeth, Familie Lancaster, Kristof Van Boven König Heinrich VI. / Königin Margaretha / Prinz Edward / Lady Anne, Kronrat Paul Herwig Lord Buckingham, Maik Solbach Lord Hastings, Michael Weber Lord Stanley, Leibwächter, Alexander Maria Schmidt Ratcliffe, Sachiko Hara Catesby, weiters Johann Grossbointner, Franz Heiling, Manfred Passrugger, Christian Petter, Viktorija Zubairova, Bethany Yeaman. Acht Aufführungen werden von ,,Richard the Kid and the King‘‘ geboten. Premiere ist am Sonntag, 25. Juli, weitere Aufführungen am Dienstag 27. Juli, Mittwoch 28. Juli, Freitag 30. Juli, Samstag 31. Juli, Montag, 2. August, Mittwoch 4. August und Donnerstag 5. August 2021. – (Odo Stierschneider. Salzburger Festspiele. Fotos: SF/Monika Ritterhaus).

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Jaaaaaah! Hallein ist mehr! Hallein ist mehr als mehr! Hallein ist ein Meer von mehr! Eeeeeendlich gibt es wieder eine bunt gestaltete Kunst-Ausstellung in der ehrwürdigen, stimmungsvollen und geschichtsträchtigen, vom Salz bis zu den Festspielen geprägten Alten Saline auf der Pernerinsel. Die Ausstellung beeindruckt durch die Vielfalt der gezeigten Werke und ist ein erfreuliches Signal dafür, dass die ebenfalls durch Corona belastete Kunstszene, wieder auf erfreuliche Weise ihre unterschiedlichen Zeichen und Signale setzt. Das unfassbare Werk von Gertrude Engljähringer, ein 77 Meter langer Muschelvorhang, dieses unglaubliche Lebenswerk, wurde überhaupt zum ersten Mal in seiner ganzen Länge gezeigt – die großräumige Saline machte es erst möglich. Der SALZSCHREIBER widmete dieser einzigartigen Attraktion bereits einen eigenen Foto-Report. Interessierte können hier im Ressort Kultur nur 2 Beiträge weit zurückscrollen, dann sind sie am Ziel. Wir jedoch kehren zurück zu der begeisternden Ausstellung mit ihren insgesamt 14 Künstlerinnen und Künstlern.

Wie diese erfreuliche Ausstellung zustande kam, schildert Halleins Vize-Bürgermeisterin und Kultur-Stadträtin Rosa Bock: ,,Die Kooperation mit der HTL Hallein, Prof. MMag. Johann Gutschi, Abteilung Kunst & Design, mit dem Tennengauer Kunstkreis, Frau MMag. Kerstin Klimmer-Kettner, mit den ausstellenden 13 Künstlerinnen und Künstlern sowie mit der Stadt Hallein, hat es uns ermöglicht, diese erfreuliche Kunstausstellung durchzuführen. Ich danke allen, die für das gute Gelingen beigetragen haben. Und wünsche anregende Eindrücke beim Besuch des Halleiner Mee(h)rs!‘‘ Kuratorin Kerstin Klimmer-Kettner merkt dazu folgendes an: ,,Der Titel der Ausstellung, ,,Hallein ist me(h)r‘‘, suggeriert Urlaub und Meer. Neben dem sensationellen, 77 Meter langen Muschelvorhang von Gerti Engljähringer, greifen 13 weitere Künstlerinnen und Künstler den Gedanken zum Meer und zu mehr auf und bieten eine vielschichtige Auseinandersetzung mit diesem Thema.‘‘

Nachstehend in alphabetischer Reihenfolge die 13 Künstlerinnen und Künstler, welche die Alte Saline mit ihren Werken bis zum 17. Juli 2021 zur reizvollen Attraktion machten: Peter Brauneis (Brandungsfoto mit Slogan ,,Durchhalten – es wird besser‘‘), Christian Ecker (Die Wicklungen treiben aus), Nadia El-Ayachi (Damenslip aus Haupthaar gehäckelt), Gertrude Engljähringer (Weltgrößter Muschelvorhang), Gertrud Fischbacher & Marius Schebella (Textil und Sound), Lukas Gwechenberger & Anna Maria Stadler (Gipsplastiken als Erinnerungs-Stücke), Andrea Lüth (Schiffswellen), Wolfgang Richter (Gebirgs-Drift),  Regina Rieder & Peter Rieder (Surreale Fossilien aus dem Bezirk Hallein), Beate Ronacher (Schwemmholz-Installation) und schließlich Johann Schwarz (Lederfaltung ,,Rotes Meer‘‘). Als besonders reizvoll wurde von den Ausstellungs-Besuchern der Umstand empfunden, dass man auch immer wieder den Künstlerinnen und Künstlern bei ihrer Arbeit zusehen konnte. (Dazu die ersten 4 Fotos oben). – (Odo Stierschneider. Fotos OST).

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Vor Jahren, als noch Ernst Kronreif auch aktiv am Geschehen rund um die Salzburger Festspiele auf der Halleiner Pernerinsel beteiligt war, hatte man sich zur Anschaffung großer Festspielflaggen entschlossen. Markante Festspiel-Schauspielerinnen und Festspiel-Schauspieler waren da abgebildet, die auf der Halleiner Pernerinsel aufgetreten waren und schufen zur Festspielzeit in Hallein ein festliches Gepräge. Zum Start dieser erfreulichen Aktion war sogar die fantastische Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler in Hallein erschienen. Dazu das 1. Foto oben mit (von links) Bürgermeister Dr. Stöckl, Festspielpräsidentin Dr. Helga Rabl-Stadler, Ernst Kronreif und Dr. Eveline Sampl-Schiestl. Es wäre sehr erfreulich, wenn diese großartige und wichtige Initiative wiederbelebt werden könnte. Gerade heuer wäre dies besonders wichtig, wenn sich die Stadt Hallein, im letzten aktiven Jahr von Dr. Helga Rabl-Stadler als Festspielpräsidentin, als besonderen Dank an sie, in besonders festlichem Festspiel-Fahnenschmuck zeigen würde. – (Odo Stierschneider, Fotos: OST).

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Für die aktuelle Sommerausstellung 2021 im Halleiner kunstraum pro arte auf dem Schöndorferplatz, entwickelte Kathi Hofer eine konzeptuelle Werkgruppe, die in der Geschichte der hiesigen „Tschikweiber“ ihren gedanklichen Ausgang nimmt. Fragen zu Arbeit, zu Identität und zu den realen wie virtuellen Lebens- und Arbeitsräumen unserer Zeit, führen in einen gleichsam hypothetischen Gedankenraum, den die Künstlerin in alltäglichen Gesten und Wahrnehmungen verortet. – ,,Arbeiterinnen verlassen die Fabrik, um nach Hause zu gehen – vielleicht zu ihren Familien; wahrscheinlich, um andere Arbeiten zu verrichten, denn zu tun gab es genug. Vielleicht auch weil sie streikten oder entlassen wurden. Einige werden sich in ihrer freien Zeit fortbilden, politisch oder künstlerisch betätigen. Durch das Verlassen des Fabrikgebäudes löst sich ihre Kollektiv-Identität auf und jede der Frauen tritt für sich in einen neuen Raum ein. Sie bilden neue Gruppen, freundschaftlich verbunden, und gehen, schlendern oder hetzen an den Häusern der Halleiner Altstadt vorbei. So stelle ich mir vor, dass es sich zugetragen hat. Und ich verlasse die Wohnung, um eine Runde um den Häuserblock zu gehen.‘‘ –  in ihrem Nachdenken über Arbeitsformen und ihre jeweils historisch bedingten Aktions- und Bewegungsradien macht Kathi Hofer vielfältige Assoziationsräume auf, in denen sie ihre Fotografien, Objekte und ortsspezifischen Setzungen platziert.

 

Kathi Hofer überblendet die Idee der von der Arbeit nach Hause gehenden „Tschikweiber“, wie sie in Hallein im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert anzutreffen waren, mit den Bildern anonymer Arbeiter*innen an der Schwelle zwischen Fabrik- und Privatraum, in einer Film-Miniatur von 1895 der Brüder Lumière sowie mit einer Zeichnung des solitären Heimarbeiters und Philosophen Ernst Mach (1896), die dessen subjektiven Blick auf die eigene Hand, die einen Bleistift hält, wiedergibt. In Anlehnung daran, entwickelte Kathi Hofer während der letzten fünfzehn Monate, eine Fotoserie an ihrem Schreibtisch sitzend, in der sie tagebuchartig ihre eigene Hand fotografierte. Die seltsame Ich-Perspektive lädt Betracher*innen dazu ein, die Fotos wie Porträts einer anonymen Arbeiterin zu lesen.

 

Die 1981 in Hallein geborene und in St. Johann aufgewachsene Künstlerin Kathi Hofer, interessiert sich für das Verhältnis zwischen künstlerischer Arbeit und Biografie. Ihre Arbeitsweise ist medienübergreifend. In ihre konzeptuellen Installationen integriert sie naheliegende Materialien, oft gefundene Objekte, Bilder oder Praktiken, die sie mit neuen Bedeutungen auflädt, um die Werte-Vorstellungen, die sie widerspiegeln zu transformieren. In ihrer künstlerischen Praxis setzt sich Kathi Hofer immer wieder mit ihrer eigenen Arbeitssituation auseinander und vergleicht sie mit den Bedingungen anderer Arbeits- und Lebensformen.

 

Zusätzlich zu ihrer objektbasierten Arbeit, wandte sich Kathi Hofer in den letzten Jahren auch immateriellen Praktiken zu, etwa experimentellen Formen des essayistischen Erzählens, bei denen sie ihre Stimme und Texte aufzeichnet und über gefundene Objekte, Geschichten und Theorien noch einmal neu erzählt oder diese arrangiert. Zudem initiierte sie, nur kurze Zeit bestehende Aktionen. In fotografischen und filmischen Bildern festgehalten, werden diese später wieder zu Elementen in ihren Installationen. In den letzten Jahren waren Bleistift, Spiegel und Papier konsequent eingesetzte Medien und Leitmotive ihrer Arbeit.

 

In der Ausstellung im kunstraum pro arte zeigt Kathi Hofer neben fotografischen Arbeiten und Objekten, die 2020 und 2021 in Berlin, pandemiebedingt in einem Zustand der Immobilität entstanden sind, ortspezifische Eingriffe sowie eine Zusammenarbeit mit dem Salzburger Malermeister Ernst Muthwill, der vor vielen Jahren das Kinderzimmer der Künstlerin farblich gestaltete.

 

Die Eröffnung der Ausstellung von Kathi Hofer im Kunstraum pro arte findet am Donnerstag, 8. Juli, um 19.30 Uhr statt. Zur Ausstellung spricht Martina Berger-Klingler. Dauer der Ausstellung von 9. Juli bis 21. August 2021. Der Eintritt ist frei.
In einer Begleitveranstaltung – Impulsvortrag und Diskussion – am 16. Juli von 19:30 bis 21 Uhr in der Stadtbücherei Hallein, stehen die Geschichte der „Tschikweiber“, ihre Vorbildfunktion für Frauen von heute sowie das Potenzial künstlerischer Aktualisierung von Geschichte(n) zur Diskussion: ,,Starke Frauen damals und heute - die Halleiner Tschikweiber und ihre Errungenschaften‘‘. Mit Ingrid Bauer, Autorin von „Tschikweiber haums uns g’nennt …“ (1987/2018); Christa Hassfurther, Regisseurin des Theaterstücks „Tschikweiber“ (1995), Wiederaufführung im September 2021; Kathi Hofer, bildende Künstlerin; Moderation: Laila Huber, Leitung kunstraum pro arte, in Kooperation mit der Stadtbücherei Hallein

 

Halleiner Kunstspaziergang am Samstag, 24. Juli 2021, 9:30 bis 12:30 Uhr, mit 6 Stationen: Schloss Wiespach, Pernerinsel, MTGAIA, atelier ///, 1blick und kunstraum pro arte. – Wichtiges Hinweis: Es gelten bei allen Veranstaltungen die jeweils aktuellen, von der Bundesregierung vorgegebenen Verhaltensregeln zum Umgang mit dem Coronavirus.

 

Kurzbiographie Kathi Hofer: Geboren in Hallein, studierte Philosophie und bildende Kunst in Wien und in Aix-en-Provence. Sie lebt als Künstlerin in Wien und Berlin. Ihre Arbeiten wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u.a. bei TOKAS Tokyo Arts and Space, Tokio, im mumok Wien, im Museum der Moderne Salzburg, im Jüdischen Museum Wien, am MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles, im 21er Haus, Wien, im Museum für angewandte Kunst, Wien, im Austrian Cultural Forum Warschau, in der Lewis Glucksman Gallery, Cork und im Kunstverein am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin. Kathi Hofer schreibt Essays und Kunstkritiken, die u.a. in der ,,springerin‘‘, in ,,Texte zur Kunst‘‘, in ,,frieze d/e‘‘ und ,,Camera Austria International‘‘ publiziert wurden. Im Februar 2021 erschien ihr Buch ,,Grandma Prisbrey’s Bottle Village‘‘ im Verlag Spector Books, Leipzig. – (Presse-Aussendung kunstraum pro arte. Foto: Kathi Hofer).

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Auf der Halleiner Pernerinsel wartet eine weltweit einzigartige Attraktion auf ihre Besucher. Gerti Engljähringer sammelte, gemeinsam mit ihrem Ehemann, über viele Jahrzehnte hinweg, im Rahmen unzähliger Reisen, an den Meeresküsten aller Kontinente unseres Planeten Muscheln aller Art und aller Größen. Diese verwob sie zu einem weltweit einzigartigen Kunstwerk – es entstand so ein nahezu 60 Meter langer Muschelvorhang. Es gibt nur wenige Räumlichkeiten, in denen das Kunstwerk von Gerti Engljähriger überhaupt in seiner ganzen Länge präsentiert werden kann – die Alte Saline auf der Pernerinsel stellt dazu einen perfekten Ausstellungsort dar. Zutiefst berührend: die Künstlerin war sichtlich ergriffen, als sie vor wenigen Tagen zum ersten Mal ihr Lebenswerk in seiner ganzen Größe betrachten konnte…

Der gigantische Muschelvorhang (dazu unsere Fotos oben), besteht aus 57 Einzelteilen, jeweils 100 Zentimeter breit und 240 Zentimeter hoch. Die einzelnen Muscheln wurden in mühevoller Handarbeit auf ein handelsübliches Bauspachtelnetz zu einem durchlaufenden Muster verwoben. An diesem einzigartigen Vorhang wurde nach jeder Reise mit weiteren Muscheln weitergearbeitet, so dass er nun einen Querschnitt über alle Muscheln dieser Welt bietet. Das Erstaunliche an diesem riesigen Kunstwerk: Es erscheint wie aus einem Guß gefertigt, jeder Einzelteil zeigt die gleichbleibend hohe Qualität der künstlerischen Muschel-Anordnung. Ob Farbe oder Größe der verwendeten Muscheln - die 57 Einzelstücke machen den Eindruck, als ob sie alle in einem einzigen durchlaufenden Arbeitsgang angefertigt worden wären, so gleichbleibend zeigen sie sich in ihrem qualitätsvollen Erscheinungsbild. Eine unglaublich künstlerische und handwerkliche Leistung!

 

Gerti Engljähringer wurde am 3. 1. 1944 in Bad Ischl geboren. Die gelernte Schneiderin lebt derzeit in St. Pantalon und entdeckte schon früh ihre Liebe zur Kunst, die sie in zahlreichen Symposien und unzähligen Werken überzeugend und eindrucksvoll bewiesen hat. Erstaunlich – ihr wichtigstes künstlerisches Ausdrucksmittel sind Stahlskulpturen. Abschließend können wir unseren Leserinnen  und Lesern einen Besuch von Gerti Engljähringers sensationellen, unfassbaren und einzigartigen Riesen-Kunstwerk nur bestens empfehlen! – (Johann Gutschi, Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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In der Stadtbücherei Hallein, am Schöndorferplatz 6, (Informationen und Reservierungen: Telefon 06245 / 84979, Mail: stadtbuecherei@hallein.gv) findet am Mittwoch, 30. Juni 2021, um 19 Uhr eine Autoren-Lesung statt. Gertraud Klemm liest aus ihrem neuen Roman ,,Hippocampus‘‘. Scharfzüngig und voll bissigem Witz legt Gertraud Klemm den Finger dorthin, wo es weh tut. Am Beispiel der Literaturbranche zeigt sie, wie es um die gleichberechtigte Wahrnehmung von Frauen tatsächlich steht. Und dass es mehr Rebellion und Mut braucht, um wirklich etwas zu verändern.

 

Helene Schulze, vergessene Autorin der feministischen Avantgarde, ist tot. Jetzt wird sie als Kandidatin für den Deutschen Buchpreis gehandelt. Ihre Freundin Elvira Katzenschlager soll den Nachlass sortieren und findet sich unversehens in einer Marketingmaschinerie voll Gier, Neid und Sensationsgeilheit wieder. Empört bricht sie ein großes Nachruf-Interview ab und begibt sich mit dem wesentlich jüngeren Kameramann Adrian auf einen Roadtrip durch Österreich, um die verzerrte Biografie ihrer Freundin richtigzustellen. Was als origineller Rachefeldzug beginnt, wird immer mehr zum Kreuzzug gegen Bigotterie und Sexismus. Sie verkleiden Heldenstatuen, demontieren Bildstöcke und stören Preisverleihungen. Immer atemloser, immer krimineller werden die Regelbrüche der beiden auf ihrem Weg nach Neapel, wo die letzte Aktion geplant ist. – Das 1. Foto oben zeigt die Titelseite des Romans Hippocampus, auf dem 2. Foto Autorin Pamela Rußmann. Fotos: Buchcover Verlag Kremayr & Scheriau.

 

Corona-Info: Um einen sicheren Ablauf der Veranstaltung gewährleisten zu können, müssen sich alle Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung vorher telefonisch oder per E-mail anmelden. Die Sitzplätze sind gekennzeichnet und werden zugewiesen. Es gelten die von der Bundesregierung vorgeschriebenen Corona-Regeln. – (Presse-Aussendung Stadtgemeinde Hallein).

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Von Anbeginn bis heute, zeigte sich die unvergleichliche und begeisternde Präsidentin der Salzburger Festspiele Helga Rabl-Stadler, als dankenswert engagierte Verfechterin des zusätzlichen Festspielortes Pernerinsel in Hallein. Die Verlängerung ihres Vertrages alle 5 Jahre als Festspielpräsidentin erfolgte automatisch bis 31. 12. 2021. Ursprünglich hatte Helga Rabl-Stadler ihren Rücktritt Ende des Jahres 2020, anlässlich des 100jährigen Bestehens der Salzburger Festspiele geplant. Doch die Corona-Pandemie verhinderte ein glanzvolles Jubiläumsjahr. Statt der 200 geplanten Aufführungen an insgesamt 44 Tagen, konnten nur 110 Vorstellungen an 30 Tagen realisiert werden. Auf der Halleiner Pernerinsel kamen überhaupt keine Vorstellungen zustande. Für heuer 2021, sind insgesamt 191 Festspiel-Aufführungen vorgesehen, davon entfallen 16 auf die Halleiner Pernerinsel – 8 auf ,,Richard, The Kid & The King‘‘ von William Shakespeare und 8 auf ,,Maria Stuart‘‘ von Friedrich von Schiller.

 

Die verdienstvolle und fantastische Präsidentin der Salzburger Festspiele, kam am 2. Juni 1948 in Salzburg zur Welt. 1966 bestand sie die Matura mit Auszeichnung am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium in Salzburg. Von 1966–70 absolvierte sie erfolgreich das Studium der Rechte sowie der Publizistik- und Politik-Wissenschaften, es folgte die Promotion zum Doktor der Rechte. 1970–74 Übersiedlung nach Wien, Lehrredaktion in der angesehenen Wiener Tageszeitung „Die Presse“, dann Journalistin in den Ressorts „Wirtschaft und Innenpolitik“ im Magazin „Wochenpresse“. 1974–78 Innenpolitische Kolumnistin (als erste weibliche Journalistin) in der Wiener Tageszeitung „Kurier“. 1978 Rückübersiedlung nach Salzburg und Mitarbeit im Familienbetrieb Modehaus Resmann in Salzburg und Linz. Von 1983 bis 2008 Miteigentümerin und Gesellschafterin der Firma Resmann. 1983–1990 Nationalrats-Abgeordnete der Österreichischen Volkspartei. 1985–1988 (erste weibliche) Vizepräsidentin der Salzburger Wirtschaftskammer. 1988–1994 Präsidentin und Finanzreferentin der Wirtschaftskammer Salzburg. Am 26.1.1995 erfolgte die erfreuliche Ernennung zur Präsidentin der Salzburger Festspiele.

 

Helga Rabl-Stadler, geschätzt und geachtet, wurde auch zur Frau des Jahres gekürt. Den Höhepunkt ihrer Sponsoringerfolge bildete die Finanzierung des Hauses für Mozart. Von den Gesamtkosten von über 36 Millionen Euro, wurden durch die Salzburger Festspiele, für einen Kulturbetrieb unvorstellbare 40 Prozent, selbst aufgebracht. Über ihre Zeit nach den Festspielen 2021 – laut Eigenangaben definitiv ihre letzten als Präsidentin – sagte Helga Rabl-Stadler im Magazin „trend“: „Ich habe kein Talent zur Pension und zum Suchen eines Pensionsjobs. Um meinen Vater nach seinem Abschied vom ORF zu zitieren: ,,Ich habe eine große Orgel des Landes mitspielen dürfen, ich werde aber jetzt nicht zum Flötenspieler.“ Ihre Freundin Ursula Plassnik, Österreichs einstige Außenministerin, brachte sie voll Begeisterung sogar als mögliche künftige Bundespräsidentin ins Gespräch. Natürlich hätten alle Halleinerinnen und Halleiner, alle Salzburgerinnen und Salzburger, alle kulturaffinen Österreicherinnen und Österreicher sie mit größter Begeisterung gewählt!

 

Schließlich noch ein Ereignis in Hallein, welches dokumentiert, dass die einzigartige Festspielpräsidentin sich immer wieder für die Erhaltung des Festspiel-Spielortes Pernerinsel einsetzte. Ein sportlich interessierter Bürgermeister stand in den Jahren 1995 bis 1998 an der Spitze des Rathauses der Stadt Hallein. Sein Vorgänger war der legendäre Bürgermeister Franz Kurz, als sein Nachgänger übte Kurzzeit-Bürgermeister Ernst Scheichl von 1998 bis 1999 das höchste Amt im Rathaus aus. Als Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler mit dem sportlich orientierten Stadtoberhaupt ein längeres und reichlich unerfreuliches Gespräch über die Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel führen musste, fragte sie schließlich, ob der Bürgermeister überhaupt noch an den Festspielen in Hallein interessiert sei. Die unfassbare Antwort kam prompt: ,,Wissen‘s Frau Präsidentin, i siach ma do eigenlich goa nix!‘‘ Wieder zurück in Salzburg, rief Festspielpräsidentin Helga Rabl Stadler den Herausgeber der ,,Halleiner Zeitung‘‘, Odo Stierschneider an. Sie betonte, wie sehr ihr die Festspiele auf der Halleiner Pernerinsel am Herzen liegen – doch wenn es keine positiven Signale aus Hallein bezüglich der Festspiele auf der Pernerinsel gebe, müsse man sich ernsthaft deren Weiterführung überlegen.

Odo Stierschneider dachte sofort an die Gründung des Vereines ,,Die Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘ und fand durch Altbürgermeister Franz Kurz und Caroline Hubble, (Gestalterin des Halleiner Radiomagazins im Rahmen der Salzburger Radiofabrik, Herausgeberin des Magazins ,,Halleiner Festspielbroschüre‘‘) wichtige Unterstützung. Franz Kurz hatte die großartige Idee, den ehemaligen Generaldirektor der Firma Erdal, Herbert Schallenberg zu ersuchen, die Präsidentschaft über den Verein ,,Die Freunde der Festspielstadt Hallein‘‘ zu übernehmen. Bis heute übt Herbert Schallenberg eloquent und mit dankenswertem Engagement diese Funktion aus.

Es entstanden verschiedenste Initiativen, darunter das Eröffnungskonzert der Halleiner Bürgerkorpskapelle, welches seither alljährlich vor Beginn der jeweils ersten Festspiel-Aufführung auf der Pernerinsel, unmittelbar neben dem Eingang in den Festspiel-Bereich stattfindet. Es gab Informationsvorträge zu den jeweils in Hallein bevorstehenden Festspiel-Aufführungen, die Geschäfts-Auslagen in der Halleiner Altstadt wurden festspielgerecht gestaltet, die Stadt ist zur Festspielzeit immer mit Fahnenschmuck geschmückt, die Festspiel-Schauspieler/innen wurden in einem Festzelt in der Fußgängerzone bewirtet. Schließlich erschien auch das von Odo Stierschneider während der ersten 10 Jahre als Wegbegleiter der Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel, von 1999 bis 2009 herausgegebene und durch ihn eindrucksvoll gestaltete ,,Kultur- und Festspiel-Magazin Hallein‘‘. – So wünschen wir unserer unvergleichlich ausstrahlenden, faszinierenden, beeindruckenden und immer wieder begeisternden Festspielpräsidentin, für die kommenden Jahre aufrichtig nur das Allerbeste. Wir wünschen ihr und uns, dass sich die weltberühmten Salzburger Festspiele ganz in ihrem Sinne, weiterhin so positiv und erfreulich, so wie unter ihrer Präsidentschaft, auch in Zukunft entfalten mögen. – (Odo Stierschneider. Foto: Salzburger Festspiele / Doris Wild).

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Die gebürtige Halleinerin Stephanie Meisl erhält das Jahresstipendium Medienkunst 2021. Für ihr Projekt mit dem Titel „OK, Computer – I want full manual control now“ erhielt die 39-jährige eine Förderung in Höhe von 10.000 Euro. Die Jury, bestehend aus Magdalena Naveau, Andrea Lehner-Hagwood und Beda Percht, wählte aus insgesamt zehn Einreichungen das Siegerprojekt aus. „Das Stipendium ermöglicht Künstlerinnen und Künstlern, sich eingehend mit ihrem Schaffen und einem konkreten Projekt auseinanderzusetzen und gibt ihnen Freiraum zur künstlerischen Weiterentwicklung“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn. Für die Preisträgerin steht ihre erfolgreiche Einreichung, so wörtlich, „für das Zwischenspiel Mensch und Maschine. Künstliche Intelligenz ist eine Technologie, die mit dem Blick in die Vergangenheit Möglichkeiten schafft, die Zukunft neu zu gestalten.“

 

Das Jahresstipendium fördert Projekte, die mehrere Medien kombinieren oder traditionelle Medien wie Fotografie, Film und Performance mit neuen wie zum Beispiel Audio, Video, Videoskulptur, Computergrafik, Animationstechniken, 3D-Simulation und Netzkunstperformance verbinden. Die Umsetzung erfolgt in digitaler Form mit computerbasierter Integration und anwendungsgesteuerter Nutzung. In „OK, Computer“ geht Stefanie Meisl der Frage nach, ob ein Computer den Menschen als Künstler ersetzen kann und beantwortet diese Frage sofort mit Nein, „während sie gleichzeitig sehr überzeugend klarstellt, dass sie selbst aus Erfahrungen mit Machine-Learning-Modellen in ihrer eigenen künstlerischen Praxis spricht“, heißt es in der Jurybegründung. Und weiter: „Ausgehend vom Studioalbum OK Computer der Musikgruppe Radiohead aus dem Jahr 1997 interpretiert sie sehr originell sowohl in Sound, Visuals als auch Texten die Songs des Albums und stellt neue Musikvideos vor.“

 

Die Künstlerin beeindruckte die Jury mit der Detailliertheit in der Darstellung des künstlerischen Prozesses und vor allem aufgrund der kritischen Auseinandersetzung mit den Themen Kreativität und künstliche Intelligenz. Als Herzstück ihres Projekts sieht Stephanie Meisl „die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, in der mich dieses Album geprägt hat, und unserer Gegenwart, die mit Unbehagen und Angst vor künstlicher Intelligenz konfrontiert ist.“ Stephanie Meisl wurde 1981 in Hallein geboren und wohnt in Wien. Sie beschäftigt sich seit 1997 mit multimedialen Kunstformen. Seit 2003 ist sie Mitglied des Halleiner Medienkunstfestivals Schmiede. Seit 2004 ist Stephanie Meisl unter dem Künstlernamen C‘quence tätig. Die Verleihung des Stipendiums erfolgt beim Kunstfestival Schmiede am 22. September 2021. – (Text und Foto: Landes-Korrespondenz).

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Die Darstellung der Dreifaltigkeit – Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist – reicht von ihren Anfängen (dazu das 1. Foto oben), einer Arbeit des italienischen Künstlers Masaccio, über die Prachtfresken in mittelalterlichen Kathedralen (dazu das 2. Foto), bis zu modernen Darstellungen (dazu das 3. Foto). In Hallein findet sich eine zeitgenössische Darstellung der Dreieinigkeit auf dem eindrucksvollsten Hausgiebel im Stadtzentrum, auf der Fassade des Hauses Bayrhamerplatz 8 (dazu das 4. Foto). Dort wurde in einem Medaillon (dazu das 5. Foto), eine moderne, eigenwillige Version des Themas Dreieinigkeit geschaffen. Gott Vater sitzt auf einem Stuhl, über seinem Haupt die weiße Taube als Symbol des Heiligen Geistes. Zwischen seinen Beinen sitzt Jesus mit Lendenschurz und Vollbart. Gott Vater hält die auseinander gestreckten Arme seines Sohnes – ein dramatischer Hinweis auf die von Gott vorausgesehene, grausame Kreuzigung seines Sohnes. Im Haus Bayrhamerplatz 8 gibt es eine weitere Kunst-Attraktion, die kleinste Galerie der Stadt Hallein, des Landes Salzburg, Österreichs, Europas und der ganzen Welt. Sie bietet im Eingangsbereich, in einer Wandnische hinter Glas, jeweils Raum für nur ein einziges Kunstwerk.

Die korrekte Bezeichnung der Minigalerie lautet: ,,1blick – Kunst im Vorhaus.‘‘ Derzeit ist hier Künstler Reinhard Simbürger zu Gast mit seinem Werk ,,Ohnmacht 20.21‘‘, einer Skulptur aus Zirbenholz, umgeben von Birkenstämmen (dazu das 6. Foto oben). Von überhohen, dichten Stämmen bedrängt und der Situation hilflos ausgeliefert, steht ein nackter Mann mitten im Wald (dazu das 7. Foto oben). Sein einziges ,,Kleidungsstück‘‘ ist eine FFP2-Atemschutzmaske. Diese Installation aus Birkenstämmen und einer geschnitzten, männlichen Figur aus bemaltem Zirbenholz, soll die Ohnmacht des Menschen in den Zeiten der Pandemie verdeutlichen.

Reinhard Simbürger wurde 1960 in Tamsweg geboren und ist vielseitiger Künstler, Designer und Musiker. Er lebt mit seiner Familie in Murau. Seine Ausbildung erfolgte an der Bildhauerschule Hallein und an der Universität Linz zum Bildhauer. Der Arbeitsbereich des Künstlers Reinhard Simbürger umfasst Bildhauerei in den verschiedensten Techniken, Malerei, Logogestaltung, Grafik, Objekt-Design, Bühnen-Bildgestaltung, Organisation und Gestaltung von Ausstellungen, Symposien und Themenwegen. Workshops und Kurse mit Kindern und Erwachsenen im künstlerischen und waldpädagogischen Bereich. 2004 erhielt Reinhard Simbürger das Zertifikat eines Waldpädagogen. Seit 1990 ist er Mitglied der Musikgruppe ,,Querschläger‘‘. – (Text: Galerie 1blick, OST. Fotos 1 bis 3: Kunst-Topografie, Fotos 4 bis 7 Odo Stierschneider).

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Sie treffen einander 1985 in Rom, sie haben gleichzeitig das österreichische Auslandsstipendium für bildende Kunst. Die Lust am Entdecken und das Reagieren auf den genius loci verbindet sie – die Stadt wird ihr Atelier: das Flanieren, das Finden von etwas, was es sein könnte, das Gelb-Rot – die Farbe Roms, die Sprache und Rhythmen des Alltags, die Sinnlichkeit des Anderen, die Gleichzeitigkeit vieler Zeitebenen. Seither entfalten Kaltner, Kordon und Seidl ihre Kreativität in diversen Medien mit unterschiedlichen Richtungen – sporadisch gibt es künstlerische Kooperationen. [TOPIC SYNONYM] ist die erste gemeinsame Ausstellung von Kaltner, Kordon und Seidl. Diese spannt einen Bogen von Rom bis Hallein, das „italienische Frühwerk“ wird aktuellen Arbeiten gegenübergestellt. Gezeigt werden Malerei, Zeichnung, Film und Fotografie. Das erste der obenstehenden Fotos erinnert daran, als die Drei nebeneinander im Auto unterwegs noch in Rom, von einem wachsamen Carabiniere gestoppt wurden. Damit waren die ,,Glorreichen Drei‘‘ für immer miteinander verbunden. Die weiteren Fotos zeigen Beispiele aus der aktuellen Ausstellung im kunstraum pro arte. – (kunstraum pro arte, OST. Fotos: Odo Stierschneider).

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Montag, 7. Juni, 15.30–16.30 Uhr
TAG DER OFFENEN TÜR
Franz Xaver Gruber – Ehrenbürger Halleins

Am Todestag des Stille-Nacht-Komponisten wird ab 15.30 Uhr die Geschichte der Familie Gruber in Hallein geschildert. Grubers Wirkungsstätte, die Stadtpfarrkirche Hallein, steht dabei ebenso im Mittelpunkt, wie das Grab des Komponisten vor dem Stille Nacht Museum Hallein.
Zur Todesstunde um 16.15 Uhr
wird eine Ehrenwache
mit dem Bürgercorps der Stadt Hallein abgehalten.

Teilnahme kostenlos.

 

Donnerstag, 10. Juni, 16.30 Uhr
STADTFÜHRUNG
Von der Kuffergasse zum Molnarplatz –
Geschichten hinter den Straßennamen

Welche Geschichten verbergen sich hinter den Bezeichnungen von Straßen und Plätzen? Eine spannende Spurensuche in die Vergangenheit!
In Kooperation mit Halleiner G'schichten.
Treffpunkt: Keltenmuseum Hallein
Kosten: 5 Euro

 

Samstag, 12. Juni, 10 Uhr
VORTRAG:
HALLEIN UND DAS WEISSE GOLD

Spannende Episoden der Stadtgeschichte geben Einblicke in die Geschichte der Salzproduktion von den Erzbischöfen bis in die Gegenwart. Entdecken Sie die Meilensteine der Halleiner Stadtentwicklung!
Kosten: 4 Euro zuzüglich Museumseintritt.

 

Sonntag, 13. Juni, 10 Uhr
FAMILIENFÜHRUNG
Kelten für Kinder – Archäologie erleben!

Gemeinsam gehen wir auf Entdeckungsreise in die Welt der Kelten.
Finde heraus, was ArchäologInnen alles machen!
Kosten: 3,50 Euro zuzüglich Museumseintritt.
Keltenmuseum und Stille-Nacht-Museum freuen sich auf Ihren Besuch! (Presse-Aussendung Keltenmuseum. Fotos: OST).

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Nun gibt es auch im Bezirk Hallein deutliche Rückgänge bei den täglichen Corona-Neuinfektionen. So lauteten die täglichen zweistelligen Zuwachszahlen vor 4 Wochen in der Woche vom Sonntag, 25. April bis zum Doppelfeiertags-Wochenende (Staatsfeiertag) noch: +32, +18, +31, +45, +30, +18, +29, +31. In den vergangenen 7 Tagen bis Montag 24. Mai, gab es im Bezirk nur noch einstellige Zuwachs-Zahlen: +0, +7, +1, +7, +4, +3, +5. Aufgrund dieser guten Entwicklung, auch im gesamten Bundesland Salzburg bei den Neuinfektionen, der sinkenden Inzidenz und dem guten Impffortschritt, regt Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer nun weitere Öffnungsschritte an. „Wir haben während der letzten Monate gemeinsam große Anstrengungen unternommen, damit wir eine gute epidemiologische Ausgangslage für den bevorstehenden Sommer erreichen. Umso mehr freue ich mich über den Rückgang der 7-Tages-Inzidenz im Bundesland Salzburg auf den Wert 43 und den deutlichen Fortschritt bei den Impfungen“. Gleichzeitig wechselte das Bundesland und damit auch der Bezirk Hallein am 20. Mai von der Alarmfarbe Rot in die erträglichere Farbe Orange.

 

„Im Bereich der Volkskultur braucht es praktikablere Lösungen, damit die Vereine ihren Proben und dem damit verbundenen Vereinsleben wieder besser nachkommen können, denn die derzeitige Regelung beschränkt die Vereine ungemein. Bezogen auf die guten Erfahrungen mit der Öffnung in der Gastronomie und Hotellerie braucht es auch im Museums-Bereich Anpassungen, um eine möglichst rasche Rückkehr zur Normalität und damit die Möglichkeit für betriebswirtschaftlich sinnvolle Rahmenbe­dingungen, zu ermöglichen“, begründet der Landeshauptmann die Anregung für weitere Öffnungsschritte. „In der Diskussion für weitere Öffnungsschritte spielen wie bisher natürlich die Stimmen der Wissenschaft und der Experten eine wichtige Rolle, denn auch diesmal geht es darum, einen gemeinsamen und virologisch vertretbaren Weg zu finden.‘‘

Aufgrund der günstigen Situation, steht nun ein Kulturerlebnis der Extraklasse bevor. Am Sonntag, 30. Mai, gibt es ein landesweites Museums-Wochenende mit Gratis-Eintritt und Sonderprogrammen. Das Halleiner Keltenmuseum bietet nach der durch die Pandemie erzwungenen Pause Einblicke in seine Kulturschätze bei freiem Eintritt von 10 bis 17 Uhr. Hier können Archäologie-Interessierte auch neue Forschungs- und Dokumentations-Methoden, vom Geo-Radar bis zum LiDAR-Scan, kennenlernen. „Die Corona-Pandemie hat auch unsere Museen vor besondere Herausforderungen gestellt. Sicherheitskonzepte wurden erstellt, Schutzmaßnahmen getroffen, um dem Publikum einen sicheren und entspannten Museumsbesuch zu ermöglichen“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer (1. Foto oben) und dessen Stellvertreter Heinrich Schellhorn (2. Foto oben) ergänzt: „Die Freude darüber, endlich wieder Kultur vor Ort zu erleben, einander zu treffen und auszutauschen, ist durchwegs in allen Regionen des Landes spürbar“. – (Presse-Aussendung Landes-Korrespondenz Salzburg, Odo Stierschneider. Fotos: LKS, OST).

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Dass es reizvoll ist, für literarische Figuren Kleidungsstücke zu entwerfen und sie auf diese Weise ein bisschen greifbarer und sichtbarer zu machen, wurde in den vergangenen Jahren in verschiedensten Projekten der Modeschule Hallein und der Stadtbücherei Hallein erfolgreich bewiesen. Nun werden im Rahmen einer Diplomarbeit an der Modeschule erstmals in der Stadtbücherei Prototypen ausgestellt, die einen anderen Zugang zu Literatur schaffen. Alexandra Thaller, Chiara Guscelli und Natalie Moser, Schülerinnen des Zweigs für Hairstyling, Visagistik und Maskenbildnerei, haben Bücher zum Thema „Haut und Haare“ in den Fokus genommen und die Texte mit Konzepten zeitgenössischer Foto- und Performance-Künstlerinnen konfrontiert. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung sind in der Stadtbücherei Hallein, Schöndorferplatz 6, im ersten Stock bis 31. August ausgestellt.

 

Chiara Guscelli hat die sehr komplexe und ambivalente Mutter-Tochter-Beziehung aus dem Buch „Mamorhaut“ von Slavenka Drakulić in einer Trilogie fotografisch verarbeitet. Natalie Moser beschreibt basierend auf dem Roman „Der Zopf“ von Laetitia Colombani in ihrer Bilderserie mit dem Titel „Die Reise des Tempelhaars“ die Geschichte dreier Frauen, die auf verschiedenen Kontinenten in ganz unterschiedlichen Lebenswelten stehen und deren Schicksal durch eine Perücke doch miteinander verknüpft wird, ohne dass sich die Frauen je begegnen. Alexandra Thaller schließlich zeigt Fotografien im Kontext des 2013 erschienenen Buches „Americanah“ der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie. In diesem Text erfährt man auf eindrucksvolle Weise, welche Botschaften und Vorurteile mit Haaren in Verbindung gebracht werden, und wie die Protagonistin sich Schritt für Schritt, Frisur für Frisur, persönlich entfaltet, indem sie sich sowohl von den Konventionen ihres afrikanischen Heimatlandes als auch von jenen der Vereinigten Staaten, wo sie eine Zeit lang lebt, befreit.

 

Diesmal wurde also nicht genäht, sondern geschminkt, frisiert und fotografiert. „Das war spannend und intensiv, lustig und traurig – aber auf jeden Fall sehr bereichernd!“, sind sich die drei Schülerinnen einig und würden sich freuen, wenn möglichst viele Büchereibesucher/innen durch ihre Arbeiten Lust auf die Romane bekämen.

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Prototyp zum Roman „Americanah“, Foto-Beispiel aus der Arbeit von Alexandra Thaller. FOTO 2: Prototyp zum Roman „Marmorhaut“, Foto-Beispiel aus der Arbeit von Chiara Guscelli. •            FOTO 3: Prototyp zum Roman „Der Zopf“, Foto-Beispiel aus der Arbeit von Natalie Moser. – (Presseaussendung Modeschule. Fotos: Thaller, Guscelli, Moser.)

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Elementare Ereignisse auf der Halleiner Pernerinsel gab es schon immer: 1. Die bereits seit Jahrzehnten währende Präsenz der weltberühmten Salzburger Festspiele auf der Pernerinsel. 2. Für ein kolossales Kulturwunder auf der Pernerinsel sorgte Notar Claus Spruzina. Er stellte vier übergroße Holzstatuen zur Verfügung, welche die kulturträchtige Atmosphäre rundum auf faszinierende Höhe treiben.  Dieser Bereich ist heute der optische Glanzpunkt der Pernerinsel – beneidet auch von der Stadt Salzburg, wie man von Journalisten aus Salzburg hört. 3. Der Eintrittsbereich zur Pernerinsel vom erneuerten Pfannhauserbrücke aus, wurde optisch besonders zufriedenstellend gestaltet. Die schöne, zweifarbige Färbelung der ausgedehnten salzachseitigen Fassaden der Alten Saline, die originelle und beliebte Sitzscheibe am Brückenkopf und die Entfernung eines jahrelang überflüssigen Gitterfragmentes, haben diesen Bereich vorbildlich aufgewertet. 4. Die komplette Dacherneuerung der Salinenkapelle. Heute nicht mehr vorstellbar: Die Kapelle war einst das erste und einzige Gebäude auf der Pernerinsel. Sie diente dem Fürsterzbischof zur geistlichen Erbauung inmitten einer parkähnlichen Erholungslandschaft. 5. Der in Salzburg sesshaft gewordene chinesische Künstler Wang Jixin, präsentierte in der Alten Saline auf der Pernerinsel seine überdimensionalen, zutiefst beeindruckenden Gemälde mit Themen aus der Salzgeschichte der Stadt Hallein. Die Hoffnung besteht, dass dieser überwältigende, der Stadt Hallein auf den Leib geschriebene Gemäldezyklus, wieder dorthin zurückkehrt, wo er unbedingt hingehört: In die Alte Saline auf der Pernerinsel.

Nun aber entsteht mit einem Paukenschlag eine neue, erfreuliche und hinreißende Aufwertung der Pernerinsel. Wieder ist es Notar Claus Spruzina – exakt Präsident der Notariatskammer Salzburg, Hon.-Prof. Dr. Claus Spruzina – der gemeinsam mit dem Start-up-Experten Andreas Spechtler – Silicon Castles, Puch-Urstein – eine weitere massive und anspruchsvolle Aufwertung der Pernerinsel plant. Ein Gespräch mit Halleins Bürgermeister Alexander Stangassinger ergab, dass Claus Spruzina und Andreas Spechtler ihre Idee zu ,,KulturQuartier Pernerinsel: lernen-arbeiten-leben‘‘ auch im Rahmen der öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung Hallein präsentieren sollten. Dies geschah auch – und alle erlebten eine kleine, erlesene Sternstunde für Hallein. Nachstehend ist das Arbeitspapier zum Thema ,,KulturQuartier Pernerinsel‘‘ wiedergegeben, welches die Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter auch persönlich überreicht bekamen.

IDEE
KULTURQUARTIER PERNERINSEL

lernen-arbeiten-leben

Ausgangssituation und Ziel
o  Die Pernerinsel ist seit mehr als 30 Jahren nur sehr eingeschränkt genutzt.
o  Belastungen aus dem Bestandserhalt.
o  Ganzheitliches Konzept – umfassende, weitsichtige und weit
    vorausschauende Berücksichtigung möglichst vieler Aspekte und
    Zusammenhänge.
o  Keine Änderung der Eigentümersituation.

 

Idee eines KulturQuartiers
o
  Campus als ,,Herzstück‘‘ mit Bildungs-Einrichtungen aus dem Bereich
    ,,CULTURE TECH‘‘.
o  Inkubationszentrum für Technologie-Startups im Bereich Kultur, Kunst und
    digitale Medien. Studierende und Absolventen werden aktiv angeleitet und
    unterstützt, ihre Ideen in eigenen Unternehmen mit globalem Potential am
    Standort in Hallein zu verwirklichen.
o  Wohn- und Lebensraum auf zeitgemäße Weise mit integrativen Konzepten
    aus dem Shared Space und Shared Economy Universum integrativ vereinen.
    Dazu zählen u.a. auch die modernen Spielformen der CoWorking- und
    CoLiving-Nutzungsformen.


Umsetzung in Form eines kooperativen Modells
o
  Frühzeitige, umfassende und transparente Integration der relevanten
    Fachgruppen und politischen Entscheidungsträger der Stadt Hallein.
o  Agile Methode: gemeinsame Annäherung an das Projekt.
Lenkungsgruppe bestehend aus dem Bürgermeister der Stadt Hallein,
    Vertretern der Fachgremien Architektur und Denkmalschutz,
    Fachbehörde/Raumordnung sowie Projekt-Initiatoren.
o  Im Sinne eines kooperativen Modells obliegt dieser Gruppe die Entscheidung
    über die wesentlichen Rahmenparameter des Projektes.
o  Logische Weiterentwicklung von der Industriestadt zur Technologie- und
    Kulturstadt.

Start-up-Experte Andreas Spechtler wies die Gemeindevertretung darauf hin, dass ,,Culture Tech‘‘ noch am Anfang stehe. Die gewohnten Kulturbereiche wie Theater, Musik und Kunst verlagere man damit in das digitale Zeitalter. Die Chance für die Pernerinsel: Noch gebe es international keine Region, die sich auf ,,Culture Tech‘‘ spezialisiert habe. Damit könne man auf der Pernerinsel ein Leuchturmprojekt für ganz Österreich schaffen. Auch ausländische Universitäten signalisierten bereits ihr Interesse, an der neuen Einrichtung ,,Culture Tech‘‘.

 

Bürgermeister Alexander Stangassinger will zum Projekt ,,KulturQuartier Pernerinsel‘‘ eine Bürgerbeteiligung der Halleiner Stadtbewohner. Er plant deshalb innerhalb der nächsten zwei Wochen ein Gespräch mit den Klubobleuten der Stadt. Jede Fraktion solle sich überlegen, wie das Vorhaben ,,KulturQuartier Pernerinsel‘‘ aussehen könnte. Die ÖVP steht einer Bürgerbeteiligung kritischer gegenüber. Sie argumentiert, dass so Außergewöhnliches, wie es für die Pernerinsel erforderlich wäre, der breiten Masse schwierig zu vermitteln sei. Das Vorhaben ,,KulturQuartier‘‘ passe aus Sicht der ÖVP jedenfalls hervorragend auf die Pernerinsel.

Bei einer Bürgerbefragung zum Thema ,,KulturQuartier Pernerinsel‘‘ gilt es jedenfalls, im Vorfeld die Halleinerinnen und Halleiner detailliert und verständlich über das geplante ,,KulturQuartier‘‘ zu informieren. Zur Entscheidungsfindung gilt es, vor der Befragung, die enormen Vorteile des ,,Kultur-Quartiers‘‘ ebenso darzulegen wie dessen Nachteile. Da gibt es freilich ein Problem – denn Nachteile gibt es keine. Dem Großteil der Bevölkerung wird es wohl egal sein, ob das ,,KulturQuartier‘‘ kommt oder nicht. Für alle an der Stadtentwicklung und am Halleiner Kulturgeschehen Interessierten, stellt das ,,KulturQuartier Pernerinsel‘‘ jedoch eine faszinierende Chance dar, sowohl für die Pernerinsel als auch für die Stadt Hallein.

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Blick auf die Pernerinsel vom Kleinen Barmstein. FOTO 2: Notar Claus Spruzina vor den von ihm für die Pernerinsel zur Verfügung gestellten, fantastischen Holzstatuen. FOTO 3: Blick auf die Sitzung der Stadtgemeindevertrerung, in deren Verlauf Notar Claus Spruzina und Start-up-Experte Andreas Spechtler ihre Idee ,,KulturQuartier Pernerinsel‘‘ präsentierten. FOTO 4: Bürgermeister Stangassinger mit Atemschutzmaske bei der Sitzung der Stadtgemeindevertretung. FOTO 5: Andreas Spechtler und Claus Spruzina ebenfalls mit Maske. FOTO 6: Claus Spruzina informierte, so wie vor ihm Andreas Spechtler, am Rednerpult die Gemeindevertretung über das Vorhaben ,,KulturQuartier Pernerinsel‘‘. FOTO 7: Claus Spruzina verteilte schriftliche Informationen zum Projekt ,,KulturQuartier Pernerinsel‘‘ an die Mitglieder der Gemeindevertretung. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Die aktuelle Ausstellung im kunstraum pro arte zeigt die künstlerischen Positionen von drei Künstlern, die eine über 30-jährige Freundschaft verbindet. Martin Kaltner, Renate Kordon und Herman Seidl treffen einander 1985 in Rom, sie verfügen gleichzeitig über ein österreichisches Auslandsstipendium für bildende Kunst. Die Lust am Entdecken und das Reagieren auf den genius loci verbindet sie – die Stadt wird ihr Atelier. [TOPIC SYNONYM] ist die erste gemeinsame Ausstellung von Kaltner, Kordon und Seidl. Diese spannt einen Bogen von Rom bis Hallein, das „italienische Frühwerk“ wird aktuellen Arbeiten gegenübergestellt. Gezeigt werden Malerei, Zeichnung, Film und Fotografie.

 

DAS LEBEN IST WIE EINE OPER –
DAS LEBEN IST WIE EIN WERK

Herman Seidls 27-teilige Wandinstallation „La vita è come un'opera“ besteht aus kleinen und großformatigen SW-Fotografien, entstanden während des halbjährigen Aufenthalts in Rom 1985. Hier treffen Stereotype auf Experimente, die helle und die dunkle Stadt ist die große Bühne, die Menschen liefern das Drehbuch. Das Stück spielt jeden Tag und jede Nacht. Was bleibt das sind Szenenfotos eines Theaterstücks, das heute nicht mehr aufgeführt wird. Die Suche nach fotografischer Identität im Abbild der anderen setzt Seidl seither fort.

 

ZWISCHENRÄUME, ÜBERGÄNGE UND
DIE POESIE DER UNENDLICHKEIT

In seinen Malereien beschäftigt sich Martin Kaltner u.a. mit Prozessen des städtischen Werdens und Vergehens, mit Momentaufnahmen in der Schichtung des gebauten und sozialen Raums, mit Übergängen (z.B. vom Analogen zum Digitalen) oder mit der unendlichen Folge natürlicher Zahlen in der Zahlenreihe des Fibonacci. Kaltner zeigt in der Ausstellung eine Auswahl an in Rom 1985/86 entstanden Arbeiten sowie aktuellere Serien wie „Xylem“, bestehend aus Malerei auf Holzkonstruktionen (entstanden in Wien 2009-2012) sowie Malereien und Filme von Orten, der Peripherie und von Baustellen. Kaltner agiert dabei oft als Beobachter und Übersetzer: So haben beispielsweise die Baustellenbilder ihren Ausgangspunkt in Beobachtungen von Orten in stetigem Wandel. Seit vielen Jahren entstehen Bilder von Architekturräumen und Architekturen, die jeweils nur für kurze Zeit sichtbar sind. Kaltner interessiert die permanente Veränderung und Unabwägbarkeit. Er vergleicht diesen Prozess mit dem Akt des Malens, denn das Bild entsteht durch einen ähnlichen Prozess von Schichtungen, des Aufbauens, Zerstörens und Malens.

 

ROM WAR FÜR KÜNSTLERIN UND KÜNSTLER
EIN MASSGEBLICHER WENDEPUNKT

Während Seidl und Kaltner sich verstärkt den Beobachtungen eines sichtbaren Außen widmen, sucht Renate Kordon in vielen ihrer Arbeiten das menschliche Innenleben zu erfassen – so etwa in ihren „Seelenenergieportraits“, eine Serie von 20 Buntstift-Zeichnungen, entstanden in Rom 1986. Kordon erläutert dazu: „Wenn ich zeichne, ist die jeweilige Person nicht anwesend. Vor dem leeren Blatt Papier beginne ich, mich vollkommen auf sie einzustimmen. […] Die Arbeit ist sehr intensiv – ich bin total im Anderen. Sind die Formen abgeschlossen, sehe ich bereits die ersten Farben auf das Blatt projiziert [...] Ist die Zeichnung abgeschlossen, spüre ich die Entspannung und komme wieder zu mir zurück […] Nach und nach erklären sich mir die Bedeutungen der Formen und Farben.“ Ebenfalls in Rom entstanden sind Videoarbeiten, wie beispielsweise ihr „Romtonfilm“, ein vierminütiger Stop Motion Film. Protagonist dieses filmischen Kleinods ist ein Tonklotz, der - als Synonym für die „braune Vergangenheit“ - sich im städtischen Raum scheinbar unbemerkt fortbewegt, sich zurückzieht und wieder kommt. Neben einer Auswahl der in Rom entstanden Arbeiten, zeigt Kordon auch aktuelle Werke wie bspw. „Verlassenschaft“ von 2021 – der Versuch einer bildhaften Anordnung der Zusammenhänge und Beziehungen von Dingen und Fährnissen, die verbleiben, wenn eine Person für immer gegangen ist. Rom war für alle drei Künstler/innen ein Wendepunkt. Seither entfalten Kaltner, Kordon und Seidl ihre Kreativität in diversen Medien mit unterschiedlichen Richtungen – sporadisch gibt es künstlerische Kooperationen. Nach wie vor teilen Kaltner, Kordon und Seidl eine stete Neugier auf die Welt und deren Veränderung, der Blick auf den Menschen steht für sie im Zentrum.

 

VERANSTALTUNGEN IM RAHMEN
DER AUSSTELLUNG IM KUNSTRAUM PRO ARTE

Die Eröffnung der Ausstellung im kunstraum pro arte findet am Samstag, 8. Mai 2021 von 10 bis 14 Uhr statt. Die Ausstellung ist von 8. Mai bis 19. Juni 2021 zugänglich. – Veranstaltungen (Eintritt frei) im Rahmen der Ausstellung: Mittwoch, 19. Mai und 9. Juni jeweils um 18:30 Uhr After-Work Künstlerführung mit Herman Seidl. – Samstag, 19. Juni um 11:00 Uhr Finissage und Künstler*innen-Gespräch. – Infos Coronavirus: Es gelten die jeweils aktuellen, von der Bundesregierung vorgegebenen Maßnahmen zum Umgang mit dem Coronavirus. – Öffnungszeiten der Ausstellung: Mittwoch bis Freitag 16 bis 19 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr. Auch nach Vereinbarung. Eintritt frei.

 

KURZBIOGRAFIEN VON
MARTIN KALTNER, RENATE KORDON, HERMANN SEIDL

MARTIN KALTNER, geboren 1961 in Bruck an der Mur, studierte von 1980 bis 1985 Grafik an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Max Melcher 1985/86 Romstipendium Seit 1989 Animationsfilme 1990 Paris-Stipendium, Cite des Artes, ENSAD, Paris. 1990/91 Hochschule für angewandte Kunst Wien, Trickfilmstudio bei Maria Lassnig, Mitglied der ASIFA Austria. Ausstellungen (Auswahl): 2020 „World Filmmaking 2“Biennale 7,Gherdeina /„Abfahrt und Ankunft“, Yppenplatz Säulen der Erinnerung, Wien; 2019 „camera obscura“ Masc foundation, Wien; 2016 Moving Image Department – 4th Chapter: The Rhetoric of Time, Revisited;  National Gallery, Praha 2012  „Montag ist erst übermorgen“, Akademie der bildenden Künste, Wien;  2008 „Another Tomorrow“, Slought Foundation Philadelphia; 2007 „Ich fühle was, was du nicht siehst“,  Museum Stift Admont; 2005 „Napoli Presente-Walking Project“ Palazzo delle Arti ,  Neapel, 2001 „ausgeträumt..“ Secession, Wien. www.martinkaltner.at

 

RENATE KORDON, geboren 1952 in Graz, Architektur- und Grafikstudium in Wien; Stipendium für Animation und Video, ENSAD, Paris; Visiting Artist Professor LIT, Detroit, USA; Meisterjahr bei Maria Lassnig, Meisterklasse für Experimentelles Gestalten; Rom Stipendium; Kunst und Bau Projekte; im KUNST UND BAU Beirat des Bundes; Visiting Artist Professor Dundas School of Arts, Ontario, Kanada; Organisation und Kuratierung von Ausstellungen im ASIFAKEIL, quartier21, MQ, Wien; Lehrauftrag "Labor Animation“, Kunstuniversität Linz; Gründung des „Instituts für ZEITverschiebung“ in Graz. Zu ihren Medien zählen: experimentelle Trickfilme, Zeichnung, Multimedia, Kunst im öffentlichen Raum. www.renatekordon.com

 

HERMAN SEIDL, geboren 1960 in Neumarkt/Steiermark. 1989-2006 Universität in Salzburg, Studium der Kommunikationswissenschaft und Romanistik 1982-1986, der Künstlerischen Fotografie am Salzburg College bei Derek Bennet (USA), Dieter Appelt (D), Thomas Joshua Cooper (USA/GB) and Juan Fontcuberta (E). Lebt und arbeitet in Salzburg. www.hermanseidl.com


ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Porträtfoto Martin Kaltner, Foto: Herman Seidl. FOTO 2: Martin Kaltner, Das Wechseln der Lampen, Öl auf Leinwand, 50 x 80 cm, 2006/2021, Foto Herman Seidl. FOTO 3: Porträtfoto Renate Kordon, Foto: Mira Kapfinger. FOTO 4: Renate Kordon, Verlassenschaft, Graphit/ Guache/ Öl, 127 x 121 cm, 2021, Foto: Renate Kordon. FOTO 5 (Einladungskarte): Martin Kaltner, Renate Kordon, Herman Seidl © 2021. FOTO 6: Herman Seidl, Rio, Pigment Print, 42 x 60 cm, 2014. – Presse-Aussendung des kunstraumes pro arte).

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Die YnselZeit startet in die zweite Saison um gemeinsam mit den Tennengauer Kulturschaffenden ein Zeichen der kulturellen Vielfalt in Hallein zu setzen. Es werden die unterschiedlichsten Kunst- und Kulturprojekte in der Alten Saline auf der Pernerinsel zu einem Festival der Gegenwartskultur gebündelt und der Tennengauer Kulturszene damit eine spannende Präsentationsfläche geboten. Ziel ist es, durch dieses Festival die regionale Kulturarbeit noch besser sichtbar zu machen, nachhaltig zu stärken und den Diskurs auch über die Region hinaus zu tragen. Für den Open Call können bestehende Workshops, Vorträge, Projekte, Veranstaltungen usw. von Akteuren und Vereinen der freien Tennengauer Kulturszene eingereicht werden. Explizit erwünscht sind zeitgenössische, spartenübergreifende, partizipative und auch kritische Beiträge. Die Auswahl erfolgt durch eine unabhängige Fachjury und wird kuratorisch vertieft. Veranstaltungszeitraum: 01. bis 20. September 2021.  Folgende Räumlichkeiten können kostenfrei genutzt werden:
• Alte Schmiede
• Verdampferturm EG
• Kesselhaus
• Salzlager 1 – 5
• Salon Huber

 

Einreichungen bitte bis zum 20. April 2021 an
Eszter Fürjesi

E.Fuerjesi@hallein.gv.at
Rückfragen zur Ausschreibung bitte an
Kerstin Klimmer (Künstlerische Leitung)

office@schmiede.ca – (Presse-Aussendung mit Foto: Stadtgemeinde Hallein.)

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Vor allem die Jüngsten unserer Mitbürger/innen waren besonders davon betroffen, dass die Büchereien und Buchhandlungen in Hallein während der Corona-Pandemie geschlossen waren. Von insgesamt 49.351 Entlehnungen im Jahr 2020 in der Stadtbücherei, gingen 32.606 auf Kinderbücher, das sind knapp zwei Drittel! Trotz der Schließung im ersten Lockdown im März des vergangenen Jahres, stellte die Stadtbücherei auf einen sicheren Abholservice um. So konnte der Rückgang bei den Ausleihungen minimiert werden und sogar ein Plus gegenüber 2018 verzeichnet werden. Die Zahl der Gesamtausleihen (Print, CD, Video) betrug im Corona-Jahr 2020 respektable 52.923. Diese Ausleihungen lagen 2019 bei der Rekordhöhe von 55.632 und betrugen 2018 noch 52.889. Der Medienbestand der Halleiner Stadtbücherei beläuft sich derzeit auf 25.866 Medien, bestehend aus 23.619 Printmedien und 2247 CDs und Videos, welche für die Halleinerinnen und Halleiner zur Verfügung stehen. Trotz des Corona-Jahres fanden insgesamt 64 Veranstaltungen statt, mit immerhin 1654 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ein Großteil der ursprünglich geplanten Veranstaltungen konnte klarer Weise aufgrund der Pandemie im Jahr 2020 nicht durchgeführt werden. – (Presse-Aussendung der Stadt Hallein. Foto: Odo Stierschneider).

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Eigentlich hätte ein groß angelegtes Stück entstehen sollen, das rund um den 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven Premiere gehabt hätte. Corona-bedingt wurde das Konzept mehrmals verändert und neu entwickelt. Nun entstand eine Online-Performance, die mit den Mitteln und Möglichkeiten des Videos spielt und experimentiert. Am 17. März um 20.15 Uhr, erleben alle Interessierten das Ergebnis auf FS1, dem Community-Sender Salzburgs. Seien Sie dabei! Das Theater bodi end sole freut sich auf Ihre Reaktionen.

 

Was bleibt von Ludwig van Beethoven übrig, wenn der Geniebegriff wegfällt? Das Theater bodi end sole macht sich auf die Suche nach dem Menschen, der sich hinter dem Komponisten der 9. Symphonie, des „Fidelio“ und so vieler anderer Werke verbirgt. Daneben gab es noch „die Anderen“ – Frauen, Komponistinnen der Zeit, deren Namen und Werke heute kaum jemand mehr kennt. Briefe, Lebenserinnerungen, Zeitzeugnisse werden zu einer audiovisuellen Collage verwoben. Eine Performance, die ihren eigenen Weg geht und herausfinden will, welche Muster und Gedanken aus der Zeit von vor 250 Jahren uns heute noch prägen.

 

Mit
Marion Hackl – Performance, Ausstattung
Domenica Radlmaier – Performance, Gesang
Gertraud Steinkogler-Wurzinger – Performance, Gesang, Komposition
Wolfgang Oliver – Performance
Nicole Baïer/ atelierdemontage – Aufnahme, Schnitt, Montage
Werner Lemberg – Klavier
Sophie Hassfurther – Saxophon, Komposition
Helfried Hassfurther – Licht, Tondesign
Gertraud Steinkogler – Idee
Bashir Khordahji – Produktionsleitung
Doris Schumacher, Christa Hassfurther – Konzept, Dramaturgie, Regie

 

Das Theater bodi end sole dankt für die Kooperation mit dem Institut für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Mozarteum. Der Dank gilt ebenso der Universität Mozarteum, welche für die Musikaufnahmen den Bösendorfersaal zur Verfügung stellte. Dank gilt auch Alois Ellmauer, der beim Maskenbau mithalf, weiters Esther Rauch für die zusätzliche Recherche und der Familie Meyer-Dobrotinšek für das Fotografieren des winterlichen Komponistendenkmals in Berlin. – (Presse-Aussendung Theater bodi end sole. Foto: music-moon)

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Die erste Ausstellung im Jahresprogramm 2021 des Tennengauer Kunstkreises widmet sich den Positionen der beiden Künstlerinnen Tina Graf und Nathalie Irene Unteregger und fragt danach, wie sich „zeitgenössische Zeichnungen“ produktiv missverstehen lassen können. Unter dem Ausstellungstitel „Missverständnisse machen Missverhältnisse“ weisen die Künstlerinnen Nathalie Irene Unteregger und Tina Graf gezielt darauf hin, an Blickwinkeln zu rütteln, Kategorie-Bildungen zu hinterfragen, um spezifischen Denkweisen ein Ende zu setzen und in der Auflösung neu zu betrachten. Klare Unzuordnung trifft auf unklare Zugehörigkeit – so wird der Begriff „zeitgenössische Zeichnung“ individuell verstanden und neu definiert. Zeichnen wird als eine Möglichkeit des Denkens verstanden. Eine Linie zu ziehen, bedeutet, eine Geschichte zu erzählen. Die zeichnerischen Denkweisen zeigen sich durch das Einsetzen verschiedener Materialien und Techniken. Es wird bewusst darauf verzichtet, Zeichnungen im „klassischen Sinne“ mit Bleistift oder Buntstift auf Papier anzufertigen. Im Laufe eines mehrmonatigen Prozesses wurden neue Möglichkeiten erprobt um den Begriff der „zeitgenössischen Zeichnung“ zu erweitern.

 

Tina Graf, die 1997 in Taiwan geborene und trilingual aufgewachsene Künstlerin erlebt oft, dass durch Missverständnisse auch Missverhältnisse entstehen können. In ihrer künstlerischen Praxis sucht sie diesen Wendepunkt produktiv zu machen: „Es ist die Fähigkeit, mehrere Blickwinkel zu vereinbaren, die vor Perspektivenlosigkeit schützt. Missverständnisse können zu Konflikten und Unannehmlichkeiten führen. Gänzlich nicht verstanden zu werden, aber auch dazu, gar keine Stimme zu besitzen. So wollte ich gezielt in der Ausstellung die Zeichnung im klassischen Sinne missverstehen, um der Last zu entfliehen.“ Tina Graf ritzt beispielsweise mit einer Bohrmaschine auf Aluminium und erschafft Radierungen oder verwandelt eine Serie „klassischer Federzeichnungen“ in verlorene Linolschnitte. Ein Kunstbuch aus Druckgrafiken „A Cyclist’s Alphabet“ entsteht. Das Studium der Bildenden Künste und Gestaltung an der Universität Mozarteum in Salzburg schloss Tina Graf 2019 ab. Seit Herbst 2019 studiert sie Grafik und Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst in Wien. In ihren Arbeiten, die von Druckgrafiken, über großformatige Gemälde bis hin zu performativen Aktionen reichen, steht der Mensch im Zentrum, genauso wie gesellschaftliche Reibungspunkte und Geschlechterrollen im Alltag.

 

Nathalie Irene Unteregger, geboren 1993, studierte Bildnerische Erziehung und Textiles Gestalten an der Universität Mozarteum Salzburg und schloss 2020 ihr Masterstudium ab. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit der Materialität von Dingen und interessiert sich für das innerliche und äußerliche Verändern und Umordnen der Materialien. Dazu zählen beispielsweise Stoff, Papier, Ton oder Draht, auf welche die Künstlerin durch zeichnerische Prozesse eingewirkt. Für Nathalie Irene Unteregger geht es darum visuelle Phänomene in Relationen zu setzen und bestehende Ordnungen zu hinterfragen. Dabei gibt das Material den Rhythmus vor, neue Ordnungen werden konstruiert und Mehrdeutigkeiten erforscht sowie Grenzen ausgelotet: „Was wir nicht verstehen, müssen wir deswegen nicht missverstehen. Auf Missverhältnisse reagiere ich in der Form, dass ich mich Ungleichheiten zuwende, Verschiedenheiten zu verbinden versuche und Widersprüche akzeptiere.“ In der Ausstellung zeigt Nathalie Irene Unteregger beispielsweise ein Drahtgewebe auf einem Webstuhl, eine dreidimensionale Zeichnung, die im Raum schwebt, wird sichtbar, Linien werden in den Raum ausgedehnt. Die Frage ob und wie Missverständnisse in Missverhältnissen münden können, zieht sich thematisch durch die Ausstellung. Es wird dazu eingeladen den Gedankenstrichen zu folgen und die Grenzen des Wahrgenommenen zu erweitern.

 

Die Ausstellung ist von 20. März bis 24. April 2021 zu den regulären Öffnungszeiten ohne Anmeldung und mit FPP2-Maske kostenlos zugänglich.
Die ,,Stille Eröffnung‘‘ erfolgt am Samstag, 20. März 2021 von 10:00 bis 14:00 Uhr.
Mittwoch 7. April 2021 um 18:30 Uhr:
Afterwork-Führung mit Laila Huber und Nathalie Irene Unteregger (Eintritt frei).
Samstag, 24. April 2021 um 11:00 Uhr:
Finissage & Künstlerinnen-Gespräch (Eintritt frei).
Es gelten die jeweils aktuellen, von der Bundesregierung vorgegebenen Maßnahmen zum Umgang mit dem Coronavirus. Aufgrund der aktuellen Covid-19 Bestimmungen ist keine Eröffnungs-Veranstaltung möglich.
Für die beiden im April geplanten Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich unter office@kunstraumproarte.com.

 

ZU DEN OBEN
STEHENDEN FOTOS
FOTO 1:
Künstlerin Nathalie Irene Unteregger. Foto: Clemens Schnegg. FOTO 2: Ausschnitt aus dem Werk ,,Blickfelder‘‘ von Nathalie Irene Unteregger. FOTO 3: Künstlerin Tina Graf (Selbstfoto). FOTO 4: Linoldruck ,,Silhouetten‘‘ auf Japanpapier von Tina Graf. – (Presse-Aussendung Tennengauer Kunstkreis).

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Schon erstaunlich, wie lässig die Stadt Hallein mit der schrecklichen Parkplatz-Überdachung entlang der riesigen Grau-in-Grau-Fassade der Alten Saline umgeht. (Dazu die beiden ersten Fotos oben). Die Präsenz der Salzburger Festspiele war bislang kein Grund, diesem unfassbaren Albtraum ein Ende zu bereiten. Nicht vor der 1. Festspiel-Aufführung im Jahre 1992, nicht zum 10jährigen Bestehen der Festspiele auf der Pernerinsel, auch nicht zum 20jährigen Jubiläum der Festspiele und wohl auch nicht zum bevorstehenden 30jährigen Bestehen der Festspiele auf der Pernerinsel. Weil es ohnehin egal ist, wenn Besucher der Festspiel-Aufführungen auf der Pernerinsel, sich angesichts dieses optischen Horrors neben dem Zugang in den Festspielbereich, entsetzt zeigen. Weil es ohnehin egal ist, welchen Eindruck die Festspielbesucher von Hallein angesichts dieser unfassbaren Parkplatz-Überdachung, mit nach Hause nehmen. Ach ja, da gibt es ja auch noch die Bewohner der Stadt Hallein, welche die grausliche Parkplatz-Überdachung ebenfalls als undiskutable Zumutung empfinden. Doch das alles ist offensichtlich für die Verantwortlichen völlig uninteressant. Vielleicht empfehlen sie den Festspielen sogar, vor dem Salzburger Festspielhaus
eine getreue Kopie der Parkplatz-Abdeckung auf der Pernerinsel aufzubauen?

GRAUE FESTSPIEL-FASSADE EIN UNVERSTÄNDLICHER
FREMDKÖRPER NEBEN DEN ANDEREN DREI FARBIGEN FASSADEN

Nächstes Problem: Die Nichtgestaltung der imposanten Festspiel-Fassade, die sich über die gesamte nördliche Breite des großen Komplexes der Alten Saline in jahrzehntelangem, deprimierenden Grau-in-Grau erstreckt. Doch diese riesige, karge, schmucklose Brutal-Fassade, für die es in anderen Städten kein Gegenstück gibt, sie müsste längst schon so gestaltet sein, dass sie auch vom weitem als etwas ganz Besonderes erkennbar ist. Denken wir nur an die Tausenden Autofahrer, die hier täglich auf einer Hauptschlagader des Kfz-Verkehrs hier vorbeikommen. Tatsächlich aber wirkt sie nur wie eine fade, reizlose, uninteressante Industrie-Fassade. Ein echtes Kuriosum: Drei Fassaden des Salinen-Komplexes sind vorbildlich gestaltet, nur die Fassade, die zum Festspielbereich führt, wird stur und verbissen durch fades, einfallsloses Grau abqualifiziert – ein echter, völlig unverständlicher Fremdkörper an dem historischen Salinenbauwerk.

GRAUE FESTSPIEL-FASSADE GEHÖRT DEN
ANDEREN DREI FARBIGEN FASSADEN ANGEGLICHEN

Nun könnte die Stadt Hallein verschiedenste Gestaltungs-Wettbewerbe für diese ausgedehnte Fassade für Künstler, graphische Gestalter, Architekten, Baumeister und Maler durchführen. Dafür ist natürlich ein erheblicher Zeitraum nötig. Doch die Fassade sollte so rasch wie möglich ein verbessertes Aussehen erhalten. Die einfachste Lösung liegt auf der Hand. Das graue Ungetüm könnte auf jene Art gestaltet sein, so wie dies perfekt bei der angrenzenden, zur Salzach hin ausgerichteten Fassade der Alten Saline der Fall ist. Grundsätzlich in warm-gelb-orangen Grundton gehalten, werden spezielle bauliche Merkmale durch eine dunkle rot-braune Farbe betont – gut erkennbar auf unserem 3. Foto oben. Zurzeit herrschen bei der Alten Saline die Regeln der verkehrten Welt: Drei Fassaden der Alten Saline sind erfreulich mit Farben gestaltet, nur die Fassade, die den Zugang in den Festspielbereich ermöglich, liegt in deprimierendem Grau-in-Grau als optisch abschreckender Fremdkörper darnieder. Einfach unfassbar! – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Es war ein zutiefst beeindruckendes und unvergessliches Kultur-Großereignis, als der sympathische Künstler Wang Jixin 2019 in der Alten Saline auf der Pernerinsel, seine Werke im Rahmen der Ausstellung ,,Im Fluss‘‘ präsentierte. (Siehe Fotos 1 und 2 oben). Die größte Ölgemäldeschau eines einzelnen Künstlers, die es in Hallein jemals gab – großformatige Werke, die der über Jahrhunderte währenden Salzproduktion in Hallein und dem Salzbergwerk auf dem Dürrnberg gewidmet sind. Die Gemälde wurden raffiniert in abgedunkelten Räumen exakt in ihrer Größe beleuchtet – daraus ergab sich der sensationelle Gesamteindruck, als ob die Bilder durchscheinend von rückwärts beleuchtet wären. Eine glanzvolle Präsentation, zu der sich auch international weit und breit kein Gegenstück fand. Für alle, die diese hinreißende monumentale Schau besichtigten, war es klar: Dieses unvergleichliche Kunstereignis, dieses einzigartige künstlerische Zeugnis der wichtigen Halleiner Salzgeschichte, maßgeschneidert für die Alte Saline, müsste unbedingt für immer bestehen bleiben. Diese bestechende Ölgemäldeschau, wäre ein wichtiger, zukunftsweisender Schritt zur weiteren, auch internationalen Aufwertung, der Kulturstadt Hallein gewesen. Doch anstatt diese einzigartige Gemälde-Ausstellung als permanente Attraktion für die Kulturstadt Hallein zu erhalten, blieb die Stadtpolitik tatenlos, als diese Ausstellung schließlich wieder abgebaut wurde.

5 VARIANTEN ZUM ANKAUF DER
INSGESAMT NOCH 23 VORHANDENEN GEMÄLDE

Mittlerweile gibt es verschiedenen Varianten einer Ankaufs-Finanzierung. Variante 1:
Die Werke werden vom Künstler als Leihstücke zur Verfügung gestellt. Die Leihgebühr könnte monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich bezahlt werden. Ein späterer Ankauf durch die Stadt Hallein sollte möglich sein. Variante 2: Die Werke werden durch Ratenzahlungen erworben. Variante 3: Die Stadt Hallein ruft Wirtschaft und Bevölkerung zu einer Spendenaktion auf. Vielleicht sind manche Unternehmer bereit, ein Bild zu erwerben und der Stadt kostenlos und zeitlich unbeschränkt als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Darüber könnte neben dem entsprechenden Bild kurz informiert werden. Variante 4: Die Stadt Hallein bemüht sich um einen Finanzierungs-Zuschuss bei der Landesregierung. Variante 5: 600 Jahre lang wurde das Salz vom Dürrnberg durch die auch weltlich regierenden Salzburger Fürsterzbischöfe geplündert. Durch Erlass der Erzbischöfe wurden die hohen Salz-Gewinne dem Steuerzugriff der Stadt Hallein entzogen. 600 Jahre lang erhielt die Stadt Hallein aus der Salzgewinnung keinen Groschen. Dafür wurde die Residenzstadt der Fürsterzbischöfe mit allem Prunk ausgestattet: Festung Hohensalzburg, der Dom, die zahlreichen Kirchen, das Mirabell-Schloss mit Prachtgarten, das Lustschloss Hellbrunn, die Alte und Neue Residenz usw. – das alles wäre ohne Salzraub auf dem Dürrnberg niemals in dieser üppigen Form entstanden. Ohne Salz aus Hallein hätte die Stadt Salzburg niemals den Ehrentitel ,,Welt-Kulturerbe‘‘ erhalten. Daher: Es wäre zumutbar, dass sich die Stadt Salzburg am Ankauf der Ölgemälde des Künstlers Wang Jixin beteiligt – als erste bescheidene Wiedergutmachung ihrer unermesslichen Salz-Schuld gegenüber Hallein.

 

DIE STADT HALLEIN BESITZT NUN BEREITS
DREI GEMÄLDE DES KÜNSTLERS WANG JIXIN

Mittlerweile zeigte sich Künstler Wang Jixin gegenüber der Stadt Hallein großzügig. Er machte der Stadt Hallein im zurückliegenden Sommer 2020 jenes Gemälde zum Geschenk, welches den Halleiner Salzträger darstellt und Teil der Gemälde-Ausstellung ,,Im Fluss‘‘ war. (Der SALZSCHREIBER berichtete darüber). Nun wurden von der Stadtgemeinde Hallein zwei weitere Bilder, zum verbilligten Gesamtpreis von 14.500 Euro angekauft, bei deren offizieller Übernahme durch Vizebürgermeisterin Rosa Bock auch Künstler Wang Jixin anwesend war. Dazu unsere obenstehenden Fotos 3 bis 5. Das 3. Foto zeigt Künstler Wang Jixin. Auf dem 4. Foto jene Stelle entlang des Stiegenaufganges im Stadttheater/Stadtkino, an der bereits das Bild des Salzträgers und neu daneben die Darstellung einer Rutsche im Salzbergwerk (eines der beiden nun angekauften Werke) zu sehen sind. Das zweite, deutlich größere Bild auf dem 5. Foto (links Vizebürgermeisterin Rosa Bock, rechts Künstler Wang Jixin auf der Dachterrasse von Stadttheater/Stadtkino), zeigt zwei Arbeiter am ehemaligen Halleiner Griesrechen, die heran triftendes Holz, aus dem Tennengau oder Pongau stammend, für die Befeuerung der Halleiner Salinen aus der Salzach herausholen. Dieses Gemälde wird künftig an einer Wand des Halleiner Rathauses angebracht. – (Odo Stierschneider. Fotos: OST).

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Er war eine schwere Geburt. Die Ankunft Richards III. auf der Welt ist überschattet von seinen körperlichen Missbildungen und merkwürdigen Vorzeichen. Wäre es vielleicht besser gewesen, dieses Kind wäre nie geboren? Richards Mutter, die Herzogin von York, ahnt Böses: Von Anfang an bleibt ihr der Sohn dunkel und fremd. Kaum kann sie Liebe zu ihm entwickeln, wie er auch sonst überall auf Ablehnung stößt. Später, im jugendlichen Alter, erweist er sich in den Schlachten um die englische Krone als äußerst kaltblütig, brutal und erfolgreich. Sind Machtgier, Skrupellosigkeit und Zerstörungswut Ergebnis einer zerstörten Kindheit? Sind die Ursachen in sozialen und familiären Kontexten auszumachen, oder gibt es schlicht keine erschöpfende Erklärung für die Existenz egomaner und boshafter Machtmenschen?

 

Mit Richard III. betritt einer der größten Antihelden der Theaterliteratur die Bühne: schamlos, gierig, gewalttätig, schlechthin die Inkarnation des Bösen. Zugleich ist er eine Hauptattraktion des Shakespeare’schen Kosmos: hellsichtig, witzig, heuchlerisch, verführerisch. Er weiß um die Manipulierbarkeit der Menschen, ist ein großer Lügner, ein Virtuose der Instrumentalisierung anderer und der genussvollen Selbstinszenierung. Ein genialer Coup, der diese Rolle bis heute zu einer außerordentlichen schauspielerischen Aufgabe macht. Immer wieder fasziniert Shakespeare, weil er nicht erklärt, sondern vor allem Fragen aufwirft: Was macht die Attraktion dieses „Dreckskerls“ aus? Ist er ein pathologischer Sonderfall, ein gekränkter Outlaw oder womöglich die konsequenteste Ausprägung eines Systems? Wie ist die Zustimmung der vielen, das Einverständnis mit seiner Politik zu erklären?

 

Karin Henkel macht die Shakespeare’schen Königsdramen Heinrich VI. und Richard III. zum Ausgangspunkt ihrer Inszenierung. In Richard the Kid, dem ersten Teil des Abends, richtet sie den Fokus auf die Kindheit und die Familiengeschichte Richards, die verrohte Zeit vor seiner Machtergreifung. Seit Jahren liefern sich die Häuser York und Lancaster erbitterte und blutige Schlachten um die englische Herrschaft, die sogenannten „Rosenkriege“.

 

In Richard the King, dem zweiten Teil des Abends, befasst sich Karin Henkel mit dem politischen Umfeld des berühmt-berüchtigten Machthabers. Warum spielen alle mit, obwohl sie um die Lügen und das falsche Spiel Richards wissen? Empfinden seine Anhänger, die ihm die Machtergreifung ermöglichen, obwohl sie wissen, wie gefährlich er ist, die gleiche brutale Freude? Macht die eigene Gier sie blind? Was für eine Rolle spielen Ignoranz, falsche Nachsicht, Feigheit und systematisches Wegschauen der anderen? Wie gelingt Richard der zynische Spagat, die Menschen einerseits aufs Tiefste zu verabscheuen, sie andererseits aber doch für seine Zwecke zu gewinnen?

 

Shakespeare zeigt mit Richard III. auf eindrückliche Weise das kollektive Versagen eines ganzen Landes und die Deformation einer verunsicherten Gesellschaft, deren zunehmende Verrohung den Aufstieg des Tyrannen erst ermöglicht. Beunruhigend bleibt, was hinter unserem Vergnügen steckt, Richard III. in seinen dunkelsten Machenschaften zu folgen. Was macht auch uns zu Kollaborateuren? – (Sybille Meier, Andrea Schwieter. Foto: Salzburger Festspiele).

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